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Redakteur

Gleichstrom im Wechselstrom? Diese nachteilige Mischung ist im heimischen Haushalt leider der Normalfall, die Stromverschmutzung stört Netzteile bei ihrer Arbeit und beeinflusst die Qualität von Audio- und Videokomponenten. Wenn es brummt und rauscht, kann ein Gleichspannungsfilter wie der Supra LoRad DC-Blocker der erste Schritt zur Störungsfreiheit sein. Wir haben’s ausprobiert.

Dezenter Dienstleister: Der Supra LoRad DC-Blocker hat ein handliches Format und besitzt ein nüchternes Design.

Wie gelangt denn Gleichstrom in den Wechselstrom? Theoretisch sollte aus der Steckdose doch eine Spannung in sauberer Sinusform kommen. Praktisch wird sie jedoch durch verschiedenste Einflüsse deformiert. Schon auf dem Weg zu uns weist der Strom Verzerrungen und Schwankungen auf, in unserem Heim sorgt dann die Vielzahl unserer elektrischen Geräte für weitere Störungen. Eine dieser Deformationen ist der Gleichspannungsanteil: Die Sinuswelle verläuft nicht mehr ober- und unterhalb der normalen Nullachse, sondern schwingt um eine Linie auf einem höheren Spannungsniveau. Dieser Verschiebung bewirkt der Gleichstromanteil im Wechselstrom, der Versatz wird auch DC Offset genannt. Die Folge: Netzteile arbeiten ungleichmäßig, der Eisenkern im Trafo wird übersättigt. Dadurch sinkt die Effizienz, es kommt zu thermischen und mechanisch-akustischen Effekten: Das Netzteil wird warm und brummt. Schlecht arbeitende Netzteile haben auch Einfluss auf die nachfolgende Elektronik, Audio- und Videokomponenten profitieren von reinem Strom und einer sauber arbeitenden Versorgung. Der erste Schritt ist die Einschaltung eines Filters, das den unerwünschten Gleichstromanteil beseitigt. Ein solchen Helfer ist der Supra LoRad DC-Blocker von Supra Cables.

Stabil und sicher: Der Supra LoRad DC-Blocker besitzt ein ultrasolides Aluminium-Gehäuse.

No Nonsens

Hinter der Marke Supra Cables steckt die schwedische Firma Jenving Technology. Gründer Tommy Jenving hat als Pionier der Branche vor über vierzig Jahren überhaupt das Bewusstsein geweckt, dass Kabel ein Teil der Klangkette sind, später folgte die Erkenntnis, dass auch die Energiezufuhr Einfluss auf die Audio-Performance hat. Seither hat Supra Cables ein Portfolio an Strom- und Signalleitern aufgebaut und bietet dazu eine Reihe von Netzleisten und Netzfiltern an – alles mit skandinavischer Attitüde: Entwicklung und Produktion im eigenen Land, in diesem Fall im Göteborg-nahen Ljungskile, maximale Material- und Fertigungsqualität, Verzicht auf unnötigen Schnickschnack und sinnlose Ausstattungsmerkmale sowie nüchterne Kosten-Nutzen-Kalkulation. Bei Supra Cables fasst man das alles unter dem Motto „No Nonsens“ zusammen. Das soll auch für den Supra LoRad DC-Blocker gelten.

Pragmatisch und clever: Auf der Oberseite ist kurz zusammengefasst die Bedienungsanleitung zu lesen.

