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Redakteur
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Muss exzellentes HiFi den Raum dominieren oder kann es sich integrieren? Mit dem Zwei-Wege-Lautsprecher Kim beantwortet das FinkTeam diese Frage zugunsten der Wohnraumfreundlichkeit, spendiert dem Schallwandler pfiffige Features und Finessen inklusive Höhenanpassung – und beweist, dass auch ein kompakter Schallwandler für großen Klang sorgen kann. Den Nachweis hat die FinkTeam Kim in unserem Hörraum angetreten.

Wohnraumfreundlich: Die FinkTeam Kim ist so konzipiert, dass sie weder Fensterbank noch Sideboard überragt. So fügt sie sich geschmeidig in das Ambiente ein.

Wohnraumfreundlich: Die FinkTeam Kim ist so konzipiert, dass sie weder Fensterbank noch Sideboard überragt. So fügt sie sich geschmeidig in das Ambiente ein.

Geht es vielleicht auch etwas kleiner und geschmeidiger? Dieser Fast-schon-Vorwurf war die neue Herausforderung für Karl-Heinz Fink. Der Entwickler, seit vielen Jahren eine Institution im internationalen Lautsprecherbau und Schöpfer unzähliger Schallwandler für ebenso unzählige Firmen, hatte sich vor einigen Jahren mit seinem Team an ein eigentliches No-Go gewagt: Er kombinierte einen kleinen Bändchen-Hochtöner mit einem großem Konus-Mitteltieftöner und steckte das Duo in ein akustisch optimiertes Gehäuse mit reichlich Volumen und noch mehr Ecken und Kanten. Das Ergebnis war die FinkTeam Borg: Ein Zwei-Wege-Schallwandler, der auf Referenzniveau agiert, mit seinem eigenwilligen Design und seiner Wuchtigkeit allerdings polarisiert. Da kam schnell die eingangs gestellte Frage auf – und Fink nahm diese neue Herausforderung an. Er und seine Crew, die als Fink Audio Consulting in Essen mit Know-how, Simulationssoftware und Messeinrichtungen bei allen Akustik- und Schallwandlungsfragen Beratung und Entwicklung leisten, machten sich an eine kompaktere und wohntraumfreundlichere Lösung – herausgekommen ist die FinkTeam Kim.

Der Standfuß lässt die Kim luftig-schwebend wirken, zudem sorgt er für die Schrägung des Lautsprechers, so dass der Schall optimal in Richtung Hörplatz abgestrahlt wird. Zugunsten einer Feinjustierung sind die Spikes höhenverstellbar.

Der Standfuß lässt die Kim luftig-schwebend wirken, zudem sorgt er für die Schrägung des Lautsprechers, so dass der Schall optimal in Richtung Hörplatz abgestrahlt wird. Zugunsten einer Feinjustierung sind die Spikes höhenverstellbar.

Freundlicher Fähnrich mit geschmeidigem Auftritt

Kim? Borg? Trekkies wissen Bescheid: Bei den Modellbezeichnungen orientieren sich Fink und sein Team mit einem Augenzwinkern an der Star Trek-Saga. Das führt zu durchaus stimmigen Assoziationen: Gemahnt die Borg an die kantig-würfeligen Vehikel der wenig konzilianten Außerirdischen, so steht Kim für den gleichnamigen Fähnrich, der als umgänglicher Sternenflottenoffizier auf der USS Voyager dient. Dementsprechend erweist sich die FinkTeam Kim in ihrem Auftreten als geschmeidig-integrativ: Ihre Entwicklung begann mit der Maßgabe, dass sich dieser Lautsprecher mit seiner Gehäuseform und -größe leicht in den Wohnraum einfügen sollte. Dafür kam der erste Kniff zum Tragen: Die Gesamthöhe des Lautsprechers liegt nicht über dem Niveau von Fensterbank, Stuhl, Tisch und Sideboard. Der zweite Kniff ist die gegliederte Gestaltung: Das Gehäuse besteht aus einem Korpus mit einer aufgesetzten und optisch zugleich abgesetzten Schallwand. Dies gelingt einerseits durch eine Ziernut, andererseits durch eine farbliche Kontrastierung. Hier bietet das FinkTeam etliche attraktive Kombinationen an.

