Mit seinem V8 vereint M&K die Wünsche anspruchsvoller Heimkino- und Musikfreunde nach einem kompakten und zugleich leistungsstarken Subwoofer. Der V8 ist klein, sehr gut verarbeitet, schnell, bei Bedarf brachial und überdies auch noch hochattraktiv im Preis.

Der V8 ist in mattweißem Schleiflack gehalten. Das und seine komakten Abmessungen machen ihn zum idealen Wohnzimmer-Woofer.

Seit mehr als vier Jahrzehnten steht Miller & Kreisel (M&K) für Kinogenuss der besonderen Art. Was nur wenige wissen: M&K präsentierte im Jahre 1976 das weltweit erste Satelliten-Subwoofer System. Seit dieser Zeit stehen die beiden großen Letter bis heute für höchsten Heimkinogenuss im professionellen wie privaten Bereich. Zur inzwischen langen Ahnenreihe gesellt sich auch die preislich hochinteressante V-Serie. Sie besteht aus drei Subwoofer-Modellen: Dem V12, dem V10 und meinem derzeitigen Testprobanden, dem V8.
Er ist der kleinste Sproß der V-Serie, was sich einfach von der jeweiligen Bezifferung herleiten lässt. Der V8 ist mit einem acht Zoll messenden Tieftonchassis bestückt, der V10 dementsprechend mit einem Zehnzöller usw.
Glaubt man der Herstellerbeschreibung, soll der V8 trotz ultrakompakter Abmessung in der Lage sein, sowohl als Bassgeber in einem Mehrkanalsystem, wie auch als Partner in einer Stereokonfiguration seinen Mann stehen. Man könnte diesbezüglich vielleicht meinen, dass dazu doch jeder Subwoofer gleichermaßen geeignet sein sollte. Doch so einfach ist das nicht. Schließlich liegt die Philosophie der M&K-Ingenieure darin mehr als nur brachiales Wummern in den Hörraum zu pumpen. Und während es im Heimkino zwischenzeitlich durchaus brachial und tief in den Basskeller gehen darf, sind unter audiophilen Stereo-Freunden auch andere Features gefragt. Beispielsweise wären das knackige, schnelle Kickbässe und ein dynamischer, kontrollierter Grundton. Subwoofer sind also ein komplexes Thema.
Hier kommt dann der V8 von M&K Sound ins Spiel, schließlich soll dieser exakt diese Eigenschaften besitzen. Ein Grund mehr also, den V8 mal in unseren Hörraum zu bestellen.

Das kleine Schild auf der Frontseite gibt Auskunft über die Typenbezeichnung. Diese verrät in der V-Serie wiederum etwas über den Durchmesser des Bass-Chassis.

Kleine Bauform, große Ausstattung

Zunächst wird der kleine Basswürfel mithilfe der zum Lieferumfang gehörigen, weißen Stoffhandschuhe aus seiner äußerst stabilen Umverpackung befreit. Als der V8 dann vor mir steht,, lasse ich einen ersten Blick schweifen. Geliefert wurde mir der V8 übrigens in weißem Seidenmatt. Alternativ ist er aber auch in tiefschwarzer Ausführung erhältlich. Der erste Eindruck ist wirklich klasse: Die scheinbar perfekt gerundeten Kanten des MDF-Gehäuses sind von einer äußerst feinen Lackierung überzogen. Selbst die feinsten Kanten und Rundungen sind sorgfältig verarbeitet.
In der Front befindet sich der mittig positionierte Acht-Zoll (20 Zentimeter) Tieftontreiber. Leider hält die mitgelieferte Stoffabdeckung nicht magnetisch, so sind die Öffnungen für die Halteclips der Abdeckung deutlich sichtbar. Aus meiner Sicht wäre es schöner gewesen, diese zumindest im Farbton des Gehäuses zu halten. Ich geben aber gern zu, dass diese Kritik auf einem sehr hohem Niveau fußt, da die weitere Verarbeitung für ein Gerät dieser Preisklasse tatsächlich überdurchschnittlich gut ist.
Auf der Gehäuserückseite ist dann das üppig ausgestattete Anschlussterminal eingelassen: Trennfrequenz, Phase und Lautstärke lassen sich hier stufenlos einstellen. Die vergoldeten Cinch-Anschlüsse für In- und Output dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen. Zu guter Letzt ist noch der Kippschalter mit der Bezeichnung „Auto on“ zu nennen. Steht dieser auf „on“, schaltet sich der Subwoofer ein, sobald ein Signal anliegt. Wird die Signalzufuhr gestoppt, so schaltet sich der Sub nach einigen Minuten selbstständig aus.
Unterseitig werden die mitgelieferten, großen und stabilen Gummifüße befestigt. Mit diesen wird der V8 an den Untergrund angekoppelt.

Die zum Lieferumfang gehörige Gewebeabdeckung wird in den dafür vorgesehenen Löchern in der Friont befestigt.

V8 richtig platzieren

Bevor es in den Hörstest geht, muss der V8 aber erstmal richtig in meinem rund 20 Quadratmeter großen Testkino platziert werden. Grundsätzlich gilt bei der Aufstellung, dass der Woofer nicht zu nah an der Wand oder in der Ecke stehen sollte. Eine wandnahe Aufstellung bewirkt zwar eine spürbare Erhöhung im Bass, kann aber auch zu Kontrollverlust und häufig zu unsauberem Dröhnen führen. Abgesehen davon gilt bei der Subwooferplatzierung oft das Prinzip „Trial and Error“. Dies bedeutet, dass ich die Position in kleinen Schritten verändere, bis ich den perfekten Aufstellungsort gefunden habe. Hier können einige Zentimeter schon Welten ausmachen. Oft stellt sich dabei übrigens heraus, dass sich der Subwoofer zwischen den Frontlautsprechern am wohlsten fühlt. Je nach Raumgeometrie kann aber auch eine seitliche Positionierung sinnvoll sein. Probieren Sie einfach mal mehrere mögliche Positionen aus. Die räumlichen Gegebenheiten spielen diesbezüglich eine entscheidende Rolle. Am Ende gilt aber immer: Erlaubt ist, was gefällt. Das gilt für ein Surround-System ebenso wie für ein 2.1-HiFi-Setup. In unserem Testkino mache ich aber immer wieder die besten Erfahrungen mit der Aufstellung des M&K-Woofers nahe der linken Standbox mit einem Wandabstand von knapp 50 Zentimetern. Ist der ideale Aufstellungsort gefunden, dreht man den Trennfrequenzregler voll auf. Die Einstellung der Übernahmefrequenz nimmt man anschließend idealerweise im AV-Receiver vor. Verfügt dieser über eine automatische Einmessung, wird einem auch dieser Schritt abgenommen.

Das Aktivmodul des M&K V8 ist mit allen wichtigen Reglern, Schaltern und Buchsen ausgestattet.

Let the Show beginn

Ist der V8 richtig platziert und hat er seine mehrstündige Einspielzeit hinter sich, kann er nun auch endlich den Hörtest starten. Wie immer, beginne ich auch diesmal mit meiner Lieblingsszene: Eine, die ich in meinen Tests nicht immer erwähne, obwohl sie hier jeder Proband sie durchlaufen muss. Hier zeigt sich dann auch sogleich, was mein Testgast so in sich hat. Was der M&K jetzt nämlich im Podrennen in „Star Wars – Episode 1“ leistet, haut mich sprichwörtlich vom Hocker. Die immer wiederkehrenden Motorengeräusche werden hier absolut präzise und zugleich auch so richtig voluminös dargestellt. In dieser Intensität habe ich diese Szene nur selten erlebt. Das gilt in gleichem Maße für die folgenden Explosionen, nachdem die Triebwerke an den Canyons zerschellen. Die Bassperformance ist hier so agil und raumfüllend, dass ich während dieser Szenen aufstehen muss um nachzusehen, ob ich meine beiden anderen Subwoofer tatsächlich ausgeschaltet sind. Der hier generierte Bass ist unglaublich, vor allem wenn man die kompakten Abmessungen bedenkt. Die anschließend fallenden Schüsse der Tuskenräuber sind dann genauso schnell weg, wie kamen. Auch das ist mehr als beeindruckend!

Sitzt die Abdeckung auf, ist die Schallwand vollständig verdeckt.

Druck in der Magengegend

Als nächstes geht es für den V8 in die berühmte Tankstellenszene aus „Terminator – Salvation“. Meine Ansprüche sind schließlich gestiegen, da der Sub bereits in meiner Königsdisziplin „Star Wars“ mehr als nur überzeugen konnte. Erwartungsgemäß werde ich dann auch hier nicht enttäuscht. Während sich sich die Protagonisten noch streiten, wer über die Vorräte verfügen darf, reißt der Mega-Roboter das Dach auf und greift nach einer Frau. Die akustische Szenerie füllt sofort meinen Hörraum, und ich versinke immer tiefer in meinem Kinositz. Die unglaubliche Präzision und der gleichzeitige Bass-Punch fesseln mich derart, dass ich immer tiefer in die Handlung gezogen werde. Dafür ist auch der inzwischen bis zu mir vorgedrungene Körperbass verantwortlich. Es geht zwar nicht soweit, dass mir die vielzitierten Hosenbeine flattern, aber in der Magengegend spüre ich den Bass allemal! Wow, so muss Heimkino sein! In diesem Zusammenhang eines noch zur Info: Die Lautstärke des V8 ist nicht einmal bei der Hälfte dessen eingestellt, was maximal geht. Aufgrund der geringen Größe des M&K ist das für mich mehr als eine Überraschung.

Das vorn platzierte Chassis mag vielleicht nicht wirklich groß sein, es sorgt aber für mächtig Druck im Hörraum.

Musikalisch ist der M&K V8 auch

Jetzt soll sich mein Testproband noch im Stereo-Einsatz beweisen. „Selfie“ von den Chainsmokers soll mir jetzt Auskunft über Dynamik und Präzision in der zweikanaligen Musikwiedergabe geben. Und auch das gelingt ihm, ohne auch nur den Hauch von Anstrengung verspüren zu lassen. Die hier erzeugte Energie gesellt sich perfekt zur breiten Stereobühne, die auch in der Tiefe gewinnt. Der vielzitierte Klangteppich ist hier dick aber nicht fett. Der Grundton ist warm und solide, zugleich aber pfeilschnell. Treffende Kickbässe scheinen wie aus dem Nichts aufzutauchen, bevor sie anschließend genauso schnell wieder verschwinden. Genial!!
Mit Eric Claptons „Tears in Heaven“ werden sämtliche Testeindrücke dann nochmal zum Testabschluss bestätigt. Zwar muss ich hier auf jegliche Kickbässe verzichten, weil sie im Song schlichtweg nicht vorhanden sind, dafür verpasst der V8 dem gesamten Geschehen einen wohligen Bassmantel – selbstverständlich ohne dass dabei etwas vom übrigen Klangbild überdeckt oder verschluckt wird. Ganz große Klasse!

Oft stellt sich die Positionierung im Frontbereich als ideal für Subwoofer heraus. So auch in unserem Test des M&K V8.

Fazit

Der M&K Sound V8 überzeugt mich in der Filmton-, wie in der Musikwiedergabe auf ganzer Linie und beweist, dass er ein wirkliches Multitalent ist. Optisch ist er sehr schön gemacht, zugleich bleibt er aufgrund seiner kompakten Maße aber eher unscheinbar. Klanglich imponiert der V8 dann durch seine unglaubliche Dynamik, hohe Präzision und ungeahnte Leistungsreserven. So lässt er sich sowohl im dedizierten Heimkino, als auch unauffällig im Wohnraum platzieren. Kurz zusammengefasst, ist der kleine M&K eine Empfehlung für anspruchsvolle Heimkino- und HiFi-Enthusiasten, die höchsten Wert auf Detailtreue, Kraft und Präzision legen. Und bei einem Preis von rund 900 Euro ist der V8 auch noch ein echter Preis-Leistungs-Geheimtipp!

Test & Text: Thomas Schumann
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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190528.M&K-Testsiegel

Technische Daten

Modell:M&K
V8
Produktkategorie:Aktiv-Subwoofer
Preis:um 900 Euro
Garantie:3 Jahre auf Elektronik,
5 Jahre auf Treiber
Ausführungen:- Weiss
- Schwarz
Vertrieb:Audio Reference, Hamburg
Tel.: 040 / 53320359
www.audio-reference.de
Abmessungen (HBT):340 x 260 x 290 mm
Gewicht:11 Kg
Tieftöner:- 200 mm (aktiv)
Leistung:- 250 Watt (Impulsleistung)
- 150 Watt (Sinus)
Bauart/Prinzip:geschlossen
Frequenzbereich:30 - 200 Hz
Tiefpass-Weiche: 60 - 200 Hz (regelbar)
Phaseneinstellung:0-180° (Drehregler)
Lieferumfang:- M&K V8
- Anleitung
- Netzkabel
- Abdeckung
- Weiße Baumwollhandschuhe
Pros und Contras:+ ultrakompakte Abmessungen
+ sehr gute Verarbeitung
+ einfache Aufstellung
+ impulsstarker Oberbass
+ enormes Volumen

- Abdeckung hält nicht magnetisch
Benotung:
Klang (60%):80/80
Praxis (20%):80/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:80/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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