Gleichstrom-Abwehr

Wer den Supra LoRad DC-Blocker betrachtet, kann die No-Nonsens-Einstellung sofort sehen: Supra Cables hat den Anspruch, kein Geld für „schöne“ Gehäuse zu verschwenden, in ein nüchternes Design münden lassen. Das supersolide Gehäuse besteht aus einem drei Millimeter starken Aluminiumprofil und wird vorn sowie hinten durch aufgeschraubte Alu-Kappen mit gleicher Materialdicke abgeschlossen. In die Oberseite ist eine Folge von drei Kunststoffplatten eingelassen. Auf der ersten prangt die Produktbezeichnung, die zweite liefert eine kurze Bedienungsanleitung, das ist clever! Die dritte trägt die Steckdose des Supra LoRad DC-Blocker – hier wird der gefilterte Wechselstrom für eine nachfolgende Netzleiste bereitgestellt. Die Robustheit der mechanischen Ausführung spiegelt sich auch in der elektrischen Belastbarkeit wider: Der DC-Blocker erlaubt eine maximale Stromaufnahme von 3.680 Watt und ist bis 16 Ampere abgesichert. Bei höheren Strömen löst eine Schmelzsicherung aus, sie ist in einem herausnehmbaren Fach neben der Netzbuchse untergebracht. Dieser Anschluss ist eine IEC 60320 C19-Buchse, sie verlangt ein entsprechendes Netzkabel, ein Standard-Kaltegerätekabel kommt also nicht in Frage. Supra Cables hat mit dem optionalen LoRad 2.5 CS-EU natürlich eine passende Lösung in petto. Der darüber ankommende Strom wird nun von seinem Gleichstromanteil befreit, die maximale Filterkapazität beträgt 3,5 Volt DC.

Der Supra LoRad DC-Blocker ist mit einer IEC 60320 C19-Buchse ausgerüstet, sie verlangt ein passendes Netzkabel. Supra Cables bietet hier das LoRad 2.5 CS-EU an (ab 105,00 Euro).

Diese Reinigung soll etliche Meriten zur Folge haben: minimiertes Transformator-Brummen und geringere Erwärmung von Netzteilen, was ihre Leistungsfähigkeit erhöhen und die Lebensdauer verlängern kann. Dazu ein geringeres Grundrauschen und generell reduzierte Klangeinflüsse, was insbesondere bei Digitalequipment Härten im Klang verschwinden lässt, überdies eine straffere Basswiedergabe und Zugewinne bei perkussiven Instrument wie dem Schlagzeug, hier soll der Supra LoRad DC-Blocker für eine bessere Rhythmus-Wahrnehmung sorgen. Zusätzlich zu diesen Verbesserungen sorgt eine Abschirmung des Geräts gegen elektrische und magnetische Felder dafür, dass Störeinstrahlungen von anderen elektrischen Geräten des Haushalts sowie dem WLAN außen vor bleiben – LoRad ist das Kürzel für Low Radiation und bedeutet: geringe Strahlung. Diese LoRad-Abschirmung ist ein Ausstattungsmerkmal, das alle Supra Cables-Produkte für Strom und Spannung auszeichnet.

Ein eigenes Fach beherbergt die Schmelzsicherung. Hier ist auch noch Platz für ein Ersatzexemplar.