Das Gehäuse der Kim besitzt eine attraktive Gliederung: Die Schallwand ist durch eine Ziernut und eine kontrastierende Kolorierung abgesetzt.

Das Gehäuse der Kim besitzt eine attraktive Gliederung: Die Schallwand ist durch eine Ziernut und eine kontrastierende Kolorierung abgesetzt.

Varianten-Vielfalt in exzellenter Fertigung

Unser Testmodell ist in Stahlgrau/Mattweiß lackiert, alternativ ist die Kim in Mattschwarz/Schwarz zu haben – und außerdem in verschiedenen Versionen mit lackierter Front und edel furniertem Gehäuse: Hier sind die Paarungen Schwarz/Amara, Weiß/Nussbaum und Schwarz/Nußbaum im Portfolio. Eine eigentlich als einmalige Ausnahme gefertigte Version in Mattweiß/Olive findet derart Anklang, dass sie wohl das Repertoire erweitern wird, und weitere Varianten sind auf Anfrage machbar Diese Vielfalt ist möglich, weil die Fertigung im eigenen Haus geschieht – mit optimalem Ergebnis: Die Verarbeitung unseres Testmodels ist schlicht exzellent. Der Schreiner, der für das FinkTeam sämtliche Gehäuse liefert, wird diesmal vor Glück geweint haben: War die Borg mit ihrer fraktalen Front in punkto Aufwand eine handwerkliche Höchststrafe, so erscheint die Schallwand der Kim geradezu einfach. Doch der Schein trügt: Die Dimensionierung und Formgebung hat zugunsten der akustischen Optimierung natürlich neben dem Konstruktionsbüro auch das Messlabor und den Hörtestraum durchlaufen.

Trotz der geschmeidigen Erscheinung erinnert die Kim durchaus an die große Schwester, die Borg. Kein Wunder: Die Formgebung stammt wiederum von dem renommierten Designer Kieron Dunk, der schon bei der Borg die Gestaltung übernommen hat.

Trotz der geschmeidigen Erscheinung erinnert die Kim durchaus an die große Schwester, die Borg. Kein Wunder: Die Formgebung stammt wiederum von dem renommierten Designer Kieron Dunk, der schon bei der Borg die Gestaltung übernommen hat.

Canale Grande im Korpus

Das Ergebnis dieses peniblen Entwicklungsprozesses ist eine Schallwand, die für einen kompakten Lautsprecher relativ groß ist und im Bereich des Hochtöners eine sanfte, aber markante Abschrägung aufweist. Die Schallwandgröße mindert drastisch den Einfluss des Raums, in dem Kim spielt. Die Kantengestaltung verhindert ungewollte Beugungen und Brechungen des vom Hochtöner abgestrahlten Schalls an den Rändern der Front. Der hinter der Schallwand sitzende Korpus ist ebenso optimiert. Er besitzen einen pfiffigen Sandwich-Aufbau: Zwischen zwei MDF-Platten sitzt eine spezielle, nicht aushärtende Schicht, die die Platten miteinander verklebt und zugleich alle auftretenden Vibrationen dämpft. So wird das Gehäuse ruhigstellt. Dem gleichen Zweck dienen innseitig eingezogene Verstrebungen. Hinzu kommen sogenannte Helmholtz-Resonatoren: Diese genau berechneten Luft-Führungen dienen als Strömungs-Schleusen, sie machen stehenden Wellen im Korpus den Garaus. Sie lassen das Innere der Kim aber wie eine Landkarte von Venedig aussehen – nicht umsonst war für diesen Lautsprecher auch mal „Canale Grande“ als Modellname im Gespräch.

Die sanfte Abschrägung der Front verhindert unerwünschte Schallbrechungen und Reflexionen im Hochtonbereich.

Die sanfte Abschrägung der Front verhindert unerwünschte Schallbrechungen und Reflexionen im Hochtonbereich.

