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Die Mission LX-2 MKII ist ein kompakter Regallautsprecher, der schnell Freunde finden wird. Mit nur rund 30 Zentimetern Höhe findet sie fast überall ein geeignetes Plätzchen – auch dank ihres schicken Designs und ihrer blendenden Verarbeitung. Sie löst musterhaft auf, rockt gern los und kann auch richtig laut. Und sie ist preislich hochattraktiv. Die ausgewiesenen 299 Euro entsprechen nämlich dem Paarpreis!

Die Mission LX-2 MKII ist wirklich gut verarbeitet und ideal proportioniert.

Die Marke Mission ist anspruchsvollen HiFi-Fans seit rund 44 Jahren ein fester Begriff. Modelle der erfolgreichen 77er-Serie stehen noch heute in vielen Wohnzimmern Europas und zeugen von Langlebigkeit, Verarbeitungsgüte und Klangqualität. Mit der zu Beginn der 2000er-Jahre vorgestellten Pilastro präsentierten die Briten dann ihr wohl markantestes Statement. Die 77er, die Pilastro, die 78er-Baureihe und die LX-Linie gehören deshalb zu den Lautsprechern, über die in HiFi- und Heimkino-Kreisen bis heute mit höchstem Respekt gesprochen wird. Der Erfolg des 1977 nahe Cambridge gegründeten Unternehmens basiert auf einer einfachen Formel: Die bestmögliche Klangqualität zu erschwinglichen Preisen zu liefern, ohne auf ansprechendes Design, eine gute Verarbeitung und hohe Praktikabilität verzichten zu müssen. Auch wenn die Marke Mission heute zur „International Audio Group“ gehört, hat sich an dieser Philosophie nichts geändert. Im Gegenteil, denn mit der neuesten Version der LX-Reihe unterstreicht das Team um Entwicklungschef Peter Comeau den weltweit hohen Stellenwert der Marke Mission.

Will man das Optimum herausholen, werden die LX-2 MKII idealerweise so platziert, dass sich der Tiefmitteltöner auf Ohrhöhe befindet.

Erstklassig verarbeitet

Wenn Peter Comeau etwas anfasst, dann hat das Hand und Fuß. Zunächst ist da der Einsatz selektierter Materialien zu nennen. Mindestens ebenso wichtig: Die Handwerkskunst. Sie genießt bei Mission seit jeher höchste Priorität, sobald es um die Entwicklung einer neuen Serie geht. Nach dieser Vorgabe haben die britischen Entwickler mit der brandneuen LX MKII-Serie eine Lautsprecher-Familie entworfen, die rundherum passt. Die Verarbeitungsqualität gehört zum Besten, was wir in dieser Preisklasse bislang im Hörraum hatten. Mit der LX-2 MKII steht hier übrigens der aktuell zweitkleinste Regallautsprecher der Familie.
Die präsentiert sich zunächst einmal eher zurückhaltend. Typisch britisch eben. Zurückhalten müsste er sich auf jeden Fall nicht. Das rund 30 Zentimeter hohe Gehäuse ist erstklassig verarbeitet. Überzogen ist die vergleichsweise schwere Behausung von einem perfekt aufgetragenen Folienfurnier. In unserem Fall in schicker Walnuss-Maserung ausgeführt. Optional ist die LX-2 MKII aber auch in weißer oder schwarzer Farbgebung zu haben.

Schön und effektiv

Entnimmt man die magnetisch gehaltene Frontabdeckung, wird einem die ganze Schönheit dieses Lautsprechers gewahr: Zunächst ist hier die vorgesetzte Schallwand in tiefschwarzer Ausführung zu nennen. Das sieht richtig gut aus! Auch die Spaltmaße passen perfekt. Auch hier also alles super. Ausserdem wurde die Schallwand an ihren Aussenseiten leicht verrundet. Ein kleiner Trick mit großem Effekt, der die Mission nochmals filigraner und edler erscheinen lässt. Ähnlich elegant geht es dann bei den Chassis weiter. Mission-typisch thront der Mitteltöner hier über dem Tweeter. Umrahmt ist der 100 Millimeter durchmessende Mitteltöner von einem Ring mit 46 präzise eingelassenen Kerben. Das sieht gut aus und soll auch akustische Vorteile haben. Die zweilagige Fasermembran selbst ist ein wichtiger Teil der neuesten Entwicklungsstufe des sogenannten DiaDrive-Mitteltöners, die sich optisch durch ihre nahtlos gewölbte Konusform darstellt. Angetrieben wird die von einem Subkonus, der direkt mit der Schwingspule verbunden ist.

Der DiaDrive-Tiefmitteltöner wird von einem geschlitzten Ring eingefasst.

Umgekehrt: Aus Überzeugung zum Markenzeichen

Eine Etage darunter geht es dann mindestens ebenso kompromisslos weiter. Hier sitzt der von einem leistungsstarken Neodym-Magneten angetriebene, 25 Millimeter durchmessende Hochtöner. Auf diesen ist man bei Mission besonders stolz, ist er doch mit einer hochwertigen Mikrofaser-Kalotte ausgestattet, die Frequenzen bis zu einem Wert von 20 Kilohertz blitzsauber reproduzieren soll. Hochtöner unter dem Tiefmitteltöner? Korrekt, Mission nennt diesen umgekehrten Aufbau „Inverted Driver Geometry“. Dabei sitzt der Tiefmitteltöner auf Ohrhöhe – vorausgesetzt, der Lautsprecher steht auf entsprechenden Stativen. Ist das der Fall, sollen die Weglängen der akustischen Zentren besser ausgeglichen werden, was der Präzision im Klang förderlich ist. Eine Philosophie, der Mission seit fast 40 Jahren folgt und die jedem Mission-Lautsprecher einen hohen Wiedererkennungswert beschert. Ein weiteres, klangförderndes Merkmal sind die internen Dämpfungsfasern im rückwärtigen Gehäuse. Sie sollen Verzerrungen im Mittelton reduzieren und die Basswiedergabe präzisieren.

MIssion-typisch sitzt der Tweeter auch in der LX-2 MII unterhalb des Tiefmitteltöners.

Reflexport nutzen

Die Gehäuserückseite hält dann weitere Besonderheiten bereit: Im oberen Bereich befindet sich die massive Bassreflex-Öffnung. Steht der Lautsprecher mehr als 30 Zentimeter von der Wand entfernt, sorgt sie für eine Erweiterung im Tieftonbereich. Richtig aufgestellt, interagiert dieser Port mit der Rückwand. Das beschriebene Tiefmitteltonchassis in der Schallwand der LX-2 MKII strahlt den produzierten Schall sowohl nach vorn, als auch nach hinten ab. Bei geschlossenen Lautsprechern wird der rückseitig abgestrahlte Anteil durch Dämmstoffe im Gehäuse in Wärme umgewandelt. Bei meinem Testgast wird dieser Anteil hingegen durch die geschickte Dimensionierung des Gehäuses verstärkt und über die Bassreflexöffnung ins Freie entlassen, so dass er sich zum Klang hinzuaddiert. In unserem, rund 20 Quadratmeter großen Hörraum habe ich mit einem Abstand von 38 Zentimetern das für meinen Geschmack klanglich beste Ergebnis erzielt. Ordnungsgemäß angeschlossen wird die LX-2 MKII über das massiv gestaltete, leicht ins Gehäuse vertiefte Single-Wire-Anschlussmodul.

Steht der Lautsprecher nahe der Wand, kann der Reflexport durch die mitgelieferten Stopfen verschlossen werden.

Tipps am Rande

Dieses Anschlussmodul macht einen wirklich sehr guten Eindruck und nimmt sowohl Bananas, Kabelschuhe und selbstverständlich auch unkonfektionierte Signalleiter auf. Kleiner Tipp am Rande: Richten Sie die LX-2 MKII leicht auf den Referenzplatz aus, das kommt der Bühnenabbildung zugute. Aber dazu gleich mehr. Nachdem die Missions 48 Stunden Zeit hatten sich warmzuspielen, kann es dann endlich in den Hörtest gehen. In diesem Zusammenhang: Gönnen Sie Ihren neuen Lautsprechern unbedingt eine adäquate Einspielzeit. Sie ist für fast jeden Lautsprecher empfehlenswert. Hier war der Unterschied gleich zu Beginn des Praxistest deutlich hörbar. Nach der Warmspielphase spielt die britische Regalbox mindestens eine Stufe runder und knackiger als direkt nach dem Auspacken. Und noch ein Tipp: Jeder Schallwandler klingt nur so gut, wie es die Kette zulässt. Sorgen Sie für einen festen, wackelfreien Stand Ihrer Lautsprecher und investieren Sie etwas Geld in bessere Lautsprecherkabel.

LX-2 MKII im Bassgewitter

Den eigentlichen Hörtest starte ich dann mit „Unluck“ von James Blake. Aus meiner Sicht ist das nicht unbedingt Musik zum genießen. Für einen test ist dieses Stück aber wunderbar geeignet und eine wunderbare Abmischung, um Lautsprechern im Basskeller mal so richtig auf den Zahn zu fühlen. Also gutes Material, um etwas über das Impulsverhalten und die Präzision eines Lautsprechers herauszufinden. Die Missions bestehen diesen ersten Test sehr gut. Bässe sind urplötzlich da und auch ebenso schnell wieder weg. Sehr gut, das beherrschen nicht viele Lautsprecher dieser Größe und Preisklasse. Die brachialen Bassläufe stellen für die LX-2 MKII bis zur vielzitierten Zimmerlautstärke überhaupt keine Schwierigkeit dar. Auch der Hochton überzeugt. Spitze Überhöhungen oder nervige Schärfen gibt es hier ausdrücklich nicht. Bässe grollen, Grundtonanteile peitschen durch den Raum. Erst, als ich den Pegel nochmals deutlich erhöhe, nähern sich die Lautsprecher dem kritischen Bereich.

Die kleinen Details machen den Unterschied: LX-2 MKII (links) und ihr Vorgänger LX2 im Vergleich.

Kompaktrocker

OK, das war jetzt aber auch wirklich sehr laut. Trotzdem behalte ich die Lautstärke bei und wechsle einfach das Futter. Ich mache also die Probe aufs Exempel. Diesmal mit System of a Down und „Toxicity“. Kaum ist die Playtaste gedrückt, rockt es auch schon hart aus den Lautsprechern. Harte Gitarrenriffs, knallende Grundtöne und obendrauf die aggressive Stimme von Serj Tankian. Der Hörraum wird zur Partyzone. Und von Anstrengung kaum noch eine Spur. OK, in diesem Song geht es eben auch nicht so tief runter, wie zuvor bei James Blake. Trotzdem gibt es auch hier jede Menge Bass – und ein ordentliches Grundtonfundament, das mich sofort mitnimmt. Selbstverständlich kommt die LX-2 MKII hier nicht mit der Bassperformance und der Grundschnelligkeit einer großen Standbox mit. Dafür wurde sie aber auch nicht gemacht, sondern eher für den Einsatz in kleineren Hörräumen, in denen halt nur Platz für kompakte Regallautsprecher ist.

Die verrundete Aussenkante lässt die LX-2 MIKK edler und filigraner erscheinen.

Perfekte Abstimmung

Wer gern laut und brachial losrockt, aber nur wenig Platz für Lautsprecher hat, der ist hier an der richtigen Adresse. Ist mehr Stellfläche vorhanden und/oder zu beschallende Raum größer, empfiehlt sich dann vielleicht ein Blick auf die Stand-Modelle der LX MKII-Serie. Davon hat Mission dann gleich drei unterschiedlich große Varianten im Angebot. Aber nochmal: An Bassarmut leidet die LX-2 MKII ausdrücklich nicht! Für einen Lautsprecher ihrer Kompaktheit spielt sie tief und agil runter. Sie verzichtet eben nur auf den Abstieg in allertiefste Bassgefilde. Das gereicht ihr meiner Meinung nach aber eher zum Vorteil. Statt nämlich auf den letzten zwei Hertz nur noch voluminös rumzuwummern, bleibt die Mission präzise, kontrolliert und souverän. Das ist dem gesamten Klangbild förderlich und macht sich auch in längeren Hörsessions deutlich. Diesem Lautsprecher hört man gern zu – auch nach Stunden und auch unter höheren Lautstärkepegeln.

Das Anschlussmodul ist großzügig dimensioniert und nimmt auch Kabel größeren Querschnitts auf.

Die LX-2 MKII können auch fein

Losrocken und punchen kann die LX-2 MKII also. Mit „Sinnerman“ von Nina Simone wechsle ich dann auf geschmeidigeres Futter. Jetzt wird es ehr ruhig und fein. Und exakt das transportiert die Mission dann auch sofort in unseren Hörraum. Kaum angespielt, werden Ruhe und Gelassenheit fast greifbar, mit der die beiden hübschen Wandler diesen Song interpretieren. Das liest sich jetzt vielleicht nach typischer Redakteurs-Schreibe. Das ist es aber keineswegs, denn sie die kleinen Schallwandler spielen schlichtweg souverän auf. Dabei portraitieren ein natürliches, niemals überzogenes Obertonspektrum. Stimmen und die feinen Details werden sauber und homogen transportiert. Keine Spur von Markenklang oder anderweitiger Beeinträchtigung. Die Missions spielen ruhig aber nicht laff. Die Kraft ist spürbar, aber eben auch nicht vordergründig. Auch das trägt zur Langzeittauglichkeit bei. Zugleich behalten die LX-2 MKII die Übersicht und Souveränität, ohne dabei Kraft oder Kontrolle aus dem Fokus zu verlieren.

Fokussiert

Anschließend soll sich das LX2 MKII-Duo dann noch mit “Hello, I Love You” von The Doors beweisen. Wer hier genau hinhört, wird in diesem hymnischen End-60er-Pop-Track eine Vielzahl kleiner Details entdecken. Über die Missions abgehört, gelingt das sofort. Meine Testgäste fokussieren die stilgebenden Untertöne, die diesem Song Rhythmus verleihen. Die stilistisch eingesetzten und verzerrten Gitarrenparts lassen innerhalb weniger Augenblicke echtes 68er-Feeling aufkommen. Etwas beschwingter und druckvoller geht es dann anschließend mit New Orders „Don`t Do It“ weiter. Ein Song, der wohl nur eingefleischten Fans bekannt ist, der aber jede Menge Punch zu bieten hat. Und den haut die LX-2 MKII dann auch sogleich raus. Kaum habe ich die Lautstärke merklich erhöht, liefert die Mission einen Grundton, der sich schnell in meiner Magengegend bemerkbar macht. Die jetzt in den Hörraum gestellte Agilität und Dynamik ist einfach verblüffend und für sich allein genommen schon die Empfehlung dieser Lautsprecher Wert.

Im Test musste sich das MIssion-Duo u.a. an der neuen Leak-Kombi beweisen.

Fazit

Die LX2 MKII ist ein offensichtlich ausgereifter Regallautsprecher. Einer, der in der Wiedergabe fast jeden Musikgenres überzeugt. Die Mission spielt ehrlich und löst fein auf. Bei Bedarf rockt sie aber auch mächtig los und überrascht durch ihr straffes Grundtonverhalten, Leistungsfähigkeit und Langzeithörtauglichkeit. Die proportional gelungene Form und die wirklich gute Verarbeitung lassen diesen Zwei-Wege-Schallwandler aber auch optisch in bestem Licht erscheinen. Obendrein kommt der erstaunlich niedrige Preis von 299,00 Euro – wohlgemerkt pro Paar! All das macht die Mission LX-2 MKII zu einer uneingeschränkten Klang-Empfehlung für den Einsatz in kleineren Wohnräumen und für den kleinen Geldbeutel.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Preistipp
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

80 of 100

80 of 100

79 of 100

Technische Daten

Modell:Mission
LX-2 MKII
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:ca. 299 Euro/Paar
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Weiß
- Schwarz
- Walnuss
Vertrieb:IAD GmbH, Korschenbroich
Tel: 02161/ 61 78 30
www.iad-audio.de
Abmessungen (HBT):305 x 200 x 250mm
Gewicht:6,34 kg/Stück
Hochtöner:1x 25-mm-Weichkalottenhochtöner, Mikrofaser
Mitteltieftöner:1x 130-mm-Advanced Fibre
Prinzip:2 Wege, Bassreflex
Frequenzbereich:55 - 20.000 Hz
Übergangsfrequenz:3,2 kHz
Pros und Contras:+ agiler Grundton
+ gute Hochtonauflösung
+ homogene Abstimmung
+ sehr gute Verarbeitung
+ flexible Aufstellung
+ magnetische Abdeckung
+ niedriger Preis

- keine Contras
Benotung:
Gesamtnote:Preistipp
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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