von

Redakteur

 

Wenn Denon frische Produkte für Einsteiger vorstellt, lohnt sich der genaue Blick auch für ambitionierte HiFi-Freunde. Die Komponenten des japanischen Traditions-Unternehmens überzeugen erfahrungsgemäß mit beständig hoher Qualität und hervorragendem Klang. Diesen Ruf soll die neue NE-Serie mit Verstärker, Netzwerk-Player und CD-Player bestätigen.

So edel kann die Mittelklasse aussehen: Denons 800NE-Serie überzeugt klanglich wie optisch.

So edel kann die Mittelklasse aussehen: Denons 800NE-Serie überzeugt klanglich wie optisch.

 

Für diesen Test stellen sich also gleich drei Mitglieder aus Denons neuer NE-Serie bei uns vor. Die HiFi-Kette besteht aus dem Verstärker PMA-800NE, dem Netzwerk-Player DNP-800NE (UVP jeweils 499 Euro) und dem CD-Player DCD-800NE (399 Euro). Ihre verwandtschaftliche Verbundenheit steckt dementsprechend schon im Namen. Die Abkürzung NE steht für „New Era“ und damit stellvertretend für das moderne HiFi-Zeitalter. Bei Denon weiß man, wovon man spricht. Mit der über 100-jährigen Unternehmensgeschichte haben die Japaner so ziemlich jede Phase der HiFi-Entwicklung mitgemacht bzw. sogar mitgestaltet. Angefangen hat es mit der LP und dem Grammophon, inzwischen umfasst HiFi aber auch die vielfältigen Möglichkeiten, die Netzwerklösungen und das Internet anbieten.

Streaming-Dienste, Multiroom, Sprachsteuerung – der Fortschritt der letzten Jahre hat viel bewirkt. In Kombination mit der von Denon gewohnt hohen Qualität ist die NE-Serie aber nicht nur für Einsteiger geeignet, obwohl die einzelnen Komponenten preislich durchaus in dieser Klasse anzusiedeln sind. Die Erkenntnisse aus der Entwicklung für Denons High-End-Komponenten fließen im Zuge des Technologie-Transfers eben auch in die günstigeren Zweige der Produktpalette ein. Das gilt sogar für die optische Erscheinung, die sich unter Verwendung hochwertiger Materialien ebenfalls an den edlen Kreationen für hohe Ansprüche orientiert. So sieht die NE-Serie überhaupt nicht mehr nach Einstiegsklasse aus …

High-End-Design in der Mittelklasse

Für die neue Zeitrechnung wählt Denon einen insgesamt modernen, aber auch zeitlosen Look. Farblich ist mit Schwarz und Silber die klassische HiFi-Palette verfügbar, unsere Testgeräte in Silber offenbaren bei passenden Lichtverhältnissen sogar einen feinen Hauch von Gold. Ein sehr hübsches Detail! Die Front präsentiert sich unabhängig von der Ausführung in gebürstetem Aluminium und als sehr ansehnliches Gesicht für die NE-Serie. Die leichte Wölbung im oberen Bereich sorgt je nach Lichteinfall für schimmernde Schattierungen – ein eleganter Ausweg aus dem „platten“ Allerlei.

Die Farbpalette bietet neben Schwarz auch die Ausführung "Premium Silber" - mit leichtem Gold-Touch.

Die Farbpalette bietet neben Schwarz auch die Ausführung “Premium Silber” – mit leichtem Gold-Touch.

Im Zentrum des Verstärkers thront ein massiver Drehregler, bei den beiden Zuspielern nimmt jeweils ein schwarz hinterlegtes Display den prominenten Platz ein. Der Netzwerk-Player verfügt über eine etwas größere und noch detaillierte Anzeige als der CD-Spieler, der allerdings ebenfalls alle wichtigen Informationen in sauberer Schrift präsentiert. Überhaupt ist die Verarbeitung der NE-Komponenten wie gewohnt exzellent. Sämtliche Ecken der Front und sogar die kleinsten Druckknöpfe des Verstärkers sind sorgfältig abgerundet. Die größeren Bedienelemente sorgen dank einer filigranen Riffelung von sehr hoher Anfassqualität und der homogenen Materialauswahl für ein sehr harmonisches Gesamtbild. Selbst Akzente wie zum Beispiel polierte Flächen oder Kanten fallen relativ zurückhaltend und damit sehr edel aus. Aufgrund der Optik würde daher wohl kaum jemand die NE-Serie als Einsteiger-Reihe klassifizieren.