Spezial-AMT für reinste Höhen

Bei der Chassis-Bestückung setzt das FinkTeam wie bei der Borg auf das Zwei-Wege-Prinzip und die Mischung aus Air Motion Transformer (AMT) für die Höhen und Konus-Schallwandler für Mitten und Bässe. Der Hochtöner ist wieder ein im eigenen Haus modifiziertes Modell des renommierten Herstellers Mundorf, Dieser AMT hat uns schon bei der Borg schwer beeindruckt. Der AMT ist eine Sonderform des Magnetostaten. Während bei diesem eine hauchzarte, von Leiterbahnen durchzogene Folie zwischen Magneten gespannt ist und schwingt, sobald das Musiksignal in Form von elektrischem Strom durch die Leiterbahnen der Folie fließt, ist diese Folie beim AMT nun quasi wie eine Ziehharmonika gefaltet. Das Membranschwingen geschieht hier durch das Sich-Zusammenziehen und Wieder-Auseinandergehen der Ziehharmonika. Die Luft zwischen den Falten wird dadurch herausgepresst und hineingesogen. Diese Luftbewegung geschieht wesentlich effizienter und flotter als bei der kolbenartigen Vor- und Rückbewegung einer normalen Membran. Deshalb ist der AMT ein besonders präziser, impulstreuer und feinauflösender Wandler.

Für den Hochton kommt ein Air Motion Transformer zum Zuge. Hinter der schwarzen Schutzverkleidung sitzt eine Ziehharmonika-förmige Membran, die überaus flott und exakt schallwandelt.

Für den Hochton kommt ein Air Motion Transformer zum Zuge. Hinter der schwarzen Schutzverkleidung sitzt eine Ziehharmonika-förmige Membran, die überaus flott und exakt schallwandelt.

Schwerstarbeiter für Mitten und Bässe

In der Kim arbeitet dieser AMT ab 2.200 Herzt aufwärts, alles andere übernimmt der acht Zoll durchmessende Mitteltieftöner. Deshalb kommt hier ein Hochleistungschassis mit Papierkonus zum Einsatz. Mit der exzellenten Mischung aus Leichtigkeit, Verformungsresistenz und innerer Dämpfung, also der geringen Neigung zu unerwünschter Resonanzbildungen, ist Papier immer noch eines der besten Membranmaterialien. Anders als bei der Borg besteht die Sicke, also die Membraneinfassung, diesmal nicht aus speziellem Gewebe, sondern aus gewöhnlichem Kunststoff. Dies ist der kleinere Membran geschuldet. Sie verändert diverse Parameter, die sich auch akustisch niederschlagen. Eine Auswirkung ist natürlich die gegenüber der großen Borg etwas geringere untere Grenzfrequenz: Die Kim spielt im Bass bis zu 35 Hertz. Das ist jedoch immer noch erstaunlich tief für einen kompakten Schallwandler, gelingt aber auch mithilfe einer Bassreflex-Abstimmung. Der Port für den dafür nötigen Luftaustausch sitzt auf der Rückseite: Er fungiert zugleich als Griffmulde, so lässt sich die Kim leichter handhaben. Clever!

Schwerstarbeiter: Der achtzöllige Konuslautsprecher übernimmt die Schallwandlung der Mitten und Bässe.

Schwerstarbeiter: Der achtzöllige Konuslautsprecher übernimmt die Schallwandlung der Mitten und Bässe.

