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Redakteurin

Am See, im Badezimmer, im Garten, in der Küche – seiner Lieblingsmusik zu lauschen, macht einfach überall Spaß. Achtet man auf Größe und Design, hat der Envaya Pocket von Denon definitiv das Zeug der ständige Begleiter in genannten Locations zu werden. Aber kann der kompakte Bluetooth-Lautsprecher auch soundtechnisch überzeugen?

16 Zentimeter breit, knapp 6 hoch: Der Denon Envaya passt in jede Sport- und Handtasche.

Aller guten Dinge sind drei. Das hat sich wohl auch das japanische HiFi-Unternehmen Denon gedacht, als es Ende 2017 seine neue Generation von Bluetooth-Lautsprechern auf den Markt gebracht hat. Mit dem Envaya, dem Envaya Mini und dem Envaya Pocket gibt es gleich drei neue portable Modelle, die sich optisch sehr ähneln, zugleich aber für völlig unterschiedliche Einsatzzwecke entwickelt wurden. Eines hat die Envaya-Lautsprecherfamilie aber gemein: sie wurde speziell für die entworfen, die viel unterwegs sind und dabei gern Musik in hochwertiger Soundqualität hören möchten. Die robuste Konstruktion aus Polymer und strapazierfähigem Gewebe soll auch kleinere Unfälle und Stürze verzeihen, die Envayas sind zudem staub- und wasserdicht und bieten ideale Voraussetzungen – ganz egal, ob auf der nächsten Party, neben der Badewanne oder während des Urlaubs am Strand.

Klangvolles, schickes Trio

Auch wenn in diesem Test der Envaya Pocket besonders unter die Lupe genommen wird, noch ein paar Worte zu den beiden großen Brüdern: Das Spitzenmodell Envaya eignet sich optimal für den Einsatz in der Küche oder im Wohnzimmer und verspricht genug Leistung um höhere Pegel auch in größeren Räumen bereitzustellen. Dabei ist der Bluetooth-Lautsprecher mit seinen 750 Gramm immer noch kompakt genug, um mühelos in den Garten oder Stadtpark mitgeführt zu werden. Das mittlere Mitglied der Wireless-Lautsprecherfamilie, der Envaya Mini, soll beispielsweise Badezimmer, Hobbyraum oder Büro – also generell kleinere Räume – klangtechnisch versorgen. Der Envaya Pocket, um den es in diesem Test gehen soll, ist für die alltäglichen Abenteuer gedacht, mit seinen geringen Abmessungen kann man ihn problemlos überall hin mitnehmen. Dazu gleich mehr…
Stellt sich noch die Frage: Was kostet das Trio aus Japan? Der Envaya ist für 199 Euro zu haben, der Mini für 149 Euro und der Pocket für gerade einmal 99 Euro. Die drei Speaker gibt es heute wahlweise in einer komplett schwarzen Version mit Stoffbespannung oder alternativ in einem grau-schwarz gestreiften Design.

Der Envaya Pocket (liegend) im Vergleich zu seinen Geschwistern der Denon-Bluetooth-Familie.

Pocket: Klein und ziemlich fein

Der lediglich 16 Zentimeter lange Bluetooth-Speaker wurde für den tagtäglichen Gebrauch entworfen, heißt es von Denon. Und tatsächlich: Seine Maße und sein Gewicht von nur 390 Gramm sind optimal, um den Lautsprecher immer und überall dabei zu haben – egal, ob drinnen oder draußen. Optisch macht der kleine Lautsprecher ebenfalls an jedem Ort eine gute Figur. Das gilt übrigens sowohl für das schwarze Modell wie für die grau-schwarz-gestreifte Variante. Der Envaya Pocket kommt lässig und sportlich daher und präsentiert sich gleichermaßen edel. So sorgt er im modernen Bad oder im Design-Wohnzimmer locker für die entsprechende Beschallung. Ein netter Eyecatcher ist die Stoffbespannung, die sich fast vollständig um den Lautsprecher zieht. Ein optisches Highlight, das sich zudem toll anfühlt.
Besagtes Design schaut gut aus, umfasst aber auch einen hohen Gewebeanteils. Ein Problem soll das im Outdoor-Einsatz aber nicht darstellen, sagt der Hersteller. Der Kleinste Sproß der Envaya-Familie soll tatsächlich in jedes Umfeld mitgenommen werden können. Das verspricht, neben seiner robusten Konstruktion, auch die sogenannte IP67-Klassifikation. Das heißt: der Pocket ist wasser- und staubdicht und soll bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von einem Meter im Wasser ausharren, ohne dass er dabei Schaden nimmt. Um dies zu gewährleisten, können alle Steckverbindungen mit Kappen abgedeckt werden. Andere Lücken sind durch Dichtungen geschlossen und das Chassis wasserdicht gefertigt. So kann keine Flüssigkeit in das Gerät eindringen.