Deutlich dezent

Die Beschriftungen sind allesamt sehr dezent gehalten, bleiben allerdings mühelos lesbar. Nach fieberhafter Suche nach einem Makel ist uns lediglich der Ring des Steuerkreuzes am Netzwerk-Player aufgefallen, dessen innere Kante im Vergleich zu den übrigen Bedienelementen etwas rau wirkt. Kein Drama, denn erstens scheint das kein „serienmäßiges“ Problem zu sein und zweitens gibt es ja auch genug andere Bedien-Möglichkeiten des DNP-800NE – dazu aber später mehr. Zunächst lösen wir den Blick von der hübschen Außenhülle der NE-Komponenten und nehmen ihr Innenleben genauer in Augenschein.

Die Verarbeitung der 800NE-Komponenten ist wie immer bei Denon außerordentlich sorgfältig ausgeführt.

Die Verarbeitung der 800NE-Komponenten ist wie immer bei Denon außerordentlich sorgfältig ausgeführt.

Das Beste ist gerade gut genug

Grundsätzlich zeichnet sich die NE-Serie wie alle Denon-Komponenten durch einen hochwertigen Aufbau aus. Dazu gehört natürlich ein vibrationsbeständiges Metall-Gehäuse. Unter anderem sitzt der Transformator des Verstärkers auf einer eigenen Trägerplatte aus Stahl, die Vibrationen reduziert. Zudem sorgen massive Standfüße für sicheren Halt. Ebenso sorgfältig erfolgt die Auswahl der Bauteile im Inneren. Die stellen  schließlich im Idealfall einen sauberen Signalweg sicher, der in einen möglichst reinen Klang mündet. Genau so sieht es in den NE-Komponenten aus. Die klaren Strukturen sind offensichtlich, das Innenleben der 800NE-Geschwister macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. Das lässt zunächst vermuten, dass die Ausstattung zwangsläufig übersichtlich ausfällt – aber weit gefehlt.

Verstärker PMA-800NE: Clever konstruiertes Kraftpaket

Der PMA-800NE ist nicht nur das Fundament unseres Trios, er ist auch die in allen Belangen umfangreichste physische Erscheinung. Grundsätzlich ist der Verstärker primär als Nachfolger des PMA-720AE konzipiert, einem ebenfalls preisgünstigen Modell. Wie eingangs erwähnt setzt Denon bei seinen Einsteiger-Serien aber auch gerne auf den Technologie-Transfer aus den hochpreisigen Produkt-Familien. Der PMA-800NE hat demzufolge auch ein High-End-Vorbild, nämlich den PMA-2500NE. Der hat in unserem Test (sowie eine Reihe von Kollegen) überzeugt, er schlägt allerdings auch mit rund 2.000 Euro mehr zu Buche. Umso schöner, dass sich einige seiner Vorzüge im PMA-800NE wiederfinden. Dessen Ausstattung hat im Vergleich zu seinem Vorgänger einen gehörigen Zeitsprung gemacht, die sich vor allem in einer sehenswerten Digitalsektion bemerkbar macht.

Große Anschlussvielfalt: Der Vollverstärker PMA-800NE macht dieser Bezeichnung alle Ehre.

Große Anschlussvielfalt: Der Vollverstärker PMA-800NE macht dieser Bezeichnung alle Ehre.

Neben dem USB-Port in der Front stehen rückseitig gleich vier Eingänge zur Verfügung, die sowohl drei optischen Digital- als auch einem Koaxialkabel Zutritt zum Verstärker verschaffen. Dadurch ist der PMA-800NE selbstredend mit einem Digital-Analog-Wandler bestückt, der die Wiedergabe von Hi-Res-Dateien mit bis zu 192 kHz/24 Bit ermöglicht. Ein besonderer Clou: Wer den Verstärker lieber in einer rein analogen Wiedergabekette betreibt, kann die komplette Digital-Sektion abschalten und damit Interferenzen minimieren. Ein durchaus anzunehmendes Szenario, da sich auch die Analog-Sektion sehr anschlussfreudig zeigt.

