Home » Tests » Lehmannaudio 3S Basis 480 – Fundamentale Verbesserung
21. September 2025
von Volker Frech
RedakteurDie Lehmannaudio 3S-Basen absorbieren klangverschlechternde Vibrationen, schützen vor Sound-schädlichen elektromagnetischen Störfeldern – und bietet dank ihres Slim-Designs ein flaches Fundament, auf dem Audio-Komponenten ihre optimale Performance bieten können. Möglich macht’s eine Kombination aus cleverer Mehrschicht-Konstruktion und genialen Gewebescheiben. Was die Basis bringt, zeigt das Maxi-Modell der Serie, die 3S Basis 480.

Die Lehmannaudio 3S Basis 480 ist das größte und belastbarste von insgesamt drei Modellen: Die Stellfläche ist 480 mal 380 Millimeter groß und trägt Komponenten mit einem Gewicht bis 75 Kilo.
„Sehr anregend“: Das beschreibt die wunderbare Wirkung, die Musik beim Zuhörer entfalten kann – oder den furchtbaren Effekt, den Vibrationen auf Audio-Komponenten ausüben: Die Erschütterungen verschlechtern ihre Klangqualität. Verursacher sind Körperschall und Luftschwingungen, die von außen auf die Geräte wirken. Sie selbst erzeugen aber ebenfalls schlechte Schwingungen. Dafür sorgen insbesondere die Mikrovibrationen der Netzteil-Transformatoren. Bei CD-Playern und Plattenspielern kommen überdies die Rotation der Antriebsmotoren und die gesamte Laufwerksbewegung hinzu. All diese mechanischen Schwingungen werden von den Audio-Geräten in elektrische Signale umgewandelt und fließen als klangdegradierende Additive in das Musiksignal ein. Mikrofonie heißt dieses Problem. Seine ebenso einfache wie effektive Lösung ist der Einsatz von Basen. Im besten Fall leisten sie einen dreifachen Dienst: Sie entkoppeln die Komponente vom Untergrund, absorbieren die Vibrationen, welche in Wärme umgewandelt werden, und verhindern durch eine Isolation, dass sich benachbarte Geräte gegenseitig durch elektromagnetische Einstreuungen stören. Ein solcher Multi-Könner ist Lehmannaudios 3S Basis 480.

Die 3S Basis 480 sorgt gerade bei Plattenspielern für ein Klang-Plus, weil die Analoglaufwerke selbst starke Vibrationen verursachen und die sensible Nadel diese Erschütterungen auch noch dem eigentlichen Musiksignal zufügt.
Abstammung vom audiophilen Schuhwerk
Lehmannaudio? Den Kölner Audio-Spezialisten kennt man seit Jahrzehnten als renommierten Hersteller von ebenso hochwertigen wie kompakten Vor-/Endstufen, Kopfhörerverstärkern wie dem Linear II oder dem Drachenfels USB, Phonostufen wie dem Decade, dem Black Cube SE II oder dem Black Cube SE II SV Edition – und daraus kombinierten Alleskönnern wie dem Phonolith. Gründer und Chefentwickler Norbert Lehmann denkt aber über den Gehäuserand hinaus: Wo andere Hersteller ihre wertvolle Elektronik auf preisgünstige Gummifüßchen stellen, unterfüttert Lehmannaudio seine Top-Modelle schon seit Jahren mit Spezialfüßen, die für eine effektive Schwingungsdämpfung sorgen. Die maßgeblichen Vibrations-Absorber dieses audiophilen Schuhwerks, das auch separat als 3S Gerätefuß-Set erhältlich ist, bilden ausgeklügelte Gewebescheiben. Sie sind nun auch die Kern-Komponenten der brandneuen Basen: Mit ihnen überträgt Lehmannaudio die Fuß-Vorteile auf universell passende Unterstellflächen. Dabei verspricht das Sound-Tuning dank weiterer Material-Meriten hier noch effektiver zu gelingen. Schauen wir uns die Basen mal näher an.

