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Redakteur
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Knapp zehn Jahre nach dem viel beachteten Miracord 90 hat ELAC seine Miracord-Serie neu geordnet. Mit dem Miracord 80 positioniert sich erstmals wieder ein klares Topmodell oberhalb von Miracord 50 und 60. Ursprünglich nicht als Jubiläumsmodell gedacht, rückt der Miracord 80 nun dennoch in ein besonderes Licht: ELAC feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Zeit also, den Miracord 80 genau dort einzuordnen, wo er hingehört: als Nachfolger des beliebten Miracord 90.

Der Miracord 80 stellt das neue Topmodell im Plattenspielersegment des Kieler Herstellers dar.

Der Miracord 90 war seinerzeit weit mehr als eine nostalgische Reminiszenz an große Analogzeiten. Mit ihm kehrte ELAC selbstbewusst und technisch souverän in die Welt anspruchsvoller Plattenspieler zurück. Das massiv aufgebaute Chassis, die sorgfältige Entkopplung und der klar auf Laufruhe und Präzision ausgelegte Antrieb zeigten unmissverständlich, dass es ELAC ernst meinte. Der Miracord 90 war kein reines Jubiläumsprojekt für das Markenego, sondern ein durchdachter Plattenspieler für Musikliebhaber mit hohen klanglichen und ästhetischen Ansprüchen. Gerade diese Ernsthaftigkeit machte ihn über Jahre hinweg sehr beliebt und zu einem Fixpunkt im ELAC-Portfolio. Das Topmodell wurde später noch um die beiden einsteigerfreundlichen Modelle Miracord 50 und 60 ergänzt. Der neue Miracord 80 knüpft nun am bisherigen Topmodell an, das nicht weiter erhältlich ist. Wir dürfen also gespannt sein, ob ELAC den sehr guten Miracord 90 noch verbessern konnte oder der Miracord 80 nur eine optische Weiterentwicklung ist.

Im Jahr 2026 feiert Elac bereits sein 100-jähriges Bestehen. Der Miracord 80 ist aber klar für moderne Wohnumgebungen gestaltet worden.

Behutsam modernisiert

Auf den ersten Blick ist auch der Miracord 80 ein echter Miracord und sofort als Mitglied der Familie zu erkennen. ELAC bleibt sich in der Grundform treu, interpretiert sie hier jedoch sichtbar moderner und aufgeräumter. Der Motor ist von vorne links nach hinten links gewandert, das Bedienelement sitzt nun an jener Stelle, die beim Miracord 90 noch vom Antrieb belegt war. Dadurch entsteht unter dem Ruhepunkt des Zehn-Zoll-Tonarms spürbar mehr Luft. Das wirkt nicht nur funktional logisch, sondern auch gestalterisch souverän. Der Auftritt ist stilvoll reduziert und gibt der hervorragend verarbeiteten Echtholzoberfläche deutlich mehr Raum zur Wirkung. Neben der zweifarbigen Variante unseres Testgeräts in Schwarz und Walnuss bietet ELAC auch eine komplett schwarze Version mit hochglänzender Oberfläche an. Meine Wahl ist dennoch eindeutig die zweifarbige Ausführung mit Holzoberseite. Ihr warmer, wohnlicher Charakter passt aus meiner Sicht deutlich besser zu dem entschleunigten Wohlgefühl, das Vinylwiedergabe im Idealfall vermittelt.

Elac kombinert dunkles Aluminium mit einem Echtholzfurnier aus Walnuss, um dem Plattenspieler ein elegantes Antlitz zu verleihen. Für Freunde einheitlicher Farbgestaltung gibt es aber auch eine schwarz lackierte Version.

Konsequente Neujustierung

Beim genaueren Hinsehen wird schnell klar, dass der Miracord 80 keine simple Fortschreibung des Miracord 90 ist, sondern eine bewusste Neujustierung. Er fällt optisch kompakter und aufgeräumter aus, bringt weniger Masse mit und verzichtet auf Komfort- und Tuningelemente wie Pitch-Control oder die aufwendige Subteller-Konstruktion des Neunzigers. Das mag auf dem Papier zunächst wie ein Rückschritt wirken, ist in der Praxis jedoch Ausdruck eines veränderten Fokus. Besonders die neue Plattenteller-Aufnahme sorgt dafür, dass eine maximal starre Verbindung zwischen Lagerdorn und Tonarmlager besteht. Das ist wichtig, da jede Relativbewegung zwischen Platte und Nadel mit in den Klang eingehen würde. ELAC setzt beim Miracord 80 also weniger auf maximale Materialschlacht, sondern auf konzeptionelle Klarheit. Der sichtbarste Entwicklungsschritt ist der Zehn-Zoll-Tonarm. Durch seine größere effektive Länge verringert sich der Spurfehlwinkel gegenüber einem klassischen Neun-Zoll-Arm deutlich. Auch diese Weiterentwicklung reduziert Verzerrungen, insbesondere in den Innenrillen, und sorgt für einen ruhigeren, souveräneren Abtastvorgang.

Der Drehregler zur Geschwindigkeitseinstellung befindet sich, stets gut erreichbar, vorne links.

Bekanntes Konzept weitergedacht

Ziemlich unverändert präsentiert sich die Zarge im Vergleich zum Vorgänger. Form und Proportionen sind klar wiedererkennbar und verorten den Miracord 80 sofort innerhalb der Familie. Auch der Tonarm wirkt auf den ersten Blick vertraut, offenbart bei genauerem Hinsehen jedoch deutliche Weiterentwicklungen. Lagerkonstruktion, Gegengewicht und Antiskating erinnern deutlich an den Miracord 90, das Tonarmrohr selbst ist jedoch um einen Zoll gewachsen uns beseht aus Carbon statt Aluminium. Durch die größere Distanz zwischen Drehpunkt und Abtastnadel verringert sich der Spurfehlwinkel, der zwangsläufig entsteht, weil der Tonarm kreisförmig geführt wird, die Rillen jedoch tangential geschnitten sind. Das Ergebnis der Verlängerung sind geringere Verzerrungen und ein klarerer, feiner aufgelöster Klang. Ebenfalls neu ist das Headshell: Statt der früheren, einfachen Befestigung kommt nun ein Wechselheadshell im SME-Standard zum Einsatz. Tonabnehmer lassen sich dadurch in Sekundenschnelle tauschen – ein echter Zugewinn an Alltagstauglichkeit, insbesondere für Vielhörer und Mono-Schallplatten.

Mit zehn Zoll Länge und besonders leichter, starrer Carbonkonstruktion, soll der Tonarm noch feiner auflösen.

Starre Kopplung, präziser Antrieb

Ebenfalls vertraut wirkt der Plattenteller, der weiterhin aus schwarz eloxiertem Aluminium gefertigt ist. Er fällt etwas leichter aus als beim Vorgänger und ist nicht mehr schwimmend gelagert, sondern sitzt nun direkt auf einem konischen Lagerdorn. Dadurch entsteht eine absolut starre Verbindung mit dem Chassis, ungewollte Relativbewegungen zwischen Plattenteller und Tonarm werden konsequent unterbunden. Auch diese Maßnahme zahlt klar auf eine verbesserte Abtastqualität ein. Beibehalten wurden die Filzmatte sowie das bewährte Antriebskonzept. Der Teller des Miracord 80 wird über einen außen laufenden Flachriemen von einem Gleichstrommotor angetrieben. Die beiden Geschwindigkeiten 33 und 45 Umdrehungen pro Minute werden elektronisch überwacht und fein geregelt. In der Praxis überzeugt das mit hoher Präzision: Bei unserem Testexemplar lagen die Abweichungen bei unhörbaren 0,07 Prozent für 33 und ebenso unkritischen 0,16 Prozent bei 45 Umdrehungen. Das sind beste Voraussetzungen für einen erstklassigen Klang.

Ein PID-gesteuerter Gleichstrommotor treibt über Pulley und Riemen den Plattenteller an. Die Geschwindigkeit wird dabei optisch vom Miracord 80 überprüft.

Zusatzausstattung und Updgrades

Zum Lieferumfang gehört grundsätzlich ein externes 18-Volt-Steckernetzteil. Gleichzeitig zeigt ELAC hier bewusst Offenheit für weitere Optimierungen: Neben der Standardbuchse findet sich ein zusätzlicher Anschluss, an dem ein höherwertiges Netzteil andocken kann. Ziel ist ein noch ruhigerer Motorlauf, der sich positiv auf Gleichlauf und damit unmittelbar auf die Klangqualität auswirken kann. Der Miracord 80 ist also von Haus aus vollständig, lässt ambitionierten Hörern aber bewusst Spielraum nach oben. Erhältlich ist zum Beispiel ein speziell auf den Miracord 80 abgestimmtes Netzteil des Herstellers SBOOSTER. Von ELAC selbst wird der Plattenspieler optional zudem mit einem bereits im Headshell montierten Tonabnehmer ausgeliefert. Der DM96 ist gegen einen Aufpreis von 300 Euro erhältlich und fügt sich stimmig in das Gesamtkonzept ein. Als MM-System können alle gängigen Phonostufen das Signal weiterverarbeiten. In dieser Konfiguration erhält man also einen spielfertigen Plattenspieler, der lediglich aufgestellt werden muss, bevor das analoge Hörvergnügen beginnen kann.

Neben dem Hohlstecker-Anschluss für das beiliegende Schaltnetzteil verfügt der Miracord 80 auch über einen Anschluss für 18-Volt-Linearnetzteile. Für den Signalausgang stehen vergoldete Cinch-Buchsen zur Verfügung.

Aufstellung & Einrichtung

Die Inbetriebnahme sollte auch Neulinge nicht vor größere Herausforderungen stellen. Eine halbwegs massive Stellfläche von etwa 40 × 50 Zentimetern genügt zur Aufstellung des Miracord. Dank der vier höhenverstellbaren, gefederten Stellfüße lässt sich das Laufwerk präzise waagerecht ausrichten und gleichzeitig wird es wirkungsvoll vom Untergrund entkoppelt. Neben dem bereits erwähnten Netzteil, das angeschlossen werden muss, wird die Cinch-Verbindung zur Phonostufe oder zum Phonoeingang des Verstärkers hergestellt. Ein solcher Eingang ist notwendig, da das äußerst geringe Signal des Tonabnehmers entzerrt und auf ein nutzbares Niveau verstärkt werden muss. Sind alle Verbindungen hergestellt, wird der Riemen vorsichtig und verdrehungsfrei um den Plattenteller gelegt. Anschließend lässt sich der schwere Teller behutsam und ohne Verkanten auf den Lagerdorn absenken. Zum Schluss wird der Riemen über das Motorpulley geführt und die Filzmatte aufgelegt – danach können wir uns ganz dem Tonarm widmen und den Miracord 80 damit einsatzbereit machen.

Der Plattenteller bringt ordentliche 5,6 Kilogramm auf die Waage.

Justage

Die Einrichtung des Tonarms gelingt erfreulich unkompliziert und ist in der Anleitung gut nachvollziehbar beschrieben. Zunächst wird das Headshell mit dem vormontierten D96 vorne auf den Tonarm gesteckt und mit der Überwurfmutter fixiert, dabei bleibt der Nadelschutz besser montiert. Anschließend wird das Gegengewicht mit der Skala nach vorne auf den hinteren Ausleger geschraubt. Ist es aufgesetzt, lässt sich der Tonarm aus der Arretierung nehmen, der Lift absenken und der Arm durch vorsichtiges Verdrehen des Gewichts ausbalancieren. Ich erledige diesen Schritt zunächst mit Nadelschutz und kontrolliere danach ohne. Steht der Arm in Waage, wird er wieder arretiert und die Skala auf null gedreht, ohne das Gewicht selbst zu bewegen. Danach wird das Gegengewicht samt Skala bis 2,2 Gramm weitergedreht. Zum Schluss hängt man das Antiskating-Gewicht in der niedrigsten Stufe ein und der ELAC Miracord 80 ist spielbereit. Auflagekraft und Antiskating können später feinjustiert werden, diese Grundeinstellung funktioniert zuverlässig.

Das Auflagegewicht wird per Drehen des Gegengewichts eingestellt. Eine Skala hilft bei der Justage, doch auch beim Miracord empfielt sich natürlich der Einsatz einer Tonarmwaage.

ELAC Miracord 80 – Kraft durch Ruhe

Im Hörtest präsentiert sich der ELAC Miracord 80 ausgesprochen erwachsen, verbindlich und vor allem sauber. Er spielt mit einer Selbstverständlichkeit, die sofort Vertrauen schafft. Der Tonabnehmer ist sauber justiert, tastet sicher ab und bleibt auch bei kritischen Passagen frei von Zischeln bei S-Lauten oder einem Wandern von Stimmen und Instrumenten. Rillenrauschen drängt sich nicht in den Vordergrund, ebenso wenig andere Nebengeräusche. Hier zeigt sich klar die Laufruhe. Der Klang wirkt transparent und gut durchzeichnet, ohne analytisch zu werden. Besonders überzeugend ist die räumliche Darstellung: Die Bühne spannt sich groß, breit und tief auf, mit stabiler Ortung und angenehmer Staffelung. Tonal bleibt der Miracord 80 im besten Sinne analog, warm, entspannt und mit einer ausgeprägten Wohlfühlatmosphäre. Als erster Titel wanderte „Luck and Strange“ auf den Teller, wo der ELAC genau diese Mischung aus Präsenz, Ruhe und musikalischem Fluss eindrucksvoll demonstriert.

Der Miracord 80 wird optional mit dem Elac D96 MM-Tonabnehmer angeboten, um sofort ein spielfertiges System zu erhalten.

Genrevielfalt

Anders entspannt, jedoch nicht weniger atmosphärisch geht es mit „My Funny Valentine“ von Miles Davis weiter. Das im Lincoln Center aufgenommene Konzert entfaltet über den Miracord 80 die konzentrierte Ruhe eines großen Konzertsaals. Der Raum öffnet sich weit, das Publikum bleibt respektvoll im Hintergrund, die Musik steht ganz im Mittelpunkt. Der Miracord 80 erweist sich dabei als natürlicher Vermittler zwischen der realen Gegenwart und der auf der Platte konservierten musikalischen Vergangenheit. Eine Gangart härter wird es dann mit dem Live-Album „Alchemy“ der Dire Straits, das vor Spielfreude strotzt und ebenso von Atmosphäre lebt. Das Schlagzeug schiebt mitreißend nach vorn, die präzise gespielten Gitarren sind klar im Raum verortet, und Mark Knopflers Gesang erscheint charakteristisch, souverän und klar verständlich im Raum. Genau diese Mischung aus Kontrolle, Präsenz und Gelassenheit macht schlicht Spaß. Der Miracord 80 kommt mit unterschiedlichsten Stilen zurecht und präsentiert die Musik neutral, so wie sie ist.

Der Miracord 80 überzeugt mit enormer Laufruhe, klarer Wiedergabe und jeder Menge Souveränität.

Fazit

Mit dem Miracord 80 zeigt ELAC, dass Weiterentwicklung nicht zwangsläufig über mehr Masse oder spektakuläre Features führen muss. Stattdessen überzeugt das aktuelle Topmodell der Serie mit konzeptioneller Klarheit, hoher Laufruhe und einem reifen, musikalischen Klangbild. Der Miracord 80 spielt sauber, transparent und verbindlich, ohne analytisch zu wirken. Er baut eine große, stabile Bühne auf, bleibt tonal ausgewogen und vermittelt Musik mit angenehmer Selbstverständlichkeit. In Kombination mit dem optionalen D96 entsteht ein spielfertiges Gesamtpaket, das Neulinge nicht überfordert und ambitionierten Hörern zugleich zufriedenstellt und dennoch Raum für spätere Upgrades wie Headshells, Tonabnehmer oder Netzteil lässt. Wer nicht nur Nostalgie sucht, sondern einen modernen, ernstzunehmenden Plattenspieler mit Wohlfühlcharakter, findet im Miracord 80 einen überzeugenden und langfristig zufriedenstellenden Partner.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: Highlight
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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88 of 90

Technische Daten

Modell:Elac Miracord 80
Gerätekategorie:Plattenspieler
Preis:2.199 Euro (ohne Tonabnehmer)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Walnuss
Vertrieb:Elac Electroacustic, Kiel
0431 647740
www.elac.de
Abmessungen (HxBxT):148 x 470 x 374 mm
Gewicht:14 kg
Antrieb:Riemenantrieb, optisch kontrolliert
Geschwindigkeiten:- 33 1/3 U/min
- 45 U/min
Tonarm:10 Zoll, Carbon
Tonabnehmer:Elac D96 (MM, optional – 300 Euro)
Ausgänge:1 x Cinch Stereo Phono
Lieferumfang:1 x Miracord 80
1 x Netzteil
1 x Gegengewicht
1 x Anti-Skating-Gewicht
1 x Filzmatte
1 x Headshell
1 x Antriebsriemen
1 x Anleitung
Pro & Contra:+ hohe Laufruhe
+ klar und transparent
+ ausgeglichener Klang
+ schöne Bühnendarstellung
+ ansprechendes Design
+ leichte Einrichtung
+ gute Upgrade-Möglichkeiten

- Tonabnehmer und Haube nur optional
Benotung:
Klang (60%):90/90
Praxis (20%):89/90
Ausstattung (20%):88/90
Gesamtnote:Highlight
Klasse:Oberklasse
Preis/Leistung:sehr gut
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