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Chefredakteur

Satter Heimkinosound in den eigenen vier Wänden, ist eine feine Sache. Das man dazu zwingend kühlschrankgrosse Subwoofer benötigt, ist allerdings eine Mär. ASW beweist das Gegenteil und hätte da einen attraktiven Alternativvorschlag anzubieten …

Star im Rampenlicht: ASWs Cuby 150 ist in weisser und schwarzer Schleiflackausführung verfügbar.

Star des Tests: ASWs Cuby 150 ist in weisser und schwarzer Schleiflackausführung verfügbar.

 

 

Viele Filmfans träumen davon, echten Kinosound auch zuhause erleben zu können. Dieser Wunsch muss kein Traum bleiben, denn inzwischen sind auch kleinere Lautsprechersysteme durchaus in der Lage, die gute Stube akustisch in den örtlichen Kinosaal zu verwandeln. Dabei liefern die Besseren unter den sogenannten Kompaktboxen nicht nur realistischen Surroundsound, sondern sind auch überraschend leistungsstark und pegelfest. Die im Münsterland ansässige Lautsprechermanufaktur ASW gehört zu den Herstellern, die sich darauf spezialisiert haben, wohnraumfreundliche Schallwandler zu produzieren, die optisch wie klanglich höchsten Ansprüchen genügen. „Doch was ist mit dem Bass?“, werden Sie sich fragen. Zu Recht, denn gerade wenn das Lautsprecher-Setup eher kompakt daher kommt, ist der Einsatz eines aktiven Subwoofers unverzichtbar. Doch obwohl druckvoller Bass in der Regel nur durch ein entsprechendes Volumen zu erzeugen ist, muss der Subwoofer dennoch nicht riesig sein. Den Beweis dafür liefert ASW mit seinem gerade einmal 35 Zentimeter hohen und 26 Zentimeter breiten Aktiv-Bassisten, der die Bezeichnung „Cuby 150“ trägt. Und genau den haben wir uns einmal ganz genau angesehen …

 

 

Cuby 150
ASWs Philosophie klingt einfach: Lautsprecher und Subwoofer zu entwickeln, die in Sachen Verarbeitung und Materialqualität Ihresgleichen suchen und klanglich höchsten Ansprüche erfüllen. Und jetzt kommt die Schwierigkeit, denn weder im Design, in der Materialqualität, noch in der Soundwiedergabe sollen Kompromisse eingegangen werden müssen. Eine Vorgabe, die Eine Extraportion Knowhow in Sachen Akustik- und Designentwicklung sowie jede Menge Erfahrung erfordert. Diese drei Punkte sind hier zweifelsfrei gegeben, denn nach der ausgiebigen Beäugung unseres Testprobanden stellt sich schnell heraus, dass Ingenieursabteilung des etwa 50 Kilometer vor den Toren Münsters ansässigen Unternehmens wieder einmal ganze Arbeit geleistet hat. In erster Linie fällt dabei das perfekt verarbeitete Schleiflack-Kleid auf, in dem sich der kleine Sub im Licht unseres Testraumes sonnt. Sein schlankes Gehäuse und die gerade Linienführung sind zeitlos-elegant. Das ist praktisch, denn so folgt das Cuby-Design zum einen dem aktuellen Wohntrend, passt sich aber auch rustikaleren oder hippen Wohnlandschaften an. Im Gegensatz zu anderen modern gestylten Mitbewerbsmodellen gehört im ASW-Quader aber auch die Technik zum Besten, was der Subwoofermarkt derzeit bietet. Neben einem sehr gut ausgestatteten Anschlussmodul inklusive Hoch- und Niederpegeleingängen, Trennfrequenzregler und Phasenumkehrschalter ist hier in erster Linie die integrierte Verstärkereinheit zu erwähnen, die ein Leistungsvermögen von 200 Watt (Impulsleistung) in die Waagschale wirft. Diese zeichnet sich für einen adäquaten Antrieb des in der Gehäuseunterseite thronenden 200-Millimeter-Chassis verantwortlich. Dabei erweist sich die für einen kompakten Bassisten überraschend hohe Verstärkerleistung als keineswegs überdimensioniert, denn aufgrund seines Abstrahlprinzips soll der Downfire-Sub nicht nur für Hörschall sondern auch für entsprechenden Körperschall sorgen.

Alles drsan, was man braucht: Neben gleich drei Niederpegeleingängen verfügt der Cuby auch über zwei Hochpegelinputs. Somit lässt sich der kleine ASW an nahezu jedem Stereo- und Mehrkanalverstärker der Welt betreiben.

Alles dran, was man braucht: Neben gleich drei Niederpegeleingängen verfügt der Cuby auch über zwei Hochpegel-Inputs. Somit lässt sich der kleine ASW an nahezu jedem Stereo- und Mehrkanalverstärker der Welt betreiben.

 

 

Unterschied Downfire/Frontfire?
Subwoofer funktionieren in der Regel nach dem Down- oder Frontfire-Prinzip. Bei der Frage, welches das ideale Abstrahlprinzip ist, streiten sich die die Geister. Das nicht ohne Grund, denn beide Bauarten haben abhängig von Einsatzzweck und Bausubstanz im Hörraum ihre spezifischen Vorteile, auf die wir einmal näher eingehen wollen:

Downfire: Das Chassis befindet sich in der Gehäuseunterseite. Dabei gibt der Subwoofer seine Schallanteile im definierten Abstand nach unten, in Richtung Boden ab. Hier werden sie in alle Richtungen abgestrahlt/reflektiert, was den Bass nicht nur hörbar, sondern auch physisch spürbar macht. Der Einsatz eines solchen Gerätes empfiehlt sich in Neubauwohnungen mit harter Bausubstanz. Doch Vorsicht: Angeregte Fussböden übertragen den Schall zumeist auch in darunter liegende Räume.

Frontfire: Die am häufigsten gewählte Bauform sorgt dafür, dass Bassanteile direkt in den Raum abgegeben werden. Dieses Prinzip eignet sich hervorragend in Altbauwohnungen oder Häusern mit eingezogener Zwischendecke, da die von Downfire-Subs abgegebenen Schallanteile hier zu grossen Teilen von der Bausubstanz verschluckt werden würden.

Downfire-Subwoofer verfügen über ein im Gehäuseboden eingesetztes Basschassis. Die in diesem Fall eingesetzten Gummifüsse halten das Schwingsystem im definierten Abstand zum Boden.

Downfire-Subwoofer verfügen über ein im Gehäuseboden eingesetztes Basschassis. Die in diesem Fall eingesetzten Gummifüsse halten das Schwingsystem im definierten Abstand zum Boden.

 

 

Installation / Tipps & Tricks
Anschluss: Zuerst wird der Cuby 150 mittels gut geschirmtem und ausreichend langem Cinchkabel mit dem Verstärker verbunden. Benutzen Sie hierfür den in der Regel gelb markierten Sub-Out am AV-Receiver und die Input-Buchse am ASW.

Positionierung: Wichtig ist, dass sich ihr neuer Subwoofer harmonisch in das Klangbild einbringt und dabei weder zu dominant noch zurückhaltend agiert. Von der Aufstellung in der Zimmerecke ist deshalb dringend abzuraten, denn hier hat jede Raumresonanz ihr Maximum, was zu Dröhneffekten und wummerigen, unpräzisen Bassläufen führt. Ziehen Sie den Sub deshalb so weit wie möglich aus der Zimmerecke. Nehmen Sie sich etwas Zeit und probieren Sie verschiedene Plätze aus. Aber Obacht, schon um wenige Zentimeter verschoben, kann sich ein völlig anderes Klangbild ergeben.

Trennfrequenz: Mittels des am Anschlussmodul befindlichen Reglers wird der Übergang zwischen Lautsprecher und Subwoofer bestimmt. Verfügt Ihr AV-Receiver über die Möglichkeit der Trennfrequenzwahl, drehen Sie den Regler am Cuby 150 bis zum Ende auf und wählen Sie die gewünschte Trennung im Menü des AV-Gerätes. Diese sollte bei kompakten Boxen bei 100 bis 120 Hertz und bei größeren, bassgewaltigeren Standboxen zwischen 80 und 100 Hertz liegen.

Phaseneinstellung: Dieser wird leider zumeist kaum Bedeutung beigemessen. Dabei ist sie enorm wichtig, denn der Phasenregler zeichnet sich für die punktgenaue Angleichung des Subs an die mitspielenden Lautsprecher verantwortlich. Denn ist der Subwoofer in einem anderen Abstand als die Boxen zur Referenzposition aufgestellt, können sich unterschiedliche Laufzeiten ergeben. Mit der Phasenregelung lässt sich der Bassist dann an seine Mitspieler angleichen. Idealerweise geht man hier zu zweit vor. Während eine Person an der Referenzposition sitzt und dem Testton (idealerweise ein wiederkehrendes Basssignal) lauscht, dreht die zweite Person langsam am Phasenregler. Die richtige Einstellung ist gefunden, sobald der Bass am lautesten erscheint. Hat ihr Subwoofer „nur“ einen Phasenumkehrschalter, lässt sich die Feinjustage auch die Verringerung bzw. Vergrösserung des Abstandes zum Hörplatz vornehmen.

Nur mit der richtigen Einstellung entfaltet der eigene Sub sein volles Leistungspotenzial. Beachten Sie deshalb unbedingt obige Tipps.

Nur mit der richtigen Einstellung entfaltet der eigene Sub sein volles Leistungspotenzial. Beachten Sie deshalb unbedingt obige Tipps.

 

 

Cuby im Einsatz
Den Anfang machen wir mit „Der Transporter“. Der Raketenangriff auf das Anwesen des Hauptprotagonisten verschlägt uns dann gleich den Atem. Das imponiert, denn trotz seines vergleichsweise geringen Volumens stellt der kleine Cuby nicht nur die Raketeneinschläge, sondern ebenso die darauf folgenden, gewaltigen Explosionen mit enormer Vehemenz dar. Das ist bewundernswert, denn obgleich der Cuby hier nicht ganz so tiefschwarz agiert, wie sein kürzlich von uns getesteter XXL-Bruder Genius AS10 (Test hier), sind wir überrascht und begeistert. Und das auf ganzer Linie, denn trotz seines geringen Volumens von rund 30 Litern steigt der weisse Kubus ohne erkennbare Mühen verblüffend tief in den Basskeller hinab. Doch auch wenn sich der kleine ASW nicht vor dem Abstieg in tiefere Bassgefilde scheut, liegen seine grossen Stärken allerdings eindeutig in der Grundtonreproduktion. Hier ist er zweifelsfrei zuhause, was sich gleich im zweiten Testtitel bemerkbar macht. Mit entsprechendem „Futter“ wie beispielsweise Depeche Modes „Personal Jesus“ der DVD “Live in Milan” läuft der schneeweisse Bass-Quader dann zur Höchstform auf. Kaum ist der Track angewählt, entsteht eine Live-Atmosphäre, die vor Knack und Agilität nur so sprüht und die die Testjury unweigerlich zum Mitzuwippen animiert. Eine Performance, die ob ihrer Strahlkraft und Präzision einfach unter die Haut geht und Spaß macht. Und zwar soviel Spaß, dass wir die Lautstärke deutlich erhöhen. Doch auch das bringt den kleinen Cuby keineswegs aus der Ruhe. Ganz und gar nicht, denn obwohl inzwischen deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke angekommen, erleben wir noch immer eine präzise, verzerrungsfreie und erstaunlich wuchtige Oberbassvorstellung, von der man einfach nicht genug bekommen kann. Ein hochgradig wichtiger Punkt, den man bei der Wahl eines neuen Bassisten zwingend berücksichtigen sollte, denn in den meisten Fällen wird der Subwoofer nicht ausschliesslich als Tieftonunterstützung im Filmbetrieb genutzt, sondern soll auch in der mehr- und zweikanaligen Musikwiedergabe für den nötigen Punch sorgen. Nachdem der schicke ASW seine Qualitäten (wie eben beschrieben) nun in der 5.1-Reproduktion unter Beweis stellen konnte, soll er nun zeigen, wie er sich in der CD-Wiedergabe schlägt. Dazu wählen wir den selbst unter eingefleischten New-Order-Fans eher unbekannten Song „Don`t Do It“, dessen Anforderung in Sachen Impulskraft und Dynamik schon so manch Lautsprecher und Subwoofer an seine Grenzen gebracht hat. Davon scheint unser Testmodell aber weit entfernt, denn aufgrund seiner enormen Agilität und erneut durchzugsstarken Oberbasswiedergabe zeigt sich der kleine ASW auch in diesem Stück von seiner besten Seite und weiss obendrein durch Entschlossenheit, Prägnanz und Impulstreue zu punkten, die wir bei Subwoofern dieser Grösse bislang ganz selten erleben durften.

Zu schade um ihn zu verstecken: Aufgrund seiner hohen Materialqualität und seiner perfekt aufgetragenen Schleiflack-Oberfläche wird der Cuby 150 selbst in modern ausgestatteten Wohnräumen zum Blickfang.

Zu schade um ihn zu verstecken: Aufgrund seiner hohen Materialqualität und seiner perfekt aufgetragenen Schleiflack-Oberfläche wird der Cuby 150 selbst in modern ausgestatteten Wohnräumen zum Blickfang.

 

 

Fazit
Aufgrund seiner kompakten Erscheinung macht der kleine ASW rein äusserlich auf Understatement. Richtig eingestellt geht er klanglich dann allerdings wie ein Grosser zur Sache. Dabei werden knackige Impulse und brachiale Bassdrums perfekt geliefert und lassen unseren Hörraum beben. Zwar spielt der Cuby nicht ganz soweit hinunter, wie seine grossen Brüder, dafür aber macht er das, wofür er entwickelt wurde, in Perfektion. Auch wenn es abgedroschen klingt: Das ist ganz grosses Kino!

 

Test & Text: Roman Maier

Fotos: www.lite-magazin.de

 

Modell:ASW Cuby 150
Preis:ab 549,00 Euro / Stück
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:schwarz, weiss
Vertrieb:ASW, Ahaus
Tel.: 02561 / 6879292
www.asw-lautsprecher.de
Abmessungen (HBT):260 x 350 x 380 mm
Gewicht:17,0 Kg
Tieftöner:200mm
Verstärkerleistung:- 150 Watt Musikleistung
- 200 Watt Impulsleistung
Phasenregelung:- Schalter (0/180°)
Trennfrequenz:- Regler (40-150 Hz)
Eingänge:- 3 Niederpegel
- 2 Hochpegel
Prinzip:Downfire
Bauart:Bassreflex
Besonderes:- exzellente Schleiflackoberfläche
- hochwertige Verarbeitung
- impulsgenaue Grundtondynamik
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

 

 

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