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Redakteur

So richtig komplett wird eine Surround-Anlage erst durch den Subwoofer. Falls Sie auf kompakte Abmessungen wert legen aber auf Leistung nicht verzichten möchten, bietet Sunfire Audio einige durchaus interessante Modelle für Sie an. Einen besonders spannenden Achtzöller haben wir uns einmal ganz genau angesehen.

In den Seitenwänden des XTEQ 8 thronen zwei leistungsstarke Basstreiber. Einer aktiv angesteuert, einer passiv.

In den Seitenwänden des XTEQ 8 thronen zwei leistungsstarke Basstreiber. Einer aktiv angesteuert, einer passiv.

Bass macht Spaß! Egal ob im Heimkino oder in der High-End-Musikanlage, so richtig rund wird der Klang erst, wenn das Bass-Fundament steht. Das man sich dazu keinen Subwoofer in die Wohnung holen muss, der so groß ist wie ein Kühlschrank, hat sich wahrscheinlich schon herumgesprochen. Denn obwohl besonders im Bass Membranfläche eigentlich durch nichts zu ersetzen ist, kann man dank moderner Verstärkertechnik und aktiver digitaler Entzerrung auch mit kleinen Subwoofern Bassleistung erzeugen, die weit jenseits von Gut und Böse liegt. Dabei muss jedoch nicht auf audiophile Qualitäten verzichtet werden. Guter Klang mit mächtig Druck aus kleinen Basswürfeln, das geht!

Hochglanzgehäuse, Side-Fire, 1800 Watt Verstärkerleistung, umfangreiches Anschlussfeld, zwei Achtzöller. So lauten die wichtigsten Hardfacts des Surfire XTEQ 8.

Hochglanzgehäuse, Side-Fire, 1800 Watt Verstärkerleistung, umfangreiches Anschlussfeld, zwei Achtzöller. So lauten die wichtigsten Hardfacts des Sunfire XTEQ 8.

Der Hersteller: Sunfire Audio

Der amerikanische Hersteller Sunfire Audio geht zurück auf Bob Carver, einem Audio Ingenieur, der die Firma aus der Taufe hob, nachdem er schon Jahre lang sehr erfolgreich Verstärker und Lautsprecher unter anderen Namen gebaut hatte. Was läge also näher, als beides zu kombinieren und Verstärker direkt in Lautsprecher einzubauen? Im Jahre 2004 entstand so die Marke Sunfire, deren Subwoofer-Modelle es innerhalb kürzester Zeit zu weltweiter Bekanntheit gebracht haben. Die vorläufige Krönung des Erfolgs war die Prämierung eines Sunfire Subwoofers mit dem EISA-Award für den Besten Subwoofer des Jahres 2011. In Deutschland werden die edlen Subwoofer Übrigens seit Jahren über den renommierten HiFi-Vertrieb IAD Audio in Korschenbroich am Niederrhein vertrieben.

Lieferumfang und Ausstattung

Der XTEQ 8, den wir uns für diesen Test ausgesucht haben, ist das kleinste Modell aus der brandneuen XT-Serie und mit allerlei technischen Finessen gespickt. Dementsprechend hoch fielen dann natürlich auch unsere Erwartungen aus.
Geliefert wird der Sub in einem Karton von überschaubarer Größe, der sich mit seinem Gewicht auch vor Standlautsprechern nicht verstecken braucht. Nach dem ich mich, wie bei einer russischen Matrjoschka, durch nicht weniger als drei ineinander verschachtelte Kartons gekämpft hatte, kam eine kleine Schachtel zum Vorschein, in der sich das umfangreiche Zubehör findet: Ganze drei Netzkabel, mit denen der Sub wohl überall auf der Welt Anschluss an das Stromnetz findet, begleitet von einem Merkblatt, das auf die richtige Einstellung der Netzspannung hinweist. Denn neben den hierzulande üblichen 230 Volt reichen dem integrierten Verstärker auch die amerikanischen 110 Volt zur Mobilisierung von immerhin gut zwei Kilowatt Leistung! Daneben liegen dem Basswandler ein Messmikrofon samt eines schweren und hochwertig anmutenden Standfusses bei, sowie eine umfangreiche Bedienungsanleitung, die auf 23 Seiten sämtliche Fragen zu Technischen Daten, Inbetriebnahme und optimaler Integration ins bestehende Setup beantwortet. Leider zwar nur auf Englisch und Chinesisch, dank der großzügigen Bebilderung ist die Installation für mich aber selbsterklärend.