Höhen-Optimierung und Verstärker-Anpassung

Auf der Rückseite finden wir zudem das Terminal. Hier treffen wir auf bewährte Features der Borg. So bietet auch die Kim exzellente Hochstrom-Schraubklemmen für den Anschluss der gerne auch querschnittstarken Lautsprecherkabel. Hinzu kommen zwei Drehschalter: Der mit „Damping“ überschriebene Knopf sorgt für eine Anpassung an den Dämpfungsfaktor verschiedenster Verstärker: Bei kräftigen modernen Transistorverstärkern ist er hoch, bei anschlusskritischen Röhrenverstärkern ziemlich niedrig. Die optimale Einstellung erreicht man auch über schlichtes Ausprobieren. Der zweiten Drehschalter bewirkt eine leichte Absenkung oder Anhebung der Höhen. So lassen sich unterschiedlich beschaffene Räume ausgleichen, die durch geringe Möblierung hell klingen, durch Vorhänge oder Sofas hingegen matt sind. Auch der Klangcharakter des Verstärkers kann in geringem Maße ausgeglichen werden. Die Anhebungs- und Absenkungsmöglichkeit beschränkt sich auf jeweils ein Dezibel. Das erscheint wenig, doch Karl-Heinz Fink betont, dass dies kein Geschmacksknopf ist, um den Klang komplett zu verändern: Trotz der Höhenanpassung soll der Charakter der Kim bewahrt bleiben.

Das Terminal ist mit zwei Hochstrom-Schraubklemmen ausgestattet. Die ausgezeichneten Anschlüsse aus reinem Kupfer nehmen Kabelschuhe sowie Bananenstecker bis vier Millimeter auf. Links und rechts sind die beiden Drehschalter für die Hochtoneinstellung und die Verstärkeranpassung positioniert.

Das Terminal ist mit zwei Hochstrom-Schraubklemmen ausgestattet. Die ausgezeichneten Anschlüsse aus reinem Kupfer nehmen Kabelschuhe sowie Bananenstecker bis vier Millimeter auf. Links und rechts sind die beiden Drehschalter für die Hochtoneinstellung und die Verstärkeranpassung positioniert.

Vollendung durch den Fuß

Da die Kim als Kompaktlautsprecher konzipiert ist, der in der Höhe das Regalniveau nicht überschreitet, bedarf es natürlich einer passenden Lösung für die Aufstellung. Deshalb wird die Kim mit einem obligaten, angeschraubten Fuß geliefert. Die nahtlos erscheinende und in Schwarz pulverlackierte Edelstahl-Konstruktion erfüllt gleich mehrere Zwecke: Zuallererst sorgt sie dafür, dass die Kim erhöht steht und eine leichte Neigung hat. So wird der Schall im richtigen Winkel hin zum Hörplatz abgestrahlt. Durch höhenverstellbare Spikes ist hier eine Feinjustierung möglich. Des Weiteren trägt die filigrane Konstruktion zur Wohnraumfreundlichkeit bei. Die doch gar nicht mal so kleine Kim, die mit Fuß immerhin einen Platzbedarf von 85 mal 30 mal 41 Zentimeter anmeldet, scheint fast im Raum zu schweben und besitzt so eine geradezu luftige Anmutung. Nicht zuletzt hat die Fußkonstruktion Einfluss auf den Klang: Mit ihrer geringen Fläche ist sie denkbar resistent gegen Resonanzen, die zu einer tonalen Verfärbung führen würden.

Der Standfuß ist mit dem Gehäuse des Lautsprechers verschraubt. Dank eines besonderen Schweißverfahrens sind bei dieser pulverlackierten Edelstahlkonstruktion keine Nahtstellen sichtbar. Die Ankopplung hin zum Boden ist mit höhenverstellbaren Edelstahl-Spikes realisiert. So lässt sich die Neigung des Lautsprechers optimieren und zugunsten eines sicheren und geraden Stands auch Unebenheiten des Untergrunds ausgleichen.

Der Standfuß ist mit dem Gehäuse des Lautsprechers verschraubt. Dank eines besonderen Schweißverfahrens sind bei dieser pulverlackierten Edelstahlkonstruktion keine Nahtstellen sichtbar. Die Ankopplung hin zum Boden ist mit höhenverstellbaren Edelstahl-Spikes realisiert. So lässt sich die Neigung des Lautsprechers optimieren und zugunsten eines sicheren und geraden Stands auch Unebenheiten des Untergrunds ausgleichen.

