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Redakteur
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Kompakte Maße, cooles Design und „Keep it simple“ als Konzept: Mit dem Cello verspricht Scheu Analog audiophile Performance zu einem attraktiven Preis. Dafür bürgen ein Aufbau in Acryl sowie eine Ausstattung mit einem Tonarm-Klassiker und einem hochwertigen Abtaster – doch letztlich sorgt ein feiner Faden dafür, dass es bei diesem Masselaufwerk rundläuft.

Der Scheu Cello Maxi präsentiert sich als modernes Masselaufwerk mit schlanker Optik.

Scheu Analog? Der Name ist Programm: Seit über dreißig Jahren ist der lange in Solingen und mittlerweile in Berlin beheimatet Hersteller als vorzüglicher Laufwerk-Spezialist etabliert – mit einem kleinen, aber feinen Portfolio für gehobene Ansprüche. Ins Scheusche Einsteigersegment gehört dabei der Cello, der trotz seiner grundlegenden Kategorisierung als Masselaufwerk überaus stylisch wirkt. Das liegt an seiner lichten und leichten Erscheinung: Dieser Brettspieler ist schlank konzipiert und in ansprechendem Acryl gehalten. Dieser Werkstoff ist wegen seiner geringen Vibrationsneigung im Plattenspielerbau überaus beliebt, bei Scheu ist er bei so gut wie allen Laufwerken das Material der Wahl.

Der massive Acrylteller ist wie die schlanke Zarge satiniert.

Schlankes Design

Beim Cello beginnt die Acrylierung mit der Zarge, also jenem Brett, auf und unter dem alle anderen Bestandteile montiert sind. Die Zarge besitzt eine Grundfläche von 42 mal 34 Zentimetern und eine Dicke von gerade mal 1,5 Zentimetern. Allein schon diese Maße sorgen für die Schlankheit des Cello, sie wird bei unserem Testmodell durch die opaque Ausführung in Rot unterstrichen. Alternativ gibt es diese Satinierung auch in Blau oder Weiß. In diesen Farben wirkt der Cello besonders cool-modern. Eher klassisch-elegant erscheint der Plattenspieler hingegen in der Ausführung in glänzendem Schwarz – und die größte Leichtigkeit vermittelt er dann natürlich in der letzten Variante, der vollkommen transparenten Version. Ob so oder so oder so: Die Zarge steht auf drei Füßen. Hinten finden wir einen metallenen Spike. Dieser Dorn ist als einziger Fuß höhenverstellbar, er dient damit der Ausrichtung des Cello, um eine etwaige Neigungen von vorn nach hinten auszugleichen. Seitliche Neigungen sollte die Stellfläche, auf dem der Cello steht, also nicht aufweisen. Die beiden vorderen Füße sind als chromglänzende Rondelle konzipiert. Sie haben keinen direkten Kontakt zur Zarge, sondern sind über zwei Gummiringe, die als Vibrationsdämpfer fungieren, mechanisch angekoppelt und akustisch entkoppelt. Die gleiche Wirkung entfalten die weichen Gummifüßchen, die unter den Rondellen sitzen und den Übergang zur Stellfläche bilden.

Die vorderen Füße (hier der rechte) sind als verchromte Rondelle realisiert. Um eine Übertragung von Vibrationen zu vermeiden, sind diese Rondelle mit zwei Gummiringen in die Zarge eingepasst und mit einem unterklebten Gummifüßchen vom Boden entkoppelt.

