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Redakteur
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Spitzenreiter: Der brandneue Solus Play nimmt in Quads audiophiler Lifestyle-Serie Artera sofort die Pole-Position ein. Kein Wunder: Der All-in-One-Player erweist sich als moderne, komplette und audiophile Medienzentrale mit HiRes-Streaming per WLAN und LAN, Bluetooth-Konnektivität, USB- und S/PDIF-Schnittstellen sowie analogen Eingängen, CD-Laufwerk und integriertem Vollverstärker. Zusätzlich punktet er mit dem Streaming/Multiroom-Standard DTS Play-Fi, über den zahlreiche Musikdienste verfügbar sind und das Musikmanagement im ganzen Haus zum Kinderspiel wird. Im lite magazin erlebt der Quad Artera Solus Play seine europaweite Test-Premiere.

Schicke Medienzentrale: Der Quad Artera Solus Play punktet mit seinem attraktiven Äußeren, das Retro-Look und Traditions-Anleihen mit modernem Industrie-Design vereint.

Mit der Artera-Serie strebt Quad eine Verbindung seiner klassischen HiFi-Qualitäten mit modernem Design und aktueller Audio-Technik an. Dies ist im Artera Solus Play am vollumfänglichsten realisiert. Während die anderen Komponenten der Serie – sei es der Vorverstärker Artera Pre, sei es der Netzwerk-Player/CD-Spieler/Preamp Artera Link oder die von uns bereits getestete Verstärker/DAC/CD-Kombination Artera Play/Artera Stereo – jeweils bestimmte Einsatz-Schwerpunkte haben, ist der ebenfalls von uns getestete Vorgänger Artera Solus bereits ein komplettes HiFi-System, das nur noch ein Paar Lautsprecher zur Wiedergabe benötigt. In der neuen Artera Solus Play-Version ist dieses Komplett-System nun noch kompletter – durch die Integration eines WLAN/LAN-Streaming-Moduls, durch die Einbindung von DTS Play-Fi und durch einige Aktualisierungen, die den Solus Play auf den neuesten Stand der Technik bringen. Schauen wir uns den Serien-Spitzenreiter doch mal genauer an.

Durch den Unterbau mit kleinerer Grundfläche scheint der Solus Play fast zu schweben. Hier ist auch optisch unauffällig der Anschluss für den Kopfhörer positioniert.

Retro-moderner Style

Quad ist zurecht stolz auf seine Tradition. Seit über 70 Jahren bauen die Engländer feinste HiFi-Elektronik, die ab den späten 1960er in einer charakteristischen, sehr britischen Formgebung präsentiert wurde. Prägnant waren das kleine kastige Gehäuse und die großen frontalen Stellräder. Auf diese Tradition spielt Quad mit den gegenwärtigen Komponenten an. Den Designern ist es gelungen, die optischen Markenzeichen mit heutigem Industrie-Design in einen überaus gelungenen retro-modernen Look zu überführen. Das Gehäuse ist nun zu einem stylischen flachen Quader mit den Maßen 11 mal 32 mal 32 Zentimeter gereift, Formgebung und Funktion sind zudem clever zusammenführt. So sind die lamellenbewehrten Wangen in Wirklichkeit massive, mit Rippen versehene Kühlkörper, die die Wärme der Elektronik und hier vor allem des integrierten Vollverstärkers abführen. Dem gleichen Zweck dient auch die oberseitige Glasplatte. Die eingelegte satinierte Scheibe mit dem schön in Szene gesetzten Firmenlogo adelt die schicke Anmutung des Solus Play. Rein praktisch ist sie aber Teil des Kamin-Systems: Kühle Frischluft wird durch die Lüftungsschlitze im Geräteboden durch den Solus Play gesogen und als warme Abluft durch die obigen Lüftungsschlitze wieder ausgegeben. Diese eher unattraktiven Öffnungen werden nun von der Glasplatte kaschiert. Damit der Kamin-Effekt funktioniert, ist sie durch Abstandhalter vom Gehäusedeckel distanziert. So kann die Luft zur Rückseite hin entweichen.

