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Redakteur
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Treffender hätte dieser attraktive Musikmacher kaum benannt werden können: Wie der Dirigent beim Orchester hat der Burson Conductor 3 Reference in der Klangkette das Kommando. Er gebietet über zwei analoge Line-Eingänge, den hochwertigen Streamingweg Bluetooth 5.0 aptX HD sowie drei digitale Schnittstellen: Toslink. Koax und USB-C. Als HiRes-Konverter nimmt er sich Files bis zu sagenhaften PCM 768 Kilohertz/32Bit und DSD512 an, als audiophiler Verstärker offeriert er die Musik wahlweise für zwei Kopfhörer, ein paar Aktivboxen, zwei Endstufen oder einen Vollverstärker. Und dann gibt es da noch einige Features für die Klanggourmets …

Der Burson Conductor 3 Reference strahlt durch sein Design und wegen seiner Fertigungsqualität eine extreme Hochwertigkeit aus.

Burson? Da meldet sich im Hirn direkt die Assoziationen-Abteilung: „edle Optik … exzellente Verarbeitung … grandioser Klang“. Dafür verantwortlich sind die bisherigen Kontakte mit Komponenten der Australier, nämlich die Endstufe Timekeeper Virtuoso und der Burson Conductor Virtuoso, ein etwas älterer, enger Verwandter des „Dirigenten“. Nun haben wir also die neueste Version dieses musikalischen Leiters zu Besuch – und gleich beim Auspacken werden unsere Assoziationen in den ersten beiden Punkten bestätigt.

Der markante, dreh- und drückbare Befehlsgeber prägt zusammen mit dem scharfen OLED-Display die Front.

Edle Erscheinung, drehbares Display

Um im Bild zu bleiben: Dieser Dirigent tritt im besten Frack auf. Er ist in ein sehr solides, wunderschön gearbeitetes und grau galvanisiertes Aluminium-Gehäuse gekleidet. Font und Rückseite präsentieren sich dabei fein gebürstet. Der Hauptkorpus, der dem Conductor 3 Reference seine fitte Form als flacher Quader mit schön abgerundeten Ecken und Kanten verleiht, ist rundherum von feinen Nuten geprägt. Sie durchziehen das fünf Millimeter starke, aus einem Strang gepresste Alu-Gehäuses in engem Abstand von vorn nach hinten. Dieses Rillen-Design gibt dem Conductor 3 Reference einen eigenen Charakter. Es hat aber auch einen praktischen Zweck: Der gesamte Korpus dient als Kühlkörper. Burson attestiert dieser Lösung eine Effizienzsteigerung um 300 Prozent. Das ermöglicht dann auch die schlanke Formgebung. Zur Markanz trägt auch der auffällige Drehregler auf der Front bei. Das Stellrad besitzt eine geriffelte Fläche, sie sorgt beim Drehen für eine ungewohnte, aber durchaus angenehme Griffigkeit. Wer das Stellrad betätigt, stellt fest, dass es ein wenig zu schwimmen scheint. Diese Knopf ist nämlich sowohl zum Drehen gemacht, wodurch man im Normalbetrieb die Lautstärke verändert und im Menü-Modus durch die Auswahl navigiert, als auch zum Drücken, womit man im Menü Einstellungen aktiviert und bestätigt. Für alle anderen Bedienvorgänge gibt es auf der Front vier Taster. Mit ihnen wählt man den Eingang sowie den Ausgang aus und nimmt diverse Einstellungen vor: Grundpegel der Kopfhörerausgänge, Digitalfilter-Wahl, Gerät-Reset, Helligkeit der Anzeige und Ausrichtung des Displays. Diese Anzeige thront über den Tastern. Sie erweist sich als bestens ablesbares OLED-Display, das ein scharfes Bild mit hervorragenden Schwarz- und Kontrastwerten liefert, das frei von Schatten- oder Schimmerbildung ist. Dieses Display zeigt uns die aktuell eingestellte Lautstärke, den gewählten Ein- und Ausgang sowie bei den Digitaleingängen das Datenformat des gerade laufenden Tracks an. Der Clou: Dieses Display ist um 90 Grad drehbar. Dadurch kann man den Conductor 3 Reference auch stehend betreiben. Das ermöglicht auch eine unkonventionelle Aufstellung mitten im Regal.

Der Conductor 3 Reference kann dank des drehbaren Displays auch hochkant betrieben werden – wenn er, wie hier, seine Wärme ungehindert abführen kann.