Die FinkTeam Kim in der Praxis

Zur Aufstellung der Kim in unserem Testraum wählen wir den Song „Hey Now“ von London Grammar. Das Setup gelingt schnell, dieser Lautsprecher macht es uns denkbar leicht. Schon in der Grundaufstellung – Abstand der Lautsprecher zueinander etwa 2,20 Meter, Abstand zum Hörplatz rund 2,70 Meter, leichte Einwinklung der Schallwandler hin zum Hörplatz – ist die Darstellung dreidimensional und plastisch, mit ein wenig Feinjustage steht Sängerin Hannah Reid dann auch präzise und größenrichtig zwischen den Lautsprechern und in Front ihrer Mitstreiter. Die Kim erweist sich als absolut unkritisch in der Platzierung. Natürlich bekommt man bei der Aufstellung auch schon eine Menge an Eindrücken mit. Hier ist es gleich zu Beginn die hochexakt wiedergegebene Gitarre. Die liegt uns besonders am Herzen, weil Gitarrist Dan Rothman hier ein prägnantes Motiv spielt: Er dämpft die Saiten, die er anschlägt, mit dem Ballen seiner Spielhand ab, so dass die Töne kurz klingen und einen perkussiven Charakter haben.

Get A Grip: Die Bassreflex-Öffnung der Kim finden wir auf der Rückseite. Sie ist pfiffig zugleich als Griff realisiert, um die Kim leicht packen zu können.

Get A Grip: Die Bassreflex-Öffnung der Kim finden wir auf der Rückseite. Sie ist pfiffig zugleich als Griff realisiert, um die Kim leicht packen zu können.

Grenzenlose Weiten

Diese Gitarre stellt uns die Kim mit einer wunderbaren Körperhaftigkeit in den Raum. Das liegt auch an dem tollen Detailreichtum: Wir hören den Anschlag des Kunststoff-Plektrum auf den Metallsaiten, den tondämpfenden Handballen, aber auch das leichte Rauschen des Gitarrenverstärkers, das zu einer authentischen Wiedergabe einer E-Gitarre dazugehört. Diese Gitarre ist nun mit einem Echo versehen, die Töne oszillieren grandios durch den künstlichen Raum, den die Kim aufbaut. Dieser Kunst-Raum macht die begrenzenden Wände unseres realen Hörzimmers vergessen, so kann sich das Echo frei entfalten. Herrlich! Dieser Effekt wird nun durch prasselnde Schläge auf die Snare des Schlagzeugs verstärkt: Sie sind ebenfalls mit Delay belegt, pendeln von rechts nach links, bis sie schließlich am fernen akustischen Horizont verschwinden. Was für eine Weite und Tiefe!

Mächtiger Bass

Dann setzt der Tiefton-Synthie ein, der bei „Hey Now“ auch unterste Frequenzregionen erreicht – und wir sitzen mit großen Augen und mit Druck auf dem Magen vor dieser Wiedergabe: Unglaublich, dass diese kompakten Lautsprecher einen derart mächtigen Bass in dieser Akkuratesse liefern! Die tiefen Töne besitzen einen immensen Punch und Schub, bleiben aber konturiert – und alle anderen Instrumente, sei es die kunstvoll mit dem Echo spielende Gitarre, sei es das groovende Schlagzeug mit der treibenden Rhythmusfigur, die Dot Major auf der HiHat schlägt, sei es der Gesang von Hannah Reid, die als Frontfrau felsenfest im Zentrum des Geschehens steht – alles bleibt klar und deutlich hörbar. Diese Souveränität und Transparenz ist schlichtweg exzellent. Nun verlassen wir den sogenannten Sweet Spot, also den optimalen Hörplatz, und rücken auf dem Sofa weit nach links und rechts: Die Kim bietet auch hier ein gleichmäßiges Klangbild, die Illusion einer vor uns spielenden Band bleibt erhalten.

Bei den vom FinkTeam entwickelten Spikes hat das kann die Spitze gegen ein abgerundetes Abschlussstück ausgetauscht werden – so werden aus Spikes Domes.

