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Chefredakteur

Sie ist unglaublich hübsch, sehr gut ausgestattet und wurde aufgrund ihrer Klanggüte weltweit regelrecht mit Testlorbeeren überschüttet. Wer jetzt glaubt, dass es um einen unbezahlbaren Luxus-Lautsprecher geht, der irrt. Im Gegenteil, denn hier hierbei handelt es sich um Wharfedales Regalbox Diamond 10.1, die obendrein durch ein erstaunliches Preis-/Leistungsverhältnis auf sich aufmerksam macht.

Blickfang fürs Wohnzimmer: Dank ihres schicken Äusseren wertet die Wharfedale Diamond 10.1 nahezu jede Wohnumgebung auf. Übrigens ist sie in sechs verschiedenen Farbausführungen verfügbar.

Blickfang fürs Wohnzimmer: Dank ihres schicken Äusseren wertet die Wharfedale Diamond 10.1 nahezu jede Wohnumgebung auf. Übrigens ist sie in sechs verschiedenen Farbausführungen verfügbar.

 

 

Allrounder sind gefragt
Gerade wenn wenig Platz zu Verfügung steht oder die Audiotechnik nicht zu präsent sein darf, ist der Einsatz kompakterer Lautsprecher nötig. In erster Linie aufgrund dieser Tatsachen erlebt eine Schallwandler-Spezies seit vielen Jahren einen regelrechten Boom: der Regallautsprecher. So ist es auch nicht verwunderlich, dass fast jeder Lautsprecher-Hersteller inzwischen mehr Regalboxen im eigenen Portfolio führt, als jede andere Art von Schallwandler. Kurz gesagt, die Auswahl ist riesig – und die Preisgestaltung ebenso. Beginnend bei einem Paarpreis von 100 Euro, können diese schnell auch mehrere tausend Euro kosten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn die beliebten Kompaktlinge sind heutzutage in den unterschiedlichsten Ausführungen, Farben und Formen zu haben. Als Drei-Wege-Boxen, Zwei-Wege-Version, mit Breitbändern oder als superdünne Flächenstrahler, um nur die populärsten Versionen zu nennen. Die mit Abstand begehrteste Variante ist allerdings weiterhin die klassische Zwei-Wege-Box, die heute in nahezu jedem deutschen Haushalt zu finden ist. Doch trotz der riesigen Auswahl, gibt es auch hier Modelle, die aus der breiten Masse herausstechen. Eines dieser Beispiele ist die mit Testlorbeeren überhäufte Wharfedale Diamond 10.1, die sehr hochwertig daher kommt, zugleich aber für einen erstaunlich geringen Preis angeboten wird und darüber hinaus exzellent klingen soll. Das wollten wir genau wissen und haben ein Pärchen für einen ausführlichen Test bestellt …

Der Klassiker schlechthin: Die Diamond 10.1 ist der Nachfolger der legendären 9.1 - nur in schickerem Gewand und klanglich nochmals verbessert.

Der Klassiker schlechthin: Die Diamond 10.1 ist der Nachfolger der legendären 9.1 – nur in schickerem Gewand und klanglich nochmals verbessert.

 

 

Wer ist Wharfedale?
Vor mehr als 80 Jahren, genauer gesagt Anno 1932 gegründet, gehört die britische Lautsprecherschmiede Wharfedale heute zu den angesehensten und innovativsten Audiospezialisten der Welt. Dafür gibt es einen Grund, denn als Entwicklungschef Gilbert Briggs im Jahre 1945 erstmals mehrere Chassis für die Wiedergabe unterschiedlicher Frequenzbereiche einsetzte, revolutionierte er den Lautsprechermarkt. Das Ergebnis war die erste Zwei-Wege-Box der Welt – ein Prinzip, dass bis heute in nahezu identischer Form bei fast allen weltweit agierenden Lautsprecher-Herstellern Anwendung findet. Eine Tatsache, auf die man zu Recht stolz sein darf, und die die Briten selbst folgendermassen beschreiben. „Wharfedale war schon immer an vorderster Front der Lautsprecherentwicklung und gilt heute als eine der kreativsten und technisch fortschrittlichsten Hersteller überhaupt. Bestes Beispiel ist die Diamond Serie, die vor über 20 Jahren Regallautsprecher salonfähig machte und heute zu DEN Klassikern der Hifi Geschichte zählt. Die aktuelle Diamond 10 Generation ist ebenfalls wieder gespickt mit Neuentwicklungen und in dieser Preisklasse absolut einmalig“.

