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Redakteur
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Netzleisten, Netzstecker, aktive Gerätebasen etc. Es gibt viele Möglichkeiten seine HiFi-Anlage vor klangschädigenden Einflüssen aus dem Stromnetz zu schützen. Mit dem Powercord Ultimate³ Solidcore bietet HiFi-Tuning jetzt ein geschirmtes Unter-Putz-Kabel, das den Weg von der Unterverteilung bis zur Steckdose sauber halten soll.

HiFi-Tuning bietet mit seinem Powercord Ultimate³ Solidcore geschirmte Unter-Putz-Stromleitungen.

Die Musik, die wir aus unseren Lautsprechern hören, ist im Grunde nichts anderes, als der Strom, der vorher aus unserer Steckdose gekommen ist. Nur klingt das, was an Schall die Lautsprecher verlässt, besser als das monotone 50-Hertz-Brummen der Wechselspannung aus dem Stromnetz. Nichtsdestotrotz bleibt die Leistung vieler HiFi-Anlagen oft deutlich hinter den Möglichkeiten zurück, weil der Stromversorgung keine Aufmerksamkeit gewidmet wird. Man kann sich das wie beim Kochen vorstellen: Aus schlechten Zutaten zaubert auch der beste Koch kein Festmahl. Mit wie wenig Aufwand sich der Klang aber verbessern lässt, haben wir beispielsweise in unseren Tests mit der Supreme³-Feinsicherung von HiFi-Tuning oder dem Isotek-Power-Conditioner Aquarius erlebt. Die Zutaten lassen sich also aufwerten. Dafür sollte man nur ein paar Hinweise beachten und im Idealfall im Hörraum die letzten Meter Stromleitung vor der Steckdose optimieren.

HiFi-Tuning bietet Sicherungen verschiedenster Art und für nahezu jeden HiFi-Einsatzzweck.

Batterieen?

Grundsätzlich funktionieren alle unsere HiFi-Geräte intern mit Gleichspannung, also der, die beispielsweise Batterien zu entnehmen ist. Einige Hersteller bauen in besonders empfindliche HiFi-Bausteine wie dem Phonovorverstärker, der Spannungen von wenigen Millivolt verstärken muss, darum gleich Batterien ein und eliminieren so störende Einflüsse aus dem Stromnetz.
Der Grund dafür ist einfach: Das Stromnetz führt Wechselspannung und ist verschiedensten äußeren Einflüssen ausgesetzt, die die Qualität selten verbessern. Für leistungsintensivere Anwendungen hingegen eignet sich der Batteriebetrieb hingegen (noch) nicht. Das liegt ganz einfach daran, dass eine Mono-Endstufe oder ein Stereo-Vollverstärker selbst große Batterien im Nu entladen würde. Anschließend wäre dann Ruhe, bis die Batterie wieder aufgeladen ist. Das kommt im HiFi-Bereich selbstverständlich nicht in Frage. Neuere Batterien, wie sie derzeit für Elektroautos oder Photovoltaikanlagen entwickelt werden, könnten daran zwar langfristig etwas ändern aber zum Betrieb von HiFi-Anlagen werden sie sich vermutlich aber nie durchsetzen. Wir müssen also nehmen, was wir haben: Den Strom aus der Steckdose.

