lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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Bei der Saranna setzt Sigberg Audio auf geballtes audiophiles Know-how: Für exzellenten Klang ohne unerwünschte Raumeinflüsse agiert der Aktiv-Lautsprecher mit frontseitigem Koax-System und rückseitigem Woofer-Doppel, kombiniert wandnahe Aufstellung und cardioide Abstahlung – und setzt auf integrierte Class-D-Verstärker samt Soundprozessor, der verschiedene EQ-Presets und -Programmierungen zur Anpassung ans Ambiente bietet. Ob und wie dieses ausgefuchste Akustik-Konzept funktioniert, zeigt unser Test.

Die Sigberg Saranna wirkt dank des gelungenen Designs und der sanften Neigung des Korpus ebenso imposanten wie schlank und elegant.

Die Sigberg Saranna wirkt dank des gelungenen Designs und der sanften Neigung des Korpus ebenso imposanten wie schlank und elegant.

Der selbstgestellte Anspruch ist immens: Thorbjørn Sigberg, Gründer und Entwickler von Sigberg Audio, wollte einen Standlautsprecher entwickeln, der die Transparenz, Präzision und Ermüdungsfreiheit eines exzellenten Studiomonitors bietet und zugleich jenen Vollbereichsklang liefert, den seine bisherigen Schallwandler-Systeme dank eines Subwoofers erreichen. Mit den Systemen hat es die sechs Jahre junge norwegische Manufaktur bereits auch in den Profi-Tonstudio-Bereich geschafft. Mit dem Standlautsprecher hingegen will sie gezielt im HiFi-Bereich reüssieren. Hier soll die Saranna – benannt nach Thorbjørn Sigbergs Großmüttern Sara und Anna – auch ein großes Ambiente kraftvoll und trotzdem klar beschallen können. Das ist knifflig, denn der heimische Wohnraum ist akustisch oft alles andere als ideal, übt aber immensen Einfluss auf den Klang aus. Deshalb hat Sigberg für die Saranna bewährte Prinzipien aus den bisherigen Entwicklungen mit neuen Ansätzen fusioniert – und das alles schauen wir sie uns nun näher an.

Die Saranna in der „Fade To Black“-Version: Das makellose, tiefschwarze Satin-Finish des dickwandigen Korpus und die mit schwarzem Holzfurnier bekleideten Seiten-Paneele verleihen dem Lautsprecher eine hochwertige Anmutung.

Die Saranna in der „Fade To Black“-Version: Das makellose, tiefschwarze Satin-Finish des dickwandigen Korpus und die mit schwarzem Holzfurnier bekleideten Seiten-Paneele verleihen dem Lautsprecher eine hochwertige Anmutung.

Imposante Eleganz

Die Saranna beeindruckt uns gleich mehrfach: Beim Transport und Auspacken zollen wir ihr aufgrund der Gewichtigkeit von satten 44 Kilo bereits ungesehen Respekt. Kein Wunder: Ihr massiver MDF-Korpus hat eine Wandstärke von 25 Millimetern, frontal sind es sogar 50 Millimeter, intern ist das Gehäuse zudem mehrfach verstrebt. Aufgestellt imponiert die Saranna dann mit ihren Korpus-Maßen von 110 mal 28 mal 34 Zentimetern. Die Proportionen und die sanfte Neigung des Gehäuses geben ihr eine geschmeidig-dynamische Anmutung. Sie wird durch das gelungene Design nobilitiert: Der Korpus ist bei unserem Testmodell makellos mit einem tiefschwarzen Satin-Finish lackiert. Die Seiten bedecken leicht abgesetzte Paneele. Sie sind durch ein schwarzes Holzfurnier veredelt, das von Piero Lissoni, dem Designer des italienischen Holzspezialisten Alpi, ausgesucht wurde. Alternativ tritt der Lautsprecher in gedämpftem, mit einem Hauch von Grau versehenen Weiß auf. Ihren Korpus zieren dann Paneele in hellgrauem Holzfurnier. So verströmt die Saranna Stil und Hochwertigkeit.

Trotz ihres großen Gehäusevolumens wirkt die Saranna von vorne geradezu schlank. Die Rückansicht mit den beiden Tieftönern lässt sie schon wuchtiger wirken. Hier thront die Saranna auf der mitgelieferten Basis, die die Standfestigkeit erhöht. Sie kann aber auch ohne diese Bodenplatte aufgestellt werden.

Trotz ihres großen Gehäusevolumens wirkt die Saranna von vorne geradezu schlank. Die Rückansicht mit den beiden Tieftönern lässt sie schon wuchtiger wirken. Hier thront die Saranna auf der mitgelieferten Basis, die die Standfestigkeit erhöht. Sie kann aber auch ohne diese Bodenplatte aufgestellt werden.

