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Wer in letzter Zeit auch in den Werbepausen aufmerksam vor dem Fernseher gesessen hat, wird die Spots für diverse Multiroom-Musiksysteme sicher bemerkt haben. Unter anderem macht auch Harman/Kardon auf seine Omni-Serie aufmerksam, die wir natürlich auch gleich selbst einmal ausprobieren wollten. Dazu stehen uns beide Lautsprechermodelle, nämlich der Omni 10 und der Omni 20 zur Verfügung.

Mit dem schön gestalteten, kugeligen Multiroom-Lautsprecher Omni 10 sorgt Harman/Kardon für raumfüllenden Klang bei geringstem Platzbedarf.

Mit dem schön gestalteten, kugeligen Multiroom-Lautsprecher Omni 10 sorgt Harman/Kardon für raumfüllenden Klang bei geringstem Platzbedarf.

 

 

Vor allem der Omni 10 ist als handliche Kugel ein sehr gut verkleidetes Kraftpaket – denn dass in dem hochglänzenden, schwarzen Gehäuse eine derartige Energie steckt, hätten wir tatsächlich nicht erwartet. Schließlich wirken die Lautsprecher sehr zurückhaltend, so ganz ohne übertriebenen Schnickschnack und mit seinem dezent-edlem Design. Die Front ist von einer feinen schwarzen Stoffbespannung bestimmt, das kleine Herstellerlogo darf natürlich auch nicht fehlen. Das Gehäuse selbst ist in schwarzem Klavierlack gehalten. Alternativ gibt es übrigens auch bei beiden Modellen eine weiße Ausführung, die Preise liegen unabhängig von der Farbwahl bei 199 Euro (Omni 10) beziehungsweise 299 Euro (Omni 20). Die Bedienelemente auf der Oberseite sind zwar gut zu erkennen, drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Das Highlight sitzt ohnehin auf der Rückseite der Lautsprecher. Dort dominiert ein silbrig glänzender Tieftöner das optische Erscheinungsbild. Beim Omni 10 ist er kreisrund, beim größeren Omni 20 hingegen ist er oval geformt. Mit zwei so hübschen Seiten lassen sich die Omni-Lautsprecher auch gut auf einem Raumteilerregal platzieren.
Ein gummierter Ring an der Unterseite der Lautsprecher sorgt für rutschfesten Stand. Unten befinden sich auch der Stromanschluss sowie ein 3,5-mm-Input für ein Audiokabel. Dazu gibt es hier die Reset- sowie die WPS-Taste, die für die Integration der Lautsprecher ins WLAN benötigt werden.

 

Einen An/Aus-Schalter gibt es hingegen nicht. Wenn das Gerät ans Stromnetz angeschlossen ist, ist es betriebsbereit, wechselt aber nach 10 Minuten ohne zugespielte Signale automatisch in den Ruhezustand. Danach muss der Lautsprecher reaktiviert werden, zum Beispiel per App oder einfachem Tastendruck. Immerhin merken sich die Omni-Lautsprecher im Gegensatz zu anderen Multiroom-Systemen ihre Konfiguration, so dass sie auch nach Trennung vom Stromnetz nicht jedes Mal erneut eingerichtet werden müssen.
Auch in einem anderen Aspekt haben die Omni-Lautsprecher einen Vorteil gegenüber Konkurrenzprodukten: Sie sind in der Lage, Musik in HD zu streamen, mit bis zu 24 Bit/96 kHz. Das übertrifft die Qualität von CDs (nämlich 16 Bit/44,1 kHz) deutlich und sorgt für noch klareren, detaillierten Klang.

 

Der kleine Omni 10 und der große Bruder Omni 20 machen auch zusammen eine gute Figur - und richtig guten Klang!

Der kleine Omni 10 und der große Bruder Omni 20 machen auch zusammen eine gute Figur – und richtig guten Klang!

 

 

Wir haben uns in unserem Test jedoch auf das klassische MP3-Format beschränkt, da HD-Musik in Form von beispielsweise FLAC-Dateien ja noch nicht bei jedem Musikfreund angekommen sind – da sollen die Omni-Lautsprecher ruhig mal zeigen, was sie auch da herausholen können!
Das Abspielen von Musik funktioniert dann auf unterschiedliche Arten. Die einfachste ist sicherlich das Anschließen per (leider nicht mitgeliefertem) Audiokabel über den 3,5-mm-Miniklinkenanschluss. Der entsprechende Eingang befindet sich auf der Unterseite der Omni-Lautsprecher. Kabel rein und schon spielt die Musik. Allerdings spielt das Multiroomsystem hier kaum seinen Komfort-Vorteil aus, denn wenn man zwischendurch manuell auf die Playlist zugreifen möchte, muss man ja immer noch zum Abspielgerät wie dem Laptop laufen. Außerdem muss man für unterschiedliche Musik in unterschiedlichen Räumen jeweils ein Gerät an einem Lautsprecher anschließen – dazu bräuchte man dann ja auch kein Multiroom-System… Viel angenehmer ist es doch, wenn die Musik auch per Smartphone oder Tablet zentral von der Couch gesteuert werden kann. Und da wird es dann schon ein wenig komplizierter.

Die Omni-Lautsprecher sind in dezent-edlem Design gehalten. An der Front gibt es lediglich ein kleines Herstellerlogo auf schwarzer Stoffbespannung.

Die Omni-Lautsprecher sind in dezent-edlem Design gehalten. An der Front gibt es lediglich ein kleines Herstellerlogo auf schwarzer Stoffbespannung.

 

 

Zunächst einmal ist relevant, ob man die abzuspielende Musik auf dem jenem Mobilgerät gespeichert hat, das auch der Steuerung dient. Ist dies der Fall, können die Omni-Lautsprecher per WLAN ins heimische Netzwerk integriert und per Smartphone angesprochen und gesteuert werden. Der Einrichtungsvorgang funktioniert relativ simpel. Zunächst einmal lädt man dafür die kostenlose „Controller“-App von Harman/Kardon aus dem benötigten App-Store herunter – für Android-Geräte ist dies GooglePlay, für Apple-Devices entsprechend der AppStore. Bevor es zu Missverständnissen kommt: es gibt auch eine „Remote Control“-App von Harman/Kardon, die benötigen wir für die Omni-Serie aber nicht – also nicht verwechseln…
Ist die App installiert, wird beim ersten Starten gleich gefragt, ob ein Omni-Gerät hinzugefügt werden soll. Sehr gern! Also tippen wir die entsprechende Schaltfläche an und bekommen eine kurze Anleitung in Form eines Sliders und können sogar ein Video-Tutorial ansehen. Auf dem letzten Bild können wir dann die Einrichtung starten. Als erstes dürfen wir dabei zwischen der Konfiguration per WPS oder der manuellen Alternative wählen. Die Option „WPS“ ermöglicht die Integration in WLAN per Knopfdruck – allerdings sollte man dabei gut an den Router herankommen, denn auch dort muss eine Taste gedrückt werden. Bei zumindest einigen Modellen lässt sich das zwar auch über den Browser aktivieren, aber zeitsparender ist das dann auch nicht mehr. Dann lohnt sich schon eher die manuelle Konfiguration. Die beginnt damit, dass die Reset-Taste am Omni-Lautsprecher (ebenfalls auf der Unterseite) ca. fünf Sekunden lang gedrückt wird, so dass die „Link“-Taste mitten im Bedienfeld auf der Oberseite blinkt. Nach kurzer Zeit wechselt die App selbständig zum nächsten Schritt und zeigt das erkannte Gerät an. Tippen Sie darauf, erscheint ein Fenster, in dem das eigene Netzwerk ausgewählt wird und das Passwort eingegeben werden muss. Dabei sollte man sich ein wenig konzentrieren, denn das Kennwort ist nur verschlüsselt dargestellt. Sofern es korrekt eingegeben ist, wird die Eingabe durch das Antippen der Taste „OK“ bestätigt und die Integration erfolgt. Ein grüner Haken symbolisiert dann die erfolgreiche Konfiguration und der Omni-Lautsprecher ist nun betriebsbereit. Wundern Sie sich nicht, falls im Laufe dieses Prozesses die Verbindung zum WLAN plötzlich abbricht, es funktioniert trotzdem.
Wer möchte, kann die einzelnen Omni-Geräte dann noch bestimmten Räumen zuordnen und sie in Gruppen zusammenfassen. Sehr schön ist der Partymodus, mit dem sich alle Omni-Lautsprecher im Netzwerk gleichzeitig ansteuern lassen und gemeinsam die gewählte Musik abspielen.

An der Rückseite sorgt der silbrig-glänzende Tieftonbereich für einen Hingucker.

An der Rückseite sorgt der silbrig-glänzende Tieftonbereich für einen Hingucker.

 

 

Das gilt aber wie gesagt nur für auf dem Gerät gespeicherte Musik bzw. für Besitzer eines Deezer-Kontos oder Nutzer eines Windows-Phones. Dort steht auch das MixRadio zur Verfügung. Andere Quellen unterstützt die „Controller“-App aber noch nicht, wenngleich weitere Musikdienste in Kürze verfügbar sein sollen. Um die Musik vom PC, NAS-Laufwerken oder von Streaming-Diensten wie Spotify über die Harman/Kardon Omni-Lautsprecher abzuspielen, muss man eine andere App verwenden – in der Regel genügt dafür der mit dem Betriebssystem mitgelieferte Music Player oder eben die App des jeweiligen Dienstes. Gegebenenfalls muss allerdings zunächst die NAS-Festplatte oder der PC als Medienserver auf dem Smartphone eingerichtet werden, was je nach Modell, Betriebssystem und dessen Variante auf unterschiedliche Art geschehen kann. Prinzipiell sollte eine entsprechende Option bereits im Music Player vorhanden sein, zur Not hilft sicherlich ein Blick in die Bedienungsanleitung des Mobilgeräts.

Die Bedientasten auf der Oberseite sind gut erreichbar und geben farblich Aufschluss über den Zustand - hier ist gerade die Bluetooth-Funktion aktiv.

Die Bedientasten auf der Oberseite sind gut erreichbar und geben farblich Aufschluss über den Zustand – hier ist gerade die Bluetooth-Funktion aktiv.

 

 

Gehen wir also der Einfachheit halber davon aus, dass die Musik vom Smartphone erkannt und abgespielt wird. Nun muss also nur noch das gewünschte Omni-Gerät als Lautsprecher des Smartphones konfiguriert werden – das geschieht relativ simpel via Bluetooth. Dazu wird zunächst die Bluetooth-Funktion am Mobilgerät aktiviert und anschließend die entsprechende Taste auf dem Omni-Lautsprecher gedrückt, bis die mittlere „Link“-Taste mit dem Logo blau leuchtet. Anschließend sucht man mit dem Mobilgerät nach verfügbaren Geräten. Der Omni-Lautsprecher sollte umgehend in der Liste dieser Optionen auftauchen und per Antippen erfolgt das Pairing. Ein Signalton weist auf eine erfolgreiche Kopplung hin und damit ist der Omni-Lautsprecher startklar und spielt nun anstelle der integrierten Lautsprecher des Mobilgeräts. Was aber tun, wenn auch bei dieser Variante mehrere Omni-Lautsprecher gemeinsam musizieren sollen? Kein Problem. Drücken Sie dazu einfach die „Link“- Taste der weiteren Lautsprecher (zuvor müssen diese allerdings bereits im Netzwerk integriert sein) und diese übernehmen die Signale des ursprünglich gekoppelten Lautsprechers. Einziges Manko: Läuft bereits Musik, wird diese nach dem Knopfdruck für wenige Sekunden unterbrochen, bevor auch der neu hinzugefügte Lautsprecher ins Konzert einsteigt. Wenn man diesen Vorgang gleich zu Beginn der Hörsession ausführt, stören die wenigen Sekunden der Stille auch gar nicht – auf dem Höhepunkt einer Party sollte man das allerdings nicht mehr anwenden…
Unter Umständen verlieren die nachträglich zugeschalteten Lautsprecher nach längerer Spieldauer auch mal die Verbindung – in dem Fall genügt ein erneuter Tastendruck zum Weiterspielen.

Mit der kostenlosen App lassen sich die Omni-Lautsprecher ins WLAN integrieren und bequem per Smartphone steuern.

Mit der kostenlosen App lassen sich die Omni-Lautsprecher ins WLAN integrieren und bequem per Smartphone steuern.

 

 

Den Hörtest beginnen wir dann mit dem kraftvollen „Biloxi Parish“ der US-amerikanischen Rockband „The Gaslight Anthem“. Hier geht es nämlich vom ersten Takt an richtig druckvoll zur Sache und das macht den Omni-Lautsprechern offensichtlich auch genauso viel Spaß wie uns. Wir haben zunächst den kleinen Omni 10 alleine spielen lassen, schließlich wollen wir ja auch wissen, was so als Mindestmaß zu erwarten ist – nämlich eine ganze Menge! Der Tieftöner auf der Rückseite pumpt einen ordentlichen Basspegel in den Raum, ohne aber den Hochtöner in irgendeiner Art und Weise einzuschränken. Der spielt mindestens genauso fröhlich mit und bringt Gesang und Gitarrenmelodien erstaunlich klar und präzise rüber. Obwohl Harman/Kardon selbst den Omni 10 für Räume bis zu zehn Quadratmetern empfiehlt, sind wir auch in unserem knapp 20 Quadratmeter großen Testraum absolut zufrieden. Erst recht, als wir einfach noch einen zweiten Omni 10 dazu schalten. Zusammen geben die beiden ein hochleistungsfähiges Stereopaar ab, das es in der Form wohl selten gibt – geringer Platzbedarf, höchste Flexiblität bei der Platzierung und dann noch so ein voluminöser, packender Klang sind eine echte Ausnahme!

Mit dem Omni 20 können auch größere Räumlichkeiten ganz hervorragend beschallt werden, im Doppelpack dürften auch Loftbesitzer zufrieden sein. Dank des größeren Volumens spielt der 20er im Vergleich zum 10er natürlich noch fülliger auf, auch hier bleibt aber die Präzision auf höchstem Niveau. Also legen wir auch noch ein bisschen anspruchsvollere Musik nach und lassen wieder mal die Gruppe „Tool“ ran. Mit „Lateralus“ und „Schism“ probieren wir zwei der bekanntesten Stücke der Band auch am Omni 20 aus. Wie erwartet steht der große Bruder seinem kleinen Gefährten ins nichts nach, die Energie der Songs erreicht ungebremst das Ohr des Zuhörers. Genauso soll es sein!
Um schließlich dem Partymodus der Omni-Serie gerecht zu werden, verteilen wir alle Lautsprecher in unterschiedliche, aneinander grenzende Räume und wandern ein wenig herum, während Alligatoah mit dem Album „Triebwerke“ ein wenig Partymusik beisteuert. Die Texte seines deutschsprachigen Hip-Hops bleiben immer wunderbar verständlich, völlig egal, wo oder in welchem Winkel zur Schallquelle man gerade steht. Der Übergang von einem Raum in den nächsten ermöglicht sogar für einen kurzen Moment einen Stereoeffekt, bevor wieder der raumfüllende 3D-Klang dominiert. Die Omni-Serie dient also nicht nur dem alltäglichen Musikgenuss, sondern eignet sich auch ganz hervorragend als Beschallung für Parties in den eigenen vier Wänden. Und sollten Sie diesen Text gerade beim Elektronikhändler lesen, dürfte folgende Textzeile aus Alligatoahs Lied „Amnesie“ sicher auf Sie zutreffen: „Mit leeren Händen geh’ ich sicher nicht nach Haus!“

An der Unterseite der Geräte gibt es auch einen Aux-Eingang zum Anschluss per Audiokabel.

An der Unterseite der Geräte gibt es auch einen Aux-Eingang zum Anschluss per Audiokabel.

 

 

Fazit

Tolles Design, konkurrenzlose Preise und riesiger Klang – mit der Omni-Serie redet Harman/Kardon nun ein wichtiges Wörtchen im Bereich Multiroom mit. Das Abspielen von nicht auf dem zur Steuerung eingesetzten Mobilgerät gespeicherter Musik ist zwar derzeit nur über den Umweg der Bluetooth-Verbindung möglich, die anstehenden Software-Updates versprechen aber positive Entwicklungen. In allen anderen Bereichen ist das gar nicht mehr nötig – Multiroom at its best!

 

Test, Text und Fotos: Martin Sowa

 

 

Modell:Harman/Kardon
Omni
Produktkategorie:Wireless-Aktivlautsprecher
Preis:Omni 10: 199 Euro (UVP)
Omni 20: 299 Euro (UVP)
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
Vertrieb:Harman Deutschland, Heilbronn
Tel.: 0724 / 8711132
www.harmankardon.de
Abmessungen (HBT):Omni 10: 166 x 181 x 159 mm
Omni 20: 166x 260 x 164 mm
Gewicht:Omni 10: 1,34 kg
Omni 20: 2,125 kg
Hochtöner:Omni 10: 1 x 35 mm
Omni 20: 2 x 19 mm
Tieftöner:Omni 10: 1 x 90 mm
Omni 20: 2 x 75 mm
Quellen:- Aux-In
- WLAN (lokal gespeicherte Musik, MixRadio, Deezer)
- Bluetooth (kompatibel mit nahezu allen Apps und Diensten)
Anschlüsse:- 3,5 mm-Klinken-Eingang
Besonderes:- Streaming über WLAN
- kostenlose App zur Steuerung
- Bluetooth
- "Partymodus" zum gleichzeitigen Ansteuern unterschiedlicher Lautsprecher
Lieferumfang:Lautsprecher, Kurzanleitung, Netzteil, landesspezifische(s) Netzkabel, Sicherheits- und Garantieblatt
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,2
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,1
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend
141212.Harman-Kardon_TESTsiegel

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