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Mit dem PF-3 bietet Vincent einen Netzfilter für die gesamte Anlage, der konsequent gegen Spannungsschwankungen und andere Störeinflüsse bei der Stromversorgung vorgehen soll. In Kombination mit angepasster Filterung für digitale und analoge Geräte, soll so jede Klangkette endlich ihr volles Potential entfalten können.

Der PF-3 versorgt bis zu sechs Geräte mit sauberem Strom. So sollen die angeschlossenen Analgenkomponenten ihre Strärken noch besser ausspielen können.

Ohne Strom kein HiFi. Eine schlichte Erkenntnis, denn schließlich muss bei einer Anlage aus dem, was aus der Steckdose kommt, am Ende hörbare Musik werden. Streng genommen fängt die Klangkette also genau dort an. Das bedeutet, dass alle dortigen Störeinflüsse sich auch auf den Rest der Komponenten auswirken können. Und Störfaktoren im Stromnetz gibt es überall. In jedem Haushalt hängen dutzende Verbraucher am Netz, die nicht nur Energie entnehmen, sondern auch Einfluss auf alle anderen angeschlossenen Geräte haben. Gerade kleine Netzteile, die mit hohen Schaltfrequenzen arbeiten, übertragen diese auch als Störung ins Stromnetz. Photovoltaikanlagen auf Dach oder Balkon liefern zwar umgangssprachlich sauberen Strom, aber sie bringen auch Gleichspannungsanteile mit in die Wechselspannungsversorgung des Hausstromnetzes. Statt eines glatten Sinus, der auf dem Oszilloskop aussieht als wäre er mit gut gespitztem Bleistift gezogen, sieht die Kurve dann eher aus, als hätte man sie mit einer alten Zahnbürste gemalt.

Trickle-Down-Effekt

Eben jene Verunreinigungen der Energieversorgung kann hörbaren Einfluss auf die Klangqualität einer Anlage haben. Darum ergibt es natürlich Sinn, sie gleich zu Beginn der Wiedergabekette zu eliminieren. Genau hier setzt der deutsche Hersteller Vincent mit seinem PF-3 Netzfilter an. Er dient zunächst einmal als Multistecker, über den gleich mehrere Komponenten der Anlage mit Strom versorgt werden können. Statt der üblichen Plastikdose mit Klingeldraht, gibt es hier aber ein hochwertig verarbeitetes Gerät, das den Strom aus der Steckdose nicht nur weiterleitet, sondern auch von elektromagnetischen Interferenzen (EMI) und Gleichstromanteilen bereinigt. So sollen alle angeschlossenen Komponenten optimale Voraussetzungen bekommen, um ihr jeweiliges Perfomance-Maximum zu erreichen. Bis zu sechs Geräte versorgt der PF-3, wobei noch einmal unterschieden wird, ob es sich bei den Verbrauchern um digitale oder analoge Systeme handelt. Vincent nutzt hier unterschiedliche Filterungen für die beiden Gerätearten um deren jeweilige Energiebedürfnisse und Arbeitsweisen zu berücksichtigen.

Während die vorderen Schuko-Buchsen für digitale Quellen und DACs konzipiert sind, erhalten analoge Geräte an den hinteren vier Anschlüssen ihre Energie.

Stabiler Strom

Da der PF-3 dafür gedacht ist, vorzugsweise mit hochwertigen HiFi-Geräten genutzt zu werden, muss natürlich auch der Netzfilter selbst etwas hermachen. Vincent bedient sich also eines angenehm stabilen Metallgehäuses mit ordentlichen Materialstärken. Auf Designspielereien wird hingegen zugunsten einer zeitlosen und unauffälligen Optik verzichtet. Sachte abgerundete Kanten und Ecken sorgen aber zumindest für ein wenig Finesse, um eine zu banalen Look zu verhindern. Mit den beiden erhältlichen Varianten in Schwarz und Silber lässt sich der PF-3 außerdem auf die verwendete Elektronik abstimmen. Dank des gefälligen Designs und der soliden Verarbeitung, muss der Netzfilter also nicht zwingend versteckt werden, sondern kann in Hörraum oder Wohnzimmer bedenkenlos auch sichtbar platziert werden. Ein wenig Platz muss man dem knapp 35 Zentimeter tiefen und 18 Zentimeter breiten Gerät eh gönnen. Vier stabile Gummifüße heben den PF-3 dann einige Millimeter vom Boden ab und sorgen so bereits für eine rudimentäre Reduzierung von Vibrationen.

Das stabile Metallgehäuse thront auf vier festen Gummifüßen.

Trennkost

Die Ausgänge des PF-3 befinden sich allesamt auf der Oberseite des Gerätes. Sechs Schuko-Dosen in zwei Reihen warten hier auf hungrige HiFi-Elektronik. Die beiden vordersten Anschlüsse dienen dabei für die Versorgung von digitalen Systemen wie CD-Playern, Streamern und DACs. Hier werden Störungen mit besonders hohen Frequenzen herausgefiltert, die bei diesen ebenfalls mit sehr hohen Frequenzen arbeitenden Geräten zu klanglichen Einbußen führen können. Die beiden Digital-Anschlüsse zusammen liefern bis zu 300 Watt Leistung, was Problemlos für zwei herkömmliche digitale Quellen ausreichen sollte. Die vier weiteren Ausgänge dienen dann vorzugsweise dem Betrieb von Vorverstärkern, Vollverstärkern oder Endstufen. Hier wird mit einem anderen Filter gearbeitet, das aber eine höhere Leistungsentwicklung erlaubt. Verteilt auf die vier Buchsen stehen insgesamt nochmal 1.900 Watt Power zur Verfügung. Auch dass sollte selbst bei recht großen Vor-End-Kombis ausreichen. Mit den insgesamt 2.200 Watt Leistung der PF-3 ist man also exzellent aufgestellt.

MIt 300 Watt für Digitales und 1.900 Watt an den hinteren Anschlüssen, liefert der PF-3 genug Power, um auch Anlagen mit potenten Verstärkern zu betreiben. Durch die Markierungen für Phase und Neutralleiter an den Buchsen lassen sich Geräte einfacher in der korrekten Phasenlage anschließen.

Stets korrekt

Bei einem kurzen Blick ins Innere setzt sich der hochwertige Eindruck fort. Die Schuko-Buchsen sind sicher verschraubt und sitzen herrlich fest. Dazu gibt es eine sehr akkurate Verlegung der internen Verkabelung und statt dünner Lötstellen gibt es hauptsächlich großflächige, verschraubte Kontakte. Der hintere Bereich des Geräteinneren gehört dann dem eigentlichen Herzstück des PF-3: der Filterschaltung und dem DC-Blocker. Auch hier gibt es feine Bauteile, die allesamt sorgfältig eingesetzt sind. Der Netzfilter selbst bekommt seinen Strom mit einem Kaltgerätekabel an einem C14 Stecker geliefert. Mit einem großen Netzschalter direkt neben dem Anschluss auf der Rückseite lässt sich außerdem die Stromzufuhr für die sechs Anschlüsse auf der Oberseite kappen. Ob der Netzfilter betriebsbereit ist wird zusätzlich mit eine kleinen LED an der Front angezeigt. Eine zweite LED gibt außerdem Auskunft darüber, ob das Stromkabel des PF-3 auch Phasenkorrekt angeschlossen ist. Ist dies nicht der Fall, leuchtet auch sie.

Der PF-3 bekommt seinen Strom über einen C14 Stecker an der Rückseite. Sollte der integrierte Überspannungsschutz auslösen, lässt sich die Sicherung mit dem Knopf auf der linken Seite zurücksetzen.

Vincent PF-3 – Klare Sache

Das macht es besonders einfach, auch die Komponenten der Anlage mit der korrekten Phasenlage anzuschließen. Dafür sind die Kontakte der Schuko-Dosen alle jeweils mit N für Neutralleiter und L für den Phasenleiter gekennzeichnet. Entsprechend werden also ein Streamer und ein Vollverstärker mit den jeweils digitalen und analogen Buchsen verbunden. Bevor die ersten Takte spielen aber noch eine kurze Anmerkung. Hörtests von Netzfiltern und ähnlichen Geräten sind so eine Sache. Je nach verwendeten Anlagenkomponenten können die Auswirkungen unterschiedlich sein, sowohl was die Veränderung des Klangs an sich, wie auch die jeweilige Intensität angeht. Ein Netzfilter wie der PF-3 generiert keinen Sound, sondern schafft lediglich die Voraussetzungen, dass die verwendeten Geräte die Signale erzeugen, verarbeiten und verstärken, ihr volles Potential besser entfalten können. Unsere Erfahrungen mit dem PF-3 müssen sich also nicht zwingend überall in gleicher Weise wiederholen.

Während die linke LED auf den betriebsbereiten Zustand hinweist, zeigt die linke LED mit ihrem Leuchten einen Phasenfehler an. Ist dies der Fall, muss der Stecker der Zuleitung um 180 Grad gedreht werden.

Neue Größe

Zunächst einmal macht sich Vincents Netzfilter positiv durch seine Leistungsentfaltung bemerkbar. Während manche Filter dazu führen, dass die Energie nicht schnell genug zur Verfügung steht, wenn es richtig zur Sache geht, ist dies hier nicht der Fall. Die typische Dynamikreduktion bleibt hier also aus. Stattdessen wirkt unser Setup mit eingesetztem PF-3 ein wenig direkter als zuvor. Die Lautsprecher projizieren die Bühne noch ein Stückchen weiter Richtung Hörposition. Auch die Größe der Darstellung scheint leicht erhöht, was das Spiel ein wenig dreidimensionaler erscheinen lässt. Dazu trägt auch der wunderbar dunkle Hintergrund bei. Komponenten können sich hier gut absetzen und erhalten so etwas mehr Körper. Angela Puxis Saxophon löst dann im Hochton sehr fein auf und erhält eine wunderbar klare, saubere Kontur. Gleichzeitig wirkt auch der Tiefton ein wenig definierter. Bassline und -drum bahnen sich so straff und druckvoll ihren Weg durch den Raum.

Mit Schwung

Hans Zimmers „Inception“ Soundtrack profitiert ebenfalls von der etwas offeneren Darstellung. Das Orchester wirkt bei Tracks wie „Mombasa“ angemessen groß und druckvoll. Bläserfanfaren stoßen dynamisch nach vorn und wirken klar konturiert, während die Streichersektionen mit schöner Fülle dahingleiten, oder mit akkuratem Stakkato das Tempo vorgeben. Bei harten Elektrobeats wie bei Hedegaards „Ratchets“ sorgt unsere am PF-3 betrieben Klangkette ebenfalls für eine lebendige Wiedergabe. Bässe schnellen straff und gut kontrolliert nach vorn. Dabei scheint auch die Feindynamik etwas verbessert und durch alle Frequenzbereiche wirkt das Spiel etwas facettenreicher. Der gleiche Eindruck stellt sich bei Tools „Fear Inoculum“ ein. Gerade die Drums scheinen hier nochmal ein paar Feinheiten mehr mit auf den Weg zu bekommen, während die Gitarren mit toller Definition und Plastizität aufwarten. Gepaart mit der schönen Räumlichkeit der Darstellung kann man hier voll in die Musik eintauchen und so die Komplexität der Arrangements bestaunen.

Der Vincent PF-3 ist ein praktisches Mittel, die Performance einer Anlage zu optimieren.

Fazit

Der Vincent PF-3 bietet eine einfache Möglichkeit, das Potential seiner Klangkette noch besser ausschöpfen zu können. Der Netzfilter mit EMI-Schirmung und DC-Blocker versorgt bis zu sechs Geräte gleichzeitig und bietet genügend Leistung um auch größere Anlagen problemlos zu betreiben. Dank guter Verarbeitungsqualität und dezentem Design muss man ihn nicht verstecken und praktische Funktionen wie die Phasenanzeige und ein Überlastschutz sorgen darüber hinaus für Komfort und Sicherheit. Der Vincent PF-3 setzt an der Wurzel jedes HiFi-Systems an und ist somit ein toller erster Schritt zur Optimierung jedes Setups.

Test & Text: Philipp Schneckenburger
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: Empfehlung
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: gut

Technische Daten

Modell:Vincent PF-3
Produktkategorie:Netzfilter
Preise:599 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Silber
Vertrieb:Sintron Distribution, Iffezheim
07229 182950
www.vincent-tac.de
Abmessungen (HxBxT):82 x 173 x 346 mm
Gewicht:2,8 kg
Ausgänge:6 x Schuko (2 x Digital/ 4 x Analog)
Eingang:1 x C14 Kaltgerätestecker
Max. Leistung:2.200 Watt/ 10 A
Filterung:EMI/ DC
Lieferumfang:1 x PF-3
1 x Netzkabel
1 x Anleitung
Pro & Contra:+ ausreichend Leistung für große Klangketten
+ getrennte Filter für digital und analog
+ praktische Phasenanzeige
+ solide Konstruktion
+ dezentes Design
+ keine tonale Verfärbung oder Dynamikreduktion

- keine
Benotung:
Empfehlung
Klasse:Oberklasse
Preis/Leistung:gut
Getestet mit:Innuos ZENmini Mk 3
Eversolo DMP-A6
Lumin P2
Hegel H360
Luxman L-505Z
Audioquest Yukon XLR
Audioquest Rocket 44
Audio Physic Midex
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