Die Netzspannung

Der Steckdosenstrom ist europaweit genormt. Zwar nicht die Art der Herstellung, darum kommt er in Frankreich aus dem Atomkraftwerk und in Norwegen aus dem Wasserkraftwerk, jedoch das fertige Produkt. Die Spannung soll seit 1987 230 Volt betragen und darf davon um zehn Prozent nach oben und unten abweichen. Das ergibt minimal 207 und maximal ganze 253 Volt, wobei beide Extreme eher selten vorkommen dürften. Für Geräte vor 1987, die noch für 220V ausgelegt sind, kann es mit der oberen Grenze dann theoretisch schon mal eng werden. Zumindest ist der Wert der Netzspannung unter Liebhabern von Vintage-HiFi, also HiFi-Geräten aus den 70er- und 80er-Jahren, immer wieder Thema. Ändern könnte man die Höhe zwar über einen Transformator, auch das ist jedoch recht aufwendig, groß und teuer. Gegen Schwankungen der Netzspannung hingegen hilft auf kein Trafo, denen sind wir schlichtweg ausgeliefert, sofern wir nicht unser eigenes Kraftwerk im Keller haben. Das würde dann sauberen Strom mit gleichbleibender Spannung produzieren und wir könnten uns entspannt zurücklehnen. Klappt in der Realität aber meistens nicht. Worauf man dagegen ohne Weiteres achten kann, sind die letzten Meter der Stromversorgung, also die Steckdosenleiste und Netzkabel. Wer hier auf einen angemessenen Querschnitt von mindestens 1,5 Quadratmillimetern achtet, der stellt sicher, dass zwischen Steckdose und Gerät kein weiterer Spannungsabfall zustande kommt.

Der Weg von der Unterverteilung zur HiFi-Anlage kann wie eine Antenne wirken, die Stromschmutz aufnimmt und in das Audio-System bringt.

Die Frequenz

Anders als Gleichspannung, die konstant in gleicher Höhe und Polarität anliegt, schwingt die Wechselspannung um den Nullpunkt. Würde man ein verzögerungsfreies Messgerät an die Steckdose halten und seine Wahrnehmungsschwelle herabsetzen, so könnte man beobachten, wie die Spannung ihre Polarität ständig ändert und zwischendurch kurz bei Null ist. Dies geschieht im Falle der Netzspannung festgelegte 50 Mal pro Sekunde. Wie die Spannung, ist auch die Netzfrequenz genormt und europaweit einheitlich. Sie ist jedoch deutlich länger festgelegt, denn ihr Wert liegt bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts einheitlich bei 50 Hertz. Auch sie schwankt, jedoch deutlich geringer als die Spannung. Die Schwankungen sind gut dokumentiert und man kann sie sich hier sogar online und in Echtzeit ansehen. Warum die Frequenz schwankt wird dort ebenfalls anschaulich erklärt. Ändern kann man an diesen Schwankungen kaum etwas, es sei denn, man hat sein eigenes Kraftwerk bzw. mindestens einen eigenen Generator im Keller.

Gleichspannungsanteile

Nun sind wir bisher vom Idealfall ausgegangen und haben Gleichspannung und Wechselspannung getrennt betrachtet. Diese Vereinfachung scheitert natürlich an der Praxis. Denn: Im Wechselstromnetz befindet sich fast immer auch ein bisschen Gleichspannung. Sie entsteht, wenn das Stromnetz unsymmetrisch belastet wird. Denn dann wird der Nulldurchgang der Wechselspannung verschoben. Null ist dann nicht mehr Null, sondern eine schwache Gleichspannung von wenigen Millivolt bis zu einigen Volt. In Audiogeräten äußert sich ein Gleichspannungsanteil im Stromnetz durch brummende Trafos. Die Trafos, die für Wechselspannung ausgelegt sind und diese transformieren sollen, werden vom Gleichspannungsanteil schneller in die magnetische Sättigung gebracht. Sie haben dann weniger Kapazitäten zur Bewältigung ihre eigentlichen Aufgaben. So wie in einem zu vollen Wellenbad keine Wellen mehr schwappen können, denn sie würden einfach über den Rand fließen. In HiFi-Geräten macht sich ein Gleichspannungsanteil auf verschiedene Arten bemerkbar: Elektrisch verschlechtert es mitunter die Güte der Gleichspannung nach dem Netzteil, ist also messbar und andererseits auch direkt hörbar. Transformatoren, die nennenswerten Gleichspannungsanteilen ausgesetzt sind, brummen. Ärgerlicherweise sind Ringkerntransformatoren besonders empfindlich gegenüber Gleichspannung. Sie brummen also eher, wenn auch nur leicht. Ärgerlich ist dieser Umstand deshalb, weil Ringkerntrafos auf Grund ihrer geringen Streuung und des geringen Brumms unter Idealbedingungen gern in HiFi-Produkten eingesetzt werden. Dass brummende Transformatoren und verschlechterte Gleichspannungswerte dem Klang der Anlage nicht zuträglich sind, liegt auf der Hand. Glücklicherweise gibt es allerdings wenig aufwendige Schaltungen, die solche Gleichspannungen eliminieren können. Manche Geräte haben sie bereits verbaut, für andere kann man sie als Netzfilter nachrüsten.