Hochkonstanter Antrieb

Die stattliche zylindrische Formgebung dieser vorderen Füße hat natürlich einen Sinn: Der rechte ist aus Symmetriegründen dem linken nachempfunden – und in dem linken Rondell hat Scheu optisch clever den Motor untergebracht. Man sollte sich von der Kompaktheit dieses Antriebs nicht über seine Bedeutung hinwegtäuschen lassen: Scheu räumt dem Motor großen Anteil an der Klangqualität des gesamten Plattenspielers ein und setzt deshalb auf einen kollektorlosen, PLL-geregelten Gleichstrommotor. Kollektorlos bedeutet, dass der Motor ohne Bürsten auskommt und somit keine elektrische Funken erzeugt werden, die zu Funkstörungen führen können. Die PLL-Regelung (Phasenregelschleife) hingegen dient der Steuerung und Synchronisierung der Geschwindigkeit mit einem Referenzsignal. So erreicht der Motor eine hochkonstante Drehzahl. Die liefert er sowohl bei 33 1/3 als auch bei 45 Umdrehungen pro Minute, die Geschwindigkeit legt man mit dem Kippschalter auf der Vorderseite des linken Plattenspielerfußes fest: Links ist die LP-Betriebsart, rechts der Single- und Maxi-Modus. In der Mittelstellung ist der Cello abgeschaltet. Zu jeder Seite des Schalters sind in den Fuß nun noch zwei leicht versenkte Madenschrauben eingelassen. Sie dienen der Feinjustierung der Geschwindigkeit und ersetzen die vordem hier herausragenden Drehknöpfe. Die dadurch erzielte optische Dezenz ist ein deutlicher Design-Zugewinn. Die Kalibrierung der Geschwindigkeit gelingt mit einem kleinen Schlitz-Schraubendreher fast genauso einfach. Der Motor wird mit einem externen Stecknetzteil betreiben, durch diese Auslagerung werden die potenziellen Störeinflüsse der Stromversorgung vom Plattenspieler ferngehalten.

Im linken Fuß ist der Motor integriert. Mit dem Schalter stellt man die gewünschte Geschwindigkeit ein: rechts 45 Umdrehungen pro Minute, links (wie hier abgebildet) 33 1/3 UpM. Seitlich daneben sieht man eine der beiden Madenschrauben für die Feinjustage der Geschwindigkeit.

Am „seidenen“ Faden

Auf der Oberseite der Zarge ragt aus dem Motor die Achse, auf die der Pulley aufgesetzt ist. Über ihn wird der Riemen gespannt, der ebenso um den Plattenteller gezogen wird – so wird die Drehung des Motors auf den Teller übertragen. Beim Cello kommt nun ein ganz besonderer Riemen zum Zuge: Scheu setzt, wie bei allen seinen Laufwerken, auf einen String, also einen hauchdünnen Faden aus Polyamid. Für die String-Lösung hat sich Scheu nach Ausprobieren verschiedener Antriebsmöglichkeiten aus klanglichen Gründen entschieden. Diese resultieren auch aus den mechanischen Vorzügen: Anders als die herkömmlichen dicken Gummi-Riemen besitzt der Faden eine deutlich konstantere Materialstärke und Dehnbarkeit, was dem Gleichlauf zugute kommt. Scheu empfiehlt eine möglichste geringe Spannung des Strings, so wird der optimale Gleichlauf erzeugt, ohne dass die Motorsteuerung zu Nachregel-Versuchen angeregt wird. Die Stärke der Spannung hat man übrigens in der eigenen Hand, denn den String fertigt man selbst. Scheu liefert dafür eine Rolle mit 200 Meter Nylonfaden, hier trennt man gemäß der Anleitung gut einen Meter ab und verknotet diesen feinen Faden zu einem Rundriemen.

Außergewöhnlicher Riemen: Der Scheu Cello wird mit einem String betrieben, der feine Faden ist fast unsichtbar.

Bestens gelagert

Dieser feine, glatte Faden soll den Teller zum Rotieren bringen? Ja! Denn obwohl der Plattenteller fast fünf Zentimeter hoch ist, nahezu vier Kilogramm wiegt und damit seine Bezeichnung als Masselaufwerk rechtfertigt, lauft er leicht und geschmeidig. Das verdankt er seinem Lager. Scheu spendiert dem Cello das hochwertige Lager des deutlich größeren und teureren Modells „Premier“. Das Inverslager – invers bedeutet, dass die Achse aus der Zarge herausragt – schließt an seiner Spitze mit einer Mulde ab, in die eine Keramikkugel gelegt ist. Über die Kugel und den Metalldorn wird nun eine Lagerhülse gestülpt, sie weist im Inneren am Boden ihrer Buchse ein Teflon-Gegenstück auf, das die Kontaktstelle zur Keramikkugel bildet. Diese Lagerhülse dient als Träger des Tellers. Die Geschmeidigkeit wird durch eine Benetzung von Kugel und Achse mit Öl erreicht, danach läuft der Teller scheinbar reibungslos. Der Teller ist übrigens mit großer Präzision gefertigt. Scheu gibt allein für die Vertiefung, die für das auf der Langspielplatte aufgeklebte Label gedacht ist, eine Genauigkeit von einem hundertstel Millimeter an. Der Plattenteller kann auf Wunsch und gegen einen Aufpreis übrigens auch poliert statt matt ausgeführt werden.

