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Mit dem 3S Floatweight 400 richtet sich Lehmannaudio gezielt an ambitionierte Vinyl-Liebhaber, die ihr Analog-Setup konsequent optimieren möchten. Das neu gedachte Plattengewicht soll den Kontakt zwischen Schallplatte und Plattenteller verbessern und ganz nebenbei auch unerwünschte Resonanzen deutlich reduzieren. Die Einsatzszenarien liegen klar im audiophilen Umfeld: hochwertige Plattenspieler, fein justierte Tonarme und Tonabnehmer, bei denen jedes Detail zählt. Mal sehen, inwieweit das Floatweight 400 dieses Versprechen auch einlösen kann …

Alles ganz einfach: Zum Lieferumfang gehören lediglich das Plattengewicht und die Zentrierhülse.

Für viele Musikfans stellt die Schallplatte nach wie vor das klangliche Nonplusultra dar. Vinyl begeistert mit einer besonderen Mischung aus Wärme, Natürlichkeit und Präsenz – vorausgesetzt, das gesamte Setup ist präzise abgestimmt. Die analoge Wiedergabe verzeiht auch kleine Fehler nicht. Bereits der korrekte Abtastwinkel der Nadel entscheidet darüber, wie sauber Informationen aus der Rille gelesen werden. Ebenso wichtig sind das passende Auflagegewicht, ein exakt eingestellter Azimut sowie der korrekte Winkel des Tonarms, um nur einige Beispiele zu nennen. Und auch scheinbar kleine Hilfsmittel wie Plattenklemmen oder Plattengewichte tragen ihren Teil dazu bei, das klanglich Beste aus einer Schallplatte herauszuholen. Sie verbessern den Kontakt zum Plattenteller, reduzieren Mikrovibrationen und erhöhen die Abtastsicherheit. Gerade bei nicht perfekt planen Pressungen zahlt sich das oft aus. Wer Vinyl ernst nimmt, weiß: Oft sind es genau diese Details, die aus gutem Klang ein wirklich grandioses Hörerlebnis machen.

Edler gehts kaum: Plattengewicht und Zentrierhülse werden in dieser edlen Holzschatulle ausgeliefert. Da das Gewicht ja in der Regel im Einsatz ist, lassen sich beispielsweise die Plattenbürste, die Libelle und weiteres Vinyl-Zubehör in dieser Box lagern.

Wo unterscheidet sich das 3S Floatweight 400?

Das 3S Floatweight 400 macht bereits beim Auspacken einen hochwertigen Eindruck. Geliefert wird das edle Plattengewicht in einer stabilen Holzschatulle, in der es sicher in passgenauem Schaumstoff gebettet ist. Neben dem 385-Gramm-Gewicht liegt hier auch eine Metallhülse bei. Deren Zweck erschließt sich vielen Nutzern sicher nicht sofort, deshalb komme ich gleich noch gesondert darauf zu sprechen. Zuvor möchte ich aber noch auf eine Besonderheit meines Testgastes eingehen: Primär ist es natürlich auch hier das Ziel, viel Masse auf die Schallplatte zu bringen, um Platte und Teller bestmöglich in Kontakt treten zu lassen. Norbert Lehmann gibt sich damit aber nicht zufrieden und stattete seinen „Vinyl-Amboss“ gleich noch mit seiner 3S-Technologie (in ähnlicher Form auch in der 3S Basis 480) aus, die parasitäre Resonanzen (O-Ton Lehmannaudio) wirkungsvoll absorbieren sollen. Verantwortlich dafür sind hier u.a. zwei kaskadierende Gewebescheiben mit zusätzlichen Schichten unterschiedlichster Materialien.

Um das 3S Floatweight 400 punktgenau zu platzieren, muss auch die Zentrierhülse zwingend eingesteckt sein. Sie sorgt dafür, dass das Plattengewicht und Achse nicht miteinander in Berührung kommen.

Teil des Prozedere

Bevor es losgeht, noch ein paar Worte zu Optik und Haptik meines Testgastes: Die Oberfläche ist in einem zeitlosen, dunklen Silber gehalten. Das sieht aus und es fühlt sich tatsächlich auch gut an. Das gilt auch für die Anwendung des 3S Floatweight 400, die tatsächlich kinderleicht ist, allerdings auch etwas Sorgfalt erfordert. Zunächst beginne ich damit, die Metallhülse über die Achse des Plattenspielers zu stülpen. Anschließend führe ich das Plattengewicht vorsichtig über die Achse, bis es sauber auf der Schallplatte aufliegt. Sobald das Gewicht korrekt positioniert ist, wird die Zentrierhülse wieder langsam und vorsichtig herausgezogen. Ganz wichtig: das Plattengewicht sollte sich dabei nicht bewegen. Entscheidend ist, dass das 3S Floatweight korrekt aufliegt und die Achse des Plattenspielers nicht berührt. So sollen unerwünschte Schwingungen und Resonanzübertragungen wirkungsvoll minimiert werden. Ein eleganter, technisch durchdachter Ansatz, der schnell Teil meines Vinyl-Prozedere wurde und sich nahtlos in den Höralltag integriert hat.

Liegt das Plattengewicht auf, wird die Zentrierhülse vorsichtig wieder herausgezogen.

Aus Vermutung wird Gewissheit

Der erste Hörtest erfolgt mit dem Song „Crazy On You“ vom Album „Dreamboat Annie“ von Heart. Zunächst höre ich den Song ohne Plattengewicht, anschließend mit aufgesetztem 3S Floatweight 400. Der Unterschied fällt beim ersten Durchgang eher subtil aus. Müsste ich einen Effekt benennen, erscheint mir der Grundton mit aufgelegtem Lehmann-Gewicht etwas dynamischer. Der Oberbass wirkt minimal straffer, vielleicht einen Tick drahtiger. Es handelt sich um feine Nuancen, keinesfalls um gravierende Veränderungen. Und ja, ein Teil dieses Eindrucks könnte durchaus auch meiner Erwartungshaltung geschuldet sein. Das kann ich hier nicht ausschließen, deshalb bleibe ich bewusst skeptisch. Diese Skepsis verfliegt aber schnell, als ich das Gewicht wieder aus dem System nehme und weiter höre. Meine Vermutung wird jetzt zur Gewissheit: Wo ich eben vielleicht ein kleines Upgrade im Grundton vermutete, fehlen mir nun merklich Dynamik und Rauminformationen. Also schnell das Gewicht wieder drauf und weiter geht’s …

Ein Blick ins Loch lässt den mehrschichtigen Aufbau des Gewichtes erkennen.

Mehr Raum, mehr Informationen

Nachdem der Test mit dem Hearts-Album dann länger dauerte als gedacht, wechsle ich zu Gregory Porter. Genauer gesagt zu „Be My Monster Love“ vom Album „Features and Remixes“. Wieder zuerst ohne und anschließend mit aufgelegtem Floatweight 400 auf dem Unitra GSH-630. Bereits im Intro ist ein klanglicher Unterschied wahrnehmbar. Das Piano wirkt sofort freier, etwas größer und zugleich intensiver. Größer bedeutet hier nicht überzeichnet oder übertrieben groß. Nein, das bedeutet es ausdrücklich nicht! Stattdessen wirkt es klanglich schlicht präsenter und glaubwürdiger. Mein vorheriger Eindruck scheint mich also nicht getäuscht zu haben. Und auch die Räumlichkeit profitiert hörbar. Plötzlich stehen mehr Rauminformationen zur Verfügung. Der Saal, in dem Gregory Porter gefühlt etwa drei Meter vor mir steht, wirkt tiefer und irgendwie auch größer. Die Unterschiede sind nicht eklatant, aber klar nachvollziehbar. Und vor allem: Sie kommen der Wiedergabe hörbar zugute und steigern die emotionale Wirkung der Musik.

Arbeitet effektiv und sieht gut aus: Das Lehmannaudio 3S Floatweight 400 im Einsatz auf dem Unitra GSH-630 Fryderyk.

Struktur und Weite

Die Musik ist schön – richtig schön. Ein guter Grund für mich, einfach bei diesem Album zu bleiben. Kurze Zeit später bin ich bei „About The Children“ angekommen. Wieder zeigt sich der Effekt des Plattengewichts – und wieder geht es um die Räumlichkeit. Ist das Plattengewicht aufgelegt, wirkt die Stimme von Gregory Porter einen Tick standhafter, fester im Raum verankert. Die Stimmmelodie selbst verändert sich dabei natürlich nicht – Gregory Porter bleibt Gregory Porter. Doch seine Präsenz nimmt zu. Dieser Eindruck verstärkt sich nochmals, sobald dann das Saxophon einsetzt. Es steht links neben und leicht hinter dem Sänger und lässt sich nun eindeutig klarer orten. Zusätzlich fällt auf, dass sich die Klangbühne ein Stück weit über die Standorte der Lautsprecher hinaus erstreckt. Die Wiedergabe wirkt offener, souveräner und strukturierter. All das, ohne dabei künstlich oder unnatürlich aufgebläht zu erscheinen.

Die Unterseite der Basis: Hier sind jene Gewebescheiben eingelassen, die den größten Anteil an der Wirksamkeit der Stellfläche haben. Lehmannaudio setzt diese Gewebescheiben auch schon bei seinen Geräte-Füße ein. Die große Basis ist mit einem Dutzende dieser Scheiben bestückt.

DIe 3S-Technologie kennen wir schon von anderen Lehmannaudio-Produkten. Beispielsweise von der 3S Basis 480. Auch hier sind jene Gewebescheiben eingelassen, die den größten Anteil an der Wirksamkeit der Stellfläche haben. Lehmannaudio setzt diese Gewebescheiben zudem auch schon bei seinen Geräte-Füße ein.

Harmonischer eingefügt

Jetzt folgt der Wechsel von Jazz zu Soul. Von Gregory Porter zu Isaac Hayes mit „Can’t Take My Eyes Off You“ vom Album „U-Turn“. Zugegeben: Schnulziger geht es kaum. Tatsächlich ist das auch nicht meine Lieblingsmusik, aber dieser Song eignet sich sehr gut für diesen Test. Der Song strahlt eine tiefe Ruhe aus, die mit aufgesetztem Floatweight 400 tatsächlich noch etwas dunkler und entspannter wirkt. Was manche Zuhörer vielleicht als langweilig empfinden mag, würde ich eher als intensiv beschreiben. Und exakt diese Intensität und Intimität wird durch das kleine Lehmannaudio-Zubehör nochmals verstärkt. Die Musik wirkt geschlossener, fließt ruhiger und konzentrierter. Details treten nicht stärker hervor, sondern fügen sich harmonischer ins Gesamtbild ein. Gerade bei solchem Material zeigt sich, dass das 3S Floatweight 400 keine Effekte erzwingt, sondern subtil und musikalisch unterstützt. Zum perfekten Ambiente fehlen nur noch der lodernde Kamin und die wohlige Wärme.

Die Verbindung zur Schallplatte stellt auch beim 3S Floatweight 400 eine Kork-Schicht dar. Sie ragt leicht über den Rand des metallenen Gehäuses hinaus.

Kein Wundervollbringer

Anschließend wähle ich bewusst eine weniger gut gelungene Produktion: „Fight“ von den Rolling Stones, vom Album „Dirty Work“. Um es direkt zu sagen: Ich verstehe, warum diese Platte an nahezu jeder Ecke für unter zehn Euro angeboten wird. Die Produktion ist schlichtweg nicht gut. Das hört man in jedem einzelnen Song und das ist auch der Grund, warum ich es für diesen Test ausgewählt habe. An der mäßigen Qualität ändert auch das aufgelegte Lehmannaudio 3S Floatweight 400 nur sehr wenig. Vielleicht gewinnt der Bass minimal an Kontur. Vielleicht – vielleicht aber auch nicht. Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Und um noch ehrlicher zu sein: Dieses Album ist selbst den genannten Preis nicht wert und hat in keiner guten Plattensammlung etwas zu suchen. Positiv betrachtet zeigt dieser Test jedoch auch, dass das Floatweight 400 keine Wunder vollbringt. Schlechte Aufnahmen bleiben schlechte Aufnahmen – mit oder ohne gutes Zubehör.

Der genauere Blick lässt erkennen, dass das Gewicht nicht mit dem Gehäuse, sondern nur mit der unteren Kork-Scheibe auf der Schallplatte aufliegt.

Zwei Empfehlungen

Zum Abschluss folgen jedoch zwei klare Empfehlungen: Zunächst das Album „Zeitmaschine“ von Udo Lindenberg, insbesondere der gleichnamige Song Nummer zwei. Der macht sofort Spaß und offenbart die Unterschiede mit oder ohne Plattengewicht sehr deutlich. Der Sound hat mehr Drive, wirkt voluminöser. Irgendwie empfinde ich wieder eine höhere Intensität ohne, dass der Sound fett wirkt – nein, eher punchig und dynamisch. Ebenso intensiv empfinde ich auch Udo Lindenbergs Stimme und die der anderen Künstler, die an diesem Album beteiligt sind. Was mir dann noch auffällt, als der Kollege die Tür zum Hörraum öffnet: Ich höre ziemlich laut – allerdings ohne das so empfinden. Das kommt der Langzeithörtauglichkeit zugute. Also genau so, wie es sein soll. Wer selbst herausfinden möchte, ob ein Plattengewicht oder eine Klemme einen klanglichen Unterschied macht, sollte sich dieses Album unbedingt zulegen. Und die zweite Empfehlung? Ganz klar: das Lehmannaudio 3S Floatweight 400.

Der klangliche Unterschied ist oft zunächst subtil. Nimmt man das 3S Floatweight aber aus dem System, wird der Effekt meist schnell deutlich.

Fazit

Das Lehmannaudio 3S Floatweight 400 überzeugt durch einen klar nachvollziehbaren, positiven klanglichen Effekt. Das war zu erwarten, schließlich ist die positive Wirkung durchdachter Plattengewichte inzwischen auch bei den größten Kritikern bekannt. Das 400er lässt den Plattenspieler aber nicht vollständig anders klingen, sondern legt nur partiell Hand an. Es verbessert die klangliche Ruhe, Räumlichkeit und Präsenz, ohne dabei den musikalischen Charakter zu verfälschen. Hinzu kommen eine sehr hochwertige Verarbeitung, ein durchdachtes Justagekonzept und eine zeitlos-zurückhaltende Optik. In einem anspruchsvollen Vinyl-System ist dieses Plattengewicht kein überflüssiger Luxus, sondern eine sinnvolle Ergänzung, die das Hörerlebnis hörbar verfeinert.

Test, Text & Fotos: Roman Maier

Gesamtnote: Empfehlung
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: gut - sehr gut

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Technische Daten

Modell:Lehmannaudio
3S Floatweight 400
Produktkategorie:Plattengewicht
Preis:599 Euro
Garantie:- 24 Monate Garantie
Ausführungen:- Silber
Vertrieb:Lehmannaudio, Köln
Tel.: +49 221 29493320
www.lehmannaudio.com
Abmessungen (HBT):- Durchmesser: 80 Millimeter
- Höhe: 38 Millimeter
Gewicht:- Gewicht: 385 Gramm
- Zentrierhülse: 15 Gramm
Pros und Contras:+ nachvollziehbare Klangveränderung
+ cleveres Konzept
+ hervorragende Verarbeitung
+ leichtes Handling
+ Upgrade kinderleicht durchführbar

- vergleichsweise hoher Preis
Benotung:
Gesamtnote:Empfehlung
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut
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