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Als im Februar 2013 ein Meteor im russischen Tscheljabinsk auf die Erde stürzte, gab es erstaunlich viele Videoaufnahmen dieses Ereignisses. Der Großteil davon stammte von den dort weit verbreiteten Dashcams, die hinter der Windschutzscheibe angebracht, die eigene Fahrt filmen. Auch Audiovox hat eine solche Autokamera im Portfolio – und wir haben sie getestet.

Die Dashcam DVR-300 von Audiovox hat alles im Blick.

Die Dashcam DVR-300 von Audiovox hat alles im Blick.

 

 

So eine Dashcam kann viel Spaß machen. Wer zum Beispiel durch eine besonders beeindruckende Landschaft fährt oder beim Fahrsicherheitstraining ein wenig durch die Gegend driftet, kann dies mit der Audiovox-Dashcam ganz nebenbei aufzeichnen. Hilfreich ist die kompakte Kamera auch, denn im Falle eines Crashs sichert die Dashcam unter Umständen wertvolles Beweismaterial zum Unfallhergang. Allein dafür lohnt sich die Investition von ca. 150 Euro.
Aber nicht nur bei Unfällen ist so eine Autokamera von Vorteil, auch unverhoffte Ereignisse wie der erwähnte Meteor werden so dokumentiert. Wer übrigens mal eins dieser Videos in den Nachrichten gesehen hat, wird festgestellt haben, dass sich die Qualität durchaus sehen lassen kann. Das gilt besonders für die DVR 300, die nämlich in Full-HD-Qualität und 30 Frames per Second aufzeichnet. Maximal 32 GB Speicherplatz stehen zur Verfügung, dazu muss allerdings eine entsprechend große Micro-SD-Karte eingesteckt sein. Im Lieferumfang ist sie nicht enthalten, muss auch nicht zwingend sein, denn in der Regel sind in jedem Haushalt mehrere Micro-SD-Karten vorhanden. Wichtig an dieser Stelle: Die Karte muss mindestens als Klasse 4 kategorisiert sein, eine Uralt-Karte aus der Schreibtischschublade könnte also unter Umständen nicht dem nötigen Standard entsprechen.

 

Glücklicherweise sind solche Speicherkarten allerdings auch schon für wenige Euros zu haben. Pro Minute werden übrigens ungefähr 100 MB Speicherplatz benötigt, entsprechend ist eine maximale Aufnahmedauer von rund fünf Stunden und 20 Minuten möglich. Grob gesagt bedeutet das für die möglichen Speicherkarten folgendes:

Speicher 1 GB 2 GB 4 GB 8 GB 16 GB 32 GB
Kapazität 10 min 20 min 40 min 1:20 h 2:40 h 5:20 h

Die maximale Aufnahmekapazität über den integrierten beträgt ziemlich genau eine halbe Stunde Aufnahme. Anschliessend sollte der DVR 300 per USB-Kabel am PC oder über den Zigarettenanzünder im Auto wieder aufgeladen werden. Ein Vorgang, bestens schon von portablen Navigationsgeräten bekannt. Hübscher Nebeneffekt beim Anschluss an den Zigarettenanzünder: Die Kamera startet automatisch beim Anlassen des Motors. Das bringt Sicherheit und ist zudem sehr praktisch. Andernfalls müsste die Dashcam in ihrer Idealposition während der Fahrt bedient werden, was bei der Positionierung hinter dem Innenspiegel etwas unpraktisch wäre. Hinter dem Innenspiegel? Ja, am besten wird sie dort angebracht. Hier beeinträchtigt sie das Sichtfeld des Fahrers nicht und kann zudem den Bereich vor dem Fahrzeug sehr gut erfassen.

Oben rechts direkt neben dem Rückspiegel ist der ideale Platz für die Dashcam: Hier beeinträchtigt sie das Sichtfeld des Fahrers nicht.

Oben rechts direkt neben dem Rückspiegel ist der ideale Platz für die Dashcam: Hier beeinträchtigt sie das Sichtfeld des Fahrers nicht.

 

 

Alles im Blick

Die Kamera ist mit einem 140-Grad-Weitwinkelobjektiv ausgestattet und verfügt dadurch über ein großes „Sichtfeld“. Auf der Rückseite ist ein 2,7 Zoll großer Monitor eingesetzt, über den sich alle Einstellungen bequem vornehmen lassen. Nach dem Einschalten begrüßt uns eine mit Sound unterlegte Animation und nach drei Sekunden sehen wir bereits, was die Kamera gerade einfängt. Zugleich lässt sich hier auch auf das Menü zugreifen. Das funktioniert trotz der kompakten Ausmaße sehr gut. Sämtliche Knöpfe zur Bedienung sind relativ leicht zu treffen und reagieren zuverlässig auf Impulse. Ganz wichtig: Bitte während der Fahrt nicht auf den kleinen Monitor der Kamera schauen, sondern auf die Straße. Da sieht man dasselbe, aber in 3D!
Spaß beiseite, es ist allerdings wirklich nicht dazu zu raten, während der Fahrt an der Kamera herumzudrücken. Zumal man auch erst einmal kurz kapieren muss, wie die Menüführung funktioniert. Das Aufrufen ist simpel, das geschieht über den Knopf mit dem „M“ oben rechts auf der Kamera. Mit den Pfeiltasten links neben dem Monitor kann man dann dort von einem Menüpunkt zum nächsten springen. Wählt man einen aus, gelangt man mit der „Rec“-Taste (das ist die obere Taste rechts neben dem Monitor) zum entsprechenden Untermenü. Dort funktioniert es wieder genauso, ebenfalls über „Rec“ wird auch die Auswahl bestätigt. Möchte man hingegen von einem Untermenü zurück ins übergeordnete Menü wechseln, drückt man auf „Mode“ (die untere Taste rechts neben dem Monitor). Vom Startbildschirm gelangt man mit der „Mode“-Taste auch zur Foto-Aufnahme sowie zum Aufnahmeverzeichnis. Hier kann man bereits gespeicherte Videos aufrufen („Rec“-Taste) und ansehen (noch einmal „Rec“-Taste).

An die Menüführung muss man sich kurz gewöhnen, danach funktioniert das Navigieren durch die einzelnen Punkte problemlos.

An die Menüführung muss man sich kurz gewöhnen, danach funktioniert das Navigieren durch die einzelnen Punkte problemlos und intuitiv.

 

 

Wie die Blackbox im Flugzeug

Unter den Funktionen sind hilfreiche Features wie zum Beispiel der Weißabgleich, Kontrastverbesserung bei Nachtaufnahmen oder auch die automatische Aufnahme bei Bewegungserkennung. Man darf also nach einer Pause auf dem Rastplatz ruhig vergessen, nochmal auf „Rec“ zu drücken, das erledigt die Kamera dann schon von alleine. Die dabei angefertigten Aufnahmen werden im mov-Format gespeichert. Die Auflösung lässt sich übrigens auch noch umstellen und auch die Endlosaufzeichnung ist variabel. Diese Funktion ähnelt der Black Box eines Flugzeugs. Die Kamera nimmt ohne Pause auf, speichert aber wahlweise lediglich die letzten drei, fünf oder zehn Minuten – je nachdem, welche Option ausgewählt ist. Das bedeutet gleichzeitig, dass für jede neue Sekunde Aufzeichnung die älteste Sekunde gelöscht wird. Praktisch, da man so nicht ständig alte Aufnahmen entfernen muss. Und um einen Unfallhergang zu rekonstruieren, reichen ja auch die letzten drei Minuten vor dem Crash locker aus. Dank des integrierten G-Sensors wird ein Unfall übrigens selbständig erkannt und die Datensicherung erfolgt automatisch.

Mit der optional erhältlichen GPS-Antenne lassen sich auch die zurückgelegte Strecke und die Geschwindigkeit dokumentieren.

Mit der optional erhältlichen GPS-Antenne lassen sich auch die zurückgelegte Strecke und die Geschwindigkeit dokumentieren.

 

 

Als optionales Zubehör gibt es bei Audiovox übrigens noch die GPS-Antenne „GPS 400“, die man für die entsprechenden Optionen benötigt. Die GPS-Funktion ermöglicht zum Beispiel die Nachverfolgung der zurückgelegten Strecke inklusive der Geschwindigkeit. Auch diese Informationen können bei einem Unfall beweisen, dass man selbst nichts falsch gemacht hat. Um diese Daten auszulesen, ist eine spezielle Software erforderlich, die Audiovox jedoch ebenso wie die nötigen Treiber kostenlos zum Download bereitstellt. Wer nur die Videodateien auf den Computer kopieren möchte, kann dies auch ohne Software tun. Dazu muss einfach nur die Dashcam per USB-Kabel an den Computer angeschlossen werden und die Option „Massenspeicher“ gewählt werden. Schon ist der Zugriff auf die Speicherkarte möglich.

Im Lieferumfang sind neben der Dashcam ein Saugnapf zur Befestigung sowie ein USB-Kabel und der 12-V-Autoadapter enthalten.

Im Lieferumfang sind neben der Dashcam ein Saugnapf zur Befestigung sowie ein USB-Kabel und der 12-V-Autoadapter enthalten.

 

 

Testfahrt vom Niederrhein ins Rheinland

Die Audiovox-Dashcam lässt sich bei extremen Temperaturen von bis zu -20 Grad beziehungsweise +65 Grad einsetzen. Das sollte für die Zielgruppe allemal ausreichen, denn wer durch das Death Valley oder durch das winterliche Sibirien tuckert, hat wahrscheinlich sowieso entsprechendes Profi-Equipment an Bord. Wir begnügen uns dann doch erst einmal mit einem weniger exotischen Testgebiet und bleiben im heimischen Nordrhein-Westfalen zwischen Duisburg und Köln.

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Dabei stellen wir fest, dass die Installation wirklich kinderleicht ist. Zunächst schließen wir alle Kabel an, denn das deutlich einfacher, wenn die Kamera noch nicht an der Scheibe angebracht ist. Die Platzierung folgt einen Handgriff später.  Mittels Saugnapf und Sicherung hält die Daqshcam dann bombenfest an der Scheibe. Sämtliches Befestigungsmaterial ist natürlich im Lieferumfang enthalten, ebenso wie das USB-Kabel zum Anschluss an den Computer und ein 12-V-Autoadapter.
Die Kabel führen wir über die Sonnenblende am Beifahrersitz entlang, damit sie nicht hin und her baumeln. Das Kabel für die GPS-Antenne ist lang genug, um diese anschließend rechts auf dem Armaturenbrett zu platzieren. Damit sie nicht verrutscht, ist auf der Unterseite eine Klebefläche vorhanden. Das Kabel für den Zigarettenanzünder dürfte selbst für den riesigen „Hummer“ ausreichen, für die klassischen Ausmaße europäischer Fahrzeuge ist mehr als genug Kabel vorhanden. Wir übernehmen für unsere Testfahrt die Werkseinstellungen, lediglich die micro-SD-Karte müssen wir kurz formatieren, um Aufnahmen speichern zu können. Das funktioniert über den entsprechenden Menüeintrag innerhalb weniger Sekunden. Wir fahren los und die Aufnahme startet. Nach kurzer Zeit schaltet sich der Monitor auch ab, während die Aufnahme weiter läuft. Das verhindert eine Ablenkung, insbesondere bei Fahrten im Dunkeln würde ein leuchtender Monitor doch stark stören. Unsere Testaufnahmen machen wir sowohl bei Tageslicht als auch in der Nacht. Sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt ist die Qualität außerordentlich gut, wenngleich die Aufnahmen innerorts dank der Straßenbeleuchtung natürlich heller sind. Dennoch genügt bereits das Scheinwerferlicht auf der Autobahn, um den Bereich vor dem eigenen Fahrzeug deutlich erkennbar aufzuzeichnen. Auf die zusätzliche Hilfslicht-Funktion der Dashcam greifen wir daher gar nicht zurück.
Auch das integrierte Mikrofon ist leistungsstark genug, um alle Geräusche aufzuzeichnen – sowohl die Musik aus dem Autoradio als auch das Ticken des Blinkers oder die üblichen Fahrgeräusche. Wer das nicht möchte, kann die Audio-Aufnahme auch ausschalten. Leider sind uns weder ein Einsatzfahrzeug mit Martinshorn noch ein Autokorso begegnet, daher können wir nicht einschätzen, wie deutlich die externen Verkehrsgeräusche aufgenommen werden. Letztendlich hängt das allerdings auch vom Fahrzeug ab und wie stark es diese Geräusche von Außen dämpft.

Die Kabel zum Zigarettenanzünder und zur GPS-Antenne haben wir über die Sonnenblende des Beifahrers entlang geführt, damit sie nicht herumbaumeln.

Die Kabel zum Zigarettenanzünder und zur GPS-Antenne haben wir nach oben über die Sonnenblende des Beifahrers entlang geführt, damit sie nicht herumbaumeln.

 

 

Fazit

Sowohl zur Beweissicherung bei Verkehrsunfällen auch als zur Dokumentation von spannenden Autofahrten ist die Dashcam DVR-300 von Audiovox perfekt geeignet. Die Bedienung ist nach kurzer Gewöhnungszeit kinderleicht und die Aufnahme geschieht fast von selbst. Die Qualität der Aufnahmen ist gestochen scharf, selbst bei starken Regenfällen oder Dunkelheit sind die Bilder überraschend detailreich und deutlich zu erkennen.

 

 

Test, Text und Video: Martin Sowa

Fotos: Martin Sowa, Herstellerfoto

 

Modell:Audiovox
DVR 300 HD-GPS
Produktkategorie:Actioncams
Preis:149,00 Euro
Ausführungen:schwarz
Vertrieb:Audiovox, Pulheim
Tel.: 02234 / 80 70
www.audiovox.de
Abmessungen (HxBxT):46,5 x 113 x 32 mm
Gewicht:76 g
Auflösungen:- 1080 P
- 720 P
- VGA
Bildwiederholfrequenz:30 Bilder/Sek.
Dateiformat:MOV
Speichermedium:Micro SD/SDHC-Karte Klasse 4 (bis 32 GB)
Audioeingang:Eingebautes Mikrofon
Aufnahmemodi:- Endlosschleife
- Daueraufzeichnung
Akkulaufzeitca. 30 Minuten
Lieferumfang:Saugnapfhalterung, USB Kabel, 12 V Autoadapter
Besonderheiten:- G-Sensor zur Unfallerkennung
- 140-Grad Weitwinkelobjektiv
- 7-cm-LCD-Monitor
Benotung:
Bildqualität (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistunghervorragend

 

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