Der Supra LoRad DC-Blocker geht ans Netz

Vorweg müssen wir an dieser Stelle eventuell überzogene Erwartungen dämpfen: Wer glaubt, durch den Einsatz eines Stromfilters plötzlich eine komplett anders klingende Anlage zu haben oder sich die wunderbare Verwandlung in eine High End-Klangkette erhofft, muss seinen Anspruch doch herunterschrauben. Ein Stromfilter kann klangtechnisch segensreich wirken, ein messianischer Heilsbringer ist er jedoch nicht. Was er uns bringt, testen wir aber mit dem Messias: Wir wählen das gleichnamige Oratorium von Georg Friedrich Händel in der sehr schön aufgenommenen Dubliner Fassung mit dem Dunedin Consort. Das preisgekrönte schottischen Barockensemble singt und spielt den Chor „And the Glory of the Lord“, wir hören ihn zuerst mit dem „normalen“ Setup, also ohne Filter: tolle Aufnahme. Nun schalten wir wie empfohlen alle Geräte aus, also schließlich auch die schaltbare Netzleiste Supra Lo Rad MD06-EU/SP, an die sämtliche Komponenten unserer Klangkette angeschlossen sind. Jetzt setzen wir den Supra LoRad DC-Blocker zwischen Steckdose und Netzleiste, schalten alle Geräte wieder in umgekehrter Reihenfolge an und starten erneut den „Messias“. Ja, es wirkt ein klein wenig feiner im Klang, eine Spur detailreicher, am besten ist das kurz vor dem Ende des Chors wahrnehmbar. Hier gibt es eine Zäsur, Sänger und Instrumentalisten schweigen nach der Anrufung des „Lord“, hier kann man wunderbar dem Hall nachspüren. Wir hören, wie sich der Gesang in der Greyfriars Kirk von Edinburgh langsam verliert – aber dieses Verklingen dauert nun ein wenig länger, dazu hören wir auch mehr von dem latenten Geräuschteppich, der in jedem Raum zu hören ist. Nun der Gegencheck: Alles wieder zurück auf die Ausgangskonfiguration, nochmals hören – ja, es ist ein sehr kleiner, aber feiner Unterschied. Mit Popmusik erleben wir vorwiegend einen etwas definierteren Bass, das zeigt sich gerade bei Donald Fagens „Morph The Cat“ mit seinem berühmten Tiefton-Fundament. Auch das Schlagzeug klingt einen Tick knackiger. Wir erleben zudem insgesamt genau den Effekt, auf den der Hersteller hinweist: Uns erscheint anfänglich die Dynamik ein wenig reduzierter – eine Wahrnehmung, die auf Abwesenheit von Fehlern zurückzuführen sei. Der Klang hat nicht weniger Dynamik, sondern mehr Distinguiertheit. Wie gesagt: Wir reden hier von Nuancen. Abseits der akustischen Veränderungen erfahren wir noch einen ganz handgreiflichen Effekt: Das Netzteil unseres Streamers, das zuvor im Betrieb permanent mehr als handwarm gewesen ist, zeichnet sich seither durch eine bemerkenswerte Kühle aus. Cooles Ergebnis!

Der Supra LoRad DC-Blocker wird zwischen Wandsteckdose und Netzleiste gesteckt, hier ist es die Supra Cables LoRad MD06-EU/SP, ein schaltbarer Sechsfach-Verteiler mit Transientenfilter und Überspannungsschutz.

Fazit

Der Supra LoRad DC-Blocker empfiehlt sich als erster Schritt bei der Behebung spannungsbedingter Störungen. Der DC-Blocker sorgt für gleichspannungsfreien Wechselstrom, er vermag bis zu 3,6 Volt DC herauszufiltern. Die Säuberung führt bei Netzteilen zu weniger Brummen und geringerer Erwärmung, klanglich verbessert sich Performance in punkto Auflösung, Definiertheit des Tieftons und Dynamik perkussiver Klängen. Diese akustischen Veränderungen haben wir als kleinen, aber sehr feinen Zugewinn erlebt.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: Empfehlung
Preis-/Leistung: angemessen

97 %

95 %

180430.Supra Cables-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Supra Cables
LoRad DC-Blocker
Produktkategorie:DC-Blocker (Gleichstrom-Netzfilter)
Preis:550,00 Euro
Ausführungen:Silber (Aluminium)
Vertrieb:GEKO, Soest
Tel: 02921/96949-20 + 22
www.geko-hifi.de
Abmessungen (HBT):53 x 170 x 89 mm (ohne Stecker)
Gewicht:0, 556 kg
Anschlüsse:1 x IEC 60320 C19-Buchse
1 x DIN VDE 0620-1 Schutzkontakt-Steckdose
Max. Leistungsaufnahme:3.680 W
Lieferumfang:- Supra Cables LoRad DC-Blocker
- selbstklebende Gummifüßchen
- Bedienungsanleitung (Englisch, Schwedisch)
- 2 x 4 Schrauben
Optionales Zubehör:LoRad 2.5 CS-EU (ab 105,00 Euro)
Besonderes:- filtert Gleichstromteile bis zu 3,6 Volt DC aus dem Wechselstrom
- vermindert die Erwärmung von Netzteilen
- sehr robuste Verarbeitung
- für die Montage an der Wand geeignet
- benötigt ein Netzkabel mit IEC 60320 C20-Stecker
Benotung:
Preis-/Leistungangemessen

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