Die eingelassene gläserne Platte bildet die attraktive Oberseite des Gehäuses. Sie liegt allerdings nur auf und hat durch ihre gummierten Puffer Abstand zum Korpus. So entsteht ein Luftschacht, über den der Solus Play seine Wärme ableiten kann.

Edles OLED-Touch-Display

Nun zum andren Markenzeichen, dem großen Stellrad: Es ist in eine kreisrunde, pechschwarze, bündig in die Stirnseite eingelassene Scheibe transformiert worden. Nach dem Einschalten des Solus Play erweist sich diese Scheibe als OLED-Touch-Display. Es ist durch seinen sehr guten Kontrast und die feine Auflösung exzellent ablesbar. In dieses Display sind zwei berührungsempfindliche Tasten integriert. Mit dem oberen befehligt man Wiedergabe und Pause, der untere dient der Quellenwahl. Das ist cool gelöst und hilft, den Solus Play möglichst frei von Bedienknöpfen zu halten. So entdecken wir auf der vorgesetzten Alu-Front, die bei uns in mattiertem Silber ausgeführt ist, alternativ aber auch in Schwarz erhältlich ist, gerade mal zwei schmale Taster: einen für Standby/On und einen für den Einzug und Auswurf jener CD, die der zentral positionierte CD-Schlitz aufnimmt. War es das? Nicht ganz: Unterhalb der Frontplatte sitzen, optisch gut versteckt im zurückversetzten Unterbau, die große Klinkenbuchse für den Anschluss eines Kopfhörers sowie zwei LED zur Anzeige des Netzwerk-Status und der Stromzufuhr.

Cool gelöst: Das OLED-Display ist zugleich Touch-Screen für die Quellenwahl und die Lautstärkeveränderung. Dank seiner Schärfe und Kontraststärke ist die Anzeige gut ablesbar, auch wenn die Informationen nicht allzu groß abgebildet werden.

Mediale Vielfalt: Quellen, Schnittstellen, Streaming

Die erste Quelle hat der Solus Play gleich an Bord: Es ist der bereits erwähnte CD-Player. Mit dem Slot für Silberlinge bedient der Artera Solus Play das traditionelle, von physischen Tonträgern geprägte HiFi-Segment. Dem klassischen HiFi huldigt auch die analoge Anschlusssektion auf der Rückseite: Zwei unsymmetrische Cinch-Eingänge erlauben die analoge Zuspielung von zwei Quellgeräten, ein unsymmetrischer und ein symmetrischer Pre Out ermöglichen den Anschluss an einen externen Verstärker. Digitalseitig geht noch mehr. Hier zeigt der Solus Play, dass er zuvorderst für die musikmediale Gegenwart und Zukunft konzipiert ist. Dies beginnt mit je zwei optische und zwei elektrische S/PDIF-Inputs, über sie können Files in der Qualität PCM 192 Kilohertz/24 Bit zugespielt werden. Je ein optischer und elektrischer Digital Out erlauben die Anbindung an einen externen DAC, fall der Solus Play allein für das bequeme Musikmanagement genutzt werden soll. Als nächstes sehen wir einen USB-B-Port für den Anschluss eines Laptops oder Festnetzrechners. Über diese Schnittstelle sind sogar Files bis zur HiRes-Güte PCM 384 Kilohertz/32 Bit abspielbar. Außerdem akzeptiert dieser Port DSD-Files bis DSD256, also im wahrsten Sinn des Wortes Quad-DSD. Nun kommen die großen neuen Pluspunkte: In der „Play“-Version ermöglicht der Solus Streaming über WLAN und LAN – und zwar in der HD-Qualität PCM 192 Kilohertz/24 Bit. Dafür stehen auf der Rückseite eine Ethernet-Buchse für LAN und gleich zwei Empfangsantennen für WLAN bereit. Eine dritte Antenne ist dem alternativen Streamingweg Bluetooth vorbehalten. Hier legt der All-in-One-Player gegenüber seinem Vorgänger zu: Der Solus Play ist zwar nach wie vor mit der Blauzahn-Version 4.0 ausgerüstet, doch beim Codec kommt nun zu aptX, was für Top-Sound bürgt, außerdem noch aptX LL. Das „LL“ steht für „Low „Latency“, das bedeutet „geringe Verzögerung“ – und sie ist ein Segen für den Einsatz des Solus Play bei der Film- und Fernsehtonwidergabe, insbesondere bei der Wiedergabe über einen Bluetooth-Kopfhörer. Hier kommt es gerne zu einem Versatz von Bild und Ton, mit dem verzögerungsarmen apt XLL wird diese Latenz soweit minimiert, dass wir eine lippensynchrone Wiedergabe erleben.

