Schon mehrfach machte die Politik darauf aufmerksam, dass der Ausbau des schnellen Internets in Deutschland schneller vorangetrieben werden sollte. Jahre später wird deutlich, dass es noch immer nicht gelungen ist, für gerechte Verhältnisse zu sorgen. Während in den Städten schon die nächste Generation des schnellen Internets an den Start geht, ist es auf dem Land noch immer nicht gelungen, mit der Entwicklung Schritt zu halten.

Die aktuelle Lage

In den städtischen Gebieten, so macht das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur deutlich, gab es bereits im letzten Jahr nahezu eine Breitbandvollversorgung. So konnten rund 96 Prozent der Haushalte mit Internetzugängen ausgestattet werden, die eine Übertragungsrate von 50 MBit/s erlauben. Tatsächlich sieht es hier so aus, als könnten die politischen Versprechen eingelöst werden.
Eine ganz andere Bilanz zeigt sich in den ländlichen Regionen. Dort sind mit rund 47 Prozent nur die Hälfte der Bürger mit diesem schnellen Internet versorgt. Während die Ortszentren bereits über die schnellen Anschlüsse verfügen, reduziert sich die Verfügbarkeit in den Randgebieten immer weiter. Für Verbraucher ist es aus dem Grund wichtiger denn je, sich selbst über die Bedingungen vor Ort in Kenntnis zu setzen. Möglich ist dies mit einem einfachen Test, der inzwischen auch im Internet durchgeführt werden kann. Die Verfügbarkeitsprüfung auf onlinekosten.de macht es möglich, einen Einblick in die aktuelle Geschwindigkeit zu erhalten und damit den Tarif zu checken.

Der Breitbandausbau steckt in Deutschland noch immer in den Kinderschuhen.

Woher rührt der Unterschied?

Das Bundesamt für Statistik gibt an, dass in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen in Städten und Gemeinden mit weniger als 50.000 Einwohnern leben. All diese zählen zu jener Gruppe, die erst später mit dem schnellen Internet in Kontakt kommt. Das liegt vor allem daran, dass sich die großen Unternehmen in der Branche der Telekommunikation den Ausbau des Netzes teilten. Zuerst wurden demnach die Orte versorgt, an denen es möglich war, mit dem Einsatz geringer Mittel möglichst viele Menschen zu erreichen.
Auf dem Land war dieser finanzielle Anreiz für die großen Unternehmen weit weniger gegeben. Auch aus diesem Grund wird längst gefordert, die neuen Generationen des schnellen Internets nicht mehr ohne jede Regelung zu vergeben. Stattdessen sollte für die führenden Anbieter die Verpflichtung bestehen, sich gleichermaßen um den Ausbau auf dem Land zu kümmern, um so für gerechte Verhältnisse zu sorgen.

Was hängt denn nun am Internet?

Keinesfalls kann an der Stelle nur die Rede von ganz alltäglichen Anwendungen sein, die mit dem schnellen Internet möglich sind. Natürlich ist es in der heutigen Welt komfortabel, Filme streamen zu können und alle Funktionen im Smart Home zu nutzen. Für die Verantwortlichen in den Regionen sind es jedoch wirtschaftliche Belange, die ebenfalls eine Rolle in den Überlegungen spielen. Bereits aus touristischer Sicht ist es viel schwerer, neue Besucher anzuwerben. Denn diese erwarten in diesen Tagen eine gute Breitband-Verbindung, wenn sie sich für einen Ort und eine Unterkunft entscheiden.
Doch nicht nur an diesem Punkt entsteht ein Wettbewerbsnachteil, der auf anderen Ebenen ausgeglichen werden muss. Auch für junge Unternehmen ist es von Bedeutung, im World Wide Web vernetzt zu sein. Kommunen auf dem Land könnten dadurch langfristig an Steuergeldern verlieren und so immer weiter hinter den großen Städten zurückbleiben, die hier eher für sich werben können.

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