Die USB-Ladebuchse und der 3,5-Millimeter Audio-Ausgang sitzen unter der schützenden Klappe in der Gehäuserückseite des kleinen Bluetooth-Speakers.

Der Kleine passt sich an

Wie bereits erwähnt, ist der Envaya Pocket mit einer Länge von etwa 16 Zentimetern in etwa so hoch wie ein Schnurlos-Telefon. Jeweils knapp sechs Zentimeter dick und tief, bildet er ein schlankes und nach hinten leicht verjüngtes Rechteck mit gerundeten Kanten. Eine Form, die dem Envaya Pocket variable Einsatzmöglichkeiten bietet: auf vier kleine Gummi-Füßchen gestellt, kann der Lautsprecher flach hingelegt werden. Vor allem auf Wiesen und steinigen Flächen ist so für einen optimalen Stand sorgt. Auf ebenen Untergründen lässt er sich aber auch aufrecht hinstellen.
Auf der rechten Seite der kleinen Box finden sich die übersichtlich angeordneten Bedienelemente, bestehend aus nur fünf Tasten: An/Aus, lauter, leiser, Bluetooth und ein Anrufbutton. Über letzteren kann man den Pocket ganz einfach als Freisprechanlage nutzen und mit Hilfe des integrierten Mikrofons ganz einfach Telefongespräche führen. Dazu muss das eigene Smartphone nur über Bluetooth mit dem Envaya Pocket verbunden werden – schon ist alles startklar. Um Anrufe entgegen zu nehmen genügt ein Druck auf die Taste mit dem Hörersymbol. Ein weiteres Feature: Als iPhone-Besitzer kann man über den Denon Envaya Pocket auch mit der Sprach-Assistentin „Siri“ Kontakt aufnehmen. Dafür halten Sie den Telefonknopf am Envaya Pocket gedrückt und Siri wird aktiviert.
Die Ausstattung ist üppig, der Lieferumfang dieses Bluetooth-Speakers dagegen übersichtlich gehalten. Das mitgelieferte Zubehör reicht aber locker aus, es ist alles dabei, was man braucht. Neben dem kleinen Hauptdarsteller wäre dies ein USB-Ladekabel, eine Handschlaufe sowie ein Quick Guide, den man eigentlich nicht benötigt, da Handhabung und Bedienbarkeit wirklich einfach und selbsterklärend daherkommen.

Das Bedienfeld sitzt unauffällig in der rechten Aussenseite des Envaya Pocket.