Der XTEQ 8 ist das kleinste Geschwisterlichen der neuen XT-Familie. Mit seiner 1800 Watt leistenden Endstufe bringt er aber selbst größere Hörräume zum Beben.

Der XTEQ 8 ist das kleinste Geschwisterchen der neuen XT-Familie. Mit seiner 1800 Watt leistenden Endstufe bringt er aber selbst größere Hörräume zum Beben.

Sunfire XTEQ 8: das kompakte Kraftpaket

Unter der kleinen Box mit Zubehör kommt dann endlich der – noch einmal sicher einzeln verpackte – Subwoofer zum Vorschein. Den kleinen Basswandler von der schützenden Verpackung zu befreien, gestaltet sich allerdings noch mal als eher schweißtreibender Akt, denn mit knapp 20 Kilogramm Gewicht ist der XTEQ 8 gemessen an seiner Größe wirklich beeindruckend massiv. Steht der Sub dann mal vor einem, stellt man schnell fest: Da fehlt doch etwas. Und ganz recht, im Karton befinden sich noch zwei Kunststoff-Abdeckungen, die an beiden Seiten des Subwoofers mittels Steckung befestigt werden und die üppigen Sicken sowie die Verschraubungen der Membranen verstecken und so für den charakteristischen Look der XTEQ-Serie sorgen. Auf der Rückseite des absolut makellos verarbeiteten Gehäuses befindet sich das üppig ausgelegte Anschlussterminal, das wohl jeder erdenklichen Einsatzsituation Herr wird.
Arbeiten wir uns also von oben nach unten durch Knöpfe und Buchsen: Ganz oben, im ersten Drittel, befindet sich das übliche Regler-Trio, nämlich jeweils einer für die Übergangsfrequenz von 30 bis 100 Hertz (wobei 65 Hz als Standard-Einstellung gekennzeichnet ist), einer für die Phase (die natürlich stufenlos von 0 bis 180 Grad verstellbar ist) und einer für die Lautstärkejustage. Ausserdem ein Eingang für das Kabel des Messmikrofons und ein kleiner Zwei-Stufen-Schalter, über den der intern arbeitende Equalizer ein- bzw. ausgeschaltet werden kann. Das zweite Drittel des Anschlussfeldes ist den diversen Ein- und Ausgängen vorbehalten. Ganz oben befindet sich ein Stereo-Eingang, an dem neben dem LFE-Kanal auch das normale Stereo-Vorstufensignal zugespielt werden kann. Direkt darunter kann das eingehende Signal dann zum Weitertransport in Richtung Endstufe oder Aktivlautsprecher wieder abgegriffen werden. Und zwar entweder unverändert oder schaltbar hochpassgefiltert ohne Frequenzen unter 85 Hertz. Sinnvoll, falls es an Kompaktlautsprecher weitergereicht werden oder der Sub die Basswiedergabe alleine erledigen soll.
Direkt links der Ausgänge befindet sich ein weiterer Eingang und zwar im Studio-Standard XLR. Falls Sie also eine professionelle Vorstufe einsetzen, die solch einen symmetrischen Ausgang bietet, können sie auch auf die weniger störungsanfällige XLR-Verkabelung ausweichen. Die letzten zwei Cinchbuchsen sind sogenannte Master- und Slave-Anschlüsse, die der Verkettung mehrerer Subwoofer dienen. So installiert, braucht nämlich nur der Master-Sub, an die Gegebenheiten des Raumes angepasst werden. Alle folgenden Subwoofer, die Slaves, erhalten nun vom Master das optimal aufbereitete Signal. Sämtliche Einstellmöglichkeiten an den Slaves sind dann natürlich gebrückt und damit wirkungslos. Ganz unten am Anschlussfeld findet sich die obligatorische Netzbuchse sowie ein echter Netzschalter. Damit reagiert Sunfire auf die Wünsche der Heimkinofreunde, die ihren Sub gern komplett von Strom trennen wollen, sobald er längere Zeit mal nicht gebraucht wird (Urlaubszeit). Sie sehen: dank der üppigen Ausstattung des XTEQ 8 ist kaum eine Anwendung denkbar, für die der Subwoofer nicht gerüstet wäre. Wir begnügen uns aber mit dem Normalfall, da dies wohl der häufigste Anwendungsfall ist.

