Home » Tests » Phonosophie Phonopre One – Vielseitiges Verstärker-Ass für anspruchsvolle Vinylisten
22. Februar 2026
von Volker Frech
RedakteurGroße Vielfalt, kleines Format: Der kompakte Phonopre One punktet mit dualem Mono-Aufbau für sauberste Verstärkung, beeindruckt mit umfangreicher Impedanz-, Kapazitäts- und Gain-Anpassung für MM- und MC-Plattenspieler – und überrascht mit BNC-Anschlüssen für eine fehlerfreie Signal-Übertragung. Wie sich das auf die Performance auswirkt, zeigt unser Test.

Der Phonosophie Phonopre One präsentiert sich als kompakte und dezente Vorstufe für die Verstärkung der Plattenspieler-Signale.
Phonosophie kümmert sich seit über 30 Jahren um den guten Klang: Die arrivierte Hamburger HiFi-Schmiede entwickelt und fertigt hochwertige Audio-Elektronik, hat aber ebenso von Anfang an schon die lange Zeit unterschätzte Peripherie im Blick, also Netzleisten, Stromkabel und Signalleiter, und widmet sich zudem intensiv dem Thema Tuning – durch die Optimierung von HiFi-Komponenten und mit einem umfangreichen Zubehör-Sortiment fürs Sound-Upgrade. Das alles prägt auch den Phonopre One: Mit ihm präsentiert Phonosophie einen ebenso kompakten wie vielseitigen Vorverstärker, der die sensiblen und nach RIAA-Kennlinie kodierten Signale, die vom MM- oder MC-Plattenspieler kommen, sauber auf ein Hochpegel-Niveau verstärkt, wieder akkurat linearisiert und an den Ausgängen optimal für den Verstärker bereitstellt.

Auch dank der geringen Tiefe von 18 Zentimeter passt diese Phono-Vorstufe auf jedes Sideboard und in jedes Rack.
Dauerläufer in dezentem Design
Das alles leistet der Phonopre One auf kleinstem Raum: Er beansprucht nur 6 mal 14 mal 18 Zentimeter im Rack oder auf dem Sideboard. Dort gibt sich der Vorverstärker dezent. Das Gehäuse, das durch seine Metallausführung eine Schirmung gegen elektromagnetische Strahlung bietet, besteht aus schwarz pulverlackiertem Stahlblech. Diesem Korpus steht eine acht Millimeter starke Front aus fein gebürstetem und schwarz eloxiertem Aluminium vor. Die Front zieren einzig das erhabene Firmenemblem und eine LED. Sie hat zwei Funktionen: Durch ihr dauerhaftes rotes Leuchten zeigt sie an, dass der Phonopre One in Betrieb ist. Das ist sofort nach Einstecken seines externen Steckernetzteils der Fall, der Verstärker besitzt nämlich keinen Ein/Aus-Schalter. Phonosophie empfiehlt einen dauerhaft-durchgängigen Betrieb. Die Auslagerung der Stromversorgung und ihre hochwertige Ausführung als leistungsstarkes Linear-Netzteil bürgen für eine hochgradig brummfreie, sauber-stabile Versorgung. Zurück zur Front-LED: Sie agiert zugleich als Aussteuerungsanzeige. Mit blauem Flackern bietet sie eine Orientierungshilfe bei der Verstärkungsanpassung.

Das Gehäuse besteht aus schirmendem Metall und punktet mit einer allseitig überragenden massiven Front aus fein gebürstetem und schwarz eloxierten Aluminium.
Üppige Impedanz-Anpassung
Damit sind wir schon bei den Einstellmöglichkeiten des Phonopre One: Sie sind ebenso umfangreich wie vielfältig. Wer den so schlicht wirkenden Vorverstärker umdreht, entdeckt auf der Unterseite sechs feuerrote DIP-Schalter – jeweils drei für den linken und rechten Stereo-Kanal. Diese Mäuseklaviere ermöglichen durch verschiedenste Schalterstellungs-Kombinationen eine opulente Anzahl an Optionen, um den Verstärker präzise an das Moving Magnet- oder Moving Coil-System des Plattenspielers anzupassen. Das erste Mäuseklavier dient der Einstellung der ohmschen Belastung. Für MM-Abtaster wird sie immer auf 47 Kiloohm eingestellt, bei MC-Systemen sind verschiedenste Werte möglich, die der Hersteller in seinem Datenblatt auch angibt. Hier punktet der Phonopre One nun mit einem üppigen Angebot von 64 verschiedenen Widerstandswerten, die in feinen 20-Ohm-Schritten von 60 bis 1.320 Ohm reichen, um den passenden Abschlusswiderstand zu erreichen. Das ist wichtig, weil das Klangbild bei zu niedrig gewählter Impedanz müder und bei zu hoher Impedanz harscher, dünner, nervöser ist.

