lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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Fundamental-Veränderung: Spatial Europe führt eine neue No.1 ein – und nimmt radikale Weiterentwicklungen vor. Der Open-Baffle-Lautsprecher tritt nun mit deutlich verschlankten Maßen auf, für Höhen und Mitten kommt jetzt ein neues Koaxial-Chassis mit Kugelwellen-Horn zum Einsatz, was bei diesem 3-Wege-System auch zu einer Revision der seriellen Frequenzweiche führte. Wie diese neue Addition von audiophiler Ausrichtung, natürlicher Punktschallquellen-Abstrahlung und bewährter Klangneutralität der offenen Schallwand klingt, zeigt die kompakte No.1 erstmals im Weltpremieren-Test des lite-Magazins.

Die neue Spatial Europe MC Series No.1 ist mit ihrer kompakten Dimensionierung und ihrem attraktiven Design ein wohnraumfreundlicher Hingucker.

Die neue Spatial Europe MC Series No.1 ist mit ihrer kompakten Dimensionierung und ihrem attraktiven Design ein wohnraumfreundlicher Hingucker.

Wow-Erlebnis bei der Präsentation: Kaum steht die neue No.1 im Hörraum, zeugt das einhellige Nicken davon, dass dieser Schallwandler den Design-Nerv der Redaktion trifft. Kein Wunder: Zur schlank-luftigen Erscheinung, die wir bereits bei vorherigen Open-Baffle-Lautsprecher-Tests wie etwa der Spatial Europe No.3 genossen haben, kommt hier ein extra-attraktiver Auftritt: Der Lautsprecher integriert sich mit seiner geringen Höhe von jetzt knapp 92 Zentimetern gut ins Wohnambiente und ist mit seiner Optik ein echter Hingucker: Unser Testmodell ist durchgängig in sauberst aufgetragenem mattschwarzem Keramiklack gehalten, was dem Lautsprecher einen modernen, klaren und coolen Style verleiht. Dieses Clean Design wird durch die optional erhältlichen Frontbespannung befördert, mit der unsere No.1 ausgestattet ist: Diese Blende kaschiert den großen, dahinter agierenden Woofer – und zugleich setzt sie mit ihrem intensiven Rot einen tollen farblichen Kontrapunkt. Die Blende ist auch in zahlreichen anderen Farbtönen erhältlich, ebenso ist die Lackierung des Lautsprechers in sämtlichen Kolorierungen des RAL-Spektrums realisierbar.

Im Halbprofil zeigt sich die luftig-dynamsiche L-Form, die der Open Baffle-Lautsprecher durch seine Freiheit vom Gehäuse aufweist.

Im Halbprofil zeigt sich die luftig-dynamsiche L-Form, die der Open Baffle-Lautsprecher durch seine Freiheit vom Gehäuse aufweist.

Luftig-dynamische L-Form

Überdies kann der Schallwandler alternativ in ein Echtholzfurnier gekleidet werden. Hier bietet Spatial Europe sechs aparte Optiken von Eibe Pfefferkorn bis Roseneiche vintage an. Dies alles ist möglich, weil Spatial Europe die Lautsprecher in Handarbeit herstellt und für die Fertigung auch lokale Maschinenbauer, Schreiner und Polsterer aus Ingolstadt und Umgebung einbezieht. Diese lokale Produktion trägt ebenso zur Nachhaltigkeit bei wie der konsequent betriebene Kunststoff-Verzicht bei Verpackungsmitteln und Transportutensilien. Zurück zu unserer No.1: Sie besteht als Open-Baffle-Lautsprecher allein aus der Schallwand und einem ebenfalls in schwarz gehaltenen Fuß. Dieser lässt die Platte sicher in der Senkrechten stehen – wobei die Schallwand eine leichte Schrägung nach hinten aufweist. So besitzt die No.1 eine zugleich luftig-leichte und dynamische L-Form. Was für ein Kontrast zur Kastigkeit einer konventionellen Box! Die Geschmeidigkeit der No.1 wird schließlich durch sanft gefasten Kanten der Schallwand und die konisch konturierten Ausschnitte für die Chassis noch gesteigert.

