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Chefredakteur

Der TechTalk im lite-magazin ist inzwischen so etwas wie eine feste Institution. Letzten Freitag war es wieder einmal soweit. Diesmal lud das lite-Team zum Thema „Modernes HiFi und Streaming“ in die Redaktion.

Am 15.02. lud das lite-magazin wieder zum TechTalk. Thema diesmal: Streaming und modernes HiFi.

Mal mit den Leuten hinter den Kulissen sprechen. Mal Fragen stellen, die sonst nicht immer gestellt werden können und mal über individuelle Dinge in Bezug auf das eigene HiFi-Setup sprechen. Nur ein paar Gründe, weshalb man einmal einen TechTalk im lite-magazin besucht haben sollte. Aber was ist der TechTalk eigentlich genau? Was ist dabei zu erwarten? Und was soll mir das bringen, wenn ich doch schon sehr zufrieden mit meinem Audio-System bin?

Inzwischen Tradition

Fragen, auf die wir jetzt näher eingehen wollen und deren Beantwortung zum Teil im Ursprung der Veranstaltung zu finden sind. Auf Anregung einiger Leser fand die erste Veranstaltung bereits im Sommer 2016 statt. Damals trafen sich ein knappes Dutzend HiFi-Begeisterte, um sich unsere Redaktion anzusehen, gute Sounds zu hören und über die Musikwiedergabe zu plaudern. Alles in geselliger Runde mit Snacks und kühlen Getränken. Als einmalige Sache geplant, ist die inzwischen „TechTalk“ getaufte Veranstaltung inzwischen zu einem festen Programmpunkt geworden. Seit 2016 trifft man sich in schöner Regelmäßigkeit und zu verschiedenen Themenbereichen im lite-Hauptquartier. Dabei sein kann übrigens jeder. Einladungen werden immer per Facebook ausgesprochen. Nur um Anmeldung wird gebeten. Am letzten Freitag lud die Redaktion bereits zum sechsten Mal zum TechTalk ein. Diesmal zu den Themen „Modernes HiFi und Streaming“ mit dem britischen Lautsprecher-Spezialisten KEF. Bei frühlingshaften Bedingungen fanden diesmal 12 Gäste, eine bunte Mischung aus Freunden der Redaktion und Facebook-Followern, den Weg ins lite-Redaktionsbüro am Düsseldorfer Stadtrand.

Im kleinen Kreis wurde über Musik und die Art der modernen Musikwiedergabe diskutiert.

Es geht klein los

Der Einführung, bei der lite-magazin-Chefredakteur Roman Maier und KEF-Produktmanager Frank Eschholz zunächst einmal darauf eingingen, wie sich die Art Musik zu hören bis zum heutigen Tage verändert hat, wurden bereits die ersten individuellen Fragen der Gäste beantwortet. Beispielsweise wurde kurz erläutert, wie man seine eigene CD-Sammlung digitalisiert, wie schnell und einfach (und kostengünstig) ohne großen Aufwand gestreamt werden kann oder welche Tonformate es gibt und woher man digitalisierte Musik legal beziehen kann. Auf die Einführung und die erste Fragerunde folgte dann die erste Hörsession. Insgesamt standen drei Hörstationen bereit – allesamt mit kompakten Aktiv-Lautsprechern bestückt. In Station 1 spielten zunächst die sehr kompakten und streamingfähigen LSX. Befeuert mit Musik vom Smartphone durfte sich das Publikum zunächst einen Eindruck davon verschaffen, inwieweit ein rund 30 Zentimeter hoher Lautsprecher in der Lage ist, einen rund 100 Quadratmeter großen Raum mit Musik zu füllen. Der Musiksession folgte die Diskussion unter den überraschten Gästen. Oliver P. zur LSX: Die kleinen KEFs sind optisch gelungene HiFi-Systeme, die in der Lage sind auch in größeren Räumen ein detailliertes, dreidimensionales Klangbild zu erzeugen“. Frank S. Meinte: „Unglaublich, was die kleine LSX gespielt hat. Pegel, Homogenität und sogar noch Tiefgang. Ich hatte den Klang eines Schreibtisch-Lautsprechers erwartet. Die kleinen Dinger können aber sogar richtig HiFi“. Für Lars T. war neben des beeindruckenden Sound etwas anderes sehr wichtig: „Die Einführung war informativ. Und mir wurden meine Fragen direkt, teilweise auch praktisch beantwortet. Für mich als technischer Laie war das sehr wichtig“.

