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Redakteur
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Seit dem Besuch des Vollverstärkers Quad Vena in unserem Testraum sind inzwischen fast vier Jahre vergangen. Viel Zeit, die Quad genutzt hat und mit dem Vena II Play nun einen noch vielseitigeren Nachfolger im Portfolio hat. Höchste Zeit also für den nächsten Test. Los geht’s!

Der Quad Vena II Play bringt eine Menge Neues mit.

Der Quad Vena II Play bringt eine Menge Neues mit.

 

Egal, wohin man schaut, überall herrscht Wandel. Der Fortschritt macht vor nichts Halt und irgendwann passt sich auch jede noch so streng behütete Tradition mehr oder weniger dem Zeitgeist an. Beim britischen HiFi-Produzenten Quad ist man angesichts einer langen Firmenhistorie zwar auch traditionsbewusst, verschließt sich deshalb aber keineswegs sinnvollen Neuerungen. Nur unbedachte Schnellschüsse gibt es bei den Briten nicht. Die Entwicklung neuer Komponenten baut konsequent auf den bisherigen Erfolgen auf. Das demonstriert unter anderem die Artera-Serie mit dem Schritt vom HiFi-Duo Artera Play & Stereo hin zum Einzelsystem Artera Solus. Auch dem Vena II Play sieht man diese Vorgehensweise definitiv an.

Tradition mit frischem Wind

Die HiFi-Komponenten von Quad erkennt man generell meist schon auf den ersten Blick. Seit über einem halben Jahrhundert bleibt ihnen der grundlegende Stil erhalten, der auch vollkommen zu Recht schon so lange Bestand hat. Rundungen und klare Linienführungen sind nun mal zeitlose Designelemente, die Quad niemals langweilig werden lässt. Nicht zuletzt aufgrund des dezenten Feinschliffs, der den Grundcharakter des Vena II Play und seiner Geschwister regelmäßig modernisiert. So behält der Streaming-Verstärker zum Beispiel die lange Reihe der Bedienelemente und den großen Drehregler in der Front bei, frischt aber ihre Beleuchtung effektiv auf. Schon wirkt das Design viel moderner, fast schon futuristisch, ohne seine Herkunft zu verleugnen.

Das bewährte Design bleibt, wird beim Vena II Play aber modern aufgefrischt.

Das bewährte Design bleibt, wird beim Vena II Play aber modern aufgefrischt.

Das alles fällt trotzdem noch angenehm dezent aus, sodass  der Vena II Play nie aufdringlich wirkt. Insbesondere die silberfarbene Ausführung fügt sich nahtlos ins Wohnraum-Ambiente ein, die etwas dunklere Variante in „Lancaster Grey“ erscheint ein wenig dominanter. Wobei auch das relativ zu sehen ist, da der Streaming-Verstärker erstens kompakter ausfällt als die meisten übrigen Vertreter seiner Art und zudem durch seine optische Leichtigkeit noch einmal zurückhaltender wirkt. Lediglich die Tiefe von 33 Zentimetern (inkl. Antennen, Anschlussklemmen, etc.) entspricht dem üblichen Maß von HiFi-Komponenten. In der Breite (30,2 Zentimeter) und Höhe (9,2 Zentimeter) erweist sich der Vena II Play hingegen als deutlich platzsparender als Otto Normalverstärker.

Dank der kompakten Abmessungen findet der Vena II Play fast überall einen passenden Arbeitsplatz.

Dank der kompakten Abmessungen findet der Vena II Play fast überall einen passenden Arbeitsplatz.

Alles drin, alles dran

Trotz dieser kleineren Ausmaße hat der Vena II Play alles an Bord, was das Herz begehrt. Zunächst einmal ist das natürlich die integrierte Endstufe, die wie gehabt mit zweimal 45 Watt zu Werke geht. Falls frei nach Tim Taylor „mehr Power“ gewünscht wird, kann der Quad-Verstärker dank „Pre Out“-Schnittstelle auch als Vorstufe eingesetzt werden. Damit aber nicht genug, der Vena II Play verfügt selbstverständlich auch über einen integrierten Digital-Analog-Wandler. Dabei handelt es sich um den durchaus beliebten und daher recht gängigen ESS Sabre32 ES9018K2M. Der kompetente Chip ist in der Lage, Musiksignale bis hinauf zu 384 kHz/32 Bit (PCM) bzw. DSD256 zu verarbeiten, falls man sie via USB-Eingang zuspielt. Ansonsten muss man sich mit 192 kHz begnügen – Jammern auf hohem Niveau. Ein weiterer Fortschritt: Im Gegensatz zum Ursprungsmodell ist der Vena II Play nun sogar mit einem spezialisierten Kopfhörerverstärker ausgestattet. Dank Stromrückkopplungsschaltung und hoher Anstiegsrate soll eine noch dynamischere und detailliertere Wiedergabe der am frontseitigen 6,3-Millimeter-Anschluss gekoppelten Kopfhörer ermöglicht werden.

Umfangreiche Anschlussvielalt: Der Quad Vena II Play ist sehr kontaktfreudig.

Umfangreiche Anschlussvielalt: Der Quad Vena II Play ist sehr kontaktfreudig.

Bevor das Innenleben des Vena II Play zur Tat schreitet, werfen wir jedoch einen Blick auf das rückseitige Anschlussfeld des Streamers. Vier Paar analoge Cinch-Anschlüsse stehen hier bereit, drei davon (MM-Phono, Aux1, Aux2) dienen dem Einspeisen von Signalen. Bei der vierten Schnittstelle handelt es sich um den erwähnten Pre-Out-Ausgang. Wer darauf verzichten kann oder möchte, kann über die beiden robusten Schraubklemmen-Paare auch direkt Lautsprecher an den Vena II Play anschließen. Rechts daneben präsentiert der Streamer drei digitale Schnittstellen. Hier handelt es sich um einen optischen Digitaleingang, einen Koaxial-Anschluss und einen USB-B-Port. Zudem kann der Verstärker per Schraubantenne(n) via Bluetooth kommunizieren beziehungsweise ins heimische WLAN eingebunden werden. Alternativ zu dieser drahtlosen Netzwerk-Option ist auch die Integration per Ethernet-Kabel möglich und natürlich dringend zu empfehlen.

In klassischer HiFi-Manier darf auch eine Fernbedienung im Lieferumfang nicht fehlen.

In klassischer HiFi-Manier darf auch eine Fernbedienung im Lieferumfang nicht fehlen.

Spielerische Steuerung per Smartphone-App

Die Steuerung des vernetzten Vena II Play erfolgt bequem über die kostenlose App „dts Play-Fi“. Schließt man den Streaming-Verstärker per Ethernet-Kabel an Router oder Access Point an, ist er auch sofort als Lautsprecher in der App verfügbar. Die Einbindung ins WLAN geschieht nicht automatisch und für diesen einmaligen Prozess sollte der Verstärker in unmittelbarer Nähe zum Router/Access Point positioniert werden. Wenn er einmal im Netzwerk registriert ist, kann er aber problemlos wieder an anderer Stelle aufgestellt werden.

Die Einbindung geschieht über einen mehrsekündigen Knopfdruck auf die Setup-Taste in der Rückseite des Vena II Play. Neben Signaltönen (sofern bereits Lautsprecher angeschlossen sind) ist der Setup-Modus über die gleichmäßig pulsierende LED an der frontseitigen „Net“-Taste erkennbar. Nun folgt man einfach den Anweisungen der App, wählt das gewünschte Netzwerk aus und gibt das passende Kennwort ein. Nach rund einer Minute sollte der Vorgang spätestens abgeschlossen sein.

Der Zugriff auf NAS-Laufwerke und weitere Netzwerk-Geräte gelingt anschließend ohne zusätzliche Umwege. Einziger Makel der Android-App: Wer das Smartphone zwischendurch beiseitelegt, wird vermutlich regelmäßig eine abgebrochene Verbindung erleben – die Musik spielt zwar unter Normalbedingungen problemlos weiter, lediglich die Navigation durch Unterordner und Alben muss wieder im Hauptverzeichnis begonnen werden. Das ist allerdings nicht dem Quad-Amp anzulasten und in der Regel ein eher kleineres Problem, das ein zukünftiges Update der App lösen dürfte. Bis dahin und grundsätzlich gilt, dass eine Netzwerk-Einbindung per Ethernet-Kabel durchaus in Erwägung zu ziehen ist. Hohen Bedienkomfort verspricht die Option, den Quad-Verstärker auch – ein entsprechendes Device vorausgesetzt – per Alexa-Sprachsteuerung zu bedienen. Wer hingegen gänzlich auf Router und Konsorten verzichten möchte, spielt dem Vena II Play seine Musik ganz einfach per Bluetooth zu. Auch diese Drahtlosverbindung ist schnell und wie gewohnt eingerichtet.

Kontrollierte Kraft

Für den Hörtest greifen wir allerdings direkt über die App aufs NAS-Laufwerk zu. Beim melancholischen „The Noose“ von A Perfect Circle erwartet uns ein trockener, knackiger Bass und ein kraftvolle Salven abfeuerndes Drumset. Die kompakten Abmessungen des Vena II Play machen sich klanglich überhaupt nicht einschränkend bemerkbar. Der Streaming-Verstärker punktet mit viel Power und Volumen, behält zugleich aber ein angenehm ausgewogenes Klangbild bei. Nicht einmal Pegel oberhalb der Zimmerlautstärke stellen ihn vor Probleme und auch die Dynamik stimmt, wenn es mal etwas ausgelassener zur Sache geht. Vor allem diese unerschütterliche Natürlichkeit im Klang beeindruckt genreübergreifend.

Mithilfe von gleich drei Antennen empfängt der Vena II Play Signale drahtlos per Bluetooth und WLAN.

Mithilfe von gleich drei Antennen empfängt der Vena II Play Signale drahtlos per Bluetooth und WLAN.

Die Vorzüge des Vena II Play kommen schließlich nicht nur bei Metal gut zur Geltung, auch Singer/Songwriter-Pop wie bei „Power Over Me“ von Dermott Kennedy lässt sich so ganz wunderbar genießen. Hier zahlt sich die weitläufige und offenherzige Stereobühne aus, die uns der Quad-Streamer präsentiert. Die einzelnen Schichten des Tracks bekommen genügend Raum zur Entfaltung und insbesondere der mehrstimmige Gesang zeigt sich in exzellenter Art und Weise. Jedes Detail passt und setzt sich zu einem perfekten Puzzle zusammen. Auch Mark Knopfler gefällt dem Verstärker offensichtlich ausgesprochen gut. Das warme Timbre des englischen Sängers und die sanften Melodien in „Good On You Son“ und insbesondere dem entspannten „Go, Love“ umschließen den Hörplatz förmlich. In der engen akustischen Umarmung geht kein Detail, keine noch so feine Nuance verloren.

Der Quad Vena II Play hat auch mit höheren Lautstärken kein Problem.

Der Quad Vena II Play hat auch mit höheren Lautstärken kein Problem.

Dieser Detailreichtum trägt auch wesentlich zur gelungenen Wiedergabe von eher experimentellen Kompositionen wie „Pain“ von The War On Drugs bei. Die Staffelung des an sich ziemlich unübersichtlichen Tracks erweist sich als absolut präzise und punktgenau. Stück für Stück entfaltet sich der Gesamtcharakter des Titels und immer mehr Feinheiten offenbaren sich. Dabei verteilt der Vena II Play seine Kraftreserven wohlüberlegt und sehr dosiert. Die im Vergleich zum deutlich reduzierteren „The Noose“ nun weitaus dichter besetzte Bühne bleibt deshalb genauso weitläufig und raumgreifend, ohne an Kontur oder Volumen zu verlieren. Eine beeindruckende Qualität, die sich so mancher Streaming-Verstärker gern zu Vorbild nehmen darf.

Wireless HiFi mit Alternative: Der Vena II Play ermöglicht auch den Anschluss eines Kopfhörers.

Wireless HiFi mit Alternative: Der Vena II Play ermöglicht auch den Anschluss eines Kopfhörers.

Fazit

Ein moderner Verstärker ist heutzutage in der Regel mehr als nur ein Verstärker – der netzwerkfähige Amp Quad Vena II Play stellt diesen Trend eindrucksvoll unter Beweis. Leistungsstark und mit exzellentem Klang verknüpft er klassische und moderne Quellen in einem vergleichsweise kompakten und daher auch optisch sehr ansprechenden Gehäuse. Damit zollt Quad dem Fortschritt Tribut, ohne die eigene Tradition zu vernachlässigen. Bewährtes darf bleiben, sinnvolle Neuerungen kommen hinzu. Das trifft vor allem auf die Streaming-Möglichkeiten des Vena II Play zu, die keine Wünsche offen lassen und zudem die komfortable Steuerung per Smartphone-App erlauben. So bietet Quad modernes Hörvergnügen mit echtem HiFi-Feeling.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 78/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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Technische Daten

Modell:Quad Vena II Play
Produktkategorie:Streaming-Verstärker
Preis:999 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Lancaster Grey
- Silver
Vertrieb:IAD GmbH, Korschenbroich
Tel.: 02161 / 617830
www.audiolust.de
Abmessungen (HBT):92 x 302 x 330 mm
Gewicht:6,1 kg
Leistung:- 2x 45 W RMS (8Ω)
- 2x 65 W RMS (4Ω)
Digital-Analog-Wandler:ESS Sabre32 ES9018K2M
Samplingraten:- 384 kHz PCM/DSD256 (USB)
- 192kHz PCM (optisch/koaxial)
Eingänge analog:2x Stereo-Cinch
1x Phono (MM)
1x optischer Digitaleingang
1x koaxial
1x USB (Typ B)
Bluetooth aptX
WLAN/LAN
Ausgänge analog:1x Stereo-Cinch (Pre-Out)
1x 6,3-mm-Klinke (Kopfhörer, frontseitig)
Lieferumfang:- Quad Vena II Play
- 3 WLAN/Bluetooth-Antennen
- Fernbedienung
- Batterie (1 x CR2025)
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung (Englisch)
Pro und Kontra:+ Steuerung per Smartphone-App
+ hohe Anschlussvielfalt
+ praktische Direktwahltasten für alle Quellen
+ sehr sorgfältige Verarbeitung
+ leistungsstarker Wandler-Chip
+ HiRes-Unterstützung

- umständliche Einbindung ins WLAN
Benotung:
Klang (60%):78/80
Praxis (20%):78/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:78/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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