lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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Mit der Ceterra 70R Black Edition präsentiert Inklang einen Ausnahme-Schallwandler in jeder Beziehung: Der einzigartige Referenzlautsprecher lässt mit seinem So-und-nicht-anders-Design das Customizing-Konzept der Manufaktur hinter sich, ist in der ebenso edlen wie exklusiven Black Edition auf rare 30 Paare limitiert – und hebt mit komplett neuen Treibern und erstmaliger 3,5-Wege-Topologie Inklangs exzellentes Klang-Niveau auf High End-Level. Wie das frische Flaggschiff den audiophilen Anspruch erfüllt, zeigt unser Test.

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition glänzt mit edel-dezentem Design und schlanker Formgebung.

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition glänzt mit edel-dezentem Design und schlanker Formgebung.

Alles anders? Keinesfalls: Auch wenn Inklang mit der Ceterra 70R Black Edition einen mit Novitäten gespickten Leuchtturm-Lautsprecher präsentiert, ist die grundsätzliche Design-DNA glücklicherweise erhalten geblieben. Auch das neue Flaggschiff ist durch die schlank-aufragende Erscheinung mit perfekten Proportionen, dem ruhig-reduzierten, zeitlos-dezenten Design samt charakteristischer umlaufender Fase und dem superben Lack-Finish auf den ersten Blick als Schallwandler der Hamburger Manufaktur erkennbar. Mit diesem attraktiven Auftritt hat uns Inklang bereits bei den Modellen der früheren AdvancedLine-Serie AdvancedLine-Serie, etwa der 17.5, beeindruckt ebenso bei den Vertretern der aktuellen Ayers-Serie wie der Ayers Five. Bei der Ceterra ist diese Erscheinung abermals veredelt: Die Rückseite ist in herrlich gemasertem Walnussholz realisiert. Diese geölte Echtholz-Verkleidung erstreckt sich bis in den Bereich der Wangen, die hin zur Rückseite eine anmutige Aussparung aufweisen.

Gelungenes Design: In der frontale Ansicht kommt vor allem das sanft schimmernde Satin-Finish zur Geltung, erst in der Seitenansicht offenbart sich die herrliche Holz-Optik.

Gelungenes Design: In der frontale Ansicht kommt vor allem das sanft schimmernde Satin-Finish zur Geltung, erst in der Seitenansicht offenbart sich die herrliche Holz-Optik.

Luxuröse Aura

So wirkt das aparte Holz-Areal, als wäre es in den lackierten Hauptkorpus hineingeschoben. Dieses General-Gehäuse kontrastiert das helle Holz mit seiner dunklen Lackierung in Satin-Schwarz. Der in fünf Schichten perfekt applizierte Lack sorgt mit seinem sanften Schimmern für eine luxuröse Aura. Das Finish fühlt sich beim Darüberstreichen perfekt glatt an. Das geölte Holz hingegen bietet eine angenehme haptische Rauheit. Diese Naturbelassenheit schwingt auch im Namen des Lautsprechers mIt: „Ceterra“, so Inklang-Chef Thomas Carstensen, leite sich von Centrum und Terra ab – das Zentrum, die Erde, der Ursprung. Der Name stehe für die Grundidee, Klang auf eine solide, elementare Basis zu stellen. Diesen Bezug deutet die Ceterra clever auch frontseitig an: Die Phase-Plugs sämtlicher Konus-Chassis sind ebenfalls in Walnussholz realisiert. So geht exzellentes, stimmiges Design – und so gelingt der Ceterra ein Paradox: Sie ist ein dezenter Hingucker.

Die Ceterra 70R Black Edition punktet mit ihrem edlen, in dunklem Anthrazit gehaltenen Satin-Finish und der in geöltem, herrlich gemasertem Walnussholz realisierten Rückseite. Sie reicht dank der seitlichen Aussparungen bis in die Wangen hinein.

Die Ceterra 70R Black Edition punktet mit ihrem edlen, in dunklem Anthrazit gehaltenen Satin-Finish und der in geöltem, herrlich gemasertem Walnussholz realisierten Rückseite. Sie reicht dank der seitlichen Aussparungen bis in die Wangen hinein.

Wandel des Wesenskerns

Das stimmige Design erklärt, warum diese auf 30 Paare limitierte Black Edition nur in dieser einen Version gebaut wird. Inklang kassiert in diesem Spezial-Fall also das Customizing-Konzept. Mit ihm bietet die Manufaktur dem Kunden sonst die Möglichkeit, seinen Lautsprecher nach eigenen Vorlieben zu gestalten. Obwohl: Inklang hat bereits angekündigt, dass diesem Ausnahmelautsprecher später zwei reguläre Ceterra-Modelle folgen werden – mit der Flaggschiff-Technik und wohl auch mit der gewohnten Möglichkeit, den Lautsprecher durch eine Auswahl der Farbgebung, der Oberflächenbeschaffenheit und weiterer Design-Items zu individualisieren. Zurück zur Andersartigkeit der Ceterra: Sie reicht abseits aller Äußerlichkeiten bis in den Wesenskern. Der Korpus, für den Inklang bis dato immer MDF verwendet hat, besteht nun aus HDF. Die mechanischen und akustischen Vorteile der hochdichten Faserplatte hatten sich während Entwicklung der Ceterra offenbart: größere Robustheit, bessere Bearbeitbarkeit und Lackierbarkeit, weniger Gehäuseresonanzen, präzisere Tieftonwiedergabe, insgesamt eine klarere Wiedergabe.

Mit der umlaufenden Fase und dem sanft gerundeten Übergang von der Schallwand zur Oberseite ist die Ceterra 70R Black Edition sofort als Inklang-Lautsprecher erkennbar.

Mit der umlaufenden Fase und dem sanft gerundeten Übergang von der Schallwand zur Oberseite ist die Ceterra 70R Black Edition sofort als Inklang-Lautsprecher erkennbar.

Schwebende Eleganz

Schwebende Eleganz
Wegen dieser Vorteile fertigt Inklang mittlerweile auch alle Modelle der Ayers-Serie aus HDF. Bei der Ceterra ist er jedoch extramassiv: Der Korpus des Flaggschiffs besitzt zu allen Seiten eine Wandstärke von imposanten 38 Millimetern. So bringt diese elegante Klangsäule, die 117 Zentimeter aufragt, 20 Zentimeter schlank ist und sich 45 Zentimeter in die Tiefe erstreckt, wuchtige 37 Kilo auf die Waage. Das hohe Gewicht befördern auch die innseitigen Verstrebungen und die separaten Kammern für den Tweeter, die Mitteltöner und die Frequenzweiche. Sie erhöhen abermals die Stabilität und die Vibrationsresistenz des Gehäuses – und damit die klangliche Neutralität und Ruhe der Performance. Hierzu trägt auch die Lagerung des Gehäuses auf einem separaten Sockel bei. Der aus massivem Aluminium gefräste, schwarze eloxierte Bügel sorgt über Spikes für eine definierte Ankopplung an den Boden, bürgt zudem für sicheren, kippelfreien Stand – und lässt die Ceterra scheinbar schweben.

Im Hochton setzt Inklang erstmals auf einen Ring-Radiator. Er ermöglicht ein Schallwandlung bis hin zu stratosphärisch hohen 40 Kilohertz.

Im Hochton setzt Inklang erstmals auf einen Ring-Radiator. Er ermöglicht ein Schallwandlung bis hin zu stratosphärisch hohen 40 Kilohertz.

Exzellenter Radiator im Hochton

Ist das Design der Ceterra eine Weiterentwicklung der Inklang-DNA, so geht die Manufaktur bei den Treibern völlig neue Wege. Im Hochton setzt Inklang erstmals auf einen Ring-Radiator: Seine Membran ist nicht nur am äußeren Rand fixiert, sondern auch im Zentrum. Die somit ringförmige Schwingfläche ermöglicht die Schallwandlung sehr hohe Frequenzen mit großer Impuls- und Detailtreue bei extrem geringen Verzerrungen. Inklang wählt hierfür ein exzellentes Modell des dänischen Spezialisten Scan Speak: Es ist eine modifizierte Version des berühmten Illuminator-Radiators. Dies verrät der charakteristische Metall-Kegel in der Membran-Mitte. Hier soll der patentierte Phase Plug störenden Interferenzen vorbeugen. Hinter der Membran sorgt der ebenfalls patentierte Symmetrical Drive SD-2, der vor allem auf eine Senkung und eine symmetrische Wirkung der Schwingspulen-Induktivität abzielt, für einen hochgradig linearen, starken und schnellen Antrieb mit minimierten Verzerrungen. So wandelt dieser Ringradiator bis hin zu extrem hohen 40 Kilohertz.

Premium-Duo im Mittelton

Im Mittel- und Tiefton-Bereich ist ebenfalls alles anders. Kommen bei der Ayers-Serie Schallwandler von Wavecor zum Zug, so setzt Inklang hier auf Edel-Chassis von SEAS. Sie stammen aus der Excel Custom-Serie, die wegen der extrem geringen Verzerrungen und dem sauberen Abstrahlverhalten einen ausgezeichneten Ruf genießen. Im Mittelton agieren zwei für Inklang individualisierte Zwölf-Zentimeter-Treiber mit Aluminium-Membran. Dieses Material bürgt für große Steifigkeit bei geringem Gewicht und damit für hohe Präzision. Alu ist aber in puncto Resonanzen etwas knifflig. Deshalb sorgt eine spezielle Formgebung des Konus dafür, das diese Resonanzfrequenzen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Mitteltöner liegen. Das Magnetsystem der Chassis wurde mithilfe der Finite-Elemente-Analyse optimiert, um Verzerrungen zu minimieren und eine lineare Arbeit des Antriebs selbst bei großem Hub zu befördern. Dafür ist auch die Schwingspule mit langen Kupferwicklung und einem Wirbelstrom-resistenten, hochbelastbar-formstabilen Schwingspulen-Träger aus Titan ausgelegt.

Einer der beiden Mitteltöner: Hier kommen Zwölf-Zentimeter-Kalotten mit einer Membran aus Aluminium zum Zuge.

Einer der beiden Mitteltöner: Hier kommen Zwölf-Zentimeter-Kalotten mit einer Membran aus Aluminium zum Zuge.

Top-Team im Tiefton

Auch die beiden Tieftöner, die bei 200 Hertz übernehmen, sind für Inklang individualisierte Chassis aus SEAS‘ Excel Custom-Line. Sie agieren mit der gleichen resonanzoptimierten Aluminium-Membran und demselben kraftvoll-präzisen Antrieb. Die Woofer haben einen Durchmesser von 19 Zentimeter. Das ergibt eine große resultierende Schwingfläche für einen tiefreichend-kraftvollen Bass. Vorteilhaft ist auch eine große Auslenkfähigkeit. Zur Hub-Potenz des Antriebs gesellt sich deshalb eine bewegliche und robuste Aufhängung. Die Woofer sind mit auffällig wulstigen, weich-flexiblen Gummisicken ausgestattet. Sie besitzen eine ebenso auffällige radiale Verstärkung. Dies garantiert, dass die Membran selbst bei großen Hüben kontrolliert-flatterfrei schwingt. Das Woofer-Duo arbeiten auf ein großes Gehäusevolumen – das ist die dritte Bass-Bedingung. Um den Tiefton abermals zu kräftigen und somit den Souveränitäts-Anspruch zu erfüllen, den man an einen Referenzlautsprecher stellt, ist die Ceterra mit einer großdimensionierten Bassreflex-Abstimmung versehen. So spielt sie runter bis 30 Hertz.

Der untere der beiden Tieftöner: Sie sind, wie die Mitteltöner, als Aluminium-Konus ausgelegt, durchmessen aber 19 Zentimeter. Die große Sicke mit der radialen Versteifung ermöglicht ein weites und zugleich kontrolliertes Auslenken.

Der untere der beiden Tieftöner: Sie sind, wie die Mitteltöner, als Aluminium-Konus ausgelegt, durchmessen aber 19 Zentimeter. Die große Sicke mit der radialen Versteifung ermöglicht ein weites und zugleich kontrolliertes Auslenken.

Alla D’Appolito – mit Abstimmungs-Kniff

Alle fünf Chassis sind nun auf der Ceterra-Front symmetrisch in einer Linie positioniert. Das ist eine Anlehnung an die sogenannte „D’Appolito“-Konfiguration: Diese Treiberanordnung bezieht sich eigentlich auf einen zentralen Tweeter mit zwei ihn umgebende, parallel betriebene Mitteltieftöner. Diese Konfiguration sorgt für eine gerichtete Abstrahlung mit weniger Schallreflexionen von Decke und Boden. Das ist erwünscht, weil diese Schallanteile den Klang stark verfälschen und verunklaren. Leider erzeugt die D’Appoilto-Anordung jenseits der Hauptstrahlrichtung auch sogenannte „Nebenkeulen“. Sie bewirken eine Mitten-Überbetonung und eine Höhen-Dämpfung. Dies hat Inklang mit einem cleveren Kniff abgestellt: Nur der obere Mitteltöner spielt rauf bis 2.400 Hertz, wo der Tweeter übernimmt. Der untere Mitteltöner hingegen steigt bereits bei 2.200 Hertz aus. Dadurch sei die unerwünschte Mitten-Betonung fast gänzlich verschwunden. Aufgrund dieser Abstimmung weist Inklang die Ceterra mit 3,5 Wegen aus, obwohl es sich eigentlich um eine Drei-Wege-Konstruktion handelt.

Die symmetrische Anordnung der Treiber ist an die d'Appolito-Konfiguration angelehnt. Zugunsten der neutralen Wiedergabe spielt der untere Mitteltöner nicht ganz so weit hinauf wie der obere. Deshalb weist Inklang diesen Drei-Wege-Lautsprecher mit 3,5 Wegen aus.

Die symmetrische Anordnung der Treiber ist an die d’Appolito-Konfiguration angelehnt. Zugunsten der neutralen Wiedergabe spielt der untere Mitteltöner nicht ganz so weit hinauf wie der obere. Deshalb weist Inklang diesen Drei-Wege-Lautsprecher mit 3,5 Wegen aus.

Aufwändige Weiche mit Klanganpassung

Die Aufteilung der Frequenzbereiche übernimmt eine aufwändig gestaltete Weiche. Sie ist zugunsten einer unbeeinträchtigten Arbeit in einer separaten Kammer untergebracht und hier auf zwei getrennt Platinen aufgeteilt, die jeweils mit besten Bauteilen bestückt sind. So entdecken wir Präzisions-Widerstände, audiophile Z-Cap-Folienkondensatoren von Jantzen Audio oder preisintensive Backlack-Spulen: Durch Erhitzung wird die Isolation der Leitungsdrähte quasi verschmolzen, sodass ein fester Block entsteht und die gewickelten Windungen immun gegen klangverschlechternde Vibrationen sind. Diese Weiche sitzt im Bereich des Anschluss-Terminals, das mit vier hochwertigen Klemmen Bi-Wiring oder Bi-Amping ermöglicht. Darüber positioniert entdecken wir eine ebenso edel realisierte Klanganpassungsmöglichkeit: Durch Umsetzen von vergoldeten Brücken kann der Pegel des Mitteltons um ein Dezibel abgesenkt werden und der Hochton im Pegel um ein Dezibel gesteigert oder vermindert werden. So ist die Ceterra in dezentem Maß an den eigenen Hörgeschmack oder an das Ambiente anpassbar.

Das Terminal ist mit vier vergoldeten Klemmen ausgestattet und ermöglicht somit Bi-Wiring und BI-Amping. Für den Betrieb mit einem Verstärker und einem Lautsprecherkabel liefert Inklang hochwertige Kabelbrücken mit. Darüber ist schon ein Teil der Klanganpassung zu sehen: Die Mitten können durch Umsetzen der goldenen Bücke um ein Dezibel abgesenkt werden.

Das Terminal ist mit vier vergoldeten Klemmen ausgestattet und ermöglicht somit Bi-Wiring und BI-Amping. Für den Betrieb mit einem Verstärker und einem Lautsprecherkabel liefert Inklang hochwertige Kabelbrücken mit. Darüber ist schon ein Teil der Klanganpassung zu sehen: Die Mitten können durch Umsetzen der goldenen Bücke um ein Dezibel abgesenkt werden.

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition in der Praxis

Nun sind wir gespannt, wie die Ceterra klingt. Im Hörraum starten wir mit unserer Standard-Positionierung: Die Lautsprecher stehen sanft eingewinkelt 2,20 Meter voneinander und 45 Zentimeter von der Wand entfernt und haben zum Hörplatz eine Distanz von 2,40 Metern. So hören wir zur Optimierung der Aufstellung den superb produzierten Song „Kiss In Blue“ von Yello – und sind direkt baff: Die Ceterra liefert schon bei sehr gemäßigter Zimmerlautstärke einen imposanten Bass. Das erfahren wir gleich mit der Synthesizer-Bassfigur, die den Song eröffnet: Melodisch geht’s erst einen Ton nach oben, dann eine Oktave nach unten – und dieses abgrundtiefe H der Subkontra-Oktave hat eine beeindruckende Mächtigkeit, die eines Flaggschiffs würdig ist. In puncto Definition lässt sich aber noch mehr rausholen: Wir rücken die Lautsprecher etliche Zentimeter weiter in den Raum, folgen damit der Inklang-Empfehlung zugunsten einer eher freistehenden Platzierung …

Mit ihrem Design fügt sich die Inklang Ceterra 70R Black Edition mühelos in das Ambiente ein. Für den optimalen Einsatz empfiehlt sich ein eher großzügiger Wandabstand.

Mit ihrem Design fügt sich die Inklang Ceterra 70R Black Edition mühelos in das Ambiente ein. Für den optimalen Einsatz empfiehlt sich ein eher großzügiger Wandabstand.

Flaggschiff-würdiger Bass

… und so liefert die Ceterra einen exzellent konturierten, kraftvollen und tiefreichenden Bass. Der gelingt, wie gesagt, auch schon bei geringen Pegeln. Hier liefert die Ceterra im Ganzen bereits ein komplettes Klangbild, das absolut rund ist. Diese Lautsprecher eignen sich also bestens, um Musik auch leise zu genießen. Das erleben wir bei unserem 420 Watt erbringenden Hegel H360 und dem 150 Watt liefernden Luxmann L-505Z, aber ebenso beim Unitra WSH-805, der bei der Umschaltung auf einen reinen Class-A-Betrieb in der Leistung auf 16 Watt gedrosselt ist. Die Ceterra kommt also auch prima mit kleinen Amps klar. Als Leuchtturm-Lautsprecher soll sie aber natürlich auch auf hohem Pegel beeindrucken – und das gelingt ihr mit Bravour: Wieder am Luxman angeschlossen liefert die Ceterra auch bei stetig gesteigerter Lautstärke das klare Klangbild mit wunderbarer Konstanz.

Klarheit, Transparenz und Auflösungsfähigkeit

Diese Klarheit verdankt sich zuallererst dem Bass: Er füllt mühelos den Raum, wir spüren seinen Druck und seine Kraft auch physisch am Körper. Trotzdem bleibt der Tiefton auch bei hohen Lautstärken absolut definiert. Dank dieses sauberen Frequenzkellers klingt das gesamte Klanggeschehen, das sich auf diesem Fundament abspielt, wunderbar aufgeräumt. Das stellen wir gleich mit dem Synthesizer-Soundeffekt fest, der im Intro wie akustisch glitzernder Sternenstaub von links nach rechts schwebt: Dieses ungemein feine Funkeln kann sich trotz des machtvollen Basses völlig frei entfalten. Hier kommen wir erstmals in den Genuss der herrlichen Klarheit, Transparenz und Auflösungsfähigkeit dieses Lautsprechers. Das ist noch beeindruckender beim nachfolgenden Gitarren-Einsatz zu hören: Die abgestoppten, silbrigen Akkorde kommen von einer Fender Stratocaster, die Ceterra lässt uns diesen typischen Klangcharakter mit Leichtigkeit erkennen. Ebenso klar ist das Metall der Saiten zu hören. Wir können den Glanz des Stahls förmlich sehen.

Der Sockel sorgt für die Standfestigkeit und lässt den Korpus scheinbar schweben. Bei diesem Vorab-Versionist der Lautsprecher noch mit Rändelfüßen versehen, das reguläre Modell ist mit Spikes samt Untertellern ausgestattet.

Der Sockel sorgt für die Standfestigkeit und lässt den Korpus scheinbar schweben. Bei diesem Vorab-Versionist der Lautsprecher noch mit Rändelfüßen versehen, das reguläre Modell ist mit Spikes samt Untertellern ausgestattet.

Räumliche Imaginationskraft

Dabei sind auch die Saitenanschläge samt der Abstopper mit wunderbarer Deutlichkeit und auch Dynamik zu hören – bis hin zu den Ghost Notes: Dies sind gedämpft gespielte Anschläge, die als Töne nicht zu hören sein sollen, aber aufgrund ihrer Perkussivität dem Gitarrenspiel erst so richtig Lebendigkeit verleihen. Diesen geheimen Kunstgriff offenbart die Ceterra – und lässt so die Gitarre vital und real wirken. Durch die abgestoppten Töne und die Ghost Notes nehmen wir auch den Hall-Effekt wahr, der der Gitarre unterlegt ist: Die Echos wandern so wirkungsstark von links nach rechts und wieder zurück, dass wir uns sofort in eine mittelgroße Kathedrale versetzt fühlen. Die Ceterra lässt uns bis in allen Feinheiten diese Schallreflexionen vernehmen, durch die unsere Ohren die Größe eines Raumes erkennen, und präsentiert uns die Weiträumigkeit mit einer derartigen Imaginationskraft, dass unser reales Zimmer mit seinen Wandbegrenzungen gegenstandslos geworden ist. Wow!

Präzise Fulminanz

Zur Lebendigkeit trägt ebenso die exzellente Dynamik bei: Der Schlagzeugpart ist derart präzise, dass die feinen Lautstärkeschwankungen nur über hochwertige Lautsprecher erkennbar sind. Der Ceterra gelingt auch das mühelos. Hier genießen wir abermals die wunderbar detailreiche Wiedergabe, etwa bei den Hi-Hat-Doppelbecken, bei denen wir das typische Ticken hören, wenn sie geschlossen sind, und das charakteristische Zischen, wenn sie zwischenzeitlich geöffnet werden. Richtig lebhaft wird’s dann durch den Percussion-Einsatz: Beat Ashs rasante Wirbel auf der Conga sind herrlich knackig, wir hören jeden Handschlag auf die Felle mit präziser Fulminanz. Gerade diese Percussion geben dem entspannten Groove des Songs mehr Quirligkeit und sorgen zugleich für einen noch größeren Fluss der Musik. Dieser Flow gelingt auch deshalb, weil die gesamte Wiedergabe der Ceterra wunderbar stimmig ist. Untrügliche Zeichen dafür sind, wenn man unwillkürlich mitwippt und selbst bei hohen Pegeln glaubt, gar nicht so laut zu hören.

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition in der Vorder- und Rückansicht: Die rückseitige Holzoptik wird frontseitig durch die ebenfalls in Walnuss gehaltenen Phase Plugs der vier Konus-Chassis aufgegriffen.

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition in der Vorder- und Rückansicht: Die rückseitige Holzoptik wird frontseitig durch die ebenfalls in Walnuss gehaltenen Phase Plugs der vier Konus-Chassis aufgegriffen.

Physische Präsenz

Zur Lebendigkeit trägt ebenso die exzellente Dynamik bei: Der Schlagzeugpart ist derart präzise, dass die feinen Lautstärkeschwankungen nur über hochwertige Lautsprecher erkennbar sind. Der Ceterra gelingt auch das mühelos. Hier genießen wir abermals die wunderbar detailreiche Wiedergabe, etwa bei den Hi-Hat-Doppelbecken, bei denen wir das typische Ticken hören, wenn sie geschlossen sind, und das charakteristische Zischen, wenn sie zwischenzeitlich geöffnet werden. Richtig lebhaft wird’s dann durch den Percussion-Einsatz: Beat Ashs rasante Wirbel auf der Conga sind herrlich knackig, wir hören jeden Handschlag auf die Felle mit präziser Fulminanz. Gerade diese Percussion geben dem entspannten Groove des Songs mehr Quirligkeit und sorgen zugleich für einen noch größeren Fluss der Musik. Dieser Flow gelingt auch deshalb, weil die gesamte Wiedergabe der Ceterra wunderbar stimmig ist. Untrügliche Zeichen dafür sind, wenn man unwillkürlich mitwippt und selbst bei hohen Pegeln glaubt, gar nicht so laut zu hören.

Stimmige Klangkultur

All diese Meriten erleben wir auch anderen Musikstücken. Bei Donald Fagens „Security Joan“ bestaunen wir die famose Aufgeräumtheit und Durchhörbarkeit:Hier wirken 14 Musikern mit, doch trotz des dichten musikalischen Satzes ist jeder noch so komplexe Akkord von den Keyboards, den Gitarren, dem Bläsersatz und dem Background-Chor heraushörbar – mit jedem Ton und selbst in den kniffligen Mittelstimmen. So können wir Fagens coole Akkord-Fortschreitungen nachvollziehen. Dieses Verstehen der Musik erhöht den Hörgenuss ungemein! Hierbei fällt uns abermals die Natürlichkeit der Wiedergabe auf: Die Ceterra vermeidet jegliche Überbetonungen. Mit ihrer stimmig-runden Performance agiert sie dezenter als die Ayers-Modelle von Inklang, aber keinesfalls nüchtern-unterkühlt, sondern herrlich kultiviert. Wer möchte, kann mit den Klangtuning-Optionen ja in den Höhen und Mitten eine leichte Veränderung bewirken. Wir haben beides ausprobiert: Letztlich kehren wir doch zur neutralen Abstimmung zurück, weil die Ceterra so am stimmigsten spielt.

Die Klanganpassung ist auch für den Hochton möglich: Hier ist sowohl eine Absenkung als auch eine Anhebung um ein Dezibel möglich.

Die Klanganpassung ist auch für den Hochton möglich: Hier ist sowohl eine Absenkung als auch eine Anhebung um ein Dezibel möglich.

Famose 3D-Fähigkeit

Im Lauf der Hörsession fällt uns auch immer wieder die phantastische Räumlichkeitsabbildung auf. Bei Fagens „Security Joan“ gelingt die Platzierung trotz des schwierigen Musiker-Großaufgebots großartig: Hier gibt es kein platznötiges Gedränge, jeder der 14 Sänger und Instrumentalist kann sich im Aufnahmestudio entfalten. Diese famose 3D-Fähigkeit und Weiträumigkeit beweist die Ceterra auch im großorchestralen Maßstab. Joyce DiDonato singt die Arie „Io vi rivedo alfin“ aus Donizettis „Maria Stuarda“ – im Verbund mit dem Chor und dem Orchester der Lyoner Oper. Wir sitzen ab Sekunde eins im dortigen Festspielhaus: Dessen Raumakustik ist durch die Aufnahmemikrofone eingefangen worden – und die Ceterra gibt sie frei. Das nun eröffnende Orchester erleben wir als herrlich in der Breite wie in der Tiefe gestaffelten Klangkörper: Wir können jede Instrumentengruppe verorten, hören den Bogenstrich der vorne sitzenden Geiger bis hin zu den rechts postierten Kontrabässen.

Wie-echt-Gefühl

Nun setzt Joyce DiDonato ein: Als verurteilte Maria Stuart nimmt sie Abschied von ihrem Leben und ihren Lieben, die hinter ihr als Chor aufgereiht antworten. Die Weiträumigkeit, mit der die Ceterra auch hier die Staffelung von Orchester, Sängerverbund und Solistin auf die Bühne zaubert, ist grandios. Dank der exzellenten Durchhörbarkeit registrieren wir hier sogar kleinste Bewegungsgeräusche der Musiker. Wieder erleben wir dieses Wie-echt-Gefühl, weil auch hier die Abbildung so körperhaft und glaubhaft gelingt. Insbesondere Joyce DiDonato verzaubert uns mit der Innigkeit und Ausdrucksstärke ihres gesungenen Abschieds. Diese Intensität verdankt sich auch hier der tollen Grob- und Feindynamik: Die Weltklasse-Sopranistin fesselt uns mit nuanciertester Stimmkunst, Chor und Orchester beeindrucken uns immer wieder mit mitreißenden Steigerungen, prägnant-präzisen Einsätzen, geballter Stimmgewalt und explosiv-druckvollen Tutti. So mündet diese Arie im mächtigen Verbund aller instrumentalen und vokalen Kräfte. Ein großartiges Finale – dank einer großartigen Wiedergabe.

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition im Hörtest. Hier spielt sie mit dem Verstärker Luxman L-505Z und der Streaming-Vorstufe Rose RS451.

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition im Hörtest. Hier spielt sie mit dem Verstärker Luxman L-505Z und der Streaming-Vorstufe Rose RS451.

Fazit

Die Inklang Ceterra 70R Black Edition glänzt mit Referenzklasse-Qualität: Sie sorgt für ein Wie-echt-Erlebnis – insbesondere mit ihrer herausragender Räumlichkeit und einer ungemein plastischen Abbildung von Stimmen und Instrumenten. Diese Livehaftigkeit verdankt sich aber ebenso der exzellenten Fein- und Grobdynamik. Dazu beeindruckt dieser 3,5-Wege-Lautsprecher mit herrlicher Klarheit, hochgradiger Transparenz und immenser Auflösungsfähigkeit samt riesigem Detailreichtum. Die daraus resultierende vorzügliche Durchhörbarkeit wird auch durch den überaus kraftvollen, tiefreichenden und dabei superb aufgeräumt-definierten Bass ermöglicht. Ihn bietet die Ceterra selbst bei geringem Pegel und empfiehlt sich gleichfalls zum Leisehören. Als Flaggschiff-Lautsprecher beschallt sie aber natürlich auch ein großes Ambiente mit sattestem Pegel – und liefert gemäß ihres audiophilen Anspruchs absolut souverän eine zuhöchst stimmig-natürliche, neutrale Performance. So bietet die Inklang Ceterra 70R Black Edition eine Klangkultur auf High End-Niveau – und erweist sich mit Blick auf den aufgerufenen Preis auch noch als überaus günstig. Ein echtes Highlight!

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: Highlight
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: sehr gut

97 of 100

98 of 100

97 of 100

260421.Inklang-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Inklang
Ceterra 70R Black Edition
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:6.500,00 € /Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Gehäuse: Schwarz (seidenmatte Lackierung), Walnussholz
- Sockel, Füße: Schwarz
Vertrieb:Inklang, Hamburg
Tel.: 0800 / 7242388
www.inklang.de
Abmessungen (HBT):- 1170 x 287 x 445 mm (inkl. Sockel)
- 1170 x 201 x 445 mm (inkl. Sockel)
Gewicht:36,5 kg / Stück
Bauart:3,5-Wege, passiv, Bassreflex
Impedanz:4 Ω (Minimum: 3,6 Ω) (Herstellerangabe)
Hochtöner:1 x 19 mm (Ringradiator, Seidenmembran)
Mitteltöner:2 x 120 mm (Konus, Aluminummembran)
Tieftöner:2 x 190 mm (Konus, Aluminummembran)
Frequenzbereich:30 Hz - 40 kHz (-10 dB) (Herstellerangabe)
Trennfrequenzen:200 Hz, 2.200 Hz, 2.400 Hz (Herstellerangabe)
Empfohlene Raumgröße:ab 30 m² (Herstellerangabe)
Empfohlene Verstärkerleistung:ab 100 W (Herstellerangabe)
max. Belastbarkeit:360 W (Herstellerangabe)
Wirkungsgrad:86 dB (1W/1 m) (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Inklang Ceterra 70R Black Edition
- Spikes inkl. Bodenaufnahmen
- Bespannungen (magnetisch haftend)
Optionales Zubehör:- Spikes inkl. Bodenaufnahme in Rändeloptik (19,95 Euro / 4 Stück)
- Lautsprecherabdeckung (55,95 Euro / Lautsprecher)
Pros und Contras:+ attraktives und exklusives Design
+ vorzügliche Material- und Fertigungsqualität
+ herausragende Räumlichkeitsabbildung
+ ungemein plastische Abbildung von Stimmen und Instrumenten
+ herrlicher Klarheit, hochgradige Transparenz
+ immense Auflösungsfähigkeit, großer Detailreichtum
+ exzellente Fein- und Grobdynamik
+ kraftvoller, tiefreichender, absolut aufgeräumten Bass
+ zuhöchst stimmig-natürliche, neutrale Performance
+ rundes, komplettes Klangbild auch bei niedrigem Pegel
+ sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

- Limitierung auf 30 Paare
Benotung:
Gesamtnote:Highlight
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistung:sehr gut
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