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Redakteur
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Musikgenuss ohne Kettung an ein Kabel – das ist das Ideal für mobile Musikhörer. Der P5 Wireless macht‘s möglich: Der Kopfbügler lässt den Hörer von der Leine und funkt via Bluetooth. Kann die drahtlose Musikübertragung auch qualitativ überzeugen?

Kabellosen Musikgenuss auf höchstem Niveau - genau das verspricht Bowers & Wilkins mit seinem P5 Wireless.

Kabellosen Musikgenuss auf höchstem Niveau – genau das verspricht Bowers & Wilkins mit seinem P5 Wireless.

Man kann sie nicht mehr übersehen: Immer mehr Menschen genießen ihre Musik unterwegs mit Muschelkopfhörer. Das hat natürlich Gründe: Earbud-Ohrhörer, die nur in die Ohrmuschel eingesetzt werden, sitzen und klingen schlecht; In-Ear-Systeme, die im Gehörgang sitzen, können unangenehm oder sogar schmerzhaft sein. Muschel-Modelle sind da die natürliche Lösung, und seit Kopfbügler nicht mehr als Spleen von alten Herren oder jungen Nerds gelten, boomt der Markt. Mit immer hochwertigeren Handys und anderen portablen Zuspielern wie beispielsweise dem Acoustic Research AR-M2 steigt die Nachfrage nach Kopfhörern, die Musikfiles erstklassig wiedergeben. Das hat auch den renommierten Hersteller Bowers & Wilkins auf den Plan gerufen. Seit genau 50 Jahren bauen die Briten vorzügliche Lautsprecher, B&W hat Kevlar als Membran-Material etabliert, die gelben Speaker sind geradezu ein Markenzeichen der High-End-Schmiede geworden. Ihre Lautsprecher 801 und 800 wurden zum Standard in den ersten Aufnahmestudios der Welt wie den legendären Abbey Road Studios, in denen die Beatles und Pink Floyd, Queen und Radiohead ihre Götterscheiben einspielten.
Seit Kurzem reüssiert B&W auch auf dem Gebiet der miniaturisierten Schallwandler, der Kopfhörer P5 wurde vor einigen Jahren mit großem Lob aufgenommen. Nun hat B&W das Modell überarbeitet – und präsentiert mit dem Bruder P5 Wireless den ersten kabellosen Kopfhörer in der Firmengeschichte. Und diese Wireless-Version kommt uns gerade recht.

Geliefert wird der P5 Wireless samt Zubehör in einer exklusiven Umverpackung.

Geliefert wird der P5 Wireless samt Zubehör in einer exklusiven Umverpackung.

Kabellos durch die Nacht

Es ist Sommer, die Abende sind warm und lang, es ist endlich wieder die Zeit, sich gerne auch mit musikalischer Begleitung viel im Freien aufzuhalten – und diese Freiheit braucht man sich nun nicht von einem Kabel wieder nehmen lassen. Unterwegs an der Strippe zu hängen hat auch handfeste Nachteile: Das Kabel verdreht sich, man bleibt damit gerne an kleinen, aber gemeinen Hindernissen der Umgebung hängen. So haben wir unseren vorletzten Kopfhörer ruiniert. Schon darauf kann man getrost verzichten. Das Kabel hat aber auch akustisch einen großen Einfluss auf den Musikgenuss, nicht nur als Klangleitung, sondern ebenso als potenzieller Störenfried: Gerade die Bewegung des Kabels und seine Empfindlichkeit bei Berührung erzeugen oft nervige Tiefton-Geräusche. Die konsequenteste Art, all diese Einflüsse zu vermeiden, ist die Abschaffung des Kabels. Die Festverdrahtung weicht also einer Funkverbindung, hier hat sich Bluetooth als Technik der Wahl erwiesen. Bluetooth war ursprünglich für die kabellose Kommunikation elektronischer Geräte gedacht, das hat sich aber längst geändert: Heute ist Bluetooth der Musikstreaming-Standard schlechthin, und er erreicht eine hohe Übertragungsgüte. Beim P5 Wireless funktionieren über Bluetooth die verbreiteten Audio-Codecs aptX, AAC und SBC. Das sind zwar samt und sonders verlustbehaftete Audiodatenkompressionsverfahren, aber sie sind so ausgereift, dass die Qualität der Musikwiedergabe sehr gut ist. Das darf man bei einem Kopfhörer, der mit rund 400 Euro im Premium-Bereich angesiedelt ist, auch erwarten. B&W wäre schlecht beraten, den guten Ruf des P5 durch einen klanglich minderwertigen Bluetooth-Bruder zu ruinieren. Diese Wireless-Variante glänzt nämlich ansonsten mit den gleichen Qualitäten – und die beginnen im Bereich der Optik.

Schluss mit Kabelsalat: Statt über nervige Strippen werden Audiosignale via Bluetooth-Verbindung an den P5 Wireless übermittelt.

Schluss mit Kabelsalat: Statt über nervige Strippen werden Audiosignale via Bluetooth-Verbindung an den P5 Wireless übermittelt.

Durchdachtes Design mit Wow-Effekt

Wer den P5 erstmals in den Händen hält, ist auf Anhieb von dem leichten Retro-Design begeistert – das haben wir mehrfach bei Freunden und Bekannten getestet, denen wir den P5 gezeigt haben. Für das „Wow“ sorgt die geringe Größe des P5, seine hochwertige Echtleder-Edelstahl-Optik und seine erstklassige Verarbeitung – diese Qualitäten sehen und fühlen die meisten auf Anhieb. Der Blickfang ist vor allem die Verbindung von Bügel und Muscheln: Diese elegant geschwungenen Metallstreben stehen schlichtweg für erstklassige Gestaltung bei maximaler Funktionalität. Entlang dieser filigranen und doch hochstabilen Führungen schlängelt sich das Signalkabel, das die beiden Muscheln verbindet. Der stoffummantelte Leiter ist somit sehr gut gegen mechanische Beschädigung geschützt. Zugleich stellen diese Streben eine minimale Kontaktfläche zwischen Bügel und Muscheln dar, das reduziert die ungewünschte Schwingungsübertragung, die sich als Störgeräusch bemerkbar macht. Und nicht zuletzt: Im Zusammenspiel mit den beiden Gelenken sorgen die Streben dafür, dass die Muscheln horizontal wie vertikal beweglich sind, der Kopfhörer insgesamt aber trotzdem platzsparend zusammengelegt werden kann. Das wiederum ist nur möglich, weil der P5 ein On-Ear-Kopfhörer ist.

Leder, Metall. Leicht und bequem: Der B&W P5 Wireless offeriert das Beste aus allen Welten.

Leder, Metall. Leicht und bequem: Der B&W P5 Wireless offeriert das Beste aus allen Welten.

Unterwegs immer beliebter: On-Ears

On-Ear-Kopfhörer liegen auf den Ohren auf – im Unterschied zu Over-Ear-Modellen, bei denen die Muscheln das Ohr umschließen. On-Ear-Kopfhörer haben deshalb oft einen nicht ganz so festen Sitz, der mechanische Anpressdruck der Muscheln wirkt auf das Ohr selbst statt auf die Ohrumgebung, die akustische Abschottung ist etwas geringer als bei Over-ears; hier spielt jedoch das Bauprinzip (offen oder geschlossen) eine noch wichtigere Rolle, dazu kommen wir später. Durch überlegte Materialwahl und Konstruktions-Know-How haben viele Hersteller das Thema Sitzfestigkeit und Anpressdruck aber im Griff, der P5 Wireless ist dafür ein sehr gutes Beispiel: B&W ist hier eine ausgezeichnete Balance gelungen. Die Muscheln sitzen fest, ohne zu drücken, hier leistet der Memory Foam der Ohrpolster ganze Arbeit, es ist ein Schaumstoff, der sich an seine ursprüngliche Form „erinnert“ und immer wieder in diesen Ursprungszustand zurückkehrt. Für den angenehmen Sitz sorgt aber auch der ultraweiche Polsterüberzug: Er besteht aus Echtleder – das ist bemerkenswert, weil etliche Konkurrenten auch im hochpreisigen Segment auf ein Lederimitat setzen. B&W geht noch weiter: Die Tierhaut ist nicht nur echt, sie stammt zudem aus weiter Ferne, nämlich von neuseeländischen Schafen, es ist ein extrafeines Leder, das sich extrem gut anfühlt. Das danken die empfindlichen Ohren, auf denen dieses Leder liegt.
On-Ear-Kopfhörer haben einige Vorteile: Bei ihnen kommt es nicht zu jenem unangenehmen Wärme- und Feuchtigkeitsstau, den Over-Ears erzeugen können. Und das ganz große Plus der On-Ear-Modelle ist natürlich ihre Kompaktheit: Die Muscheln sind deutlich kleiner, der gesamte Kopfhörer lässt sich in fast jeder Tasche unterbringen, das Gewicht ist meist geringer. Der P5 etwa benötigt gerade mal die Fläche eines DIN A5-Blattes – bei einer Höhe von vier Zentimetern. Auch beim Gewicht schneidet der P5 gut ab, er wiegt gerade mal 214 Gramm. Das ist ein sehr guter Wert, vor allem, wenn bedenkt, dass in diesen Kopfhörer ein Bluetooth-Modul und ein Akku eingebaut sind.
Aus diesen Gründen sind ohraufliegende Kopfhörer wie der P5 gerade bei mobilen Musikhörern sehr beliebt – und zwar in der geschlossenen Bauweise.

On-Ears sind bequem und praktisch. Das beste Beispiel dafür ist der B&W P5 Wireless.

On-Ears sind bequem und praktisch. Das beste Beispiel dafür ist der B&W P5 Wireless.

Warum ein geschlossener Kopfhörer?

Wer unterwegs Musik hören möchte, für den kommt eigentlich nur diese Bauweise infrage. Während offene Kopfhörer durch die Perforation der Muscheln die Umgebungsgeräusche an die Ohren lassen (und ebenso die Musikbeschallung an die Umgebung), sorgen geschlossene Kopfhörer dafür, dass wir vom Schall der Umwelt abgeschottet werden. Durch diese „Geräuschisolierung“ können wir die Musik mit geringerer Lautstärke hören, das schont auch den Akku des Abspielgeräts. Bedingt durch die Bauart ist das Klangbild eines geschlossenen Kopfhörers kompakter und kräftiger im Bass, während ein offener Kopfhörer „luftiger“ und schlanker ist. Beim P5 Wireless ist der satte Bass aber nicht nur auf die Bauart zurückzuführen: In der Muschel sitzt ein großer 40-Millimeter-Breitband-Lautsprecher, der für ein ordentliches Fundament sorgt.
Die geschlossene Bauweise stellt die Entwickler allerdings vor einige Herausforderungen: Die Abschottung bewirkt, dass wir intensiver als bei offenen Kopfhörertypen jene Geräusche wahrnehmen, die durch Berührung des Kopfhörers entstehen oder durch unsere eigenen Bewegungen, etwa beim Gehen. Dieser Trittschall und die Schwingung der Kopfhörer-Konstruktion schlagen sich bei geschlossenen Kopfhörern mitunter als tieffrequentes Rumpeln nieder. B&W hat hier effektive Gegenmaßnahmen ergriffen, zu den schon genannten Metallstreben kommt die absorbierende Wirkung der Ohrenpolster.

Wer einen neuen Kopfhörer für den mobilen Einsatz sucht, sollte sich immer für ein geschlossenes Modell entscheiden.

Wer einen neuen Kopfhörer für den mobilen Einsatz sucht, sollte sich immer für ein geschlossenes Modell entscheiden.

Smarte Features: Telefonieren und Fernbedienen

Zurück zur Technik des P5 Wireless, er kann nämlich noch einiges mehr als Musik per Funk zu empfangen und diese Signale in Schall zu wandeln. Dieser Kopfhörer nutzt Bluetooth auch für die ursprüngliche Aufgabe: die Kommunikation von Geräte untereinander. Das bietet einige pfiffige Vorteile in punkto Bedienungskomfort. Es beginnt schon beim Koppeln des Kopfhörers mit dem Abspielgerät, etwa dem Tablet oder dem Smartphone. Leichter geht es kaum: Bluetooth beim Handy einschalten, scannen, dann die Verbindung mit dem entdeckten Kopfhörer aktivieren – fertig! Vom Kopfhörer bekommt man eine akustische Bestätigung, wenn die Geräte gekoppelt sind, und ebenso eine sonore Quittung, sobald die Verbindung wieder aufgehoben wird. Wenn die Verbindung steht, übernimmt der P5 das Kommando – und das ist der nächste Komfort-Clou: An der rechten Ohrmuschel befinden sich hinten drei kleine Taster, mit denen sich das Abspielgerät fernsteuern lässt. Start, Stopp, Pause, Wiedergabe, Skippen an den Anfang eines Stückes, zum vorherigen oder nächsten Track, selbstverständlich lässt sich auch die Einstellung der Lautstärke fernbedienen. Das ist klasse: Man muss nicht mehr wegen jeder kleinen Einstellung dauernd sein Handy zücken oder zum Tablet laufen.
Das zweite Klasse-Feature: Der P5 kann sich vom Kopfhörer in einen Telefonhörer verwandeln, besser: in ein Headset. Wer den P5 Wireless mit seinem Handy koppelt, verpasst keinen Anruf, denn sobald es klingelt, geht die Musik aus. Über die Tasten an der rechten Muschel regelt man das Annehmen oder Ablehnen von Telefonaten, über zwei eingebaute Mikrofone des Kopfhörers führt man entspannt seine Unterhaltung, nach dem Telefonat dann ein Tastendruck – schon geht es mit der Musik weiter. Und zwar genau an der Stelle, an der das Stück durch das Telefonat unterbrochen worden ist. Das hat Bowers & Wilkins sehr gut gelöst.

Telefonieren leicht gemacht: Um Anrufe entgegen zu nehmen bzw. zu beenden, genügt ein kurzer Druck auf die in der rechten Ohrmuschel platzierte Taste.

Telefonieren leicht gemacht: Um Anrufe entgegen zu nehmen bzw. zu beenden, genügt ein kurzer Druck auf die in der rechten Ohrmuschel platzierte Taste.

Funktioniert auch ohne Funk

Die Briten haben auch an anderer Stelle weitergedacht: Was ist, wenn der Akku des P5 Wireless mal am Ende ist? Dieser Fall tritt nach etwa 16 Stunden ein – wenn man bis dato nicht nachgeladen hat. Hierfür besitzt der P5 Wireless eine Mikro-US-Buchse auf der Unterseite der rechten Muschel.
Wenn dieser Stromaus-Fall eintritt, wird aus „wireless“ „wired“: Statt über Bluetooth kommt das Signal nun über ein Kabel. Hier hat B&W eine clevere Lösung gefunden: Man nimmt das linke Ohrpolster ab, das geht ganz leicht, weil die Polster an den Muscheln magnetisch haften. Unter dem Breitbandlautsprecher sieht man sofort den Anschluss für das mitgelieferte Universalkabel. Dieses Kabel hat einen gebogenen Stecker, der genau in die Mulde im Kopfhörer passt – das ergibt einen festen Kontakt mit zusätzlicher Zugentlastung für das Kabel. Das sitzt so gut, dass man beim Abstöpseln vorsichtig zu Werke gehen sollte. Nun noch den anderen Miniklinkenstecker des Kabels in das Abspielgerät stecken, und schon geht das Musikhören weiter. Damit man nicht zu oft am Kabel hängt, hat der P5 Wireless eine Stromspar-Funktion: Wird er 20 Minuten lang nicht verwendet, schaltet er sich automatisch ab.

Laden lässt sich der gerade einmal 214 Gramm leichte Kopfhörer über eine entsprechende Buchse in der rechten Ohrmuschel.

Laden lässt sich der gerade einmal 214 Gramm leichte Kopfhörer über eine entsprechende Buchse in der rechten Ohrmuschel.

Der P5 Wireless im Alltags-Test

Wer diesen Kopfhörer das erste Mal aufzieht und mit großer Spannung eine Sensation erwartet, wird sie nicht erleben. Es ist wie bei den meisten guten Audio-Geräten: Ihre Güte liegt in der Ausgewogenheit, in der Klangtreue, in der Unaufgeregtheit der Wiedergabe. Oft erweist sich das, was uns im ersten Moment anspringt und begeistert – große Brillanz, strahlende Höhen, immense Bässe – bald als Überzeichnung, die auf Dauer unbefriedigend ist und gerade im Fall einer spektakulären Höhen-Wiedergabe schnell nervt. Bei hochklassigen Audio-Produkten vermeiden die Hersteller solche Effekte, und so verhält es sich auch beim P5 Wireless: Das Spektakel fällt aus. Der erste Höreindruck ist sogar ein wenig ernüchternd – und er führt zudem noch in die Irre. Wie bei jedem Schallwandler muss man auch der miniaturisierten Form, dem Kopfhörer, eine Einspielzeit gewähren. Und die dankt der P5: Der Sound gewinnt jene Offenheit und Lebendigkeit, die am Anfang fehlten. Mit vielen anderen und bleibenden Eigenschaften kann der P5 Wireless aber sofort punkten: Er hat ein gut fokussiertes, durchsetzungsstarkes Klangbild, einen kraftvollen Bass, der auch bei geringer Lautstärke trägt, und eine exakte, detailreiche Abbildung. Dieser Detailreichtum bleibt durch die hervorragende akustische Abschirmung auch bei lauter Umwelt erhalten. Wer den P5 aufsetzt, erlebt wohltuend, wie der Umgebungslärm weitgehend ferngehalten wird und nur in so dosiertem Maß wahrnehmbar bleibt, dass man nicht völlig den sonoren Kontakt zur Außenwelt verliert. Ein guter Test ist die Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr. Die lärmenden Passagier-Horden, die an großen Bahnhöfen in die Waggons strömen, das klappern und krachen der Türen, das Zischen der Pneumatik, das penetrante Fiepen der Warntöne, die Durchsagen – eine Fahrt mit Bus und Bahn gleicht zumeist einem Belastungstest. Mit dem P5 bleiben diese Belästigungen aber außen vor, das Ohr kann sich auf das konzentrieren, was man hören möchte: Musik. Wir starten mit Toto und dem aktuellen Album „XIV“, hier haben die erfahrenen Meistermusiker um Gitarrist Steve Lukather im Studio eine superbe aufgenommene und gemischte Platte eingespielt, und die Güte der Produktion ist über den P5 ein Hochgenuss: Die sahnige Gitarre steht gleich zu Beginn direkt vor uns, im weiteren Verlauf des Albums verwöhnt uns Lukather mit einem Bouquet bester Clean- und Rocksounds, die mal im Hintergrund vagabundieren, mal prononciert im Vordergrund stehen – inmitten eines runden, vielschichtigen Bandsounds, über dem ein komplexer, mehrstimmiger Gesang steht. Das ist akustisch allerfeinste Kost, und auch musikalisch beweist die Band, dass sie den Anschluss an die Gegenwart nicht verloren hat. Der P5 Wireless bringt all diese Nuancen ins Ohr – prima!

Auch klanglich gehört der Bowers & Wilkins P5 Wireless zum Besten was es in der Spitzenklasse zu kaufen gibt.

Auch klanglich gehört der Bowers & Wilkins P5 Wireless zum Besten was es in der Spitzenklasse zu kaufen gibt.

Darum gleich hinterher der Härtetest: Klassik. Kaum etwas ist schwieriger zu hören. Mit ihrer immensen Dynamik, ihren mitunter hauchzarten, leisen Tönen und dem unkomprimierten Klang ist diese Musik eigentlich nicht straßentauglich. Der P5 leistet aber auch hier Erstaunliches: Bei Mozarts viertem Violinkonzert D-Dur sind selbst die zarten Passagen der Violinkadenz in aller Feinheit hörbar, während rundherum der alltägliche ÖPNV-Krach tobt. Hier zahlt sich das geschlossene Prinzip des Kopfhörers voll aus, zur akustischen Abschottung gesellt sich bauartbedingt ein eher kompakter Klang. Wer einen hochkarätigen Player besitzt und mit ihm Hi-Res-Files abspielt, sollte überlegen, ob er bei passender Gelegenheit nicht auf den Bluetooth-Komfort verzichtet und den Kopfhörer über Kabel betreibt, um ohne Bluetooth die mögliche Klangqualität auch auszuschöpfen; die Schallwandlungsgüte des P5 gibt das nämlich durchaus her. So oder so: Mittlerweile sind wir mit dem grundsätzlichen Sound des P5 völlig vertraut, ein kleiner Test ist die Rückkehr zu einem Paar preiswerter In-Ears. Natürlich ist das ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, aber trotzdem zeigt sich sofort, dass der einst so überzeugend erscheinende Höhenbereich der Ohrstöpsel nun unangenehm harsch wirkt und auch nicht homogen im Gesamtsound eingepasst ist. Gerne also wieder zurück zum P5 Wireless – und der bleibt nun geraume Zeit auf dem Kopf. Es stellt sich auch sofort wieder das Wohlfühl-Gefühl ein: Der Kopfhörer sitzt erstklassig, er hat genau den richtigen Anpressdruck, um auch bei schnelleren Kopfbewegungen nicht zu rutschen und trotzdem nicht zu drücken. Die wunderbar weichen Ohrpolster mit ihrem feinen Lederüberzug schmiegen sich dabei perfekt an das Ohr. Nach wenigen Sekunden hat man vergessen, dass man unter der Haube ist, und das Echtleder sorgt dafür, dass sich hier auch nach längerer Tragedauer kein humides Mikroklima bildet.
Großartig ist eine weitere Eigenschaft des P5 Wireless: Er überträgt fast keinen Trittschall. Man hört kaum etwas von dem Rumpeln und den gefürchteten Bass-Detonationen, die der eigene Gang verursachen kann, insbesondere bei festem Auftreten und energischem Schritt. Das haben wir bei anderen Kopfhörern, auch sehr hochwertigen, schon ganz anders erlebt. Hier haben die Entwickler von B&W ganze Arbeit geleistet. Trotzdem ist dieser Kopfhörer nichts fürs Jogging, viel Schweiß und echtes Leder sind halt keine gute Kombination. Für alle anderen Outdoor-Gelegenheiten hingegen passt der P5 Wireless prima – vor allem wegen einer schönen Erfahrung, die sich nach der Fahrt im Zug und dem Spaziergang durch die Stadt einstellt hat: Das Hören mit diesem Kopfhörer führt zur völligen Entspannung. Selten war eine Reise so relaxt.

Der P5 Wireless ist leicht, klein und problemlos zu verstauen. Er ist erstklassig verarbeitet, zeigt sich in zeitlos-modernem Design und bietet einen tollen Trage-Komfort

Der P5 Wireless ist leicht, klein und problemlos zu verstauen. Er ist erstklassig verarbeitet, zeigt sich in zeitlos-modernem Design und bietet einen tollen Trage-Komfort

Fazit

Der P5 Wireless punktet in allen Disziplinen: Er ist leicht, klein und problemlos zu verstauen, er ist hochwertig verarbeitet und besitzt ein erstklassiges Design, mechanisch-konstruktiv bietet er einen tollen Trage-Komfort, ihm gelingt dabei eine perfekt abgestimmte Abschottung und eine erstklassige Minimierung des Trittschalls. Akustisch liefert er ein volles, etwas bassbetontes, ansonsten aber sehr ausgewogenes Klangbild, das durch seine Sensationsvermeidung glänzt. Das führt in Summe zu einem völlig entspannten Musikgenuss bei maximaler Bewegungsfreiheit. Viel mehr kann man von einem Wireless-Kopfhörer kaum verlangen.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

90 %

100 %

95 %

160706.B&W-Testsiegel

Technische Daten

Modell:B&W
P5 Wireless
Produktkategorie:Kopfhörer, Bluetooth
Preis:399,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:schwarz
Vertrieb:B&W Group Germany, Halle/Westfalen
Tel: +49 (5201) 87170
www.bowers-wilkins.de
Gewicht:- 214 Gramm (ohne Kabel)
- 220 Gramm (mit Kabel)
Treiber:2 x 40 mm (dynamischer Breitband-Treiber)
Frequenzbereich:10 Hz - 20 kHz (Herstellerangabe)
Anschluss:- Bluetooth
- Kabel (einseitig geführt, abnehmbar)
Lieferumfang:- Kopfhörer P5 Wireless
- USB-Ladekabel (USB A auf Mikro-USB)
- Audiokabel (stereo, Mini-Klinke auf Mini-Klinke)
- Kurzanleitung (mehrsprachig)
Besonderes:- Bluetooth V4.1 für kabellosen Einsatz
- Abspielgerät per Bluetooth fernbedienbar
- Telefon-Funktion dank eingebauter Mikrofone
- kompakte Bauweise
- geringes Gewicht
- hoher Tragekomfort
- exzellente Verarbeitung
- edles Design
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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