Kopfhörer-Spaß für zwei, Konnektivität für alle Fälle

Was neben dem Stellrad und dem Display noch ins Auge fällt: Der Conductor 3 Reference besitzt zwei Kopfhörerausgänge. Sie sind gleichzeitig nutzbar, so ermöglicht der Conductor 3 Reference Spaß für zwei. Vor allem: Hier funktioniert wirklich jeder Kopfhörer. Der Dirigent ist nämlich ungewöhnlich stark, er liefert für Kopfhörer mit einer schwachen Impedanz von 16 Ohm satte 7,5 Watt! Bei 32 Ohm sind es fünf Watt, und bei etwas mehr fordernden Kopfhörer mit einer Impedanz von 300 Ohm immer noch 0,58 Watt. Hinzu kommt eine Pegelanpassung: Beide Ausgänge können von „Low“ auf „High“ umgeschaltet werden, um eine grundsätzliche Angleichung an den Kopfhörer vorzunehmen. Prima! Neben den Kopfhörerausgängen finden wir einen Mikrofon-Eingang. Was wir damit sollen, verrät uns die Bedienungsanleitung nicht, zudem ist dieser Input über das Menü gar nicht auswählbar. Kommen wir zu den sinnvollen Anschlüssen, hier hat der Conductor 3 Reference einiges in petto. Analogseitig bietet er zwei Line-Eingänge sowie zwei Ausgänge. Einer ist der „DAC Out“, er liefert einen fixen Ausgangspege und dient dem Anschluss an einen Vollverstärker. In diesem Fall verwendet man den Conductor 3 Reference als Digital-Analog-Konverter sowie Kopfhörerverstärker. Wählt man hingegen den „Pre Out“, so nutzt man auch die im Pegel regelbare Vorverstärkersektion des Conductor 3 Reference. So kann man ihn direkt an ein Paar Aktivboxen anschließen oder an zwei Monoblöcke oder eine Stereo-Endstufe – oder an den Pre-In eines Vollverstärkers, falls dessen Vorstufe nicht die Qualität des Conductor 3 Reference besitzt. Wer sich nun fragt, warum die Audio-Anschlüsse nicht symmetrisch ausgelegt sind, wenn wir schon von „Reference“ reden: Es gibt auch eine Conductor 3X-Version, die durchgehend genau diese Anschluss-Art bietet, dafür aber auch etwas mehr kostet.

Die Kopfhörersektion bietet gleich zwei Anschlüsse, die gleichzeitig genutzt werden können. Die Buchsen sind für große Klinke ausgelegt.

Bluetooth-Streaming und HiRes-Schnittstellen

Nun zu den digitalen Zuspielwegen. Als erstes offeriert uns der Dirigent mit Bluetooth einen kabellosen Streaming-Weg, erkennbar an der Buchse für die anzuschraubende Antenne. Hier kommt der Standard 5.0 und damit die aktuellste Bluetooth-Version mit höherer Reichweite sowie Datenrate zum Zuge. Zugunsten des guten Tons setzt Burson zudem auf den Codec aptX HD, der fast verlustfrei arbeitet – mit Abtastraten von bis zu 48 kHz und Abtastauflösungen von bis zu 24 Bit. Zum Blauzahn-Funk kommen nun noch drei kabelgebundene Eingänge. Mit einem koaxialen und einem Toslink-Input gibt es zwei S/PDIF-Schnittstellen, die HiRes bis PCM 192 Kilohertz/24 Bit ermöglichen. Damit schöpfen sie das Potenzial dieser Anschluss-Art aus. Mehr geht über USB – und zwar weit mehr: Der Conductor 3 Reference bietet mit dem USB-Port Typ C eine topaktuelle, asynchrone Schnittstelle, mit Windows- und Android-basierten Zuspielern meistert unser Maestro extrem hohe HiRes-Qualitäten: PCM bis 768 Kilohertz/32 Bit und DSD bis DSD 512 nativ beziehungsweise DSD256 DoP. DoP steht für „DSD over PCM“ und bezeichnet das Verfahren, das DSD-Signal zugunsten eines schnelleren internen Datentransports der Schaltung in einen PCM-Container zu verpacken und es am Ziel schließlich fachgerecht zu entpacken und zu decodieren. Bei Zuspielern mit iOS-Betriebsystem ist DoP Pflicht, dann wird mit Apfel-Equipment maximal DSD256 DoP möglich.