Auf der Rückseite zeigt sich der Solus Play durch etliche Analog- und Digital-Schnittstellen überaus anschlussfreudig. Die analogen Cinch-Anschlüsse und die digitalen S/PDIF-Anschlüsse dürften gern etwas eindeutiger als Ein- oder Ausgänge gekennzeichnet sein.

DTS Play-Fi: Musikmanagement …

Um all diese Zuspiel- und Streaming-Möglichkeiten unter einen Hut zu bringen, reicht das frontseitige Touch-Display natürlich nicht aus. Bequemer und vielseitiger ist da die mitgelieferte Fernbedienung. Dieser System-Ferngeber funktioniert für die gesamte Artera-Serie. Beim Solus Play bietet er neben der Lautstärkeregelung und der Stummschaltung die üblichen Bedienfunktionen des CD-Players und die Anwahl der Quellen – mit einer Ausnahme: DTS Play-Fi. Diese Streaming/Multiroom-Anwendung kann man nur über das Frontdisplay aufrufen oder über ein Smartphone oder Tablet aktivieren. Dafür benötigt man die zugehörige App. Sie steht für iOS, Android und Kindl Fire in den einschlägigen App Stores kostenlos zur Verfügung. Mit dieser Anwendung nimmt man zuerst die Einbindung des Solus Play in das heimische Netzwerk vor – und danach die Bedienung und die Verwaltung aller Musik, die per LAN oder WLAN von der NAS gestreamt oder über einen Online-Musikdienst bezogen wird. Wer einen entsprechenden Account hat, dem steht das geballte Angebot von Amazon Music, Deezer, KKBox, Napster, Pandora, QQMusic, Qubuz, SoundMachine, Spotify Connect, Tidal sowie des Satellitenradio-Dienstes SiriusXM zur Verfügung. Hinzu kommen die kostenfrei empfangbaren Internet-Radiodienste iHeart Radio und vTuner.

Die Fernbedienung erlaubt die Anwahl aller Quellen, die Lautstärkeregelung und die Bedienung des CD-Players. Auch das über USB angeschlossene Laptop mit der Player-Software Audirvana versteht die Start-, Stop- und Sprung-Befehle.

