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Redakteurin

Mit seiner Envaya-Serie hat Denon gleich drei Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt gebracht. Klanglich sollen sie Topleistungen abliefern, sie sollen aber auch robust genug sein, um draußen mit auf Abenteuerjagd zu gehen. Beides hat der kleine Envaya Pocket im Test bereits bewiesen. Heute ist das Serien-Flaggschiff an der Reihe.

Handlich, haptisch hervorragend und klanglich erwachsen. So verspricht sich der Denon Envaya DSB250.

Wer auf der Suche nach einem robusten, flexiblen und gleichzeitig schicken Bluetooth-Lautsprecher ist, der sollte sich den Envaya mit der Zusatzbezeichnung DSB250 von Denon mal genauer anschauen. Klanglich soll die 750-Gramm-Box mit den ganz Großen mithalten können. Optisch muss sie sich dank des ziemlich coolen Stoffüberzugs ebenfalls nicht verstecken. So macht sie – egal ob liegend oder aufrecht stehend – sowohl drinnen als auch draußen eine Top-Figur. Dank seiner speziellen Konstruktion aus Polymer und strapazierfähigem Gewebe soll der Lautsprecher sogar Stöße und Stürze locker wegstecken. Selbst Wasser soll dem großen Bluetooth-Speaker nichts anhaben können. Das klingt doch mal ziemlich verlockend …

Envaya: Ein Name, drei Modelle

Der Envaya des japanischen HiFi-Unternehmens Denon kam 2017 nicht alleine nach Europa, sondern hat gleich zwei kleine „Brüder“ mitgebracht. Die aktuelle Generation der Denon-Bluetooth-Lautsprecher kommt also als Trio daher. Der Envaya, um den es in diesem Test geht, kostet 199 Euro. Der etwas kleinere Envaya Mini 149 Euro und das kleinste Modell, der Envaya Pocket 99 Euro. Jedes Modell ist jeweils in einer schwarzen Version mit Stoffbespannung in schwarz oder im grau-schwarz gestreiften Design zu haben.
Alle drei Modelle wurden laut Hersteller besonders für diejenigen entworfen, die viel unterwegs sind und dabei gerne Musik in bestmöglicher Soundqualität genießen. Die tragbare Envaya-Lautsprecherfamilie kann daher nach persönlichen Vorlieben sowohl drinnen wie draußen aufspielen. Da die drei Speaker zudem staub- und wasserdicht sind, ist ihr Einsatzgebiet – zum Beispiel beim Beachvolleyball, Wandern, Grillen, Sonnenbaden, etc. – also nahezu unbegrenzt.

Der große Envaya DSB250 (hinten links) im Vergleich zu seinen Geschwistern der Denon-Bluetooth-Familie.

Flexibel einsetzbar

Denon hat auch ein paar Vorschläge mitgeschickt, wo welches Modell am besten einsetzbar wäre: Aufgrund seiner Leistungsstärke empfiehlt der Hersteller sein Spitzenmodell Envaya beispielsweise für die Nutzung in der Küche oder im Wohnzimmer. Selbst größere Räume soll das Familien-Oberhaupt problemlos beschallen. Dabei ist er, das muss erwähnt werden, mit seinen rund 21 Zentimetern Länge und seinem Gewicht von 750 Gramm noch kompakt genug, um ihn auch problemlos zu transportieren. Der mittlere Spross dieser Lautsprecherfamilie, der Envaya Mini, sollte dagegen in kleineren Räumlichkeiten, wie etwa dem Badezimmer oder Büro seinen Platz finden. Der kleine Envaya Pocket ist mit seinen knapp 400 Gramm hingegen der perfekte alltägliche Begleiter. Einer, der einfach überall mit hingenommen werden kann und dort – egal, ob im Park, am Pool oder auf dem Balkon – für die musikalische Untermalung sorgt.
Letztlich ist es aber gleich für welches der drei Modelle man sich entscheidet: Vier kleine Gummi-Füßchen sorgen dafür, dass jeder der portablen Lautsprecher flach hingelegt werden kann und so auch auf etwas holprigeren Flächen stabil platziert ist. Ist der Untergrund eben, lässt sich jede Envaya-Version aber auch aufrecht problemlos hinstellen. So findet der Bluetooth-Speaker auch auf engstem Raum ein Plätzchen oder passt sich bestens in ein freies Eckchen ein.

Dank IP67-Klassifikation lassen sich alle Envaya-Modelle auch in Feuchträumen, zum Beispiel im Badezimmer, betreiben.