Die analogen und digitalen Anschlüsse machen den Conductor zur Musikzentrale.

High End inside: HiRes-DAC …

Um diese Anschluss- und Formatvielfalt in der audiophilen Qualität bieten zu können, die man von Burson als High End-Hersteller auch durchaus erwartet, ist im Inneren Erstklassiges und State of The Art von den renommierten Spezialisten verbaut: Der Bluetooth-Baustein stammt von Qualcomm, das USB-Modul von XMOS, die Wandler-Einheit von ESS. Bei diesem Referenz-DAC leistet sich Burson den Luxus, gleich zwei dieser Stereo-Konverter zu verwenden und sie im Mono-Betrieb zu verwenden. Dieser DAC bietet auch einige Delikatessen für Cracks und Klangtüftler. Für die PCM-Konvertierung gibt es sieben verschiedene Einstellungen, um die Filtercharakteristik des DAC zu verändern. Sie vermeiden oder reduzieren Schwingungen, die nicht zur Musik gehören, ebenso Vor- und Nachechos, die bei der Rückwandlung der digitalen Daten in analoge Musik entstehen und dem Klang die Klarheit nehmen. Auch für PCM gemacht ist die Möglichkeit, „De-Emphasis“ zu aktivieren. Das kann bei alten Aufnahmen nötig sein, die aus der Anfangszeit der CD stammen. Damals wurden die Höhen ein wenig angehoben, dies wird durch „De-Emphasis“ wieder rückgängig gemacht. Sowohl für PCM als auch für DSD kann die digitale Phasenschleife (Digital Phase-Locked Loop, DPLL) auf Off, Low, Mid oder High gesetzt werden. So wird die Synchronisierung optimiert, damit alle Komponenten im gleichen Takt arbeiten. Taktschwankungen, auch als „Jitter“ bekannt, führen zu Lesefehlern, die wiederum in schlechterem Klang resultieren. Leider lässt Bursons Anleitung den Benutzer bei dieser doch sehr erklärungsbedürftigen Thematik allen. Das Manual listet nur die Einstellmöglichkeiten auf und verweist für alles weitere mit einem Link auf das 64 Seiten umfassende Datenblatt des DAC-Herstellers ESS, aus dem ein Laie nicht schlau werden kann.

Auffällig ist die aktuelle Ausführung des USB-Ports als Typ C-Buchse.

… und Class-A-Amp mit spezieller Stromversorgung

Voll verständlich sind hingegen diese beiden Highlights: die Verstärkersektion und die Stromversorgung, die den Amp mit Energie beliefert. Für besten Klang sorgt beim Burson beim Conductor 3 Reference eine Class A-Schaltung. Hier werden die verstärkenden Bauteile – in diesem Fall Transistoren – in jenem idealen Arbeitsbereich betrieben, in dem sie das komplette Musiksignal linear verstärken können – also sauber und verzerrungsfrei. Deshalb ist Class-A bei Audiophilen äußerst beliebt. Leider ist der Wirkungsgrad dieser Schaltung prinzipbedingt begrenzt. Sie kann also keine große Verstärkung liefern, dafür setzt sie einen ordentlichen Teil der zugeführten Energie in Wärme um. Darum besitzt der Conductor 3 Reference auch die große, eigentlich das komplette Gehäuse umfassende Kühlkörperfläche. Abgesehen davon ist die geringe Effizienz der Schaltung bei einem Kopfhörer-Verstärker und einem Vorverstärker kein Problem, denn hier müssen eigentlich keine großen Leistungen erzielt werden. Umso beeindruckender ist deshalb hier die Leistungsfähigkeit von 7,5 Watt. Dieser kraftvolle, klar klingende Amp sollte natürlich auch sauberem Strom versorgt werden. Da kommt nun das von Burson entwickelte, externe Schaltnetzteil namens „Max Current Power Supply“ ins Spiel. Es steigert die Frequenz der Netzspannung von 50 Hertz auf 170 Kilohertz, dadurch werden Geräusche, die durch den Betrieb mit einer Wechselspannung erzeugt werden, in einen Bereich gehoben, der weit oberhalb des menschlichen Hörvermögens liegt. Dank ihrer niedrigen Impedanz kann die Stromversorgung flott und viel Energie liefern, und damit es keine gegenseitigen Beeinflussungen gibt, werden die fünf Funktionseinheiten DAC, linker und rechter Analog-Kanal sowie Display und Steuerung komplett getrennt voneinander betrieben.