Mehrfacher Vibrations-Stopp

Das attraktive Äußere verbirgt, dass diese Schallwand es auch in sich hat: Das scheinbar monolithische Brett besteht eigentlich aus zwei zusammengefügten MDF-Platten von verschiedener Materialdichte und -dicke. Dies sorgt für Robustheit und vermindert Vibrationsneigungen. Diesem Zweck dienen auch die integrierten Stahlplatten: Sie sind mit dem Fuß verschraubt und fördern so durch einen wohldosierten Anpressdruck die Schwingungsresistenz. Weitere Vibrations- und Resonanz-Verhinderer sind die per Computersimulation optimierten Fräsungen und die in die Schallwand eingelassenen Nylon-Muffen: Sie nehmen die metrischen Schrauben auf, mit denen die Chassis rückseitig befestigt sind. Zwischen Schraubenköpfen und Chassis-Korb befinden sich zudem Nylon-Unterlegscheiben. Das elastische Nylon sorgt hie wie da für eine bemerkenswerte Beruhigung gegenüber der früheren Fixierungsweise, bei der Holzschrauben direkt ins MDF-Material eingedreht waren und direkten Korb-Kontakt hatten. Diese Vibrationsberuhigung rundet den eh schon vorhandenen Vorteil des Open-Baffle-Prinzips ab: Hier entfällt das typische Mitschwingen und Dröhnen eines herkömmlichen Lautsprechergehäuses – und dadurch entfallen die damit einhergehenden Klangverfremdungen.

Die No.1 ist – wie sämtliche Modelle von Spatial Europe – in verschiedensten Optiken erhältlich. Zur Keramiklackierung in den Standard-Farben Mattschwarz und Mattweiß kommen auf Anfrage sämtliche RAL-Kolorierungen. Alternativ kleidet die Manufaktur den Lautsprecher auf Wunsch auch in ein Echtholzfurnier, das Portfolio umfasst hier neben Roseneiche natur zwei alternative Rosenholz-Ausführungen und drei weitere Holz-Sorten.

Die No.1 ist – wie sämtliche Modelle von Spatial Europe – in verschiedensten Optiken erhältlich. Zur Keramiklackierung in den Standard-Farben Mattschwarz und Mattweiß kommen auf Anfrage sämtliche RAL-Kolorierungen. Alternativ kleidet die Manufaktur den Lautsprecher auf Wunsch auch in ein Echtholzfurnier, das Portfolio umfasst hier neben Roseneiche natur zwei alternative Rosenholz-Ausführungen und drei weitere Holz-Sorten.

Impulstreue durch Gehäusefreiheit

Zur weitgehenden Abwesenheit von vibrationsbedingten tonalen Verfälschung kommt eine komplette Freiheit von Kompressionseffekten: Ohne Korpus bremst kein Luftwiderstand die Lautsprechermembranen beim Schwingen. Deshalb bleibt das Impulsverhalten der Chassis unbeeinträchtigt, was der Transparenz, der Präzision und der Dynamikfähigkeit zugutekommt. Warum umgibt man dann ein Chassis überhaupt mit einem Gehäuse? Der Korpus verhindert, dass beim Schwingen eines Lautsprecherchassis die entstehenden Luftdruck-Unterschiede vor und hinter der Membran sich sofort ausgleichen. Ohne Druckunterschied kein Ton. Deswegen dürfte beim gehäuse- und damit barrierefreien Open Baffle-Lautsprecher theoretisch kein Mucks entstehen. Doch praktisch passiert der sogenannte akustische Kurzschluss allein an den Schallwandseiten – und ist nur für die langwelligen tiefen Frequenzen bedeutsam. Bei kurzwelligeren höheren Frequenzen verhindert hingegen die Schallwand den Druckausgleich. Auch aus diesem Grund haben Open Baffle-Lautsprecher bei aller Schlankheit eine großflächige Front, und deshalb misst die knapp sieben Zentimeter starke Platte der nicht mal einen Meter hohen No.1 in der Breite 43 Zentimeter.

Üppiger Bass dank großem Woofer und Dipol-Prinzip

Der zweite Grund für die breite Schallwand: Für einen kraftvollen Bass benötigen Open Baffle-Lautsprecher große Woofer mit viel Membranfläche. Deshalb spielt auch in der neuen No.1 jener bewährte 15-Zoll-Woofer, den Spatial Europe bei so gut wie allen Modellen einsetzt. Er stammt aus der Profi-Beschallungstechnik, ist dementsprechend pegelfest und hubstark. Diese Auslenkfähigkeit befördert abermals die Basspotenz. Zugunsten der Belastbarkeit, Präzision und Impulstreue muss die Membran sehr fest, steif und trotzdem leicht sein. Deshalb weist die Membranfläche eine stabilisierende Riffelung auf. Der papierne Konus wird zudem von einer mehrfach gefalteten, ziemlich steifen Gewebe-Sicke straff eingefasst. Die Basseinbußen, die das Offene-Schallwand-Prinzip mit sich bringt, machen Open Baffle-Lautsprecher zudem durch das Dipol-Prinzip wett: Sie nutzen zusätzlich zum vorderseitig abgestrahlten Direktschall auch den vom Bass-Chassis rückseitig abgestrahlten Schallanteil. Dieser kommt über die Wand-Reflexionen zum Hörplatz und bewirkt hier, bei richtiger Aufstellung, ein Bass-Plus. So spielt die No.1 laut Datenblatt runter bis zu staunenswerten 35 Hertz.

Hinter der optionalen Frontbespannung, die hier in rot realisiert ist, agiert ein 15-Zoll-Woofer. Er besitzt eine große Membranfläche, kann als Langhub-Chassis weit auslenken – und bietet so die Basis für den voluminösen, tiefreichenden Bass.

Hinter der optionalen Frontbespannung, die hier in rot realisiert ist, agiert ein 15-Zoll-Woofer. Er besitzt eine große Membranfläche, kann als Langhub-Chassis weit auslenken – und bietet so die Basis für den voluminösen, tiefreichenden Bass.

Koax mit Kugelwellenhorn für Mitten und Höhen

Wie stark sich die neue No.1 von ihrem nominellen Vorgängermodell, der No.1 SE MK II, unterscheidet, zeigt neben der kompakten Dimensionierung insbesondere die koaxiale Schallwandler-Sektion für Mitten und Höhen. Statt einer Kombination aus mächtigem Konus-Woofer und durch ihn hindurch strahlende Kompressionstreiber kommt nun, wie auch schon bei der No.3, eine neue Besonderheit zum Zuge: ein Koax mit Kugelwellenhorn und kleinerem, agilerem Acht-Zoll-Konus. Dieses Chassis stammt von dem spanischen Schallwandler-Spezialisten Beyma, der ein halbes Jahrhundert Expertise besitzt und besten Leumund in der Branche genießt. Der Mitteltöner aus beschichtetem Papier erfährt, ähnlich wie der Tieftöner, dank einer gefalteten und ziemlich steifen Sicke eine straffe Einfassung. Zentral im Treiber platziert agiert nun als Hochtöner eine 44-Millimeter-Kalotte. Sie besteht aus einem von Beyma entwickelten Spezial-Polymer, das ein besseres Verhalten bei hoher Belastbarkeit und langer Betriebsdauer bieten soll. Die Schallabstrahlung des Kalottenhochtöners verläuft dann über den sphärischen Hornvorsatz.

Die Höhen und Mitten liefert ein neues Koaxial-Chassis mit Kugelwellenhorn. Eine Polymer-Kalotte, die ihren Schall über den Trichter mit Traktrix-Geometrie homogen abstrahlt, ist für die Höhen zuständig. Ein Acht-Zoll-Konus schallwandelt die Mitten. Durch die koaxiale Anordnung beider Chassis agieren sie wie eine Ein-Punkt-Schallquelle. Dies bewirkt eine homogene, natürliche und räumliche Wiedergabe.

Die Höhen und Mitten liefert ein neues Koaxial-Chassis mit Kugelwellenhorn. Eine Polymer-Kalotte, die ihren Schall über den Trichter mit Traktrix-Geometrie homogen abstrahlt, ist für die Höhen zuständig. Ein Acht-Zoll-Konus schallwandelt die Mitten. Durch die koaxiale Anordnung beider Chassis agieren sie wie eine Ein-Punkt-Schallquelle. Dies bewirkt eine homogene, natürliche und räumliche Wiedergabe.

Homogenitäts-Garant

Dieser Trichter besitzt durch seine Traktrix-Formgebung am Hornmund einen Öffnungswinkel von 180 Grad. Aufgrund dieser Geometrie punktet das Kugelwellenhorn mit großer Verfärbungsarmut, homogenem Abstrahlverhalten und konstantem Abstrahlwinkel über den gesamten übertragenen Frequenzbereich hinweg. Überdies ist das Chassis durch seinen koaxialen Aufbau bereits per se ein Homogenitäts-Garant: Dank der Einbettung des Horns in den Konus werden die Schallanteile der Höhen und der Mitten vom gleichen Ort abgestrahlt – und nicht von verschiedenen Stellen wie bei übereinander positionierten Einzel-Chassis. Deshalb gelingt Koax-Lautsprechern eine natürliche, organische, ungemein räumliche Wiedergabe. Nächstes Homogenitäts-Plus: Der Mitteltöner schallwandelt ungewöhnlich breitbandigkeit von 100 Hertz bis 3,5 Kilohertz. In diesem Bereich liegen auch jene Frequenzen, für die das menschliche Ohr besonders sensibel ist und bei denen uns tonale Unstimmigkeiten sowie Brüche besonders auffallen. Deshalb ist es gut, dass ein einziges Chassis diesen kritischen Tonbereich übernimmt. Finaler Vorteil: Der ungewöhnlich tiefe Übergang zum Bass sorgt für einen offener klingenden Stimmbereich.

Edel-Verkabelung und serielle Weiche

Soweit die Chassis – nun zu ihrer Verkabelung: Hier hat sich Spatial Europe nach vielen Tests für 8N-Solidcore-Kupferkabel entschieden. Diesen hochqualitativen Massivleiter verwendet die Ingolstädter Manufaktur auch für ihre Lautsprecherkabel. Bei der No.1 ist die Chassis-Verkabelung nun weitestmöglich innerhalb der Schallwand geführt. So kommt zum Clean Design der Vorderseite eine sehr aufgeräumte Rückseite. Auf ihr finden wir im unteren Bereich das Anschlussterminal, das mit amtlichen WBT nextgen-Klemmen punktet. Hinter der Terminalblende sitzt dann, in die Schallwand eingelassen, auch direkt die Frequenzweiche. Hier schwört Spatial Europe-Chef Robert Andorf auf seine serielle Drei-Wege-Weichenkonzeption, an der er jahrelang intensiv gearbeitet hat: Statt der gängigen parallelen Schaltung sind hier Hoch-, Mittel- und Tieftöner in Reihe geschaltet. Das ist klanglich vorteilhaft, technisch aber vermaledeit: Nun hat nämlich jedes eingesetzte Bauteil Einfluss auf die gesamte Weichenschaltung und damit auch auf alle Chassis – und die wiederum wirken mit ihren elektrischen Werten ebenfalls auf das Schaltungs-Netzwerk ein.

Auch die Rückseite des Lautsprechers präsentiert sich sehr aufgeräumt, weil die Verkabelung weitestmöglich innerhalb der Schallwand geführt ist.

Auch die Rückseite des Lautsprechers präsentiert sich sehr aufgeräumt, weil die Verkabelung weitestmöglich innerhalb der Schallwand geführt ist.

Audiophil-aufwändiges Weichen-Konzept

Eine derartige serielle Weiche, mit der das Musiksignal aufgeteilt und an die zuständigen Chassis geschickt wird, ist also extrem schwierig zu realisieren. Eine Berechnung per Computer-Simulation liefert da kein akustisch befriedigendes Ergebnis. Deshalb hat Robert Andorf in unzähligen Sessions rund 30.000 Bauteile ausprobiert und im Hörtest verglichen, bis die Drei-Wege-Weiche stimmig war – mit möglichst wenigen Komponenten von höchster Qualität und geringsten Toleranzwerten. Dieses audiophile Weichenkonzept hat Andorf für die neue No.1 und hier insbesondere auf den frischen Koax-Treiber angepasst. So finden wir hinter der Abdeckung in Freiverdrahtung, also in einem Aufbau ohne klangverschlechternde Platine, gerade mal eine gute handvoll Bauteile bester Provenienz – angefangen bei der Schichtkernspule und dem MResist Supreme-Widerstand von Mundorf bis hin zum MKP Audyn-Cap Plus-Folienkondensator. Aktualisiert ist schließlich auch der Fuß: Der aus massivem Aluminium gefräste Sockel passt mit seinem schwarzen Finish perfekt zum Lautsprecher und betont nun mit seiner gelaserten Beschriftung die hochwertige Erscheinung.

Den sicheren Stand der No.1 garantiert eine Sockelplatte aus massivem Aluminium. Die schlanke Platte und die Unterfütterung mir drei Kugelspikes befördern die Luftigkeit des Lautsprechers.

Den sicheren Stand der No.1 garantiert eine Sockelplatte aus massivem Aluminium. Die schlanke Platte und die Unterfütterung mir drei Kugelspikes befördern die Luftigkeit des Lautsprechers.

Platzierung und Ausrichtung

Dieser Fuß ist bodenseitig mit drei höhenverstellbaren Bronze-Spezialfüßen unterfüttert. So können Unebenheiten des Untergrunds ausgeglichen werden. Zudem lässt sich die Neigung des Lautsprechers verändern – und damit der Einfluss des Direktschalls dosieren. Das führt uns direkt zur Frage der Aufstellung: Spatial Europe empfiehlt ein Distanz von 75 bis 95 Zentimeter zwischen den Lautsprecher-Vorderkanten und der Wand sowie rund drei Meter Abstand der No.1 zum Hörplatz. Hier lohnt das sorgfältige Ausprobieren und Justieren, denn je nach Abstand erzielt man am Hörplatz eine Addition oder Auslöschung der direkten und indirekten Schallanteile – und damit eine markante Ab- oder Zunahme im Bass. Auch die Einwinklung sollte man gewissenhaft vornehmen: Wegen der Dipol-Abstrahlung beschallen Open Baffle-Lautsprecher prinzipiell vorderseitig etwas fokussierter als herkömmliche Boxen, weshalb weniger Decken-, Boden- und Seitenwand-Reflexionen erzeugt werden. Hier hilft es, von einer parallelen Aufstellung ausgehend peu à peu die Schallwandler so weit einzuwinkeln, bis die Wiedergabe ein stabil-homogenes Ganzes ergibt.

Die Spatial Europe MC Series No.1 in der Praxis

Für die Aufstellung wählen wir den Blues-Klassiker „Tin Pan Alley“ in der legendären Interpretation des Gitarren-Großmeisters Stevie Ray Vaughan samt seiner Begleitband Double Trouble. Trotz Vaughans Saitenkünste achten wir hier zuerst auf den Bass, um die richtige Lautsprecher-Positionierung für den optimalen Tiefton zu erreichen. Der ist bei 84 Zentimetern Abstand zur Wand und 2,80 Metern Distanz zum Sofa erreicht – und schon hier beeindruckt uns die No.1: Der Bass liefert ein herrliches Fundament. Tommy Shannon spielt auf seinem Viersaiter überwiegend lang ausgehaltene Liegetöne, und die stehen mit einem tollen Volumen und verblüffendem Tiefgang in unserem Raum. Trotzdem hat dieser Bass nicht die angedickte Fülligkeit oder gar Bräsigkeit, die wir mitunter bei konventionellen Boxen erleben: Mit der No. 1 klingt der Bass ungewohnt entschlackt, fast behende. Diese mächtige Leichtigkeit macht sich insbesondere bei den Anschlägen und den verbindenden Läufen bemerkbar, mit denen Shannon sein Spiel veredelt.

Das eingravierte, dezente Firmenlogo lässt den Lautsprecher noch edler erscheinen. Darunter ragt die Fußplatte in die Schallwand, beide sind miteinander verschraubt. Dies erhöht die Stabilität und erzeugt einen definierten Anpressdruck, der die Biegesteifigkeit der Schallwand beeinflusst. Das kommt der Präzision der Tieftonwiedergabe zugute.

Das eingravierte, dezente Firmenlogo lässt den Lautsprecher noch edler erscheinen. Darunter ragt die Fußplatte in die Schallwand, beide sind miteinander verschraubt. Dies erhöht die Stabilität und erzeugt einen definierten Anpressdruck, der die Biegesteifigkeit der Schallwand beeinflusst. Das kommt der Präzision der Tieftonwiedergabe zugute.

Herrliche Homogenität

Von diesem aufgeräumten Bass profitiert nun die gesamte Wiedergabe, denn dank des konturierten Tieftons können sich alle anderen Instrumente ohne jeglichen Verdeckungseffekt frei entfalten. Das gelingt der No.1 schon ohne Anwinklung gut, doch mit ziemlich genauer Ausrichtung auf den Hörplatz wird aus gut exzellent: Die Wiedergabe hat nun eine herrliche Homogenität. Vorne steht Vaughan, mehr erzählend denn singend führt er uns über die Tin Pan Alley und steht natürlich mit seinem virtuosen Gitarrenspiel im Mittelpunkt. Hinter ihm agiert, bestens gestaffelt, sein begleitendes Double Trouble-Duo. Diese drei Musiker füllen unseren Raum, richtiger: Die Wiedergabe der No.1 ist so selbstverständlich und stimmig, die Abbildung so natürlich und dreidimensional, dass sie unseren realen Raum vergessen macht und mit der immensen Offenheit jegliche Wandbegrenzungen überwindet. Das musikalische Geschehen hat deshalb eine wunderbare Luftigkeit. Hierfür zeichnet auch die koaxiale Anordnung von Höhen-Kalotte und Mitten-Konus verantwortlich. Hinzu gesellt sich aber ihre tolle Auflösungsfähigkeit.

Für den Anschluss an den Verstärker bietet die No.1 ein Paar nextgen-Klemmen von WBT. Sie bestehen weitestgehend aus Kunststoff, um metallene Klangeinflüsse zu minimieren. Die nötigen Kontaktflächen sind in Kupfer realisiert. Wer Kabel mit Schuhen verwendet, wird sich über den Drehmoment-Indikator freuen: Er verhindert, dass die Klemmen beim Anschluss zu stark angezogen werden. So wird ein optimaler Anpressdruck erreicht.

Für den Anschluss an den Verstärker bietet die No.1 ein Paar nextgen-Klemmen von WBT. Sie bestehen weitestgehend aus Kunststoff, um metallene Klangeinflüsse zu minimieren. Die nötigen Kontaktflächen sind in Kupfer realisiert. Wer Kabel mit Schuhen verwendet, wird sich über den Drehmoment-Indikator freuen: Er verhindert, dass die Klemmen beim Anschluss zu stark angezogen werden. So wird ein optimaler Anpressdruck erreicht.

Explosive Dynamik

Dieses Auflösungsvermögen erleben wir gleich zu Beginn beim Schlagzeug: Chris Layton spielt, abgesehen von einer reduzierten Bassdrum-Figur, die Hi-Hat mit geschlossenem Doppel-Becken und die Snare mit gedämpften Rimclick-Anschlägen. Trotz dieser Dezenz lässt uns das Schlagwerk sofort aufmerken: Wir hören die Materialität des Drumsets, das Holz der Stöcke sowie das Metall der Becken und des Trommelrands – als stünde das Schlagzeug wenige Meter in natura vor uns. Dazu ist das Drumkit mit einem herrlichen Hall versehen, hier sorgt die superbe Auflösung dafür, dass wir die artifiziellen Reflexionen hören und ihnen beim Abebben in der Weitläufigkeit dieses Kunstraums nachspüren können. Zu dieser Auflösung kommt eine geradezu explosive Dynamik, die das livehaftige Feeling abermals intensiviert: Layton eröffnet den Song mit einem satten Hieb auf Becken und Trommeln, setzt mit einem Stand-Tom-Wirbel nach – und obwohl wir den Song gut kennen, zucken wir aufgrund dieser impulstreuen, agilen und hochpräzisen Schlagfertigkeit der No.1 zusammen.

Die sanft konisch verlaufenden Ausschnitte für die Chassis erhöhen die geschmeidige Optik der Schallwand. Durch die optionale Blende wird der Woofer bedeckt. Diese rundet das Clean Design der Schallwand ab, zu dem ebenso die Schraubenlosigkeit der Front beiträgt: Die Chassis werden rückseitig fixiert.

Die sanft konisch verlaufenden Ausschnitte für die Chassis erhöhen die geschmeidige Optik der Schallwand. Durch die optionale Blende wird der Woofer bedeckt. Diese rundet das Clean Design der Schallwand ab, zu dem ebenso die Schraubenlosigkeit der Front beiträgt: Die Chassis werden rückseitig fixiert.

Physische Abbildungskraft

Großartig ist hiernach auch die geradezu physische Abbildung von Stevie Ray Vaughan und seiner Gitarre. Vaughan spielt auf seiner legendären Fender Statocaster „Number One“ – und wir erleben Emotion pur. Vaughan hat einen glasklar-glockenden Ton, der bei starkem Saitenanschlag eine sanft-sahnige Verzerrung durch den Gitarrenverstärker bekommt – und so bringt Vaughan seine „Number One“ zum Singen. Unsere No.1 wiederum lässt uns jedes Detail miterleben, als spielte Vaughan direkt vor uns und für uns. Die Töne perlen nur so, absolut rund, und doch ist jeder Punch des reinen Fingeranschlags mit herrlicher Akkuratesse vernehmbar. Diese tolle Gegenwärtigkeit reicht bis bis zum feinsten Vibrato, mit dem er die ausschwingende, immer leiser werdende Saite über den Hals-Bundstab reibt und den eigentlich schon verklungenen Ton wieder zu Leben erweckt. Wir kleben diesem Saitenmagier förmlich an seinen Zauber-Fingern und halten den Atem an, um dieses unendlich leise und trotzdem so intensive Sounderlebnis nicht zu stören.

Bruchlose Stimmenabbildung

Diese Intensität erleben wir auch bei der Stimme: Stevie Ray Vaughan singt und raunt, ruft und flüstert uns zu, was sich auf der Tin Pan Alley, dem „Roughest Place To Be“ ereignet – und so, wir wir an seine Fingern kleben, hängen wir auch an seinen Lippen. Die No. 1 macht sogar hörbar, wenn sich Vaughan dem Mikro nähert oder sich entfernt: Neben dem dadurch veränderten Räumlichkeitseffekt hat seine Stimme so mal mehr, mal weniger Bass. Die No.1 zeigt uns selbst dieses Detail mühelos, eindrucksvoll und lebensecht. Diese reale Wiedergabe mit bruchloser Stimmenabbildung demonstriert der Lautsprecher auch im großen Format. Wir gehen in die Lyoner Nationaloper, hier singt Joyce DiDonato die Arie „Io vi rivedo alfin“ aus Donizettis Oper „Maria Stuarda“ – begleitet vom hiesigen Chor und Orchester. Der Klangkörper eröffnet auch diese Arie – und hier präsentiert uns die No.1 das superbe Orchester in wunderbar geräumiger Abbildung und Tiefenstaffelung.

Die No.1 steht standardmäßig auf drei höhenverstellbaren Kugelspikes aus Feuerbronze. Wer die Performance perfektionieren möchte, investiert in die optionalen POM-Absorber, die klangschädliche Vibrationen unschädlich machen.

Die No.1 steht standardmäßig auf drei höhenverstellbaren Kugelspikes aus Feuerbronze. Wer die Performance perfektionieren möchte, investiert in die optionalen POM-Absorber, die klangschädliche Vibrationen unschädlich machen.

Hörbarer Bogenstrich

In diesem Musikerverbund können wir die verschiedenen Instrumentengruppen erkennen und verorten – erst rechts die Celli und Bässe, die die No.1 ebenfalls mit sattem Tiefton wiedergibt, dann mittig und links die Bratschen sowie die zweiten und ersten Geigen, bis die hinteren Bläser übernehmen. Auch hier ist die gekonnte, wirkungsvolle Dynamikabstufung des gemeinsamen Spiels und die Präsenz der einzelnen Musiker hervorragend. Dazu gehört, dass wir selbst den Bogenstrich der Saiteninstrumente vernehmen, hinzu kommen Spielgeräusche und sogar das Notenblättern der Musiker – so klingt und erscheint ein echtes Orchester! Vor dem Klangkörper intoniert nun Joyce DiDonato die Klage „Io vi rivedo alfin“, mit der Maria Stuarda sich von ihren Lieben verabschiedet. Diese Vertrauten antworten prompt – als hinter der Weltklasse-Sopranistin postierter Chor. So hören wir eine herrlich dreidimensionale Darstellung. Hier punktet die No.1 wieder mit ihrer Homogenität bei gleichzeitiger Weiträumigkeit und Offenheit. Das i-Tüpfelchen ist nun die Gestaltungskunst der Solistin.

Klangoptimierung mit optionalen Absorberfüßen

Joyce DiDonato variiert ihr Timbre, singt mit leiser Innigkeit, steigert sich zu lauter Inbrunst, variiert zwischen verhaltener Reflexion und abrupter Verzweiflung – und zieht dabei vom Vibrato bis zum Glissando alle stimmlichen Register, um uns in ihren Bann zu schlagen. Das gelingt auch, weil die No.1 ihren kunstvollen Gesang so kohärent wiedergibt. Trotzdem kann sich dieser Lautsprecher noch steigern. Wir stellen ihn nun auf die optionalen Absorberfüße – ein kleiner Aufwand mit großem Effekt: Der Bassbereich erfährt eine abermalige Konturierung. Die räumliche Darstellung verzeichnet einen nochmaligen Zugewinn an Tiefe. Das Auflösungsvermögen und die Präzision sind nochmals verfeinert, das zeigt der Detailzugewinn etwa beim Streicher-Pizzicato. Auch dynamisch legt die No.1 nochmals zu. So haben sämtliche Musiker eine abermals größere Präsenz, die Choristen gewinnen in der Ansprache – und Joyce DiDonatos Sopran glänzt mit noch mehr Strahlkraft und Stimm-Magie. Der eh schon eindrucksvolle Besuch im Lyoner Opernhaus gerät so noch mitreißender.

Die No.1 im Hörraum. Hier spielt der Open Baffle-Lautsprecher mit dem Verstärker Spatial Europe Amp No.2. Diesen zwölf Watt leistenden Röhrenverstärker fertigt der britische Verstärkerspezialist Audion exklusiv für die Ingolstädter Manufaktur und baut die Single Ended-Amps mit impedanzangepassten Ausgangsübertragern passend zu den Spatial Europe Lautsprecher-Modellen.

Die No.1 im Hörraum. Hier spielt der Open Baffle-Lautsprecher mit dem Verstärker Spatial Europe Amp No.2. Diesen zwölf Watt leistenden Röhrenverstärker fertigt der britische Verstärkerspezialist Audion exklusiv für die Ingolstädter Manufaktur und baut die Single Ended-Amps mit impedanzangepassten Ausgangsübertragern passend zu den Spatial Europe Lautsprecher-Modellen.

Fazit

Die neue No.1 ist quasi der kompakte Einstieg in die MC-Series von Spatial Europe – und der kleinste Lautsprecher des Portfolios punktet mit großem Klang: Die No.1 bietet einen überraschend voluminösen und tiefreichenden Bass, der in bester Open Baffle-Manier eine machtvolle Leichtigkeit besitzt. Dank der Freiheit vom Gehäuse gelingt die gesamte Wiedergabe ohne Klangverfälschungen und Kompressionseffekte. Deshalb glänzt auch die No.1 mit exzellenter Dynamik. Das neuen Koaxial-Chassis mit Kugelwellenhorn sorgt für eine noch größere Homogenität und Natürlichkeit der offenen, wunderbar räumlichen und plastischen Abbildung. Hinter allem steckt auch bei diesem Drei Wege-Lautsprecher die neue serielle Weiche, mit der Spatial Europe seine weiterentwickelten Modelle audiophil aufrüstet. So bietet die No.1 das Beste der Manufaktur in konzentrierter Form, beeindruckt bei ihrer Weltpremiere mit kompakter Kraft – und ist deshalb unsere „Editor’s Choice“.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Branislav Ćakić

Gesamtnote: Editor's Choice
Preis/Leistung: sehr gut

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231220.Spatial-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Spatial Europe
MC Series No.1
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:- Standard-Ausführung (Keramiklack schwarz oder weiß): 5.500,00 € / Paar

Aufpreise:
- frei wählbare RAL-Lackierung: 450,00 €
- Holzfurnier: 900,00 € - 1.200,00 € (je nach Furnier)
- Stoffbespannung: ab 525,00 €
Garantie:10 Jahre
Ausführungen:- Lackierung: Keramiklack weiß (matt), Keramiklack schwarz (matt) sowie (gegen Aufpreis) jegliche RAL-Farbe
- Holzfurnier (gegen Aufpreis): Eibe Pfefferkorn, Olive, Palisander, Roseneiche natur, Roseneiche vintage, Roseneiche schwarz
Vertrieb:MachOne classics, Ingolstadt
Tel. +49 841 33670
www.machone-classics.de
Abmessungen (HBT):915 x 432 x 68 mm (Schallwandwandstärke) bzw. 350 mm (Fußtiefe)
Gewicht:24,5 kg / Stück
Bauart:Drei Wege, passiv, offene Schallwand, offener Dipol-Lautsprecher
Koaxialchassis:- Hochtöner: 1 x Kugelwellenhorn mit 44-Millimeter-Polymer-Kalotte und Aluminium-Druckgusshorn
- Mitteltöner: 1 x 180 mm (beschichteter Papier-Konus)
Tieftöner:1 x 380 mm (Papier-Konus)
Frequenzbereich:35 Hz - 21 kHz (im Raum) (Herstellerangabe)
Trennfrequenzen:100 Hz, 3,5 kHz (Herstellerangabe)
Impedanz:8 Ω (Herstellerangabe)
Wirkungsgrad:93 dB/W/m (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Spatial Europe MC Series No.1
- höhenverstellbare Kugelspikes
Optionales Zubehör:- Spatial Europe Absorptionsfüße, abgestimmt auf das Lautsprechergewicht (300,00 € / 6 Stk.)
- Stoffabdeckungen (Set) (ab 525,00 €)
- Einspielservice: Einspielen der Lautsprecher in der firmeneigenen Schallkabine
Pros und Contras:+ attraktives Design mit luftig-kompakter Formgebung
+ überaus plastische Darstellung und räumliche Abbildung
+ natürliche, offene Wiedergabe
+ feines Auflösungsvermögen
+ Freiheit von Gehäuse-bedingten Klangverfälschungen und Kompressionseffekten
+ bruchlose Stimmenabbildung
+ ausgezeichnete Impulstreue und Dynamik
+ konturiert-entschlackter Bass mit überraschendem Volumen und Tiefgang
+ sehr guter Wirkungsgrad, ermöglicht den Betrieb auch mit wattarmen Verstärken
+ Manufaktur-Fertigung
+ optionaler Einspielservice: die benötigte Einspielzeit von bis zu 500 Stunden kann Mach One in der hauseigenen Schallkabine absolvieren

- Lautsprecher benötigt für optimale Basswiedergabe Platz, Aufstellung bedarf des Ausprobierens
Benotung:
Gesamtnote:Editor's Choice
Preis/Leistung:sehr gut
Gehört mit:- Verstärker: Hegel H360
- Lautsprecherkabel: Audioquest Rocket 88, Spatial Europe Wire No.1
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