Koax-Treiber für Homogenität und Räumlichkeit

Diese monochrome Ästhetik unterbricht allein ein einziger Schallwandler auf der Front. Er erweist sich als koaxiales Chassis: Hier sitzt der Hochtöner im Zentrum des Mitteltieftöners. So wird, ähnlich wie in der Natur, ein Punktschallquellen-ähnliches Verhalten erreicht. Dies ermöglicht eine präzise, homogene Abbildung und ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten. Darum ist diese Treiber-Art Sigbergs erste Wahl. Für die Saranna kommt eine Sonderanfertigung des italienischen Spezialisten Sica zum Zuge. Dieser Koax deckt weitgehend den hörbaren Frequenzbereich ab und soll eine außergewöhnlicher Abbildung und Klangbühne ermöglichen. Dafür bürgt zum einen ein Acht-Zoll-Konustreiber mit beschichteter Papiermembran. Er arbeitet überaus linear, ist für den Mittelbass sowie den unteren Mitteltonbereich optimiert und hier für den Frequenzbereich zwischen 150 und 1.500 Hertz zuständig. Die Höhen bis 20 Kilohertz liefert dann ein horngeladener Polymer-Kompressionstreiber mit radialer Schallführung. Sigberg attestiert ihm eine hohe Leistungsfähigkeit, geringe Verzerrungen und eine Höhenwiedergabe ohne akustische Härte.

Das koaxiales Chassis agiert als Breitbänder, schallwandelt von 20 Kilohertz bis 150 Herz und deckt somit weitgehend den hörbaren Frequenzbereich ab. Die Höhen und Mitten liefert der zentrale horngeladener Polymer-Kompressionstreiber. Die Mitten übernimmt ein Acht-Zoll-Konustreiber mit beschichteter Papiermembran.

Das koaxiales Chassis agiert als Breitbänder, schallwandelt von 20 Kilohertz bis 150 Herz und deckt somit weitgehend den hörbaren Frequenzbereich ab. Die Höhen und Mitten liefert der zentrale horngeladener Polymer-Kompressionstreiber. Die Mitten übernimmt ein Acht-Zoll-Konustreiber mit beschichteter Papiermembran.

Rückseitige Tieftöner mit Bass-Support

Den Bass liefert dann ein Woofer-Duo. Die beiden Tieftöner sitzen auf der Rückseite der Saranna. Hier sind sie vertikal positioniert und so angeordnet, dass der Frequenzgang gleichmäßig-glatt ist. Um nun den gewünschten tiefreichenden, kraftvollen und zugleich kontrolliert-konturierten Bass zu erreichen, der den geschlossenen Subwoofern von Sígberg entspricht, setzt die norwegische Manufaktur auf ein Bündel an Features und Maßnahmen. Die Woofer bieten als Duo eine große resultierende Membranfläche. Sie sind zudem Langhub-Modelle mit großem Hub: Ihre Metall-Membranen können eine lineare Auslenkung von 24 Millimetern vollführen. Hinzu kommt eine Bassreflexabstimmung mit niedriger Portabstimmung. Die große Kanal-Öffnung vermeidet Strömungsgeräusche und Verzerrungen. Dies soll einen straffen und starken Bass ohne Resonanzen oder Dröhnen ermöglichen, der im Raum bis hinunter zu 20 Hertz reicht. Um auch oberen Bassbereich die maximale Kapazität zu erreichen, überlappen sich die Tieftöner und der Koaxial-Treiber im Frequenzbereich von 100 bis 200 Hertz.

Der untere der beiden Tieftöner: Im Verbund bieten die beiden 20-Zentimeter-Woofer eine große resultierende Membranfläche. Das trägt ebenso zur Bass-Potenz bei wie ihre hohe Auslenkfähigkeit. Auch die Bassreflexabstimmung mit tief abgestimmtem Port dient der Tiefton-Kräftigung. Der Port ist extra groß dimensioniert, um Strömungsgeräusche und Verzerrungen zu minimieren.

Der untere der beiden Tieftöner: Im Verbund bieten die beiden 20-Zentimeter-Woofer eine große resultierende Membranfläche. Das trägt ebenso zur Bass-Potenz bei wie ihre hohe Auslenkfähigkeit. Auch die Bassreflexabstimmung mit tief abgestimmtem Port dient der Tiefton-Kräftigung. Der Port ist extra groß dimensioniert, um Strömungsgeräusche und Verzerrungen zu minimieren.