Burson liefert zum Conductor 3 eine überaus schicke und hochwertige Fernbedienung aus Metall. Mit ihr sind wesentliche Funktionen aus der Distanz aufrufbar: die Lautstärkeveränderung, die Stummschaltung und die Quellenwahl.

Setup

Beim Aufstellen sollte man darauf achten, dass der Conductor 3 Reference genug Frischluft bekommt, denn er wird im Betrieb ganz gut warm, selbst im Leerlauf. Burson rät dringendst, erst alle Verkabelungen vorzunehmen, bevor man den Conductor 3 Reference startet, insbesondere sollte man zur Vermeidung von Geräteschäden niemals einen Kopfhörer- oder Analogkabel ein- oder ausstecken, während Musik läuft. Gut, das beherzigen wir. Wer den Conductor 3 Reference per USB betreibt, speist ihn mit Signalen von einem Rechner. Läuft dieser Computer mit den Betriebssystemen OSX, iOS oder Android, kann es sofort losgehen, Wir schließen deshalb zuerst ein aktuelles MacBookPro mit dem Betriebssystem iOS Mojave 10.14.6 an und wählen für die Musikwiedergabe die audiophile Playersoftware Audirvana. So ist potentiell HiRes bis PCM 768 Kilohertz/32 Bit möglich, bei DSD funktioniert die Wiedergabe nur im DoP Verfahren und dann bis DSD256. Auf unserem Windows-Rechner sieht es anders aus. Hier müssen wir erst einen Treiber Installieren, den Burson auf seiner Homepage zum Download bereitstellt (hier geht es zum Link). Außerdem bedarf es noch innerhalb der Audirvana-Einstellungen eines Treiberwechsels: Statt des voreingestellten „WASAPI“ (Windows Audio Session Application Programm Interface) wählen wir die Alternative „ASIO“ (Audio Stream Input/Output). Nun zeigt uns Audirvana endlich den vollen möglichen „Lieferumfang“ des Conductor 3 Reference an – nämlich PCM bis 768 Kilohertz/32 Bit und DSD bis DSD 512 nativ. Damit ist aber wirklich alles eingestellt, und deshalb fangen wir jetzt endlich an.

Mit seinem kontrastreichen und scharfen OLED-Display informiert uns der Conductor über den aktuellen Status und Wahlmöglichkeiten – hier über die Wahl des Eingangs, die Anschlüsse werden mithilfe eines Piktogramms dargestellt.

