Home » Tests » Scansonic HD M15.2 – Klangkunst für die Kompaktklasse
19. Februar 2026
von Philipp Schneckenburger
ChefredakteurNur mit großen Lautsprechern bekommt man großen Sound. Ein Leitsatz, mit dem Scancsonic HD nun brechen möchte. Das Mittel sind die M15.2, die mit durchdachter Konstruktion und hochwertigen Bauteilen auch in kleinen Räumen audiophile Klangerlebnisse möglichen machen soll.

Klare Linien beim Design, ausgesuchte Bauteile und ein Klang, der auch anspruchsvolle Hörer zufrieden stellt – dadurch soll sich auch die kompakte M15.2 auszeichnen.
Mit seiner M-Serie möchte Scansonic HD sowohl skandinavisches Design, wie auch audiophilen Klang zu einem bezahlbaren Preis anbieten. Kein geringes Unterfangen, doch mit der M30.2 zeigten die Dänen auch in unserem Hörraum, dass sie genau dies erreichen können. Während die Standlautsprecher dabei natürlich für eher größere Räume konzipiert sind, soll das Konzept aber auch in kleinen Räumen aufgehen. Genau dafür sollen sich die kompakten M15.2 anbieten. Sie sollen Klang und Design auch in Form eines Regallautsprechers verschmelzen lassen. Allerdings ist die Charakterisierung dabei ein wenig irreführend, denn Scansonics kleinster Vertreter der M-Serie ist nicht für den Einsatz im Mobiliar vorgesehen. Stattdessen sollten sie auf Stativen genutzt werden, um die Vorteile ihrer eher ungewöhnlichen Bestückung ausspielen zu können. Statt der üblichen Bassreflexabstimmung mit offenem Gehäuse, setzen die Dänen nämlich auf ein anderes Konzept, um aus den kleinen Lautsprechern kraftvollen, differenzierten und dynamischen Sound herauszuholen.
Kluge Kombination
Bei einem Blick hinter die magnetischen Abdeckungen an der Front der M15.2 fällt natürlich zunächst der Hochtöner ins Auge. Wie auch bei den größeren Modellen der Serie, setzt Scansonic auch hier auf einen Bändchenhochtöner. Mit der 71,5 mal 44,5 Millimeter großen Folie sollen die Lautsprecher besonders klare, dynamische und feine Höhen wiedergeben können. Direkt darunter befindet sich dann der Tiefmitteltöner des Zweiwege-Systems. Dabei handelt es sich um einen ordentlich dimensionierten Konustreiber mit einem Durchmesser von 6,5 Zoll. Genau wie bei den größeren M-Modellen kommt auch hier Scansonics 4-Material-Membran zum Einsatz. Durch den Mix aus verschiedenen Werkstoffen und einem mehrschichtigen Aufbau mit Wabenkonstruktion, soll der Treiber ein besonders hohes Maß an Stabilität und Steifigkeit erreichen. Gleichzeitig soll die Membran natürlich besonders leicht sein, um umfangreiche Dynamik bei gleichzeitig guter Kontrollierbarkeit bieten zu können. So ausgerüstet, sollen die Lautsprechen einen Frequenzbereich von 50 bis 20.000 Hertz abdecken.

Eingefasst in eine ovalen Waveguide soll der Folientreiber detiallierte Höhen mit jeder Menge Dynamik wiedergeben.
Rückwärts gerichtet
Dann kommen wir aber zum Pièce de résistance der M15.2, denn so potent und hochwertig die Bestückung der Schallwand auch ist, verlassen sich die Lautsprecher nicht nur auf die Bändchen und Konus. Auf der Rückseite verhüllt eine weitere Stoffabdeckung, hier allerdings mit Steckern statt Magneten, einen zusätzlichen Treiber. Anstelle eines Bassreflexports nutzt Scansonic die rückwärtigen Schallanteile, um eine passive Bassmembran anzutreiben. Mit einem Format von 5 mal 9 Zoll ist der ovale Treiber recht üppig dimensioniert und soll so auch bei einem eher geringen Gehäusevolumen die benötigte Macht im Tiefton generieren. Auch die Arbeit des angetrieben Tiefmitteltöners profitiert davon, denn so soll sich die Basswiedergabe im allgemeinen merklich straffer und kontrollierter präsentieren, als es bei einem offenen Gehäuse der Fall wäre. Dafür benötigt es hinter und um die Lautsprecher herum aber eben auch ein bisschen Freiraum, weshalb die M15.2 eben besser auf Stativen unterkommen sollten.

