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Redakteur

Smart-Home-Systeme werden immer populärer. Clevere Geräte, die per Sprachsteuerung Fragen beantworten und Bereiche des Haushalts organisieren, gibt es mittlerweile in verschiedenen Ausführungen. Mit dem Smart Speaker G3 kombiniert Onkyo nun die Vorteile der Google-Sprachsteuerung mit den Qualitäten eines hochwertigen Lautsprechers. Aber was ist dran an dem Mix aus smarter Funktionalität und “HiFi-Klang in Premiumqualität”?

Rund 16 Zentimeter hoch und modern ausgestattet: Der Onkyo Netzwerklautsprecher G3.

Auf seiner Website bezeichnet Onkyo den VC-GX30, so die Typenbezeichnung des G3 (der auch als P3 erhältlich ist, dann mit Amazon Alexa), als “sprachgesteuerten Lifestyle-Begleiter mit integriertem Google Assistant”. Diese Umschreibung trifft tatsächlich ziemlich genau, worum es geht. Onkyo hat den Anspruch, das Leben seiner Kunden zu vereinfachen und angenehmer zu gestalten. Im Falle des G3 liefern die Japaner dazu gleich eine ganze Palette von Funktionen, die ich hier der Übersicht halber einmal kurz auflisten möchte:

– Der integrierte Google Assistant erlaubt die Steuerung von Smart Home Komponenten und liefert Antworten auf viele Fragen des täglichen Lebens.

– Chromecast-Technologie, Stichwort “Multiroom”: Über den G3 können Sie Musik auch auf anderen chromecastfähigen Lautsprechern, Soundbars, Heimkinosystemen und HiFi-Anlagen abspielen. So lässt sich die Party in der gesamten Wohnung ausweiten und Musik in mehreren Räumen gleichzeitig erleben.

– verbaut ist ein spezieller Tieftöner mit einem massiven Magneten sowie ein Weichkalotten-Hochtöner. Das Ergebnis: Energischer Bass, kraftvolle Mitten und eine klare Präsenz im Hochtonbereich.

– Nach Einrichtung des G3 über die Google Home App steht der Lautsprecher bereit für ein stabiles Audiostreaming beliebter Music-on-Demand-Dienste. Dazu gehören Google Play, You Tube, Spotify oder Deezer.

– Per Bluetooth ist auch das Abspielen von Inhalten direkt vom Smartphone oder Tablett möglich.

Die Rückseite des G3 ist ebenso schlicht gehalten, wie die Frontseite.

Wertig gemacht

Ich habe es also mit einem echten Multitalent zu tun, das auch vielversprechende äußere und optische Werte aufweist. Ein schwingungsdämpfendes, computermodelliertes Holzgehäuse kombiniert mit einem schicken Blendgitter, und einem übersichtlich gestalteten Bedienfeld auf der Oberseite. Die Rückseite ist hingegen eher dezent gehalten. Hier befindet sich nur der Stromanschluss, ein Micro-USB-Port für Servicezwecke. Vier kleine Gummifüßchen versprechen einen festen Stand. So bildet sich eine elegante Einheit, die sich leicht in jeden Wohnstil einfügt. Die durchweg sorgfältige Verarbeitung, die hochwertigen Materialien und ein stattliches Gewicht von 1,8 Kilogramm machen den G3 zugleich zu einem recht massiven, stilvollen und widerstandsfähigen Netzwerk-Lautsprecher, der bereits visuell einen gewissen Qualitätsanspruch erfüllt.

KLeines aber feines Detail: Das Lautsprechergitter ziert eine leichte Erhöhung. So wirkt der G3 etwas moderner.

„On Air“ mit Google Home: Einfache Installation in wenigen Schritten

Wer meint, ein cleveres Gerät einzurichten muss recht kompliziert sein, der irrt. Für den G3 kann ich Sie an dieser Stelle beruhigen. Die Installation ist hier tatsächlich kinderleicht! Nachdem ich im ersten Schritt die Google Home App runtergeladen und geöffnet habe, folge ich nur noch den dort beschriebenen Schritten – und die sind eindeutig. Kennt man sein Netzwerk und hat das Netzwerk-Passwort parat, kann man hier eigentlich keinen Fehler machen. Bereits nach wenigen Minuten ist der Smart Speaker ins Netzwerk eingebunden und komplett einsatzbereit.

Mit der Google Home App ist der G3 schnell eingerichtet. Unter anderem legt man hier den Standort des Gerätes fest und wählt den gewünschten Musikkanal. Auch als Bluetooth-Box liefert der Onkyo eine gute Leistung ab. Das Pairing dauert nur wenige Sekunden. Musikalisch passt hier alles und auch im Hörbuch-Bereich trumpft der G3 stark auf!