Der Burson Conductor 3 Reference in der Praxis

Als Schallwandler setzen wir uns den Referenzkopfhörer Focal Utopia auf die Ohren und legen als erste Musik Michel Godards „A Trace Of Grace“ auf. Mt dieser Monteverdi-Hommage kreieren Godard und sein Ensemble einen Crossover von Alter Musik und Jazz – mit der spannenden Instrumentierung Serpent, Theorbe, Saxofo und Geige, hinzu kommt das akustisch reizvollen Ambiente der Abteikirche des französischen Klosters Noirlac. Diese wunderschöne Einspielung liegt uns als HiRes-File in PCM 384 Kilohertz/32 Bit sowie in DSD256 vor – und sie ist in beiden Varianten ein Hochgenuss. Der Conductor 3 Reference liefert uns dieses intime Konzert in einer atemberaubenden Klarheit, Reinheit und Durchsichtigkeit. Das beginnt schon bei der Einleitung: Der Theorbist Bruno Helstroffer soliert auf seiner Langhalslaute über ein Monteverdi-Motiv, und wir hören jeden Saitenanschlag, jede Variation des Zupfens, das Rutschen über die Metallumspinnung, kleinste Schnarrgeräusche beim Fingerumsetzen auf den Saiten. Wir schließen unwillkürlich die Augen und versinken in dieser fast meditativen Musik, aber auch in der mitklingenden Umgebung. Da der Conductor sein Verstärkungswerk so feinauflösend vollbringt, macht er auch die profane Realität unseres Redaktionsbüros vergessen und versetzt uns in die Abteikirche mit ihrem langen, aber nicht undefinierten Hall. Hier den Kirchenraum auszuloten ist ein echtes Erlebnis, erst recht, als Michel Godard mit seinem Serpent einsetzt. Dieses historische Bass-Blasinstrument besitzt ein schlangenförmig gewundenes Rohr – und einen kaum weniger eigentümlichen Klang, der am ehesten mit einem Flügelhorn zu vergleichen ist. Mit dem Conductor lernen wir dieses faszinierende Instrument in allen Facetten kennen, angefangen vom Sound des Anblasens, der von den Lippen am Kesselmundstück erzeugt wird, bis hin zum kräftigen, aber gedeckten Ton, der durch die Lederbekleidung des geschlängelten Rohrs entsteht. Was für eine tolle Transparenz! Auch im Zusammenspiel des kompletten Ensembles bleibt die Präzision, aber auch die Plastizität der Darstellung erhalten. Die Klarheit der Wiedergabe verleitet dazu, den Lautstärkeregler doch etwas weiter aufzudrehen, denn die Wiedergabe ist selbst bei hohen Pegeln absolut entspannt. Auch tonal bleibt der Conductor trotz steigenden Pegels ausgeglichen und konstant – hier neigen andere Amps durchaus zu einer Änderung der Klangfarbe. Klasse! Erst der Hinweis der Redaktionsnachbarn, die wegen der offenen Bauweise des verwendeten Kopfhörers musikalische Mitgenießer bei diesem Test sind, macht uns bewusst, dass die Beschallung mittlerweile ein mehr als amtliches Niveau erreicht hat: Level 60 von 99 möglichen, wie uns ein Blick auf das Display zeigt. Da bietet uns der Conductor 3 Reference also noch reichlich Reserven, obwohl der offene Facal Utopia durchaus fordernd ist – und wie wir merken, haben wir in den Menüeinstellungen den grundsätzlichen „Headphone Output“ noch auf Low! Ein kurzes Umschalten auf „High“ bestätigt uns, dass wir diesen „Turbo“ nicht brauchen. Mensch, hat dieser Verstärker Kraft!

Mit den „Pre Out“- und „DAC Out“-Ausgängen ist der Conductor vielfältig als Zentrale in der heimischen Klangkette einsetzbar.

DAC-Finessen mit verblüffender Wirkung

Unser Dirigent hat aber noch andere Reserven. Da sind ja noch die verschieden Filter des DAC, die bei der Konvertierung von PCM-Files wirksam werden. Voreingestellt ist „Apodizing Fast Roll-Off“, jetzt gehen wir mal alle sieben Filter durch, angefangen von „Brickwall“ über „Minimum Phase Roll-Off“ bis „Linear Phase Roll-Off“. Bei Godards Stück „A Trace Of Grace“ stellen wir, ehrlich gesagt, keinen Unterschied fest. Wechseln wir mal die Musik: „Today Today Today“ von James Taylor, reichhaltig besetz mit Front- und Backgroundgesang, Geige, Akustik- und E-Gitarre, Akkordeon, Bass und Schlagzeug. Der Conductor 3 Reference demonstriert uns hier wieder seine Transparenz und seine plastische Abbildungsfähigkeit, aber auch gerade bei Bass und Drums seine Kraft, Klangfülle und Dynamik. Doch es geht uns ja um die Filter – und hier kann man gaaanz zarte Unterschiede feststellen, wenn man sich auf die Snare des Schlagzeugs und den auf die Zählzeiten zwei und vier zugleich geschlagenen Schellenkranz konzentriert. Das klingt, je nach Filter, geringstfügig weicher oder schärfer. Etwas vernehmbarer ist der Unterschied bei der digitale Phasenschleife. Hier zeigt sich bei PCM-Files, dass mehr nicht immer besser ist: Die Entscheidung, die DPLL auf „High“ zu stellen, führt zwar zu einem verfeinerten, silbrigeren Klang, der aber etwas an Klangfülle und Direktheit einbüßt, Taylor und seine Mitmusiker wirken weniger gegenwärtig. Weniger ist aber auch nicht gut: Wenn wir DPLL auf „Low“ setzen, ist der Klang etwas matter und platter. In der „Mid“-Stellung liefert der Conductor das uns am besten gefallende Verhältnis von Feinheit, Lebendigkeit und Präsenz. Krass ist nun, was wir mit der digitale Phasenschleife bei DSD-Files erleben: Wir spielen Bachs Cello-Suite in d-moll in DSD256 von der externen Festplatte zu, und auf dem Weg von hier über den Laptop bis zum Conductor kommt die Datenlogistik offenbar an ihre Grenze: Das Timing der Übermittlung scheint nicht mehr zu stimmen, es fiept und rauscht, die Musik stottert. Doch kaum stellen wir den DPLL-Modus von „Off“ auf „Low““, ist die Störung geringer und die Musik fließender, bei „Mid“ sind alle Irritationen beseitigt, und bei „High“ hat der Klang die beste Offenheit und Tiefe. So bekommt der Conductor also die Synchronisierung wieder in den Griff!, hier erweist er sich abermals als alles zusammenhaltender Dirigent.