Bei den vom FinkTeam entwickelten Spikes hat das kann die Spitze gegen ein abgerundetes Abschlussstück ausgetauscht werden – so werden aus Spikes Domes.

Herrliche Homogenität, satte Dynamik

Die Wiedergabe erscheint dabei wie aus einem Guss, der Übergang vom AMT-Hochtöner zum Kalotten-Mitteltieftöner ist völlig bruchlos. Diese Homogenität erleben wir auch bei einer rein akustischen Aufnahme: Sinne Eeg besingt „The Bitter End“ in Begleitung von Klavier, Bass und Schlagzeug. Gerade die Rhythmussektion gibt der Kim die Gelegenheit, ihre dynamischen Fähigkeiten zu zeigen – und das gelingt grandios: Drummer Joey Baron eröffnet seine Delikatessen-Darbietung mit zwei Schlägen auf Snare und Bass, und schon diese beiden Hiebe kommen derart ansatzlos, knackig und druckvoll, dass wir zusammenzucken, obwohl wir den Track doch gut kennen. Auch Scott Colleys Kontrabass hat ein wunderbar kräftiges Volumen, besitzt aber jene Drahtigkeit, die den Charme eines akustischen Viersaiters ausmachen. Das Zusammenspiel von Drummer Baron und Bassist Colleys ist nun ein Hochgenuss: Durch den ganzen Song hindurch haben die beiden Spaß an feinen, fiesen Verschiebungen und Akzentsetzungen – und die Kim macht dank ihrer Dynamikfähigkeit jede dieser Finessen zum Fest.

Bester Plätze im Konzertsaal

Mit der Kim ist auch das klassische Konzert eine Klasse für sich. Lisa Batiashvili und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen spielen Beethovens Violinkonzert – und auch hier erleben wir sofort die Stimmigkeit der Wiedergabe. Schon wenige Töne des Rondos genügen, damit sich vor uns eine plastische Bühne aufbaut, mit der Weltklasse-Geigerin im Vordergrund und einem dahinter perfekt gestaffelten Klangkörper. Mit dem Tutti-Einsatz beweist die Kim dann vollends ihr orchestrales Können: Sie liefert uns eine wunderbar dynamisch abgestufte Wiedergabe mit Fülle und Feinauflösung. Trotz des vollen Orchesterklangs können wir immer noch den Bogenstrich der Violinen heraushören, ebenso die Aufteilung von ersten und zweiten Geigen, die hinten postierten Hörner – und in Front lässt Frau Batisasvili ihre edle Stradivari glänzen: Gerade in den Kadenzen bieten die Geigerin von akrobatischen Tonkaskaden über süffige Kantilenen bis hinzu harschen Staccati alles auf, was eine Geige betörend und faszinierend macht – und wir sind in erster Reihe dabei.

Mit dem „Damping“ erreicht man eine optimale Anpassung an den Dämpfungsfaktor des Verstärkers. So harmoniert die Kim mit modernen und kräftigen Transistorverstärkern, ältere leistungsschwächeren Vintage-Amps sowie anschlusskritischen Röhrenverstärkern.

Mit dem „Damping“ erreicht man eine optimale Anpassung an den Dämpfungsfaktor des Verstärkers. So harmoniert die Kim mit modernen und kräftigen Transistorverstärkern, ältere leistungsschwächeren Vintage-Amps sowie anschlusskritischen Röhrenverstärkern.

Anpassung für stimmigste Wiedergabe

Zum Abschluss experimentieren wir mit den Einstellmöglichkeiten. Der Damping-Schalter steht bislang auf „1“. Nun gehen wir schrittweise bis „3“ – und stellen fest, dass die Kim in Kombination mit unserem Transistor-Verstärker bereits in der ersten Einstellung bestens harmoniert hat. In den beiden anderen Einstellungen ist die Wiedergabe schleppender, weniger auf den Punkt, auch weniger kraftvoll gerade im Bass. Also zurück auf „1“ – und schon sind die Frische und die Stärke wieder da. Nun zur Höhenanpassung: In unserem mit Teppichboden und Sofa ausgestatteten Hörraum erweist sich das leichte Höhenplus anfangs als attraktive Option. Nach einiger Zeit nehmen wir diese Zugabe aber wieder zurück. In der neutralen Position liefert die Kim auf Dauer einfach die stimmigste Wiedergabe. So sitzen wir etlichen Stunden relaxt im Sofa, genießen die Musik und stellen ernsthaft in Frage, ob es für eine exzellente Wiedergabe wirklich mehr braucht, als die Kim uns bietet.