Wer fragt, dem kann geholfen werden!

Da ich mich selbst (noch) nicht als Google Assistant-Vollprofi bezeichnen würde, beschäftige ich mich zunächst einmal mit diesem Funktionsbereich. Mit der gewohnten Signal-Ansprache “Ok Google” oder “Hey Google” sichere ich mir die Aufmerksamkeit der schlauen Frau in der Box (die vier mittleren LEDs leuchten von links nach rechts auf, nachdem die magischen Worte fallen). Bis ich mein Anliegen geäußert habe, pulsieren diese LEDs langsam. Wird ein Sprachbefehl verarbeitet, blinken sie langsam von links nach rechts. Sobald der Google Assistant antwortet, blinken sie zeitgleich auf. Fragen nach dem Wetter von morgen, dem nächstgelegenen Metzger des Vertrauens oder den aktuellen Verkehrsnachrichten bekomme ich schnell und zu 100 Prozent korrekt beantwortet. Die Aufforderung mich zu wecken oder die mündliche Einstellung des Timers befolgt die nette Assistentin ebenso zuverlässig. All das würde ich allerdings mal als Basisfunktionen eines Sprachassistenten bezeichnen. Alle weiteren Funktionen hängen dann davon ab, in wieweit die Wohnung schon auf “Smart Home” getrimmt ist. Sind die entsprechenden Helfer integriert und ist alles miteinander verbunden, so kann der G3 auch mit Befehlen wie “stell das Thermostat auf 22 Grad ein.”, “schalte das Licht im Wohnzimmer an.” oder “spiel Video XY auf dem Fernseher ab” umgehen. In einem vollständig ausgestatteten und kompatiblem Smart Home kann die kleine Box also als zentrale Steuerungseinheit dienen. Aber auch in einem weniger smarten Haushalt liefert der Google Assistant mit seinen oben genannten Basisfunktionen und den musikalischen Bedienmöglichkeiten (Beispiel für Sprachbefehle: “spiele Musik zum Tanzen von YouTube”, “Pause”, “Lautstärke auf 6 stellen”) jede Menge Bedienkomfort.

Der aktuelle Modus des Sprachassistenten kann über die frontseitig eingelassenen LED-Indikatoren abgelesen werden.

Die Kernkompetenz eines Lautsprechers

Trotz der geballten technischen Qualitäten, der Intelligenz und der komfortablen Sprachsteuerung ist und bleibt für mich das wichtigste an einem Lautsprecher der Klang. Und auch wenn ich es beim G3 nicht mit einem komplexen Soundsystem zu tun habe, sollte in erster Linie der Klang überzeugen. Einen cleveren Lautsprecher, dem man nicht zuhören möchte, braucht nämlich niemand. Also mache ich es mir bequem und navigiere durch die aktuelle Musiklandschaft. Zunächst entscheide ich mich für die Wiedergabe via Spotify. Dabei durchlaufe ich zunächst einen bunten Mix durch verschiedene Musikgenres. Zunächst lasse ich die Sportfreunde Stiller mit “Ein Kompliment” und “Ich, Roque” die kleine Box rocken. Her drängt sich mir der Eindruck dann förmlich auf, dass die “Rock-Pop-Mischung” dem G3 besonders liegt. Durch seinen kraftvollen, dynamischen Bass und seine Fähigkeiten, auch unter höheren Pegeln klar und stabil zu bleiben, bekommt der typische Sportfreunde-Sound die richtige Bühne geboten. Sehr gut, so darf es gern weiter gehen! Mein Eindruck, dass rockig und laut die Spezialdisziplinen des Onkyo sind, verfestigt sich dann mit “Enter Sandman” von Metallica. Der gerade einmal rund 16 Zentimeter hohe Quader liefert jetzt eine erstaunliche Rockatmosphäre und spielt selbst bei richtig Power klar und unverzerrt. Verantwortlich dafür ist unter anderem sein optimiertes Gehäuse, das aussergewöhnlich vibrationsarm gestaltet werden konnte. Der verbaute Langhub-Treiber macht sich hier ebenfalls positiv bemerkbar. Durch ihn ist der smarte G3 in der Lage noch eine Etage tiefer zu spielen als viele ähnlich große Lautsprecher.

Alle wichtigen Einstellungen werden via App oder das oberseitige Bedienfeld vorgenommen.

