Home » Tests » Takumi TT level 2.1DC – Glänzende Performance
9. Dezember 2025
von Volker Frech
RedakteurAugenweide in Acryl: Der Takumi TT level 2.1DC glänzt mit luftiger Optik und cleanem Design, punktet mit durchdachtem Konzept sowie ausgezeichneter Material- und Fertigungsqualität – und bietet Top-Features, die in dieser Preisklasse alles andere als üblich sind: etwa die kardanische Tonarmlagerung, die exakte Drehzahlregelung per Sensorsystem oder die externe Steuereinheit zur hochpräzisen Geschwindigkeitsjustage. Zu welch prima Performance dies führt, zeigt der beeindruckende Brettspieler in unserem Test.

Der Takumi TT level 2.1DC ist ein Traum in Acryl: Die Transparenz von Chassis und Haube sorgen für eine wunderbar luftige Anmutung. Wir haben selten einen Plattenspieler gesehen, bei dem Chassis und Haube eine derart stimmige Einheit ergeben.
Takumi? Wer hinter dieser Marke einen fernöstlichen Fabrikanten vermutet, liegt gleich doppelt falsch: Rik Stoet, der Eigentümer und Mastermind, ist durch und durch Niederländer, und Takumi ist ursprünglich keine Marke gewesen, sondern der Beginn einer großen Leidenschaft: Stoet, der schon durch die großväterliche Transformatoren- und Verstärker-Fabrik von Technik fasziniert war, folgerichtig Elektrotechnik studierte und danach seine eigene Firma für Röhrenverstärker und andere Audio-Komponenten betrieb, hatte vor etwa zehn Jahren eine neue Herausforderung gesucht – und dabei für sich den Plattenspieler entdeckt. Seine erste Kreation nannte er: Takumi. Das optisch schlichte, klanglich aber absolut überzeugende und preislich sehr erschwingliche Modell war bald ausverkauft – und Stoet war vom Erfolg derart angezündet, dass der Plattenspieler seine Passion wurde und aus dem Projekt eine Marke. Stoets Ziel: Klang und Design sollten besser werden, das exzellente Preis/Leistungsverhältnis hingegen unverändert bleiben.

Der TT level 2.1DC passt mit seinem stylischen und cleanen Look exzellent in ein modernes Ambiente.
Japanisches Meister-Ethos für unverfälschte Musikwiedergabe
Die Fernost-Vermutung erweist sich nun als doch gar nicht so falsch, denn Takumi kommt aus dem Japanischen und bezeichnet einen Handwerker, der sein Metier mit Meisterschaft und Exzellenz beherrscht. So strebt Stoet mit seinen Plattenspielern eine Verbindung dieses japanischen Handwerks-Ethos mit klarem Design und durchdachter Konstruktion an, um eine natürliche, klare und unverfälschte Musikwiedergabe mit maximaler Klangtreue zu erreichen. Solche Qualitätsansprüche sind aber bei hiesigen Produktionskosten schlicht nicht preisgünstig realisierbar. Deshalb findet die Fertigung des TT level 2.1DC – auf diesen sperrigen Namen hat Stoet den Plattenspieler getauft – bei einem chinesischen Spezialisten statt, der Stoets Präzisions-Anforderung erfüllt: Die Toleranzen sollen unter einem hundertstel Millimeter liegen. Im Fall des Chassis garantiert diese Genauigkeit, dass alle auf und in diesem Deck befindlichen Komponenten und hier insbesondere Motor, Lager und Tonarm perfekt eingepasst sind und auch langfristig präzise in Position bleiben.

Das transparente Acryl und die metallenen Applikationen sorgen für den luftigen Look.
Acryl für akustische Kontrolle und optische Klarheit
Bleiben wir beim Chassis, das klanglich wie konstruktiv die Basis dieses Brettspielers ist. Hier setzt Stoet auf Acryl – nicht wegen der durchaus willkommenen modernen und klaren Optik, sondern aufgrund der akustischen Eigenschaften. Anders als in Holz oder Metall verteilen sich Schwingungen in Acryl völlig gleichmäßig. So kommt es nicht zu unerwünschten Schwingungszentren und Resonanzen. Das ist wichtig, weil jeder Plattenspieler Vibrationen aufnimmt: Trittschall-Energie vom Untergrund, Luftschall-Energie von den Lautsprechern und Schwingungs-Energie von der eigenen Tonabnehmernadel. Ein Masselaufwerk begegnet dieser Energie mit der Trägheit seiner großen und gewichtigen Masse, ein Subchassis-Plattenspieler mit seiner Federung – ein Brettspieler hingegen mit Ableitung und Dämpfung. Da ist Acryl für Stoet das Material der Wahl: Der starke und stabile Werkstoff ist akustisch in der Lage, die Energie zu kontrollieren und dämpfen, was für Ruhe und Souveränität sorgt. Zudem ist Acryl kostengünstig, leicht bearbeitbar – und sieht nun halt mal überaus schick und stylisch aus.

Die Plexiglas-Haube ist sehr fein gearbeitet und sauberst verklebt. Auch die dezente Fräsung mit dem Firmenlogo zeugt von der feinen Fertigungsqualität.
Hochglänzende Leichtigkeit
Das zwei Zentimeter dicke Acryl-Chassis unseres Testmodells ist transparent. So strahlt der Plattenspieler eine herrlich hochglänzende Luftigkeit, Lichtheit und Leichtigkeit aus. Dies befördert die ebenfalls in transparentem Plexiglas realisierte Haube – wie auch der gleichfalls aus Acryl bestehende, allerdings satinierte Plattenteller. Alternativ ist der TT level 2.1DC mit schwarzgetöntem Chassis erhältlich. Die durchsichtige Anmutung ist aber unser Favorit. Die Mattierung des Teller ist dabei ein cleverer Design-Kniff: Seine begrenzte Durchsichtigkeit kaschiert den unter ihm platzierten Motor und einen Teil der hinteren Elektronik- und Anschluss-Sektion. Dass der nur gut ein Kilo wiegende Teller ebenso aus Acryl gefertigt ist, hat wieder einen akustischen Grund: Acryl besitzt ähnliche Resonanzeigenschaften wie Vinyl. Durch den direkten Kontakt mit der aufliegenden Schallplatte stellen Teller und Tonträger quasi eine gemeinsame und dämpfend wirkende Masse dar. Bringt die sich bewegende Tonabnehmernadel nun die Schallplatte zum Schwingen, werden diese Vibrationen deshalb absorbiert und nicht wieder klangschädigend zur Nadel reflektiert.

Der mattierte Teller besteht wie das transparente Chassis aus Acryl. Da dieser Werkstoff ähnliche Resonanzeigenschaften wie Vinyl hat, sollte die LP ohne Matte direkt auf dem Teller liegen: So bilden Platte und Teller quasi eine gemeinsame dämpfende Masse für Vibrationen. Die dann aufgesetzte Klemme bewirkt – trotz ihres geringen Gewichts und ihres ganz und gar nicht klemmenden Charakters – überraschenderweise abermals eine feine Optimierung.
Robuster Alu-Subteller, glatte Keramik-Spindel
Zur Absorption kommen mehrere Entkopplungsmaßnahmen: Das Plattenteller-Loch ist größer als der Durchmesser der Spindel, die durch den Teller geführt ist. Sie umgibt in diesem Bereich zudem ein isolierender Gummiring. Gummipuffer entkoppeln Plattenteller und Subteller. Dieser ist quasi die Rotations- und Vibrations-Zentrale: Entlang des Subtellers läuft der Riemen, über den der Motor den Subteller antreibt. In den Subteller ist die Spindel getrieben, die sich im Lager auf einer Stahlkugel dreht. Und auf dem Subteller ruht und rotiert der Plattenteller. Um den Anforderungen an Robustheit, Schwingungsresistenz und Laufruhe gerecht zu werden, ist der Subteller aus massivem Aluminium gefräst und präzise ausgewuchtet. Die in ihn eingepasste Spindel besteht aus Keramik. Die extreme Härte und Glätte dieses Werkstoffs bürgt dauerhaft für geringe Reibung. Die Spindel läuft so gut wie spielfrei in einer präzise in Handarbeit angepassten Lagerbuchse aus Messing. Das weiche Metall reduziert abermals die Reibung – wie auch die Schmierung mit einem Spezial-Öl.

Ein hochwertiger Gleichstrommotor sorgt für den Antrieb. Er setzt über den Riemen den Subteller in Bewegung. Um keine Vibrationen via Luftschall zu übertragen, ist der Motor oberseitig mit einer Haube verkleidet. Der Riemenantrieb ist an sich ebenfalls eine Entkopplungsmaßnahme: Das flache, elastische Band wirkt wie ein Filter und vermindert die Vibrationsübertragung hin zum Subteller.
Präzisions-Antrieb mit Drehzahlregelung und Geschwindigkeitskontrolle
Auch der Antrieb ist mit beindruckendem Aufwand realisiert. Hier agiert ein hochwertiger Gleichstrom-Motor mit elektronischer Drehzahlregelung und permanenter Geschwindigkeitskontrolle. Der Motor sitzt, entkoppelt vom Acryl-Chassis, in einem eigenen Gehäuse und ist intern durch Dämpfungsmaterialien abermals vibrationsberuhigt. Um auch Luftschall-Übertragungen zu minimieren, kapselt eine massive Metallhaube den Motor komplett ab – bis auf zwei Schlitze für den Riemen. Für die präzise und konstante Rotation ohne Schwankung und Abweichung von der exakten Drehzahl sorgt ein Sensorsystem: Unterm Subteller sitzt ein Magnetkranz, im Chassis haust ein sogenannter Hall-Sensor, der die Magnetbewegung registriert. Zusammen ergibt das ein elektronisches Erfassungssystem, das permanent die Geschwindigkeit misst und bei einer Abweichung sofort korrigiert. Die Umdrehungszahl-Wahl zwischen 33⅓ und 45 sowie die Motor-Abschaltung kann manuell über den Hebel auf dem Chassis erfolgen – oder elektronisch über den externen SpeedPod: Er ermöglicht überdies eine feine Geschwindigkeits-Veränderung in 1/100-UpM-Schritten. So lassen sich etwaige Tonhöhen-Abweichungen der Schallplatte nach Gehör korrigieren.

Der externe SpeedPod ermöglicht wie der Hebel auf dem Chassis die Geschwindigkeitswahl (aus / 33⅓ UpM / 45 UpM). Die mit plus und minus gekennzeichneten Tasten dienen der Veränderung der Umdrehungsgeschwindigkeit. Mit seinem Metallgehäuse passt der SpeedPod optisch perfekt zum Plattenspieler – und mit seiner flachen Formgebung lässt er sich auch bestens unter das Laufwerk stellen, wenn er nicht benötigt wird.
Stattliche Füße für stabilen Stand
Apropos korrigieren: Um Unebenheiten des Untergrunds ausgleichen zu können, steht der TT level 2.1DC auf drei Füßen. So ist stets ein fester Stand des Plattenspielers ohne Kippeln garantiert. Für diese Standhaftigkeit sorgen zylindrischen Metallfüße, die mit ihrer imposanten Dimensionierung und ihrem mehrteiligen Aufbau abermals den Wow-Faktor dieses Plattenspielers erhöhen. Die Füße besitzen eine integrierte Schwingungsdämpfung. Durch sie werden einerseits Trittschall-Schwingungen, die über Boden und Stellfläche den Plattenspieler erreichen, ferngehalten, andererseits Vibrationen, die durch die Laufwerksmechanik selbst erzeugt werden, unschädlich gemacht. Alle drei Füße sind höhenverstellbar, so dass der Plattenspieler wasserwaagengerade ausgerichtet werden kann. Die Neigungsfreiheit verhindert, dass unerwünschte Hangabtriebskräfte auf die Nadel wirken, was zu einer fehlerhaften Abtastung führen und den Plattenverschleiß erhöhen würde. Für diese Nivellierung ist praktischerweise gleich eine Libelle in das Acryl-Chassis eingelassen – ein ebenso schickes wie smartes Feature.

Auch die zylindrischen Füße sind ein Hingucker: Ihr Metallkörper ist aufgrund der Mehrteiligkeit imposant, aber nicht klobig. Die Füße sind herausschraubbar. Ist die richtige Höhe erreicht, nimmt man mit der zuoberst positionierten Rändelmutter die Konterung und Fixierung des Fußes vor.
Tonarm mit Titanrohr
Kommen wir endlich zum Tonarm: Hier punktet der TT level 2.1DC mit einem selbstentwickelten, mit 15 Gramm effektiver Masse mittelschweren Neun-Zöller, dessen aufwändige kardanische Konstruktion in dieser Preisklasse ebenfalls absolut ungewöhnlich ist. Für das Tonarmrohr hat Stoet dünnwandiges Titan gewählt: So ist das Rohr hochsteif und zugleich geringgewichtig. Damit folgt es schnell und präzise dem Rillenweg der Schallplatte. Wo andere Hersteller versuchen, Vibrationen des Abtastsystem-Korpus durch Dämpfung des Rohrs unschädlich zu machen, setzt Stoet ganz im Gegenteil auf eine schnelle Weiterleitung dieser Energie hin zum Lagerblock, wo sie kontrolliert abgeleitet werden kann. Die am Rohr angesetzte Kopfplatte ist durch eine Verschraubung fest fixiert. Gegenüber einer abnehmbaren Lösung mit SME-Bajonettverschluss entfallen damit die mechanische Mehrteiligkeit und die elektrischen Kontaktübergänge auf dem Signalweg. Diese Signalführung bleibt auch am anderen Ende möglichst unterbrechungsfrei: Das symmetrische Phono-Kabel des TT level 2.1DC ist deshalb nicht abnehmbar, die Signalkäbelchen sind direkt mit der internen Tonarmverdrahtung verlötet.

Auch eine Augenweide: Der Tonarm ist mit einem Titan-Rohr, einer fix angesetzten, fein gebürsteten Metallkopfplatte und einer kardanischen Lagerung ebenso attraktiv wie aufwändig – und für diese Preisliga absolut außergewöhnlich.
Kardanische Aufhängung und komplette Einstellbarkeit
Der Tonarm ist hin zum Lager in eine kardanische Aufhängung eingespannt. Dies ist eine sehr aufwändige Art, den Tonarm zu lagern: Das Rohr sitzt in einem Doppel-Rahmen. Hier sorgen vorgespannten Präzisionslager für eine feste Fixierung mit minimiertem Spiel und zugleich für eine überaus reibungsarme und damit leichtgängige Beweglichkeit in horizontaler wie vertikaler Richtung. Durch diese doppelte Aufhängung schneiden sich die vertikale und die horizontale Drehachse des Arms in einem einzigen, zentralen Punkt. Dies ermöglicht eine sehr sensible und zugleich taumelfreie Agilität des Arms. Dieser Arm ist nun vollumfänglich einstellbar, um ihn im Zusammenspiel mit dem Laufwerk und dem Abtastsystem optimal ausrichten zu können: Über die Kopfplatte ist der Azimut justierbar, die Höhe des Arms und sein vertikaler Abtastwinkel sind mit verschiedenen Verschraubungen am Lager ebenso anpassbar wie die Höhe der Tonarmlift-Bank. Der Lift ist perfekt gedämpft: Beim Umlegen des Lifthebels sinkt der Arm wunderbar geschmeidig, gleichmäßig und gemächlich Richtung Rille.

Der Tonarm des TT level 2.1DC ist kardanisch aufgehängt. Durch diese Einspannung in einen doppelten Rahmen ist das Rohr vertikal wie horizontal sehr leicht beweglich und zugleich immun gegen Taumelbewegungen. Am äußeren Rahmen ragt links eine Schraube heraus: Dies ist die magnetisch funktionierende Antiskating-Einstellmöglichkeit.
Glänzende Lösungen für Gegengewicht und Anti-Skating
Für die Anpassung an das verwendete Abtast-System bietet der Tonarm ein Gegengewicht, das aus drei einzelnen, verschieden dicken und damit unterschiedlich schweren Metallscheiben besteht. Diese Scheiben-Trias ist zudem auf dem Tonarmrohr-Ende verschiebbar. So lässt sich für wirklich jedes System die richtige Auflagekraft einstellen. Um nun noch die Skating-Kraft ausgleichen zu können, die im Betrieb auf Nadel und Tonrohr wirkt und den Arm nach innen zieht, besitzt der TT level 2.1DC ein Antiskating-System, das magnetisch ist, damit reibungsfrei funktioniert und durch Hinein- oder Herausschrauben stufenlos einstellbar ist. Nun zum System: Montiert ist ab Werk das Audio Technica AT3600L. Mt diesem preiswerten MM-Abtaster wird jeder Takumi-Plattenspieler im Zuge des Qualitäts-Checks geprüft und eingerichtet und dann einfach unter der Kopfplatte belassen – quasi als Geschenk an den Kunden. Dieser Plattenspieler verdient aber ein weitaus besseres System. Deshalb hat der deutsche Vertrieb Drei H unser Testmodell gleich mit einem passenden Abtaster ausgestattet.

Selbst das elegante Gegengewicht punktet mit feinem Design. Es besteht aus drei Metallscheiben, die auf dem Rohr verschiebbar sind. So lässt sich für jedes Abtastsystem die richtige Auflagekraft einstellen.
Abtaster-Upgrade durch Takumi Kuro
Passend heißt: Es stammt ebenfalls von Takumi. Stoet hat hier eine ganze Serie kreiert – und setzt dabei ausschließlich auf das Moving Coil-Prinzip. Hier ist, im Vergleich zu Moving Magnet-Abtastern, die von Nadel und Nadelträger bewegte Masse deutlich geringer. Deshalb agieren diese Systeme impulstreuer und schneller, was sie klanglich offener, feinauflösender, detailreicher, transparenter und präziser macht. Takumis MC-System-Serie umfasst nun fünf Modelle. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Materialwahl bei Nadelträger und Nadel, den Schliff des Edelsteins und die Kupfer-Qualität der Spulen. Unter unserer Kopfplatt sitzt mit dem Kuro das zweitkleinste System der Serie: In seinem Aluminium-Gehäuse agiert ein elliptisch geschliffenerer Diamant, der nackt, also ohne Einfassung, auf den Nadelträger geklebt ist. Dieser Cantilever besteht aus Boron. Der Nadelträger bewegt quadratische Spulen, deren Kupferdraht-Güte mit 6N OCC ausgewiesen ist: Also 99,9999-prozentig reines Kupfer, das im „Ohno Continuous Casting“-Gieß-Verfahren hergestellt wurde, wodurch fast alle Korngrenzen im Kupfer beseitigt sind.

Hier ist als Abtaster das Takumi Kuro unter die Kopfplatte montiert. Das optionale MC-System befördert die akkurate, hochdynamische, überaus detailreiche und hochgradig helle, luftig-offene Wiedergabe. Standardmäßig wird der Plattenspieler mit dem MM-System Audio Technica AT3600L ausgeliefert.
Der Takumi TT level 2.1DC in der Praxis
Dieses System hat der Vertrieb bereits montiert und auch den Plattenspieler schon zusammengebaut, sodass er spielbereit zu uns in die Redaktion kommt. Der Aufbau ist mit der guten Bedienungsanleitung auch leicht machtbar. Es fehlt einzig die Erklärung, wie man die Antiskating-Kraft einstellt. Wir können den TT level 2.1DC also gleich in unsere Klangkette integrieren und schließen ihn an die Phono-Vorstufe Lehmannaudio Decade an. Prima: Das hochwertige symmetrische Phono-Kabel besitzt über die gängige Erdungsleitung hinaus für beiden Kanäle noch zusätzliche separate Erdungsleitungen – nutzbar und nützlich bei MC-Systemen. Das Kuro will mit 100 bis 470 Ohm betrieben werden, wir stellen am Decade 100 Ohm ein, das MC-verstärkte Signal geht von hier in den Hegel H360, der ein Paar Audio Physic Midex antreibt. Mit der rillenlosen Seite der Testplatte Unitra Turntable Test Vinyl Record nehmen wir eine Antiskating-Voreinstellung vor, sodass der Arm im Betrieb weder nach innen noch nach außen wandert.

Auf der Rückseite finden wir den An/Aus-Schalter sowie die Anschlüsse für den SpeedPod und die Stromversorgung. Die Zwölf-Volt-Spannung liefert ein externes Steckernetzteil.
Agile, flotte und vitale Wiedergabe
Mit der Testplatte Clearaudio Smart Test Vinyl nehmen wir fürs Antiskating, aber auch für die Azimuth-Einstellung die Feinjustage vor und testen mit den Sinus-Tönen die Genauigkeit von Umdrehungsgeschwindigkeit und Gleichlauf – beides top. Jetzt kann’s losgehen. Wir starten mit „H Gang“ von Donald Fagens LP „Morph The Cat“. Die Platte liegt – wichtig! – ohne Matte direkt auf den Teller, damit Acryl und Vinly Kontakt haben und die Schwingungsabsorption funktioniert. Auf die Platte kommt der mitgelieferte Puck, der überraschend leicht ist und auch keine klemmende Wirkung hat. Auf das Matten- und Puck-Thema kommen wir gleich noch mal zurück. Zuerst legt die „H Gang“ los – und wir erleben genau jene agile, flotte und vitale Wiedergabe, die man mit einem Brettspieler assoziiert. Wir haben den Track, den Ex-Steely Dan-Mastermind Fagen bestens produziert hat, schon oft für unsere Test eingesetzt, mit dem TT level 2.1DC hat der Song aber eine neue Frische.

Die präzise Umdrehungszahl (hier 33⅓ UpM) lässt sich überaus fein in 1/100-UpM-Schritten verändern – falls die Aufnahme eine abweichende Tonhöhe hat, was Menschen mit absolutem Gehör als sehr störend empfinden.
Knackig-konturierter Bass
Das beginnt schon beim Intro: Schlagzeug, Bass und Keyboards setzen gemeinsam ein, und dieser uns doch so vertraute Start ist derart auf den Punkt, kommt so unvermittelt und hat einen derartigen Attack, dass wir kurz zusammenzucken. Das liegt zuallererst an den Drums: Keith Carlock tritt einmal kurz sein Bassdrum, die einen satten Punch hat, und schlägt dazu seine Crash-Becken, die mit dynamisch-explosivem Klang ihrem Namen alle Ehre machen. Bassist Freddie Washington setzt darauf ein aus dem Frequenzkeller kommendes D, das er auf seiner tiefen H-Saite spielt und stehen lässt. Dieser Bass hat richtig Volumen und Druck, er steht kraftvoll in unserem Raum – aber er besitzt zugleich jene Knackigkeit und Konturiertheit, die zum Klangbild eines Brettspielers gehört. Auf diesem wunderbar aufgeräumten Bassfundament kann sich das musikalische Geschehen klar entfalten – und das ist auch gut so, denn Fagen hat bei diesem Song 13 Musiker mitwirken lassen.

Hebelwirkung: Die Geschwindigkeitswahl (aus / 33⅓ UpM / 45 UpM) kann man auch mithilfe des Kippschalters vornehmen. Dies funktioniert aber nur, wenn der SpeedPod abgeklemmt ist.
Ausgezeichnete Durchhörbarkeit
Seine „H Gang“ umfasst neben der Rhyhmus-Fraktion eine mehrfach besetzte Gitarren- und Tasten-Abteilung sowie eine komplette Bläser-Sektion, dazu hat Fagen über seine Solo-Vocals hinaus noch den mehrstimmigen Background-Gesang geliefert. Trotz dieser Großaufgebots und trotz des daraus resultierenden dichten musikalischen Satzes sind alle Instrumente und sämtliche Stimmen in beeindruckender Klarheit zu hören. Das Beginnt beim Keyboard: Der einleitende, mit spannenden Ton-Ajoutierungen versehene Akkord ist nur der Auftakt für etliche coole Harmonie-Fortschreitungen im Song. Gleiches gilt für den Background-Gesang: Trotz Fagens leicht heiserem Organ sind selbst die Mittelstimmen seines selbst eingesungenen Chors mitverfolgbar. Dank dieser ausgezeichneten Durchhörbarkeit können wir die ausgebuffen Akkordfolgen und Melodieverläufe genießen, die der Tonsatz-Fuchs Fagen hier einkomponiert hat. So entdecken wir in dem bekannten Song immer noch neue Facetten. Diese Durchhörbarkeit verdankt sich auch der sehr offenen, luftigen Wiedergabe: Die Instrumente haben auf der geräumigen, auch in der Tiefe schön gestaffelten imaginierten Bühne reichlich Platz und alle Freiheit.

Pfiffiges Feature: In das Chassis ist gleich eine Rund-Libelle eingelassen. Die Wasserwaage ist unerlässlich, wenn man den Plattenspieler mithilfe der höhenverstellbaren Füße exakt in die Waagerechte bringen will.
Präzision und Impulstreue
Dabei haben alle Musiker eine starke Präsenz. Diese Unmittelbarkeit und Gegenwärtigkeit gelingt durch Präzision und Impulstreue – und diese Disziplinen beherrscht der TT level 2.1DC hervorragend. So hören wir bei den Keyboards jeden Anschlag der Saiten und bei den Gitarren jedes Anzupfen der Stahlsaiten mit dem Plastik-Plektrum. Darum nehmen wir bestens das abgedämpft gespielte und deshalb perkussiv klingenden Anschlagmuster wahr, das Wayne Krantz in den Strophen spielt und damit zum lebhaften Groove des Songs beiträgt. Auch beim Gitarrensolo von Jon Herington sorgt diese Akkuratesse dafür, das wir jede dynamische Abstufung in seiner Phrasierung hören. Erst diese Impulsivität macht Musik interessant. Das gilt natürlich insbesondere für die Drums und Percussion, etwa für die Hi-Hat: Keith Carlock spielt auf dem Doppelbecken ab und an kleine Variationen, öffnet es zwischenzeitlich – und sorgt mit dieser Beckenarbeit ebenso für den Drive wie der Schellenkranz, den wir erst in dieser Wiedergabe so prägnant wahrnehmen.

Schraubt man die Haube ab, staunt man nicht schlecht: Sie ist eigentlich ein massiver Metallpuck, aus dem innseitig nur eine zentrale zylindrische Bohrung Platz für den Pulley schafft und zwei Schlitze für den Flachriemen gefräst sind.
Kristalline Klänge
Wir nehmen nun mal die Plattenklemme, der wir ehrlich gesagt nicht viel Effekt und Einfluss beigemessen haben, vom Vinyl herunter: Verblüffenderweise büßt die Wiedergabe etwas an Substanz ein. Der Klang wird graduell dünner und verliert leicht an Punch. Nun legen wir zwischen Acryl-Teller und Vinyl-Platte mal eine Filzmatte – und auch hier überrascht uns der Unterschied: Lebendigkeit und Frische sind geringer, die Dynamik erscheint nun gebremster, weniger anspringend. Also: runter mit der Matte und rauf mit der Klemme! Allerdings kommt vorher eine neue LP auf den Teller: „Die Mensch·Maschine“ von Kraftwerk. Der Song hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren – und auf dem klaren und konturiert wiedergebenden TT level 2.1DC faszinieren uns gerade die harten Percussion-Sounds und die kristallinen Synthesizer-Klänge. Aufgrund der ausgezeichneten Auflösung und Transparenz genießen wir auch die feinen Delays: Dank der Echos schweben die Sounds und Beats förmlich im imaginierten dreidimensionalen Raum.

Das Präzisionslager besteht aus einer gut geölten Buchse aus weichem Messing, am Buchsenboden befindet sich eine Edelstahlkugel. All dies ermöglich der harten und glatten Spindel eine geschmeidige, reibungsarme Rotation. Beim Motor erkennt man hier die Gummiringe, die ihn vom Chassis isolieren.
Räumlichkeit und Körperhaftigkeit
Dies gelingt auch deshalb so gut, weil unsere Original-LP noch in gutem Zustand ist und die saubere Wiedergabe die Musik so klar in Erscheinung treten lässt. Dies wird gern als „schwarzer Hintergrund“ bezeichnet. Er lässt die synthetischen Klänge und Stimmen der „Mensch·Maschine“ umso eindrucksvoller klingen. Das funktioniert auch auf der großen Bühne: Bei „De mon amie“ aus Bizets Perlenfischer-Oper vermittelt uns die eröffnende Oboe die Akustik der Dresdner Lukaskirche, in der dieses Chanson aufgenommen worden ist. In weiter Ferne erhebt Rolando Villazón als Nadir seine Klage, Anna Netrebko antwortet als erwachende Leila unmittelbar vor uns – ein toller 3D-Effekt, den der TT level 2.1DC prima wiedergibt. Dann beschwören Leila und Nadir leidenschaftlich ihre Liebe – und die Weltstars Netrebko und Villazón stehen gemeinsam mit wunderbarer Körperhaftigkeit vor uns. Auch beim dahinter postierten, sauber gestaffelten Orchester können wir die jeweiligen Gruppen bis hin zu einzelnen Instrumenten heraushören und im Klangkörper verorten.
Intensiver erlebbarer Systemwechsel
Nun kommt der System-Wechsel: Statt des Takumi Kuro kommt erst mit dem Goldring Ethos ein preislich gleichwertiges MC-System mit Vital line-Contact-Schliff unter die Headshell, dann das günstigere MM-System Transrotor Uccello mit einem Line-Contact-ähnlichen Harmonic-Schliff. Fagens „H Gang“ klingt mit dem Ethos etwas weniger hell und Detail-herausarbeitend, ist runder und im Bass etwas breiter. Auch bei Kraftwerks „Mensch·Maschine“ sind die Härten der Synthie-Sounds weniger prononciert, die Bassbeats schubstärker. Bei Bizets Arie „De mon amie“ ist der Klang ebenfalls geschmeidiger, sind die Stimmen wärmer, dafür wird der Raum weniger deutlich ausgeleuchtet. Mit dem Uccello haben in dieser Arie gerade die Stimmen eine schöne Wärme und Harmonie, auch das Orchester ist bis in den Bass kräftiger. Kraftwerks „Mensch·Maschine“ hat nun den sattesten Punch, auch Fagens „H Gang“ besitzt mehr Schmackes und Basskraft – allerdings in allen Fällen mit geringerer Auflösung, Plastizität und Räumlichkeit. All diese Unterschiede macht der TT level 2.1DC intensiv erlebbar.

Dank seiner Transparenz sieht der TT level 2.1DC auch auf einem Sideboard fast filigran aus. Als passende Phono-Vorstufe sehen wir rechts den Lehmannaudio Decade.
Fazit
Der Takumi TT level 2.1DC ist ein in jeder Hinsicht glänzender Plattenspieler. Optisch präsentiert er sich als eine Augenweide in Acryl und glänzt mit cleanem Design, luftiger Optik und makelloser Fertigung. Dabei erstaunt er mit außergewöhnlicher Ausstattung: Eine aufwändige kardanischen Lagerung ermöglicht die leicht-präzise Bewegung des Titan-Tonarms. Ein hochwertiger Motor mit elektronischer Drehzahlregelung sowie kontinuierlicher Drehzahlüberwachung sorgt für konstanten Gleichlauf und akkurate Geschwindigkeit dieses Riementrieblers. Ein externer SpeedPod erlaubt neben der UpM-Wahl eine überaus feinstufige Geschwindigkeits-Veränderung. All dies ist in ein durchdachtes Konzept zur Dämpfung und Ableitung unerwünschter Schwingungen integriert. So liefert der TT level 2.1DC mit klanglicher Klasse jene Qualitäten, für die Brettspieler geschätzt werden: Eine frische, vitale Wiedergabe mit anspringender Dynamik, akkurater Abbildung, hervorragender Durchhörbarkeit, hoher Transparenz und großem Detailreichtum – auf Basis eines knackig-konturierten Basses. Die Klasse-Performance und die Top-Features bietet der TT level 2.1DC nun auch noch zu einem exzellenten Preis. Deshalb: eine ganz klare Empfehlung!
Test & Text: Volker Frech
Fotos: Simone Maier
Klasse: Oberklasse
Preis/Leistung: exzellent
90 of 90
89 of 90
90 of 90

Technische Daten
| Modell: | Takumi TT level 2.1DC |
|---|---|
| Produktkategorie: | Plattenspieler, Analoglaufwerk |
| Preise: | - Standard-Version (mit MM-System Audio Technica AT3600L): 1.795,00 € - mit MC-System Takumi Aka: 2.149,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Kuro: 2.499,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Shiro: 2.999,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Kin: 3.499,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Myo: 4.149,00 € (Bundle-Preis) |
| Garantie/Gewährleistung: | 2 Jahre |
| Ausführung: | - transparent - schwarz |
| Vertrieb: | Drei H Vertriebs GmbH, Hamburg Tel: +49 40-375 075 15 https://3-h.de/ |
| Abmessungen (HBT): | 152-162* x 430 x 327 mm *mit Haube |
| Gewicht: | - Plattenspieler komplett: 8,1 kg - Teller: 1,15 kg - Subteller: 705 g - Klemme: 165 g - SpeedPod: 150 g |
| Prinzip: | - Brettspieler - Riemenantrieb - Radialtonarm - manuelle Bedienung |
| Geschwindigkeiten: | - 33⅓ UpM - 45 UpM |
| Gleichlaufschwankung (Wow & Flutter): | <0,10% (Herstellerangabe) |
| Motor: | Gleichstrommotor mit Hall-Sensor-Rückmeldung |
| SpeedPod: | - Anschluss: 4-poliger 3,5-mm-Klinkenstecker - Geschwindigkeiten: 33⅓ UpM, 45 UpM - Einstellbereich: -1.00 UpM tot +1.00 UpM - Schrittweite: 0,01 UpM - Gewicht: 0.15kg |
| Tonarm: | - 9'' - Titanrohr, gerade - doppelt kardanisch gelagert - angesetzte, fest integrierte Kopfplatte - effektive Masse: 15 g - Anschluss: fix |
| Tonabnehmer: | Audio Technica AT3600L |
| Ausgang: | 1 x Cinch |
| Lieferumfang: | - Chassis - Teller - Subteller - Riemen - Tonarm - Gegengewicht - Motor - SpeedPod + Kabel - externes Netzteil (Kabellänge: 1,4 m) - Phono-Kabel (symmetrisch) - Plattenklemme - Staubschutzhaube - O-Ringe - Silikon-Pads - Kalibrierungsring - MM-Tonabnehmer Audio Technica AT3600L - 2 Inbusschlüssel - Handschuhe - Bedienungsanleitung (Englisch) |
| Upgrade-Optionen: | - mit MC-System Takumi Aka: 2.149,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Kuro: 2.499,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Shiro: 2.999,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Kin: 3.499,00 € (Bundle-Preis) - mit MC-System Takumi Myo: 4.149,00 € (Bundle-Preis) |
| Pros und Contras: | + modernes Design, luftiger Look + sehr gute Verarbeitung + Brettspieler-typische Agilität, Vitalität, Straffheit und Spritzigkeit + große Klarheit, ausgezeichnete Durchhörbarkeit + hoher Detailreichtum + anspringende Dynamik und Akkuratesse + knackig-konturierter Bass + hochwertiger Motor mit elektronischer Drehzahlregelung + konstant-stabile Drehzahl dank Sensorsystem + externer SpeedPod ermöglicht feine Geschwindigkeits-Veränderung in 1/100-UpM-Schritten + präzise-spielarmes Lager, ermöglicht hohe Laufruhe und reibungsarme Rotation + sehr guter kardanisch gelagerter Tonarm mit hoher Agilität und präziser, leichtgängiger Beweglichkeit + Tonarm vielfältig einstellbar (Azimuth, Antiskating, Auflagekraft (VTF), Tonarmhöhe (VTA) + dreiteiliges Gegengewicht ermöglicht Einsatz aller Abtaster + durchgängige Verkabelung für möglichst unterbrechungsfreie Signalübertragung + höhenverstellbare und dämpfende Füße + unkomplizierter Aufbau und Einrichtung + exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis - Bedienungsanleitung erklärt das Antiskating nicht |
| Benotung: | |
| Gesamtnote: | Highlight |
| Klasse: | Oberklasse |
| Preis/Leistung: | exzellent |
| Getestet mit: | - Abtaster: Takumi Kuro MC, Goldring Ethos, Transrotor Uccello - Phono-Vorverstärker: Lehmannaudio Decade - Verstärker: Hegel H360 - Lautsprecher: Audio Physic Midex - Signalkabel: Audioquest Black Beauty RCA - Netzkabel: Audioquest Monsoon - Testplatten: Unitra Turntable Test Vinyl Record, Clearaudio Smart Test Vinyl |








