… und Multiroom-Beschallung

DTS Play-Fi kann aber weitaus mehr. Eigentlich ist es ein von DTS entwickelter Multiroom-Standard, Er beherrscht die Streaming-Spezifikationen von UPnP und DLNA über Wi-Fi bis AirPlay (was der Solus Play allerdings nicht unterstützt). Dadurch lassen sich Geräte unterschiedlicher Hersteller zu einer Streaming-Anlage vereinen. Zudem ist DTS Play-Fi in der Lage, Musik von verschiedenen Quellen in verschiedenen Räumen wiederzugeben. Das reine Musikstreaming verwandelt sich dadurch in ein komplettes Beschallungs-Managementsystem. Bis zu acht verschiedene Räume oder Hörzonen können mit Musik versorgt werden, ebenso ist die Einrichtung eines Surroundsound-Sets möglich. Die Audioübertragung zu anderen Komponenten geschieht verlustfrei, das System unterstützt hierbei Hi-Res-Streaming bis PCM 192 Kilohertz/24 Bit. Dafür muss man jedoch in der App den Modus „Kritisches Zuhören“ aktivieren, denn standardmäßig streamt DTS Play-Fi Dateien nur bis zu 48 Kilohertz/16 Bit ohne jegliche Kompression oder Formatwandlung. Audiodateien mit höherer Auflösung werden automatisch heruntergerechnet. So gewährleistet das System eine stabile WLAN-Übertragung auch in mehrere Räume. Wer je von einem ruckelnden Stream genervt worden, wird für dieses Feature dankbar sein. Zur Abrundung des Komforts unterstützt Play-Fi die Sprachsteuerung über Amazon Alexa und die Bedienung per Smart Watch. Mit der zusätzlichen DTS Play-Fi Headphones App lassen sich dann noch Audio-Signale zum Smartphone streamen und dadurch zu einem hier angeschlossenen Kopfhörer. So kann man sogar den Film- und TV-Ton per Kopfhörer genießen, die App besitzt für die zeitgleiche Wiedergabe von Bild und Ton ein zwischen Null und 395 Millisekunden veränderbares Lip Sync Delay.

Die Einbindung des Solus Play in das heimische Netzwerk gelingt mit der DTS Play-Fi-App reibungslos und in wenigen Schritten. Der Solus Play wird umgehend als Play-Fi-Gerät erkannt und in das WLAN-Netzwerk eingebunden (Bild 1). Nach der Installation bietet die App Zugang zu zahlreichen Online-Musikdiensten (Bild 2). Während der Wiedergabe (Bild 3) bietet die App neben den üblichen Bedienoptionen, die in der unteren Leiste positioniert sind, in obigen Leiste die Möglichkeit, den Song zu einer Playlist hinzuzufügen, auf die Song-Warteliste zuzugreifen oder die aktuelle Konfiguration als Preset zu speichern.

Audiophiler Vollverstärker

Damit dies alles auch bestens wiedergegeben werden kann, hat der Solus Play neben dem notwendigen HiRes-DAC für die Konvertierung der Digitalsignale ins Analoge eine erstklassige Verstärkereinheit an Bord. Sie besteht aus einer vollwertigen Vor- und Endstufensektion, bei der Quad seine langjährige Kompetenz im audiophilen HiFi ausspielen kann. Dementsprechend finden wir im Inneren des Solus Play einen sauberen diskreten Doppel-Mono-Aufbau der Class AB-Schaltung. Die Verstärkerplatinen der beiden Stereo-Kanäle sind links und rechts an die Innenseiten der metallenen Gehäusewangen geschraubt. So können insbesondere die Leistungstransistoren der Endstufen ihre Wärme gut abführen. Sie erbringen eine satte Leistung von 75 Watt, die der Solus Play über ein Paar Lautsprecherklemmen zur Verfügung stellt. Diese Anschlüsse sind relativ klein, Banana-Stecker von Boxenkabeln lassen sich nicht komplett einführen. Trotzdem haben die Stecker einen festen Halt. Die Versorgung der Vor- und Endstufen übernimmt ein stattlicher Ringkern-Transformator mit einer üppig dimensionierten Netzteil-Peripherie. Diese Versorgung trägt, neben dem massiven Gehäuse, wesentlich zu den rund zwölf Kilo Gewicht des Artera Solus Play bei.

Trotz der kompakten Maße beherbergt der Solus Play einen ausgewachsenen Vollverstärker. Deshalb benötigt er auch die seitlichen Kühlrippen zur Abfuhr der Wärme. Er liefert mit 2 x 75 Watt eine kraftvolle Wiedergabe – sei es über CD oder USB, WiFi, Bluetooth oder LAN, S/PDIF oder Analogeingang.