Seine Vielseitigkeit offenbart der Phonopre One, wenn man ihn umdreht: Unterseitig sind sechs flammrote DIP-Schalterblöcke eingelassen, mit denen die umfangreichen Einstellmöglichkeiten realisiert werden.
Umfangreiche Kapazitäts- und Gain-Optionen
Das zweite Mäuseklavier dient der Anpassung der Kapazität. Sie spielt für MC-Systeme keine Rolle, MM-Abtaster hingegen reagieren hier empfindlich. Für den korrekten Abschluss bietet der Phonopre One nun zehn Kapazitäts-Einstellungsmöglichkeiten. Sie reichen von 100 bis 600 Pikofarad und sind in 50 Pikofarad-Schritten veränderbar. So lässt sich prima der kapazitive Einfluss der gesamten Signalleitung ausgleichen, der gleich mit der Tonarminnenverkabelung beginnt und insbesondere durch das verwendete Phono-Anschlusskabel geprägt wird. Nach dieser Impedanz- und Kapazitätsanpassung dient der dritte Schalterblock des Phonopre One der Einstellung der passenden Verstärkung. So können verschiedenste Abtastsysteme auf ein Line-Level gehoben und somit Lautstärkeunterschiede ausgeglichen werden. MM Systeme brauchen meist eine geringe Verstärkung, MC-Systeme, die wegen ihrer wenigen Spulenwicklungen meist eine geringe Ausgangsspannung liefern, benötigen eine größere Signalkräftigung. Dafür ist die Eingangsempfindlichkeit des Phonopre One in neun Stufen in einem Bereich von 34 bis 66 Dezibel veränderbar. Doch wie findet man nun die passende Verstärkungseinstellung?

Da die Verstärkerschaltung des Phonopre One im Doppel-Mono-Aufbau gehalten ist, dienen die oberen drei Mäuseklaviere den Einstellungen für den linken Kanal und die unteren drei den Einstellungen für den rechten Kanal.
Doppel-Mono-Design für saubere Kanaltrennung
Hierfür hat Phonosophie eine empirische Lösung: Man spielt eine Schallplatte mit dynamikreicher Musik ab, stellt beim Phonopre One einen kleinen Verstärkungswert ein und steigert ihn nun, bis bei lauten Musikimpulsen die LED auf der Front blau flackert. Dann liegt man etwa 14 Dezibel unterhalb der Clipping-Grenze der Verstärkerschaltung. Nun geht man eine Verstärkungsstufe zurück – und hat die Grundeinstellung vorgenommen. Zur Optimierung des Klangs kann man nun mit den Einstellungen experimentieren – auch mit der durchaus klangverändernden Verstärkung. Mit diesen umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten bedient der Phonopre One eigentlich alle üblichen Systeme auf dem Markt. Für die Güte der Verstärkung sorgt nun die Qualität der Bauteile und der saubere Schaltungsaufbau. Auf der Platine entdecken wir hochqualitative Komponenten – und von vorn bis hinten zwei getrennte Verstärkerzüge. Durch dieses Doppel-Mono-Design werden die Signale für den linken und den rechten Kanal komplett getrennt bearbeitet. So erreicht man eine sehr gute Kanaltrennung mit geringem Übersprechen.