Musikgenuss via Bluetooth

Nun aber zu der Funktion, für die der Envaya Pocket eigentlich entwickelt wurde: der kabellose Musikgenuss. Bevor es losgeht, sollte der Lautsprecher aber zunächst aufgeladen werden. Dazu wird die Klappe auf der Rückseite geöffnet, die den entsprechenden USB-Port preis gibt. Mit Hilfe des mitgelieferten USB-Ladekabels wird der Envaya Pocket hier mit Strom versorgt. Bereits nach etwa drei Stunden ist der Akku auch schon voll. Um das Gerät einzuschalten muss der Power-Knopf nun einen Moment durchgängig gedrückt werden. Folgt ein Signalton und die LED rechts an der Front leuchtet weiß, ist der kleine Denon auch schon aktiv. In diesem Zusammenhang ein kleiner Kritikpunkt: Die Tasten des Pocket sind etwas schwergängig, was offensichtlich an dem sehr stabilen, aber nicht sonderlich flexiblen Polymer liegt. Wird der Knopf gedrückt, sinken die Tasten nicht ein. So ist es schwer erkennbar, ob der Befehl von außen tatsächlich ins Innere übertragen wurde. Überdramatisch ist dieser Umstand aber nicht, mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wie fest und wie lange die einzelnen Knöpfe gedrückt werden müssen.
Ist das Gerät dann eingeschaltet, befindet es sich in der Regel auch direkt im Verbindungsmodus. Sollte das nicht der Fall sein, genügt ein kurzer Druck auf die Bluetooth-Taste und die blinkende LED signalisiert Paarungsbereitschaft. Jetzt muss nur noch Bluetooth auf dem mobilen Endgerät aktiviert werden. Aus der anschließend erscheinenden Liste aller verfügbaren Spielpartner wird nun „Denon Envaya Pocket“ gewählt und beide Geräte koppeln sich automatisch. Jetzt steht der kabellosen Musikwiedergabe nichts mehr im Weg.

Schick und sehr leicht: Der kleine Denon-Bluetooth-Speaker bringt gerade einmal 390 Gramm auf die Waage und verspricht bis zu 10 Stunden durchgängigen Musikgenuß.

Drinnen und draußen

Die Sonne scheint, also geht’s für den Test raus an die frische Luft: Grillen, Entspannen auf dem Balkon, Gartenarbeit – da ist musikalische Untermalung immer gerne gesehen bzw. gehört. Die Imagine Dragons dürfen nun die Soundqualität des Envaya Pocket auf Herz und Nieren ausreizen. Mit „Thunder“ startet es dann ziemlich druckvoll. Bereits mit dem ersten Ton breitet sich die Stimme von Lead-Sänger Dan Reynolds über der kompletten Terrasse aus. Der Gesang steht deutlich im Vordergrund, die instrumentale Unterstützung der US-amerikanischen Rockband aus Las Vegas wirkt recht minimalistisch, ab und zu ein wenig düster. So soll es auch sein, also alles ok. Das gesamte Klangbild wird absolut ehrlich reproduziert. Mit „Believer“ geht es anschließend weiter. Auch hier spielt der kleine Denon überraschend groß auf. Angefangen bei den druckvollen Drums-Intro bis hin zum eingängigen, leicht getragenen Refrain wird der Sound straff zu Gehör geliefert. Keine Spur von Dosenklang, nervigem Gewummer oder undurchsichtiger Soundpampe. Im Gegenteil, der Envaya Pocket spielt schlank, dabei aber knackig und absolut durchsichtig. „Whatever It Takes“ mit seinem Mix aus Rap-Elementen und gesungenen Passagen klingt als nächstes durch den Garten. Auch hier spielt unser Testgast dynamisch, agil und dennoch – entsprechend zur Test-Location – schön luftig. Übrigens kann man mit dem Pocket lange an der frischen Luft bleiben, je nach Lautstärke reicht eine Akkuladung locker für zehn Stunden Dauerbeschallung. Sucht man zwingend nach einem klanglichen Kritikpunkt, könnte man anmerken, dass der Sound zwischenzeitlich ein wenig mehr Bass und Tiefe vertragen könnte. Das würde aber wieder etwas mehr Volumen und ein größeres Gehäuse erfordern, wobei sich dann einer der beiden größeren Geschwister des Envaya Pocket empfehlen wurde. Kurz gesagt: für seine kompakten Abmessungen spielt mein Testgast aus Japan richtig groß auf.

Dank IP67-Klassifikation lässt sich der Emvaya Pocket auch in Feuchträumen betreiben.