Clevere Wandankopplung

Die Positionierung der Woofer auf der Rückseite der Saranna gehört ebenfalls zum Bass-Konzept. So soll die Rauminteraktion reduziert werden. Dies gelingt durch eine wandnahe Platzierung: Die Saranna soll nach Möglichkeit nur zehn bis zwanzig Zentimeter vom Gemäuer entfernt aufgestellt werden. Dann entsteht die gewünschte Grenzflächenkopplung mit der Wand. Dieses „Boundary Coupling“ ist ein Kniff, den Sigberg von seinen Inkognito-Subwoofern übernommen hat. Durch die Wandnähe erreicht man eine gewollte Anregung und damit einen einen leichten Bass-Boost. Zudem wird der sogenannte „Speaker Boundary Interference Response“-Effekt verringert, also jene Überlagerung von Direktschall mit jenen Schallanteilen, die von den Wänden reflektiert werden. Diese Überlagerung führt zu Auslöschungen im Bass. Die sind insbesondere schmalbandigen Einbrüchen im Frequenzgang, die als Kammfiltereffekt bekannt sind und den Tiefton drucklos und hohl-substanzlos klingen lassen. Durch die Wandnähe wird der Zeitversatz der Schallanteile und damit die Auslöschungen verringert und somit ein gleichmäßigeres Frequenzverhalten im unteren Frequenzbereich erreicht.

Kardioide Abstrahlung

Um die zumeist schlechten Einflüsse des Raums weiter zu reduzieren, setzt Sigberg auf einen weiteren cleveren Kniff, den die Manufaktur schon bei ihren bisher realisierten Soundsystemen nutzt: die kardioide Abstrahlung. Lautsprecher strahlen ihren Schall nicht nur gen Hörer, sondern in alle Richtungen. Diese Schallanteile werden von den Wänden reflektiert und führen durch ihre Vermischung mit dem Original-Signal zu Klangverschlechterungen. Dies verhindern nun die seitlichen Schlitze im Gehäuse der Saranna: Die von hier nach außen dringenden Schall-Anteile stammen von der Rückwärtsbewegung des Koaxial-Chassis – und sind damit gegenphasig zum rundherum in den Raum abgestrahlten Direktschall. Die Gegenphasigkeit bewirkt eine Schall-Auslöschung. Damit strahlt die Saranna ihre Mitten nur noch in einer Art Nierenform ab: viel nach vorn, wenig zu den Seiten und nach hinten. So reduziert diese kardioide Abstrahlung unerwünschte Reflexionen von den Seitenwänden und auch der Rückwand. Das ermöglicht einen klareren Klang, eine größere Klangbühne und ein natürlicheres Hörerlebnis.

Die Schlitze in beiden Wangen sorgen dafür, dass hier rückseitig abgestrahlter Schall des Koax-Treibers austritt. Er ist gegenphasig zum frontseitig abgestrahlten Schall, so löscht sich seitliche und rückwärtige Schallenergie aus. So ergibt sich – von oben gesehen – eine kardioide, also nierenförmige Abstrahlcharakteristik.

Die Schlitze in beiden Wangen sorgen dafür, dass hier rückseitig abgestrahlter Schall des Koax-Treibers austritt. Er ist gegenphasig zum frontseitig abgestrahlten Schall, so löscht sich seitliche und rückwärtige Schallenergie aus. So ergibt sich – von oben gesehen – eine kardioide, also nierenförmige Abstrahlcharakteristik.

Integrierte Class-D-Verstärker für satte und präzise Power

Hat Sigberg bei seinem ersten Standlautsprecher in der Entwicklungsphase etliches ausprobiert, etwa eine ursprünglich frontseitige Platzierung der Tieftöner, so war eines von vornherein klar: Auch die Saranna würde, wie jeder Sigberg-Schallwandler, ein Aktiv-Lautsprecher werden. Der Hochtöner, der Mitteltöner und die beiden Tieftöner verfügen also über eine jeweils eigene Class-D-Verstärkung und DSP-Steuerung. Verstärker und Weiche sind also genau auf die Chassis abgestimmt. Dies ermöglicht maximale Effizienz, eine optimale Zeitausrichtung und eine präzise Implementierung der Frequenzweichen. Dies wiederum führt zu geringen Verzerrungen, einer großen Dynamik und einer hervorragenden Auflösung. Sigberg schwört hier auf Ncore-Module von Hypex: Sie kombinierten Weltklasse-Verstärker mit exzellentem Soundprozessor und hochwertigen DACs des Spezialisten AKM. Jede Saranna ist mit drei dieser Ncore-Module ausgestattet: Für die Höhen kommt eine 100 Watt-Variante zum Einsatz, für Mitten und Bässe jeweils eine 250 Watt-Version. Das ergibt in Summe satte 600 Watt Leistung – pro Lautsprecher.

