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Die Elac Vela BS 403 kombiniert Ästhetik mit hohen Ansprüchen an einen sauber definierten Klang. Der Zwei-Wege-Bassreflex-Lautsprecher ist eine ganz schön cool-schräge Erscheinung, er zeigt sich aber nicht nur optisch in Bestform.

Die Vela BS 403 kommt im hochglänzenden Edelkleid. Wahlweise in weißer, schwarzer oder nussbaumfarbener Ausführung.

Die in schwarzen Hochglanzlack gehüllte Elac Vela BS 403 fällt in einem dunklen Regal nicht weiter auf. Hier verschwindet sie elegant an ihrem Bestimmungsort und tut wie ihr geheißen. Wird sie klanglich auf den Zuhörer losgelassen, sucht er sie meist vergeblich. Der Sound des Kompaktlinge erinnert an einen größeren Standlautsprecher. Wird der Schallwandler dann doch im Regal geortet, staunt der Hörende über den Anblick nicht schlecht. Jetzt findet er eine Box mit gerade einmal 362 Millimetern Höhe vor. Wobei „Box“ eigentlich der falsche Ausdruck ist, denn das Gehäuse der Vela BS 403 ist alles andere als geradlinig. Die Bodengruppe bildet ein Aluminiumrahmen, der sich nach vorn verjüngt und nach hinten öffnet. Auf ihm findet sich auch das silberne Elac-Logo. Auf besagter Basis, leicht nach hinten gelehnt, steht der Korpus, dessen Front zu den Seiten sanft gerundet ist. Die Seitenwände sind nach innen geneigt und oben sitzt das Dach nicht flach auf. Stattdessen liegt der Giebel an der rückwärtigen Gehäusewand. Jener hübsche Deckel aus schwarzem Aluminium ist von einem silberfarbenen Rahmen eingefasst. Natürlich hat Elac aber auch weitere Gehäusefarben im Angebot. Neben „Schwarz Lack Hochglanz“ stehen noch „Weiß Lack Hochglanz“ sowie „Nussbaum Lack Hochglanz“ zur Auswahl. Wer auf den Anblick der Chassis verzichten möchte, kann im Zubehörkatalog zusätzlich noch die passenden Frontblenden erwerben.

Der Gehäusedeckel verjüngt sich nach hinten und neigt sich nach vorn.

Ausgepackt und aufgestellt

Das Vela BS 403-Lautsprecherpaar kommt sorgfältig verpackt in die Redaktion. Reichlich Styropor sorgt dafür, dass beim Transport nichts schief gehen kann. Jeder Lautsprecher ist darunter selbst noch einmal in eine Schaumstofftasche und eine dicke Kunststofftüte gehüllt. Dieser Karton könnte theoretisch also auch einmal eine Woche im Regen stehen bleiben, ohne dass dem wertvollen Transportgut etwas passiert. Sobald die Lautsprecher von ihrer Schutzkleidung befreit sind, finden sie zunächst einmal auf etwa drei Metern Abstand auf Ohrhöhe ihren ersten Platz. Hier möchte ich mir erst einmal ein Bild von den Fähigkeiten der Schallwandler abseits reflektierender Wände machen. Bei der Positionierung fällt mir dann sofort die erstklassige Verarbeitungsqualität auf. Nicht nur das Gewicht von 7,1 Kilogramm pro Stück lässt auf ein solides Gehäuse schließen. Der Lack ist sorgfältig aufgetragen, die Chassis sitzen in der Frontplatte, wobei sie, aufgrund der Wölbung der Schallwand, leicht nach außen hervorschauen. Meiner Meinung nach besteht der einzige Makel darin, dass Elac die Chassis von außen sichtbar verschraubt. Rückseitig bietet das üppige Anschlussfeld dann ausreichend Optionen. Per Bi-Wiring können Hoch- und Tieftonsektion hier separat angesteuert werden. Aber auch meine Bananenstecker finden hier problemlos Verbindung. Selbst eine fliegende Verdrahtung mit einer Zuleitung aus händisch verdrillten Litzen mit einem Querschnitt von 10 Quadratmillimetern ist an den wuchtigen Schraubklemmen kein Problem. Damit wären wir auch schon bei den technischen Merkmalen angelangt.

Rückseitig findet sich das massive Anschlussfeld. Selbstverständlich in Bi-Wire-Version ausgeführt …

Auch der Klang hat am Design gefeilt

Wie bereits angedeutet, lässt sich das Äußere der Vela BS 403 weniger durch ein kantiges Design als durch ein abgerundetes Trapez beschreiben. Wie einige andere Hersteller setzt Elac hier auf eine gerundete Frontplatte, um Reflexionen an den Gehäusekanten zu vermeiden. Dabei macht der Kieler Hersteller keine halben Sachen: Um stehende Wellen größtmöglich zu vermeiden, ist der gesamte Korpus nach hinten geneigt und hinten etwas aufragender gestaltet als vorn. Damit liegt das 150 Millimeter messende Tiefmitteltonchassis etwas dichter am Zuhörer als der Jet-Hochtöner, was zu seinem besseren Laufzeitverhalten führen soll. Sofort zieht hier die wabenartige Struktur des Tiefmittelton-Schwingsystems, Elac nennt das „Kristallmembran“, die Aufmerksamkeit auf sich. Sie soll der gesamten Fläche eine höhere Steifigkeit bei gleichzeitig niedrigstmöglichem Gewicht verleihen, was zudem noch für ein gutes Ansprechverhalten sorgen soll. Als Hochtöner kommt hier selbstverständlich der bewährte Jet-Tweeter zum Einsatz, der sich in allen höherwertigen Elac-Lautsprechern wiederfindet. Die sorgfältig gefaltete, besonders leichte Membran wird durch ein Magnetsystem angetrieben und verspricht einen hohen Wirkungsgrad und ein exzellentes Impulsverhalten. Die Impulse dürfen hierbei 100 Watt erreichen, wobei der empfohlene Verstärker mindestens 40 Watt liefern können sollte. Im Inneren des Gehäuses vermittelt die Frequenzweiche im Normalbetrieb bei 2.400 Hertz Bass, Mitten und Höhen an die entsprechenden Chassis. Der Bassreflextunnel ist nach unten auf den Aluminiumfuß gerichtet. Durch seine Aufspreizung wird der Schall der Öffnung sowohl nach hinten wie auch seitlich abgestrahlt. So erreicht die doch recht zierlich auftretende Box laut Datenblatt einen Frequenzbereich von 41 Hertz bis hinauf zu 50 .000 Hertz in der Spitze. Auf dem Regal nimmt ein einzelner Lautsprecher 191 Millimeter in der Breite und 240 Millimeter in der Tiefe ein. Hier sollte allerdings berücksichtigt werden, dass die Box ein gutes Stück von der Wand entfernt positioniert werden sollte. Überdies sollte das Regal mindestens zusätzliche 15 Kilogramm tragen können, denn jeder einzelne Lautsprecher bringt, wie bereits erwähnt, ein Gewicht von 7,1 Kilogramm auf die Waage.

Elac-Erkennungszeichen: Selbstverständlich ist auch die Vela BS 403 mit Elacs legendärem Jet 5-AMT-Hochtöner ausgestattet.

Die Zwerge packen an

Um die optimale Positionierung auszumachen, starte ich meinen ersten Aufstellungstest – wie so oft, mit Suzanne Vegas „Tom’s Diner“. Tatsächlich muss ich jetzt auch nicht viel Hand anlegen, damit sich die Stimme von den Membranen ablöst. Kaum erklingen die ersten Töne, fällt direkt auf mit welcher Leichtigkeit die Vela BS 403 die tiefgreifende Stimme abbildet. Mit wohltuender Wärme stellt sie die Akteurin direkt vor den Zuhörer. Die Stimme schwebt regelrecht zwischen den Boxen und zeigt sich auch in der Größenabbildung erstaunlich realistisch. Ebenfalls wunderbar plastisch wird anschließend Hannah Reid von London Grammar im Raum positioniert, den das Klavier ihr ausbreitet. Gerade in der Wiedergabe tieferer Stimmlagen wird schnell deutlich, dass die Elac-Entwicklungsabteilung für das vergleichsweise kleine Gehäuse eine ausgezeichnete Abstimmung gefunden hat. Der Vela BS 403 gelingt ein warmer, harmonischer und zugleich sanfter Übergang von den mittleren zu den hohen Frequenzen. Auch wenn die Lautsprecher aufgrund ihrer Größe im Tiefbass keine Erdbeben auslösen, so erreichen sie doch mit geradezu pedantischer Präzision Tiefen, die nahe an das heranreichen was man von so manchen Standlautsprecher kennt.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist die Kristallmembran. In der Vela BS 403 setzt Elac auf ein schwarz durchgefärbtes, 15-Zentimeter durchmessendes Schwingsystem.

Die Vela BS 403 ist flexibel und ehrlich

Ein schönes rundes Klangbild zeichnen die beiden Klangtrapeze anschließend in „Butterfly“ von Herbie Hancock. Die gespielten Becken werden hinreißend klar gezeichnet. Der tiefe brodelnde Bass des Synthesizers weckt die Lust, das Duo noch lauter zu drehen. Und wenn die Bass-Drum dann noch ein Pfund drauflegt, hat man als Zuhörer schnell vergessen, dass man hier „nur“ ein kleines Zwei-Wege-System vor sich hat. Die ersten Sounds von „Lost In Motion“ des Schweizer Duos Yello beweisen dann eindrucksvoll, welche Impulskraft die Elacs bieten. Die Höhen des Synthie-Saxophon-Intros säuseln keck und dennoch nicht zu aufdringlich hin und her und Fifi Rong wird in voller Lebendigkeit wiedergegeben. Darüberhinaus spielt die Box im Grundton imponierend knackig auf, wobei sie hier niemals überbetont zur Sache geht, um mehr Tiefe zu suggerieren. Die Elac ist kein Blender. Sie bildet nur den Bereich ab, den sie auch abbilden kann, das dafür aber in Perfektion. Und das in jedweder Art der Positionierung. Selbst auf meinem guten alten Highboard an der Wand klingen die hübschen „Segel“ absolut überzeugend. Hier macht sich dann der geringere Abstand zur Wand bemerkbar und der Bassbereich erfährt noch etwas Aufwertung. Wer auf wuchtige Klänge steht, kommt auch mit der Platzierung auf dem Regal ganz sicher auf seine Kosten. Dennoch wäre es schade, so ein wundervoll gestaltetes Exemplar nicht auch visuell in den Vordergrund zu rücken.

Der Bassreflex-Port strahlt nach unten auf die staible Bodenplatte. Das macht die Elac-Box flexibler in der Aufstellung.

Modernes Design im Einklang mit klassischer Musik

Losgelassen auf die „Toccata con Fuga“ in D-Moll von Johann Sebastian Bach zeigen die Elac Vela BS 403 auch im Anschluß eine wunderbare, facettenreiche Wiedergabe. Den richtig tiefen Pfeifen vermag die übersichtliche Membranfläche zwar nicht vollständig das erforderliche Fundament einer ausgewachsenen Standbox zu bieten. Dennoch klingt der Lautsprecher mit seinen knapp acht Litern Gehäusevolumen auch hier um Längen größer an als es sein Äußeres vermuten lässt. Das Volumen der Kirche wird weit über die physischen Aufstellungsorte hinaus ausgedehnt. Der Übergang von kleinen zu größeren bis hin zu den ganz großen Pfeifen unterliegt tatsächlich keinem Bruch in der Abbildung. Und selbst die größten Röhren werden noch stattlich unterfüttert. Die Violinen im Sommer der „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi werden ebenfalls vorzüglich im Raum positioniert. Dabei sind die unterschiedlichen Instrumente sauber im Hörraum verteilt und detailliert in Szene gesetzt. Besonders beeindruckt hier das Volumen der Violoncelli, sowie der klare metallische Klang der sanft gespielten Triangeln. Die ausgewogene Darstellung beeindruckt auch in der „Ouvertüre des Tannhäusers“ von Richard Wagner. Speziell als sich die Blechbläser in das Spiel der Violinen und Violoncelli einfügen, wird bewusst, wieviel Energie die Entwickler in die Feinabstimmung zwischen Chassis und Gehäuse investiert haben. Mit höheren Lautstärken haben die Lautsprecher ebenso keine Probleme, wobei die Tiefmitteltöner in hohen Pegellagen schon ordentlich im Gehäuse ackern, um den nötigen Schalldruck zu produzieren. Das ist aber auch nötig, um mit den Jets mitzuhalten, die offensichtlich noch viel mehr vertragen könnten.

Auch wenn die Vela BS 403 keine 40 Zentimeter hoch sind, spielen sie in unserem Testraum groß auf.

Erweiterbarkeit

Die Vela BS 403 klingt schon allein ausgesprochen präzise und für ihre Größe absolut faszinierend. Selbstverständlich lässt sich die kleine Elac aber auch in ein Heimkino-System integrieren. Dazu bieten die Kieler Audio-Spezialisten mit dem Vela CC 401 einen Center-Lautsprecher mit zwei 150 Millimeter messenden Tiefmittelton-Chassis und einem Jet 5-Hochtöner an. Steht dem Zuhörer der Sinn nach einem größeren System, lässt sich das Setup wahlweise aber auch um den FS 409- oder FS 407- Standlautsprecher erweitern.

Egal für welches Familienmitglied man sich aus der Vela-Serie entscheidet. Jedes Modell ist mit Elacs bewährten Jet5-AMT-Hochtöner und Kristallmembran im Tief-/Mittelton ausgestattet.

Fazit

Die Vela BS 403 bieten sich regelrecht für den Einsatz in modern möblierten Wohnzimmern an. Hier kreieren sie ein großartiges Hörerlebnis. Dabei kommen die Elacs selbst mit weiträumig reflektierenden Flächen klar und sind dank ihres offensichtlich hervorragenden Rundstrahlverhaltens in der Lage, selbst in nicht direkt „bestrahlten Bereichen“ ein exzellentes Musikerlebnis bereitzustellen. Mit ihren kompakten Ausmaßen können die Boxen aber selbstverständlich auch unauffällig auf einem Sideboard platziert werden. Gerade wenn es an Platz für Standlautsprecher mangelt, stellt dieses edle Pärchen eine hübsche Alternative dar, die klanglich Ihresgleichen sucht. Das außergewöhnliche Design, die hohe Verarbeitungsqualität und der exzellente Klang bieten sich allerdings auch an, die Lautsprecher auf Standfüßen zu präsentieren. Der Verkaufspreis von 1.980 Euro für das Paar ist angesichts der Verarbeitung und des umfangreichen Klangerlebnisses zwar hoch, aber absolut gerechtfertigt.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94

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190125.Elac-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Elac
Vela BS 403
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:1.980,00 Euro / Paar
Garantie:- 2 Jahre
- 5 Jahre (nach Registrierung bei Elac)
Ausführungen:- Schwarz Hochglanz
- Weiß Hochglanz
- Nussbaum Hochglanz
Vertrieb:Elac, Kiel
0431/647740
www.elac.de
Abmessungen (HBT):362 x 191 x 240 mm
Gewicht:7,1 kg / Stück
Hochtöner:1 x JET 5 (Elac, Air Motion Transformer)
Tiefmitteltöner:1 x 150 mm (Elac, AS-XR Konus)
Frequenzbereich:41 Hz - 50 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:2.400 Hertz
Lieferumfang:- Elac Vela BS 403
- Bedienungsanleitung (mehrsprachig)
- Sicherheitshinweise
Pros und Contras:+ edles Design
+ Bändchenhochtöner (JET 5 Air Motion Transformer)
+ Mitteltieftöner mit eingeprägter Kristallstruktur
+ erstklassige Verarbeitung
+ lebendige, detailreiche Wiedergabe
+ punchiger Grundton
+ sehr gutes Impulsverhalten

- keine Abdeckungen im Lieferumfang
Benotung:
Klang (60%):94/95
Praxis (20%):95/95
Ausstattung (20%):94/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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