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Redakteur

In einer mittlerweile total vernetzten Welt wächst der Wunsch nach einer kabellos-vernetzten HiFi-Landschaft. Mit dem WTX Microstream von Advance Acoustic kann dieser Wunsch nun Realität werden. Das ultrakompakte Kästchen verspricht eine einfache und flexible Zuspielung der eigenen Musikbibliothek oder auf dem Smartphone installierter Streamingdienste. Das heisst: Musik satt, ohne auch nur eine CD einlegen zu müssen. Angenehmer Nebeneffekt: Aufwand und Preis für diesen Mehrwert sind überraschend niedrig!

Richten wir den Blick auf den Lieferumfang. Der WTX Microstreamer kommt inklusive Netzteil sowie zwei Adaptern, damit man auch in internationalen Stromnetzen nicht auf die Dienste dieses kleinen Genies verzichten muss.

Es ist ein bekanntes Problem: Man möchte gerne das vorhandene HiFi-Equipment vernetzen bzw. um kabellose Quellen erweitern. Leider lässt sich aber nicht jedes Gerät (beispielsweise aufgrund seines Alters) so einfach ins Netz einbinden. Lösung Nummer eins: weggeben und neu kaufen. Ist das wirklich nötig? Nein, schließlich ist man ja ansonsten mit seinem HiFi-Setup zufrieden. Hier kommt nun Lösung Nummer zwei ins Spiel: der WTX Microstream von Advance Acoustic. Der Hersteller verspricht mit diesem kleinen Kästchen (es soll das weltweit kleinste Modell dieser Art sein) alle möglichen HiFi-Systeme, Soundbars oder Heimkino-Komponenten via UPnP (Universal Plug and Play) ins heimische Wifi-Netz zu integrieren. Einfach via Cinchkabel verbunden, bringt man seine „alte“ HiFi-Anlage so auf den neuesten Stand der Technik, ohne sie ersetzen zu müssen. Einmal eingebunden, eröffnet der WTX-Streamer dann völlig neue neue Möglichkeiten und erweitert die Quellvielfalt um ein Mehrfaches. Beispielsweise um Streamingdienste wie Tidal, Spotify, Qobuz oder den Internetradio-Dienst TuneIn. Angst bezüglich einer aufwändigen Installation muss man hier nicht haben, das kann ich schonmal vorausschicken. Wie diese Lösung in der Praxis funktioniert, und wie groß der tatsächliche Nutzen ist, das möchte ich mir in diesem Test einmal genauer anschauen.

Wir zoomen mal ein bisschen näher ran und zeigen den Microstream in Großaufnahme. Die beiden Stecker verbinden ihn ganz einfach mit allen möglichen Endgeräten – und dank seiner Kompaktheit nimmt er auf dem Rack hinter dem Verstärker nicht viel Platz in Anspruch.

Know-how aus Frankreich: das ist Advance Acoustic

Dass die Franzosen in der Küche oftmals die Nase vorn haben, ist bekannt. Dass sie aber auch in Sachen HiFi clevere Ideen auf Lager haben, das stellen die Ingenieure von Advance Acoustic bereits seit 1995 unter Beweis. Nachdem man sich anfangs darauf konzentrierte hervorragende Lautsprecher zu entwickeln, hat das Unternehmen aus Brie-Comte-Robert nahe Paris sein Portfolio mit der Zeit stetig und sinnvoll erweitert. Inzwischen ist die Audio-Produktpalette so umfangreich, dass die Bereiche HiFi und Heimkino fast vollständig abgedeckt sind. Egal, um welches Produkt aus diesem vielschichtigen Genre es sich handelt: das stete Ziel der Franzosen lautet: echte Spitzenqualität herzustellen, dabei aber auch eine möglichst erschwingliche Preispolitik zu verfolgen. Diese Strategie ist mit Erfolg gekrönt, der Name Advance Acoustic ist heute international renommiert. Doch es sind nicht ausschließlich die großen HiFi-Lösungen, die erfolgreich laufen, auch mit kleinen, cleveren Ideen wissen die Franzosen aufhorchen zu lassen. Mit dem WTX-500 stellten die Ingenieure aus dem Département Seine-et-Marne beispielsweise einen apt-X-kompatiblen Bluetooth-Empfänger mit Analogausgang vor. Ein kleines Gerätchen mit großer Wirkung, der die Musikübertragung von Smartphone oder Tablet auf die gute alte Stereoanlage möglich machte. In der Tradition diesen kleinen, praktischen „Kästchens“ steht auch mein heutiges Testobjekt, der WTX Microstream. Allerdings mit dem Unterscheid, dass es hier nicht mehr um Bluetooth, sondern um die Einbindung der HiFi-Setups in das heimische Netzwerk geht. Wozu das? Ganz einfach; um die Quellvielfalt zu erweitern und die gute alte HiFi-Anlage streamingfähig zu machen. Wie das funktioniert und welche Vorteile die neueste Idee von Advance Acoustic mit sich bringt, wird dieser Test zeigen!