Der Blick auf die Rückseite offenbart, dass die Saranna ein Aktiv-Lautsprecher ist. Hinter der Blende sitzen drei Class-D-Verstärkermodule von Hypex, die jedem Lautsprecher eine Leistung von satten 600 Watt zur Verfügung stellen können.

Der Blick auf die Rückseite offenbart, dass die Saranna ein Aktiv-Lautsprecher ist. Hinter der Blende sitzen drei Class-D-Verstärkermodule von Hypex, die jedem Lautsprecher eine Leistung von satten 600 Watt zur Verfügung stellen können.

Analoge und digitale Anschluss-Vielfalt

Dank der integrierten Endstufen benötigt man nur noch eine analoge Line-Quelle oder einen digitalen Zuspieler. Einzige Bedingung: Dieses Komponenten müssen eine eigene Lautstärkesteuerung besitzen. Für den Anschluss der Quelle bietet die Saranna mehrere Wege. Analog ist die Zuspielung symmetrisch via XLR und unsymmetrisch per Cinch möglich. Digital stehen eine AES3-Schnittstelle in Form einer XLR-Buchse parat sowie ein elektrischer S/PDIF-Input. Hierüber können HiRes-Files bis PCM 192 Kilohertz/24 Bit zugespielt werden. Hinzu kommt ein optischer S/PDIF-Eingang, der für PCM bis 96 Kilohertz/24 Bit ausgelegt ist. Das Musiksignal kann über „Through“-Buchsen auch weitergeleitet werden: digital via AES und S/PDIF elektrisch, analog über den symmetrischen Weg. Neben dieser Anschluss-Abteilung bietet das Terminal nun noch eine Klanganpassungs-Sektion: Es bietet einen Select-Button zur Anwahl von Sound-Presets und zudem einen Mini-USB-Port für Software-Updates und Setup- sowie Klang-Konfigurationen. Die Saranna lässt sich auf diesem Weg auf den Kundenwunsch hin einrichten und optimieren.

Sound-Presets und Lautsprecher-Setup

SFangen wir mit den flotten Klang-Anpassungsmöglichkeiten an: Über den Select-Taster sind drei verschiedene Sound-Presets aufrufbar. P1 ist die Referenzeinstellung. Sie ist so abgestimmt, dass die Saranna in den meisten Situationen den natürlichsten und ausgewogensten Frequenzgang im Raum bietet. P2 offeriert diesen Klang dann mit einem um 1,5 Dezibel leicht angehobenen Bass. So erreicht man einen volleren Sound bei moderaten Lautstärken, in größeren Räumen oder bei größerem Wandabstand der Lautsprecher. P3 hebt den Bass dann um drei Dezibel an. Dieses Preset eignet sich auch gut für die Filmton-Wiedergabe. Über den USB-Port und mithilfe einer von Hypex stammende Software, die allerdings nur auf Windows-Rechnern läuft, gelangt man dann in das Einstellungsmenü. Hier steht ein parametrischer Neun-Band-Equalizer parat, mit dem man gezielt Raummoden-bedingte Frequenzüberhöhungen ausgleichen kann. Zudem lassen sich beide Lautsprecher bis hin zu den DAC- und DSP-Settings konfigurieren – aber das darf man getrost dem Vertrieb überlassen.

Die Saranna bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten: analog einen symmetrischen und einen unsymmetrischen Eingang, digital AES3, S/PDIF optisch und S/PDIF elektrisch. Auch die Signalweiterleitung ist sowohl analog als auch digital möglich. Zur Bassanpassung dienen drei per „Select“-Taster anwählbare Presets. Über den Mini-USB-Port erreicht man per Windows-Rechner das Konfigurationsmenü für die Verstärker/DSP/DAC-Module – und damit den parametrischen Neun-Band-Equalizer.

Die Saranna bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten: analog einen symmetrischen und einen unsymmetrischen Eingang, digital AES3, S/PDIF optisch und S/PDIF elektrisch. Auch die Signalweiterleitung ist sowohl analog als auch digital möglich. Zur Bassanpassung dienen drei per „Select“-Taster anwählbare Presets. Über den Mini-USB-Port erreicht man per Windows-Rechner das Konfigurationsmenü für die Verstärker/DSP/DAC-Module – und damit den parametrischen Neun-Band-Equalizer.