Anschluss auch für Plattenspieler

Neben einem Ausgang stehen eingangsseitig gleich fünf Paar Cinch-Anschlüsse bereit, darunter auch ein Phono-Anschluss. Der zu diesem Zweck integrierte Vorverstärker unterstützt sowohl MC- als auch MM-Tonabnehmer. Für Lautsprecher sind zwei Paar hochwertige Schraubklemmen auf der Rückseite des Verstärkers untergebracht. So ist neben dem klassischen Single-Wiring auch der Anschluss von zwei Paar Lautsprechern möglich. Die beiden Zonen können per Knopfdruck gemeinsam oder getrennt aktiviert werden. Dementsprechend ist auch der Betrieb eines Boxen-Paares per Bi-Wiring möglich. Alternativ kann selbstverständlich ein Kopfhörer angeschlossen werden. Dafür steht ein gut zugänglicher 6,3-Millimeter-Anschluss in der Front zur Verfügung.

Der PMA-800NE kann wahlweise ein Lautsprecher-Paar per Single- oder Bi-Wiring betreiben oder gleich zwei Stereo-Sets mit Signalen versorgen.

Der PMA-800NE kann wahlweise ein Lautsprecher-Paar per Single- oder Bi-Wiring betreiben oder gleich zwei Stereo-Sets mit Signalen versorgen.

Leistung hat der PMA-800NE in jedem Fall genug zu bieten, konkret sind es 85 Watt pro Kanal (an 4 Ohm). Der Verstärker greift dabei auf den Denon Advanced High Current Transistor, kurz AHC, zurück. Dabei handelt es sich um einen Hochstrom-Leistungstransistor mit Gegentaktschaltung, die zu einem höheren Wirkungsgrad als eine Eintaktschaltung führt. Durch das Prinzip soll der PMA-800NE seine hohe Musikalität mit gleichfalls hoher Leistung kombinieren, um einen besonders hochwertigen Klang zu erreichen.

Netzwerk-Player DNP-800NE: Das Tor zur digitalen Welt

Innerhalb der NE-Serie ist der DNP-800NE sozusagen der Schlüssel zur namensgebenden „New Era“. Der mit dem Digital-Analog-Wandler PCM1795 von Burr Brown ausgestattete Netzwerk-Player öffnet das Tor zur Streaming-Welt und zum Internet. Die digitale Quellenvielfalt ist enorm und reicht von Dateien im Heimnetzwerk oder auf USB-Speichermedien bis hin zu Online-Diensten wie Spotify, Amazon Music, Napster und Co. Das Internetradio rundet die große Palette ab, die auch die drahtlose Kopplung via Bluetooth oder AirPlay ermöglicht. Dabei verarbeitet der DNP-800NE neben den fast schon klassischen Formaten wie MP3 auch die verlustfreien Varianten ALAC, WAV und FLAC HD mit bis zu 192 kHz/24 Bit sowie DSD-Dateien mit 2,8/5,6 MHz.

Der Netzwerk-Player DNP-800NE bietet Zugriff auf nahezu alle modernen HiFi-Quellen.

Der Netzwerk-Player DNP-800NE bietet Zugriff auf nahezu alle modernen HiFi-Quellen.

Die Wiedergabe der verlustfreien Dateiformate erfolgt „gapless“, also ohne Pause zwischen den einzelnen Titeln. Zudem ist der DNP-800NE mit Denons neuester Wellenform-Reproduktionstechnologie ausgerüstet. Hinter dem Wortungetüm, das auch unter dem nicht minder kryptischen Namen „Advanced AL32 Processing Plus“ bekannt ist, verbirgt sich eine besondere Signalverarbeitung. Diese sorgt mithilfe von Interpolations-Algorithmen dafür, dass bei der digitalen Aufzeichnung verlorene Daten ausgeglichen werden. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine „Anti-Falten-Creme“ für die Musik. So werden die Dateien quasi geglättet und klingen wesentlich detailreicher und originalgetreuer als ohne diesen „Wellness-Faktor“.