Die Rückseite bietet ein- wie ausgangsseitig ein Paar BNC-Buchsen für den Anschluss der Signal-Kabel. Phonosophie attestiert dieser Norm eine klangliche Überlegenheit. Zur Erdung dient die Ground-Klemme. An die vierpolige Buchse wird das externe Netzteil angeschlossen.
Rauscharme Verstärkung, exakte Signal-Entzerrung
Innerhalb jedes Kanalzugs sorgt nun ein zweistufige Verstärkerschaltung im Class A-Betrieb für eine überaus saubere Signalkräftigung. Class A bedeutet, dass die verstärkenden Elemente allein in dem Bereich arbeiten, in dem ihre Kennlinie linear ist, und so das Signal sehr präzise verstärken. Beim Phonopre One sind es erstklassige Operationsverstärker, etwa der extra für Audio-Anwendungen entwickelte, extrem rausch- und verzerrungsarme OP 1656 von Burr-Brown. Abgesehen von der Verstärkung muss das vom Plattenspieler kommende sensible Signal aber auch noch entzerrt werden. Es ist auf der Platte in kodierter Form verewigt: Hohe und tiefe Frequenzen werden mit unterschiedlich veränderter Auslenkungen eingraviert, um einen besseren Signal-Störabstand und eine längere Spieldauer der Schallplatte zu erreichen. Diese Kodierung, die seit Mitte der 1950er-Jahre nach der sogenannten RIAA-Norm geschieht, wird im Phonopre One durch eine passive und aktive RIAA-Entzerrung wieder rückgängig gemacht. Hier ist das Herzstück der für diese Linearisierung sehr beliebte und bestens beleumundete Operationsverstärker LT1115.

Die Stromversorgung übernimmt ein externes Steckernetzteil. Es ist leistungsstark realisiert und linear aufgebaut, also mit einem echten Trafo. So liefert es eine saubere und stabile Spannung und stört dank der Auslagerung auch nicht die empfindliche Audio-Elektronik. Der rote Punkt markiert die Phase: Durch phasenrichtigen Anschluss aller Audio-Komponenten minimiert man Potenzialunterschiede und daraus resultierende vagabundierende Ströme, die etwa zu Trafo-Brummen führen.
Audio-Tuning und Anschluss-Optimierung
Ausgesuchte Operationsverstärker dieser Schaltung sind nun mit speziellen Aufklebern versehen. Damit kommt nun Ingo Hansens jahrzehntelange Erfahrung in puncto Tuning- und Klangoptimierung ins Spiel: Der Gründer und Mastermind von Phonosophie wendet hier die von ihm entwickelte Aktivator-Technologie an, um Störungen zu minimieren und das Klangniveau der gesamten Komponente zu verbessern. Die Funktionsweise dieser Technik ist ein Betriebsgeheimnis. Um nun die mit viel Aufwand erreichte Klangqualität nicht wieder zu verschlechtern, ist die Verstärkerschaltung einerseits gleichspannungsgekoppelt: So werden auch tiefste Frequenzen übertragen. Zum anderen sind die Anschlüsse mit BNC-Buchsen realisiert. Hansen, der seit über 40 Jahren auch Kabel fertigt, attestiert BNC gegenüber Cinch und XLR eine klangliche Überlegenheit: BNC-Kabel besitzen den optimalen Wellenwiderstand, und Signalleiter mit dieser Steckernorm weisen die geringsten Wellenreflexionen auf. Das hat auch im NF-Bereich der Audio-Signale Relevanz und ist insbesondere im Phono-Bereich wichtig: Durch die hier notwendige extreme Verstärkung des Audio-Signals machen sich alle Kabelfehler umso gravierender bemerkbar.

Das NF-Kabel PK2 MK 3 gehört zum Lieferumfang. Es besteht aus einem Paar einzeln abgeschirmter und verzinnter Kupfer-Innenleiter-Litzen, einer Isolation aus Polyethylen und einer Ummantelung aus PVC. Das Kabel ist beidseitig als BNC-Kabel konfektioniert. Für den Anschluss an den nachfolgenden Verstärker braucht man, wenn er keine BNC-Buchsen besitzt, Adapter. Diese gehören ebenfalls zum Lieferumfang.
Der Phonosophie Phonopre One in der Praxis
Weil das Phono-Kabel eines Plattenspielers aber zumeist mit Cinch-Steckern konfektioniert ist, liefert Phonosophie zum Anschluss an den Phonopre One zwei Cinch/BNC-Adapter mit. So passt es mit unserem Transrotor Dark Star. Zu unserem Vollverstärker Hegel H360 hin schließen wir den Phonopre One mit dem mitgelieferten NF-Kabel PK2 MK 3 an, das als BNC-Kabel konfektioniert ist. Deshalb sorgen hier abermals zwei Phonosophie-Adapter, diesmal von BNC auf Cinch, für die Anschlussfähigkeit. Mit 1,2 Metern hat das Kabel eine gute Kürze. Der Phonopre One kann aber auch mit langen Kabeln betrieben werden – dank seinem geringen Ausgangswiderstand von 50 Ohm, mit dem eine korrekte Leitungsanpassung gewährleistet ist, und dem bis zu 100 Milliampere großen Strom, den die Ausgangstreiber der Phonostufe liefern. Unser Plattenspieler ist zuerst mit dem MM-System Transrotor Ucello bestückt. Also stellen wir an den Mäuseklavieren 47 Kiloohm, 150 Pikofarad und eine passende Anfangsverstärkung von 38 Dezibel ein.

Der voll verkabelte Phonopre One: Der Anschluss des Plattenspielers, dessen Kabel wie zumeist mit Cinch-Steckern konfektioniert ist, gelingt über Cinch/BNC-Adapter, die Phonosophie als Zubehör mitgibt.
Ruhig und rauscharm
Wir stecken das Netzteil des Phonopre One ein, womit der Vorverstärker auch gleich eingeschaltet ist, drehen unseren Hegel auf gehobenste Zimmerlautstärke – und hören ohne jegliche Musik erst mal der weitgehenden Stille zu: Der vor unseren Vollverstärker geschaltete Phonopre One agiert im Leerlauf sehr rauscharm. Auch die nächste positive Erfahrung machen wir vor Musikbeginn: Die Plattenspielernadel sinkt in die Rille von Donald Fagens LP „Morph The Cat“ und hier in den ersten Song von Seite drei: „The Night Belongs To Mona“. Wir hören also erst mal ein wenig Einlaufrille – und auch hier agiert der Phonopre One herrlich ruhig, ohne die Abtastgeräusche zu betonen. Das haben wir in der Preisklasse auch schon anders gehört. Mit dem Start des Songs sammelt der Vorverstärker weitere Pluspunkte. Die Nummer wird mit einem Intro von Schlagzeug, Bass und Keyboards eingeleitet, und schon mit den ersten Takten zeigt der Phonopre One seine klangliche Klasse.

Mit diesen mitgelieferten versilberten Cinch/BNC-Adaptern klappt der Anschluss des Plattenspielers an den Phono-Vorverstärker.
Satte Dynamik, sonorer Tiefgang
Bassist Freddie Washington spielt eine melodische Figur in halben Noten, jeder seiner Töne hat ein wunderbares Volumen, einen sonoren Tiefgang und eine mühelose Tragkraft. Trotzdem ist der Bass nicht dominant, und trotz seines Volumens bleibt er klar konturiert. Beim Schlagzeug beeindruckt uns sofort die Bassdrum: Die große Trommel hat einen satten dynamischen Punch. Den Druck, den Drummer Keith Carlock mit jedem Tritt auf seine Fußmaschine auslöst, spüren wir angenehm in der Magengrube. Die Bassdrum-Figur ist präzise auf Washingtons Basstöne gesetzt, und ebenso präzise gibt der Phonopre One dieses Zusammenspiel wieder: Bassdrum und Bass sind klar voneinander zu unterscheiden. Über diesem Fundament schweben nun die Akkorde von Ted Bakers Piano: Es ist sofort als Fender Rhodes erkennbar, weil der Klang dieses Klaviers so charakteristisch ist – und die Wiedergabe mit dem Phonopre One so transparent. Das ist umso bemerkenswerter, weil zugleich auch Fagen mit seinem Piano ergänzende Akkorde einstreut.

Mit den Fünf-Schalter-Blöcken stellt man die kapazitive Belastung ein, mit den Sieben-Schalter-Blöcken die ohmsche Belastung, mit den Vier-Schalter-Blöcken die Verstärkung.
Transparenz und Klarheit
Dank diese Durchhörbarkeit ist der Song auch im weiteren Verlauf ein Hochgenuss. Dafür sind Transparenz und Klarheit geradezu die Voraussetzung: Bei „The Night Belongs To Mona“ spielen 14 Instrumente. Dementsprechend dicht sind sowohl der Tonsatz des Arrangements als auch die Produktion des Songs. Trotzdem ist jedes Detail heraushörbar. Das beginnt bei den magischen Chimes, also der Reihe von feinen Metallstäben, die Drummer Carlock sanft durchstreicht und so für musikalischen Sternenstaub sorgt: Dank der Offenheit der Wiedergabe breiten sich diese flirrenden Glitzertöne langsam schwebend im Raum aus. Es geht weiter bei den links und rechts verteilten Gitarren: Sie spielen quasi Ping-Pong im Stereo-Panorama, die Töne sind abgedämpft, weswegen sie sehr perkussiv klingen – und trotzdem sind sie mit jedem Plektrum-Anschlag akzentuiert erkennbar. Die Durchhörbarkeit reicht bis zum tollen Chorgesang: Er ist mit ausfgefuchsten Harmonien gesetzt, trotzdem können wir selbst den Verlauf der oft etwas untergehenden Mittelstimmen mühelos nachverfolgen.

Nobel und aufgeräumt: Das Strichbild der gebürsteten Front sorgt für einen edlen Schimmer. Die Stirnseite zieren nur das erhabene Phonosophie-Emblem und die zentrale kleine LED. Sie dient als Betriebs- und als Aussteuerungsanzeige.
Lohnende Optimierung
Nun spielen wir mal mit den Einstellungen: Mit einer höheren Verstärkung von nun 46 Dezibel flackert die Aussteuerungsanzeige des Phonopre One bei lauten Passagen leicht auf: Wir sind also im optimalen Bereich – und das zahlt sich gleich doppelt aus: Zum einen wird der Rauschabstand abermals größer, was zu einem noch schwärzeren Hintergrund führt, von dem sich Musik umso besser abhebt. Zum andern entfaltet der Verstärker jetzt sein volle Klangkraft: Die Wiedergabe ist nun noch sonorer. Wir wählen jetzt auch bei der Kapazität einen höheren Wert und merken an der knackigeren Gangart, dass sich das MM-System Transrotor Ucello mit 250 Pikofarad offenbar sehr wohl fühlt. Nun ist die vorher schon feine Performance des Phonopre One umso stimmiger und noch homogener. Das erleben wir auch im großorchestralen Maßstab beim Mahlerschen „Zarathustras Mitternachtslied“: Nach der Klangoptimierung ist die begnadete Sopranistin Jessey Norman noch präsenter, das besetzungsstarke Orchester hat eine umso großzügigere Tiefenstaffelung.

Das mitgelieferte Kabel ist laufrichtungsgebunden. Die Richtung des Signalflusses ist auf dem Kabel gekennzeichnet.
Luftigkeit und Weite
Systemwechsel: Wir schließen nun den MC-Abtaster Goldring Ethos an, stellen die passende Werte ein, gehen bei der Verstärkung direkt hoch auf 62 Dezibel und spielen nochmals „Zarathustras Mitternachtslied“. Prompt geht die akustische Sonne auf: Die Wiedergabe hat nun eine wunderbare Luftigkeit und Weite, eine noch größere Klarheit und Crispheit. Der Konzertsaal wird so eindringlich imaginiert, dass unsere realen Hörraumwände verschwinden. Jessye Norman besitzt jetzt eine regelrecht körperliche Gegenwärtigkeit, ihre warme Stimme hat eine herrliche Strahlkraft. Wir hören nun jede noch so zarte Wendung ihres Gesangs bis ins feine Vibrato. Die Klangkultur der Wiener Philharmoniker entfaltet jetzt ihre Wirkmächtigkeit – angefangen bei den tiefen, dunklen Kontrabass- und Cello-Tönen bis zum zarten Schmelz der hellen Geigen. Jetzt ist dieses Orchester ein wirklicher Klangkörper! All diese macht der Phonopre One mühelos hörbar, denn er sorgt auch hier mit Stimmigkeit, Ruhe und schwarzem Hintergund für eine tolle Durchhörbarkeit.

Der Phonosophie Phonopre One präsentiert sich als kompakte und dezente Vorstufe für die Verstärkung der Plattenspieler-Signale.
Verblüffender Adapter-Unterschied
Bislang haben wir für den Test die normalen mitgelieferten BNC/Cinch-Adapter verwendet, um den Phono-Vorverstärker über das BNC-Kabel mit unserem Vollverstärker zu verbinden. Nun tauschen wir diese Adapter gegen ein Paar Phonosophie Referenz Adapter, die Ingo Hansen mit seiner Aktivierungstechnologie behandelt und uns zur Verfügung gestellt hat. Der Unterschied ist verblüffend: Gleich die einleitenden tiefen Streicher haben noch mehr Tragfähigkeit und Durchsetzungsfähigkeit, schon diese Celli und Kontrabässe sind noch plastischer als Instrumente erlebbar – auch, weil die Wiedergabe abermals an Ruhe gewonnen hat. Die nun folgenden Einsätze der verschiedensten Instrumente hat, angefangen bei den Hörnern über die antwortenden Geigen bis zur Harfe, eine größere Präzision und Definition. Jessye Normans Stimme besitzt eine noch größere Präsenz und Intensität. Im Ganzen ist auch die Auflösung höher, dadurch werden noch mehr Details der Musik und Rauminformationen des Ambientes hörbar – und der Konzertsaal wirkt noch immersiver. Erstaunlich!

Der Phonosophie Phonopre One im Einsatz: Hier verstärkt und entzerrt die Phono-Vorstufe das Signal vom Analog-Laufwerk Transrotor Dark Star und übergibt dann an den Vollverstärker Hegel H360.
Fazit
Der Phonosophie Phonopre One glänzt mit großer Vielfalt im kleinen Format: Der kompakte Phono-Vorverstärker bietet umfangreiche Impedanz-, Kapazitäts- und Verstärkungsanpassungsoptionen. Damit eignet er sich für alle üblichen MM-Abtaster und MC-Systeme. Die audiophile Kräftigung und Linearisierung des Phono-Signals übernimmt dann eine zweistufige Verstärkerschaltung im Dual-Mono-Design mit aktiver und passiver Entzerrung sowie Gleichstromkopplung. Dieser Aufbau bürgt für eine hohe Übersprechdämpfung, einen ausgezeichneten Geräuschspannungsabstand und eine Übertragung selbst tiefster Frequenzen. Zur Bewahrung der Signalgüte setzt Phonosophie bei den Ein- und Ausgängen konsequent auf BNC-Anschlüsse. Im Verbund mit einem ausgelagerten Linear-Netzteil sorgt dieser Aufwand für eine überaus rauscharme, ruhige und stimmige Performance. Die Wiedergabe punktet mit großer Klarheit und Transparenz, sehr guter Auflösung samt großem Detailreichtum, Sonorität bis runter in den kraftvoll-konturierten Bass, satter Dynamik, einer großzügigen Raumabbildung sowie einer plastischen und präsenten Darstellung von Stimmen und Instrumenten. Damit erweist sich der Phonosophie Phonopre One als vielseitiges Verstärker-Ass für anspruchsvolle Vinylisten.
Test & Text: Volker Frech
Fotos: Simone Maier
Klasse: Spitzenklasse
Preis/Leistung: sehr gut
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Technische Daten
| Modell: | Phonosophie Phonopre One |
|---|---|
| Produktkategorie: | Phono-Vorverstärker |
| Preise: | 1.999,00 € |
| Garantie / Gewährleistung: | 2 Jahre |
| Ausführung: | Schwarz |
| Vertrieb: | Phonosophie, Hamburg 040 / 837077 www.phonosophie.de |
| Abmessungen (HBT): | 64* x 140 x 178 mm *incl. Füße |
| Gewicht: | - Verstärker: 1,0 kg - Netzteil: 0,4 kg |
| Eingänge: | 1 x Phono unsymmetrisch (BNC, versilbert, Teflon-isoliert) |
| Ausgänge: | 1 x Line unsymmetrisch (BNC, versilbert, Teflon-isoliert) |
| Eingangsimpedanzen: | - MM: 47 kΩ - MC: 60 Ω bis 1320 Ω (in 20 Ω-Schritten veränderbar) |
| Eingangskapazität (für MM): | 100 bis 600 pF (in 50 pF-Schritten veränderbar) |
| Frequenzgang: | 10 Hz - 20 kHz (-± 0,1 dB) (Herstellerangabe) |
| Klirrfaktor: | < 0,005 % (Herstellerangabe) |
| Geräuschspannungsabstand: | > 100 dBA bis > 76 dBA (bezogen auf 2 V je nach Verstärkung mit 100 Ω) (Herstellerangabe) |
| Übersprechdämpfung: | > 110 dB bezogen auf 2 V verstärkungsunabhängig mit 100 Ω (Herstellerangabe) |
| Verstärkung: | +34 dB bis +66 dB (in 9 Schritten mit ca. 4 dB) (Herstellerangabe) |
| Ausgangspegel: | max. 30 VA (Herstellerangabe) |
| Ausgangsimpedanz: | 50 Ω |
| Leistungsaufnahme: | N.N. |
| Lieferumfang: | - Phonosophie Phonopre One - externes Steckernetzteil (Kabel: 2 m) - 2 Cinch/BNC-Adapter - 2 BNC/Cinch-Adapter - Phonosophie NF-Kabel PK2 MK 3 - Bedienungsanleitung (Deutsch) |
| Optionales Kabel-Upgrade: | Bei der Wahl eines höherwertigen Kabels wird nur die Preisdifferenz zum normalerweise mitgelieferten Kabel berechnet: - Phonosophie Signal-Kabel PK2BB22 MK3.1 mit Wirbelstrom-Optimierung und verbesserten Materialien (zu zahlender Aufpreis: 240,00 €) - Phonosophie Signal-Kabel PK2 B22 in der AKTIVATOR-Version (zu zahlender Aufpreis: 880,00 €) |
| Optionales Adapter-Upgrade: | Aktivierter Phonosophie BNC-Cinch-Adapter (65,00 €/Stück) |
| Pros und Contras: | + hoher Rauschabstand + ruhige, stimmige Performance + große Klarheit und Transparenz + sonore Wiedergabe + kraftvoller, konturierter Bass + satte Dynamik + sehr gute Auflösung mit großem Detailreichtum + großzügige 3D-Raumabbildung + plastische und präsente Darstellung von Stimmen und Instrumenten + unsymmetrischer Ein- und Ausgang mit BNC-Buchse + vielfältige Impedanz- und Kapazität-Anpassung für MM- und MC-Systeme + 9 Gain-Stufen zur Pegelanpassung des Systems + Erdungsklemme + ausgelagerte Stromversorgung + leistungsfähiges Linearnetzteil für sauber-stabile Versorgung + sehr gute Bauteilgüte + saubere Verarbeitungsqualität - kein Subsonic Filter - kein Ein/Aus-Schalter |
| Benotung: | |
| Klang (60%): | 93/95 |
| Praxis (20%): | 93/95 |
| Ausstattung (20%): | 94/95 |
| Gesamtnote: | 93/95 |
| Klasse: | Spitzenklasse |
| Preis/Leistung: | sehr gut |
| Getestet mit: | - Plattenspieler: Transrotor Dark Star - Tonabnehmer: Transrotor Uccello (MM), Goldring Ethos (MC) - Verstärker: Hegel H360 - Lautsprecher: Audio Physic Midex - Signalkabel: Phonosophie NF-Kabel 2 MK 3 (BNC) - Lautsprecherkabel: Audioquest Rocket 88 |















































