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Nachdem bereits im Januar erste Andeutungen in die Öffentlichkeit drangen, folgte nun der Paukenschlag: Der südkoreanische Multikonzern LG baut keine Smartphones mehr und zieht sich aus der Sparte zurück. Verkaufsgespräche mit der vietnamesischen Vingroup verliefen erfolglos, sodass der ehemals drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt dieses Geschäftsfeld komplett aufgibt.

Das LG Wing verfügt über einen beweglichen Hauptbildschirm, der sich um 90° drehen lässt. Darunter befindet sich ein Zweitbildschirm, der ganz neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet.

Dieser Schritt kommt allerdings nicht überraschend, haben sich doch über die Jahre Fehler beim Marketing und bei der Geschäftsausrichtung angehäuft. Voraussichtlich im Juli wird die Abwicklung des Geschäfts abgeschlossen sein. Die im Lager vorhandenen Smartphones von LG werden allerdings noch verkauft und auch der Support wird noch einige Zeit weiterlaufen. Somit können die Nutzer von LG Smartphones auf absehbare Zeit weiterhin mit ihren Geräten telefonieren, im Internet auf Vergleichsportalen wie bonus.com.de surfen oder Apps herunterladen.

Markt „Unglaublich wettbewerbsfähig“

Die Entscheidung, den Smartphone-Markt zu verlassen, ist vor allem auf die rückgängigen Zahlen zurückzuführen. In den vergangenen sechs Jahren hat LG in diesem Geschäftsbereich einen Verlust von insgesamt knapp 4,5 Milliarden US-Dollar verzeichnen müssen. Im letzten Jahr konnten nur noch 28 Millionen Handys verkauft werden, Samsung konnte hingegen 256 Millionen Geräte absetzen. 2013 gelang es LG zum drittgrößten Smartphone-Hersteller der Welt aufzusteigen. Lediglich Apple und eben Samsung hatten einen größeren Marktanteil, die auch heute den Markt hochpreisiger Geräte dominieren, während andere Hersteller, beispielsweise Späteinsteiger Huawei, die Handy-Sparte von LG längst überholt haben. In der Pressemitteilung heißt es, dass dieser Markt „unglaublich wettbewerbsfähig“ sei. LG kann diesen Entwicklungen nach eigenen Einschätzungen nichts mehr oder nur wenig entgegensetzen. Damit ist man in bester Gesellschaft, auch ehemalige Marktführer oder in anderen Bereichen erfolgreiche Unternehmen wie Nokia, Sony und Microsoft hatten bzw. haben auf dem hartumkämpften Smartphone-Markt schwer zu kämpfen.

Keine klare Strategie erkennbar

Analysten machen den Niedergang von LGs Smartphone-Branche u. a. an den schwachen Marketingmaßnahmen aus. Im Gegensatz zu (ehemaligen) Mitbewerbern wie Huawei fehle LG die notwendige Expertise, um eine breite Masse an potenziellen Käufern anzusprechen. Auch bei dem Design der Smartphones gab es seit Jahren schwere Mängel. LG hat im Laufe der Zeit mehrere Geräte herausgebracht, die Software- oder Hardwarefehler hatten. So fiel das 2015 vorgestellte Flaggschiff-Modell G4 zunächst durch einen ab Werk eingebauten Bootloop-Defekt auf, der das Handy nach einer gewissen Zeit unbrauchbar machte. Dieser Hardwarefehler wurde erst nach vielen Monaten vom Hersteller behoben. Unzulänglichkeiten wie diese haben das Ansehen von LG beim Endverbraucher schwer beschädigt. LG hat auch das ein oder andere Kuriosum vorgestellt, das an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeiging. Eines dieser extravaganten Modelle war das gebogene Smartphone, welches auf einem Tisch keinen festen Stand hatte.

Neue Wachstumsbereiche: Robotertechnik und E-Mobilität

Auch das G5 in Modulform hat mit seinen teilweise austauschbaren Bestandteilen nie die gewünschte Marktakzeptanz gefunden. Ein weiterer Flop war das LG Wing mit seinen zwei Bildschirmen. Keines dieser drei Modelle fand viele Käufer. Das Tochterunternehmen LG Electronics wird aber selbstverständlich weiterhin operieren. Beispielsweise wird es weiterhin Bildschirme herstellen, u. a. für Apple. Ein neuer Schwerpunkt des Konzerns liegt in Wachstumsmärkten, u.a. Bauteile für Elektrofahrzeuge, Robotik, künstliche Intelligenz und dem Internet der Dinge.

Über LG

Die LG Group ist ein in verschiedenen Branchen tätiger, im Jahr 1947 gegründeter Konzern aus Südkorea. Der Hauptsitz befindet sich in den LG Twin Towers im Geschäftsviertel Yeongdeungpo in Seoul. LG steht hierbei für „Lucky GoldStar“, wird aber mittlerweile oft durch den Slogan „Life’s Good“ stilisiert. Der Mischkonzern hat Geschäftsfelder in zahlreichen Branchen, u. a. in der Chemie, im Dienstleistungsgewerbe und in der Elektronik. Eine der Elektronik-Tochterfirmen des Konzerns, LG Electronics, ist bzw. war für die Smartphones zuständig und damit der bekannteste Zweig der LG Group.

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