Bewährt & gut: technisch basiert die Diamond 10.1 auf einem klassischen Zwei-Wege-Aufbaz.

Bewährt & gut: technisch basiert die Diamond 10.1 auf einem klassischen Zwei-Wege-Aufbaz.

 

 

Gelungene Proportionen, hübsches Gesicht
Seit der Einführung der allerersten Modellreihe vor vielen Jahren, gehört Wharfedales Diamond zu den meistverkauften Linien des hauseigenen Produktportfolios. Egal ob Diamond 8, Diamond 9 oder die derzeit aktuelle Diamond 10, jede dieser Serien verbindet bestmögliche Audioqualität und ein extrem faires Preis-/Leistungsverhältnis. Ein Spagat, der nur den wenigsten Herstellern gelingt, der bei der Entwicklung eines jeden Wharfedale-Schallwandlers allerdings höchste Priorität geniesst. Das gilt im Besonderen für das kleinste Familienmitglied der 10er-Modellreihe, die Diamond 10.1, die wir uns für unseren ausführlichen Test ausgeguckt haben. Obwohl gerade einmal knapp 30 Zentimeter hoch, setzt sie ihre Reize geschickt in Szene. So wissen die hochglänzende Schallwand und das gerundete, leicht nach hinten verjüngte Gehäuse bereits auf den ersten Blick zu gefallen. Letzteres hat übrigens auch klangliche Vorzüge, denn aufgrund kaum vorhandener paralleler Flächen wird die Entstehung stehender Wellen im Gehäuseinneren auf ein absolutes Minimum reduziert. Entnimmt man die schwarze Gewebeabdeckung, wird sogleich der Blick auf die hier eingesetzte Technik frei. Dabei fallen sogleich die silbrig glänzenden Metall-Ringe auf, die sowohl den 25er-Hochtöner, sowie das direkt darunter platzierte, 125 Millimeter durchmessende Tiefmittelton-Chassis einrahmen. Ein optisches Schmankerl, für die das Entwicklungs-Team aus unserer Sicht einen Design-Preis verdient hätte und die in den meisten Fällen sicher dazu führt, dass die Gewebeabdeckung gleich im Karton verbleibt. In diesem Zusammenhang muss auf ein kleines aber bedeutendes Detail eingegangen werden: statt in den Ecken der Schallwand, entschieden die Wharfedale-Ingenieure, die in den Metallringen sitzenden Chassis-Verschraubungen als Träger der bereits erwähnten Gewebeabdeckung zu nutzen. Ebenfalls eine durchdachte Entscheidung, denn so wird die aufgeräumte Optik der 10.1er nicht durch unschöne Löcher gestört.
Ein Blick auf die Rückseite unseres Testprobanden offenbart dann weitere Highlights: Wie alle Modelle der aktuellen Diamond-Baureihe, statteten die Briten natürlich auch den kleinsten Spross der Serie mit einem stattlichen Bi-Wire-Modul aus. Dieses ist nicht nur stattlich, sondern auch durchdacht, denn da alle vier Schraubklemmen übereinander und zudem versetzt platziert wurden, lassen sich selbst Kabel mit einer Stärke von 6 mm2 ohne Schwierigkeiten zuführen und schnell befestigen. Im oberen Gehäuseabteil fallen darüber hinaus die beiden Bassreflexports auf. Ein Merkmal, das in der Herstellung zwar einen weiteren Kostenfaktor darstellt, für das es aber eine einfache wie plausible Erklärung gibt, denn im Gegensatz zu einer grossen Öffnung, werden unvermeidliche Ventilationsgeräusche über zwei oder mehrere Bassreflexports auf ein absolutes Minimum reduziert, was eine deutliche Steigerung der Klangqualität zur Folge hat.