Im ersten Testabschnitt diente die KEF LSX als streamingfähiges All-in-One-System.

Die große Schwester

Eine Nummer größer wurde es dann im zweiten Abschnitt des TechTalks. Diesmal mit dem großen Geschwisterchen der LSX, der LS50 Wireless. In den Disziplinen Tiefgang, Kontur und Grundton-Kontrolle konnte die große LS50 Wireless dann sogar noch einen drauflegen. Obwohl zuvor schon imponierend, klang alles jetzt noch eine Spur freier, lockerer, zupackender und dynamischer. Hinzu kamen Vorteile in Sachen Raumdarstellung und Kraftreserven. In Sachen Verarbeitung und Materialqualität hatte die 50er dann ebenfalls die Nase vorn. Stephan S. dazu: „Nachdem mich die LSX im Design und ihrer Performance auf ganzer Linie beeindruckt haben, legte die große Schwester LS50 Wireless dann noch ein Schippchen drauf. Gerade die höhere Auflösung und ihr breiteres Fundament gaben der Musik noch mehr Brillanz und Punch“. Thomas Z. meinte: „Ein Aha-Erlebnis war für mich die Performance der LS50 Wireless, da ich persönlich eher ein Freund großer Standboxen bin. Unglaublich, wie druckvoll diese Lautsprecher Musik trotz ihrer geringen Gehäusegröße wiedergeben. Dazu steckt in den Boxen noch ein komplettes und flexibles Musiksystem“. Marc R. Ergänzt: „Die Boxen sind ausserdem toll gestylt, dezent im Auftreten und passen somit in jeden Wohnraum“.

Den Fernsehton aufrüsten

Nach einer kleinen Stärkung am Buffet – neben Würstchen, Brot und Salaten gab es auch belegte Brötchen – ging es anschließend zur nächsten Testsession. Diesmal mit einem Pärchen LSX als Klangupgrade an einem Flach-TV der neuesten Generation. Mit Strom versorgt und via Bluetooth mit dem OLED-TV verbunden, war die Installation in weniger als zwei Minuten abgeschlossen. Mit „Automatica“ ging es in die erste Testsession. Hier begeisterten die LSX dann durch Agilität, Vorwärtsdrang und Knack. Und durch ihre Vielseitigkeit und Flexibilität, denn egal ob Musik oder Filmton, die kleine KEF hob jede ihr zugespielte Quelle auf ein neues Klangniveau. Davon konnten sich die Gäste im anschließend gespielten Batman-Trailer aus „The Dark Knight“ nochmals überzeugen. Oliver P. dazu: „Die Einsatzmöglichkeiten der kleinen LSX sind vielseitig. Sobald man den Sound des Fernsehers über die beiden kleinen Lautsprecher spielt, ist eine klobige Soundbar überflüssig“. Marc R. ging mit seiner Meinung sogar einen Schritt weiter: „Mich haben gerade die neuen und raumsparenden LSX angesprochen. Flexibel einsetzbar in unterschiedlichen Bereichen und sogar als Ersatz für die klassische Soundbar geeignet, haben mich die „kleinen“ total begeistert. Und das Ganze unabhängig von einem AV-Receiver“. Patrick S. meinte: Die LSX ist ein echter Allrounder und mein persönliches Highlight was Preis/Leistung betrifft“. Andreas H. war ebenfalls positiv überrascht: „Auch am klanglich meist schwachen Flatscreen angeschlossen, hat die LSX gezeigt, dass auch in kompakten Lautsprechern richtig viel Power stecken kann“!

Ein zweites Pärchen LSX durfte sich als Klangunterstützung am Flat-TV beweisen.