Die rückseitige Bassmembran wird nicht aktiv angetrieben. Sie soll lediglich dem Sechseinhalbzöller in der Front beim Tiefton unter die Arme greifen.
Angeeckt
Die von Scansonic gewählte Bestückung und das akustische Konzept sind also nicht alltäglich. Ähnlich sieht es dann auch bei der Gestaltung der Lautsprecher selbst aus, denn die Dänen entfernen sich hier deutlich vom klassischen Quaderlook, den Regallautsprecher dieser Preisklasse üblicherweise besitzen. Stattdessen setzt man bei der M15.2 auf das verwinkelte Design, dass auch die größeren M-Modelle auszeichnet. Am deutlichsten fällt das bei der Oberseite der Lautsprecher ins Gewicht, die nach hinten hin merklich abfällt. Aber auch die seitlichen Kanten der Schallwand sind deutlich angewinkelt. Die ebenen Seiten des Gehäuses laufen nach hinten dann leicht zusammen und auch die Abdeckungen vorne und hinten ziehen die Designlinie mit ihren angewinkelten Kanten konsequent durch. Etwas im Kontrast zu den abgeschrägten Formen stehen dann die ovalen Körbe der drei Treiber. Von optischer Langeweile kann hier also keine Rede sein und das dynamische, aber dennoch nicht übermäßig extrovertierte Design weiß zu gefallen.

Jeder Lautsprecher besitzt gleich zwei Abdeckungen. Eine magnetische Halterung für die Front und eine kleinere Verhüllung mit Steckern für den Treiber auf der Rückseite.
Nordische Eleganz
Erfrischend zu sehen, dass man auch in dieser Klasse nicht auf Stil verzichten muss und die Dänen ihr Versprechen von elegantem skandinavischen Design durchaus wahr machen können. Ein optische Blender ist die M15.2 dabei keineswegs, denn auch in Sachen Verarbeitung spielen die Regallautsprecher vorne mit. Das Gehäuse weist durchweg ordentliche Materialstärken auf und fühlt sich entsprechend solide an. Resultat sind ein durchaus beachtliches Gewicht von mehr als acht Kilogramm pro Lautsprecher. Farblich beschränkt sich Scansonic HD auf die beiden Klassiker schwarz und weiß, jeweils in einem leicht schimmernden Satin-Finish. Dabei ist der Lack rundum wunderbar aufgetragen, auch wenn sich unser schwarzes Modell als recht anfällig für Fingerabdrücke erweist. Etwas schade ist auch, dass der Blick bei entfernten Abdeckungen auf sichtbare Schrauben fällt, doch das muss man einem Paar Lautsprecher für 1.500 Euro nachsehen. Insgesamt machen die Scansonic HD 15.2 einen wirklich hochwertigen Eindruck.

Ein ansprechend gestaltetes Gehäuse wird hier mit solider Konstruktion und einem eleganten seidenmatten Finish kombiniert.
Verbindungsaufbau
Die Lautsprecherklemmen an der Rückseite machen ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Die vergoldeten Kontakte sind in transparenten Kunststoff eingefasst und bieten so guten Kontakt und solide Haptik. Vom angeschlossenen Verstärker verlangt Scansonic dann eine Leistung von 50 bis 150 Watt. Allerdings gilt es zu beachten, dass es sich bei der M15.2 um ein System mit acht Ohm Impedanz handelt. Allzu klein sollte das genutzte Kraftwerk also dann doch nicht ausfallen, um die Lautsprecher ordentlich anzutreiben. Bei der Frequenzweiche hinter den Anschlüssen setzt der Hersteller dann auf hochwertige Bauteile, um sein klangliches Ziel zu erreichen. Der Übergang zwischen dem Bändchen im Hochton und dem Konus für Mitten und Bässe, liegt dann bei 3,2 Kilohertz. Unsere M15.2 wird also mit einem Streamingverstärker verbunden und der Empfehlung des Herstellers nach auf Stativen platziert. Durch den rückwärts gerichteten Passivtreiber ist es dann möglich, über die Positionierung den Klang merklich zu beeinflussen.

Die festen Terminals erlauben die Verwendung von Litzen, Kabelschuhen und Steckern.
Scansonic HD M15.2 – Die Leichtigkeit des Klangs
Mit der Entfernung zur Rückwärtigen Wand lässt sich die Intensität des Bassbereiches der M15.2 beeinflussen. Rückt man die Lautsprecher näher, verstärkt sich der Tiefton merklich. Noch deutlicher wird das ganze, wann auch die Seitenwände eher dicht an den Lautsprechern stehen. Hier sollte man sich also ein wenig Zeit nehmen, um die persönlich vorteilhafteste Position herauszufinden. Bei den Abständen lässt sich dann gut mit dem klassischen gleichschenkligen, oder besser noch gleichseitigen Stereodreieck arbeiten. Auf eine starke Ausrichtung der Lautsprecher kann man hingegen verzichten. Mit einem leichten Winkel hin zur Hörposition fährt man hier am besten. Als erstes wandert dann „…Like Clockwork“ der Queens of the Stone Age in die Playlist, wobei die Scansonics gleich einmal zeigen, wo die Reise hingeht. Die Lautsprecher präsentieren das akustische Geschehen sehr offen und räumlich. Die Bühne wirkt weit ausgebreitet und der Raum wird konsequent gefüllt.

Durch den Einsatz der Passivmembran ist die Positionierung der Lautsprecher weniger kritisch als bei offenen Gehäusen. So lässt sich der Bassbereich über den Wandabstand deutlich effektiver abstimmen.
Die Zügel fest in der Hand
Scansonics kompakte Lautsprecher gehen hier mit einem sehr hohen Maß an Kontrolle ans Werk. Die Drums besitzen eine schöne Impulskraft, schnellen direkt und kernig nach vorne und fühlen sich dabei erfreulich straff an. Auch die Gitarren bekommen mit ihren klaren Konturen eine schöne Griffigkeit und machen so das Zupfen der Saiten teilweise fast spürbar. Dabei arbeiten sie sich sehr sauber durch das Frequenzband und das Spiel wirkt durchweg flüssig. Auch die Basslines fließen mit schönem Groove dahin. Dabei behalten die M15.2 den bewusst verzerrt-rotzigen Charakter bei, der den Stücken teilweise zu Grunde liegt. Das Konzept mit der Passivmembran führt aber klar zu einem sehr sauberen, diffusen Bassbereich. Persönlich fehlt es mir dabei aber ein wenig an roher Kraft und Direktheit, um gerade bei Rock wirklich fest zuzupacken. Andersherum kann man natürlich den sehr offenen, eher luftigen Charakter der Lautsprecher schätzen.

Auch der Tiefmitteltöner zeichnet sich durch seine gute Impulstreue und immense Klarheit aus.
Freigeist
Gerade der Hochtöner hat hier einen großen Anteil an der Darstellungsweise der M15.2. Er bietet eine tolles Auflösungsvermögen, holt feine Details aus dem Signal und stattet Instrumente mit facettenreichen Obertönen aus. Das kommt auch „Cirklar“ des Tingvall Trios zu Gute, bei dem das Klavier des namensgebenden Künstlers herrlich klar und definiert den Raum füllt. Ähnlich steht es hier um Jürgen Spiegels Becken, die mit dynamischem Anschlag und feinem Abschwingen wiedergegeben werden. Erfreulicherweise gelingt es Scansonic HD hier, die üblichen Fallstricke eines Folientreibers zu umgehen. So löst der Hochtöner zwar brillant auf, überspitzt das Geschehen aber zu keiner Zeit. Auch die Anbindung an den Tiefmittelton ist absolut gelungen und die M15.2 spielt mit einer Homogenität und Kohärenz, die den insgesamt lässigen, unbeschwerten Charakter nochmals gut unterstreicht. Das führt auch zu guter Langzeittauglichkeit, denn trotz üppiger Dynamik und feinem Hochton, kann man hier stundenlang hören ohne zu ermatten.

Alle Treiber des Zweiwegesystems fügen sich sehr schön zusammen. So lässt sich auch über mehrere Stunden hinweg entspannt hören.
Marathon Musiker
Die Dauerläufer-Tugenden der kompakten Lautsprecher kommen dann auch sofort bei der Wiedergabe der Complete Recordings von Howard Shores „The Fellowship of the Ring“ Soundtrack zu gute, der tatsächlich drei Minuten länger ist, als der Lord of the Rings Film selbst. Bei den Aufnahmen des London Philharmonic und des New Zealand Symphony Orchestra kommt erneut die schöne Räumlichkeit der Scansonic HD zum Tragen. Die Bühne wirkt hier besonders tief, wenn sich im hinteren Bereich ätherisch helle oder bedrohliche Bartion-Chöre aufbauen. Gerade große Arrangements wirken dabei wunderbar aufgeräumt und die konturierte und differenzierte Darstellung lässt auch hier Raum für feine Details. Die Transparenz stimmt ebenso und man hat das Gefühl, hier wirklich alles präsentiert zu bekommen, was die Stücke bieten. Facettenreiche Flöten, handgeschlagene Trommeln und ein sachtes Akkordeon fügen sich ebenso gut zusammen wie donnernde Pauken, füllige Streicher und silbrige Blechbläser.
Powerplay
Die eigentlich überschaubar großen Lautsprecher spielen hier wirklich groß auf und füllen unseren 25 Quadratmeter großen Hörraum wunderbar aus. Dafür ist aber auch ein wenig Schub von Seiten des Verstärkers nötig, um die M15.2 zu entfesseln. Die Tracks der Supersonic Blues Machine stattet sie dann mit einer herrlich straffen und fülligen Bassdrum aus, die auf den Punkt nach vorne geschnellt kommt. Auch der Rest der Drums bringt eine tolle Lebendigkeit mit, während der Hochtöner die Mundharmonika mit dem typischen Timbre ausstattet. Daft Punks „Discovery“ profitiert ebenfalls vom aufgeräumten Klangbild der Lautsprecher. Auch bei schnellen Beats behalten sie die Kontrolle, lassen feine Synthyeffekte durch den Raum schweben oder treiben das Geschehen mit dynamischen Bässen nach vorne. Hier und da könnte es erneut gerne noch ein wenig mehr Tiefgang und Wucht im Tiefton sein, aber auch so nimmt das lebendige Spiel der Lautsprecher wunderbar mit.

Die Scansonic HD M15.2 bieten den Sound großer Schallwandler auch mit kompakten Setups und in kleineren Räumen.
Fazit
Mit den M15.2 bietet Scansonic HD audiophilen Sound für kleine Räume. Hier treffen offene Bühnendarstellung und tolle Transparenz auf impulsive Dynamik und filigrane Auflösung. Bändchenhochtöner, Tiefmitteltöner und Passivmembran arbeiten hier wirklich Hand in Hand, spielen konsequent klar auf und legen einen enorm ausgeglichenen Klangcharakter an den Tag, den man sonst eher von deutlich größeren Lautsprechern kennt. Auch bei Design und Verarbeitung strecken die kompakten Dänen ihre Fühler in höhere Klassen aus und bieten elegante Anmutung und hohe Wertigkeit, zu einem mehr als fairen Preis. Wer auf wenig Raum und mit hohem Anspruch Musik hören möchte, ist bei den Scansonic HD M15.2 gut aufgehoben.
Test & Text: Philipp Schneckenburger
Fotos: Simone Maier
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut
89 of 90
89 of 90
88 of 90

Technische Daten
| Modell: | Scansonic HD M15.2 |
|---|---|
| Gerätekategorie: | Regallautsprecher |
| Preis: | 1.500 Euro (Paar) |
| Garantie: | 2 Jahre |
| Ausführungen: | - Schwarz - Weiß |
| Vertrieb: | Dantax Radio A/S, Pandrup (DK) + 45 9824 7677 scansonic.dk |
| Abmessungen (HxBxT): | 390 x 240 x 340 mmrchmesser: 350 mm |
| Gewicht: | 8,3 kg |
| Bauart/Prinzip: | Zweiwege, passiv, Bassreflex mit Passivmembran |
| Bestückung: | 1 x Bändchenhochtöner 1 x 6,5 Zoll Tiefmitteltöner 1 x 5 x 9 Zoll Passivmembran |
| Frequenzbereich: | 50 Hz – 20 kHz (Herstellerangabe) |
| Empfohlene Verstärkerleistung: | 50 - 150 Watt (Herstellerangabe) |
| Impedanz: | 8 Ohm |
| Anschlüsse: | Schraubterminals, Single-Wiring |
| Lieferumfang: | 2 x M15.2 4 x Abdeckungen |
| Pro & Contra: | + offene, transparente Darstellung + ausgeglichener Klangcharakter + gute Langzeittauglichkeit + tolle Feindynamik + hohe Impulstreue + filigrane Auflösung + wertige Anmutung + günstiger Preis - Schwächen im Tiefbass |
| Benotung: | |
| Klang (60%): | 89/90 |
| Praxis (20%): | 89/90 |
| Ausstattung (20%): | 88/90 |
| Gesamtnote: | 89/90 |
| Klasse: | Oberklasse |
| Preis-/Leistung | sehr gut |
| Getestet mit: | Innuos ZENmini Mk 3 Luxman L-505Z Auralic Polaris Audioquest Rocket 44 |















































