von

Chefredakteur
English
Zur Übersetzung unserer Seiten nutzen wir Google Translate. Dazu wird eine Verbindung zu Google-Servern hergestellt und Daten werden übertragen (weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung). Wenn Sie damit einverstanden sind, können Sie über folgenden Button Google Translate aktivieren.

Auf den ersten Blick wirkt die Canor-Kombi AI 2.10/CD 2.10 wie ein klassisches HiFi-System. Tatsächlich bringt sie auch alle Tugenden mit, die man von besseren Stereo-Anlagen erwartet. Darüber hinaus punktet sie aber noch durch ein cooles Display, ungeahnte HiRes-Fähigkeiten und einen seidenweichen Klang, der zu stundenlangen Musik-Sessions einlädt.

Mit Kombi bestehend aus AI 2.10 und CD 2.10 haben wir das aktuell kleinste Setup aus dem Canor Audio-Programm im Test.

Zunehmend werden klassisch gestylte HiFi-Systeme in europäischen Wohnzimmern durch kompaktere All-in-One-Systeme ersetzt. Unter anspruchsvollsten Musikfreunden erfreuen sich exklusive Audio-Komponenten im klassischen 43-Zentimeter-Format aber weiterhin größter Beliebtheit – vorausgesetzt, sie kommunizieren auch mit modernen Zuspielern. Die moderne Quelle spielt zumeist digital aus und das erfordert wiederum einen besseren Wandler, der die digitalen Signale auf die analoge Ebene bringt. Zugleich soll der klassische HiFi-Verstärker aber auch analoge Quellen wie beispielsweise den Plattenspieler nicht vernachlässigen. An beides hat Canor in der mir zum Test zu Verfügung gestellten Kombi gedacht und beides ist hier sogar strickt voneinander getrennt. Der Verstärker stellt dabei den Spezialisten für alle analogen Zuspielungen und der CD-Player hat einen HiRes-DAC an Bord. Er verarbeitet alle eingehende Musikfiles bis zu einer Abtastrate von 768 kHz. Damit ist das slowakische Duo bereit für nahezu jeden Einsatzzweck – und für meinen Test.

Wer ist Canor Audio?

Obwohl Canor bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert hochwertigste HiFi-Komponenten produziert, ist die in der Slowakei beheimatete Marke hierzulande noch eher unbekannt. Wer deshalb denkt, es handele sich um eine weitere Mikro-Firma, die meint schnell mal HiFi-Geräte herzustellen und verkaufen zu können, der irrt. Canor entwickelt und produziert bereits seit einem Vierteljahrhundert – u.a. auch als OEM-Partner für weltweit namhafte HiFi-Marken, über die man vertragsgemäß lieber Stillschweigen bewahrt. Im Laufe dieser Zeit hat man sich zu einem vertrauenswürdigen und zuverlässigen Hersteller gemausert und verfügt heute über riesige Produktionshallen im slowakischen Presov. Hier werden alle aktuellen Canor-Modelle auch tatsächlich gefertigt. So aufgestellt, mit einem komplett neu zusammengestellten Portfolio und einem Vertriebswechsel, wollen die osteuropäischen Audio-Spezialisten nun auch den deutschen Markt erobern. Die Voraussetzungen sind also gegeben. Anhand der Stereo-Kombi AI 2.10/CD 2.10 will ich nun herausfinden, wo die Marke in etwa einzuordnen ist.

Solides Gehäuse, massive Alu-Front. Die Verarbeitung der mir zum Test gelieferten Canor-Kombi ist sehr gut.

Unverwechselbar

Gleich nach dem Auspacken fällt mir zunächst das eher ungewöhnliche, zugleich aber ansprechende Design auf. Das Gesicht eines jeden Canor-Produktes ziert eine gebürstete Aluminium-Platte, die von einem schwarz-glänzenden Gürtel durchzogen ist. In ihm sitzt das bemerkenswert große Dot-Matrix-Display, das jedes Canor-Produkten unverwechselbar macht. Diese Informationseinheit sieht gut aus und leistet exakt das, was man erwarten sollte: Es ist sehr gut ablesbar, selbst aus drei bis vier Metern Entfernung. Im Verstärker gibt es beispielsweise Auskunft über die aktuell gewählte Quelle und die derzeitige Lautstärke. Beim CD-Player befindet sich das große Display an der exakt gleichen Stelle und informiert über Tracknummer und Laufzeit der aktuell gespielten CD, über die Datenrate der dem DAC zugespielten Datei oder darüber, dass die CD gerade ausgeworfen wurde (Ejecting). Mittig über besagtem Gürtel thront ein massiver Drehregler, der im Amp für die Lautstärkejustage und im CD-Player u.a. für die wichtigsten Wiedergabefunktionen verantwortlich zeichnet.