Die FinkTeam Kim im Hörtest: Hier spielt sie mit dem Transistor-Vollverstärker Hegel H360. Die Front unseres Vorab-Testmodells ist im Grauton etwas dunkler als bei der endgültigen Version.

Die FinkTeam Kim im Hörtest: Hier spielt sie mit dem Transistor-Vollverstärker Hegel H360. Die Front unseres Vorab-Testmodells ist im Grauton etwas dunkler als bei der endgültigen Version.

Fazit

Mit der Kim beweist das FinkTeam, dass eine Weltklasse-Wiedergabe auch im kompakten Format möglich ist. Dieser Zwei-Wege-Lautsprecher liefert eine herrliche Offenheit, Transparenz und Feinauflösung, er glänzt mit überragender Plastizität und Räumlichkeit in der Abbildung, beeindruckt mit satter Fein- und Grobdynamik – und verblüfft geradezu mit seinem überaus voluminösen, aber stets souveränen Bass. Dabei begnügt sich die Kim im Wohnraum mit einem moderaten Platzanspruch, erweist sich akustisch als aufstellungsunkritisch und fügt sich auch optisch dank des geschmeidigen Designs mit Leichtigkeit in das Ambiente ein. Die Frage, ob exzellentes HiFi sich in den Raum integrieren kann, beantwortet die FinkTeam Kim mit eben dieser Leichtigkeit mit „Ja.“

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 98/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

98 of 100

99 of 100

97 of 100

201227.FinkTeam Kim-Testsiegel

Technische Daten

Modell:FinkTeam
Kim
Produktkategorie:Kompaktlautsprecher
Preis:9.950,00 Euro / Paar (inkl. Standfüße)
Garantie:2 Jahre (5 Jahre nach Registrierung)
Ausführungen (Front / Korpus):- Stahlgrau / Mattweiß
- Mattschwarz / Schwarz
- Schwarz / Amara
- Weiß / Nussbaum
- Schwarz / Nußbaum

- andere Kombinationen auf Anfrage
Vertrieb:IDC Klaassen, Lünen
Tel.: +49 231 / 9 86 02 85
www.idc-klaassen.com
Abmessungen (HBT):854 x 300 x 310 mm (412 mm Tiefe mit Fuß)
Gewicht:25,1 kg / Stück
Prinzippassiv, 2-Wege, Bassreflex
Impedanz:8 Ω (Impedanzminimum: 5,9 Ω bei 160 kHz)
Kennschalldruck (dB/2,83Vrms/1m):86 dB (Herstellerangabe)
Verzerrungen:0,2 % Klirrfaktor bei 1 W (Herstellerangabe)
Hochtöner:1 x 110 mm Air Motion Transformer
Mitteltieftöner:1 x 200 mm (Konus-Papiermembran)
Frequenzgang:35 Hz - 25 kHz, -10 dB (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:2.200 Hz (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- FinkTeam Kim
- Standfüße
- Spikes
Pros und Contras:+ transparente detailreiche und offene Wiedergabe
+ plastische und holografische Abbildung
+ bruchloser, ausgewogener Klang
+ homogene Darstellung auch außerhalb des Sweet Spots
+ exzellente Dynamik
+ kraftvoller und kontrollierter Bass
+ großer Pegelfestigkeit
+ Klang- und Verstärkeranpassung
+ ausgezeichnete Verarbeitung

- kein Bi-Wiring oder Bi-Amping möglich
Benotung:
Klang (60%):98/100
Praxis (20%):99/100
Ausstattung (20%):97/100
Gesamtnote:98/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistungsehr gut

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