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Redakteur
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Angesichts immer besser werdender Mini-Lautsprecher, die teilweise ja wirklich erstaunliche Leistungen bringen, stellen sich viele HiFi-Freunde nicht ganz zu Unrecht die Frage, ob massive Standlautsprecher überhaupt noch nötig sind. Natürlich ist es immer auch ein bisschen Geschmacksache, ob man seine Boxen lieber dezent versteckt oder vielleicht sogar als repräsentative Soundmöbel betrachtet – grundsätzlich aber haben (gute) Standlautsprecher aber noch immer eine Daseinserechtigung. Ob es den schwäbischen Audio-Experten von Nubert mit ihrer stattlichen nuBox 683 gelingt, diese These zu untermauern, wird sich zeigen. Das Testobjekt hat es jedenfalls in sich und präsentiert sich als das massives Familienoberhaupt der bewährten, ja fast schon legendären nuBox-Serie.

Stattlich: Das Flaggschiff der aktuellen nuBox-Serie misst 115 Zentimeter in der Höhe und bringt 37,5 Kilo auf die Waage.

Stattlich: Das Flaggschiff der aktuellen nuBox-Serie misst 115 Zentimeter in der Höhe und bringt 37,5 Kilo auf die Waage.

Während Schwaben im Allgemeinen ja ein gewisser Hang zum Geiz nachgesagt wird, möchte ich an dieser Stelle Folgendes festhalten: Bezogen auf den Materialeinsatz und die Ausmaße der Lautsprecher beweist Nubert hier eindeutig Großzügigkeit. Mit einer Höhe von 115 Zentimetern und einem Gewicht von rund 37,5 Kilogramm (wohlgemerkt pro Box) vollziehen die 683er nämlich gleich einen eindrucksvollen Auftritt. Einen wichtigen Tipp möchte ich von daher dem eigentlichen Test vorwegschicken: Alleine Musik hören kann man mit diesen Lautsprechern sehr gut. Transport, Auspacken und Aufstellen, das sind dagegen Unternehmungen, die sich aufgrund genannter Hardfacts eindeutig besser in Teamarbeit erledigen lassen. Aus Rücksicht auf die Oberfläche der Lautsprecher – und die eigenen Bandscheiben!

Erfolg in Serie – die nuBox-Connection

Dass Nubert in Sachen Qualität am Lautsprecher-Markt ein gehöriges Wort mitredet, das ist bekannt und aufgrund über vierzigjährigen erfolgreichen Firmengeschichte auch wenig verwunderlich. Ein besonderes Highlight der cleveren Soundingenieure aus Schwäbisch Gmünd stellt dabei sicherlich die Entwicklung der nuBox-Linie dar. Bezogen auf die Traditionsserie schreibt das Unternehmen auf seiner Website: „Musik- und Heimkinofreunde verbinden mit dem Namen nuBox zu Recht seit vielen Jahren großen Klang zum fairen Preis. Unsere gesamte Erfahrung, die wir in vier Jahrzehnten intensivster Forschungs- und Entwicklungsarbeit gesammelt haben, findet sich in der erfolgreichen nuBox-Baureihe wieder.“
Das passt, denn unsere bisherigen Erfahrungen mit Lautsprechern dieser Serie – ob klein oder groß – können diesen Selbstanspruch nur bestätigen. Hinzu kommt, dass diese Modelle stets in einem attraktiven, stilvollen und zeitlosen Design daherkommen, schlicht und elegant. Kurz und gut: Die Audio-Spezialisten von Nubert möchten ihren Kunden mit der nuBox-Familie ein perfekt abgestimmtes und unverfälschtes Klangbild bieten – und zwar zu einem erschwinglichen Preis und in guter und optisch ansprechender Verarbeitung. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dieses Vorhaben durchgängig erfolgreich umgesetzt wurde. Jetzt bin ich sehr gespannt, ob der „Chef“ der nuBox-Reihe diese Ansprüche ebenfalls erfüllen kann.

Auch optisch liefert Nubert Qualität. Hochwertige Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung und das in drei attraktive Farbvarianten: Die Schwaben liefern die 683er in Schwarz, Weiß und – wie hier zu sehen in der Variante „Ebenholz“.

Auch optisch liefert Nubert Qualität. Hochwertige Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung und das in drei attraktive Farbvarianten: Die Schwaben liefern die 683er in Schwarz, Weiß und – wie hier zu sehen in der Variante „Ebenholz“.

Erst das Auge, dann das Ohr: die nuBox 683 im Optikcheck

Die Sache mit dem Gewicht hatte ich ja oben schon erwähnt und natürlich können Lautsprecher mit solchen Maßen auch schonmal kleinere Transportschwierigkeiten mit sich bringen. Aber glücklicherweise liefert Nubert ja direkt bis vor die Haustüre. Ein größeres Auto müssen Sie sich für den Transport also schonmal nicht ausleihen. Und dennoch: holen Sie sich bitte Hilfe beim Auspacken und Aufstellen. Mit vier Händen ist es einfach sicherer und geht schneller voran. So haben wir es dann auch schnell geschafft, die Lautsprecher gefahrlos in die Wohnung zu transportieren, auszupacken und ideal zu positionieren.
Ist dies geschehen, richtet sich der erste Blick auf das schlichte, geradlinige und edle Design, das die nuBox 683 – und zwar nicht nur wegen ihrer stattlichen Statur – zu einem echten Hingucker macht. In der mir zum Test überlassenen Variante „Ebenholz“ kommt dies meiner Meinung nach besonders gut zur Geltung. Aber auch die verfügbaren Versionen in Schwarz und Weiß können sich durchaus sehen lassen und zeigen sich als optisch ansprechende Alternativen in dediziert eingerichteten Wohnlandschaften. Dem imposanten Auftritt steht die Technik dann in nichts nach. So sind die gewichtigen Zwei-Wege-Lautsprecher in Bassreflexbauweise gestaltet und mit drei mächtigen, impulsoptimierten Subbass-Chassis in einem Durchmesser von je 220-Millimetern versehen. Zwei-Wege? Korrekt, denn die drei genannten Chassis arbeiten als echte Tieftöner, wobei sich das obere zudem für die Mitteltonreproduktion zuständig zeigt. Diese Armada, wie der 25-Millimeter-Hochtöner lassen sich bei Bedarf übrigens hinter einer mattschwarzen Gewebeabdeckung verstecken, die dann die gesamte Schallwand bedeckt. Aber egal ob mit oder ohne Abdeckung, insgesamt wirkt die Verarbeitung der nuBox 683 sehr hochwertig und auch in Sachen Materialauswahl haben sich die Schwaben wirklich nicht lumpen lassen. Das Familienoberhaupt der nuBox-Serie deutet so bereits auf den ersten Blick an, dass ihm jede Menge Power innewohnt (450 Watt Spitzenbelastbarkeit sprechen dabei allein für sich). Mich beeindruckt an dieser Stelle übrigens besonders, dass die Nubert-Entwickler es geschafft haben eine massive Standbox zu kreieren, die sich trotz ihrer Abmessungen vergleichsweise harmonisch ins Wohnzimmer einbinden lassen und dort eben nicht wie ein klobiger Fremdkörper wirken. In puncto Optik und Ausstattung erfüllt der Hersteller also schon mal meine Erwartungen vollends. Das macht mich jetzt neugierig auf die akustische Leistung …

Ein Blick aufs Anschlussfeld zeigt: zwei Paare hochwertiger Schraubklemmen und die kleinen Hebel zum Feintuning des Sounds. So kann der Fokus des Klangbildes je nach Geschmack und Musikstil leicht angepasst werden.

Ein Blick aufs Anschlussfeld zeigt: zwei Paare hochwertiger Schraubklemmen und die kleinen Hebel zum Feintuning des Sounds. So kann der Fokus des Klangbildes je nach Geschmack und Musikstil leicht angepasst werden.

Er ist für den guten Klang in den höheren Bereichen zuständig: der 25 Millimeter Hochtöner mit Seidengewebekalotte.

Er ist für den guten Klang in den höheren Bereichen zuständig: der 25 Millimeter Hochtöner mit Seidengewebekalotte.

Dann drehen wir mal auf

Um den 683ern gegenüber nicht gleich mit der Tür ins Haus – oder mit aller Macht in die Bassreflexrohre – zu fallen, teste ich sie zunächst einmal auf ihre Qualitäten als TV-Boxen. Insbesondere interessiert mich hier, wie diese mächtigen Geräte mit leisen Tönen und dem gesprochenem Wort umgehen. In diesem Einsatz überzeugen sie mich dann auch recht schnell. Egal, ob ich mir einfach nur die abendliche Tagesschau zu Gemüte führe oder eines der unzähligen Spiele der Fussball-Bundesliga ansehe (und -höre); Stimmen sind perfekt temperiert und sehr natürlich, während selbst kleinste Details sauber aus dem großen Ganzen herausgeschält werden. Sehr gut, das passt schonmal! Auch im klassischen Blockbuster-Einsatz überzeugen mich die Boxen dann schnell durch ihren ausgewogenen Klang. Einen, der leise Hintergrundmusik ebenso voll und satt rüberbringt, wie den üblichen Druck in Actionszenen. Zufrieden mit Schritt eins meines Tests wechseln die nuBox 683er nun den Einsatzzweck, hin zur Musikwiedergabe. Zuerst grabe ich aus meinem Fundus einen alten Klassiker aus und konfrontiere die Lautsprecher mit Dean Martins „The Very Best Of“-Album. Die unverwechselbar lässige Stimme des „King of Cool“ weht mir unverfälscht um die Ohren, Instrumente sind leicht und klar zu hören, der Groove stimmt. Das macht sofort Spaß. Ob beim lockeren „Gentle On My Mind“ oder im coolen Swing-Klassiker „Ain’t That A Kick In The Head“, hier passt alles: Volumen, Drive, Grundton, Harmonie. So fühle ich mich auf angenehme Art und Weise schnell in die Rat-Pack-Ära zurückversetzt und erlebe Musikgenuss pur.

Bildunterschrift: Drei mächtige 220 Millimeter Tieftöner mit Polypropylenmembran liefern einen beeindruckend kraftvollen Bass und machen die nuBox 683 zu einem wohlklingenden Schrecken der Nachbarn.

Drei mächtige 220 Millimeter Tieftöner mit Polypropylenmembran liefern einen beeindruckend kraftvollen Bass und machen die nuBox 683 bei Bedarf zu einem wohlklingenden Schrecken der Nachbarn.

Das war wirklich Klasse. In Sachen Power und Energie lässt sich Dean Martin aber natürlich noch nicht als wirkliche Herausforderung für meine Testgäste aus Schwäbisch Gmünd bezeichnen. Von daher folgt nun mit Metallica ein echtes Brett und der ultimative Belastungstest. Das 1996er Album „Load“ kommt zum Einsatz und ich möchte mit Hymnen wie „Until It Sleeps“ und „Hero Of The Day“ herausfinden, was die 683er bringen, wenn man mal die Nachbarn ärgern will. Die Erkenntnis lässt dann nicht lange auf sich warten, denn ich stelle schnell fest: die 683er können so Einiges! Die riesigen Tieftöner lassen es auch im hohen Lautstärkebereichen ordentlich – und zwar ohne auch nur im Ansatz zu verzerren – krachen. Brachial! Was dabei aber besonders positiv auffällt: Höhen neigen weder zur Übertreibung, noch bleiben sie auf der Strecke. Das Klangbild stimmt von vorn bis hinten, bzw. von oben nach unten. Die typischen Metallica-Riffs und das treibende Schlagzeug von Lars Ulrich entfachen mühelos ihre volle Kraft und bringen das heimische Wohnzimmer wortwörtlich zum Beben. Auf der Nubert-Website heißt es übrigens diesbezüglich: „Im Vergleich zu ihrer legendären Vorgängerin nuBox 681 wurden insbesondere die Klangneutralität und die Tieftonwiedergabe des nuBox-Spitzenmodells weiterentwickelt: Mit Subwoofer-verdächtigen 35 Hertz erreicht sie wohl eine neue Bestmarke in ihrer Klasse“. Diese Aussage kann ich voll und ganz bestätigen, denn in Sachen Bass spielt die nuBox 683 so tief hinunter, dass dieser sich zwischenzeitlich auch in meiner Magengrube bemerkbar macht! Je nach persönlichem Geschmack und Musikgenre lässt sich am Anschlussfeld der Lautsprecher dann sogar noch ein Feintuning vornehmen. Ein cleveres Feature, das bei Mitbewerbern dieser Preisklasse nicht zum Standard gehört, das man von Nubert-Schallwandlern allerdings bereits aus anderen Modellen kennt. Die Hochtonwiedergabe lässt sich hier dreistufig anpassen (brillant, neutral, sanft), während in puncto Bassintensität die Einstellungen „neutral“ und „angehoben“ zur Verfügung stehen. Kleine aber sehr feine Unterschiede, die jedoch einen deutlichen Unterschied machen und das Klangerlebnis je nach Hörgeschmack, Einsatzzweck, Mitspieler oder Raum deutlich optimieren können. Pfiffig!

Die Mischung macht`s: Die 683er sind zwar groß und massiv, dafür aber wohlproportioniert und Eleganz gestylt.

Die Mischung macht`s: Die 683er sind zwar groß und massiv, dafür aber wohlproportioniert und elegant gestylt.

Kurz und gut: Die nuBox 683 Standlautsprecher machen Spaß. Eine beeindruckende Power mit zugleich erstaunlicher Präzision machen sie zu einem Top-Allrounder für jedes Wohnzimmer – und für jedes Hörverhalten. Von zarten Tönen bis hin zu brachialem Soundspektakel leisten diese Boxen Großes!

Rückseitig befinden sich die Öffnungen der drei Bassreflexrohre. Für einen optimalen Sound empfiehlt es sich einen entsprechenden Abstand zur Rückwand einzuhalten.

Rückseitig befinden sich die Öffnungen der drei Bassreflexrohre. Für einen optimalen Sound empfiehlt es sich einen entsprechenden Abstand zur Rückwand einzuhalten.

Fazit

Die Grundvoraussetzungen für diesen Test waren ja schon mal sehr gut, denn Nubert-Produkte haben in der Vergangenheit stets überzeugt, wobei besonders die kleineren Verwandten der nuBox-Serie punkten konnten. Entsprechend hoch waren dann auch meine Erwartungen an die nuBox 683, die allesamt übererfüllt wurden. Unterm Strich lässt sich sagen, dass man mit diesen mächtigen Standboxen Musikgenuss pur erlebt. Das hohe Gewicht ist der einzige kleine „Kritikpunkt“, den ich ausmachen konnte, aber natürlich ist das nur Gejammer. In der Realität gibt es nämlich auch dafür einen Pluspunkt, denn die massive Bauweise ist ohne Zweifel mitverantwortlich für die großartige, druckvolle Performance der nuBox 683. Aufgrund ihrer klassisch-schönen Optik und ihres natürlich-kraftvollen Sounds mit enormem Basspotenzial kann mein Resümee nur wie folgt lauten: Nubert liefert mit diesen Lautsprechern erneut ein Soundmöbel in Top-Qualität – und das zu einem vergleichsweise günstigen Stückpreis von nur 549 Euro. Allen Freunden des guten Klangs – die einen stattlichen, robusten und zugleich eleganten Standlautsprecher suchen – möchte ich Nuberts Aushängeschild der nuBox-Serie somit eindringlich ans Herz legen. Viel Spaß mit einem echten Schwergewicht und mit ganz großer Musik!

Test & Text: Stefan Meininghaus
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

98 %

92 %

99 %

161104-nubert-testsiegel

Technische Daten

Modell:Nubert
nuBox 683
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:549,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Schwarz (Front Schwarz)
- Weiß (Front Weiß)
- Ebenholz (Front Schwarz)
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 0800 / 6823780
www.nubert.de
Abmessungen (HBT):1150 x 245 x 414 mm (mit Füssen, ohne Gitter)
Gewicht:37,5 Kg/Stück
Hochtöner:25 mm Seidengewebekalotte
Tief-/Mitteltöner:3 x 220 mm (Polypropylenmembran)
Lieferumfang:- nuBox 683
- Gewebeabdeckungen
- Lautsprecherkabel
- Bedienungsanleitung
- nubi
Besonderes:- sehr gute Verarbeitung
- stattliche Bestückung
- dreistufige Hochtonanpassung
- zweistufige Tieftonanpassung
- Kauf ohne Risiko: 1 Monat Widerrufsrecht
Empfohlene Raumgröße:bis 40 Quadratmeter
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1,0
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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