Die Sigberg Audio Saranna in der Praxis

Beim Aufstellen trifft man als erstes die Wahl, ob man die mitgelieferte Bodenplatte unter die Saranna schrauben möchte. Mit der Basis haben die Lautsprecher eine noch größere Standsicherheit. Danach entscheidet man, ob man die Lautsprecher mit oder ohne Spikes betreiben möchte. Bei der Aufstellung sollte man die beabsichtigte Wandnähe beachten. Wir haben aber einfach mal mit einer weiteren Entfernung angefangen, um danach dann den Effekt der Grenzflächenkopplung zu erleben. Dabei beachten wir aber immerhin schon, dass die Saranna nach Möglichkeit nicht eingewinkelt werden soll. Das kommt unserer persönlichen Aufstellungsvorliebe entgegen. So starten wir mit „Big Picture“ von London Grammar. Der Indie-Rock/Trip-Hop-Song klingt so schon klasse, aber im Bass dürfte es wirklich noch etwas aufgeräumter zugehen. Also folgen wir der Empfehlung von Sigberg und rücken die Saranna bis auf zehn Zentimeter an die Wand heran – und jetzt geraten wir gleich mehrfach ins Staunen.

Offen, klar und transparent

„Big Picture“ wird mit einem herrlich episch-atmosphärischen Intro eröffnet: Es startet mit einem Synthesizer-Sound, der sich wunderbar weiträumigen ausdehnt. Schon hier erleben wir eine herrliche Offenheit und spüren eine Freiheit: Die Abbildung der Saranna geht in der Breite über die Lautsprecher selbst und auch über unsere Zimmerbegrenzung hinaus und reicht ebenso in der Tiefe bis hin zu einem weit entfernten Horizont. Darüber liegt nun ein Sound-Sample, das wie ein dauerhafter Windstrom klingt: Diesen die Stimmung intensivierenden Zugluft-Sound haben wir so klar noch nicht gehört. Klarheit ist das Stichwort: Auch mit den nun nach und nach hinzutretenden Instrumenten und dem Gesang erleben wir eine wunderbar sauber-transparente und herrlich durchhörbare Wiedergabe. Dies beginnt bei den mit jedem Tastenanschlag wahrnehmbaren Einzeltönen des Klaviers, die Dominic Major stoisch und Uhrwerk-gleich repetiert, und setzt sich dann beim innig-intensiven Gesang fort: Frontfrau Hannah Reid steht megapräsent mitten im Raum vor uns.

Über die USB-Schnittstelle erreicht man mit einem Windowsrechner über die Hypex- Software das „Settings“-Menü. Hier kann man einfachere Einstellungen vornehmen, etwa die Aktivierung der Signal Detection, sodass die Saranna selbständig ein anliegendes Musiksignal erkennt und sich aktiviert, ebenso eine automatische Abschaltung bei ausbleibendem Audio-Signal. Darüber hinaus lassen sich über diese Oberfläche auch komplexere Justierungen vornehmen, etwa die Limiter-Einstellungen oder die DAC-Konfiguration.

Über die USB-Schnittstelle erreicht man mit einem Windowsrechner über die Hypex- Software das „Settings“-Menü. Hier kann man einfachere Einstellungen vornehmen, etwa die Aktivierung der Signal Detection, sodass die Saranna selbständig ein anliegendes Musiksignal erkennt und sich aktiviert, ebenso eine automatische Abschaltung bei ausbleibendem Audio-Signal. Darüber hinaus lassen sich über diese Oberfläche auch komplexere Justierungen vornehmen, etwa die Limiter-Einstellungen oder die DAC-Konfiguration.

Inmitten der Kathedrale

Reids Präsenz verdankt sich aber auch der exzellenten Auflösung: Wir nehmen jedes Detail ihrer attraktiv-warmen Stimme wahr, die Anatmer vor jeder Zeile und ebenso die fast unhörbaren Endungen jeder Gesangsphrase. Solche vermeintlichen Kleinigkeiten befördern entscheidend den Wie-echt-Eindruck. So scheint uns die charismatische Sängerin ganz nah, und so erscheint ihre einleitende Frage „Love, what did you do to me?“ geradezu an uns gerichtet. Reid hat sofort unsere volle Aufmerksamkeit – bis Dan Rothman mit seiner unverzerrten E-Gitarre einsetzt. Seine mit dem Handballen der Anschlag-Hand abgestoppten Töne haben einen perkussiven Charakter, und die Saranna liefert sie mit supercrisper Knackigkeit: Dank der tollen Transparenz können wir beim Picking jede Berührung des Plastik-Plektrums mit den metallenen Saiten vernehmen, und die Melodietöne bleiben mühelos heraushörbar. Dazu sind diese Gitarrentöne, wie auch der Gesang und weitere Sound-Effekte, mit tollem Hall und Delay versehen. Dank der superben Raumabbildung fühlen wir uns mitten in eine Kathedrale versetzt.

Mächtig und tiefreichend, trotzdem konturiert: der Bass

Diese immersive Räumlichkeit ist nur möglich, weil die Koax-Treiber der Saranna auch die Schallreflexionen des imaginären Raum exzellent wiedergibt. Diese Klarheit reicht nun, da wir die Lautsprecher nah an die Wand gestellt haben, bis in den Bass. Das Intro hat London Grammar mit fernem, aber trotzdem dunkel dräuendem Tiefton-Donner dramatisch veredelt. Diese kurzen Bass-Gewitter waren zwar schon anfangs Tiefton-satt. Bei wandnaher Lautsprecher-Aufstellung haben sie aber noch mehr Volumen. Hier macht sich die gewollte Gemäuer-Anregung bemerkbar. So füllt dieses Grollen nun eindrucksvoll den Raum und ist mit seinem Vibrieren selbst im Magen spürbar. Wow! Noch eindrucksvolle ist aber, dass das restliche musikalische Geschehen nicht überlagert, verdrängt oder verunklar wird: Dieser Bass ist bei aller Mächtigkeit und Schubkraft nun zugleich noch konturiert. Diese vorzügliche Durchhörbarkeit bleibt nun auch im weiteren Verlauf von „Big Picture“ erhalten – obwohl das Soundgefüge immer dichter wird, weil tieffrequente Synthesizer-Sounds und eine flott getretene Bassdrum hinzutreten.

Über die Software erreicht man auch Zugang zu dem neunbändigen parametrischen Equalizer. Er dient eigentlich nicht der Anpassung an Klangvorlieben, sondern der Nivellierung von Spitzen, die insbesondere durch Raummoden hervorgerufen werden.

Über die Software erreicht man auch Zugang zu dem neunbändigen parametrischen Equalizer. Er dient eigentlich nicht der Anpassung an Klangvorlieben, sondern der Nivellierung von Spitzen, die insbesondere durch Raummoden hervorgerufen werden.

Stimmige Wiedergabe, entspanntes Hören

Die Bassdrum-Wiedergabe ist schon eine Kunst, denn diese Schlägel-Fell-Berührungen klingen weich-gedämpft. Sie haben somit einen wenig definierten Kick. Trotzdem gelingt es der Saranna, jeden Tritt sauber und ohne verschwimmen mit dem Synthesizer-Bass abzubilden. Wir steigern den Bass nun mal probeweise mithilfe der zwei weiteren Presets: Das ist uns schlicht zu viel des Guten, mit dem von Sigberg klug abgestimmten Referenz-Preset sind wir bestens bedient. Im weiteren Verlauf der Session erkennen wir zudem, wie entspannt und ermüdungsfrei das Hören mit der Saranna ist. Dabei fahren wir, wie wir nach kurzem Verlassen und Wiedereintreten in unseren Hörraum merken, schon eine ziemlich satte Lautstärke. Doch trotz des ordentlichen Pegels bleibt die Performance der Saranna sauber, mühelos – und auch bei plötzlichen, hochdynamischen Klangereignissen frei von Komprimierungseffekten. Das ist immer ein Zeichen für eine stimmige Wiedergabe mit viel Headroom. Hier zahlt sich die integrierte Lösung mit abgestimmten und wattreichen Verstärker aus.

Die mitgelieferte Blende lässt den frontalen Koax-Treiber optisch verschwinden. So wird der monochrom-monolithische Charakter der Saranna nochmals intensiviert.

Die mitgelieferte Blende lässt den frontalen Koax-Treiber optisch verschwinden. So wird der monochrom-monolithische Charakter der Saranna nochmals intensiviert.

Monitor-artige Wiedergabe-Exzellenz

All diese Wiedergabe-Meriten liefert die Saranna auch mit Musik anderer Genres. Sie erfüllt damit Sigbergs „Allrounder“-Versprechen. Das erfahren wir bei etwa Tools „Fear Inoculum“. Bei diesem Top-produzieren Prog-Metal-Track ist insbesondere Danny Careys Mega-Drumming ein Highlight – und der Saranna gelingt es herausragend, das Schlagzeug druckvoll, dynamisch und absolut sauber abzubilden: So können wir jeden Trommel- und Handschlag dieser vertrackten und trotzdem flüssigen Patterns, die Carey auf dem Drumset und den Tablas spielt, bestaunen. Dabei liegen über den Drums- und Percussion-Tracks verzerrte Gitarren- und Bass-Spuren, ebenso Gesangsparts. Hier sind selbst die gesprochen-geraunten Textpassagen mit jeder Silbe wie selbstverständlich verständlich. Die Saranna bleibt trotz der komplexen Soundtextur absolut aufgeräumt und souverän – bis hin zu den schnellen Tom-Rolls und Double-Bass-Passagen sowie den ebenso flotten Bass-Figuren des Song-Finales. So klar und knackig, durchsichtig und druckvoll haben wir „Fear Innoculum“ noch nicht gehört. Hier bestätigt die Saranna ihre Monitor-artige Wiedergabe-Exzellenz.

Im Grunde lässt sich über die Software die gesamte Filter-Topologie des Soundprozessors programmieren.

Im Grunde lässt sich über die Software die gesamte Filter-Topologie des Soundprozessors programmieren.

Große Oper

Die Saranna macht auch beim Musikdrama aus „aufgezeichnet“ „ausgezeichnet“. So ist die von Joyce DiDonato gesungene Belcanto-Arie „Ove t’aggiri o barbaro“ aus Pacinis „Stella di Napoli“ in jeder Hinsicht große Oper: Hier hören wir noch vor der Musik das Grundrauschen des Raums sowie Geräusche vom Orchester und vom Dirigenten – schon versetzt uns diese Wie-echt-Wiedergabe ins Lyoner Festspielhaus. Hier zucken wir nun zusammen, weil das eröffnende Tutti des Orchestre de l’Opéra National de Lyon herrlich druckvoll und präzise auf den Punkt ist – und die Saranna dieses Tutti mit realer Dynamik und Wucht liefert. Auch die dreidimensionale Orchester-Abbildung ist exzellent: In der Einleitung hören wir einen wunderbar breiten- und tiefengestaffelten Klangkörper, bei dem wir mit Leichtigkeit die einzelnen Instrument erkennen und lokalisieren können. Die Wiedergabe ist derart klar, dass wir bei den Streichern sogar die Bogenführung hören und das Klackern eines berührten Notenständers registrieren. Das ist schlicht livehaftig!

Atemberaubende Präsenz

Vor dem Orchester steht nun Joyce DiDonato – und hier gelingt es der Saranna, die Stimmkunst der begnadeten Sopranistin Sängerin atemberaubend wiederzugeben. DiDonato zieht als Stella alle Register: In dieser an Solo-Einlagen reichen Bravour-Arie glänzt sie mit Trillern, Glissandi und Parlandi, sie variiert dabei sensibel die Lautstärke und beeindruckt mit sauberster Technik, mit makellosen Spitzentönen – und betört uns durchweg mit der Schönheit ihrer Stimme. Die Saranna stellt die Sopranistin nun mit ebenso beeindruckender Gegenwärtigkeit vor uns auf und sorgt dann dafür, das der nun einsetzende Chor sie rücklings einzurahmen scheint. Dieser Chor ist keine amorphe Vokalmasse: Trotz des Chorverbundes nehmen wir einzelne Sängerinnen und Sänger wahr. Beim Finale erleben wir dann Joyce DiDonato, den gesamten Chor und das volle Orchester vereint – und trotz des Großaufgebots an Musikern, trotz des Fortissimos der Interpretation bewahrt die Saranna die Übersicht – und liefert uns Oper im Vollgenuss.

Die Sigberg Saranna im Hörtest: Hier spielt sie mit dem Streaming-DAC Lumin P2 – und so ist die Klangkette komplett.

Die Sigberg Saranna im Hörtest: Hier spielt sie mit dem Streaming-DAC Lumin P2 – und so ist die Klangkette komplett.

Fazit

Die Sigberg Saranna gelingt mit geballtem Know-how und ausgefuchstem Akustik-Konzept eine großartige Wiedergabe. Der erste Standlautsprecher der norwegischen Manufaktur liefert mit seinem frontseitigen Koaxial-Treiber, der als Breitbänder bis weit runter in den Bass agiert, eine wunderbar homogen-natürliche, offene und weiträumige Wiedergabe mit immersiver 3D-Abbildung, großer Bühne und herausragender Präsenz und Plastizität der Musiker. Zur exzellenten Klarheit trägt die kardioide Abstrahlung bei, die unerwünschte seitliche und rückwärtige Schallanteile minimiert. Für den mächtigen, tiefreichenden und trotzdem konturiert-aufgeräumten Tiefton sorgen dann ein rückseitiges Woofer-Duo, die Bassreflex-Abstimmung sowie eine wandnahe Aufstellung, die via Grenzflächenkopplung einen kraftvolleren und ausgewogeneren Bass ohne Schallauslöschungseffekte im Raum erzielt. Die kraftvoll-dynamische und praktisch kompressionsfreie Performance verdankt sich auch den präzise integrierten wattstarken Class-D-Verstärkermodulen samt DSP-Steuerung. Sie ermöglicht auch über Sound-Presets eine Anpassung an den Raum. Mit ihrer superben Durchhörbarkeit und Stimmigkeit ermöglicht die Saranna ein entspanntes, ermüdungsfreies Hören. Sie zeigt so regelrechte Monitor-Qualitäten – und liefert reinsten Klanggenuss.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 99/100
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: angemessen

99 of 100

99 of 100

98 of 100

260428.Sigberg-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Sigberg Audio
Saranna
Gerätekategorie:Standlautsprecher
Preis:um 21.600,00 € / Paar
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- „Fade To Black“ (Schwarz)
- „Shady White“ (Weiß)
Vertrieb:Hörzone, München
Tel.: +49 89 721 10 06
www.hoerzone.de
Abmessungen (H x B x T):- 1.100 x 284 x 340 mm (ohne Sockel und Füße)
- 1.140 x 284 x 340 mm (mit Sockel und Füßen)
Gewicht:44 kg / Stück
Prinzip:3 Wege, aktiv, Bassreflex, Kardioid-Design
Koaxial-Treiber:- 1 x Kompressionstreiber mit Polyamid-Membran
- 1 x 200 mm (Konus, beschichtete Papiermembran)
Tieftöner: 2 x 200 mm (Konus, Metall-Membran)
Frequenzgang:- 28 - 20.000 Hz (± 2,5 dB) (Herstellerangabe)
- 20 - 20.000 Hz (typische Raumansprache) (Herstellerangabe)
Übergangsfrequenzen:130 Hz, 1.500 Hz (Herstellerangabe)
Verstärkermodule:Hypex nCore, Class D, mit DSP und DAC
Leistung (pro Lautsprecher):- insgesamt: 600 W (Herstellerangabe)
- Höhen: 1 x 100 W
- Mitten: 1 x 250 W
- Bässe: 1 x 250 W
Schalldruckpegel (max.):116 dB (Herstellerangabe)
Leistung der Verstärkermodule:2 x 250 W + 1 x 500 W (Herstellerangabe)
Leistungsaufnahme:Standby: < 1,5 W (Herstellerangabe)
Eingänge (analog):1 x symmetrisch (XLR)
1 x unsymmetrisch (Cinch)
Eingänge (digital):1 x AES3 (XLR)
1 x S/PDIF optisch (TOSLink)
1 x S/PDIF koaxial-elektrisch (Cinch)
1 x Service-Port für Updates/Konfigurierung des EQ (Mini-USB)
Ausgänge (analog):1 x symmetrisch (XLR), zur Signalweiterleitung
Ausgänge (digital):1 x AES3 (XLR), zur Signalweiterleitung
1 x S/PDIF koaxial-elektrisch (Cinch), zur Signalweiterleitung
Maximale Samplingrate/Auflösung:- AES, SPDIF koaxial-elektrisch: PCM 192 kHz/24 Bit
- S/PDIF optisch: PCM 96 kHz/24 Bit
Equalizer:- 3 Presets zur Bass-Anpassung (0 dB, +1,5 dB, + 3 dB)
- parametrischer 9-Band-EQ (via Software konfigurierbar)
Kennschalldruck:116 dB (Herstellerangabe)
empfohlener Wandabstand:10- 20 cm
Lieferumfang:- Sigberg Audio Saranna
- Blenden (magnetisch haftend)
- USB-Kabel (Mini-USB/USB-A)
- Netzkabel
- Basis, Füße
Pros und Contras:+ hochgradig homogene, natürliche Wiedergabe
+ offene, weiträumige, immersiver 3D-Abbildung mit großer Bühne
+ herausragende Präsenz und Plastizität
+ kardioide Abstrahlung minimiert seitliche und rückwärtige Schallanteile
+ mächtiger, tiefreichender, konturiert-aufgeräumter Bass
+ wandnahe Aufstellung zur Grenzflächenkopplung
+ Grenzflächenkopplung für kraftvolleren und ausgewogeneren Bass ohne Schallauslöschungseffekte im Raum
+ wattstarke Class-D-Verstärkermodulen samt DSP-Steuerung für kraftvoll-dynamische, praktisch kompressionsfreie Performance
+ 3 Presets zur Bass-Anpassung (0 dB, +1,5 dB, + 3 dB)
+ parametrischer 9-Band-EQ zur Raumanpassung
+ superbe Durchhörbarkeit und Stimmigkeit
+ entspanntes, ermüdungsfreies Hören
+ ausgezeichnete Verarbeitungsqualität
+ hochwertiges Design

- Software für Equalizer-Konfiguration nur für Windows-Rechner (ab Windows 7) verfügbar
Benotung:
Klang (60%):99/100
Praxis (20%):99/100
Ausstattung (20%):98/100
Gesamtnote:99/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistungangemessen
Getestet mit:- Streaming-DAC: Lumin P2
- Signalkabel: Audioquest Black Beauty XLR
- Netzkabel: Audioquest Monsoon
- Musik-Steamingdienst: Qobuz
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