Übersichtlich und leicht zu bedienen

Inzwischen ist der Envaya von seiner Verpackung befreit. Beim Auspacken werfe ich auch gleich mal einen Blick auf den weiteren Lieferumfang: Mit im Gepäck hat die Bluetooth-Box ein USB-Ladekabel, eine Handschlaufe und einen Quick Guide. Das Wort „Handschlaufe“ klingt vielleicht etwas unspektakulär. Dieses Utensil kann aber überall dort extrem von Vorteil sein, wo man den Lautsprecher nicht direkt hinstellen kann oder möchte, er aber dennoch zum Einsatz kommen soll. Das kann zum Beispiel an einer Hängematte sein, um die Bluetooth-Box sanft mitschaukeln zu lassen. Oder am Rucksack, damit man auch während einer Wanderung mit schönen Klängen versorgt wird.
Die wenigen Seiten im Quick Guide sind für die umfangreiche Bedienung auch vollkommen ausreichend. Das übersichtlich angeordnete Bedienfeld, bestehend aus nur fünf Tasten (An/Aus, lauter, leiser, Bluetooth und ein Anrufbutton), ist nämlich weitestgehend selbsterklärend.

AUX-Buchse und USB-Ladeport befiden sich gut vor Wasser und Staub geschützt unter einer gummierten Klappe.

Im Stoffkleid

Die Kombination aus Polymer und strapazierfähigem Gewebe offeriert dem Betrachter eine schlichte, schicke, zugleich aber auch robuste Optik. Der Envaya ist laut Hersteller wasser- und staubdicht. Die Steckverbindungen – unter anderem für das USB-Ladekabel – sind mit Kappen abgedeckt, alle Lücken durch entsprechende Dichtungen verschlossen und das Chassis wasserdicht gefertigt. So soll über einen bestimmten Zeitraum kein Wasser in das Gerät eindringen können. Die sogenannte IP67-Klassifikation verspricht dem Käufer, dass der Envaya in einem Meter Wassertiefe und über einen Zeitraum von bis zu 30 Minuten keinen Schaden nimmt. Das werde ich selbstverständlich ausprobieren …

Robust und doch fein gekleidet. Sein strapazierfähiges, zgleich aber auch optisch ansprechendes Stoffkleid macht den Denon Envaya einzigartig und zu einem echten Hingucker.

Laden und Bluetooth aktivieren

Bevor es aber in den Test geht, wird der Lautsprecher erstmal vorbereitet. Um den Lautsprecher aufzuladen, wird zunächst die Klappe auf der Rückseite geöffnet und der Envaya mit Hilfe des mitgelieferten USB-Ladekabels mit Strom versorgt. Bereits nach etwa drei Stunden ist der Akku dann voll. Fürs Anschalten halte ich den Power-Knopf nun ein wenig gedrückt, was von einem Signalton quittiert wird. Das Gerät befindet sich nun im Verbindungsmodus. Ist das nicht der Fall, muss einfach die Bluetooth-Taste gedrückt werden.

Danach geht es wie folgt weiter:
1. Bluetooth-Funktion auf dem Smartphone, Tablet, etc. aktivieren.
2. Nach verfügbaren Geräten scannen.
3. „Denon Envaya“ aus Liste auswählen – fertig.

Telefonieren und Siri aktivieren

Bevor es nun in den Klangtest geht, will ich mal schauen was der Envaya – außer Musik abzuspielen – noch so auf dem Kasten hat: Mit Hilfe des integrierten Mikrofons sollen sich auch Telefongespräche führen lassen. Dazu muss das Smartphone vorher via Bluetooth mit dem Envaya Pocket verbunden werden, schon ist alles startklar. Um einen eingehenden Anruf anzunehmen, wird dann die Taste mit dem Hörersymbol gedrückt. Der Anrufer ist nun gut und sauber zu verstehen. Auch meine Stimme dringt deutlich wahrnehmbar ans andere Ende durch. Übrigens: Hört man gerade Musik, stoppt diese automatisch, sobald es klingelt. Legt man auf, wird die Wiedergabe wieder fortgesetzt. Ein weiteres Feature: Als iPhone-Besitzer kann man über den Envaya auch mit seiner digitalen, persönlichen Assistentin „Siri“ sprechen. Dafür muss man lediglich den Telefonknopf am Envaya Pocket gedrückt halten und Siri wird aktiviert.