Mit Multiroom und Smartphone-Steuerung

Dem ganz persönlichen Komfort zuträglich ist die Option, den DNP-800NE per Smartphone zu steuern. Das geschieht über die HEOS-App (später mehr dazu) für das Multiroom-System von Denon. Auf diese Weise kann der Netzwerk-Player auch mit anderen HEOS-Geräten kombiniert werden und raumübergreifend aufspielen. Beachten sollte man dabei allerdings, dass der DNP-800NE keine Audio-Eingänge besitzt (abgesehen vom USB-Port) und dementsprechend keine kabelgebundenen Quellen (wie CD-Player oder Plattenspieler) in den Multiroom-Verbund einbinden kann – er ist eben ein Streaming-Spezialist. Diese Qualitäten muss er allerdings nicht immer mit Spielpartnern teilen. Wer Musik lieber im „kleinen Kreis“ hören möchte, kann auch (wie am Verstärker) ganz klassisch einen Kopfhörer per 6,3-Millimeter-Klinkenstecker direkt an den DNP-800NE anschließen.

Der DNP-800NE verschafft der Denon-Serie Zutritt zur modernen Streaming-Welt.

Der DNP-800NE verschafft der Denon-Serie Zutritt zur modernen Streaming-Welt.

CD-Player DCD-800NE: Teamplayer mit hohen Ambitionen

Für Kopfhörer ist der CD-Player nicht besonders empfänglich, ihm fehlt ein entsprechender Port. Kein Wunder, der DCD-800NE ist als echter Teamplayer konzipiert. Auch Lautsprecher finden hier (wie beim Netzwerk-Player) keinen direkten Anschluss, dafür steht ihnen schließlich der Verstärker der NE-Serie zur Seite. Die Brücke zwischen den beiden Komponenten schlägt wahlweise ein analoges Stereo-Cinch-Kabel oder alternativ eine der beiden digitalen Optionen. Jeweils ein koaxialer und ein optischer Digital-Ausgang sind vorhanden.

Eingangsseitig verfügt der DCD-800NE natürlich über ein hochwertiges CD-Laufwerk, kann allerdings auch via USB-Eingang mit Quellmaterial (auch Hi-Res) versorgt werden. Hier haben wir also eine Parallele zum Netzwerk-Player, sodass man nicht zwangsläufig auf alle drei Geräte unserer HiFi-Kette angewiesen ist. Der USB-Port ist allerdings nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden NE-Geschwister. Wie der DNP-800NE verfügt auch der CD-Player über den erwähnten „Wellness-Faktor“, die Signalverarbeitung für Hi-Res-Dateien. Zudem sorgen die kurzen Signalwege für maximale Transparenz, da Interferenzen zwischen den beiden Stereo-Kanälen reduziert werden. Mit dem Pure-Direct-Modus ist deshalb ein unverfärbter, reiner Sound möglich – mit nur einem Knopfdruck auf der selbstverständlich mitgelieferten Fernbedienung.

Der CD-Player der NE-Serie konzentriert sich fast ausschließlich auf seine primäre Musikquelle.

Der CD-Player der NE-Serie konzentriert sich fast ausschließlich auf seine primäre Musikquelle.

Schnell startklar

Das Aktivieren der einzelnen Betriebsmodi geht generell schnell von der Hand. Das gilt auch für den Anschluss und die Einrichtung der NE-Serie. Am meisten Zeit – was in dem Fall allerdings auch nur einigen Minuten entspricht – entfällt noch auf den Netzwerk-Player DNP-800NE. Hier werden schließlich nicht nur ein paar Kabel eingesteckt, der Player möchte logischerweise auch ins Heimnetzwerk eingebunden werden. Das geschieht wahlweise per LAN-Kabel oder eben drahtlos übers WLAN. Das ist zum Beispiel über die WPS-Taste am Router oder die manuelle Passworteingabe im Display-Menü möglich.