Aufstellung und Einrichtung

Bei der Aufstellung sind zwei Dinge zu beachten: Wegen der Wärmentwicklung sollte der Solus Play ein wenig Freiraum zumindest zu den Seiten haben. Wer den All-in-One-Player trotz seines schicken Designs in ein Regal oder Sideboard stellt, benötigt zudem Platz nach oben für die drei Antennen. Sie sind zwar drehbar, arbeiten aber aufgerichtet am besten. Abschließender Aufstellungspunkt: Wir schließen die Lautsprecher an. Die jetzt noch ausstehende Einrichtung des Solus Play geht fix: Wir laden uns die Play-Fi-App auf unser Tablet, öffnen sie, schalten den Solus Play an und drücken einige Sekunden lang den kleinen Set Up-Taster, der auf der Rückseite neben der Netzbuchse sitzt. Schon zeigt die App, dass sie unseren Solus Play als Play-Fi-Gerät erkannt hat. Nach der Eingabe unseres Passwortes ist er binnen Sekunden im heimischen Netzwerk angemeldet und eingebunden. Wer jetzt eine NAS integriert hat, also einen netzgebundener Speicher, kann seine dort in Form von Files gelagerte Musiksammlung finden und in die Bibliothek integrieren. Lobenswert: Die App gibt mit Einblendungen eine aktive Hilfestellung zur Bedienung. So finden sich Erstbenutzer schnell zurecht. Dabei ist die Benutzung der Bedienoberfläche eh schon intuitiv. Auch die Handhabung des Solus Play über die Fernbedienung und das Touch-Display der Front funktioniert wie selbstverständlich. Wir können also direkt starten!

Der USB-Port des Solus Play ermöglicht die beste HiRes-Qualität: Wer hier einen Rechner anschließt, kann Files bis PCM 384 Kilohertz/32 Bit und DSD256 zuspielen. Zur Anbindung an den Solus Play und zur amtlichen Verwaltung der Musikbibliothek kommt bei uns die audiophile Playersoftware Audirvana zum Einsatz.

Der Quad Artera Solus Play in der Praxis

Da wir Play-Fi gerade geöffnet haben, fangen wir mit dem WLAN-Streaming an und holen uns von der NAS über unser Netzwerk die „New Mastersounds“ ins Wohnzimmer. Die Deep Funk-Band spielt eine mitreißende Mischung aus Funk, Blues und Rock und absolviert hier eigentlich eine Session im Hamburger Kampnagel. Dem Solus Play gelingt es aber sofort, uns in diesen Club zu versetzen: Wir hören von Drummer Simon Allen den leisen, an die Mitmusiker gerichteten Anzähler „One“ und bald darauf die begeisterten Zurufe des Publikums, kaum dass die Band die ersten Takte von „Dusty Groove“ gespielt hat,. Nach jedem Solo brandet zudem ein frenetischer Applaus mitsamt Pfiffen und Schreien auf. Klasse Stimmung – und wir sitzen in diesem Konzert ganz weit vorne! Dank der ausgezeichneten, brillanten Wiedergabe des Solus Play bekommen wir auch die kleinsten Details mit. Das beginnt beim hinten postierten Schlagzeug, bei dem selbst feinste Finessen der Beckenarbeit zu hören sind, und reicht bis zur Gitarre, die trotz ihres Wah-Wah-Einsatzes exzellent hören ist. Das Wah-Wah in Verbindung mit einem rhythmischen, schnellen Anschlag der abgedämpften Saiten ist ein klassisches Funk-Charakteristikum, das nicht fehlen darf. Allerdings geht die Gitarre oftmals im gesamten Bandsound auf, manchmal sogar unter. Dem Solus Play hingegen gelingt es hervorragend, das Bühnengeschehen transparent und bestens gestaffelt abzubilden. So können wir auch die exzellente Rhythmus-Arbeit des links postierten Gitarrist Eddie Roberts wunderbar heraushören, obwohl der rechts sitzende Keyboarder Joe Tatton sich mit seiner schmatzend-schwurbelnden Hammondorgel klanglich doch ziemlich breit macht. Der weiter hinten agierende Bassist Peter Shand rundet den Sound mit einem eher schlank abgemischten Bass ab. Dieser Tiefton klingt, je nach Anlage, manchmal etwas zu dezent, der Solus Play bildet ihn aber über unsere Standlautsprecher mit überaus amtlichem Bass ab. Wir haben ihn sowohl an die Audio Physic Tempo 3i als auch an die Acapella Harlekin angeschlossen.
Das Klangvolumen stellt sich bereits bei moderaten Lautstärken ein, erst recht aber bei höheren Pegeln, die der Solus Play mit seinem zweimal 75 Watt eindrucksvoll liefert. Während die Nachbarn unseren Musikgeschmack kennenlernen, schauen wir kurz auf das Display: Es weist die Lautstärke mit „50“ aus. Der Solus Play kann rauf bis 80, da gibt es als noch reichliche Reserven.

Im Play-Fi-Modus werden, wie hier abgebildet, gestreamte Files standardmäßig auf CD-Qualität heruntergerechnet. Dies garantiert eine stabile Übertragung. Wer in der Play-Fi-App die Funktion „Kritisches Hören“ aktiviert, ermöglicht ein HiRes-Streamig bis 192 Kilohertz/24 Bit. Wegen der hohen Datenrate kann es nun allerdings zu Aussetzern kommen.

Faszinierendes HiRes-Erlebnis

Was uns erst jetzt auffällt, weil es so selbstverständlich kappt: Wir streamen die Musik über WLAN in der HiRes-Qualität 192 Kilohertz/24 Bit, weil wir den „Kritischen Zuhören“-Modus aktiviert haben – und der Solus Play spielt trotzdem sauber, verzögerungsfrei, ohne Ruckeln oder Aussetzer. Chapeau! Natürlich gelingt ihm das nun auch kabelgebunden über LAN. Die komfortable Bedienung mit der Play-Fi-App tut ein Übriges, dass sich diese Wiedergabe-Art zum Favoriten mausert. Natürlich haben wir auch die anderen Abspielmöglichkeiten und Zuspielwege getestet. Das CD-Laufwerk arbeitet ohne Fehl und Tadel, das Einlesen geht mit einer guten Geschwindigkeit vonstatten, die Wiedergabe ist makellos. Wir haben es parallel verglichen mit dem Track „Morph The Cat“ von Donal Fagen, den wir alternativ über den USB-Port zuspielen. Dies vollführen wir mit unserem Laptop, auf dem die HiRes-Player-Software Audirvana aufgespielt ist. Per USB können wir ja die maximal möglichen Qualitäten PCM 384 Kilohertz /32 Bit und DSD256 ausschöpfen. Dafür wählen wir nun „A Trace Of Grace“, eine Monteverdi-Hommage von Michel Godard. Er schlägt mit ausgesuchten Mitmusikern eine Brücke von der Alten Musik zum Jazz. Die Wiedergabe ist phänomenal: Bruno Helstroffer spielt auf seiner Theorbe das Bassmotiv von Monteverdi, er spielt darüber hernach eine wunderschöne Improvisation – und die Plastizität dieser Wiedergabe ist famos. Die Drahtigkeit der metallumsponnenen Saiten, die gedämpfte Wärme der Darmsaiten – wir hören diese historischen Langhals-Laute, als säße Helstroffer direkt links vor uns, besser: Als säßen wir vor dem Lautenisten in der Abteikirche des französischen Klosters Noirlac. Die Akustik dieses sakralen Raums ist mit einer atemberaubenden Auflösung eingefangen und für uns erfahrbar, auch über das Verhallen der Instrumente. Denn neben der Theorbe ist bald die Geige von Fanny Paccoud zu hören, das Saxophon von Gavino Murgia und der Serpent von Michel Godard. Er spielt dieses alte Blechblasinstrument mit dem schlangenförmig gewundenen, lederummantelten Rohr kaum drei Meter vor uns. So können wir den eigenartigen Ton studieren, der mal wie eine Tuba klingt, mal an ein Flügelhorn erinnert. Zudem vernehmen wir auch die Anblasgeräusche, wenn Godard mit der Formung eines Tons beginnt. Das ist HiRes – und dieser hochauflösende Musikgenuss ist mit dem Solus Play ein faszinierendes Erlebnis!

Wer den Solus Play im Verbund mit einer stärkeren Endstufe einsetzen möchte, kann das vorverstärkte Signal sogar über einen symmetrischen XLR-Ausgang abgreifen. Als Vollverstärker stellt der Solus Play das Audiosignal über kompakte Lautsprecherklemmen bereit.

Medialer Mehrwert per Play-Fi und Bluetooth

Beim Stöbern durch die Möglichkeiten des Solus Play sind wir auf ein interessantes Feature gestoßen: Klappt es wirklich, sich via Play-Fi den TV-Ton auf den Kopfhörer zu spielen? Zur Beantwortung der Frage schließen wir an den Solus Play unseren Blu-ray-Player Pioneer BDP-180 an, einerseits über den digitalen Toslink-Input, andererseits über den analogen Line In. So können wir die beiden Zuspielvarianten auch gleich testen. Als Blu-ray kommt uns ein Live-Konzert von Extreme gerade recht. Die begnadete Funk/Metal-Band hat ihr Über-Album „Pornograffitti“ anlässlich des 25-jährigen Jubiläums erstmals in Gänze live gespielt. Der Ton ist in dts 2.0 HD Master Audio verewigt, also mit 192 Kilohertz/24 Bit, und über den analogen Zuspielweg klingt diese HiRes-Produktion schon richtig klasse. Das Quartett, bestehend aus Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang, zündet im Hard Rock Casino Las Vegas mit „Get The Funk Out“ ein musikalisches Feuerwerk, mit ihrer Virtuosität sorgen die Musiker, allen voran der Ausnahmegitarrist Nuno Bettencourt, dafür, dass uns der Mund offensteht, beim mehrstimmigen Gesang kommt dann die Gänsehaut hinzu. Wow! Der Sound ist klar kraftvoll, und durchsichtig. Nun wechseln wir zum digitalen Eingang – und plötzlich hat das Schlagzeug mehr Dynamik und Durchschlagskraft, die Gitarre klingt etwas druckvoller, der Bass ist deutlich differenzierter. Hier leistet der DAC des Solus Play offensichtlich einen sehr guten Job und lässt den Pioneer, der durchaus für seinen Analogton gelobt wird, alt aussehen. Nun starten wir das Schonprogramm für die Nachbarn und aktivieren die Zusatz-App „Play-Fi Headphones“ – und ja, es klappt wirklich: Der Solus Play wird auch von dieser App umgehend als Play-Fi-Gerät erkannt. Nun suchen wir aus, von welchem Eingang des Geräts wir den Ton zugespielt haben wollen. Also wählen wir „OPT1“ für den Toslink-Input – und schon spielt die Musik auf unserem Tablet, während unsere Standlautsprecher stummgeschaltet sind. Mit eingestecktem Kopfhörer erreichen wir dann schließlich wirklich das Headphone-Streaming. Super! Weil Bild und Ton nicht ganz synchron sind, ändern wir noch die Latenz und setzen sie von der Grundeinstellung 120 Millisekunden auf 75 Millisekunden herunter – jetzt ist es absolut stimmig. Mit diesem medialen Mehrwert sorgt der Solus Play für eine gelungene Abrundung seiner Vielfalt an Zuspiel- und Abspielmöglichkeiten.

Der kompakte Solus Play besitzt genug Kraft, um auch ausgewachsene Standlautsprecher anzutreiben. Hier spielt er im Verbund mit der Acapella Harlekin.

