lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

von

Redakteur
English
Zur Übersetzung unserer Seiten nutzen wir Google Translate. Dazu wird eine Verbindung zu Google-Servern hergestellt und Daten werden übertragen (weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung). Wenn Sie damit einverstanden sind, können Sie über folgenden Button Google Translate aktivieren.

Tonstudio-Niveau zuhause und zu erschwinglichem Preis? Der Phonitor se macht‘s möglich, denn SPL konzentriert bei diesem Kopfhörer-Verstärker seine Top-Technik aufs Wesentliche: Die Voltair-Technologie bürgt für beste Klangqualität, die Matrix-Schaltung holt die Musik aus dem Kopf und sorgt damit für ein natürliches Hörempfinden – und mit dem optionalen DAC-Modul geht sogar HiRes bis PCM 768 und DSD265. Bietet der SPL Phonitor se damit den Einstieg ins Elysium?

Der SPL Phonitor se bietet gerade in der Version mit metallic-roter Front ein attraktives Erscheinungsbild, das sich von herkömmlichen HiFi-Komponenten abhebt.

Der SPL Phonitor se bietet gerade in der Version mit metallic-roter Front ein attraktives Erscheinungsbild, das sich von herkömmlichen HiFi-Komponenten abhebt.

„Kopfhörerverstärker?“ oder „Kopfhörerverstärker!“ – die Setzung eines Fragezeichens oder eines Ausrufezeichens hängt davon ab, ob man nur gelegentlich die Privatbeschallung betreibt und dafür einen brauchbaren Kopfhörer nutzt, oder ob man für den häufigen Einsatz ein hochklassiges Modell besitzt und deshalb auch einen audiophilen Anspruch an die Wiedergabe stellt. Dann reicht der integrierte Kopfhöreranschluss am Vollverstärker kaum mehr aus – wenn überhaupt einer existiert. Also muss ein externer Amp her, der die hohen Ambitionen erfüllt – und die orientieren sich häufig am Profi-Bereich. Hier kommt SPL her: Die Niederkrüchteer Manufaktur hat sich mit seinen Tonstudio-Lösungen längst einen erstklassigen Ruf erworben, insbesondere mit Verstärkern, die das Mixen und Mastern per Kopfhörer ermöglichen, dabei aber die übliche harte Trennung der Kanäle samt der unnatürlichen, Super-Stereoeffekt genannten Abbildungsweise vermeiden und statt dessen eine Darstellung ermöglichen, wie sie von zwei Lautsprechern im Raum erzeugt wird. Diese Studio-Technik bietet SPL mit der „Professional Fidelity“-Serie auch für den HiFi-Bereich an.

Zum Anschluss eines Kopfhörers bietet der Phonitor se frontseitig einen unsymmetrischen Ausgang in Form einer großen Klinken-Buchse.

Zum Anschluss eines Kopfhörers bietet der Phonitor se frontseitig einen unsymmetrischen Ausgang in Form einer großen Klinken-Buchse.

Quintessenz im charakteristischen Design

Der nun präsentierte SPL Phonitor se ist dabei quasi die Quintessenz: Als Einstiegsmodell bietet er die gleiche Verstärkertechnik und Matrix-Schaltung, welche uns schon bereits beim Test des großen Bruders SPL Phonitor xe beeindruckt hat – aber eben konzentriert aufs Wesentliche. Dies geht jedoch nicht zulasten der Komponentengüte oder der Verarbeitungsqualität: Wie wir beim intensiven betrachten feststellen, bietet der SPL Phonitor se den exzellenten Standard der großen Modelle. Wie sie hebt sich auch der Phonitor se durch die charakteristische Optik und die ungewöhnliche Geometrie angenehm von dem üblichen Consumer-HiFi-Standard ab: Mit den Maßen 6 mal 28 mal 30 Zentimeter erstreckt er sich deutlich stärker in die Tiefe als in die Breite, hinzu kommen die markante Kantenrundung des schwarzen Metallgehäuses und das Retro-Flair der Front. Dies alles weist den Phonitor se klar als SPL-Komponente aus – insbesondere mit der metallic-roten Frontausführung unseres Testgeräts, die deutlich markanter ist als die Alternativen in Mattsilber oder Mattschwarz.

Das Volumenrad ist in massivem Aluminium realisiert, dahinter arbeitet ein Premium-Potentiometer. Die Gängigkeit des Pegelstellers ist exzellent.

Das Volumenrad ist in massivem Aluminium realisiert, dahinter arbeitet ein Premium-Potentiometer. Die Gängigkeit des Pegelstellers ist exzellent.

Optionaler DAC für Hochleistungs-HiRes

Auf die eher zierenden denn notwendigen VU-Meter, die bei den großen Modellen den Signalpegel anzeigen, verzichtet der Phonitor se. Auch bei den Anschlüssen zeigt er sich schnörkellos: Mit der Beschränkung auf einen unsymmetrischen Cinch-Eingang auf der Rückseite und einen ebenfalls unsymmetrischen Kopfhörerausgang auf der Front sind die üblichen Anschluss-Ansprüche des Home-HiFi-Bereichs abgedeckt. Der Pegel des Kopfhörerausgangs lässt sich sogar mithilfe eines Schalter auf der Geräteunterseite um 12 Dezibel anheben, falls ein leistungsfordernder Kopfhörer dies nötig macht. Ein Klasse-Feature, das auch die großen Modelle auszeichnet – wie auch die Möglichkeit, den Verstärker mit einem optionalen Digital-Modul zum Hochleistung-DAC aufzurüsten. Dann bietet der Phonitor se einen USB-Port, über den HiRes-Files in den sagenhaften Qualitäten PCM 768 Kilohertz/32 Bit und DSD256 zugespielt werden können. Dazu kommen ein elektrischer und ein optischer S/PDIF-Input für Signale bis PCM 192 Kilohertz/24 Bit. Bei der optischen Verbindung ist dann allerdings ein Glasfaser-Toslink-Kabel mit maximal ein Meter Länge Pflicht.

Mit dem optionalen DAC-Modul stehen drei digitale Schnittstellen zur Verfügung: ein optischer und ein elektrischer S/PDIF-Input sowie ein USB-B-Port, über den die Zuspielung von HiRes-Files bis PCM 768 Kilohertz/32 Bit sowie DSD265 möglich ist.

Mit dem optionalen DAC-Modul stehen drei digitale Schnittstellen zur Verfügung: ein optischer und ein elektrischer S/PDIF-Input sowie ein USB-B-Port, über den die Zuspielung von HiRes-Files bis PCM 768 Kilohertz/32 Bit sowie DSD265 möglich ist.

Klarheit und Kraft dank Class-A-Schaltung mit Voltair-Technologie

Damit bietet die DAC-Sektion die gleiche Hochleistungsfähigkeit wie die großen Modelle – mit zwei Ausnahmen: Auf den selten verwendeten symmetrischer AES/EBU-Input wird verzichtet, und die Filterung, die nach der Digital-Analog-Wandlung nötig ist, übernehmen die Filter des DAC-Bausteins statt die SPL-eigene Schaltung mit der selbstentwickelten Voltair-Technologie. Dieses clevere Know-how kommt hingegen bei der Verstärkerschaltung zum Zuge. Sie ist natürlich in Class-A realisiert, diese Amplifizierungs-Aart bürgt für lineare Verstärkung mit minimalen Verzerrungen. Die Voltair-Technologie bewirkt nun eine weitere Optimierung: Die Operationsverstärker der Schaltung, die für die Verarbeitung der Audiosignale zuständigen sind, arbeiten hier mit einer wesentlich höheren Betriebsspannung als üblich. So kann die Schaltung höhere Maximalpegel verarbeiten. Dadurch ist der Verstärker weniger anfällig für Übersteuerungen, er bietet eine größere Dynamik und einen höheren Rauschabstand – und er liefert am Kopfhörerausgang eine satte Power von bis zu 5 Watt. Damit treibt der Phonitor se auch leistungshungrigste Modelle und mitunter kapriziöse Magnetostaten oder Elektrostaten problemlos an.

Die Umschalter dienen der sauberen Um- und Freischaltung der Eingänge. Ist das optionale DAC-Modul integriert, trifft man mit dem „Digital“-Schalter die Wahl zwischen den drei nun verfügbaren Schnittstellen.

Die Umschalter dienen der sauberen Um- und Freischaltung der Eingänge. Ist das optionale DAC-Modul integriert, trifft man mit dem „Digital“-Schalter die Wahl zwischen den drei nun verfügbaren Schnittstellen.

Clevere Matrix …

Mit der „Matrix“ verfügt der Phonitor se auch über das zweite Know-how-Pfund von SPL: Eine spezielle Crossfeed-Schaltung sorgt für eine natürlichere Wiedergabe. Der Musikgenuss über Kopfhörer bietet eine intensiv-detailreiche Abbildung, zeitigt aber auch eine Im-Kopf-Lokalisation und einen Super-Stereo-Effekt: Die Musik erklingt nicht vor uns, sondern mitten im Kopf, und die imaginäre Bühne hat wenig Tiefe, ist dafür aber ungemein breit, die Musiker stehen viel zu weit auseinander. Der Grund: Wir bekommen die Signale des rechten und linken Kanals komplett getrennt auf die Ohren – ohne jenes Übersprechen, das bei einer Wiedergabe mit einem Lautsprecherpaar stattfindet: Dort gelangt immer auch der Schall der linken Box an das rechte Ohr und der Schall der rechten Box an das linke Ohr. Dies geschieht mit einer leichter Verzögerung und etwas geringerem Pegel. Zudem ist der Frequenzumfang kleiner, weil unser Kopf diesem Schallanteil im Weg ist und ihn bei seiner Reise hin zum entlegenen Ohr verändert.

Mi dem „Matrix“-Kippschalter aktiviert man die Crossfeed-Schaltung. Die beiden Einstellungen C1 und C2 unterscheiden sich in der Größe der Laufzeitdifferenz und bieten somit zwei Intensitätsstufen.

Mi dem „Matrix“-Kippschalter aktiviert man die Crossfeed-Schaltung. Die beiden Einstellungen C1 und C2 unterscheiden sich in der Größe der Laufzeitdifferenz und bieten somit zwei Intensitätsstufen.

… für eine lautsprecherartige Wiedergabe

Dank dieser Laufzeit- und Lautstärkeunterschiede kann unser Gehirn errechnen, wo ein Schallereignis herkommt, wir können diese Quelle also räumlich verorten. Nach diesem natürlichen Prinzip funktioniert die Wiedergabe über Lautsprecher – und auf diese Beschallungsart werden auch die Musikproduktionen ausgerichtet. Aus diesem Grund geben manche Kopfhörerverstärker mit einer Crossfeed-Schaltung etwas vom rechten Kanal auf das linke Ohr und umgekehrt, um eine lautsprecherartige Wiedergabe zu erzielen. Dies vollführt auch die zuschaltbare Matrix von SPL. Bei den großen Modellen ist dieses elaborierte Feature mit Einstellmöglichkeiten für die Crossfeed-Stärke, die Lautsprecher-Einwinklung und den Center-Level flexibel-vielfältig veränderbar, beim Phonitor se bekommen wir quasi ein Best Of mit zwei Intensitätsstufen der Über-Kreuz-Fütterung. Dabei ist der Aufstellwinkel der simulierten Lautsprecher fix auf 30 Grad eingestellt, was der Standard-Aufstellung eines Boxenpaars entspricht, und ebenso fix ist der Center um ein Dezibel abgesenkt. Die Crossfeed-Einstellung nimmt man über einen Kippschalter vor – und damit sind wir schon bei der Handhabung.

Mit Kopfhörer und Quelle – hier ein Laptop zum streamen digitaler Files –ist der Phonitor se spielfertig.

Mit Kopfhörer und Quelle – hier ein Laptop zum streamen digitaler Files –ist der Phonitor se spielfertig.

Einrichtung und Bedienung

Im Betrieb produziert der Verstärker etwas Wärme, deshalb sollte man ihm rundherum etwas Platz für die Frischluftzufuhr gönnen. Zur Schonung der Hochleistungs-Technik empfiehlt SPL, vor dem Ein- und Ausstecken des Kopfhörers die Lautstärke am Phonitor se herunterzudrehen. Dabei lernt man gleich die sahnige Gängigkeit des Premium-Potentiometers kennen. Im Betrieb sorgt es für einen extrem hohen Gleichlauf, also für eine präzise-simultane Pegelveränderung auf beiden Kanälen. Ebenfalls zur Schaltungs-Schonung ist der Ein- und Ausschaltprozess mit einem rückseitigen Netzschalter und einem frontseitig An/Standby-Schalter zweigeteilt. Aus gleichem Grund beherbergt die Stirnseite deshalb auch dezidierte Kippschalter für die Wahl zwischen Analogeingang und Digitalinput – und hier dann wiederum zwischen den drei verschiedenen Digital-Schnittstellen. Das ist sehr durchdacht, aber eben auch aufwändig gemacht. Um den USB-Port nutzen zu können, müssen Windows-Nutzer auf dem zuspielenden Rechner den aktuellen Treiber der SPL-Homepage herunterzuladen (hier geht es zum Treiber-Download) und installieren. Mac OS- und iOS-User können hingegen direkt starten.

Der Phonitor se bietet in seiner Basis-Version einen analogen unsymmetrischen Line-Eingang in Form zweier hochwertiger, vergoldeter Cinch-Buchsen.

Der Phonitor se bietet in seiner Basis-Version einen analogen unsymmetrischen Line-Eingang in Form zweier hochwertiger, vergoldeter Cinch-Buchsen.

Der SPL Phonitor se in der Praxis

Uns interessiert erst einmal die Kernkompetenz des Phonitor se: Seine Qualität als Kraftwerk. Weil unser Testmodell mit dem DAC-Modul ausgestattet ist, können wir auch gleich mal sein Kovertierungsvermögen testen. Deshalb streamen wir per USB-Port von unserem Laptop, auf dem die audiophile Player-Software Audirvana installiert ist, eine Aufnahme, die in PCM 768 Kilohertz/32 Bit gemastert wurde: „Summer Vibe“ von Beagle Kick. Das junge japanische Quintett in der Besetzung Trompete, Gitarre, E-Piano, Bass und Percussion/Cajon hat bei der Aufnahme dieser chilligen Jazz/Latin-Nummer Wert auf einen Top-Standard gelegt. Das verrät uns die akkurate Auflistung der verwendeten Mikrofone, Mikrofonverstärker, Aufnahme- und Mastering-Tools. Und so erleben wir mit dem Phonitor se eine exzellent klare, neutrale und transparente Wiedergabe. Uns fasziniert neben dieser Reinheit aber auch die Unmittelbarkeit, die scheinbare Gegenwärtigkeit und Greifbarkeit der Musiker – wir fühlen uns, als wären wir bei dieser Aufnahmesession, die gemäß der verfügbaren Fotos in einem kleinen Studioraum stattgefunden hat, dabei!

Mit dem DIP-Schalter 1 auf der Geräteunterseite kann man den Pegel des Kopfhörerausgangs um 12 Dezibel anheben.

Mit dem DIP-Schalter 1 auf der Geräteunterseite kann man den Pegel des Kopfhörerausgangs um 12 Dezibel anheben.

Herrliche Dynamik mit Power-Plus

Als Schallwandler verwenden wir mit dem Focal Utopia einen exzellenten Over-Ear-Kopfhörer. Der Phonitor treibt ihn mühelos an, der Verstärker ist gerade mal zu einem Drittel aufgedreht. Die mögliche Pegelanhebung brauchen wir eigentlich nicht, testen sie aber trotzdem: Jetzt arbeitet der Phonitor im unteren Drittel. Das Power-Plus weiß aber sehr wohl unser Alternative zu schätzen: Der geschlossene magnetostatische Dan Clark Audio AEON 2 braucht schon deutlich mehr Antrieb, mit der Pegelanhebung sorgt auch er ohne weites Aufdrehen des Verstärkers für eine herrlich dynamische Wiedergabe: Wir hören jeden der variantenreichen, in der Lautstärke fein nuancierten Schläge auf das Cajon, als stünden wir direkt daneben, auch die Anschlagsarbeit des Kontrabassisten ist ein akustisches Gedicht: das Saitenrutschen, das Schnarren, wenn die Saiten auf das Griffbrett schlagen, die Fülle und das Volumen des Basstons in den Sahnelagen des Instruments, das Näseln in den höheren Tonregionen – so muss ein Kontrabass klingen, um realistisch zu wirken.

Wer den Phonitor se per USB mit Files füttert, kann die höchstmöglichen File-Qualitäten PCM 768 und DSD256 einspeisen. Zum Abspielen wählt man am besten einen audiophilen und HiRes-fähigen Audio-Player. Hier kommt Audirvana zum Einsatz.

Wer den Phonitor se per USB mit Files füttert, kann die höchstmöglichen File-Qualitäten PCM 768 und DSD256 einspeisen. Zum Abspielen wählt man am besten einen audiophilen und HiRes-fähigen Audio-Player. Hier kommt Audirvana zum Einsatz.