Das Oberhaupt der Denon Bluetooth-Speaker-Familie lässt sich nahezu überall platzieren. Ganz nebenbei eignet er sich auch als praktische Freisprecheinrichtung.

Sanfter Riese

Die ausgiebige Untersuchung des Denon ist abgeschlossen. Er ist zudem aufgeladen und per Bluetooth mit meinem Smartphone verbunden. Also geht es endlich mit dem Klangtest los: Dabei starte ich am frühen Abend zunächst mit leichter Hintergrundbeschallung. Diesbezüglich darf Frank Turner mit seinem Album „Last Minutes And Lost Evenings“ aus dem Denon Envaya klingen. Nicht zu laut, aber auch nicht zu leise. Die handgemachte, ehrliche Musik des britischen Singer/Songwriters passt perfekt zu selbstgemachten Burgern und kühlen Getränken, die sich ebenfalls auf dem Tisch ausbreiten. Die Stücke des Folk-Rockers mit Indie-, Punk- und Alternative-Einflüssen werden sinnlich aber keineswegs einschläfernd langsam wiedergegeben. Sie sind aber auch nicht unangenehm aufdringlich – also genau richtig als Hintergrundbegleitung. Bei „I Knew Prufrock Before He Got Famous“ werden die Gäste dann mit der etwas kratzigen Stimme Frank Turners und prominenten Gitarrenklang versorgt. Die Reduziertheit spricht für sich und wird vom Denon perfekt reproduziert – mehr braucht es auch gar nicht. Bei „I Still Believe“ und weiteren Songs kommen dann ein paar Drums und eventuell noch ein Keyboard dazu. Auch das wird klanglich absolut detailgetreu und ehrlich vom Denon dargeboten. Alles ohne Schnörkel oder negative Ausreißer – weder nach oben noch nach unten. In diesem Zusammenhang: Liegt die Box der Seite, wird ihr ein wenig mehr Bass entlockt. Stehend klingt dagegen alles ein wenig feiner. Die Aufstellung ist also auch eine Frage des Hörgeschmacks. Meine große Wohnküche wird jedenfalls optimal mit Sound ausgefüllt, ohne dass sich dieser unpassend in den Vordergrund drängt.

Klangstark in die 90er

Später am Abend wird der große Envaya dann an seine maximale Lautstärke herangeführt. Das Aufblinken aller fünf weißen LEDs zeigt an, dass das Maximum erreicht ist. Dabei fällt auf, dass die Tasten ein wenig schwergängig sind, was an dem sehr stabilen, aber nicht sonderlich flexiblen Polymer liegt. Mit der Zeit bekommt man aber schnell ein Gefühl dafür, wie fest und wie lang die einzelnen Knöpfe gedrückt werden müssen. Anschließend kommt es zu einer musikalischen Herausforderung. Sowohl für den Envaya und erst recht für meine Ohren: Meine Playlist mit Trash-Songs kommt zum Vorschein, die mich mit voller Wucht in die 90er Jahre zurückkatapultiert. „Hey Yo Captain Jack“ brüllt der gleichnamige Musiker ohne Vorankündigung durch die Wohnung. „Bring Me Back To The Railroad Track.“ Die Lautstärke ist für die vergleichsweise kompakte Größe der Box tatsächlich beeindruckend. Mit dem anschließend angespielten „Mr. Vain“ von Culture Beat gibt es dann einen ordentlichen Wumms auf die Ohren. Druck ist schonmal ausreichend da. Mit „Pray“ von DJ Bobo werden anschließend technoähnliche Bässe mit einem nahezu sakralen Gesang kombiniert, bevor sich bei „Ice Ice Baby“ von Vanilla Ice Flüstertöne und Rap-Passage abwechseln. All diese Herausforderungen meistert der Envaya mit Bravour. Das gilt auch für den extremen Hall in Kombination mit elektronischen Klängen bei Haddaways „What Is Love“ sowie den typischen Girl-Band-Klang der Spice Girls („Wannabe“). Mit „Barbie Girl“ und „Fred Come To Bed“ hört der Spaß dann aber auf, und eine neue Playlist wird gesucht. Das liegt aber weniger am Lautsprecher …

Alle benötigten Tasten befinden sich in der rechten Seite des Envaya. Alternativ lassen sich die wichtigsten Befehle aber auch per Smartphone übertragen.

Envaya + Envaya = Doppelte Power

Mit Hilfe eines zweiten Envaya-Lautsprechers soll laut Denon sogar ein echtes Stereosystem entstehen. Dazu soll der Hauptlautsprecher zunächst mit dem mobilen Endgerät gekoppelt werden, dann wird der zweite Lautsprecher eingeschaltet. Die Bluetooth-Taste wird an beiden Lautsprechern nun gleichzeitig und für mindestens sechs Sekunden lang gedrückt gehalten. Ein Piepton bestätigt dann, dass die Kopplung beider Geräte abgeschlossen wurde. Ein Lautsprecher übernimmt nun die Wiedergabe des linken Kanals, der andere die des rechten.

Versprechen gehalten

Denon stapelt bezüglich des Klangs übrigens nicht gerade tief: So ist zu lesen, dass die eingesetzten Treiber in Kombination mit der großen, passiven Bassmembran hier für einen Klang sorgen, der alles was konventionelle Kompaktlautsprechersysteme zu bieten haben, übertreffen soll. Soweit würde ich jetzt nicht gehen, der Sound ist aber – gerade im Vergleich zu Kabellos-Lautsprechern ähnlicher Größe – wirklich sehr gut. Das gilt drinnen wie draußen. „Komm, wir buddeln uns ‘nen Tunnel“ klingt es anschließend über die Terrasse. Ein typischer Fanta-4-Song von Smudo, Thomas D und Co. – mal lauter, mal leiser. Auch hier wird alles absolut sauber und unaufgeregt, gleichzeitig aber druckvoll und mit enormer Dynamik in die frische Luft getragen. Wow! Zu guter Letzt folgt noch der „Wassertest“. In Ermangelung eines tieferen Gewässers stelle ich den Envaya einfach mal für 30 Minuten in ein gefülltes Wasserglas. Anschließend hole ich ihn raus, schalte ihn ein und drücke die Playtaste auf meinem Smartphone. Was Denon verspricht, trifft hier uneingeschränkt ein. Der Lautsprecher spielt los, als wäre nichts gewesen. Was ebenso beeindruckt: Unter normaler Zimmertemperatur (21-22 Grad) trocknet das Gewebe des Envaya in wenigen Minuten. Damit eignet sich dieser Bluetooth-Lautsprecher auch uneingeschränkt für den nächsten Tracking-Trip, das Zeltlager oder das anstehende Festival-Wochenende!

Im finalen Test haben wir den Envaya in ein Glas Wasser gestallt. Anschließend spielte der Denon weiter, als wäre nichts gewesen.

Fazit

Dank schlichter und robuster Optik passt der Envaya von Denon einfach überall hin. Egal, ob in moderne Wohnlandschaften, auf die Terrasse oder zum Wacken-Festival. Flexibel und robust ist der Größte des neuen Bluetooth-Lautsprecher-Trios aus Japan definitiv, klanglich überzeugt er ebenso auf ganzer Linie. Seine Bedienung ist einfach, der Preis mit 199 Euro für eine Bluetooth-Box hingegen kein Schnäppchen. Nimmt man aber Klang, Performance, Bedienkomfort, Optik und Robustheit zusammen, ist der Preis in diesem Fall vollkommen gerechtfertigt.

Test & Text: Sonja Bick
Fotos: Philipp Thielen/Sonja Bick

Gesamtnote: 80/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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181230.Denon-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Denon
Envaya
Produktkategorie:Bluetooth-Lautsprecher
Preis:199,00 Euro
Ausführungen:- schwarz
- schwarz/grau
Vertrieb:Denon, Nettetal
Tel.: 02157 / 1208-0
www.denon.de
Abmessungen (BTH):209 x 74 x 77 mm
Gewicht:750 Gramm
Anschlüsse:- 3,5 Miniklinke (AUX)
- Bluetooth (aptX)
- USB (nur Ladefunktion)
Bluetooth-Reichweite:bis zu 10 Meter
Chassis:- 2 x 40-mm-Breitbänder
- 1 Passiv-Tieftöner (53x135mm)
Akkulaufzeit:mind. 13 Stunden
Aufladezeit:ca. 3 Stunden
Freisprecheinrichtung:ja
Lieferumfang:- Envaya
- USB-Ladekabel
- Handschlaufe
- Anleitung
Besonderheiten:+ Wasser- und Staubdicht
+ kabellose Zuspielung
+ sehr gute Verarbeitung
+ starker Akku
+ vollumfängliche Bedienung am Gerät
+ agile Grundtondynamik
+ Freisprechfunktion
Benotung:
Klang (60%):80/80
Praxis (20%):80/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:80/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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