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Exzellent klingendes Computer-HiFi kann so einfach sein: Man benötigt lediglich einen PC oder NAS, ein Pärchen Aktivboxen und einen Vorverstärker/DAC und schon ist eine Klangqualität möglich, von der die meisten klassischen HiFi-Anlagen nur träumen können. So geschehen in meinem Test mit dem Asus Essence III.

Klein, (fast) schwarz, stark: Der Asus Essende III kommt zwar kompakt daher, besticht aber bereits auf den ersten Blick durch seine exorbitante Ausstattung und seine hervorragende Verarbeitung.

Klein, (fast) schwarz, stark: Der Asus Essence III kommt zwar kompakt daher, besticht aber bereits auf den ersten Blick durch seine exorbitante Ausstattung und seine hervorragende Verarbeitung.

 

Computer-Audio erfreut sich selbst unter hartgesottenen HiFi-Enthusiasten steigender Beliebtheit. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand: es ist komfortabel, praktisch und Speichermedien werden immer günstiger. Neben der Tatsache, dass man seine seine Platten- bzw. CD-Sammlung nun ohne Klangeinbussen auf dem PC, externen Festplatten oder in Cloudspeichern lagern und bequem abrufen kann, wächst das Angebot hochaufgelöster Audio-Dateien, deren Klanggüte beispielsweise die der CD weit übertrifft, quasi täglich. Ein Fortschritt, von dem anspruchsvolle Musikfreunde vor ein paar Jahren nichtmal geträumt hätten und der nun ungeahnte Möglichkeiten bietet. Beispielsweise lassen sich die eigenen, digital abgelegten Lieblingsalben bzw. die legal erworbene Download-Songs bequem via Tablet oder Smartphone sortieren, auswählen und die Wiedergabe starten – ohne eine Silberscheibe aus dem Regal nehmen oder vom Sofa aufstehen zu müssen. Einzige Voraussetzung: Sie besitzen (neben der beschriebenen Musik-Sammlung) die entsprechende Hardware, die das hochwertige Audiomaterial auch entsprechend zu verarbeiten weiss. Hier kommt nun Asus mit seinem Essence III ins Spiel. Ein Hersteller, die hauptsächlich als Anbieter hochwertiger Notebooks, PCs und Bildschirme Bekanntheit erlangte – immerhin ist man weltweit die Nr. 3 im Computerbereich. Was allerdings nur die Wenigsten wissen: Asus gehört ebenso zu den führenden Entwicklern in der digitalen Audiosignalverarbeitung und in Folge dessen zu den grössten Herstellern hochwertiger Soundkarten. Basierend auf dem enormen Erfahrungsschatz, den das asiatische Unternehmen bei der Entwicklung (der unter Computer-Audiofans legendären Essence-Soundkarten) sammeln durfte, präsentierte Asus dann vor etwa drei Jahren die ersten stationären HiFi-Produkte der hauseigenen Essence-Linie. Eine Baureihe, die durch hervorragende Verarbeitung, Ausstattungsvielfalt und ein faires Preis-/Leistungsverhältnis schnell zum Geheimtipp unter anspruchsvollen Musikfreunden avancierte. Nun will das asiatische Unternehmen auch die Herzen deutscher Musikfreunde höher schlagen lassen und präsentiert mit Universeaudio nicht nur einen neuen Vertriebspartner, sondern mit seinem Essence III einen ausstattungstechnisch vollgepackten Vorverstärker/DAC, mit dem man bereits den begehrten EISA-Award als „European USB-DAC 2014/15“ einheimsen konnte und den ich mir einmal ganz genau angesehen bzw. angehört habe.

Sanft gebettet: Der Essence III wird in einer stabilen Umverpackung geliefert, die bereits das Auspacken besonders macht.

Sanft gebettet: Der Essence III wird in einer stabilen und sehr hochwertigen Umverpackung geliefert, die bereits das Auspacken besonders macht.

 

Schier unendliche Möglichkeiten

Die HiFi-Welt hat sich gewandelt. Während grosse HiFi-Türme früher jede Menge Platz in Anspruch nahmen, übernimmt heute oft ein Computer bzw. die NAS-Platte das Content-Management im Audiobereich. Dabei bietet der Rechner zwar den Vorteil der flexiblen Handhabung, erweist sich aufgrund seiner zumeist maximal durchschnittlichen Dekoder dann allerdings schnell als klanglich weniger anspruchsvolle Variante. Ein Punkt, den „Digitalgegner“ immer wieder vorbringen, für den es aber massig Lösungen gibt. In Form eines eher ungewöhnlichen, zugleich aber durchweg durchdachten HiFi-Tausendsassas stammt eine dieser Lösungen aus dem Hause Asus. Eine massiv und zugleich elegant gestylt daher kommende Vorverstärker-/DAC-Einheit, die eine Fertigungsqualität an den Tag legt, die einfach zum „Drüberstreicheln“ animiert. In etwa so, wie man das von aktuellen Apple-Geräten kennt. Ein Gerät, das zudem auf einen langen Lebenszyklus ausgelegt ist und laut deutschem Vertrieb aktuell und auch in Zukunft hard- und softwareseitig aufgerüstet werden kann. Eventuelle Bedenken, dass der Asus aktuelle oder künftige Datei- oder Containerformate nicht verarbeiten könnte, sollten damit also grösstenteils vom Tisch sein. Ein Punkt, der einem Riesen der Computerwelt im Gegensatz zu vielen klassischen HiFi-Herstellern völlig selbstverständlich erscheint und dem Essence III somit schonmal die ersten Pluspunkte einbringt. Ein Blick auf die Ausstattungsliste gibt dann Auskunft über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten meines Testprobanden. In Verbindung mit o.g. Quellen oder auch klassischen Zuspielern wie beispielsweise einem CD-Player und einem Pärchen Aktivboxen übernimmt der bereits optisch anspruchsvolle Asus letztlich sogar den vollen Aufgabenbereich einer HiFi-Anlage. Beispiele gefällig?

Zuspielung über klassische Quellen wie CD, SACD, Tuner etc. 
Auf den ersten Blick wirkt der Essence III wie ein besser ausgestatteter HiFi-Vorverstärker. Unter anderem ist er das auch, wie seine rückseitig platzierte Armada an Digital- und Analogeingängen beweist. Genau wie ein klassischer Vorverstärker empfängt er Signale von CD-, SACD-Spielern, Tunern und anderen analogen wie digitalen Quellen, die direkt mit ihm verbunden sind. Über die Fernbedienung bzw. direkt an der Gerätefront kann die gewünschte Quelle dann angewählt oder beispielsweise die Lautstärke justiert werden. Übrigens: der Asus besitzt sogar einen motorisierten (und natürlich bedämpften) Lautstärkeregler.

Anschlussseitig lässt der Essende III keine Wünsche offen: Neben analogen Audioeoingängen (Cinch), verfügt der Asus über gleich vierdigitale Inputs (AES/EBU, optisch, elektrisch, USB) sowie XLR- und Cinchausgänge.

Anschlussseitig lässt der Essence III keine Wünsche offen: Neben analogen Audioeoingängen (Cinch), verfügt der Asus über gleich vierdigitale Inputs (AES/EBU, optisch, elektrisch, USB) sowie XLR- und Cinchausgänge.

 

 

Zuspielung vom Mac oder PC
Mit an Bord unseres Testprobanden befindet sich ein extrem hochwertiger Digital-Analog-Converter (DAC). Ein wichtiger Punkt, wenn direkt von einem Rechner zugespielt werden soll. Der sogenannte DAC nimmt eingehende Digitalsignale entgegen (via USB, optisch oder elektrisch), bearbeitet diese über seine internen, sehr hochwertigen Wandlerbausteine und gibt sie dann analog wieder aus. In der Praxis funktioniert das so:
Sind MacBook und Asus aufgestellt und mit Strom versorgt, benötigt es nur noch eines einzigen Schrittes: der Verbindung via USB-Kabel, welches natürlich zum Lieferumfang gehört. Das war es dann auch schon. Keine Treiber, keine Konfiguration, kein Aufwand. Einfacher kann eine Verbindung kaum sein, denn nachdem der Essence III als Ausgabegerät am MacBook gewählt ist, gilt es nun nur noch die Wiedergabetaste in der eigenen Musiksoftware (z.B. iTunes) zu drücken und schon steht dem Musikgenuss nichts mehr im Wege.
Das ist schon sehr gut und praktisch, doch Vorsicht: Sind Sie Besitzer eines vor 2013 gekauften Apple MacBooks, ist dieses lediglich in der Lage Audiodateien bis zu einer Datenrate von bis zu 96 Kilohertz zu handhaben. Ein Wert, der zwar oberhalb dem der CD liegt, der den Asus aber bei weitem nicht ausreizt, schliesslich spricht der Hersteller von maximal zu verarbeitenden Abtastraten von 192 Kilohertz via optischer bzw. koaxialer Verbindung und sogar 384 Kilohertz via USB. Sollen also Audiofiles mit Datenraten von oberhalb 96 Kilohertz zugeführt werden, erfordert dies ein brandneues MacBook oder den Einsatz eines moderneren PCs. Letzterer offeriert zwar eine deutlich grössere Auswahl an Wiedergabeprogrammen, erfordern dann aber die einmalige Installation einer entsprechenden Treibersoftware. Eine Vorraussetzung, die anspruchsvolle Musikfreunde, die ihre Audiodateien auf dem Computer lagern, aber ganz sicher bereits erfüllt haben.

So einfach gehts: Computer als Quelle und Aktivlautsprecher dran und schon steht das moderne HiFi-Setup.

So einfach gehts: Computer als Quelle und Aktivlautsprecher dran und schon steht das moderne HiFi-Setup.

 

 

Zuspielung über Streamer/NAS-Platte
Sie wollen nicht vom Computer zuspielen, sondern lagern Ihre Audiodateien auf einer autarken Netzwerkfestplatte (NAS) und wollen über einen Streamer bzw. eine Streaming-Bridge zuspielen? Gern, denn auch mit dieser, im Übrigen immer beliebter werdenden Kombination, lässt sich schnell und ohne grossen Aufwand ein vollwertiges HiFi-Setup aufbauen. Haben Sie keine Angst vor dem Wörtchen „Streaming“. Einmal ins Netzwerk gebracht, wird der Streamer wie jede andere Quelle behandelt – nur mit dem Unterschied, dass er Ihnen den vollen Überblick und Zugriff auf Ihre vollständige Musiksammlung verschafft und oftmals auch noch als Internetradio fungiert. In unserem Test erwies sich übrigens der per USB verkettete Auralic Aries LE als leicht zu bedienender und zugleich sehr umfangreich ausgestatteter Zuspieler. Sie sehen, egal für welchen Weg der Zuspielung Sie sich entscheiden, die Einbindung ist nicht so schwer, wie man allgemein vielleicht denkt und ist auch von Technikeinsteigern eigenständig zu bewältigen.

Kopfhörersound auf höchstem Klangniveau
Der Essence III kann noch mehr. Denn als wäre das alles noch nicht genug, dient der kleine Alleskönner auch gleich noch als Kopfhörer-Vorverstärker. Und zwar als einer der besseren Sorte, inklusive separater Lautstärkeregelung sowie unsymmetrischer und symmetrischer Ausgänge – ein Punkt, der vor allem Besitzer hochwertigster Kopfbügler aufhorchen lässt. Die symmetrische Signalausgabe ist dabei doppelt interessant, denn da Asus seine sauber gestylte Front nicht mit riesigen XLR-Buchsen verschandeln wollte, entschied man sich selbige hier im Miniformat einzulassen und gleich die passenden Adapter mitzuliefern.

Fein getrennt: Links die Vorverstärker-/DAC-Sektion. Rechts daneben die Kopfhörer-Einheit inkl. eigener Lautstärkeregelung sowie symmetrischer und unsymmetrischer Ausgänge.

Fein getrennt: Links die Vorverstärker-/DAC-Sektion. Rechts daneben die Kopfhörer-Einheit inkl. eigener Lautstärkeregelung sowie symmetrischer und unsymmetrischer Ausgänge.

 

Woher bekomme ich hochaufgelöste Musikdateien?

Bevor wir uns nun an den Praxis-Check unseres Testgastes machen, gilt es noch zu klären, woher hochaufgelöste Audiodateien überhaupt (legal) zu beziehen sind und wie sie auf meinen Rechner bzw. meine Netzwerkplatte kommen. Hier bieten sich hauptsächlich zwei Wege an:

Eigene CD-Sammlung „rippen“
Mit Hilfe entsprechender und oftmals kostenloser Programme (u.a. iTunes, Windows Media Player) lässt sich die eigene CD-Sammlung unkomprimiert (also ohne Qualitätsverlust) beispielsweise im FLAC-, ALAC- oder gar DSD-Format auf den eigenen PC/Mac bzw. entsprechenden Netzwerkfestplatten übertragen. Einmal „gerippt“, lassen sich diese dann über eines der vielen praktischen Wiedergabeprogramme sortieren und abspielen.

Unkomplizierter, legaler Download
Die Zeiten, in denen man sich kaum traute, seine Lieblingssongs aus dem Netz zu laden, sind vorbei! Kein Wunder, denn aufgrund der unendlichen Möglichkeiten, ist das Download-Geschäft heute zum wichtigen Standbein der Musikindustrie geworden. Damit hat sich aus der einst illegalen Download-Manie, ein inzwischen seriöser Weg entwickelt, seine Lieblingstitel jederzeit, schnell, einfach und natürlich absolut legal zu erwerben. Um der enormen Nachfrage zu entsprechen, buhlen inzwischen unzählige Musikportale um die Gunst der Kunden. Das umfangreichste Angebot offerieren derzeit die hauseigenen Download-Shops von Amazon oder Media Markt und natürlich Onlinedienste wie iTunes, Musicload, 7digital und Napster, um nur einige der Bekanntesten zu nennen. Jedes dieser Portale bietet eine Auswahl von mehreren Millionen Songs, stellt diese zumeist allerdings nur komprimiert als MP3, AAC, WMA oder maximal in CD-Qualität bereit. Audiotracks in deutlich höherer Auflösung, in Dateiformaten wie FLAC, AIFF oder DSD findet man hingegen in dafür spezialisierten Download-Shops wie www.highresaudio.com, www.hdtracks.com (beide deutschsprachig) oder www.prostudiomasters.com, um nur einige zu nennen, die sich auf den Verkauf sogenannter „Highres-Songs“ spezialisiert haben. Fällt die Bezeichnung „Highres-Songs“ wird in der Regel über Abtastraten von 96, 192 und teilweise sogar 384 Kilohertz (kHz) gesprochen. Also in Auflösungsvarianten, die der guten alten Silberscheibe deutlich überlegen sind. Zur Verdeutlichung: Eine Samplingrate von 96kHz, bedeutet z.B. eine qualitative Verdoppelung im Vergleich zur Compact Disc (CD). Ganze Alben werden in genannten Portalen im Bereich zwischen 10 und 30 Euro angeboten.

Sehr edel: Das Asus-Logo ist tief in den massiven Gehäusedeckel eingelassen.

Sehr edel: Das Asus-Logo ist tief in den massiven Gehäusedeckel eingelassen.

 

Asus Essence III – jetzt geht’s ans Eingemachte

Gefüttert mit auf dem MacBook abgelegten, digitalisierten Musikstücken, die via USB zugeführt werden, setze ich den Essence III in meinem HiFi-Test zunächst als als kombinierten Vorverstärker/DAC ein. Hintendran ein Pärchen aktiver Regallautsprecher, die sich sowohl um die Verstärkung, als auch um die anspruchsvolle Wandlung in Hörschall kümmern. Ein minimalistischer Aufbau, der jede Menge Platz auf dem Rack, Regal oder Schreibtisch einspart, zugleich aber nahezu unbegrenzte Anwendungsmöglichkeiten bietet und meinem Testmodell sein ganzes Können entlocken soll. Nach längerer Einspielzeit, geht es dann mit „Why Are People Like That“ von Bobby Charles in MP3-Version los. Sicher kein Dateiformat, mit dem man dem Asus kommen sollte, doch bereits hier lässt sich erahnen, was mein Testproband klanglich zu bieten hat. Das ist überraschend, denn schon jetzt weiss der schicke Alleskönner durch Präsenz und Schmelz zu punkten. So erlebe ich eine Darstellung mit Atmosphäre, in der der Essence III jedes einzelne Instrument, egal ob Keyboard, Mundharmonika oder Schlagzeug, wie auch die markant-kratzige Stimme des 2010 verstorbenen US-Sängers gleichberechtigt behandelt und in einer erstaunlichen Auflösung zu reproduzieren weiss. Ehrlich gesagt, hätte mir in einem Blindtest jemand gesagt, dass es sich hier um eine komprimiert abgelegte Aufnahme handelt, ich hätte es nicht geglaubt. Also das Gleiche nochmal. Nur jetzt eben in CD-Qualität. Mein Kurzfazit: einfach Genial!
Um zu verstehen was ich nun erlebe, muss man beide Versionen im Vergleich gehört haben. Denn obwohl der Essence III in der MP3-Wiedergabe schon eine überraschende Klanggüte liefert, legt er jetzt noch eine, zwei oder vielleicht sogar drei Schüppen drauf. So klingt das, was ich eben bereits als gut empfand, nun noch eine Spur breitbandiger und luftiger als zuvor. Genauer beschrieben, einfach durchhörbarer, harmonischer, authentischer und irgendwie freier. Dabei gewinnt das gesamte Klangbild deutlich an Dynamik. Da wo Keyboard und Schlagzeug nun rückblickend vielleicht doch ein bisschen „laff“ rüberkamen, spielt das gesamte Ensemble jetzt, selbst nach einer deutlichen Lautstärkeanhebung, wie aus einem Guss und beeindruckt durch Griffigkeit und Agilität. Besonders deutlich wird dies im Oberbassbereich, welcher nun absolut präzise definiert erscheint und nicht den kleinsten Hauch von Aufdickung zeigt. Kurz gesagt, ein sehr schön aufgelöstes Klangbild mit entsprechendem Druck und voller Tatendrang, dass ganz locker das Niveau einer besseren HiFi-Anlage erreicht. Doch nun zur Königsdisziplin: Der Wandlung und Wiedergabe eines sogenannten Highres-Songs. Da mein Rechner aber nicht in der Lage ist, meinem zu Höherem berufenen Testgast Audiofiles in Abtastraten von 192 Kilohertz zu kredenzen, wird selbiger nun durch eingangs erwähnte Streaming-Bridge (also ohne eigenen DAC) ersetzt. Wie zuvor, erfolgt die Verbindung auch hier ganz einfach per USB, bevor ich mit dem Eagles-Klassiker „Hotel California“ in den Soundcheck starte. Einen gern zu Testzwecken gewählten Titel, den ich inzwischen in- und auswendig kenne und der mir Aufschluss über Auflösung und räumliche Darstellung des schicken Essence III geben soll. Der lässt sich dann auch nicht zweimal bitten und offeriert mir von Beginn an eine Klangbühne, deren Breite ein Stückchen über die äusseren Grenzen meiner beiden Aktivlautsprecher hinausgeht. Und mit der Breite wächst das Klangbild dann proportional auch in die Tiefe, was in der sehr schönen akustisch-dreidimensionalen und komplett aufgeräumten Staffelung der kalifornischen Band seine Verdeutlichung findet. Links Bass und Drums, halb links Don Henleys Stimme, mittig und rechts Gitarre und im Hintergrund das Schlagzeug. Eine Darstellung, in der Don Henleys unverkennbarer Gesang und jedes Instrument offenbar einzeln beleuchtet scheinen – und zwar ohne aus dem musikalischen Fluss auszubrechen, der nun unseren Hörraum flutet. Ein Resultat, das zu einem ganz grossen Teil auf das hervorragende Timing zurückzuführen ist, das den schicken Alleskönner bereits in den vorangegangenen Testphasen auszeichnete, hier aber scheinbar seinen Höhepunkt findet. Ein Timing, dass alle beschriebenen „Einzelbausteine“ nun wie ein grosses Ganzes wirken lässt – nur eben, dass offenbar nicht ein einziges Detail verloren geht.

Die zum Lieferumfang gehörige Fernbedienung ist lediglich mit den wichtigsten Funktionen bestückt und sehr übersichtlich gestaltet.

Die zum Lieferumfang gehörige Fernbedienung ist lediglich mit den wichtigsten Funktionen bestückt und sehr übersichtlich gestaltet.

 

Fazit

Ein Computerhersteller startet in den den gehobenen HiFi-Bereich? Was im ersten Moment vielleicht nachteilig wirkt, ist in Wahrheit ein riesengrosser Vorteil. Die Erklärung dafür ist schnell gegeben, denn als weltweit angesehener Anbieter hochwertiger Soundkarten verfügt Asus wahrscheinlich über mindestens den gleichen Erfahrungsschatz in der digitalen Audio-Signalverarbeitung wie viele etablierte HiFi-Hersteller. Ich gebe zu, auch ich war anfangs eher skeptisch. Unnötigerweise, denn all meine Bedenken wurden im Hörtest im Nu hinweg gefegt und in Staunen und echten HiFi-Spaß gewandelt. Kein Wunder, denn mit dem Essence III bietet die taiwanesische Audioschmiede eine hervorragend verarbeitete und ausstattungstechnisch rekordverdächtig vorbereitete Vorverstärker-/DAC-Lösung, die auch klanglich absolutes Spitzenklasse-Niveau erreicht. Die Ideallösung für anspruchsvolle Musik-Freunde, die ihre Musik digital speichern und zugleich keine Lust auf klobige HiFi-Türme haben.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

92 %

100 %

150206.Asus_TestSiegel

Technische Daten

Modell:Asus Essence III
Produktkategorie:Vorverstärker/DAC
Preis:1.699,00 Euro
Ausführungen:- Saphirschwarz
Vertrieb:Universeaudio, Herne
Tel.: 02323 / 146420
www.universeaudio.de
Abmessungen (HBT):71 x 322 x 228 mm
Anschlüsse:Eingänge:
- USB
- optisch Digital
- koaxial Digital
- AES/EBU
- Analog-Stereo (Cinch)

Ausgänge:
- Analog-Stereo (Cinch)
- XLR
Lieferumfang:- Asus Essence III
- Fernbedienung
- Batterien
- Bedienungsanleitung
- USB-Kabel
- IR-Dongle
- Single-Cinchkupplung
- XLR-/Cinchadapter
- 2 x XLR-/Mini-XLR-Adapter
- 2 Ersatzsicherungen
Besonderheiten:- integrierter DAC
- XLR-Anschlüsse
- symmetrischer Kopfhörerausgang
- hervorragende Verarbeitung
- schöne Auflösung
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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