Mit der Matrix in die Realität

Abgesehen von dieser famosen und dynamischen Detaildarstellung imponiert uns der Phonitor se mit der ausgezeichneten Offenheit und der Räumlichkeit seiner Gesamtabbildung. Hier ist das Erlebnis mit dem Focal Utopia noch beeindruckender, weil er mit seinen leicht eingewinkelten Treibern die völlige Im-Kopf-Lokalisation schon per se vermeidet. Mit der Matrix-Schaltung des Phonitor se lässt sich hier aber noch ein ganz anderes Niveau erreichen. Kaum schalten wir das Crossfeed zu, treten die fünf Musiker einen Schritt zurück und rücken merklich zusammen, statt weit auseinandergezogen quer durch unseren Kopf zu musizieren. Jetzt erscheinen sie uns als Ensemble, das mit einer schönen räumlichen Staffelung vor uns agiert. Wow! Das Crossfeed zeitigt aber einen Nebeneffekt: Der Bass wird etwas schlanker. Bei der satten, aber keinesfalls überbetonten Tieftonwiedergabe, die der Phonitor se im Zusammenspiel mit dem Focal Utopia bietet, ist das aber kein großer Verlust – gerade gemessen an dem nun erzielten Zugewinn an Darstellungsrealität.

Unter dem Phonitor se sorgen schockabsorbierende, mit Gummipuffern versehenen Füße für sicheren Stand und vibrationsarmen Betrieb.

Unter dem Phonitor se sorgen schockabsorbierende, mit Gummipuffern versehenen Füße für sicheren Stand und vibrationsarmen Betrieb.

Mehr Struktur und Natürlichkeit

Die Matrix-Wirkung testen wir jetzt auch mal mit einer älteren, problematischeren Aufnahme: Das Oscar Peterson Trio spielt „In A Mellow Tone“. Die Aufnahme stammt aus den 1960er-Jahren, das 192 Kilohertz/24 Bit Remaster ist ein Gedicht – gerade mit dem Phonitor: Abgesehen von der mitreißend frischen Interpretation des Jazz-Klassikers hören wir dank der tollen Auflösung, wie Peterson mal die Melodielinie, mal die Begleitung leise mitsingt. Das nehmen wir zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit wahr. Es macht das Klangerlebnis noch intimer und Oscar Peterson noch gegenwärtiger. menschlicher und sympathischer: Wir merken gerade, dass wir lächelnd vor dem Phonitor sitzen. Der Einsatz der Matrix tut dieser Aufnahme nun besonders gut. Das Trio klang zuvor überlebensgroß und wie auf einer Linie nebeneinandergestellt. Das Klavier kam dabei von rechts außen, das Schlagzeug stark von links, der Bass trichterte uns seine Töne zentral ein. Mit der Crossfeed-Aktivierung bekommt das Klangbild nun deutlich mehr Struktur und Natürlichkeit.

Im Zentrum der Front zeigt eine kleine rote LED zeigt mit sanftem Glimmen an, dass der Phonitor se eingeschaltet und im Standby-Modus ist – und mit stärkerem Leuchten, dass der Verstärker, wie hier, Betriebsbereit ist. Erst die Betätigung des rückseitigen An/Aus-Schalters lässt die Lampe erlöschen.

Im Zentrum der Front zeigt eine kleine rote LED zeigt mit sanftem Glimmen an, dass der Phonitor se eingeschaltet und im Standby-Modus ist – und mit stärkerem Leuchten, dass der Verstärker, wie hier, Betriebsbereit ist. Erst die Betätigung des rückseitigen An/Aus-Schalters lässt die Lampe erlöschen.

Normalisierung des Raums

Das vorher gefühlt drei Meter durchmessende Ride-Becken des Drumsets hat nun Normalmaß, und da Bob Durham es, wie beim Swing üblich, durchaus extensiv einsetzt, wirkt es nun auch nicht mehr so aufdringlich. Auch der originale Raumhall verliert Dank der Matrix seinen Stressfaktor: Die Aufnahme entstand im Rahmen der legendären Privatkonzerte in der Villa des Produzenten Hans-Georg Brunner-Schwer, und hier schallert es schon ordentlich. Das hört man gleich zu Beginn am Applaus und durch Petersons Solo-Vorstellung des musikalischen Themas: Ohne Matrix ist der Hall viel zu intensiv und ablenkend, mit Zuschalten der Matrix wird diese irritierend-stressige Überbetonung des Raums wohltuend aufgehoben. So macht die Crossfeed-Schaltung das Hören viel angenehmer sorgt für eine realistischere Wiedergabe. Wer nun allerdings einen hundertprozentigen „Wie mit Lautsprechern“-Effekt erwartet, verlangt dann doch etwas zu viel. Aber – und diese Erfahrung machen wir auch mit analoger Zuspielung der Musik – wer einmal die Matrix-Schaltung genossen hat, möchte ungern wieder zurück.

Der SPL Phonitor se im Praxistest: Hier spielt der mit dem Kopfhörer Focal Utopia.

Der SPL Phonitor se im Praxistest: Hier spielt der mit dem Kopfhörer Focal Utopia.

Fazit

Der SPL Phonitor se konzentriert die Top-Technik der großen Phonitor-Modelle auf das Wesentliche: Als Kopfhörer-Verstärker bietet er die Voltair-Technologie, dank der ihm eine exzellent neutrale Wiedergabe mit toller Transparenz, Dynamik und Basskraft gelingt. Mit der Matrix-Schaltung, die auf zwei Intensitätsstufen fokussiert ist, holt er zudem die Musik aus dem Kopf und sorgt für eine wesentlich natürlichere Wiedergabe, die den auf Dauer anstrengenden Super-Stereo-Effekt und die übertriebene Hall-Abbildung von Räumen vermeidet. Durch die Aufrüstung mit dem DAC-Modul ist der Phonitor se zudem extrem HiRes-fähig bis hin zu PCM 768 und DSD265. Mit diesem klanglichen und technischen Niveau bietet der SPL Phonitor se den Einstieg ins Elysium – nur insofern folgen wir der herstellerseitigen Charakterisierung dieses ausgezeichneten Kopfhörerverstärkers als Einstiegsmodell.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 96/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

96 of 100

96 of 100

96 of 100

210115.SPL-Testsiegel

Technische Daten

Modell:SPL
Phonitor se
Produktkategorie:Kopfhörerverstärker / (DAC)
Preise:- mit DAC: 1.399,00 Euro
- ohne DAC: 999,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Front: Metallic-Rot, Gehäuse: Mattschwarz
- Front: Mattsilber, Gehäuse: Mattschwarz
- Front: Mattschwarz, Gehäuse: Mattschwarz
Vertrieb:SPL electronics GmbH, Niederkrüchten
Tel.: +49 2163 98340
https://spl.audio
Abmessungen (HBT):57 (inkl. Füße) x 278 x 300 mm
Gewicht:2,8 kg
Eingänge (analog):1 x Line unsymmetrisch (Cinch), Impedanz: 20 kΩ
Eingänge (digital), nur mit optionalem DAC verfügbar:1 x USB Typ B
1 x S/PDIF optisch (Toslink)
1 x S/PDIF elektrisch (Cinch, koaxial)
Maximale Samplingrate/
Auflösung:
- USB: PCM 768 kHz/32 bit, DSD256 (DoP)
- S/PDIF elektrisch: PCM192 kHz/24 bit
- S/PDIF optisch: PCM 96 kHz/24 bit, mit Glasfaserkabel < 1m: PCM 192 kHz/24 bit
Ausgänge (analog):1 x Kopfhörer unsymmetrisch (6,35 mm-Klinke, Impedanz: 0,18 Ω)
max. Ausgangsleistung:- 2 x 2,7 W bei 600 Ω Anschlussimpedanz
- 2 x 5 W bei 250 Ω Anschlussimpedanz
- 2 x 1 W bei 32 Ω Anschlussimpedanz
Frequenzgang:10 Hz - 300 kHz (-3 dB)
Rauschabstand:103 dBA
Dynamikumfang:135,5 dB
Lieferumfang:- SPL Phonitor se
- Netzkabel (1,5 m)
- Bedienungsanleitung (Englisch, Deutsch)
Optionales Zubehör/Module:DAC 768xs
Pros und Contras:+ ausgezeichnete Wiedergabe mit großer Transparenz, Dynamik und Basskraft
+ hohe Ausgangsleistung erlaubt auch den Betrieb leistungshungriger Kopfhörer (z.B) Magnetostaten oder Elektrostaten
+ zuschaltbare zweistufige Crossfeed-Schaltung zur Simulation einer Lautsprecher-Wiedergabe
+ ausgezeichneter DAC für HiRes bis PCM 768 kHz/32 bit und DSD256
+ Pegelanhebung (12 dB) über bodenseitigen DIP-Schalter für leistungshungrige Kopfhörer
+ ausgezeichnete Komponenten- und Verarbeitungsqualität

- kein Line-Ausgang für den Anschluss an Aktivboxen oder für die Nutzung des DAC mit einem HiFi-Verstärker
Benotung:
Klang (60%):96/100
Praxis (20%):96/100
Ausstattung (20%):96/100
Gesamtnote:96/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistung:sehr gut

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt