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Die nuBox 383 ist der größte Regallautsprecher der nuBox-Serie. Sie kann es klanglich und leistungstechnisch selbst mit vielen großen Standboxen aufnehmen, obwohl sie weniger als halb so groß ist. Auch ein Umschalter für die Abstimmung der Frequenzweiche ist hier mit an Bord. Und das Beste ist: Selbst der Geldbeutel kommt ohne größere Plünderung davon.

Die Nubert nuBox 383 ist zwar recht groß, dank ihres schlichten Designs fällt das aber nicht negativ auf.

Meine Nachbarn kann normalerweise nichts mehr schocken, denn ich teste ja schon eine Weile die unterschiedlichsten HiFi-Geräte. Dafür hat es diesmal mich erwischt. Nachdem ich die Pegelfestigkeit der Nubert nuBox 383 am Samstagmorgen ausprobiert habe, klingelt es an der Tür. Die Kühlrippen an meinem Magnat-Verstärker mit seinen zwei Mal 150 Watt sind noch locker handwarm. Die schwerhörige alte Katze kommt neugierig wieder aus dem Versteck hervor, weil der Boden nicht mehr bebt, während ich zur Türe schleiche. Mit schlechtem Gewissen, ob des Lärms, den ich gerade veranstaltet habe, öffne ich also die Tür. Dort steht meine Nachbarin mit beschwingtem Lächeln. Der Verstärker war nicht in der Lage, den Nuberts bis zur Verzerrung zuzusetzen und ich habe den rechten Anschlag des Lautstärkereglers tatsächlich erreicht. Doch sie grinst mich nur an und sagt: „Mach wieder lauter. So gut klang das in meinem Wohnzimmer noch nie.“

In der Front der 383 thront ein großer, 220 Millimeter durchmessender Tief-/Mitteltöner.

Wohl behütet

Ich wohne etwas weiter draußen und habe glücklicherweise besondere Nachbarn, die ich auch zu meinen Freunden zähle. So etwas ist vermutlich nur hier möglich, zeigt aber, dass Nubert mit der nuBox 383 etwas wirklich Ordentliches auf die Ständer gestellt hat. Aber mal von vorn: Bei der Recherche auf der Nubert-Website ist mir in den Kundenrezensionen unter anderem aufgefallen, dass viele User besonders die Verpackung loben. Da ich schon ein paar Nuberts hier hatte, ist mir das nicht mehr so ins Auge gefallen, aber die Schwaben verpacken ihre Schätzchen wirklich ordentlich. Jeder Lautsprecher wird durch reichlich Schaumstoff von der Kartonwand geschützt. Die Lautsprecher selbst trennt ein dickes Kartonblatt voneinander. Der Außenkarton hat eine ordentliche Wandstärke und wird oben wie unten an jeder Seite einmal komplett übergeklappt. Ober- und Unterseite sind daher durch vier Lagen Karton vor Beschädigung geschützt. Im Verpackungsdesign hat Nubert also die Referenzklasse erreicht.

Kleine Giganten

Die erste Überraschung erlebe ich beim Herausheben aus der Verpackung: Das gar nicht mal so kleine Gehäuse der 383er mit dem wuchtigen Basstreiber bringt stattliche 10,9 Kilogramm auf die Waage. Jetzt wird mir auch so richtig klar, dass das Lautsprechergehäuse zwar kompakt aber wahrlich nicht klein geraten ist. Es misst 24,5 Zentimeter in der Breite und ragt 38 Zentimeter in die Höhe. Ein wahrer Koloss ist der 22 Zentimeter messende Basstreiber mit Polypropylenmembran. Für etwas, das sich „Kompaktlautsprecher“ nennt, ist das ein ordentliches Kaliber. Darüber sitzt die 25 Millimeter Seidenkalotte – hinter einem Schutzgitter vor mechanischer Beschädigung geschützt. Das Gehäuse macht insgesamt einen äußerst stabilen Eindruck und besteht aus laminierten MDF-Wänden. Die Frontplatte ist bei meinem Testgast weiß lackiert. Alternativ ist die nuBox 383 aber auch in Schwarz mit schwarzer Front erhältlich. Die Frontabdeckung bedeckt die gesamte Frontseite. Sie rastet in die entsprechenden Vertiefungen ein.

Die Verarbeitung der nuBox 383 ist wirklich hervorragend.

Fette Rohre

Bei einem Blick auf die Rückseite fühle ich mich, vermutlich nicht ganz unbeabsichtigt, ein bisschen an die Auspuffrohre eines Sportwagens erinnert. Gleich zwei Bassreflexrohre ziehen den Blick der nicht minder schön gestalteten Kehrseite auf sich. Darunter sitzt ein in dieser Preisklasse schon eher ungewöhnliches Bi-Wiring-Terminal mit sehr breiten vergoldeten Brücken. Zwischen den oberen Aufnahmen für Bananenstecker oder Litzen mit bis zu 10 Quadratmillimetern Querschnitt liegt der unscheinbare Umschalter für die Frequenzweiche. Beschriftet ist der Höhen-Schalter mit „Neutral“ und „Brillant“. Ich empfinde es sehr angenehm, dass Nubert mir erlaubt, die Weiche nach meinem Geschmack abzustimmen. Doch ist es dieses Detail, was bei mir die meisten Kopfschmerzen ausgelöst hat. Dennoch könnte die Wahl dieser Beschriftung nicht treffender ausfallen. Aber mehr dazu im Hörtest. Mit im Karton befinden sich eine umfangreiche Bedienungsanleitung, die Frontabdeckungen, Elastikpuffer-Füße sowie zwei als „Notfallkabel“ bezeichnete Lautsprecherkabel mit 0,75 Quadratmillimetern Querschnitt.

Die beiden Reflexrohre lassen erahnen, dass die nuBox 383 in der Lage ist jede Menge Luft zu bewegen.

Die Aufstellung der Nubert nuBox 383

Da die Nubert nuBox 383 reichlich Bassmaterial nach hinten abstrahlt, benötigt sie etwa 50 Zentimeter Abstand zur dahinterliegenden Wand. Verkürzen lässt sich dieser, indem die Bassreflexöffnungen mit Schaumstoff oder Watte gedämpft werden. Da ich wissen möchte, was die Lautsprecher liefern können, habe ich sie frei, fast in der Mitte des Hörraums mit etwa 2,5 Meter Abstand zueinander und zu meinem Hörplatz aufgestellt. Dabei habe ich die 383er leicht auf mich eingedreht und fast auf Anhieb eine perfekte Position gefunden. Im Verlauf der Tests habe ich sie etwa 20 Zentimeter weiter nach hinten gestellt, was wiederum mit dem Höhen-Schalter zu tun hatte. Der Frequenzbereich des Lautsprechers beginnt bei 52 Hertz. Das ist tief genug, um im Bass einiges zu wuchten. Andere Kompaktlautsprecher geben eine tiefere Frequenz an, aber durch den hohen Wirkungsgrad fühlt sich der Bass hier einfach wuchtiger an.

Für die Hochtonreproduktion setzt Nubert auf eine 25 Millimeter durchmessende Seidenkalotte.

Angenehme Stimmwiedergabe

Meine ersten Tests beginne ich am liebsten mit tiefreichenden Damenstimmen. „Tom’s Diner“ von Suzanne Vega eignet sich meines Erachtens besonders gut, weil Instrumente die Darbietung hier nicht überlagern. Ich muss gestehen, dass ich überrascht bin, wie agil der große Tieftöner auch im Mitteltonbereich unterwegs ist. Die Abstimmung ist etwas kühler als bei den Kanto YU4, die ich zuletzt getestet habe, aber Suzanne Vega wird authentisch wiedergegeben und genau in der Mitte vor den Lautsprechern positioniert. Noch eindrucksvoller gelingt dies mit „These Bones“ von den Fairchild Four. Die tiefe Bassstimme fühlt sich auf der 22 Zentimeter-Membran bestens aufgehoben. Dabei verteilen sich die drei anderen Künstler sauber vor mir auf der Bühne. Der Hall breitet sich im gesamten Raum aus. Was mich besonders beeindruckt: Die weit nach vorn reichenden Stimmen füllen sogar noch den Bereich hinter meinem Sofa aus.

Der Höhen-Schalter

Für mich, der immer im Wechsel zwischen Musikgenuss und analytischem Hören ist, ist dieser Schalter in der nuBox 383 Fluch und Segen zugleich. Er sorgt dafür, dass der ausgezeichnete Seidenhochtöner sachlicher oder spitzfindiger agiert. Mein Problem mit dem Schalter? Wenn ich mich abends hinsetze, um einfach nur dem Klang der Musik zu folgen, erwische ich mich, dass ich wissen möchte, was der Schalter bewirkt. Ich werde vom Genießer zum Analytiker. Anfangs habe ich sehr viel auf „neutral“ gehört. Für sehr spitz abgestimmte Aufnahmen, wie „30 000 Miles“ von Yello ist diese Einstellung die erste Wahl. Gerade wenn ich etwas lauter hören möchte, überfluten mich die Höhen in der brillanten Einstellung. Höre ich hingegen Grover Washington Jr und Kenny Burrel im „Asphalt Canyon Blues“, habe ich den Eindruck, dass mir Feinheiten wie Ghost Notes auf der Snare entgehen und schalte wieder in den brillanten Modus.

Die Gewebeabdeckungen gehören zum Lieferumfang und haften mittels kleiner Pins an der Schallwand.

Näher dran

Zugleich habe ich den Eindruck, dass alle Instrumente etwas weiter zu mir nach vorn rücken. Dies war auch der Grund, warum ich die Lautsprecher etwas weiter entfernt positioniert habe. Auch wenn ich zwischendurch immer wieder das Gefühl habe, dass ich wieder umschalten muss, habe ich mich nun doch dazu durchgerungen, fast alles auf „brillant“ zu hören. „Immortality – Remastered“ von Pearl Jam klingt so abgestimmt einfach etwas luftiger und offener. Der nach vorn hinzugewonnene Raum hilft bei der Ortung und die Instrumente klingen tatsächlich etwas brillanter. Seichte Nuancen erscheinen jetzt präsenter. Gerade bei Zimmerlautstärke – oder leicht darüber – habe ich den Eindruck, nichts mehr zu verpassen, was mir die neutrale Stellung vielleicht vorenthalten würde. Aber das ist vielleicht auch Geschmackssache. Eindeutig kann diese Funktion die Wiedergabequalität aber auch in akustisch eher ungünstigen Wohnsituationen (bedämpfte Räume, hell klingende Räume etc.) zum Guten beeinflussen.

Der Hochtonumschalter (kleiner Schalter zwischen den oberen LS-Klemmen) erlaubt die Klanganpassung an den eigenen Hörgeschmack, an den Verstärker oder die räumlichen Gegebenheiten.

Die nuBox 383 spielt wie eine Große

Was an der nuBox 383 ebenfalls wie eine Art Magie wirkt: Man kann nur so lange mit gedämpfter Lautstärke unterwegs sein kann, bis man einmal lauter gedreht hat. Der voluminöse Tieftöner erfordert ein bisschen Leistung, um so richtig zu begeistern. Das soll nicht bedeuten, dass er in leiseren Gangarten nicht auch liefert. Nein, ganz und gar nicht! So richtig amtlich wird es eben aber erst, wenn die Membran ordentlich in Bewegung kommt. Wie in meiner Einleitung beschrieben, hat Nubert hier „anständige Boxen“ kreiert. Die angegebenen 150 Watt Nennleistung kann man ihnen tatsächlich zuführen. Und zwar ohne, dass irgendetwas zerrt, rumpelt oder scheppert, das zum Lautsprecher gehört. Die sogenannte Kompaktbox ist ein echtes Partymonster. Aufgrund der internen Sicherungen ist eine Überlastung unmöglich und ich konnte meinem Magnat RV-4 endlich einmal die maximale Leistung abfordern, ohne Verzerrungen zu hören.

Das Zwei-Wege-System arbeit offensichtlich perfekt. Selbst unter höheren Pegeln neigt die nuBox 383 nicht zu Verzerrungen.

Partyfieber

Wenn es so richtig laut wird, schlägt die Nubert nuBox 383 ordentlich zu. Die bewegte Luftmasse vor und hinter der Membran bringt die Magengegend so richtig in Wallung und das Tanzfieber setzt ein. Dabei bleibt der Frequenzbereich angenehm ausgeglichen. Falls es im Hochtonbereich dann doch mal etwas zu brillant wird, verschafft der Höhen-Schalter Abhilfe. Die nuBox 383 ist ein echtes Monster im Kompaktgewand. Ein Kompakt-Gigant, der nicht nur laut, sondern dabei auch erstaunlich akkurat aufspielen kann. Damit ist er vielen ähnlich großen und/oder ähnlich ausgepreisten Mitbewerbern ein ganzes Stück voraus! Songs wie „Wake Up“ von Rage Against The Machine liefern hier den erforderlichen Punch, den die „Kompaktboxen“ satt präsentieren. Wer jetzt den Raum betritt, kann kaum glauben, dass die Kleinen, die Hütte so deftig in Schwung bringen können, dass die Wände wackeln.

Erweiterbarkeit

Mit Interesse habe ich auch Beiträge in den Rezensionen gelesen. Hier gibt die nuBox 383 auch als Center-Speaker eine gute Figur ab. Aufgrund der ausgezeichneten Sprachwiedergabe kann ich mir das sehr gut vorstellen. In Kombination mit einem Nubert nuSub kann der bereits ausgiebige Bass unten herum noch etwas aufgepolstert werden. So erhalten auch Actionfilme den nötigen Rumms für Knalleffekte. Außerdem schnürt Nubert auch fertige Bündel wie das „Komfort Set“ aus Verstärker und nuBox 383, das „Vinyl Set“, mit einem Vollverstärkerplattenspieler und nuBox383 oder das „Surround Einsteiger Set“, das aus den nuBox383, dem Center nuBox CS-413 und einem Heimkino-Receiver besteht, um nur einige zu nennen. Die nuBox 383 lässt sich also vielfältig einsetzen und kann im Paket dann sogar noch ein paar Euro günstiger werden.

Steht die nuBox 383 näher an der Wand, empfiehlt es sich die rückwärtigen Bassreflexports zu verschließen.

Fazit

Mit der nuBox 383 hat Nubert einen echten Knaller im Angebot. Dieser Lautsprecher ist kompakt, klingt aber wie ein Großer. Er hat Kraft wie ein Standlautsprecher und ist auch noch vergleichsweise günstig zu haben. Dennoch zeigt die nuBox 383 keine Einspareffekte, die Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen und klanglich steht sie ausgesprochen gut dar. Bei fünf Jahren Garantie kann der zukünftige Genießer auch davon ausgehen, dass hier nicht an der Qualität der Bauteile gespart wurde. Im Gegenteil, Nubert spendiert seiner nuBox 383 sogar noch ein Bi-Wire-Modul und die besagte Hochtonanpassung. Ich würde behaupten, Nubert hat in diesem Segment die Messlatte in Sachen Klang und Preis/Leistungs-Verhältnis noch ein Stückchen höher gelegt.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Highlight
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

80

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Technische Daten

Modell:Nubert
nuBox 383
Gerätekategorie:Regallautsprecher
Preis:384,00 Euro / Paar
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171 / 92690-0
www.nubert.de
Abmessungen (HBT):380 x 245 x 290 mm
Gewicht:10,9 kg
Prinzip:Passiv, Zwei-Wege, Bassreflex
Hochtöner:25 mm
Tief-/Mitteltöner:220 mm
Frequenzgang:52 – 22.000 Hz (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- nuBox 383
- Elastik-Puffer
- Bedienungsanleitung
- Gewebeabdeckung
- Lautsprecherkabel (2 x 0,75 mm²/4 Meter)
Pros und Contras:+ sehr gute Verarbeitung
+ hervorragende Abstimmung
+ Hochtonanpassung
+ dynamische Bassreproduktion
+ flexibel in der Aufstellung
+ sehr gute Raumdarstellung
+ Bi-Wire-Anschlussmodul
+ hohe Belastbarkeit

- keine Contras
Benotung:
Gesamtnote:Highlight
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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