Damit nicht genug, per WLAN und IR-Steuerung (das Kabel ist im Lieferumfang enthalten) lässt sich die HiFi-Kette anschließend auch sehr komfortabel per Smartphone steuern. Dafür wird lediglich die kostenlose HEOS-App benötigt. Die Einrichtung erfolgt allerdings nicht wie bei den übrigen HEOS-Geräten per „Connect“-Taste, die gibt es am Netzwerk-Player nämlich nicht. Also legen wir das Smartphone mit der aktiven HEOS-App noch einmal zur Seite und starten zum Zeitvertreib per Display-Menü das Internet-Radio. Anschließend greifen wir zum Quick-Start-Guide, der zum Thema HEOS allerdings auch nicht besonders viel hergibt. Während wir noch etwas verwundert darin blättern, fällt uns aber plötzlich auf, dass die Smartphone-App den spielenden DNP-800NE schon von selbst erkannt hat. Problem gelöst und das ganz ohne eigenes Zutun – so gefällt uns das. Apropos ohne Zutun: Wer im Besitz eines „Amazon Echo“-Gerätes ist, kann mithilfe des HEOS Home Entertainment Skills sogar per Sprachsteuerung mit dem Denon-Player interagieren.

Der Netzwerk-Player der 800NE-Serie ist auch multiroom-fähig und daher per Smartphone-App steuerbar.

Der Netzwerk-Player der 800NE-Serie ist auch multiroom-fähig und daher per Smartphone-App steuerbar.

Damit die Steuerungs-Befehle – auf welchem Weg auch immer sie den DNP-800NE erreichen – hörbare Resultate liefern, fehlt in der Wiedergabekette natürlich noch ein Kopfhörer oder ein Paar Lautsprecher. Diese werden selbstredend am Verstärker PMA-800NE angeschlossen. Wir entscheiden uns hier für die bereits getesteten Standlautsprecher Polk Audio Signature S50e. Die amerikanischen Schallwandler passen nicht nur aufgrund ihrer Preisklasse hervorragend zur Denon-Serie, sondern verfügen ebenfalls über die Möglichkeit zum Bi-Wiring. Ein paar Handgriffe später sind die Kabel fest verbunden und es wird Zeit für den Praxistest.

Detailverliebt und unbestechlich

Passend zur Herkunft der Lautsprecher macht die US-Band „The Ataris“ per CD den Auftakt unserer Hörsession. Schon mit den ersten Klängen von „The Boys Of Summer“, einer Cover-Version des Songs aus den 80ern, breitet sich die wunderbar ehrliche Atmosphäre aus. Die Denon-Kombi versucht nämlich erfreulicherweise nicht, den etwas unsauberen, aber eben auch sehr authentischen Charakter einer Garagen-Band zu kaschieren. Hier darf dreckige Musik auch noch genau so klingen, was ja nichts Schlechtes ist. Ganz im Gegenteil, so ist es sogar ideal.

Bei aller Liebe zum kabellosen Streaming hat die 800NE-Serie auch noch ein Herz für die CD.

Bei aller Liebe zum kabellosen Streaming hat die 800NE-Serie auch noch ein Herz für die CD.

Ehrliche Musik ist schließlich ein goldenes Handwerk und weitaus wertvoller als der austauschbare Autotune-Allerweltsbrei. Letzterer ist nun mal keine Herausforderung für ein HiFi-Setup, das Zeug kann man auch per Smartphone-Headset hören. Sobald aber Emotionen geweckt werden sollen, zeigt sich die wahre Größe von HiFi-Komponenten. Bei Denon ist diese sehr ausgeprägt, auch in der relativ kompakten NE-Serie. Hier geht kein bisschen der dynamischen Energie verloren und man spürt, dass unser Test-Trio für die Musik gemacht ist – nicht nur für ihre gefühlskalte Wiedergabe.

Sauberer Klang mit Charakter

Besonders deutlich wird das bei Titeln, die ganz bewusst nicht auf Hochglanz poliert sind. Über den Netzwerkspieler streamen wir „Chop Suey!“ von System Of A Down vom NAS-Laufwerk. Das Stück hat es immerhin unter anderem zu einer Grammy-Nominierung gebracht und da wollen wir den Track auch der NE-Serie nicht vorenthalten. Schließlich bekommen wir damit ein besonders hübsches Chaos kredenzt, das idealerweise aber nicht danach klingt – zumindest wenn die HiFi-Kette der Herausforderung gewachsen ist. Im Falle der NE-Serie kristallisiert sich schnell heraus, dass das zutrifft. Das Stakkato des Titels klingt absolut perfekt ausbalanciert, weil kein einziges der vielen kleinen Details verloren geht. Dank der perfekten Staffelung bietet sich ein trotz aller Ecken und Kanten sehr rundes Klangbild, das „Chop Suey!“ aber nicht seines so unkonventionellen Charakters beraubt.