Über das Menü gelangt man zu den verschiedenen Einstellmöglichkeiten, mit denen man klanglich die finalen Feinheiten einstellen kann – wie hier die Filterwahl für den DAC.

Musikalische Leitung in der Klangkette

Seine Rolle als musikalischer Leiter übernimmt er nun auch jenseits der Kopfhörer-Wiedergabe. Wir nutzen nun mal den Bluetooth-Weg für die Zuspielung – und erleben „Morph The Cat“ von Donald Fagen in einer richtig, richtig guten Qualität. Nun ändern wir den Ausspielweg, verwenden die rückseitigen Ausgänge des Conductors und schließen ihn zuerst über den regelbaren „DAC Out“ an ein Paar Aktivboxen Canton Smart GLE 9 an. Das klappt hervorragend, wenn wir beim Pegel nicht ganz so vorsichtige sind und den Conductor bei Lautstärke 40 betreiben. Da in diesem Fall auch die Aktivboxen eine Lautstärkeregelung haben, kann man hier ein wenig austarieren, wann klanglich das beste Ergebnis herauskommt. Zum Test wählen wir „Take Five“ von dem Album „Feenbrothers Play Dave Brubeck“, aufgenommen im dafür üblichen PCM-Format DXD 352,8 Kilohertz/24 Bit-File, konvertiert und käuflich erwerbbar im Format DSD512. Die vier Feenbrothers spielen das berühmtes „Take Five“ live im Hilversum Studio vor 80 geladenen Gästen, der Conductor 3 Reference demonstriert uns im Verbund mit den Aktivboxen auch bei diesem Live-Konzert wieder seine Transparenz und seine plastische Abbildungsfähigkeit. Nun wechseln wir zu unserem Redaktionsverstärker, dem Hegel H390. Der verfügt über einen Eingang mit fixem Pegel, an den man regelbare vorgeschaltete Verstärker wie den Conductor anschließen kann – und das funktioniert glänzend! Als Schallwandler dienen nun ein Paar Orbid Palum, und in dieser Konstellation beeindruckt gerade bei Bass und Drums die definierte Klangfülle und die dynamische Abstufung. Nun wechseln wir den Hegel gegen einen preisgünstigen Verstärker der Einstiegsklasse, denn der hat einen Preamp-Input. So kann statt der interne Vorstufe dieses Verstärkers den Conductor als Vorverstärker nutzen – und der zeigt nun, welch klangliche Aufwertung er als Vorstufe bewirken kann: Das Schlagzeug gewinnt an Klarheit und Auflösung, der Kontrabass hat mehr Kontur, das Klavier entwickelt reichhaltigere Klangfarben – und das Saxophon glänz einem Plus an Präsenz. So kann man einen Testabend wunderbar ausklingen lassen.

Mehr braucht man nicht, wenn man per Kopfhörer exzellent Musik hören möchte: Hier ist an den Conductor der Focal Utopia angeschlossen, als Zuspieler dient ein Laptop, auf dem die audiophile Player-Software Audirvana läuft.

Fazit

Der Burson Conductor 3 Reference macht seinem Namen alle Ehre: Er ist als Kopfhörerverstärker, DAC und Preamp der musikalische Dirigent der Klangkette. Für die Kopfhörer-Wiedergabe bietet er an gleich zwei Ausgängen einen klanglich exzellenten Musikgenuss mit einem extrem leistungsstarken Verstärker, der auch fordernde Modelle locker antreibt. Durch seinen Konverter, kann er Files bis hin zu den extremen File-Qualitäten PCM 768 Kilohertz/32Bit und DSD512 wandeln und ist über diverse Filter klangoptimierbar. So sorgt er für High End-Klang auch bei HiRes-Formaten. Diese werden über den aktuelle USB-C-Port zugespielt. Darüber hinaus bietet der Conductor zwei S/PDIF-Schnittstellen und mit Bluetooth 5.0 aptX HD sogar eine sehr gute kabellose Streaming-Möglichkeit. Da der Conductor zudem einen fixen und einen regelbaren Pre-Out besitzt, ist er auch als Vorverstärker vielfach nutzbar – im Konzert mit Aktivboxen oder zwei Endstufen oder einen Vollverstärker. So hat der Conductor 3 Reference die musikalische Leitung inne – und ist mit seiner hochwertigen Fertigung und dem tollen Design auch optisch der Mittelpunkt des Geschehens.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 96/100
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: ausgezeichnet

96

96

97

191219 Burson-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Burson
Conductor 3 Reference
Produktkategorie:Kopfhörerverstärker / Vorverstärker / DAC
Preise:1.999,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Silber
Vertrieb:digital-highend, Essen
Tel.: 0201 / 83 258–25
www.digital-highend.de
Abmessungen (HBT):70 x 270 x 255 mm
Gewicht:3,0 kg (ohne Netzteil)
Eingänge (analog):2 x Line unsymmetrisch (Cinch)
1 x Mikrofon (3,5 mm Klinke), nicht nutzbar
Eingänge/Schnittstellen (digital):1 x Bluetooth 5.0 aptX HD
1 x USB Typ C
1 x S/PDIF optisch (Toslink)
1 x S/PDIF elektrisch (Cinch)
Maximale Samplingrate/
Auflösung:
- USB: PCM 768 kHz/32 bit, DSD512 nativ, DSD256 DoP
- S/PDIF elektrisch: PCM 192 kHz/24 bit
- S/PDIF optisch: PCM 192 kHz/24 bit
- Bluetooth: 48 kHz/24 bit
Ausgänge (analog):2 x Kopfhörer unsymmetrisch (6,35mm-Klinke)
1 x Pre-Out (regelbar) unsymmetrisch (Cinch)
1 x DAC Out (fix) unsymmetrisch (Cinch)
Kopfhörer-Verstärkerleistung:- 2 x 7,5 W bei 16 Ω Anschlussimpedanz
- 2 x 5,0 W bei 32 Ω Anschlussimpedanz
- 2 x 1,75 W bei 100 Ω Anschlussimpedanz
- 2 x 1,16 W bei 150 Ω Anschlussimpedanz
- 2 x 0,58 W bei 300 Ω Anschlussimpedanz
Fremdspannungsabstand:- 96 dB bei 16 Ω Anschlussimpedanz
- 97 dB bei 32 Ω Anschlussimpedanz
- 94 dB bei 100 Ω Anschlussimpedanz
- 95 dB bei 150 Ω Anschlussimpedanz
- 95 dB bei 300 Ω Anschlussimpedanz
Betriebssystem-Vorausetzung für USB- Windows XP und höher
- Android: On The Go-Support)
- macOS
- iOS
Lieferumfang:- Burson Conductor 3 Reference
- Fernbedienung
- Bluetooth-Antenne
- externes Netzteil + Netzkabel
- Cinch-Kabel (1,20 m)
- USB C/USB A-Kabel (1 m)
- OP-Satz (2 x 5534D, 2 x 5532D) zur klanglichen Optimierung
- Inbusschlüssel
- Ersatzsicherung
Pros und Contras:+ ausgezeichnetes Design
+ exzellente Verarbeitung
+ sehr klarer, transparenter und dynamischer Klang
+ HiRes bis PCM 768 kHz/32 bit, DSD512 nativ und DSD256 DoP

+ Auswahl verschiedener PCM-Digitalfilter
+ digitale Phasenschleife (DPLL) für Datensynchronisierung
+ durch regelbaren und fixen Pre-Out zusätzlich als vielfältig als Vorverstärker nutzbar
+ aufwändige Stromversorgung mit externem Netzteil
+ stehen der oder liegender Betrieb möglich dank drehender Anzeige

- Mikrofoneingang ohne Funktion
- Anleitung nur auf Englisch, erklärt weder die Wirkung/Einsatzmöglichkeit für der Filter-Modi (nur Link zum Datenblatt des Chip-Herstellers) noch die Auswirkungen des möglichen OP-Amp-Wechsels zur Klangänderung
Benotung:
Klang (60%):96/100
Praxis (20%):96/100
Ausstattung (20%):97/100
Gesamtnote:96/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistung:ausgezeichnet

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