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Redakteur
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Alle für einen, einer für alles – dieses leicht abgewandelte Motto der Musketiere passt prima zum Gold Note IS-1000. Unter seiner Haube wirkt im Verein die erlesene Technik von vier verschiedenen Top-Geräten, zusammen ergibt das eine All-in-One-Lösung auf High End-Niveau: Der IS-1000 agiert als Streamer, Digital-Analog-Wandler und Vollverstärker, er punktet mit digitaler Schnittstellen-Vielfalt, Plattenspieler-Eingang und Zugang zu den Online-Musikdiensten. Geht noch mehr? Ja! Wir haben im Test weitere Leckerbissen entdeckt.

Pures Understatement: Die aufgeräumte Erscheinung lässt kaum ahnen, welche Möglichkeiten der Gold Note IS-1000 bietet.

Florenz gilt seit der Renaissance als ein Mekka der artistischen Produktion, Genies wie Giotto oder da Vinci schufen hier Werke für die Ewigkeit. Mittlerweile ist Florenz in audiophilen Kreisen aber ebenso für die vollendete Kunst der Reproduktion bekannt, denn die toskanische Metropole ist der Sitz von Gold Note. Die Florentiner High End-Manufaktur reüssiert seit vielen Jahren mit einem breiten Premium-Portfolio, das vom Plattenspieler-System bis zum Lautsprecher reicht. Das Wort Manufaktur ist hierbei ernst zu nehmen: Die Komponenten entstehen durchweg in Handarbeit. Mittlerweile gehen die Italiener über den klassischen Gerätekanon hinaus, nun bieten sie mit dem Gold Note IS-1000 erstmals eine All-in-One-Lösung für das 21. Jahrhundert. Sie ist eine Komposition im wortwörtlichen Sinne des „Zusammenführens“: Gold Note setzt hier auf Features und technische Lösungen, die schon in den solitären High End-Komponenten der Manufaktur für noblen Klang sorgen, zu nennen sind der Vorverstärker P1000, die Endstufe PA-1175, der Streamer DS-1000 und die Phono-Stufe PH-10. Im Verbund ergibt das ein komplettes Kompaktsystem: Der Gold Note IS-1000 ermöglicht Streaming per LAN, WLAN und AirPlay, er wandelt die per Netzwerk oder über die digitalen Eingänge zugespielten Files mit dem bordeigenen DAC und amplifiziert sie schließlich mit einem potenten Verstärker, der auch analog zugespielte Musik von Line-Quellen oder einem Plattenspieler für die Schallwandlung aufbereitet. Die Kompaktanlage soll in allen Bereichen die Qualität bester Einzelkomponenten bieten, dabei beansprucht sie aber nur einen Bruchteil des Platzes – und braucht nur noch zwei Boxen, um spielfertig zu sein.

Edle Erscheinung: Das Wahrzeichen von Gold Note, der das Bucina-Horn blasende Krieger, ziert auch die Decke des IS-1000.

Noble Dezenz: das Design

So kompakt der Gold Note IS-1000 mit seinem 14 mal 43 mal 37 Zentimeter messenden Gehäuse ist: die geballte Technik steckt in einem massiven Mantel von immensem Gewicht. 18 Kilo zeigt die Waage an, kein Wunder: Die Platten des Korpus bestehen aus sechs Millimeter starkem Aluminium, die Stirnseite bringt es gar auf die doppelte Wandstärke. Die Belüftungsschlitze, die links und rechts die Decke und die Wangen des Amps schmücken, sind kunstvoll wie eine durchbrochene Arbeit aus dem Vollen gefräst, wie auch die beiden vertikalen Zier-Nuten auf der Front. Sie rahmen das Gold Note-Emblem, das wie eine eingelassene Goldmünze anmutet und einen Krieger der Antike zeigt, der das römische Bucina-Horn bläst. Dieses Signet finden wir auch in glatt-glänzendem Schwarz auf der Decke, hier sieht es durch den Kontrast zur matt-gebürsteten Oberfläche sehr dezent und deshalb richtig edel aus. Auch bei der Präsentation seiner Technik pflegt der Gold Note IS-1000 noble Zurückhaltung: Auf der Front finden wir zur Linken ein Display, das gut ablesbar Auskunft über den aktuellen Betriebszustand gibt, und zur Rechten einen Drehgeber. Das war’s. Ein Bedienelement für eine komplette Anlage? Fast – auf der Rückseite geht’s weiter, und hier offenbart der Gold Note IS-1000 seine wahre Vielseitigkeit.

Vollbedienung: Der Gold Note IS-1000 bietet eine satte Anzahl an analogen und digitalen Ein- und Ausgängen (hier bestückt mit Signal- und Stromkabeln der Marke O2A).

Schnittstellen und Anschlüsse satt: Die Ein- und Ausgänge

Der Gold Note IS-1000 zeigt sich rückseitig äußerst zugänglich. In der digitalen Sektion finden wir als physische Inputs drei optische und einen elektrischen S/PDIF-Input, eine USB Typ A-Buchse für einen USB-Stick oder eine externe Festplatte im FAT-/NTFS-Format sowie einen Ethernet-Port für das kabelgebundene Streaming via LAN. Für das strippenlose Streaming per WLAN finden wir eine Antennenbuchse, die klapp- und drehbare WLAN-Antenne gehört selbstredend zum Zubehör. Für Apple-Nutzer steht als Alternativ AirPlay zur Verfügung, so sind also Android- und iOS-Nutzer bestens bedient. Über die digitalen Eingänge akzeptiert der Gold Note IS-1000 HiRes-Files bis PCM 192 Kilohertz/ 24 Bit, zudem ermöglicht er auch das Abspielen von hochauflösenden DSD-Files bis DSD64 – prima, dass so die beiden wichtigen File-Formate abgedeckt sind! Auch das Streaming von Tidal, MQA via Tidal, Spotify, Deezer, Qobuz und Spotify ist in HiRes-Qualität möglich. Voraussetzung ist natürlich ein entsprechender kostenpflichtiger Account bei den jeweiligen Streaming-Diensten. Nun zur analogen Abteilung. Hier wird der audiophile Anspruch des Gold Note IS-1000 gleich mit seinem ersten Eingang untermauert: Ein symmetrischer Input, realisiert mit zwei XLR-Buchsen, bürgt dafür, dass das Signal in bestmöglicher Qualität von der Quelle zugespielt wird. Der Grund: Bei der Übertragung geht das Signal doppelt durch den Leiter, einmal original, einmal um 180 Grad phasengedreht. So lassen sich etwaige Störungen, die auf das Kabel einwirken und sich als Sirren oder Brummen bemerkbar machen, aufheben und somit auslöschen. Symmetrische Eingänge findet man meist nur bei hochwertigen Geräten und Profi-Komponenten. Im Studiobereich ist das längst der Standard. Wenn Ihr Zuspieler also einen symmetrischen Ausgang bietet, sollten Sie diese hochwertige Signalübertragungsvariante bevorzugen.

Leckerbissen der Analog-Sektion sind der symmetrische Line-In in XLR-Ausführung und der Phono-Eingang sowohl für MM- als auch MC-Plattenspieler. Zur Vermeidung von Einstreuungen besitzt er einen eigenen Erdungsanschluss.