Dreiseitenansicht: Geschwungene Gehäusewangen, eine anspruchsvolles Anschlussfeld und hochwertige, bündig in die hochglänzende Schallwand eingelassene Chassis zeichnen diese Box aus.

Dreiseitenansicht: Geschwungene Gehäusewangen, eine anspruchsvolles Anschlussfeld und hochwertige, bündig in die hochglänzende Schallwand eingelassene Chassis zeichnen diese Box aus.

 

 

Tipps & Tricks zur Klangoptimierung
1. Einspielen lassen: Wie jedem unserer Testmodelle gönnen wir natürlich auch der Wharfedale Diamond 10.1 die obligatorische Warmspielzeit von 48 Stunden. Das macht Sinn, denn erst nach einer adäquaten Einspielzeit, die bei manchen Lautsprechern auch schonmal 100 Stunden betragen kann, sind die Voraussetzungen für die beste Klangqualität gegeben. Der Grund dafür sind u.a. die anfangs hohe Steifigkeit der mechanischen Bauteile (z.B. Sicke, Zentrierspinne), die sich erst nach längerem Gebrauch „lockern“ und ihren Dienst in gewollter Manier ausführen. Ein Punkt, den auch Sie unbedingt berücksichtigen sollten, bevor Sie sich an die weiteren Tuningmaßnahmen Ihrer neuen Lautsprecher machen.

2. Positionierung: Ist die Einspielzeit beendet, gilt es sich der Aufstellung und Ausrichtung der Lautsprecher zu widmen: Achten Sie zunächst unbedingt darauf, dass jede Regalbox einen festen Stand hat, nicht wackelt und auf adäquater Höhe aufgestellt wurde. Idealerweise steht die 10.1 auf einer Höhe von 70 – 75 Zentimetern (Wharfedale bietet optional übrigens auch die passenden Ständer an). Hat der Lautsprecher schliesslich seinen endgültigen Platz gefunden, gilt es ihn noch auszurichten. Probieren Sie zuerst die direkte Ausrichtung auf Ihren Referenzplatz. Drehen Sie die Lautsprecher anschließend in kleinen Zentimeterschritten nach Aussen. Der beste Ausrichtung ist gefunden, sobald Stimmen und Instrumente „einrasten“ und der Klang nicht mehr von den Lautsprechern zu kommen scheint, sondern im Raum steht. Bei vielen Titeln scheint die Stimme nun aus der Mitte, statt von rechts und links zu kommen.

3. Bassanpassung: Eine Wand im Rücken erhöht das Tiefbassvolumen. Durch Verschieben des Lautsprechers zur Wand hin, bzw. von der Wand weg, lässt sich die Bassintensität variabel anpassen. Bereits um wenige Zentimeter verschoben, kann sich ein völlig anderes Klangbild einstellen.

Noch einmal zur Erinnerung: Diese Box wird zu einem Stückpreis von 129,00 Euro angeboten und bietet u.a. ein massives Bi-Wire-Terminal inkl. massiver Schraubklemmen.

Noch einmal zur Erinnerung: Diese Box wird zu einem Stückpreis von 129,00 Euro angeboten und bietet u.a. ein massives Bi-Wire-Terminal inkl. massiver Schraubklemmen.

 

 

Armee-Orchester im Hörraum
Fantastisch! Trotz der geringen Bauhöhe von gerade einmal 296 Millimetern, weiss der schicke Diamond-Sprössling seine Zuhörer von Beginn an zu verzaubern. Dabei fällt gleich die Verwandtschaft zur Jade-Serie auf, die in unserem Test (Test hier) förmlich für Begeisterungsstürme sorgte. Ja, denn auch diese Box geht ähnlich ausgeglichen, bei Bedarf aber auch deutlich wilder zur Sache. Dabei erfüllt die 10.1 alle Kriterien, die eine Regalbox erfüllen muss mit äusserster Sorgfalt. Sie besticht durch eine seidige und präzise Höhenwiedergabe – und zwar ohne aufdringlich zu wirken oder Langeweile aufkommen zu lassen. Zudem werden Mitten körperhaft und absolut akkurat in den Hörraum gestellt. Und die hier gewählte Abstimmung erweist sich als nahezu perfekt, wie sich im von „Friend `n`Fellow“ neu aufgelegten U2-Klassiker „I Still Haven`t Found What I`m Looking For“ innerhalb weniger Augenblicke beweist. Jetzt nämlich steht die unverkennbare Stimme der hübschen Soul-Diva mittig auf der zugleich sehr detailliert aufgespannten Klangbühne. Unverwechselbar, intensiv und klar – und zudem fast greifbar, ergibt sich jetzt fast der Eindruck, Constanze Friend würde vor uns im Hörraum stehen. Wir sind durchweg beeindruckt! Doch wie schlägt sich unser Testpärchen, wenn Impulskraft, Raumabbildung und Dynamik gefragt sind? Um dies zu beantworten, kramen wir: Beethovens „Wellingtons Sieg“ aus dem CD-Regal! Also ab in den Player damit und „Play“ drücken! Und wer glaubt, dass die kleinen Wharfedales jetzt einknicken, der irrt. So überzeugt das kompakte Zwei-Wege-Duo neben der erneuten, fast als perfekt zu bezeichnenden Stimmreproduktion in erster Linie durch seine ansteckende Spielfreude und eine erstaunliche Grundtondynamik, die bereits die Einmarschsequenz zu einem echten Erlebnis werden lassen. Und obwohl hier ein riesiges Orchester agiert, fehlt von Klangbrei oder einer unsauberen Darstellung der Instrumente und Stimmen jede Spur. Im Gegenteil, denn in diesem Stück stellt sich schnell heraus, dass die Stärken der kleinen Britin ganz eindeutig in der Wiedergabe oberer Frequenzlagen liegen. Hohe und mittlere Klanganteile gehen nahtlos ineinander über, was für den durchdachten Aufbau der Boxen und eine hervorragende Abstimmung der hier eingesetzten Komponenten spricht. Ganz nebenbei sammelt unser Testpärchen in Sachen Abbildung und Differenzierung noch ein paar Pluspunkte und reproduziert auch die eher ruhigeren Passagen unaufgeregt und in aller Feinheit. Eine beeindruckende Performance, die man einem Lautsprecher dieser Preisklasse ganz sicher nicht zugetraut hätte.
Apropos Preisklasse: bislang haben wir es ja noch nicht erwähnt, doch die Diamond 10.1 ist bereits für einen Preis von 258,00 Euro zu haben – und zwar das PAAR !!!

Klanglich erwies sich die Diamond 10.1 in unserem Hörtest als neue Referenz der Einstiegsklasse.

Klanglich erwies sich die Diamond 10.1 in unserem Hörtest als neue Referenz der Einstiegsklasse.

 

 

Fazit
Wharfedales Diamond 10.1 ist schick, gut verarbeitet, exzellent bestückt und für ihren Preis klanglich herausragend. Wer also einen schönen und zugleich klangstarken Regallautsprecher sucht, der auch in der Lage sein soll, mittelgrosse Räume zu beschallen, wird an diesem Lautsprecher nicht vorbei kommen.

 

Test, Text: Roman Maier

Fotos: lite-magazin

 

 

 

Modell:Wharfedale
Diamond 10.1
Preis:ab 129,00 Euro / Stück
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:blackwood, cherry, rosewood, walnut pearl, maple, wenge, winter maple
Vertrieb:IAD, Korschenbroich
Tel.: 02161 / 617830
www.iad-audio.de
Abmessungen (HBT):296 x 194 x 278 mm
Gewicht:5,2 Kg / Stück
Hochtöner:25mm Gewebekalotte
Tief-/Mitteltöner:125mm Kevlar-Membran
Besonderes:- sehr gute Verarbeitung
- hochwertige Bestückung
- Bi-Wire-Anschlussterminal
- Bassreflex-Prinzip
Zubehör:- optionale LS-Ständer
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1+
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistunghervorragend

 

 

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