Selbst ältere, im gleichen Haushalt befindliche Kühlschränke können klanglich negative Einflüsse auf den Klang der HiFi-Kette haben.

Überlagerungen und Einstreuungen

Gewissermaßen das Gegenteil von Gleichspannungsanteilen sind Überlagerungen der Netzfrequenz mit höheren Frequenzen. Das können einerseits Oberwellen der Netzfrequenz sein, also Vielfache von 50 Hertz z.B. 100 Hertz, 200 Hz oder 500 Hz, andererseits aber auch Frequenzen, die als Störsignale durch andere Geräte ins Netz eingespeist werden. In Fachkreisen spricht man von elektromagnetischer Verträglichkeit, kurz EMV. Die Verträglichkeit der Geräte untereinander und mit dem Stromnetz wird, wie unschwer zu erraten ist, seit Jahren immer wichtiger. Denn umso mehr Verbraucher am Netz hängen, umso mehr Hinterlassenschaften der Geräte befinden sich potenziell darin. Das Tückische daran ist, das sich Störungen nicht nur kabelgebunden ausbreiten, sondern auch Funksignale ihre Spuren hinterlassen können. Ein paar Beispiele für elektromagnetische Unverträglichkeiten kennt jeder von uns aus dem Alltag: Der Lichtschalter beispielsweise, der nicht nur das Licht schaltet, sondern auch durch Knacken aus dem Radio zu hören ist. Dabei handelt es sich um eine Rückkopplung in das Stromnetz. Ein anderes Beispiel, das ebenfalls jeder kennt, ist das funkende Handy, das aus den Lautsprechern hörbar wird, sobald es diesen oder auch nur den Lautsprecherkabeln zu nahe kommt. Aber es gibt noch unendliche viele weitere Beispiel wie Kühlschrankmotoren, Haartrockner, Dunstabzugshauben, Walkie Talkies oder Radiosignale. Ich kenne sogar eine Haustürklingel, die läutet, sobald im Keller das Licht ein- oder ausgeschaltet wird, obwohl beides nicht offensichtlich miteinander verbunden ist.

Andere Stromleitungen, Mobilfunkmasten etc. Es gibt viele Quellen die unser Stromnetz direkt und indirekt verschmutzen.