Des Weiteren bietet der Gold Note IS-1000 zwei unsymmetrische Analog-Eingänge. Man kann sie als normale Line-Ins nutzen, sie lassen sich aber auch anders einsetzen: Der erste Cinch-Input kann als Phono-Eingang definiert werden, der Gold Note IS-1000 hat ja einen Phono-Vorstufe auf Basis des PH-10 an Bord – und dadurch kann er Signale sowohl von Moving Magnet-Systemen (MM) als auch von deutlich teureren Moving Coil-Systemen (MC) handhaben. Auch dies unterstreicht den hohen Anspruch dieses Geräts. Der zweite unsymmetrische Audio-Eingang lässt sich alternativ in einen AV-Modus versetzen. Dann kann man an diese Cinch-Buchsen einen Audio-/Video-Prozessor anschließen. Der Pegel des Eingangs ist dafür fix auf null Dezibel (also: Maximum) eingestellt, weil die Lautstärkeeinstellung über den Prozessor erfolgt. Nun zu den Ausgängen. Hier offeriert der Gold Note IS-1000 zwei unsymmtrische Line-Anschlüsse in Form von Cinch-Buchsen. Es handelt sich um einen variablen und einen im Pegel fixen Out, so kann man den Gold Note IS-1000 an ein Aufnahmegerät oder eine Endstufe anschließen. Ausgangsseitig folgen darauf die Lautsprecherklemmen, hier kann man ein Paar Boxen anschließen. Abseits der Ein- und Ausgänge finden wir auf der Rückseite noch eine Mini-USB-A-Buchse zum Aufspielen frischer Firmware und eine Link Sync Trigger-Buchse, um das Gerät mit anderen Komponenten zu synchronisieren. Zum Finale gibt es nun die vorhin versprochenen weiteren Bedienelemente: Zum einen entdecken wir eine WPS-Taste, mit diesem WiFi Protect Setup wird der Gold Note IS-1000 spielend leicht ins heimische WLAN integriert. Zum anderen ist da der Netzschalter, er verhilft dem Gold Note IS-1000 grundsätzlich zur Betriebsbereitschaft. Die Fähigkeit, den Verstärker aber aus seinem Schlaf zu holen oder ihn wieder in den Schlummer zu versetzten, besitzt allerdings wieder das Stellrad auf der Front.

Aufgeräumt: Die Stirnseite bietet ein Display und einen Drehgeber.

Audiophile Amplifizierung

Wir haben uns in diesem Test bislang darum gedrückt, den Gold Note IS-1000 einfach als Verstärker zu bezeichnen – wir haben ja gesehen, was dieses Gerät alles unter seiner Haube vereint. Gold Note selbst nennt ihn deshalb einen „Super Integrated Amp“. Trotz seiner Streaming- und Wandlungskünste ist die Kernkompetenz Gold Note IS-1000 aber doch die Amplifizierung. Auf den integrierten Class A-Phono-Verstärker sind wir ja schon eingegangen, zugunsten des allgemeinen Wohlklangs wirkt dann eine Class AB-Schaltung. Diese Verstärkungsweise vereint zwei Vorzüge: Den verzerrungsfreien, reinen Klang einer Class-A-Schaltung und den großen Wirkungsgrad einer Class-B-Schaltung. Deshalb gehört die Class-AB-Schaltung zu den beliebtesten und bewährtesten Verstärkerkonzepten. Im Gold Note IS-1000 wirkt eine Schaltung, die die Vorzüge des Vorverstärkers P1000 und der Endstufe PA-1175 vereint und eine Leistung von 250 Watt an vier Ohm erbringt – pro Kanal, versteht sich. An acht Ohm sind es immer noch satte 125 Watt. Für diese Power bedarf es einer entsprechend groß dimensionierten Stromversorgung. Wer durch die Lüftungsschlitze ins Innere des Gold Note IS-1000 blickt, erblickt linkerhand den üppig dimensionierten Ringkerntrafo. Er liefert eine weitere Antwort auf die Frage, warum dieses Gerät 18 Kilo auf die Waage bringt. Der Gold Note IS-1000 bietet aber nicht nur Kraft, sondern auch Köpfchen- und damit sind wir bei seinem Bedienkonzept.

Nur ein Knopf: Gold Note setzt auf „Single Knob Control“, der IS-1000 ist komplett über das dreh- und drückbare Stellrad bedienbar.

Bedienkomfort mit einem Knopf, …

Der Gold Note IS-1000 ist hinsichtlich der Bedienung überaus übersichtlich, weil Gold Note stolz das Single Knob Control-Prinzip vertritt: Das massive metallene Stellrad ist das einzige und einzig nötige Bedienelement auf der Front. Durch Drücken und Drehen dieses Knopfes gelangt man relativ schnell zu den verschiedenen Bedienoptionen und dann zu der Möglichkeit, den aktuellen Wert oder Zustand zu verändern. Zuallererst kommt die Quellenauswahl, dann folgen die Einstellmöglichkeiten, die für die Analog-Eingänge zur Verfügung stehen, also die Nutzung als Line, AV- oder Phono-Input, hier dann wahlweise für MM- und MC-Systeme. Hinzu kommen die selten gebrauchten Dämpfungsfaktor- und Booster-Optionen, die Balance-Regelung, die automatische Display-Abschaltung und – last but not least – die Lautstärkeregelung. Der Zugriff gelänge mit mehr Bedienelementen flotter, doch es hat schon einen gewissen Charme, mit nur einem Stellrad sämtliche Funktionen des integrierten Verstärkers nutzen zu können – ohne Hilfe der Fernbedienung. Die ist aber trotzdem keinesfalls überflüssig.

Die mitgelieferte Fernbedienung ist wie der IS-1000 aus gebürstetem Aluminium gefertigt.

… mit der Fernbedienung …

Für die Bedienung aus der Distanz liefert Gold Note einen außergewöhnlichen Ferngeber: Das Gehäuse besteht durch und durch aus Metall, dies führt zu einem üppigen Gewicht von 285 Gramm. Die Formgebung ist komplex und trotz diverser gerundeter Aussparungen ecken- und kantenreich, das erinnert ein wenig an den Schliff eines Edelsteins. Nach dem Staunen ob der kunstvollen Form kommt die Erkenntnis: Dies ist eine System-Fernbedienung, die verschiedenste Gold Note-Komponenten steuern kann. Dementsprechend sind etliche der Tasten für uns irrelevant, mit den andern kann man nun jede Funktion des Gold Note IS-1000 aufrufen. Gegenüber der Bedienung am Gerät gibt es einen großen Vorteil: Man hat nun einen sofortigen Zugriff auf die Lautstärke, auch wenn man gerade einen anderen Parameter verstellt. Mit dem Drehgeber am Gerät sind hierfür mitunter drei Bedienschritte nötig.

Die markante Formung wird von der Rückseite noch überboten.

… und per App für Musikstreaming

Wer seine Musikschätze als Files hortet – sei es auf der Festplatte des PC, der NAS im Netzwerk, der externen Festplatte oder dem USB-Stick – hat mehrere Möglichkeiten, die Files zu verwalten und abzuspielen: Zum einen gelingt die Steuerung über Roon. Der Gold Note IS-1000 ist ein Roon Ready-Netzwerkplayer und damit für die ausgezeichnete Roon-Musikverwaltungs-App qualifiziert. Als Benutzer braucht man allerdings einen bezahlpflichtigen Roon-Account. Kostenfrei geht es hingegen mit der App „mconnect“, die es für Android und iOS gibt. Des Weiteren funktionieren auch alle anderen Player auf Basis von UPnP (Universal Plug and Play), zum Beispiel Minim oder Bubble UPnP. Wir haben mconnect gewählt, weil dies die App ist, die von Gold Note in der sehr guten Bedienungsanleitung vorgestellt wird. Zur Kontrolle haben wir aber auch Bubble UPnP-App ausprobiert, so klappt es ebenfalls reibungslos. Über die App hat man Zugriff auf die lokalen Musikspeicher im eigenen Netzwerk, aber auch auf Songs, die man in einer Cloud gelagert hat. Für diesen Fall sind Dropbox- und OneDrive-Zugänge vorinstalliert. Darüber hinaus können wir in den Genuss mehrerer Musik-Streamingdienste kommen. Wir haben die Wahl zwischen Tidal, MQA via Tidal, Deezer, Qobuz, Spotify und Spotify Connect – samt und sonders sogar in Hi Res-Qualität. Dafür muss man allerdings einen bezahlpflichtigen Account besitzt, der diese Premium-Einstellung zulässt. Dann ist man aber ruck-zuck eingeloggt und mit dem umfassenden Musikangebot eingedeckt. Umfassend und kostenlos ist der ebenfalls schon eingerichtete Zugang zu vTuner: Dieser Dienst erlaubt die weltweite Suche nach Internet-Radiostationen von den Amerikanischen Jungferninseln bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Über seine Filter kann man die Suche auf einzelne Genres eingrenzen, aber auch auf deutsche Sender, lokale Stationen oder auf Anstalten, die mit hoher Qualität senden. Also: Musik satt – und die hören wir uns nun gleich nach dem Aufbau an.

Als App für das Streaming empfiehlt Gold Note mconnect. Die Bedienung ist einfach, der IS-1000 wird prompt mit allen Netzwerkinformationen wie der IP-Adresse angezeigt. Auch die verfügbaren Speicher und Online-Musikdienste sind schnell aufrufbar.

Aufbau und Einrichtung

Die Lüftungsschlitze des Gold Note IS-1000 deuten es schon an: Dieser Verstärker möchte ein wenig freien Platz um sich haben, um die warme Luft abführen zu können. Hierbei unterstützen ihn zwei Lüfter, die bei höherer Beanspruchung des Amps für Kühlung sorgen. Der Anschluss ist durch die übersichtliche Aufteilung der Anschlüsse leicht. Der Gold Note IS-1000 verdient eine standesgemäße Verkabelung, wir greifen deshalb durchgängig zu Leitern der Liechtensteiner High End-Manufaktur O2A, aus ihrer „Quintessence Sublim“-Serie stammen sowohl das Netzkabel als auch die Boxen- und Signal-Leitungen. Nach dem Einschalten des Gold Note IS-1000 hört man ein zweifaches, sattes „Klack“ – das ist der akustisch vernehmbare und beruhigende Nachweis, dass hier eine Einschaltverzögerung das unschöne Ploppen des Einschaltimpulses von den Boxen fernhält und für einen sanften, schallwandlerschonenden Start in die Hörsession sorgt. Nun integrieren wir noch den Gold Note IS-1000 in unserem WLAN, das gelingt durch Druck auf den WPS-Schalter sowohl am Verstärker als auch am Router. Abschließend laden wir die mconnect-App auf unser Tablet – und schon kann der Hörspaß beginnen.

Mit mconnect hat man prompten Zugriff auf die Files der Festplatte, aber auch auf die Musikdienste, hier zum Beispiel Tidal. Mit vTuner entdeckt man dann die Internet-Radiostationen der gesamten Welt.

So klingt der Gold Note IS-1000

Wir starten mit Files von unserer Festplatte. Der Jazz/Fusion-Gitarrist Pat Metheny hat auf dem Album „Kin“ mit seiner Unity Group ein Experiment gestartet: Kann man diese kleine Combo derart orchestrieren, dass eine Art Technicolor- oder IMAX-Version dieser Band entsteht? Der Gold Note IS-1000 präsentiert uns gleich mit dem Album-Opener „On Day One“ in 96 Kilohertz/24 Bit-Qualität das gelungene und faszinierende Ergebnis: Die fünfköpfige Gruppe steht mit großer Breite und toller Tiefe in unserem Hörraum. Die Unity Group klingt zugleich kompakt und ungemein voluminös, der dichte Sound ist hierbei herrlich transparent. Wir hören uns mit Leichtigkeit bis zum hinten positionierten Schlagzeug durch. Hier sitzt Antonio Sánchez, gleich im Intro lernen wir sein komplettes Schlagzeug kennen: Jede einzelnen Trommel, jedes Tom und besonders die voluminöse Bassdrum, das ganze Drum Kit ist plastisch für uns begreifbar, weil der Gold Note IS-1000 seine Arbeit mit immenser Klarheit verrichtet und zugleich die Kraft besitzt, ungemein sensibel und dabei höchst dynamisch zu agieren. Das gelingt auch bei der filigranen Beckenarbeit vom Ride über das Crash bis hin zur Hi-Hat. Gerade hier können wir miterleben, wie Sánchez seinen Anschlag variiert, wie sich dadurch die Klangfarbe des Metalls verändert, bis schließlich am Ende des Intros seine Becken ausklingen und wir dem Verebben der zarten Schwingungen bis zur absoluten Ruhe folgen. Durch den Gold Note IS-1000 sind wir regelrecht hellhörig! Das agile Spiel pflegen natürlich auch die Mitmusiker, die Nummer „On Day One“ ist rhythmisch und tonal hochkomplex, gerade in den Soloparts von Gitarre und Saxophon wird es mitunter sehr lebhaft. Mit dem Gold Note IS-1000 klingt es aber niemals hektisch, sondern immer strukturiert. Diese Ruhe und Natürlichkeit in der Wiedergabe zeichnet eine exzellente Audiokomponente aus.

Für iPad- und iPhone-Besitzer bietet der IS-1000 AirPlay als Übertragungsweg an. Überdies ist mit entsprechendem Account auch das Streamen via Spotify Connect möglich.

Wechseln wir vom Stream zum Vinyl. Als Zuspieler steht uns der Avid Sequel SP zur Verfügung, als Platte legen wir Tom Pettys „Highway Companion“ auf – und gleich der Seite Eins-Song „Saving Grace“ fesselt uns: Was für eine crispe Crunch-Gitarre! Petty stoppt jeden Anschlag der Saiten umgehend mit dem Handballen seiner rechten Hand ab, und dieses typische Palm Mute-Geräusch besitzt eine derartige Präsenz, dass wir sofort den Kopf in die Mitte richten, auf einen Punkt etwa ein Meter vor den Boxen – hier scheint Petty mit seiner Gitarre leibhaftig zu stehen, eine herrliche gelungene plastische Illusion! Nicht weniger fesselnd ist die Wiedergabe seines Gesang: Pettys Organ war nie schön, aber immer charismatisch, und da er direkt vor uns steht und sich an uns wendet, folgen wir seinem erzählten amerikanischen Road-Trip auf der Suche nach Erlösung. Schon die bald folgenden Handclaps hinten rechts eröffnen wunderbar die räumliche Tiefe dieser Produktion – aber richtig baff sind wir beim Einsatz der kompletten Band: Was für ein Druck vom Schlagzeug, was für ein Schub vom Bass! Plötzlich hat der gerade noch so staubtrockene Track eine fantastische Fülle und Opulenz! Auch bei hoher Lautstärke bleibt der Klang natürlich-unangestrengt und die Abbildung realistisch – wow! Hier leisten der Plattenspieler und die Phonostufe des Gold Note IS-1000 exzellente Arbeit!

Massives Metall: Das Gehäuse besteht aus gebürstetem Aluminium. Die Lüftungsschlitze sind kunstvoll herausgefräst.

Wir wechseln nun zum elektrischen S/PDIF-Eingang und wählen unser beliebtes „Morph The Cat“ von Donald Fagen. Die Produktion ist wegen ihrer gesamten Qualität, insbesondere aber wegen der voluminösen Bassgitarre legendär. Wir testen mit ihr, ob durch die Booster- und Damping Factor-Funktionen des Gold Note IS-1000 noch mehr herauszukitzeln ist. Mit den Canton Vento 890.2 DC haben wir durchaus verstärkerleistungsbejahende Boxen angeschlossen, und mit der Booster-Zuschaltung gewinnt die Wiedergabe tatsächlich ein kleines Quantum an Kraft im Bass, während die Veränderung des Dämpfungsfaktors von „High“ auf „Low“ überraschenderweise ohne wahrnehmbare Wirkung bleibt. Genau anders herum verhält es sich, als wir mit den MRM-1 von Mirage nun zur Abwechslung kleine Monitore anklemmen. Der Gold Note IS-1000 liefert auch mit ihnen einen herausragend klaren und voluminösen Klang. Die Booster-Aktivierung bewirkt hier keine signifikante Änderung, während die Damping Factor-Absenkung auf „Low“ zu einem geringfügig freier agierenden Bass führt. Das ist aber eine subtile Nuance, die am grundlegenden Klang des Gold Note IS-1000 nichts ändert – der ist schlicht überragend.

Der Gold Note IS-1000 ist dank seines dezenten Designs und mit seinen kompakten Maßen eine wohnraumfreundliche All-in-One-Lösung. Wer will, erweitert sie nach Belieben – etwa um einen Plattenspieler.

Fazit

Gold Note ist es mit dem IS-1000 gelungen, quasi vier Gerät in eines zu packen und damit eine All-in-One-Lösung auf High End-Niveau zu kreieren: Sie bietet verstärkerseitig einen Phono-Preamp, eine Vorstufe und einen Leistungsverstärker, streamingseitig punktet der IS-1000 mit seiner Streamer/DAC-Sektion durch LAN und WLAN sowie AirPlay, als physikalische Eingänge bietet er zudem fünf weitere digitale Inputs und drei analoge Eingänge, von denen einer sogar symmetrisch ist. Damit erweist sich der Gold Note IS-1000 als komplette Kompaktanlage des 21. Jahrhunderts, die nur noch ins heimische Netzwerk integriert und an Boxen angeschlossen werden braucht. So kommt man in wenigen Minuten zum Musikgenuss – der kann allerdings etliche Jahre währen, denn das Klangvermögen des Gold Note IS-1000 ist überragend.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94 %

90 %

94 %

180321.Gold Note-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Gold Note
IS-1000
Produktkategorie:Vollverstärker / Netzwerk-Streamer
Preis:4.200,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz (gebürstetes Aluminium)
- Silber (gebürstetes Aluminium)
Vertrieb:World of Highend, Lambach
Tel.: +43 699 19696164
http://www.goldnote.de
Abmessungen (HxBxT):135 x 430 x 375 mm
Gewicht:18 kg
Eingänge (analog):1 x Line symmetrisch (XLR)
1 x Line oder Phono (MM und MC) unsymmetrisch (Cinch)
1 x Line oder AV unsymmetrisch (Cinch)
Eingänge (digital):1 x LAN (Ethernet, RJ45)
1 x WLAN
1 x elektrisch (Cinch, koaxial, SPDIF)
3 x optisch (TOSLink, SPDIF)
1 x USB-A (für USB-Stick oder externe Festplatte im FAT- / NTFS-Format)
1 x Mini-USB-A (nur für Firmware-Updates)
Ausgänge (analog):1 x Line fix (Cinch)
1 x Line variabel (Cinch)
1 x Lautsprecher
1 x Link Sync Trigger
Unterstützte Audio-Dateiformate:- PCM bis 192 kHz / 24 bit
- DSD bis DSD64 (nativ und über DoP)
- WAV, FLAC, AIFF (.aif, .aiff, .aifc), MP3, WmA (Windows media Audio 9), WAX (Windows media audio metafiles), ASX (Advanced Stream Redirector), MPEG-4 (Advanced Audio coding File: aac, m4a inklusive Apple lossless)
Maximale Samplingrate/
Auflösung
- PCM 192 kHz / 24 bit
- DSD64 (nativ und über DoP)
Leistung:120 W/180 W (8 Ohm/4 Ohm)
(Herstellerangaben)
Lieferumfang:- Gold Note IS-1000
- Antenne
- Fernbedienung
- Netzkabel
- Ethernetkabel (1 m)
- Bedienungsanleitung (Englisch)
Besonderheiten:- exzellenter Klang
- ausgezeichnete Verarbeitung
- Streaming per LAN oder WLAN mit AirPlay oder UPnP sowie DLNA
- Integration von Roon Labs (Roon Ready) und Spotify Connect
- HiRes-Streaming der Dienste Tidal, MQA via Tidal, Spotify, Deezer, Qobuz und Spotify
- Zugang zu Internet-Radiostationen über vTuner
- Phonoverstärker für MM- und MC-Systeme
- symmetrischer Analog-Eingang
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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