Allseitenansicht: Der WTX Microstream im Detail.

Klein, üppig ausgestattet und gut verarbeitet: der WTX Microstream

Wie schon erwähnt und wie sein Name schon sagt ist der WTX Microstream – gemessen an HiFi-Maßstäben – ein echter Zwerg. Mit seinen Maßen von nur 75 x 14 x 55 Millimetern ist er so kompakt gehalten, dass er beispielsweise problemlos hinter einem HiFi-Receiver verschwindet, den man mit seiner Hilfe ins WLAN bringen möchte. Obwohl er im normalen Gebrauch somit quasi „unsichtbar“ ist, hat man ihm bei Advance Acoustic dennoch ein optisch ansprechendes Äußeres mit auf den Weg gegeben. Das schlichte, schwarze Kunststoffgehäuse wirkt robust und gut verarbeitet, ebenso wie die seitlich hervorstehenden Buchsen. Kurz gesagt: Das Aussehen ist hier zwar weniger wichtig, stimmt aber in jedem Detail. Das Format ist zweckdienlich, die Verarbeitung hochwertig – und fühlt sich auch genauso an. Äußerliche Kritikpunkte: Fehlanzeige! Kommen wir zu den inneren Qualitäten. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbsmodellen ist der französische Kompaktstreamer zum einen in der Lage Formate wie MP3, WAV, AAC oder WMA zu streamen, weiß aber auch unkomprimierte Audiofiles a la WMA, FLAC oder Apple Lossless (ALAC) zu empfangen, zu wandeln und über seinen hochwertigen Analogausgang auszugeben. Verantwortlich dafür zeichnet der integrierte Wolfson DAC (Digital-zu-Analog-Wandler), der HiRes-Musikdateien mit bis zu einer Samplingrate von 24Bit/192 Kilohertz verarbeitet. Heisst: Sie müssen sich um nichts weiter kümmern. Egal, ob Sie dem WTX Microstream klassische Dateien im komprimierten MP3-Format oder Files im Studioauflösung zuspielen, der kleine Adapter nimmt alles klaglos an, wandelt es selbstständig auf die analoge Ebene und leitet es Ihrer Anlage weiter.

Kaum zu glauben, dass ein solch kleines HiFi-Gerät streamt, als DAC fungiert und die HiFi-Anlage obendrein noch multiroomfähig macht.

App und ein paar Minuten Zeit: Die Inbetriebnahme

Um den kleinen WTX Microstream optimal nutzen zu können gibt es eigentlich nur eine Hürde, diese ist aber glücklicherweise nicht sehr hoch und auch von Technikeinsteigern in wenigen Minuten bewältigt. Zunächst gilt es die „Advance Playstream“ App des Herstellers zu installieren, sie ist kostenlos verfügbar im Apple-Store und bei Google Play. Ist das eigene Smartphone mit dem WLAN-Netzwerk verbunden und ist das Streaming-Modul mit der HiFi-Anlage verkabelt, lassen sich Handy und WTX Microstream mit einem Tastendruck (WPS-Taste am WTX) und mit Hilfe der App (diese leitet einen durch die einzelnen Schritte/z.B. Gerät hinzufügen und WLAN Passwort eingeben) kinderleicht verbinden. In meinem Fall hat es weniger als fünf Minuten gedauert, bis ich sowohl die Musik meiner eigenen Smartphone-Musikbibliothek, als auch Titel von Radioapps und Streamingdiensten übertragen konnte. Einfacher geht’s nicht!

Die Installation der App „Advance Playstream“ ist Voraussetzung für den Einsatz des Advance Acoustic WTX Microstreamers. Verständlich führt sie durch die Einrichtungs-Prozedur, bis alles vernetzt ist. Im Anschluss lässt es sich auf die eigenen Playlists zugreifen, alternativ wird Musik verschiedenster Streamingdienste oder Online-Radios in hervorragender Qualität auf das Endgerät übertragen. Das Angebot ist nahezu grenzenlos!

Mehrere „Stages“ in der eigenen Wohnung: die Multiroom-Funktion

Wer in verschiedenen Räumen optimal mit Musik versorgt werden möchte, für den hält die Advance Playstream App eine clevere Multiroom-Funktion bereit. Über sie bietet sich die Möglichkeit Musik in verschiedenen Räumen parallel oder aber ganz individuell verschiedene Quellen in verschiedenen Räumen/Zonen wiederzugeben. Voraussetzung für dieses Szenario ist, dass die jeweiligen Räumlichkeiten ebenfalls mit WTX-Microstreamern ausgestattet sind. Über besagte App lassen sich die installierten Geräte im Multiroom-Verbund dann individuell benennen. Anschließend hat man die Möglichkeit die einzelnen Zonen zu gruppieren, so dass sie zeitgleich eine identische Quelle wiedergeben. Alternativ können aber auch individuelle Soundwelten geschaffen werden. Lassen Sie es beispielsweise im Wohnzimmer rockig krachen, während in der Küche eine kleine Schlagerparty gefeiert wird. Wie in größeren Clubs erschafft man so verschiedene kleine „Floors“ für die eigene Houseparty. Eine clevere Entertainment-Lösung, die ohne eine clevere Vernetzung unmöglich wäre!

Seitlich befinden sich die LED-Kontrollleuchte und die WPS-Taste. Letztere muss gedrückt werden, um die Einbindung des Microstreamers – und damit des gewünschten Endgerätes – ins heimische WLAN Netzwerk vollziehen zu können.

Advance Acoustic WTX Microstream: Verbindungs- und Soundcheck

Man sollte meinen, dass WLAN Verbindungen grundsätzlich störanfälliger sind als die klassische Übertragung per Kabel. Das mag in einigen Fällen vielleicht auch so sein – in meinem Test konnte ich diesbezüglich allerdings keinerlei Probleme feststellen. Aussetzer gab es keine! Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb ist lediglich ein stabiles WLAN-Netz. Ist dieser Punkt gegeben, können Sie sich mit dem WTX Microstream auf einen ebenso stabilen und zuverlässigen Adapter freuen. Der Sound ist zudem hervorragend. Da Signale bei einer Übertragung via WLAN nicht zwingend komprimiert werden, ist die Klangqualität in der Regel deutlich besser als beispielsweise via Bluetooth-Übertragung. Den Soundcheck starte ich diesbezüglich mit einem Song in MP3-Auflösung. Schnell macht der kleine Advance-Acoustic-Kompaktling hier klar, was er kann. Statt der erwarteten faden, fast schon leblosen Darstellung, wird „Too Young To Love“ von The Big Pink vergleichsweise lebendig, ja fast schon temperamentvoll reproduziert. Ähnliche Erfahrungen ich mit Mark Knopflers „Privateering“. Ebenfalls als MP3-Version zugespielt, erlebe ich eine Räumlichkeit und eine Atmosphäre, wie ich sie beispielsweise noch über keinen Bluetooth-Weg geboten bekommen habe. Schnell wird klar, der WTX Microstream lässt selbst einfache Audioformate besser klingen und zeigt sich als echtes Soundupgrade gegenüber einem Bluetooth-Adapter, mal ganz abgesehen von der erweiterten Quellvielfalt. Es kommt aber noch besser; der kleine Microstreamer unterstützt nämlich alle gängigen Audio-Formate, bis hin zu High-Res-Audio-Files mit mit einer Abtastrate von bis zu 192kHz – nicht ganz unwichtig, da Streaming in dieser Qualität einen immer wichtiger werdenden Stellenwert einnimmt. Um dies zu testen, wähle ich erneut Knopflers „Privateering“, diesmal allerdings in 96 Kilohertz, zugespielt via Onkyo HD-Player-App. Obwohl die vorangegangene MP3-Zuspielung schon überraschte, legt der WTX Microstream jetzt noch einen drauf. Alles klingt wohliger, straffer und irgendwie richtiger. Die markante Stimme des Dire-Straits-Frontmanns gewinnt merklich an Kontur, die Gitarre ist agiler. Auffällig: trotz seiner analythischen Fähigkeiten, die hier zweifellos vorhanden sind, geht dem Advance Acoustic die Wärme im Klangbild nicht ab. Nicht falsch verstehen, der kleine Streamer lullt das Auditorium nicht ein, sondern spielt körperhaft, wohlig, lässt aber auch keine übertriebene Schärfe erkennen. Selbstverständlich hängt die Klanggüte natürlich immer zu einem Großteil vom jeweiligen Endgerät und auch von der Quelle ab (Welchen Music Player bzw. welchen Streamingdienst nutze ich?). Unabhängig davon erledigt der WTX Microstream seine Hausaufgaben aber zu 100 Prozent. Er zeigt sich als zuverlässiger und wohlklingender Audioadapter, der die eigene HiFi-Anlage, sei sie auch noch so alt, modernisiert, um kabellose Empfangsfunktionen erweitert und ganz nebenbei auch noch HiRes-fähig macht.

Kompakter geht`s nicht: Der WTX Microstream ist gerade einmal 1,4 Zentimeter hoch und inkl. Stecker 55 MIllimeter lang.

Fazit

Wer nach einer relativ günstigen und praktischen Lösung für die clevere Vernetzung seiner in die Jahre gekommenen HiFi-Komponenten sucht, der liegt hier richtig! Der WTX Microstream ist leicht und multifunktionell in der Handhabung. Dass die pfiffige App zudem die Möglichkeit offeriert ein Multi-Room-System aufzubauen, sorgt in meiner Bewertung ebenso für Pluspunkte wie sein kompaktes Format und die hohe Übertragungsqualität. Auf den Punkt gebracht: Der Microstream ist mittels App schnell installiert, lässt sich bei Bedarf dezent hinter jedem potenziellen Endgerät verstecken und hält klanglich was er verspricht.

Test & Text: Stefan Meininghaus
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94 %

96 %

95 %

170718.Advance Acoustic-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Advance Acoustic
WTX Microstreamer
Produktkategorie:Streamer/DAC
Preis:149,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
Vertrieb:quadral GmbH & Co. KG, Hannover
Tel.: 0511 / 7 90 40
www.advance-acoustic.com/de
Abmessungen (HBT):75 x 14 x 55 mm
Gewicht:0,1 Kg
Eingänge:- WiFi
- Aux-In
Ausgänge:- Cinch
empfangbare Dateiformate:- APE
- FLAC
- WAV
- ALAC
- AAC
- AAC-LC
- HE-AAC
- HE-AACv2
- MP3
- WMA
Samplingrate:bis zu 24 Bit/192 kHz
Besonderes:- ultrakompaktes Gehäuse
- kinderleichte Einrichtung
- WPS-Funktion
- enorme Formatvielfalt
- kostenlose App für iOS und Android
- hoher Bedienkomfort
- stabile Verbindung
Lieferumfang:- WTC Microstreamer
- Netzadapter
- Netzkabel
- Kurzanleitung
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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