Der G3 und das gesprochene Wort

Quasi als Gegenprobe zum lauten und dynamischen Pop-Rock-Sound, begebe ich mich nun auf das für mich eher ungewohnte Terrain klassischer Musik. Ich bin da kein Experte aber Mozarts “Eine kleine Nachtmusik” kenne selbst ich. Kaum angespielt, sieht mein Hörerlebnis nun völlig anders aus: Zwar spielt der Onkyo auch jetzt vollkommen klar und sehr dynamisch auf, allerdings muss ich hier minimale Abstriche in der Hochtondarstellung machen. Diese wirkt nun etwas weniger präsent, irgendwie leicht gedämpft. Um das zu erkennen muss mann allerdings sehr gut zuhören und vermutlich der Bauweise geschuldet. Zur Erinnerung: Dieser Lautsprecher ist ultrakompakt und bietet ein Volumen von weniger als einem Liter auf. Dafür bietet er einen überraschend voluminösen Klang, kraftvolle Bässe und ein großes Talent für laute Rock-Töne. Ich gebe also zu: Meine Mini-Kritik ist Jammern auf hohem Niveau.
Als passionierter Hörbuch-Freak verlange ich von einem Lautsprecher aber nicht nur musikalisches Können, sondern auch eine sehr gute Sprachqualität. Jetzt schalte ich auf Bluetooth, durchsuche meine Audible-Bibliothek und bleibe schließlich bei “Ein irischer Dorfpolizist” von Graham Norton hängen, gelesen von Charly Hübner. Schon nach wenigen Kapiteln tritt dann ein weiterer Pluspunkt zu Tage: Durch die große Tiefe im Bassbereich bekommt die Stimme richtig Kontur und kommt absolut naturgetreu rüber. Das alles ohne übertrieben zu wirken oder andere Frequenzanteile zu überdecken. Die Sprachwiedergabe ist beeindruckend sauber, kraftvoll und körperhaft. Wow, so müssen Geschichten erzählt bzw. reproduziert werden. Angesichts der Tatsache, dass der G3 im Format eines klassischen Küchen- oder

Der integrierte Google Assistant hört auch während der Musikwiedergabe zuverlässig aufs Wort.

Fazit

Der Onkyo G3 ist ein vielseitiges Gerät. Somit muss man ihn unter verschiedenen Aspekten beurteilen. Erstens: Die Benutzerfreundlichkeit. Für diejenigen, die schon mit Google Home und dem Sprachassistenten vertraut sind, ist sie ein echtes Kinderspiel. Doch auch, wenn diese Begriffe für Sie Neuland darstellen, werden Sie schnell mit ihm zurechtkommen. Zweitens: Die Funktionalität der Sprachsteuerung. Der Google Assistant weiß viel, hilft kompetent weiter und kann bei Einbindung in ein Smart Home zu einer effizienten Steuerzentrale werden. Die beiden verbauten Mikrofone, sie lassen im Übrigen auch stumm schalten, reagieren auch während der Musikwiedergabe sensibel auf Befehle. Somit ist der G3 immer ansprechbar und reagiert prompt. Drittens: Der Sound. Hier kommt es ein wenig darauf an, was für ein Musiktyp Sie in erster Linie sind. Ein reiner Klassik-Hörer kommt mit dem Lautsprecher zurecht, wird aber sicherlich nicht von HiFi-Spitzensound sprechen. Mögen Sie es dagegen eher deftig, rockig und gern auch laut, liefert Ihnen der G3 deutlich mehr, als sein kompaktes Format erwarten lässt. Mit dem gesprochenen Wort weiß der Onkyo ebenfalls sehr gut umzugehen. Ob Nachrichten oder Hörbuch-Geschichte, Stimmen kommen sehr gut verständlich und mit beeindruckender Körperhaftigkeit! Preislich bewegt sich der G3 im Bereich zwischen 180 und 230 Euro. Für diesen fairen und überschaubaren Preis erhält man dann nahezu unbegrenzte Möglichkeiten und einen wirklich imposanten Klang.

Test & Text: Stefan Meininghaus
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 78/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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190212.Onkyo-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Onkyo
G3 (VC-GX30)
Gerätekategorie:Netzwerklautsprecher mit Sprachassistenz
Preis:229,00 Euro
Gewährleistung:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
Vertrieb:Pioneer & Onkyo Europe, Willich
Tel.: +49 2154 / 913 13-0
www.pioneer.de
Abmessungen (HBT):165 x 120 x 128 mm
Gewicht:1,8 Kg
Eingänge:- WiFi
- Bluetooth
Ausgänge:- analog Audio (3,5mm)
Lieferumfang:- Onkyo G3
- Netzkabel
- Anleitung
Pros und Contras:+ Google Assistant
+ Chromecast built-in
+ imposanter Tiefbass
+ App-Steuerung
+ sehr gute Verarbeitung

- kein Akku
Benotung:
Klang (60%):78/80
Praxis (20%):79/80
Ausstattung (20%):78/80
Gesamtnote:78/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut

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