Nachdem der Kleine Denon draußen durchaus überzeugt hat, darf er nun drinnen zeigen, was in ihm steckt. Im Badezimmer platziere ich ihn in der Nähe der Badewanne. Falls es hier zu Wasserkontakt kommt, macht das dem Bluetooth-Speaker laut Hersteller ja nichts aus – er soll ja eine halbe Stunde in bis zu einem Meter tiefen Wasser „überleben“. Im Nassen landet er in meinem Test zwar nicht, es passiert aber was anderes, und – das möchte ich betonen – tatsächlich nicht mit Absicht: Zunächst suche ich den Titel „Hero“ der US-amerikanischen Indie-Pop-Band Family of the Year aus der Playlist. Das Gitarrenintro ist zart, ebenso die Stimme von Sänger Joseph Keefe. Eine Performance, die sauber und ausgewogen aus dem Lautsprecher dringt und prompt für einen Anflug von Gänsehaut sorgt. Ich lausche dem Song, der im Anschluß immer mehr an Tempo zulegt, um zum Ende hin wieder in seine ganz eigene Melancholie zurückzufallen. Dröhnende Bässe sucht man hier ebenso vergebens wie im ersten Testabschnitt. ,Der Envaya Pocket ist kein Aufreger, sondern Feingeist. Folglich kommt er mit dieser leiseren Art von Musik klanglich auch bestens zurecht. Einen vergleichsweise kleinen Raum wie ein Bad füllt er akustisch dennoch wunderbar aus. Obwohl ich den Denon auch draußen schon gehört habe, wundere ich mich, welch voluminöser und durchzugsstarker Sound aus diesem kleinen Lautsprecher dringt. Und dann passiert es: Bei den letzten Tönen von „Hero“ drehe ich mich um, stoße gegen die Denon-Box, die aus etwa einem Meter Höhe herunter auf den Fliesenboden knallt. Während ich mich erschrecke und den Test gedanklich schon abschreibe, spielt der kleine Lautsprecher vom Boden aus unbeeindruckt und ohne sichtbare Beschädigung weiter. Denon hat offensichtlich nicht zu viel versprochen: Der Envaya Pocket kann wirklich so richtig was ab …

Das Textilkleid des Envaya Pocket schaut gut aus, ist auch auch robust und praktisch.

Fazit

Optisch wohlproportioniert wirkt der Denon Envaya Pocket samt Stoffbespannung gleichermaßen lässig, cool und edel. Robust ist er auch, Wasserspritzer und Stöße steckt er locker weg. Dank seines Mini-Formats findet er nahezu überall ein schönes Plätzchen, mit gerade einmal 390 Gramm Gewicht lässt er sich zudem locker in der Hand- oder Sporttasche transportieren. Egal, ob drinnen oder draußen, gemessen an seiner Größe und seinen Preis, liefert der Denon zudem einen tollen, ehrlichen und dynamischen Sound. Die üppige Ausstattung und das gelungene Designkonzept runden das attraktive Angebot ab und machen ihn zu einem echten Preistipp.

Test & Text: Sonja Bick
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

92 %

98 %

95 %

180513.Denon-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Denon
Envaya Pocket
Produktkategorie:Bluetooth-Lautsprecher
Preis:99,00 Euro
Ausführungen:- schwarz
- schwarz/grau
Vertrieb:Denon, Nettetal
Tel.: 02157 / 1208-0
www.denon.de
Abmessungen (BTH):163 x 56 x 58 mm
Gewicht:390 Gramm
Anschlüsse:- 3,5 Miniklinke (AUX)
- Bluetooth (aptX)
- USB (nur Ladefunktion)
Bluetooth-Reichweite:bis zu 10 Meter
Chassis:- 2 x 40-mm-Breitbänder
- 1 Passiv-Tieftöner (40x83mm)
Akkulaufzeit:mind. 10 Stunden
Aufladezeit:ca. 3 Stunden
Lieferumfang:- Denon Envaya Pocket
- USB-Ladekabel
- Handschlaufe
- Anleitung
Besonderheiten:+ Wasser- und Staubschutz
+ kabellose Zuspielung
+ sehr gute Verarbeitung
+ starker Akku
+ vollumfängliche Bedienung am Gerät
+ erstaunliche Grundtondynamik
+ Freisprechfunktion
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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