Einstreuungen mindern und verhindern

Alle diese Störungen finden natürlich auch ihren Weg ins Innere von HiFi-Geräten, wo sie dem Klang sicher nicht zuträglich sind. Wenn man diese Störungen schon nicht im Stromnetz verhindern kann, so kann man es ihnen zumindest schwieriger machen. Aussperren kann man sie möglicherweise durch die bereits erwähnten Netzfilter. Diese sollen Unreinheiten herausfiltern und nur den gewünschten sauberen Netzstrom passieren lassen. Im Fall von Störungen die uns kabelgebunden erreichen ist das sicher eine gute Sache. Bei Funkstörungen hingegen gibt es noch eine weitere Möglichkeit, denn diese lassen sich durch geschirmte Kabel relativ zuverlässig verhindern. Das ergibt natürlich nur den gewünschten Sinn, wenn es auch konsequent geschieht. Geschirmte Kabel sind jedoch gewöhnlich nur für den Weg von der Steckdose zum Gerät erhältlich. Auf der vergangenen High-End-Messe in München hat der Berliner Tüftler Bernd Ahne, Inhaber und Mastermind bei HiFi-Tuning, nun eine Leitung vorgestellt, die auf oder unter Putz fest verlegt werden muss und so die Strecke bis zur Unterverteilung abdeckt: Das Powercord Ultimate³ Solidcore. Im Innern des Powercord Ultimate³ Solidcore befinden sich drei massive je 2,5 mm2 Leiter aus hochreinem Kupfer, die einzeln geschirmt sind, das ist in den allermeisten sonst üblicherweise verwendeten Kabeln nicht der Fall. Auch der Schirm besteht aus Kupfer und soll zuverlässig verhindern, dass Einstreuungen stattfinden. Mit der Isolierung aus Polyolefin muss es auf oder unter dem Putz fest verlegt werden, eignet sich also für die dauerhafte Hausinstallation und soll den erschwerten Bedingungen im Mauerwerk besonders gut standhalten. Dieser Mehraufwand schlägt sich dann im Preis nieder. HiFi-Tuning bietet das Kabel für 20 Euro pro laufendem Meter an. Das ist zwar nicht gerade ein Schnäppchen, gemessen an sonst aufgerufenen Kabeln im HiFi-Bereich aber absolut im Rahmen. Die Installation selbst ist recht einfach, denn das Powercord Ultimate³ Solidcore ist zwar recht steif, lässt sich aber dennoch einfach „verbiegen“. In die gewünschte Form gebracht, verbleibt es dort und lässt problemlos auch unter erschwerten Bedingungen verlegen.

Ordentlicher Aufbau, ordentliche Schirmung: Das Powercord Ultimate³ Solidcore.

Fazit

Die Qualität des Stromnetzes haben wir leider nicht in der Hand. Dass die Qualität des Grundstoffs jedoch massive Auswirkungen auf den Klang der HiFi-Anlage hat, ist nicht nur unter Kennern unumstritten. Umso wichtiger ist es also, an den verbleibenden Stellschrauben zu drehen. Darum: Schließen sie Ihre Musik-Anlage immer mit hochwertigen Netzkabeln an. Am besten an einer zentralen und ebenso hochwertigen Netzleiste, damit alle Geräte unter den gleichen Bedingungen spielen. Ansonsten kann es schlimmstenfalls zu Potentialausgleichen über den Signaltransportweg kommen, die dann im Brummen enden. Bei massiven Störeinflüssen durch nahegelegene Industrien, den defekten Kühlschrank oder ähnliches kann ein Netzfilter helfen, der Störspannungen aufhält. Damit es gar nicht erst zu Störungen durch Funksignale kommt, helfen geschirmte Kabel. Die sind sowohl als Signalkabel zwischen den Geräten als auch als Netzkabel erhältlich und mittlerweile sogar für die Unterputz-Verlegung, speziell für HiFi-Zwecke entwickelt. Eine Empfehlung wäre das Powercord Ultimate³ Solidcore von HiFi-Tuning. Damit kommen man dem Ideal vom perfekten Klang möglicherweise einen Schritt näher. Zuletzt jedoch ein Wort der Warnung: Elektrische Spannungen sind auch im Niederspannungsbereich kein Spaß! Alles, was hinter der Steckdose liegt ist Hoheitsgebiet gelernter Elektroniker. Wer hier selbst Hand anlegt, der riskiert nicht nur den Versicherungsschutz und sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Mitbewohner, sowie die Unversehrtheit von Haus und Hof.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: Roman Maier, pixabay.com

190719.HiFi-Tuning-Testsiegel
Modell:HiFi-Tuning
Powercord Ultimate³ Solidcore
Preis:ab 20,00 Euro / Meter
Ausführungen:Grau
Vertrieb:HiFi-Tuning, Berlin
Tel.: 030/3966741
www.hifi-tuning.de
Stärke:3 x 2,5 mm2
Besonderes:+ flexible Installation
+ einzeln geschirmte Leiter
+ Polyolefin statt PVC
Benotung:Empfehlung
Preis-/Leistunggut

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