Die 800NE-Komponenten sind nicht nur sehr aufgeräumt gestaltet, sie behalten auch bei der Wiedergabe chaotischer Kompositionen den Überblick.

Die 800NE-Komponenten sind nicht nur sehr aufgeräumt gestaltet, sie behalten auch bei der Wiedergabe chaotischer Kompositionen den Überblick.

Emotionen auf der ganz großen Bühne

Dafür muss es allerdings nicht immer zwingend ein wilder Rocksong sein, die NE-Serie ist auch ruhigeren Klängen nicht abgeneigt. Mit Heather Nova und „Heart And Shoulder“ geht es uns nun vor allem um die Qualität im Hochtonbereich, schließlich hat die Sängerin eine weitaus höher angesiedelte Stimmlage zu bieten als Kris Roe und Serj Tankian. Einer solchen Herausforderung muss ein HiFi-System gewachsen sein – auf die perfekt aufeinander abgestimmte NE-Serie trifft das zu. Mit der präzisen Wiedergabe und absolut sauberer Detaildarstellung steht auch die ruhige Pop-Nummer ihren Vorgängern aus dem Rock-Genre in Sachen Emotionen und Authentizität in absolut nichts nach. Das entspannte Tempo führt dank der Begeisterungsfähigkeit der NE-Serie dabei keinesfalls zu Langeweile, stattdessen erfreut sich die Wiedergabe ausgesprochener Lebendigkeit.

Ebenso vital zeigt sich das Denon-Trio bei „Sanzen“ von Dredg. Die entsprechende Datei befindet sich auf meinem Smartphone und wird per Bluetooth an den DNP-800NE übertragen. Die Hoffnung auf eine stabile Verbindung erfüllt sich ohne Einschränkung und so dürfen wir völlig ungestört der Musik lauschen. Der immer etwas unkonventionell anmutende Charakter der Band aus Kalifornien weiß dank der NE-Serie besonders zu beeindrucken. Vor allem der Refrain wirkt mit einer geradezu detonierenden Atmosphäre und einer ausgesprochen voluminösen Bühne außerordentlich mitreißend. Da ist die Verlockung groß, den Drehregler des PMA-NE800 gleich ein wenig nach oben zu korrigieren. Gesagt, getan und schon wächst die Begeisterung noch weiter. Höhere Pegel stellen unsere Test-Kandidaten nämlich keinesfalls vor Probleme. Vielmehr sorgen sie dafür, dass sämtliche ihrer grandiosen Qualitäten noch intensiver zur Geltung kommen. Wer angesichts dieser Darbietung nicht in der Lage ist, Musik spürbar zu erleben, dürfte ein ernsthaftes Problem haben …

Die HiFi-Kette der kompletten 800NE-Serie füllt klanglich problemlos den Raum, benötigt dabei aber gar nicht mal so viel Platz.

Die HiFi-Kette der kompletten 800NE-Serie füllt klanglich problemlos den Raum, benötigt dabei aber gar nicht mal so viel Platz.

Fazit

Offiziell gehören die Mitglieder von Denons NE-Familie zur Mittelklasse, in der Praxis halten sie allerdings locker mit Komponenten aus dem gehobenen Segment mit. Der Technologie-Transfer aus den eigenen High-End-Modellen sorgt für eine ausgesprochen hohe Qualität, die sich sowohl in Hinblick auf die Ausstattung als auch die Optik eindrucksvoll niederschlägt. Die exklusive Material-Auswahl und der saubere und clever konstruierte Aufbau macht aus Verstärker, Netzwerk-Player und CD-Spieler eine perfekt aufeinander abgestimmte Einheit, die quasi keine Wünsche an ein modernes HiFi-System offen lässt. Zudem sorgen optionale Freiheiten wie die Steuerung per App oder Sprach-Assistent und die Multiroom-Kompatibilität innerhalb des HEOS-Universums für besonderen Komfort und ein wie immer hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 79/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