Die Basis hat ein ansprechendes, dezentes Design: Optisch besitzen die anthrazitfarbenen Oberfläche eine markante Struktur, haptisch erweisen sie sich als angenehm glatt. Auch die sanfte Fasung der Plattenränder trägt zur hochwertigen Anmutung bei.
Drei Modelle für alle Komponentengrößen und Gewichtsklassen
Damit die Unterstellflächen wirklich universell passen, bietet Lehmannaudio die Basen in drei Größen an. Sie haben alle die gleiche Höhe von zwei Zentimetern und erstrecken sich samt und sonders 38 Zentimeter in die Tiefe, unterscheiden sich aber in der Breite und der Belastbarkeit. Unser Testmodell, die 3S Basis 480, ist mit 48 Zentimetern die große Stellfläche für Plattenspieler und andere ausladende Audio-Komponenten, die maximal 75 Kilogramm auf die Waage bringen. Die 3S Basis 300 ist mit einer Breite von 30 Zentimetern das mittlere Modell, das für kleinere Geräte dimensioniert und bis 50 Kilogramm belastbar ist. Die 3S Basis 150 ist mit einer Breite von 15 Zentimetern und einer Belastbarkeit von 25 Kilogramm schließlich perfekt passend für die schlanken Komponenten von Lehmannaudio. Im Aufbau sind alle drei Versionen absolut identisch. Hier zeigt sich nun bei näherer Betrachtung schnell: Diese Basen haben es in sich.

Die drei Modelle der 3S Basis-Serie: Sie haben alle eine Höhe von zwei Zentimetern und eine Tiefe von 38 Zentimetern, unterscheiden sich aber in ihrer Breite und Tragkraft: Die kleine 3S Basis 150 ist 15 Zentimeter breit und mit 25 Kilogramm belastbar, bei der mittleren 3S Basis 300 sind es 30 Zentimeter und 50 Kilogramm, bei der großen 3S Basis 480 sind es 48 Zentimeter und 75 Kilo.
Schicht-Struktur
Sofort erkennbar ist eine dreischichtige Struktur. Die obere und untere Schicht bilden hierbei Platten aus CDF. Das Kürzel steht für „Compact Density Fibreboard“. Dieses Material ist MDF sehr ähnlich: Wie diese mitteldichte Faserplatte besteht CDF aus Holzfasern, die mit Kleber-Zusätzen und weiteren Stoffen verpresst sind. CDF wird bei der Herstellung allerdings deutlich stärker unter Druck gesetzt. Wegen dieser hochgradigen Verdichtung sind die CDF-Platten der 3S Basen gerade mal zwei Millimeter dick. Die anthrazitfarbenen Platten besitzen optisch eine markante Struktur, haptisch erweisen sie sich als angenehm glatt. Hierzu trägt bei, dass die Oberfläche der oberen Platte geölt ist. Zwischen diese CDF-Platten ist eine drei Millimeter dicke und schwarze Schicht aus Kunststoffschwerfolie eingeklebt. Dieses weiche und elastische Material, das aus Synthesekautschuk und verschiedenen Copolymeren besteht, ist auch unter den Bezeichnungen „Akustikschwerfolie“ und „Antidröhnmatte“ bekannt. Die Kunststoffschwerfolie wird generell in der Industrie und speziell in der Audio-Branche zur Schwingungsdämpfung, Schalldämmung und Körperschalldämpfung eingesetzt.

Mehrschicht-Aufbau: Die 3S Basis 480 besteht aus zwei hochverdichteten CDF-Platten und einer dazwischen befindlichen Lage aus schwarzer Kunststoffschwerfolie. Fürs Auge nicht sichtbar ist ein hauchdünnes Abschirmvlies gegen elektromagnetische Einflüsse.
Der unsichtbare Vierte
Unsichtbar ist hingegen die vierte Schicht, die zwischen den CDF-Platten und der Kunststoffschwerfolie eingezogen ist: Es ist eine hauchdünne, gerade mal 0,4 Millimeter messende, aber trotzdem aus 20 Lagen bestehende Schicht aus einem Metallgewebe, das hocheffizient für eine magnetische und elektrische Schirmung sorgt. Mit diesem preisintensiven Hightech-Material werden auch Flugzeuge ausgestattet und sensible Räume abhörsicher gemacht. Bei den 3S Basen soll dieses Abschirmvlies dafür sorgen, dass elektrische und magnetische Hochfrequenzwellen, die auch als Elektrosmog bezeichnet werden, absorbiert beziehungsweise ferngehalten werden. Selbst die miteinander verkabelten Audio-Komponenten, die neben- oder untereinander im Rack oder auf dem Sideboard stehen, üben untereinander einen elektromagnetischen Einfluss aus: Die benachbarte Geräte verhalten sich, wenn sie über ein Kabel miteinander in Kontakt stehen, im Prinzip wie ein Plattenkondensator, die Kabel hingegen wirken als Spulen. Zusammen ergibt das einen potenziellen Schwingkreis, der beim Betrieb der Audio-Geräte zu elektromagnetischen Resonanzen führt, die durch den uns umgebenden Elektrosmog angeregt werden.

Die Unterseite der Basis: Hier sind jene Gewebescheiben eingelassen, die den größten Anteil an der Wirksamkeit der Stellfläche haben. Lehmannaudio setzt diese Gewebescheiben auch schon bei seinen Geräte-Füßen ein. Die große Basis ist mit einem Dutzend dieser Scheiben bestückt.
Geniale Gewebescheiben
Allein dieser Mehrschicht-Aufbau aus CDF-Platten, Kunststoff-Schwerfolie und Abschirm-Vlies bürgt bereits für ein effektives Sound-Tuning. Hinzu kommt nun aber noch eine weitere klangverbessernde Komponente, die Norbert Lehmann sogar zum eigentlichen Wesenskern der Wirksamkeit erhebt: Eben jene schon genannte 3S Gewebescheibe, die bereits in Lehmannaudios Gerätefüßen ihren Dienst verrichten. Ihr Effekt ist einfach: Diese Scheibe absorbiert Vibrationen, sie wandelt also Energie in Wärme um und verhindern so, dass mechanische Erschütterungen zu elektrischen Schwingungen werden und als Klangadditiv das Musiksignal verzerren. Die Idee hinter dieser genialen Gewebescheibe ist nun ziemlich ausgebufft: Auf einen Kern aus drei konzentrischen Ringen wird ober- und unterseitig ein in spezieller Verseilungstechnik hergestelltes Spezialgewebe geklebt, das zuvor zuvor straff gespannt wird. Erfunden hat’s der in der Audio-Branche bestens bekannte Ingenieur Manfred Diestertich: Er hat schon vor Jahrzehnten die dramatische klangverbessernde Wirkung einer straffen Aufhängung beim Laufwerk eines CD-Players demonstriert. Daraus hat Diestertich das „String Suspension System“ entwickelt.

In der Nahaufnahme sieht man den Aufbau der Gewebescheiben: Sie bestehen jeweils aus einem Kunststoff-Korpus, der in drei Ringen realisiert ist. Ober- und unterseitig ist auf diesen Korpus ein Spezial-Gewebe geklebt, das zuvor gespannt worden ist.
Slim Design
Hierauf bezieht sich das Kürzel „3S“ in der Modellbezeichnung der Füße und nun auch der Basen von Lehmannaudio. Lehmann hat die Gewebescheiben in den Füßen mit Kunststoffschwerfolie und Kork kombiniert – und dieses Konzept führt er bei den Basen fort: Dreht man die Stellflächen um, sieht man die in den Boden eingelassenen Scheiben. Bei der großen 3S Basis 480 sind es zwölf, beim Mid Size-Modell acht, bei der Small Size-Version vier. Mit der Anzahl der Scheiben steigt also die Höhe der Basen-Belastbarkeit. Im Zentrum jeder Scheibe klebt ein Korkplättchen für den Kontakt zum Untergrund. So sind bei den Basen die gleichen Absorptionsmaterialien wie bei den Füßen wirksam – ergänzt um das elektromagnetische Abschirm-Vlies. Trotz des Mehrschicht-Modells sind die Basen mit einer Höhe von 20 Millimetern sehr flach realisiert. So können sie selbst in Racks verwendet werden, die eine geringe Fachhöhen aufweisen. Schauen wir nun, was die 3S Basis 480 kann.

Die kleine Ausfräsung im mittleren Frontbereich trägt zum gelungenen Design der Basis bei – wie auch die geringen Höhe. Dank dieses Slim-Designs empfiehlt sich die Basis auch bei beengten Platzverhältnissen.
Die Lehmannaudio 3S Basis 480 in der Praxis
Die Wirkung der Basis kann man gleich mal der mitgelieferten Handkurbel-Spieluhr erleben: Sie gibt als Melodie das französische Kinderlied „Frère Jacques“ zum Besten. Dafür steht sie zuerst direkt auf unserem eher preisgünstigen Lowboard, das in Leichtbauweise gefertigt ist, sich durch seine Konstruktion als überaus schwingfreudig präsentiert und mit den geschlossenen Fächern auch gleich noch für eine gehörige Tiefton-Aufblähung sorgt. So schallert der Bruder Jakob uns mit matschigen Mitten, leicht dröhnendem Bass und diffuser Hall-Schleppe entgegen. Jetzt setzen wir zwischen Lowboard und Spieluhr die 3S Basis 480, betätigen abermals die Kurbel – und hören nun einen entschlackten Jacques, der seinen Bass-Bauch quitt geworden ist und im gesamten Klangbild aufgeräumt wirkt: Die Melodietöne sind nun definiert, die Mehrstimmigkeiten als Harmonien sauber hörbar, der akustische Nebel, den der Nachhall des schwingenden Lowboards mit seinen Hohlräumen zur Verunklarung zuvor beigesteuert hatte, hat sich gelichtet, die akustische Sicht ist also klar. Kleine Demonstration, große Wirkung!

Lehmannaudio liefert zu jeder Basis auch eine Spieluhr: Stellt man sie erst auf einen normalen Untergrund und dann auf die Basis, kann man beim Abspielen sofort erleben, welchen Unterschied die Stellfläche macht.
Komponenten mit Basis-Bedarf
Das wollen wir jetzt natürlich gerne auch mit einer etwas größer dimensionierten Musikanlage erleben. Dafür haben wir auf dem schlechten Lowboard eine gute Klangkette aufgebaut: Als Quelle wählen wir den Transrotor Dark Star, also einen Plattenspieler, weil ein Analoglaufwerk von einer Basis besonders profitieren kann: Die sensible Nadel nimmt alle Erschütterungen des Motors und des rotierenden Tellers auf, interpretiert diese Bewegungsanregung als Musikinformation und fügt sie dem eigentlichen abgetasteten Signal hinzu – wie auch die externen Körperschall-Vibrationen, die durch das Lowboard übertragen werden. Als Phono-Vorstufe kommt der Lehmannaudio Decade zum Zuge. Als Verstärker wählen wir mit dem Cayin Jazz 80 einen Röhrenverstärker, weil er ebenfalls zur Gattung der besonders Basis-bedürftigen Komponenten gehört: Die feinmechanischen Glimmkolben sind mikrofonisch und verstärken durch die mechanischen Erschütterungen, die auf sie wirken, unsauberer. Als Schallwandler rahmen das Sideboard schließlich links und rechts je eine Audio Physic Midex ein.
Wohltuende Entschlackung
So hören wir, zuerst Basis-los, den Doors-Klassiker „Light My Fire“ in der Acoustic-Soul-Version von Friend ’n Fellow: Constanze Friend und Thomas Fellow liefern mit attraktivem R’nB-Gesang und virtuosem Gitarrenspiel eine verblüffende Interpretation, und sie klingt trotz der Sideboard-Defizite überraschend gut. Aber wir wissen: Da geht deutlich mehr. Wir unterfüttern nun den Plattenspieler mit der 3S Basis 480 – und staunen schon, als sich die Nadel in die Rille senkt: Das charakteristische „Pock“ ertönt nun trocken-knackig ohne den zuvor hörbaren unangenehmen Bass-Bums. Diese Entschlackung macht sich auch sofort in der Musik bemerkbar: Thomas Fellow schafft es, mit seiner Schlaghand zwischen den flott gezupften Tönen auch noch per Handballen leicht auf sämtliche Saiten und die Decke des Gitarrenkorpus zu schlagen. Das klingt wie eine Bass-Drum, die den Beat zum Stück liefert. Vorher war diese Bass-Drum wummerig und wirkte eher wie ein unangenehmes Nebengeräusch, nun liefert sie definiert und dezent das rhythmische Fundament.

Die große Basis ist ideal für raumgreifendere Komponenten wie etwa Plattenspieler. Daneben sehen wir das schmalste Modell der Basis-Reihe: Es ist maßgeschneidert für Lehmannnaudios Verstärker-Komponenten. Hier tragen sie das Audioteil und das Netzteil der Phono-Vorstufe Decade.
Crisper und klarer
Die gezupften Gitarren-Töne sind nun deutlich crisper und klarer: Vorher verfilzten sie zu einem Klangteppich, aus dem einzelne Spitzentöne wie Flusen herausragten. Nun ist jeder angezupfte Ton klar, deutlich und in ausgewogener Balance zu den anderen zu hören. Wir können sogar die Saiten erkennen: Die metallumsponnenen Basssaiten klingen stählern-brillant, die aus Nylon bestehenden Diskantsaiten hingegen haben einen warmen, weichen Sound. Wir vernehmen nun auch markanter das Anzupfen durch die Finger von Fellows rechter Hand sowie die Griffgeräusche seiner Spielhand-Finger beim Umsetzen und Über-die-Saiten-Rutschen. Diese Spielgeräusche sind das Wiedergabe-Salz in der Akustik-Suppe: Erst durch diese charakteristischen Geräusche empfinden wir eine Wiedergabe als echt, als würde der Interpret mit seinem Instrument vor uns sitzen. Genau das tut Thomas Fellow mit seiner Akustik-Gitarre nun viel livehaftiger als zuvor. Weil die Verunklarung durch Vibrationen jetzt minimiert ist, hören wir auch viel deutlicher die staunenswerte Vielfalt an Spieltechniken und Klangfacetten, die Fellow seiner Sechssaitigen entlockt.
Präsent und packend
Dann zeigt uns Fellow, zu welch großer Dynamik eine Gitarre fähig ist – zuerst mit feinem flotten Picking, dann mit Famenco-artigen Rasgueados, bei denen mehrerer Finger schnell nacheinander über die Saiten schlagen, was einen perkussiven, rauschenden Soundeffekt ergibt, schließlich mit hartem Anschlag aller Saiten. Das klang zuvor ohne die Basis längst nicht so fulminant, weil das Lowboard die Impulse verschmiert hat. Nun sind diese perkussiven Anteile knackig und prompt zu hören – und so klingen die harten Saitenanschläge jetzt präsent und packend. Auch ausgehaltene Töne haben eine andere Wirkung: Sie entfalten ihr Klangspektrum, das sich mit dem Verklingen der Saiten beständig verändert. Diese Feinheiten waren zuvor nicht wirklich wahrnehmbar, nun spüren wir fasziniert dem Klangkosmos der schwingenden Obertöne nach. Besonders faszinierend ist das, wenn Fellow als Effekt die Saiten im Kopfplatten-Bereich zwischen Sattel und Stimmmechaniken anschlägt: Hier klingen sie wie hohe Harfentöne und verströmen mit schillernden Obertönen einen geheimnisvollen Klangzauber.

Zur Ankopplung an den Boden sind die Gewebescheiben in ihrem Zentrum mit einer Korkschicht versehen.
Intensitätszugewinn und Räumlichkeits-Plus
Der Gesang steht der Gitarre in puncto Intensitätszugewinn natürlich in nichts nach. Klang Constanze Friend ohne die Basis fast ein wenig müde und matt, so ist ihre Stimme nun deutlich lebhafter, merklich inniger und gegenwärtiger: Wir hören die zarten Atmer, bevor sie eine neue Gesangzeile beginnt, erleben, wie sie ihre hochattraktive, sonore, eigentlich warm timbrierte Stimme immer wieder in gewollte Rauheit und Brüchigkeit umschlagen lässt, bis sie am Ende der Phrase die finalen Vokale haucht. Nun erleben wir auch Constanze Friend so, als stünde sie vor uns und gäbe mit Thomas Fellow für uns ein Privatkonzert. Dank des nun hörbaren Detailreichtums nehmen wir die Reflexionen des Aufnahmeraums wahr: Mit geschlossenen Augen wechseln wir im Nun die Räumlichkeit und stehen mit dem Duo im Studio. Auch der Hall, der zwischenzeitlich auf den Gesang gelegt ist, entfaltet erst jetzt seinen Effekt und macht dadurch selbst die kleinen Pausen im Song zu Hinhör-Momenten.
Klangkörper und Stimmenschmelz
All diese Meriten bietet uns die S Basis 480 auch im musikalischen Großformat: Wir legen aus Puccinis Oper „La bohème“ das Liebesduett „O soave fanciulla“ auf, welches die Staatskapelle Dresden eröffnet. Wirkte das Orchester ohne Basis ein wenig amorph und platt, so gewinnt es mit der Basis nun an Definition, Physis und Tiefenstaffelung. Jetzt sind auch die Instrumente transparent, deutlich, plastisch und frei von Mittenmatsch und Bassmulm hörbar – angefangen bei den vorn sitzenden Geigen über die seitlich platzierte Harfe, die immer wieder herrlich perlende Tonkaskaden einwirft, bis hin zu den nun trocken-konturierten Kontrabässen. So macht der Klangkörper diesem Nahmen alle Ehre. Die vokalen Solisten sind jetzt ebenfalls viel präsenter – und das ist nun extra-eindrucksvoll, weil mit Anna Netrebko als Mimì und Rolando Villazón als Rodolfo zwei Weltstars direkt vor uns stehen, die sich mit herrlichem Stimmenschmelz ihre Liebe gestehen und uns mit ihrer Vokalkunst zum Schwärmen bringen.

Das in die Oberseiten eingelassene metallene Emblem mit dem Lehmannaudio-Logo verweist dezent auf die Herkunft der Basis.
Performance-Plus mit Steigerungsmöglichkeit
Dieses basis-bedingte Performance-Plus lässt sich steigern, in dem man jede Komponente mit einer Stellfläche beruhigt. Wir unterlegen nun den Röhrenverstärker mit der passenden mittleren Stellfläche und das Verstärker- sowie Netzteil der Phono-Vorstufe mit zwei kleinen Basen. Gerade der Röhrenverstärker dankt diese Stilllegung – und so legt die Wiedergabe in allen Belangen zu: Es klingt noch aufgeräumter, auflösender und transparenter, die Instrumentalisten und Sänger sind abermals gegenwärtiger und körperhafter, die Räumlichkeit der Dresdner Lukaskirche, in der die Aufnahme stattfand, wird noch dreidimensionaler und immersiver imaginiert. So gerät insbesondere das Finale grandios: Netrebko und Villazón gehen gemeinsam ab und singen ihr finales, innig im Duett vorgetragenes „Amor! Amor! Amor!“ aus der Ferne zu uns. Klang dies vorher ein bisschen wie vom Winde verweht, so hat dieser tolle Kniff, den Puccini sich für das Ende dieser Arie ausgedacht hat, jetzt erst so richtig den beabsichtigten Wow-Effekt. Das ist große Oper!

Die Lehmannaudio 3S Basis 480 im Einsatz: Zusammen mit den kleineren Modell-Schwestern verbessert sie die Performance des Plattenspieler Transrotor Dark Star (unterfüttert mit der 3S Basis 480), des Röhrenverstärkers Cayin Jazz 80 (unterfüttert mit der 3S Basis 300) und der Phono-Vorstufe Lehmannaudio Decade (unterfüttert mit zwei 3S Basis 150).
Fazit
Die Lehmannaudio 3S Basis 480 zeigt eindrucksvoll, welch Performance-Plus möglich ist, wenn Audio-Komponenten auf einer optimalen Stellfläche agieren: Die Musik gewinnt in allen Disziplinen. So besitzt die Wiedergabe eine deutlich größere Klarheit und Transparenz. Sie ist von Mitten-Matsch und Bass-Überhöhungen befreit. Dank der größeren Definiertheit und dem höheren Detailreichtum sind Stimmen und Instrumente wesentlich präsenter und plastischer. Die imaginierte Bühne hat mehr Tiefe, die gesamte Räumlichkeit wird geradezu immersiv abgebildet. Dank der gesteigerten Dynamik ist die Wiedergabe packender, lebhafter, impulsiver – und insgesamt realitätsnäher und livehaftiger. Diesen Zugewinn erreicht die 3S Basis 480 durch die Absorption klangverschlechternder Vibrationen und den Schutz vor Sound-schädlichen elektromagnetischen Störfeldern. Dies gelingt durch eine clevere Mehrschicht-Konstruktion in Kombination mit speziellen Gewebescheiben. Dank ihres Slim-Designs kann die Basis auch bei Racks mit flachen Fächern eingesetzt werden. So sorgt die 3S Basis 480 auch bei beengten räumlichen Verhältnissen für eine fundamentale Verbesserung. Eine ganz klare Empfehlung!
Test & Text: Volker Frech
Fotos: Simone Maier
Preis/Leistung: sehr gut
99 of 100
98 of 100
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Technische Daten
| Modell: | Lehmannaudio 3S Basis |
|---|---|
| Produktkategorie: | Gerätebasis, Absorberplatte |
| Preise: | - 3S Basis 150: 599,00 € - 3S Basis 300: 799,00 € - 3S Basis 480: 999,00 € |
| Garantie: | 2 Jahre |
| Ausführungen: | Anthrazit |
| Vertrieb: | Lehmannaudio, Köln Tel.: +49 221 29493320 www.lehmannaudio.com |
| Abmessungen (HBT): | - 3S Basis 150: 20 x 150 x 380 mm - 3S Basis 300: 20 x 300 x 380 mm - 3S Basis 480: 20 x 480 x 380 mm |
| Gewicht: | - 3S Basis 150: 1,0 kg - 3S Basis 300: 2,1 kg - 3S Basis 480: 3,3 kg |
| Belastbarkeit: | - 3S Basis 150: max. 25 kg - 3S Basis 300: max. 50 kg - 3S Basis 480: max. 75 kg |
| Lieferumfang: | - Lehmannaudio 3S Basis - Handkurbelspieluhr |
| Optionales Zubehör: | Bodenplatte (zur Wirksamkeitssteigerung) - für 3S Basis 150: 190,00 € - für 3S Basis 300: 390,00 € - für 3S Basis 480: 590,00 € |
| Pros und Contras: | + Zugewinn an Klarheit und Definition + größerer Detailreichtum + mehr Transparenz und Durchhörbarkeit + Plus an Präzision und Akkuratesse + strafferer, konturierterer Bass + dynamischere, packendere, vitalere Wiedergabe + bessere Tiefenstaffelung, immersivere räumliche Darstellung + zusätzliche schirmende Schicht gegen elektromagnetische Störfelder + Slim-Design für beengte Platzverhältnisse und flache Rack-Fächer + hohe Belastbarkeit + ansprechendes, dezentes Design + hochwertige Materialqualität mit angenehmer Haptik + Fertigung in Deutschland + sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis |
| Benotung | |
| Gesamtnote: | Empfehlung |
| Preis/Leistung: | sehr gut |
| Getestet mit: | - Plattenspieler: Transrotor Dark Star - Abtastsystem: Transrotor Uccello (MM) - Phono-Vorverstärker: Lehmannaudio Decade - Vollverstärker: Cayin Jazz 80 - Lautsprecher: Audio Physic Midex - Lautsprecherkabel: Audioquest Rocket 44 - Netzkabel: Audioquest Monsoon |















