Das Inverslager des Cello: Auf dem Metalldorn thront eine Keramikkugel. Auf dieses Lager wird – nach der Benetzung mit Öl – die Lagerbuchse (rechts) aufgesetzt, die den Plattenteller trägt.

Das A-Team: Arm und Abtaster

Soweit das reine Laufwerk, nun kommen wir zur Abteilung „Arm und Abtaster“. Der Scheu Cello ist für Neun-Zoll-Tonarme ausgelegt. Standardmäßig wird der Cello mit dem Rega RB 202 geliefert, der auf einer Acrylplattform montiert ist, die wiederum auf drei Metallstiften thront. So hat der Arm in Bezug auf den Teller die richtige Höhe. Der Rega RB 202 ist der Nachfolger des berühmten RB 250. Mittlerweile avanciert der RB 202 ebenfalls zum Klassiker. Dieser Tonarm ist mit einem Rohr aus Aluminium bestückt. Er besitzt die mittlerweile Rega-typische Drei-Punkt-Befestigung, die horizontalen und vertikalen Lager sind dabei aus Druckguss gefertigt. Damit erweist sich der RB 202 als sehr resonanzresistent und gut ausbalanciert. Auf Wunsch bekommt man den Cello auch mit einem anderen Neun-Zoll-Tonarm, Scheu bietet hier verschiedene Upgrades aus dem eigenen Programm samt passender Tonarm-Basis an. Gleiches gilt für den Abtaster. Standard ist beim Cello das Moving Magnet-System Ortofon OM 10, unser Testkandidat ist aber mit dem wesentlich hochwertigeren MC-System Ortofon Quintet Red bestückt und hat damit die Veredlung zum Modell „Cello Maxi“ erfahren. Moving Coil-Tonabnehmer gelten grundsätzlich als klanglich überlegen, sind aber zumeist auch teurer. Das „Red“ ist dabei das günstigste Modell aus Ortofons Quintett-Serie. Mit einer Ausgangsspannung von 0,5 Millivolt ist es ein sogenanntes Low Output-MC-System. Als Nadel sitzt auf dem Aluminium-Träger ein Diamant mit elliptischem Schliff, diese Nadelverrundung bietet gegenüber dem sphärisch-runden Schliff mehr Kontaktfläche, geringere Verzerrungen und eine bessere Verfolgung der Rillenflanken.

Als Tonarm kommt beim Cello der Rega RB 202 zum Einsatz. Er ist auf ein Acrylplateau montiert, das auf drei Metallstiften ruht. So ist der Arm auf der richtigen Höhe.

Aufstellung und Einrichtung

Für den Scheu Cello sollte man einen planen, wasserwaagengeraden Stellplatz finden, denn der Plattenspieler ist, wie gesagt, nur über seinen hinteren Fuß höhenverstellbar und damit in der Vorne-hinten-Achse justierbar. Scheu empfiehlt die Aufstellung auf einer eigenen Wandhalterung, was den Einfluss von Trittschall und anderen Bodenschwingungen am wirkungsvollsten unterbindet. Wir stellen ihn aber auf unser Sideboard. Die Einrichtung des Cello ist nun mit wenigen Handgriffen erledigt. Wir nehmen die Lagerbuchse ab und besorgen die erste Ölung: Mithilfe der mitgelieferten, mit Schmiermittel aufgezogenen Spritze bringen wir Öl auf die Flanken der herausragenden Achse auf. Ebenso benetzten wir Lagerkugel und die Lagerschale, in der die Kugel ruht. Dann stülpen wir die Lagerbuchse wieder vorsichtig über die Achse und setzen behutsam den Teller auf. Um das frei von ohne Handschweiß und -fett hinzubekommen, legt Scheu Handschuhe bei. Nun fertigen wir uns selbst den Riemen. Wir schneiden dafür von der mitgelieferten Rolle etwa 1,1 Meter Polyamid-Faden ab und verknoten die Enden. Wenn der Riemen sich nun locker über Plattenteller und Motorplulley spannen lässt, ist alles gut, der String sollte für den optimalen Betrieb ja die geringstmögliche Spannung haben. Wenn der String zu weit ist, verkürzen wir ihn mit ein oder zwei weiteren Knoten, bis er passt. Nun zum Tonarm und zum Abtaster: Der Rega RB 202 ist mit dem MC-System Ortofon Quintet Red bereits fertig montiert, wir müssen aber noch die richtige Auflagekraft einstellen. Dafür bedarf es einer Tonarmwaage, denn das Gewicht, das wir auf das hintere Ende des Tonarms zur Veränderung der Auflagekraft schrauben, hat bei diesem Rega-Modell keine Markierung oder Skalierung. Mit der Waage stellen wir die vorgesehene Auflagekraft von 2,3 Gramm ein. Dann stellen wir noch die Antiskating-Kraft ein. Sie gleicht die Zugkräfte aus, die beim Plattenabspielen auf die Nadel wirken und sie nach innen ziehen. Zur Einstellung des Antiskatings hat der Rega einen Schieberegler, wir setzen ihn für den Anfang mal auf die höchstmögliche Stufe „2“. Zum Abschluss optimieren wir die Drehgeschwindigkeit des Motors. Dafür legt Scheu eine Stroboskop-Scheibe bei, mit der die genaue Bestimmung der Drehzahl gelingt. Dafür benötigt man nur noch eine übliche Leuchtstoff- oder Glimmlampe, die mit der steckdosenüblichen 50 Hertz-Netzspannung betrieben wird. Mit der Lampe beleuchten wir die auf den Plattenteller aufgelegte und rotierende Scheibe. Wenn ihre Markierungen scheinbar stehenbleiben, ist die exakte Drehzahl erreicht. Fertig!

Als Abtaster ist das MC-System Ortofon Quintet Red montiert, es adelt den Plattenspieler zum Scheu Cello Maxi.

Der Scheu Cello Maxi in der Praxis

Wir haben den Cello mit passenden Spielpartner gepaart: Als Phono-Vorstufe nehmen wir den von uns bereits getesteten Lehmannaudio Decade, als Verstärker den Hegel H360, als Schallwandler den demnächst zum Test anstehenden Zweieinhalb-Wege-Standlautsprecher Audio Physic Classic 15. Nach der gebotenen Einspielzeit fangen wir mit Patricia Barber an und wählen hier das große Erfolgsalbum der Jazzsängerin und Pianistin: „Café Blue“. Hier hat sie den Chat Baker-Klassiker „The Thrill Is Gone“ mit ihrer Begleitband eingespielt – und diese wunderschöne, mit Klavier, Bass und Schlagzeug instrumentierte Interpretation führt mit dem Scheu Cello eher dazu, das der Thrill kommt: Schon der einleitende, sanft von Barber gespielte Klavierakkord flutet unseren Hörraum, die changierenden Klangfarben, die die zahlreichen angeschlagenen Saiten des Klaviers beim Ausklingen erzeugen, sind herrlich nachzuvollziehen. Zugleich setzt der Bassist Michael Arnopol ein, er zupft behutsam die tiefe Saite seines Kontrabasses – doch trotz des knurrig-trockenen Tons, den ein akustischer Tieftöner per se hat, und trotz des zurückhaltenden Anschlags liefert der Bass sofort das Fundament, auf dem fortan diese Ballade akustisch steht. Auch beim Schlagzeug erleben wir diese sofortige Präsenz, obwohl Drummer Mark Walker ganz ruhig mit einem leichten Beckenschlag beginnt, dann nur weich den Besen auf der Snare rührt und auf jede zweite Zählzeit dezent die HiHiat mit der Fußmaschine schließt.

Mit seinen kompakten Maßen passt der Scheu Cello auf jedes Sideboard.

Präsenz, Ansprache und Offenheit

Diese Präsenz und schnelle Ansprache, die der Scheu Cello liefert, fällt uns sofort auf. Dabei sorgt er für eine schöne offene Wiedergabe mit guter Staffelung der Instrumente: Die Drums zwar hinten, aber nicht zu fern, links davor der Bass, rechts daneben das Klavier – und vorne nun endlich Patricia Barber. Sehr gut: Die Sängerin befindet sich zwar vor uns, steht uns dabei aber nicht auf den Füßen, wie wir es schon bei manch anderer Wiedergaben gehört haben. Trotzdem hat Frau Barber uns mit ihrer ungemein warm timbrierten Alt-Stimme gleich eng an sich gezogen: Es ist ein Genuss, ihr beim Räsonieren über den verlorenen Kitzel zuzuhören. Unwillkürlich schließt man die Augen und hört entspannt zu, weil der Scheu Cello mit seiner stressfreien Wiedergabe dazu einlädt. Diese Ruhe hätten wir dem Brettspieler, ehrlich gesagt, nicht zugetraut. Können wir die Performanz noch steigern, indem wir einen noch lockerer sitzenden String verwenden? Wir knüpfen uns einen Alternativ-Riemen, der, über Teller und Pulley gespannt, nun ziemlich wenig Spannung hat – offenbar zu wenig, denn der Motor muss nun hörbar mehr für die Synchronisierung arbeiten. Klanglich erleben wir hingegen keinen Zugewinn. Offenbar haben wir mit unserem ersten String alles richtig gemacht. Soweit die String-Theorie, nun ein wenig Elektronika: Die dänische Sängerin Nanna Øland Fabricius agiert unter dem Künstlernamen Oh Land und liefert uns mit dem Song „Desert Island“ einen elegischen Track, der die skandinavisch-klare Stimme mit einem tollen synthetischen Klang- und Geräuschteppich unterlegt. Hier fällt uns als erstes auf, welch starken Bass der Scheu Cello liefert: Die elektronischen lange gehaltenen Dauer-Tieftöne legen sich mit ihrer satter Kraft merklich auf unsere Ohren. Trotzdem bleiben die zahlreichen darüber gelegten, durch unseren Hörraum huschenden Effekte und die elektronischen Drums dabei ebenso klar wie der weibliche, mehrstimmige Background, der über uns zu schweben scheint, und der Leadgesang von Oh Land, die und von Angesicht zu Angesicht mit ihrer Stimme betört. Auch die nun links auftauchende E-Gitarre hat genau die richtige Brillanz und Drahtigkeit, um sich in dem dichten Klanggefüge durchzusetzen, ohne das Geschehen zu dominieren. Das Auflösungsvermögen des Scheu Cello ist wirklich sehr gut!

Blick in die Buchse: Ihren Boden bildet ein Lagerspiegel aus Teflon, dies ist die Kontaktfläche für die Keramikkugel, die auf dem Inverslager thront.

Stimmliche Verführung

Das eingesetzte MC-System mit seinem elliptischen Schliff holt dabei viel Information aus der Rille. Dieses Abtaster-Upgrade sollte man sich gönnen. Dann ist es aber vorteilhaft, den empfohlenen Abschlusswiderstand dieses Systems nicht zu unterschreiten, weil sonst auch Rauschen und Nebengeräusche stärker übertragen werden. Wir haben beim vielseitigen Lehmannaudio Decade ein wenig mit den Einstellungen gespielt und schließlich mit aktiviertem Ein-Kilohohm-Widerstand ein sehr gutes Ergebnis erzielt. So kehrt noch mehr Ruhe ein. Auch die leichte Reduzierung des Antiskating wirkt sich positiv aus. Und so wird das nun folgende Klassik-Konzert zum Fest. Wir hören das Duett „Il Core Vi Dono“aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Così fan tutte“. Die Mezzosopranistin Eline Denice Risager in der Rolle der Dorabella und der Bariton Thomas Sigh als Guglielmo singen es in Begleitung der LiveStrings unter der Leitung von Jesper Nordin. Insbesondere Sigh liefert hier eine stimmlich eindrucksvolle Vorstellung, kein Wunder, dass er in der Rolle des verkleideten Guglielmo mit seinem zart schmelzenden Gesang die nichts ahnende Dorabella, die Verlobte seines Freundes, bezirzen kann. Wir erleben diese Verführungsszene, als säßen wier bei einer intimen Soirée auf den besten Plätzen: Risager und Sigh stehen wenige Meter vor uns, während das Kammerorchester in gebührendem Abstand begleitet, dabei aber als schön differenzierbarer Klangkörper zu hören ist, bei dem die einzelnen Instrumentengruppen sehr gut zu orten sind. Mit diesem Klassik-Konzert bereitet uns der Scheu Cello den gelungenen Abschluss einer wunderbaren Hörsession.

Der Scheu Cello passt prima in ein modernes Ambiente. Hier spielt er mit der Audio Physic Classic 15 als Schallwandler.

Fazit

Der Scheu Cello Maxi belegt, dass ein Plattenspieler auch mit einem „Keep it simple“-Konzept exzellent klingt, wenn die Konstruktion und die Komponenten stimmen. Das ist beim Cello der Fall: Zarge und Teller dieses Masselaufwerks sind mit dem akustisch günstigen Acryl realisiert, sowohl das ausgezeichnete Lager als auch der feinjustierbare Motor arbeiten präzise, den Rundlauf macht schließlich der String-Antrieb perfekt. Zudem bietet das Laufwerk mit dem Rega RB 202 und dem Ortofon Quintet Red, dass diesen Plattenspieler zum „Cello Maxi“ nobilitiert, eine gut harmonierende Arm-Abtaster-Kombination. Zusammen gibt das einen schlank-kompakten, modern auftretenden Plattenspieler, der zu einem guten Preis eine sehr gute Performance liefert.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 92/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut

92

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93

191127 Scheu-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Scheu Analog
Cello Maxi
Produktkategorie:Analog-Laufwerk/Plattenspieler
Preise:- Scheu Analog Cello Maxi (mit Rega RB 202 und Ortofon MC Quintet Red): 2.180,00 Euro
- Scheu Analog Cello Standard (mit Rega RB 202 und Ortofon MM OM 10): 1.875,00 Euro
Garantie:3 Jahre
Ausführungen:Transparent, Schwarz, Blau, Rot und Weiß satiniert
Vertrieb:Scheu Analog, Berin
Tel.: +49 (0) 30 288 328 60
http://www.scheu-analog.de/
Abmessungen (HBT):150 (inklusive Arm) x 425 x 340 mm
Gewicht:- Plattenspieler komplett: 8,0 kg
- Chassis: 4,2 kg
- Teller: 3,8 kg
Prinzip:- Laufwerk: Masse-Prinzip
- Lager: Inverslager
- Antrieb: Riemenantrieb
Tonarm:Rega RB 202 (9 Zoll)
Tonabnehmer:- Scheu Analog Cello Maxi: Ortofon MC Quintet Red
- Scheu Analog Cello Standard: Ortofon MM OM 10
- andere Modelle möglich
Geschwindigkeiten:33 ⅓ und 45 UpM
Lieferumfang:- Laufwerk Scheu Analog Cello
- Teller
- Tonarm Rega 202 RB inkl. Verkabelung + Gegengewicht
- System Ortofon MC Quintet Red bzw. Ortofon MM OM 10
- Netzteil 12V DC / 1.0 A
- String-Rolle mit 200 m Faden
- Stroboskop-Scheibe
- Öl (1 Spritze)
- Bedienungsanleitung
- Baumwollhandschuhe
- Reinigungstuch
Pros und Kontras:+ sehr gut auflösender, präsenter und kraftvoller Klang
+ modernes Design
+ gute Verarbeitung
+ ausgelagertes Netzteil

- Auflagekraft nur mithilfe einer Tonarmwaage einstellbar
- nur ein Fuß höhenverstellbar
Benotung:
Klang (60%):92/95
Praxis (20%):91/95
Ausstattung (20%):93/95
Gesamtnote:92/95
Klasse:Spitzenzklasse
Preis-/Leistunggut

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