Markant sind der große Drehregler und das coole Display des AI 2.10.

Alles Röhre

Zum Design kommt die technische Ausstattung: Zunächst muss dabei etwas Grundlegendes erwähnt werden. In den meisten aktuellen Modellen setzt Canor auf den Einsatz von Röhrentechnik. Eine Philosophie, die Mitgründer und Chefentwickler Zdeňek Březovják, selbst begeisterter Musiker, vom ersten Tag an verfolgte. Endsprechend kommen auch meine beiden Testgäste nicht ohne den Einsatz von Röhren aus. So handelt es sich beim AI 2.10 um einen sogenannten Hybrid-Vollverstärker mit Röhrenvorstufe und einer Ausgangsleistung von zweimal 150 Watt. Wie beim AI 2.10 wird die analoge Signalverarbeitung auch im CD-Player über hochwertige Röhrenstufen vorgenommen. In beiden Geräten kommen dementsprechend auch ausschließlich streng selektierte und zueinander passende Röhren zum Einsatz. Diesbezüglich wird jede einzelne an Lager befindliche Röhre in einem eigens dafür entwickelten Messsystem namens Aladdin durchgecheckt und ihren Parameter entsprechend in einer Datenbank abgespeichert. So kann sichergestellt werden, dass auch immer zueinander passende Röhren in einem Gerät verwendet werden.

Dedizierte Kraft

Wie eingangs erwähnt, ist Canor Audio bei seiner Ausstattung sehr sorgsam vorgegangen. Entsprechend seiner Bestimmung als Analog-Spezialist ist der AI 2.10 auch ausschließlich mit analogen Zugängen ausgerüstet. Das wären hier vier Paar Cinch-Buchsen, sowie zwei symmetrische XLR-Eingänge. Letztgenannte Verbindung ist im Zweifelsfall zu bevorzugen, ist sie doch die bestmögliche Art der analogen Audio-Übertragung. Sie gilt deshalb im Profi- und Studiobereich als Standard. Im Consumer-Bereich ist sie ausschließlich in hochwertigen Komponenten zu finden und bürgt für die bestmögliche Übertragungsqualität des Audiosignals. Sind alle eingehenden Signale verarbeitet, werden sie über die Endstufe verstärkt und ausgegeben. Und die hat richtig Power. Hängt man Lautsprecher mit einer Impedanz von vier Ohm an den AI 2.10, leistet er zweimal satte 150 Watt. Damit ist der preisgünstigste Amp im Canor-Programm aufgrund seines Hybrid-Aufbaus und dank des fetten Ringkerntrafos auch der leistungsstärkste. Das macht sich im Hörraum dann auch bemerkbar. Dazu gleich mehr …

Am AI 2.10 finden sich ausschließlich analoge Eingänge. Diese bietet der Amp in vierfach unsymmetrischer und zweimal in symmetrischer Ausführung.

Ernsthafte Quelle

Zu einem anspruchsvollen HiFi-Setup gehört natürlich auch ein entsprechendes Quellgerät. Für meinen Test habe ich den CD 2.10 geordert, einen CD-Player im zum Verstärker passenden Outfit. Selbst die Abmessungen sind identisch. Das gilt sowohl für die Gehäusebreite wie die Höhe und Tiefe. Dabei verfügt der Player aber nicht nur über die gleichen Abmessungen, sondern über einen nicht minder anspruchsvollen Aufbau inkl. Röhreneinheit. Ein für einen Player eher ungewöhnlicher Aufbau, der die Ernsthaftigkeit allerdings nochmals unterstreicht, mit der man bei Canor Audio an die Sache heran geht. Eher unauffällig links in der Front sitzt dann das schlanke Slot-In-Laufwerk. Auffälliger ist da der große, oben mittig platzierte Drehregler. Über ihn wird die Wiedergabe gestartet, pausiert oder durch das Album geskippt. Eine eher ungewöhnliche Ausführung, zumal Funktionen wie Stop oder das Vor- und Zurückspulen über die kleinen Taster rechts unter dem Regler vorgenommen werden.

Statt einer großen CD-Schublade setzt Canor im CD 2.10 auf einen filigranen Slot-In.

HiRes-Spezialist

Aber was mache ich, wenn ich eine digitale Quelle habe. Einen Streamer, Rechner oder Media-Player, den ich gern in meine Canor-Kette bringen will? Diese Quellen verbinde ich dann einfach mit besagtem Digital-Spezialisten, dem CD-Player. Der ist nämlich mit einem HiRes-DAC ausgestattet, der auch fremden Quellen zugänglich ist. Die können ihre Files dem CD 2.10 dann beispielsweise per Koaxial-Verbindung, optischem Digitalkabel oder per USB zuspielen. Über die beiden erstgenannten Wege in einer Abtastrate von bis zu 192 Kilohertz und per USB sogar bis 768 Kilohertz oder DSD 256. Damit nimmt der Canor-DAC nahezu jedes aktuell verfügbare Digitalfile entgegen. Ein weiteres Plus: Die USB-Schnittstelle funktioniert hier asynchron. Das heisst, der integrierte DAC ist beim Transport der Musik nicht vom Taktgeber des zuspielenden Computers oder des USB-Bussystems abhängig. Ausgegeben werden die gewandelten Digitalsignale dann entsprechend analog, entweder unsymmetrisch via Cinch oder bevorzugt symmetrisch über die entsprechenden XLR-Ausgänge.

Die Rückseite des macht schnell klar: Der hier eingesetzte DAC ist auch anderen Quellen (per USB, koax- oder optischer Verbindung) zugänglich!

Kraft satt

Sind die Begutachtung und die obligatorische Einspielzeit abgeschlossen, geht es endlich in den Praxistest. Dazu zunächst ein wichtiger Hinweis:
Wer sich diese Canor-Kombi beim Fachhändler seines Vertrauens anhört, wird sich vielleicht wundern, warum erstmal nichts passiert, nachdem man beide Geräte eingeschaltet hat. Das liegt an der hier eingesetzten Röhrentechnik. Sie benötigt etwas Zeit, um die Röhren quasi hochzufahren. Wer schonmal einen Röhrenverstärker besessen hat, der kennt das. Alle anderen werden sich vielleicht wundern. Sind die Röhren dann angewärmt, kann es auch endlich losgehen. Hat man ein eher massiveres HiFi-Setup vor sich, lässt man sich schnell dazu verleiten, zuerst auf das Bassfundament zu achten. Das geht es mir jetzt nicht anders. Entsprechend starte ich meinen Hörtest mit einem höher auf der Bass-Skala angesiedelten Song: Daft Punks „Something About Us“. Dem eher langsamen Intro folgt dann eine impulsstarke Performance, die man sich kaum knackiger, dynamischer und zielstrebiger wünschen könnte.

Klangtreue

Nach Daft Punk geht es dann mit dem nächsten Elektro-Song weiter: Diesmal mit Schillers „I Miss You“. Kaum angespielt, liefert das slowakische Setup erneut eine staubtrockene, punktgenaue Performance ab, die mich umgehend zu einer deutlichen Pegelerhöhung verleitet. Mein kräftiger Rechtsdreh am Lautstärkesteller – der übrigens satt läuft und einen wirklich guten haptischen Eindruck hinterlässt – scheint dem AI 2.10 allerdings nichts Besonderes abzuverlangen. Ja, es wird deutlich lauter, am Klangcharakter ändert sich jedoch nichts. Alles wird hier gleichmäßig lauter, ohne dass bestimmte Musikanteile eine besondere Betonung oder eine entsprechende Vernachlässigung erfahren. Korrekt, das sollte man auch erwarten. Leider ist das aber tatsächlich nur bei besseren Verstärkern der Fall. Der AI 2.10 ist eindeutig einer. Was mir noch auffällt: Der Canor krempelt zwar die Ärmel hoch und langt in den unteren Frequenzlagen ordentlich zu. Der so erzeugte Bass sticht allerdings niemals aus seinem musikalischen Umfeld heraus.

Ein Druck auf die Eject-Taste genügt und die CD wird wieder sanft ausgegeben.

Ausgeglichen, direkt

Das ist gut so, denn so kraftvoll die Basswiedergabe auch sein mag, so sehr kann sie auch nerven, wenn sie sich dauerhaft in den Vordergrund spielt. Glücklicherweise ist das hier aber nicht der Fall. Statt durch überzogene Basseinlagen hervorzutreten, liefern AI 2.10 und CD 2.10 ein durchweg ausgeglichenes Klangbild. Ausgeglichen, ohne jeglichen Anflug von Langeweile aber ausgewogen, strukturiert und mit erstaunlichem Druck. Die Musik schwebt förmlich im Raum und verteilt sich dort gleichmäßig. Diese Gleichbehandlung aller Musikanteile wirkt im ersten Moment vielleicht zurückhaltend, kommt aber auf jeden Fall der Langzeittauglichkeit zu Gute. Ohne zuviel vorweg zu nehmen: Auch nach meiner intensiven, zweistündigen Musiksession habe ich weder den Wunsch nach einer Pause, noch das Bedürfnis leiser zu drehen. Übrigens: Für meinen Hörtest habe ich die Canor-Kombi u.a. mit Lautsprechern der Marken Seta Audio, KEF und Magnat gehört. Den beschriebenen Klangcharakter behielt das Setup dabei in jeder Konstellation bei.

Die feine Seite

Mit dem The-Who-Cover “Light My Fire” von Friend `n Fellow geht es anschließend etwas ruhiger zu. Ein eher sanfter Song, von Constanze Friend gefühlvoll interpretiert und mit nur einer Gitarre minimal instrumentalisiert. Auch wenn der musikalische Umfang sich hier auf nur einmal zwei Künstler reduziert, beweist das Canor-Paar direkt seine Vielfältigkeit und zeigt aus dem Stand, was man von einem anspruchsvollen HiFi-Setup erwarten darf. Der eher feine Song geht mir dabei mit einem groovenden Charme sofort ins Blut über. Innerhalb weniger Sekunden erlebe ich so eine Performance, der ich mich kaum entziehen kann. Keine Spur von künstlicher Effekthascherei, die man von vergleichsweise kompakten HiFi-Setups sonst oft serviert bekommt. Stattdessen beweisen meine Testgäste, dass sie keineswegs nur auf die Pauke hauen können und liefern eine Feinzeichnung und Detailwiedergabe, die ich mir kaum besser wünschen könnte.

Jeder Canor Audio-Baustein kommt mit einer eigenen Fernbedienung.

Externe Zuspielung

Im nächsten Testabschnitt spiele ich dem DAC mit „Morph The Cat“ von Donald Fagen dann Musik vom Laptop zu. Gibt man den Canor in den Audio-Einstellungen des Computers als Ausgabegerät an, werden sämtliche Signale direkt per USB an ihn versandt. Jetzt muss am CD-Player (ja, richtig gelesen) noch der richtige Eingang gewählt werden und schon nimmt der interne DAC des CD 2.10 die digital zugespielten Files entgegen, wandelt sie auf analoge Ebene und übergibt sie dann über die analoge Kabelverbindung an den Verstärker. Das liest sich jetzt vielleicht etwas kompliziert, ist in der Praxis aber in wenigen Sekunden erledigt. Tatsächlich muss man nämlich nur das USB-Kabel einstecken und den entsprechenden Eingang wählen. Das macht man über den mit „INP“ beschrifteten kleinen Taster am Gerät. Welcher Eingang gerade angewählt ist, darüber informiert das Display dann in großen Lettern. Einfacher geht es nicht.

Wird von einer extrenen Quelle zugespielt, informiert das Display des CD 2.10 über den entsprechenden Eingang und die Abtastrate des aktuell gespielten Tracks.

Sanfte Eindringlichkeit

Doch zurück zum Sound: Auch wenn die gewählte Datei „nur“ in 48 Kilohertz zugespielt wird, zeichnen sich die musikalischen Strukturen sofort fein durch. Das einleitende Intro, wartet mit einem richtig schönen straffen, druckvollen und eindringlichen Bass auf. Der macht sich sogar ein bisschen in der Magengegend bemerkbar und verlangt quasi nach einem erneuten Pegelanstieg. Diesen verkneife ich mir aber jetzt, denn jetzt steigt auch Fagen ein. Dessen unverkennbare Stimme passt sich der begleitenden Instrumentalisierung sofort perfekt an. Alles klingt so präsent, aber nie aufdringlich, und authentisch. Ich würde jetzt nicht soweit gehen und sagen, dass ich den Eindruck habe, ich säße mitten im Aufnahmestudio. Aber wie eine digitale Konserve klingt es hier beileibe auch nicht. Offensichtlich kommt hier also die Röhre zum Tragen. Zumindest interpretiere ich die weiterhin straffe, zugleich aber auch butterweiche Performance der Kombo so, die da quasi direkt vor mir auf der Bühne steht.

In meinem Hörtest musste sich die Canor-Kombi in verschiedenen Räumen und an verschiedenen Lautsprechern beweisen. Hier in unserem Testraum 3 …

HiRes

Womit ich auch schon beim nächsten Punkt angekommen wäre: Der räumlichen Abbildung. Die nun erzeugte musikalische Bühne zieht sich nämlich vollständig zwischen den Lautsprechern auf. Genauer gesagt, spannt sie sich ein kleines Stückchen hinter den Schallwandlern auf und ragt auch ein bisschen in die Tiefe. Hier leuchtet sie das musikalische Geschehen dann voll aus, so dass wirklich kein Detail ungehört bleibt. Diesen Effekt erlebe ich dann auch in meiner nächsten Test-Sequenz. Diesmal mit Grace Jones und „Use Me“ in einer Abtastrate von 96 Kilohertz. Auch in diesem Titel werden sämtliche Instrumente sauber gestaffelt und dennoch als zusammengehöriges Ganzes, als Einheit, auf die akustischen Bühne gestellt. Und wie zuvor wird auch jetzt keines der eingesetzten Instrumente oder die Stimme der jamaikanischen Künstlerin bevorzugt oder unterdrückt. Was mir auch sehr gut gefällt, ist die Korrektheit der musikalischen Inhalte. Alles scheint irgendwie richtig bzw. auch größenrichtig.

Größenrichtig

Was ich damit meine: Oftmals werden Instrumente akustisch viel größer dargestellt, als sie es in Wirklichkeit sind. Beispielsweise lässt eine solche „Effekthascherei“ Gitarren schnell mal an Reiz gewinnen. Das kann dem Charakter des Songs sogar kurzfristig zu Gute kommen. Wenn man dann aber genau zuhört, stellt man schnell fest, dass Instrumente räumlich aber oft einfach überdimensioniert dargestellt werden. Wo gibt es schon eine zwei Meter lange Gitarre? Dieser Effekt ist hier allerdings ausdrücklich nicht der Fall. Die Musik hat zwar eine gewisse Präsenz. Raum, Instrumentalisierung und Stimme werden aber nur dann besonders herausgehoben, wenn dies durch die Abmischung vom Künstler so gewollt ist. Das wiederum ist eine sehr gute Basis, um auch an mehrstündige Musiksessions viel Freude zu haben und Details zu erleben, die man von seinen Lieblingssongs bisher nicht kannte. Das ist beileibe nicht mit jeder Stereo-Anlage möglich, mit der Canor-Kombi aber auf jeden Fall.

… und hier in unserem Testraum 1.

Fazit

Die Canor-Kombi bestehend aus AI 2.10 und CD 2.10 mag auf den ersten Blick wie eine klassische HiFi-Anlage aussehen. Tatsächlich ist das hervorragend verarbeitete Duo aber viel mehr. Der Amp zeigt sich als hervorragender Analog-Spezialist, der seidenweich spielt, zugleich aber auch jede Menge Temperament zeigt. Der CD 2.10 ist ein hervorragender CD-Player, zugleich aber auch ein anspruchsvoller DAC, der Musikfiles bis zu einer Abtastrate von 768 Kilohertz verarbeitet. So ergibt sich ein Setup, das sich sowohl in der analogen wie digitalen Welt als Spezialist behauptet und klanglich zur absoluten Spitze seiner Preisklasse gehört. Wer abseits des Mainstreams auf der Suche nach einem richtig gut klingenden und etwas anders gestylten HiFi-System ist, sollte sich diese Kombi unbedingt mal ansehen – und vor allem anhören.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94

94

95

Technische Daten

Modell:Canor AI 2.10/CD 2.10
Preis:AI 2.10: 3.499 Euro
CD 2.10: 3.499 Euro
Garantie:24 Monate
Ausführungen:- Gold
- Silber
Vertrieb:IDC Klaassen, Lünen
Tel.: 0231 / 9 86 02 85
www.idc-klaassen.com
Abmessungen (HBT):AI 2.10: 120 x 435 x 405 mm
CD 2.10: 120 x 435 x 405 mm
Gewicht:AI 2.10: 15,0 Kg
CD 2.10: 12,0 Kg
Ein-/Ausgänge (AI 2.10):4 x Analog Audio (Cinch)
2 x XLR
Leistung (AI 2.10):2 x 150 Watt (4 Ohm)
2 x 100 Watt (8 Ohm)
Ein-/Ausgänge (CD 2.10):Eingänge:
1 x Koaxial
1 x Optisch
1 x USB

Ausgänge:
1 x Koaxial
1 x Optisch
1 x XLR
1 x Analog Audio (Cinch)
Lieferumfang:AI 2.10:
- Fernbedienung
- Netzkabel
- Anleitung

CD 2.10:
- Fernbedienung
- Netzkabel
- Anleitung
Pros und Contras:+ DAC (CD 2.10) extern nutzbar
+ HiRes-DAC bis 768 kHz
+ sehr gute Verarbeitung
+ Massive Materialqualität
+ große Displays
+ ausgewogener Klang
+ temperamentvolle Bassperformance

-
Benotung:
Klang (60%):94/95
Praxis (20%):94/95
Ausstattung (20%):95/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunghervorragend

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt