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Redakteur

Das Versprechen ist groß. Glaubt man der Herstelleraussage, sehen Filme, Sportübertragungen und Games auf der preisgünstigen Hochkontrastleinwand Aeon Cinegrey 3D von Elite Screens mit einem 1500-Euro-4K-Beamer ebenso gut aus, als würde im selben Raum ein 5000-Euro-4K-Projektor auf eine weiße Leinwand projizieren. Lassen sich mit der Aeon Cinegrey 3D tatsächlich 3000 Euro sparen? Wir haben den Vergleich gemacht.

Elite Screens Aeon Cinegrey 3D mit spektakulärem LED-Ambient-Light.
Foto: Michael B. Rehders

Zugegeben, es klingt fast zu schön um wahr zu sein. Eine Leinwand für 399 Euro soll einem 1500 Euro günstigen 4K-Projektor zu einer Performance verhelfen, die im selben Raum auch ein 4K-Bildwerfer für 5000 Euro erzielt, wenn dieser auf eine klassische, weiße Leinwand projiziert. Demnach lassen sich über 3000 Euro sparen, wenn wir einmal außer Acht lassen, dass zum Projektor für 5000 Euro ja auch noch eine Leinwand erworben werden muss.
Für den Vergleich haben wir die von uns getesteten BenQ W1700 und ViewSonic PX727-4K herangezogen. Hierbei handelt es sich um preiswertere 4K-Projektoren, die obendrein über die brandaktuelle High Dynamic Range (HDR) verfügen. Beide Beamer projizieren in unserem Test auf die Elite Screens Aeon Cinegrey 3D. Auf der anderen Seite steht ein 4K-Bolide für knapp 5000 Euro, der sein Bild auf eine Elite Screens Saker Tab Tension wirft, eine schalldurchlässige weiße Leinwand.
Abwechselnd dürfen die Projektoren unter typischen Wohnzimmerbedingungen zeigen, was sie können. Abwechselnd deshalb, damit sich die hellen Bilder nicht gegenseitig beeinflussen.

Sicher verpackt und übersichtlich sortiert: so kommt die Cinegrey 3D in unseren Redaktionsräumen an. Die aufgerollte Leinwandfolie steckt überdies in einer stabilen Papprolle, um sie noch sicherer auf ihrem Transportweg zu schützen.
Foto: Michael B. Rehders

So funktioniert die Hochkontrastleinwand

Die Elite Screens Aeon Cinegrey 3D ist eine Hochkontrastleinwand mit grauer Grundtönung. Eine, auf die praktisch unsichtbare, lichtverstärkende Partikel aufgetragen sind. Hinter dieser Beschaffenheit steckt, vereinfacht ausgedrückt, der Sinn, dass seitlich einfallendes Tageslicht bzw. Umgebungslicht absorbiert wird, während das direkt projizierte Bildwerk verstärkt in Richtung Zuschauer reflektiert wird. Folglich werden dunkle Bildbereiche weniger stark durch Streulicht im Wohnzimmer aufgehellt – als dies auf einer weißen Leinwand der Fall wäre. Ganz nebenbei wird die maximale Lichtausbeute kaum reduziert, so dass Farben brillant und Kontraste sogar besser erhalten bleiben. Ebenfalls neu ist bei Leinwänden das vierseitige Ambient-Light. Hierbei handelt es sich um eine statische LED-Hintergrundbeleuchtung, die bei Elite Screens optional gegen Aufpreis erworben werden kann – und dem Ambilight von Philips-TV-Geräten nahekommt. Der Aluminium-Rahmen der Cinegrey 3D ist zudem angenehm leicht. So leicht, dass eine Person sie allein an die Wand hängen kann.

Bild oben:
Alle Einzelteile der Cinegrey 3D: Der Hersteller liefert Hammer, Wasserwaage und Schraubendreher gleich mit.
Bild unten links: Das Verbindungsstück wird zunächst in die Rahmenprofile eingeschoben und dann verschraubt.
Bild unten Mitte: Nun werden alle Teile passgenau zusammengesteckt.
Bild unten rechts: Fix und fertig zusammengebaut ist das Tuch sauber gespannt.
Fotos: Michael B. Rehders

Alles dabei für die Montage

Sie haben keinen gut ausgestatteten Werkzeugkasten griffbereit? Kein Problem, Elite Screens liefert alles, was für die Wandmontage benötigt wird gleich mit. Dazu gehören Wasserwaage, Hammer, Schraubendreher, Dübel und Schrauben sowie eine gedruckte Montageanleitung. Beeindruckend!
Die Installation kann also direkt losgehen, 45 Minuten später hängt die Leinwand dann an der Wand.

So einfach ist der Zusammenbau:
– Die einzelnen Alu-Profile werden mit Verbindungselementen bestückt.
– Nun wird der Rahmen zusammengesteckt und rückseitig verschraubt.
– Das Hochkontrast-Tuch auf den Rahmen legen, spannen und via Klettverschluss befestigen. Das hält sehr gut.
– Zwei kleine Wandhalter werden nun an gewünschter Stelle der Wohnzimmerwand angebracht.
– Leinwand daran einhaken
– Fertig

Großes Foto: In allen vier Ecken sind minimale Falten zu erkennen, in etwa so groß sind wie eine Ein-Cent-Münze. Laut Angaben des Herstellers sollen diese Falten sich nach zwei Wochen „ausziehen“. Eine behutsame „Nachspannung“ kann diesen Umstand aber auch sofort beseitigen. Alternativ kann aber auch die zum Lieferumfang gehörende schmale Kaschierung angebracht werden (kleines Foto). Damit erscheint die Leinwand dann wie ein riesiger Smart-TV.
Foto: Michael B. Rehders

Ambient-Beleuchtung für spektakuläre Illumination

Im letzten Schritt wird dann noch das LED-Band rückseitig am Leinwandrahmen befestigt. Mit dem LED-Ambient-Light kann der Heimkinofreund die Kolorierung nun frei auswählen, die den Bereich hinter der Cinegrey 3D stimmungsvoll beleuchtet. Die Farbe ist frei wählbar und auch Intensität und Helligkeit der Illumination sind regelbar.
Kleiner Tipp: Zu hell sollte das Ambient-Light besser nicht eingestellt sein, da helle Wände und die weiße Zimmerdecke ansonsten zu viel Licht auf die Bildwand reflektieren. Das wiederum führt dann zu Kontrastverlust, weil dunkle Bildinhalte zu stark aufgehellt werden. Bei leicht gedimmter Beleuchtung hingegen bleibt der Kontrasteindruck voll erhalten. Projizierte Spielfilme, Ego-Shooter und Fußballspiele wirken auf der Großbildwand mit Ambient-Light tatsächlich spektakulär. Das LED-Farbspiel dürften vor allem unter Philips-TV-Liebhabern viele Freunde finden, die das patentierte Ambilight zu schätzen wissen.

Mit wenigen Handgriffen ist das LED-Band hinten auf der Cinegrey angebracht.
Foto: Michael B. Rehders

Aus dem Messlabor

Um die gleich anstehenden Bildeindrücke zwischen den verschiedenen Projektoren unter Wohnzimmerbedingungen auch objektiv bewerten zu können, nehmen wir zunächst umfangreiche Messungen vor. Die Elite Screens Aeon Cinegrey 3D hat einen Gain von 0,8. Das bedeutet, dass sie etwa 20 Prozent Lichtleistung des Projektors „schluckt“. Ein Wert, der zweifelsfrei auf die graue Grundfärbung der Leinwand zurückzuführen ist. Unter Winkel ist überdies ein zunehmend leichter Helligkeitsabfall messbar, der in der Praxis allerdings keine sichtbaren Auswirkungen hat. Selbst auf einer großen Couch in der Wohnstube, die breiter ist als die Cinegrey 3D, bleibt der insgesamt vorzügliche Bildeindruck also selbst dann noch aufrecht erhalten, wenn Zuschauer etwas neben der Leinwand sitzen! Obendrein ist auch kein störender Hotspot-Effekt sichtbar. Auch in dieser Disziplin hat Elite Screens also bei der Entwicklung dieser Hochkontrastleinwand hervorragende Arbeit geleistet. Farben werden nahezu originalgetreu auf der Projektionsfläche dargestellt. Die Abweichungen zum Original sind so gering, dass sie in einem Bereich üblicher Wiederholungsmessungen, beziehungsweise geringster Messtoleranzen liegen.

Noch spannender wird es bei den Kontrastwerten:
In unserem Testraum (mit etwas Restlicht) werden auf der Aeon Cinegrey 3D mit dem BenQ W1700 beispielsweise Kontrastwerte von 220:1 (On/Off) und 23:1 (ANSI) erreicht. Damit „reduziert“ der Raum den nativen Projektoren-Kontrast schon deutlich. Unter optimalen Bedingungen erreicht der BenQ W1700 native Kontrastwerte von 475:1 (On/Off) und 275:1 (ANSI). Der zu Vergleichszwecken herangezogene 4K-Projektor für 5000 Euro bietet unter optimalen Bedingungen einen nativen Kontrast von 12.500:1 (On/Off) und 271:1 (ANSI). Davon verbleiben unter den hiesigen Raumbedingungen auf einer weißen Leinwand ein Kontrast von 1400:1 (On/Off) und läppische 7:1 (ANSI).
In beiden Fällen sind die Kontrasteinbußen beträchtlich. Einbußen, die sich einzig durch die suboptimalen Bedingungen in einem Raum mit leichtem Restlicht ergeben.

Verblüffend: Links projiziert der BenQ W1700 auf die Elite Screens 3D. Rechts der 4K-Projektor auf eine weiße Leinwand. Der preiswerte Heimkino-Projektor kann in Verbindung mit der Elite Screens Aeon Cinegrey 3D spielend gegen den 5000-Euro-Boliden mithalten. Farben, Kontrast, Helligkeit und Brillanz sind annähernd identisch.

Bildaufwertung durch Aeon Cinegrey 3D

Die eben beschriebenen Messungen geben jedoch keinen alleinigen Aufschluss darüber, wie der tatsächliche Bildeindruck im Wohnzimmer ist. Zweifelsfrei ist der 5000-Euro-4K-Bolide dem BenQ W1700 unter optimalen Bedingungen in unserem dedizierten Heimkino in fast allen Belangen haushoch überlegen. Das belegen nicht nur unsere Messungen, sondern auch der direkte Vergleich in unserem optimierten Heimkinoraum. Bei diesem großen Preisunterschied war allerdings auch nichts anderes zu erwarten.
Unter Wohnzimmerbedingungen stellt sich die Sache dann jedoch deutlich anderes dar:
Der BenQ W1700 projiziert hier erneut auf die Elite Screens Aeon Cinegrey 3D. Der 5000-Euro-4K-Projektor wieder auf die weiße Motorleinwand. Und jetzt kommt das Verblüffende: Der Projektor für 1500 Euro hält auf der Cinegrey 3D spielend mit dem teuren 4K-Boliden mit, der, wie bereits erwähnt, gleichzeitig auf eine weiße Motorleinwand projiziert. Die sichtbaren Unterschiede sind ausgesprochen gering. Auf unserem Bildwerk eines Fährschiffes, das im Hafen der griechischen Insel Nissiros ablegt, zeigen beide Projektoren minimal unterschiedliche Farben des Meerwassers. Die Bäume am Kraterrand der Vulkaninsel werden praktisch identisch dargestellt. Letztendlich ist das Bild des BenQ W1700 auf der High-Contrast-Screen lediglich geringfügig dunkler, was dem 0,8er Gain der Cinegrey 3D geschuldet ist. Die dunklen Bereiche zwischen den Bäumen sind ebenfalls vergleichbar. Diese Beobachtungen setzen sich auch in anderen Bereichen der Bildwiedergabe fort. Während der Bundesliga-Übertragung des Spieles Bayern München gegen den HSV wirkt der Rasen überaus satt. Die Zeichnung der Spielertrikots ist tadellos, auch Zuschauer sind im Detail zu erkennen. Auch hier kann in der Summe ein Unentschieden attestiert werden, was sich der HSV sicherlich zuvor ebenfalls gewünscht hat. „Formel 1“ ist ein spannendes Game. Jetzt fahren wir ein paar Runden auf der Rennstrecke in Italien. Auch bei dieser Art der Videoreproduktion kann der preiswertere BenQ W1700 problemlos mit dem 4K-Boliden mithalten.
Elite Screens mit seinem Versprechen Taten folgen lassen, ein Projektor für 1500 Euro hält auf der Aeon Cinegrey 3D tatsächlich mit einem 5000-Euro-4K-Boliden mit, der seine Bilder auf eine weiße Leinwand projiziert.

Prächtige Farben und ein starker Kontrast im abgedunkelten Wohnzimmer (großes Foto), das zeigt die Kombination aus preisgünstigem 4K-Projektor und Cinegrey 3D. Als die Rollos vor den Fenstern hochgezogen werden (kleines Foto), ändert sich der insgesamt gute Bildeindruck kaum merklich.
Foto: Michael B. Rehders

Sport bei Tageslicht und offenen Gardinen

Nun ziehe ich die Rollos vor den Fenstern hoch. Bei stark bewölktem Himmel fällt reichlich Tageslicht in unseren Testraum. Das Bild auf der Aeon Cinegrey 3D zeigt sich von dieser Maßnahme wenig beeindruckt. Sobald die Rollos vor den Fenstern geschlossen sind, fällt zwar seitlich noch etwas Restlicht ein, aber die Bilddarstellung wirkt weiterhin vortrefflich. Sämtliche Details sind zu erkennen, dunkle Szenen besitzen eine tolle Zeichnung. Als dann die Rollos vor den Fenstern geöffnet werden, bleibt der insgesamt gute Bildeindruck weiter aufrecht erhalten. Das Bild erscheint allenfalls minimal „blasser“. Das bedeutet, dass der Raum mit der Cinegrey 3D nicht zwingend perfekt abgedunkelt werden muss, um sehr gute Projektionsergebnisse zu erzielen. Gerade Sportfans, die sich die Fußball-Bundesliga, Formel-1-Rennen, Olympia oder die Fußball-WM tagsüber im Wohnzimmer ansehen wollen, profitieren enorm von den Vorteilen dieser Leinwand. Direktes Sonnenlicht sollte allerdings vermieden werden, um die gute Performance dieser Projektionsfläche aufrecht zu erhalten. Hält man sich an diese einfache Regel, steht der Fußball-Übertragung am Samstagnachmittag oder der Live-Zuspielung anderer Sportevents tatsächlich nichts im Wege.

Das farbenfrohe LED-Ambient-Light sorgt in Verbindung mit der rahmenlosen Elite Screens Aeon Cinegrey 3D für ein tolle Lichtstimmung. Je nach Geschmack können Kolorierung und Leuchtstärke individuell geregelt werden.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Die Kombination aus Aeon Cinegrey 3D und preisgünstigem 4K-Projektor überzeugt vollständig. Bei geringem Restlicht wird mit diesem Setup im Wohnzimmer eine ebenso gute Bildqualität geliefert, wie sie ein 5000-Euro-4K-Bolide unter denselben Wohnraumbedingungen auf einer weißen Leinwand erzielt. Aufgrund der physikalischen Hochkontrasteigenschaften der Cinegrey 3D ist die Tageslicht-Projektion sogar bei stark bewölktem Himmel und offenen Gardinen möglich. Wer sich zudem noch für das optional erhältliche LED-Ambient-Light entscheidet, darf sich über ein faszinierendes Farbenspiel hinter der Projektionsfläche freuen. In Summe bietet diese für 399 Euro erstaunlich preiswerte Leinwand von Elite Screens Aeon im Zusammenspiel mit einem preiswerten 4K-DLP-Projektor ein begeisterndes Großbilderlebnis.

Test, Text, Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

97 %

93 %

95 %

180415.Elite Screens-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Elite Screens
Aeon Cinegrey 3D
Produktkategorie:Rahmenleinwand
Preise:- 399,00 Euro (2,03 x 1,15m)
Garantie:2 Jahre
Vertrieb:www.elitescreens.de
Ausführungen:Rahmenlose Rahmenleinwand
Abmessungen (Breite):2,03 x 1,15 m
Technik:High-Contrast-Screen mit grauer Grundfärbung
Lieferumfang:- Aeon Cinegrey 3D
- Montagematerial
- Gebrauchsanleitung
- Wandhalter
- Wasserwaage
- Schraubendreher
- Kunststoffrahmen
Besonderes:+ unkomplizierte Montage
+ Gleichmäßige Lichtverteilung auch auf seitlichen Sitzplätzen
+ sehr gute Verarbeitung
+ relativ leicht
+ Farbneutral
+ LED-Ambient-Beleuchtung optional
+ Nutzung bei kontrolliertem Restlicht/Tageslicht
+ kein nennenswerter Hotspot-Effekt
Benotung:
Bildqualität (50%):1+
Praxis (25%):1,1
Ausstattung (25%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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