TechTalk = Handys raus und Lieblingsmusik an

Nach dem ausführlichen Ausflug in die TV-Welt ging es dann endlich in den Hörraum. Hier wartete ein weiteres Pärchen LS50 Wireless darauf mit digitalen HiRes-Dateien vom Computer und analogen Daten vom Plattenspieler gefüttert zu werden. Nach einer kleinen Einführung via Vinyl – u.a. mit einigen nicht ganz ernstzunehmenden Titeln – durfte sich der integrierte Wandler der Wiedergabe ihm zugespielter Tracks in vom Computer in CD-Qualität beweisen. Eine Vorführung, die erneut für Staunen und überraschte Blicke sorgte. Kein Wunder, denn was die beiden Schallwandler in klassischer Regallautsprecher-Größe leisteten, lag deutlich über dem, was die meisten Gäste erwarteten. Druck, Punch, Agilität, Energie und reichlich Reserven sorgten für die eine oder andere Verblüffung. Speziell als es an die Wiedergabe älterer Tracks ging, konnte die LS50 Wireless hier überzeugen. Eine Session, die bei den Gästen für jede Menge Musikspass sorgte und die wahre Lautstärke-Exzesse nach sich zog. Andreas H. dazu: „Besonders hat mir bei dem Event gefallen, dass jeder seine Lieblingsmusik in vollen Zügen an den KEFs testen konnte“. Jetzt wurden Pegel gefahren, die man in der klassischen Wohnsituation niemals realisieren könnte. Doch selbst unter Konzertpegel spielten die schicken Aktiv-Böxchen auf allerhöchstem Niveau.

HiRes und Plattenwiedergabe gab es im Hörraum. Im Einsatz hier: Ein zweites Pärchen LS50 Wireless.

Ab in den Testraum

Noch eine Ecke imposanter wurde es nach dem Wechsel auf Musiktitel in 96 bzw. 192-Kilohertz-Abtastrate. Für die eher kompakte LS50 Wireless kein Problem. Mit James Taylors „Angels Of Fenway“ geht es dann eher seichter in die Wiedergabe. Seichter heisst aber nicht, dass hier etwas fehlt. Es heißt nur, dass der Song eher zu den ruhigeren zählt. Fehlen tut nichts, die Gitarre steht glasklar im Raum. Jede Saitenberührung ist förmlich spürbar. Auch die leicht ins nasale driftende Stimme des Künstlers wird absolut realistisch reproduziert. Was dabei sofort auffällt: Auch die Größendarstellung stimmt. Statt einer gigantischen Gitarre, wie sie von so manch anderem Lautsprecher dargestellt wird, erscheint das Saiteninstrument hier in realistischem Ausmaß. Patrick S. war von dieser Performance besonders beeindruckt: „Die LS50 Wireless klingt tatsächlich nochmal räumlicher und kraftvoller. Vor allem Bässe und andere markante Highlights klingen hier noch ausgefeilter, schärfer und insgesamt detaillierter. Die LS50 Wireless würde ich eher dem „Klangexperten“ empfehlen, wo hingegen die LSX für den Allrounder ausreichen“. Das begeisterte Stephan S.: „Wer mehr in Richtung audiophiles HiFi tendiert, dem wird die LS50 Wireless den Kopf verdrehen“.

Setup im Hörraum: KEF LS50 Wireless, Elac Miracord 90, MacBook Pro mit Audirvana Plus.

Jetzt geht’s richtig los …

Mit Adda Schade wird es dann anschließend deutlich betriebsamer. Ein Song voller Leben und Agilität, die erstmal wiedergegeben werden wollen. Ein Unterfangen, an dem sich schon so mancher Lautsprecher in unserem Hörraum die Zähne ausgebissen hat. Für die hübschen KEFs stellt dieser Track allerdings keine besondere Herausforderung dar. Satten Beats stehen schnelle Rhythmuswechsel gegenüber. Mal ist es punchig, dann wieder tief abgestimmt. Die LS50 Wireless gehen jeden Wechsel sofort mit und überraschen durch ihr schnelles Ausschwingverhalten. Knackige Grundtöne sind ebenso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind. Jonas B. dazu: „Die größere LS50 Wireless ist der kleinen LSX hier natürlich überlegen. Besonders im Bassbereich legt sie noch einmal deutlich nach. Sie spielt insgesamt auch raumfüllender. Allerdings kostet sie auch fast das Doppelte der LSX. Für eine fast komplette HiFi-Anlage, die sie ja nunmal ist, geht der Preis aber trotzdem voll in Ordnung“.

Der nächste TechTalk findet übrigens am 12.04.2019 statt – dann zum Thema “Lautsprecher”. Anmeldungen werden ab sofort unter info@lite-magazin.de angenommen.

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