Fazit

Der neue Quad Artera Solus Play nimmt zurecht die Pole Position in Quads audiophiler Lifestyle-Serie Artera ein. Er bietet die größte Könnektivität und Anschlussvielfalt, sein Portfolio umfasst HiRes-Streaming per WLAN, LAN und USB, Bluetooth mit aptX und aptX LL, optische sowie elektrische Digital-Schnittstellen, analoge Eingänge und sogar ein bordeigenes CD-Laufwerk. Damit deckt er alle gängigen Audio-Formate bis hin zu den HD-Formaten PCM 384 Kilohertz/32 Bit und DSD256 ab. Die Integration von DTS Play-Fi samt zugehöriger App ermöglicht ein komfortables Streaming des eigenen Musikbestands als auch des Angebots verschiedenster Online-Dienste, ein bequemes Musikmanagement und einen ausgereiften Multiroom-Betrieb im Verbund mit weiteren Play-Fi-fähigen Komponenten. Zum Komplett-System adelt ihn nun noch der integrierte Vollverstärker, der mit einer satten Leistung von 75 Watt auch ausgewachsene Standlautsprecher antreibt. Quad bringt hier zudem seine langjährige Erfahrung als Hersteller hochwertigster Audio-Komponenten ein. So glänzt der Quad Artera Solus Play als attraktive, audiophile, multimediale All-in-One-Lösung für die musikmediale Gegenwart und Zukunft.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 94/100
Klasse: Spitzenklasse
Preis/Leistung: sehr gut

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200508.Quad Artera Solus Play-Testsiegel
200508.Quad Artera Solus Play-Highlight

Technische Daten

Modell:Quad
Artera Solus Play
Produktkategorie:HiFi-System, streaming- und netzwerkfähig
Preis:1.999,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Silber
Vertrieb:IAD GmbH, Korschenbroich
Tel.: 02161 / 617830
www.audiolust.de
Abmessungen:- 105 x 320 x 320 mm (ohne Antennen)
- 105 x 320 x 355 mm (mit Antennen)
Gewicht:11,6 kg
Nennleistung:2x 75 W / 8 Ω
Eingänge (analog):2 x Line (Cinch)
Eingänge (digital):1 x WLAN (Dual-Band 802.11 a/b/g/n)
1 x LAN (Ethernet, RJ45)
1 x Bluetooth (Standard: 4.0, Codecs: aptX, aptX LL)
1 x USB-B
2 x S/PDIF optisch (TOSLink)
2 x S/PDIF elektrisch-koaxial (Cinch)
Ausgänge (analog):1 x Pre Out symmetrisch (XLR)
1 x Pre Out unsymmetrisch (Cinch)
1 x Kopfhörer (Klinke, 6,35 mm)
1 x Lautsprecher
Ausgänge (digital):1 x optisch (Toslink)
1 x elektrisch-koaxial (Cinch)
Unterstützte Audio-Formate:PCM, ALAC, WAV, FLAC, AIFF, WMA, MP3, AAC, AAC-HE/AAC+, DSD (DoP)
Maximale Samplingraten/
Auflösungen:
- USB: PCM 384 kHz/32 bit, DSD256 (DoP)
- SPDIF: PCM 192 kHz/24 bit
- WLAN, LAN: PCM 192 kHz/24bit
Unterstützte Streamingdienste:Amazon Music, Deezer, iHeart Radio, KKBox,Napster, Pandora, Qubuz, QQMusic, Radio.com, SiriusXM (Satelite Radio), SoundMachine, Spotify Connect, Tidal, vTuner
Lieferumfang:- Quad Artera Solus Play
- Fernbedienung
- 2 Batterien (AAA)
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
Pros und Kontras:+ ausgezeichneter Klang
+ attraktives Design
+ sehr gute Verarbeitung
+ HiRes-Unterstützung per WLAN, LAN, USB, S/PDIF und Bluetooth
+ DTS Play-Fi für Musik- und Multiroom-Management
+ CD-Laufwerk
+ integrierter Vollverstärker
+ Soft-Touch-Display
+ Amazon Alexa-Unterstützung

- kleine Lautsprecherklemmen
- unübersichtliche Beschriftung der Anschlüsse
Benotung:
Klang (60%):93/100
Praxis (20%):94/100
Ausstattung (20%):95/100
Gesamtnote:94/100
Klasse:Spitzenklasse
Preis/Leistungsehr gut

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