Das Anschlussterminal des XTEQ 8 kann sich sehen lassen. Neben zwei klassischen Niederpegelzugängen findet sich hier auch noch ein symmetrischer Eingang.

Das Anschlussterminal des XTEQ 8 kann sich sehen lassen. Neben zwei klassischen Niederpegelzugängen findet sich hier u.a. auch noch ein symmetrischer Eingang.

Aufstellung, Anschluss, Einmessung

Der “Normalfall” bedeutet für einen Subwoofer natürlich den Einsatz im Surroundsystem am AV-Receiver. Nun muss zunächst ein geeigneter Aufstellungsort gefunden werden. Und auch wenn es heißt, tiefe Frequenzen seien nicht zu orten und es sei daher egal, wo der Sub steht, stelle ich ihn doch lieber in die Nähe der Frontlautsprecher. Dank der kompakten Abmessungen des XTEQ 8 findet er seinen Platz sogar direkt dazwischen. Das Signal vom LFE-Ausgang des Mehrkanal-Receivers wird via Cinchleitung dann direkt an einen der beiden Eingänge des Subwoofers geleitet. Ob rechts oder links, spielt keine Rolle. Zu guter Letzt muss der XTEQ 8 natürlich noch mit Strom versorgt werden, das war es dann aber auch schon mit dem notwendigen Verkabelungsaufwand.
Meiner Meinung nach sollte der Sub nun über die im Receiver integrierte Einmessung in Phase, Lautstärke und Übergangsfrequenz eingestellt werden. Dazu werden alle Regler am Sub in die Normalposition gedreht: Phase 0°, Lautstärke 0 dB und die Übergangsfrequenz ganz hoch auf 100 Hz. Der vorhandene AV-Receiver übernimmt jetzt die Festlegung der Grundeinstellungen, die sich natürlich anschließend trotzdem noch an den eigenen Geschmack anpassen lassen. Nun ist es an der Zeit den Trumpf auszuspielen: Die automatische Einmessung. Dabei sendet der Sub verschiedene Frequenzen mit unterschiedlicher Lautstärke in den Hörraum aus und misst, was am Hörplatz ankommt. Anschließend wird der Frequenzgang intern so angepasst, dass er am Referenzplatz möglichst linearisiert wird. Die Durchführung des Einmessvorgangs ist für den Anwender kinderleicht: Das beiliegende Messmikrofon wird am bevorzugten Hörplatz aufgestellt und mit dem Subwoofer verbunden. Anschließend wird per Schalter der Equalizer aktiviert. Nun muss nur noch der kleine rote Start-Kopf auf der Rückseite des Subs betätigt werden, der Einmessvorgang startet darauf hin automatisch und wird durch die blau leuchtende Status-LED angezeigt. Nach gut 30 Sekunden ist dann alles vorbei und das Messmikrofon kann abgebaut werden. Jetzt ist der XTEQ 8 bereit los zu legen.

Das hochwertige Einmess-Mirko samt schwerem Standfuß gehört zum Lieferumfang.

Das hochwertige Einmess-Mikro samt schwerem Standfuß gehört zum Lieferumfang.

Explosion im Treppenhaus

Meine Standard-Testscheibe für Mehrkanalsetups ist der Disney Animationsfilm „Bolt“. Eigentlich ein Kinderfilm, mir gefällt er trotzdem und zwar nicht zuletzt aufgrund der animationsfilm-typischen, völlig überzogenen Surroud-Effekte. So kann „Superhund Bolt“ Autos durch die Luft schleudern, sein Frauchen auf einem Roller mit Affenzahn durch den Berufsverkehr ziehen und mit dem „Turbobeller“ ganze Landstriche verwüsten. Das alles wird im guten Mehrkanalsetup zu einem echten Erlebnis, denn untermalt von einem mitreißenden Soundtrack nehmen Bolt und Penny nicht nur die feindlichen Agenten auseinander, sondern auch meinen Hörraum. Bei jeder von Bolts überraschenden Aktionen beben die Wände und flattern die Hosenbeine. Was der kleine XTEQ 8 an Bassenergie freisetzt ist sprichwörtlich atemberaubend. Dennoch bleibt der Bass stets knackig und dynamisch, von undefiniertem Rumgepolter oder Anstrengung, wie es bei günstigeren Subs oft der Fall ist, keine Spur. Besonders die Explosion eines feindlichen Hubschraubers hat neben mir, sicher auch den einen oder anderen Nachbarn aufgeschreckt. Gucken sie sich den Film unbedingt mal an!
Schiere Lautstärke und überzogene Effekte sind dabei natürlich nur das eine, präzise und natürliche Basswiedergabe etwas ganz anderes. Um die audiophilen Qualitäten zu testen, benutze ich aber auch gern Musik. In diesem Fall Patricia Barbers Live-Album “Companion”, das erstklassig aufgenommen ist und durch einen natürlichen, akustischen Bass beeindruckt. Und auch die eher gemäßigte Spielweise gelingt dem kleinen Sunfire Subwoofer dabei nicht weniger überzeugend. Kontrabass und Trommeln kommen knackig auf den Punkt, und füllen den Hörraum, dass es eine wahre Freunde ist. Und das ohne eingeschalteten Equalizer, denn dieses spezielle Feature habe ich mir für den Schluss aufbewahrt. Mit eingeschaltetem EQ entspannt sich der Bass dann nochmals merklich. Im ersten Moment kann das wie „weniger“ klingen, bei genauem Hinhören entpuppt es sich das „Weniger“ dann jedoch einfach als „präziser“. Nun, da die manchmal problematischen Frequenzbereiche also eingeebnet sind, kann der Sub getrost ein bisschen lauter gedreht werden, um dann richtig Spaß zu machen. Besonders das phänomenale Cover des Fleetwood Mac-Songs „Black Magic Woman“ mit seinem prägnanten Basslauf und dem Percussion-Solo macht mir jetzt richtig Freude!
Mit eingeschaltetem EQ also nochmal zurück zum Mehrkanaltest, diesmal mit dem neuesten Bond-Streifen „Skyfall“, in dem sich mehr als nur eine gute Testsequenz finden lässt. Wirklich beeindrucken ist aber die Szene im U-Bahn-Tunnel, in der die schiere Gewalt eines tonnenschweren, entgleisenden Zugs von dem kleinen XTEQ-Sub durchweg beeindrucken vertont wird – und zwar ohne, dass dabei irgendwelche Details im Bassgewitter untergehen. Da kann einem auch als Zuschauer schonmal kurz das Herz in die Hose rutschen.

Aufgrund seiner kompakten Abmessungen lässt sich der XTEQ 8 nahezu überall platzieren. Zugegeben, mittig in der Front zwischen den beiden Boxen - wie in unserem Test - wird er in der Praxis wohl eher seltener platziert.

Aufgrund seiner kompakten Abmessungen lässt sich der XTEQ 8 nahezu überall platzieren. Zugegeben, mittig in der Front zwischen den beiden Boxen – wie in unserem Test – wird er in der Praxis wohl eher seltener platziert.

Fazit

Der Sunfire Audio XTEQ 8 Subwoofer bietet Leistungsreserven und Spielfreude, wie man es von einem Subwoofer in dieser Größe kaum erwarten würde. Dank automatischer Raumeinmessung gibt es dabei keine Spur von Dröhnen oder Gepolter. Stattdessen bleibt der Bass selbst unter aberwitzigen Lautstärkepegeln knackig und dynamisch. Verarbeitungsqualität und Haptik stehen den klanglichen Fähigkeiten dabei in nichts nach. Dank der umfangreichen Ausstattung, mit allerlei Ein- und Ausgängen, findet sich wohl kaum ein Setup, in das sich der Sub nicht integrieren ließe.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

97 %

95 %

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150729.Sunfire-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Sunfire
XTEQ 8
Preis:1599,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:schwarz (teils Hochglanz)
Vertrieb:IAD, Korschenbroich
Tel.: 02161 / 617830
www.iad-audio.de
Abmessungen (HBT):267 x 314 x 270 mm
Gewicht:19,4 Kg
Tieftöner:1 x 200 mm (aktiv)
1 x 200 mm (passiv)
Leistung:1800 Watt
Bauart/Prinzip:Sidefire (Aktiv-/Passivmembran)
Frequenzbereich:22 Hz – 100 Hz (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:30 - 85 Hz
Phase:Regler (0-180°)
Besonderes:- kompakte Abmessungen
- automatische Raumkorrektur
- Messmikrofon
- hochwertige Verarbeitung
- 2 Niederpegeleingänge
- 1 symmetrischer Eingang
- 2 Niederpegelausgänge
- Master-/Slave-Funktion
- Trigger-Input
- EQ on/off
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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