79

78

79

Technische Daten

Modell:Denon PMA-800NE
Gerätekategorie:Vollverstärker
Preis:499,00 Euro (UVP)
Ausführungen:- Schwarz
- Premium-Silber
Vertrieb:Sound United, Nettetal
Tel.: 02157 / 1208-0
www.soundunited.com
Garantie:- 2 Jahre
- 3 Jahre bei Registrierung
Abmessungen (HBT):122 x 434 x 307 mm
Gewicht:7,5 kg
Ausgangsleistung:- 85 W (4 Ohm)
- 50 W (8 Ohm)
Eingänge:5x Stereo-Cinch-Eingang
3x optischer Digitaleingang
1x Koaxial-Eingang
Ausgänge:1 x analog (Cinch)
2x Lautsprecher-Anschluss
1x Kopfhörer-Ausgang
Lieferumfang:- Denon PMA-800NE
- Fernbedienung inkl. Batterien
- Kurzanleitung
- Bedienungsanleitung auf CD-ROM
- Sicherheitshinweise
Pro und Kontra:+ edles Design
+ hochwertige Ausstattung
+ sehr sorgfältige Verarbeitung
+ präzise Detaildarstellung
+ Zwei-Zonen-Betrieb möglich

- kein USB-Anschluss
Benotung:
Klang (60%):79/80
Praxis (20%):78/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:79/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend
Modell:Denon DNP-800NE
Gerätekategorie:Netzwerk-Audioplayer
Preis:499,00 Euro (UVP)
Ausführungen:- Schwarz
- Premium-Silber
Vertrieb:Sound United, Nettetal
Tel.: 02157 / 1208-0
www.soundunited.com
Garantie:- 2 Jahre
- 3 Jahre bei Registrierung
Abmessungen (HBT):107 x 434 x 312 mm
Gewicht:3,9 kg
Unterstützte Formate:- MP3
- WMA
- AAC
- DSD
- FLAC
- ALAC
- WAV
Eingänge:- 1x USB (Front)
- Ethernet-Anschluss
- WLAN
- AirPlay
- Bluetooth
Ausgänge:- 1 x analog (Cinch)
- 1x optischer Digitalausgang
- 1x Kopfhörer-Ausgang
Lieferumfang:- Denon DNP-800NE
- Fernbedienung inkl. Batterien
- Cinch-Kabel
- IR-Steuerungskabel
- Antennen für WLAN/Bluetooth
- Kurzanleitung
- Bedienungsanleitung auf CD-ROM
- Sicherheitshinweise
Pro und Kontra:+ edles Design
+ hochwertige Ausstattung
+ sehr sorgfältige Verarbeitung
+ Advanced AL32 Processing Plus
+ HEOS-Multiroom-fähig
+ Steuerung per Smartphone-App

- keine „klassischen“ Audio-Eingänge
Benotung:
Klang (60%):79/80
Praxis (20%):78/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:79/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend
Modell:Denon DCD-800NE
Gerätekategorie:CD-Player
Preis:399,00 Euro (UVP)
Ausführungen:- Schwarz
- Premium-Silber
Vertrieb:Sound United, Nettetal
Tel.: 02157 / 1208-0
www.soundunited.com
Garantie:- 2 Jahre
- 3 Jahre bei Registrierung
Abmessungen (HBT):107 x 434 x 275 mm
Gewicht:4,5 kg
Eingänge:- 1x USB (Front)
Ausgänge:- 1 x analog (Cinch)
- 1x optischer Digitalausgang
- 1x koaxialer Digitalausgang
Lieferumfang:- Denon DCD-800NE
- Fernbedienung inkl. Batterien
- Cinch-Kabel
- Kurzanleitung
- Bedienungsanleitung auf CD-ROM
- Sicherheitshinweise
Pro und Kontra:+ edles Design
+ hochwertige Ausstattung
+ sehr sorgfältige Verarbeitung
+ Pure Direct-Modus
+ Advanced AL32 Processing Plus

- keine „klassischen“ Audio-Eingänge
- kein Kopfhörer-Anschluss
Benotung:
Klang (60%):79/80
Praxis (20%):78/80
Ausstattung (20%):78/80
Gesamtnote:79/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt