Längst sind Monitore das Image großer, schwerer Kisten los. Auch der Trend, sie ausschließlich im büro-üblichen Lichtgrau anzubieten, hielt glücklicherweise nicht lange an. Durchgesetzt haben sich hingegen riesige und dennoch flache Displays, die dank durchdachtem Design beinah auf dem Schreibtisch zu schweben scheinen. Der Eizo FlexScan EV2750 macht dabei nicht nur von vorn eine gute Figur.

Trotz seiner enormen Bildschirmdiagonalen wirkt der FlexScan 2750 eher gefällig.

Obwohl mit einer vergleichsweise großen Bildschirmdiagonale ausgestattet, wirkt der FlexScan 2750 eher stilvoll und gefällig.

Wenn ich schon mit und vor allem vor einem großen Display arbeite, ist es mehr als reine Augenschmeichelei, wenn der Monitor trotz seiner enormen Größe als solcher so gut wie unsichtbar bleibt. Idealerweise schwebt das Bild ergonomisch perfekt auf Augenhöhe, ohne sichtbare seitliche Begrenzung. Nicht umsonst fahren Kunden und folglich auch Hersteller von TV-Geräten voll auf immer dünnere, fast unsichtbare Displayrahmen ab. Hersteller Eizo hat beim FlexScan EV2750 tief in die Trick- und Design-Kiste gegriffen, um einen solchen Beau mit extrem dünnem Rahmen auf einen Fuß zu stellen.

Gelenkig & flexibel: Selbst die Rückseite macht eine sehr gute Figur und muss sich keineswegs verstecken.

Gelenkig & flexibel: Der 2750 lässt sich in nahezu jede Position neigen und schwenken. Dabei macht selbst die Rückseite des Eizo eine sehr gute Figur und muss sich keineswegs verstecken.

Der ganz besondere Monitor

Apropos Fuß: aus der Verpackung zieht man außer dem Bildschirm mit angesetztem Befestigungs-Arm tatsächlich nur noch den recht gewichtigen Fuß. Ansonsten finden sich die üblichen beiden Kabel für HDMI und DVI und natürlich das Netzkabel. Zu Einzelheiten jedoch später mehr.
Eizo hat gerade unter professionellen Anwendern aus dem CAD-, Video- und Audio-Editing-Bereich und vielen anderen Professionals seit jeher einen exzellenten Ruf. Vor allem dann, wenn es um die farbgetreue Reproduktion digitaler Inhalte geht, macht den Japanern so leicht niemand etwas vor. Das wertige und dabei elegante Design gefällt allerdings nicht nur professionellen und kreativen Köpfen, auch dem Hobby-Fotografen wird das Display bei der Auswertung, Bearbeitung und Archivierung so mancher Fotosafari exzellente Dienste leisten.
Da der Eizo neben dem DVI-Eingang aus der PC-Ecke auch noch über eine HDMI-Schnittstelle verfügt, bietet sich das schöne Display auch für`s Entertainment an. Dies umso mehr, als es auch über einen Audio-Ausgang verfügt. Sie können den Monitor via HDMI direkt mit Video- und Audiosignalen füttern und entsprechendes Audio-Equipment direkt vom Klinken-Ausgang des Displays wahlweise an entsprechende Aktiv-Boxen oder einen Kopfhörer weiterleiten. Auf dem Schreibtisch reichen im Notfall aber auch die integrierten Lautsprecher. Analoge Eingänge bietet der EV2750 hingegen nicht, braucht er aber auch nicht, er wurde ausschließlich für digitale Quellen konzipiert.

Praktisch: sämtliche Schnittstellen; DVI-D-, HDMI- und Displayport lassen sich einfach erreichen und können gleichzeitig angesteuert werden. Dank Multidisplay stellt der Eizo sie auch gleichzeitig dar.

Sämtliche Schnittstellen; DVI-D-, HDMI-, Displayport und USB lassen sich einfach erreichen und können gleichzeitig angesteuert werden. Dank Multidisplay ist der Eizo zudem in der Lage, diverse Eingangssignale zeitgleich darzustellen.

Aufstellung: fix gemacht

Das obligatorische Päckchen mit Kleinteilen wie Befestigungsschrauben und Miniwerkzeug für den Zusammenbau des Monitors mit dem dazugehörigen Fuß sucht man hier vergeblich. Das ist auch völlig in Ordnung, da der Aufbau hier komplett ohne Werkzeug funktioniert. Der fest am eigentlichen Display angebrachte Schwenkarm wird einfach in die vier Aussparungen des schweren Fußes gesteckt und mit einem kleinen Dreh fest verriegelt. Der Dreh, die perfekte Neigung, ja selbst die Höhenverstellung wurde dabei vollständig ohne irgendwelche Ent- und Verriegelungsmechanismen realisiert. Alles ist – mit ein wenig Nachdruck – frei von jedem User schnell und unkompliziert einzustellen. Die Reibung der Mechanik ist dabei gerade so gering, dass die Justage mit wenig Kraftaufwand vorzunehmen ist. Zugleich ist sie aber doch hoch genug, dass das Display fortan sicher in der jeweilig eingestellten Position verharrt.
Als das schöne Stück dann perfekt ausgerichtet vor mir steht und ich mein Werk in Ruhe betrachte, verschwindet langsam auch der knapp sieben Millimeter breite Rand am Bild, der sich aus einem Millimeter Rahmen und dem nochmal sechs Millimeter Display-Maskierung zusammensetzt. Und auch der Rücken kann entzücken. Zumindest beim FlexScan EV2750 braucht sich dieser keineswegs verschämt vor eine Wand zu stellen. Aufgeräumt und dem schlanken Gesamtdesign angepasst, macht er auch mitten im Raum eine gute Figur und bietet von allen Seiten einen schönen Anblick. Nach und nach tauchen in meiner Fantasie rechts, links und über dem Monitor weitere Bildschirme auf. Sie rücken zusammen und ergeben ein großes Ganzes. Plötzlich bemerke ich, dass der schmale Rahmen einen viel pragmatischeren Grund hat, als lediglich schön auszusehen:

Der Halte-Arm wird einfach in den Fuß eingerastet, die Höhenverstellung funktioniert stufenlos per Teleskop-Mechanismus.

Einfacher gehts kaum: Der Halte-Arm wird einfach in den Fuß eingerastet, die Höhenverstellung funktioniert stufenlos per Teleskop-Mechanismus.

Multimonitoring mit dem Eizo FlexScan EV2750

Tatsächlich ist der Eizo ebenso auf besondere professionelle Anwendungen ausgerichtet. Man kann nämlich mehrere EV2750-Displays zu einem Multimonitor-System zusammenstellen, diese ergeben wegen der planen Oberfläche der einzelnen Screens dann eine durchgängige Bildfläche mit schmalen Zwischenrahmen – man fühlt sich fast wie der Broker an der Börse.
Multimonitoring lässt sich mit dem EV2750 aber auch auf andere Weise realisieren: Speziell fortgeschrittene Webdesigner gestalten Webauftritte so, dass sie auch farblich sowohl auf einem Windows- als auch auf einem Mac-System gleichermaßen gut aussehen und das vor allem Farben auf allen Setups gleich rüberkommen. Bislang waren Web- und Foto-Designer darauf angewiesen, für jedes System jeweils eine komplette Plattform inklusive Monitor auf dem Schreibtisch zu platzieren. Mit dem Eizo sparen sie sich nunmehr mindestens den zweiten Monitor, denn mein Testproband beherrscht – dank des sogenannten Picture-by-Picture-Modus – die Zuspielung von bis zu drei unterschiedlichen Signalquellen, deren Oberflächen auf dem Display kombiniert dargestellt werden können, und zwar quasi auf Knopfdruck in fünf verschiedenen Ansichten. Dabei ist es völlig unerheblich, welches Betriebssystem auf den jeweiligen Signalquellen installiert ist. Was nichts anderes bedeutet, als das man dem Eizo beispielsweise auch einen Mediaplayer mit HDMI-Ausgang als Quelle angedeihen lassen kann. Nur um das Ganze einmal zu Ende zu spinnen: der Videostream vom Mediaplayer lässt sich so auf einem der drei verfüg- und darstellbaren Split-Screens ganz bequem neben der Arbeit im Auge behalten.

Der Eizo lässt sich um bis zu 90 Grad drehen. Somit empfiehlt er sich für Fotografen und Grafiker.

Der Eizo lässt sich um bis zu 90 Grad drehen. Somit empfiehlt er sich ebenso für Webdesigner, Fotografen und Grafiker.

Bildqualität

Nun zum wichtigsten Kriterium für einen Monitor, der Bildqualität: diese muss, zumal bei einem Eizo-Monitor, besonders hohen Ansprüchen genügen. Die absolut plane, rahmenlose Displayoberfläche ist, wie es sich für ein professionelles Gerät gehört, matt. Das macht Sinn, denn so haben Spiegelungen, egal aus welcher Richtung kommend, kaum eine Chance die Arbeit zu beeinträchtigen. Im Menü hinterlegte Presets bieten korrekte Voreinstellungen von Helligkeit, Farbe und Kontrast sowie Farbraum und Weißwert. Neben den Presets für sRGB, Video und Papier, sind auch drei User-Presets wählbar, in denen Sie Ihre eigenen Präferenzen abspeichern können. Die Presets funktionieren hervorragend, der RGBs-Modus sorgt für eine perfekte Abdeckung des Farbraumes für die Foto- und Video-Bearbeitung. So können Sie gewiss sein, dass die Farbdarstellung des Displays mit den Aufnahmen Ihrer Kamera übereinstimmt. Das Preset „Papier“ ändert in der Hauptsache die Farbtemperatur und den Weißwert derart, dass weiße Office-Dokumente einen Look von Papier bekommen. Obendrein sorgen eine ausgewogene Helligkeit und ein ausreichender Kontrast dafür, dass die Arbeit an solchen Dokumenten auf Dauer nicht auf die Augen geht.
Im Movie-Modus wird die Farbtemperatur dann auf 6.500 Kelvin eingestellt und der Gammawert auf 2,2 festgelegt. Eben ganz genau so, wie bei der Produktion aktueller Hollywood-Blockbuster. Perfekte Voraussetzungen also für die Filmwiedergabe in den eigenen vier Wänden.

Der Eizo verfügt u.a. über diverse Energiesparfunktionen, die sich im Netzwerk administrieren lassen.

Der Eizo verfügt u.a. über diverse Energiesparfunktionen, die sich im Netzwerk administrieren lassen.

Wer die Bildreproduktion auf seine eigenen Bedürfnisse anpassen möchte, ist mit den Einstellmöglichkeiten des Eizo ebenso bestens gerüstet. Neben der mehrstufigen Wahl der Farbtemperatur lassen sich weitere Parameter dezidiert justieren. In drei User-Presets lassen sich diese dann individuell abspeichern, um sie dann bei Bedarf auf Knopfdruck wieder abzurufen. Knopfdruck ist eigentlich übertrieben, der FlexScan ist zwar kein Touchscreen, dennoch hat man mit Bedacht darauf verzichtet, die plane Oberfläche mit irgendwelchen Hardkeys zu verunstalten. Am rechten unteren Rand befinden sich stattdessen acht Sensorflächen, die je nach Menü-Auswahl unterschiedliche Funktionen bieten. Diese werden nach kurzer Berührung besagter Flächen auf dem Display entsprechend symbolisiert. Darüber hinaus lässt sich der Monitor dank mitgelieferter Software “ScreenManager Pro” auch vom PC oder Mac aus per Maus und Tastatur feintunen. Bei Installationen von Windows 10 funktioniert diese Software allerdings noch nicht, was jedoch lediglich eine Frage der Zeit sein sollte. Für Unternehmen, in denen gleich mehrere EV2750er in Verwendung sind, ist es zudem gut zu wissen, dass sich sämtliche Helligkeitseinstellungen und die Energiesparoptionen per Eizo EcoView-Net sogar vom Administrator zentral übers Netzwerk steuern lassen. Hier greift übrigens auch die Möglichkeit, sämtliche Parameter eines der Displays auf einen USB-Stick zu laden, um diese anschließend auf die anderen Eizos zu übertragen. Das spart die zeitaufwändigen Einstellarbeiten der Monitore und stellt gleichzeitig sicher, dass – mit Ausnahme geringfügiger Fertigungstoleranzen – sämtliche Einstellungen in Bezug auf Bildparameter in allen Displays identisch sind.

Wird die Menüfläche berührt, erscheint das On-Screen-Menü und für jede Schaltfläche die gerade aktive Funktion.

Wird die Menüfläche berührt, erscheint das On-Screen-Menü und für jede Schaltfläche die gerade aktive Funktion.

Fazit

Ja, er ist eigentlich für Profis vorgesehen. Aber er ist auch schön, liefert hervorragende Bilder und bewegt für ein Profi-Werkzeug in einem äußerst attraktiven Preissegment. In Zeiten, in denen wir mit Highspeed-Rechnern über Daten-Autobahnen flitzen, müssen wir uns mit einem semiprofessionellen Monitor auf unserem Schreibtisch nun wirklich nicht mehr rumschlagen. Für Fotografen, Hobby-Filmer und andere Kreative ist der FlexScan EV2750 deshalb schlicht ein Muss.

Test & Text: Thomas Johannsen
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut - sehr gut

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151124.Eizo-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Eizo
FlexScan EV2750
Produktkategorie:Monitor
Preis:880,00 Euro
Garantie:5 Jahre Vor-Ort-Austauschservice
Ausführungen:- schwarz
- weiß
Vertrieb:EIZO Europe, Mönchengladbach
Telefon : 02161-8210 0
Internet: www.eizo.de
Abmessungen (HBT):611 x 390 x 49 mm (inkl. Fuss)
Gewicht:7,9 Kilogramm
Seitenverhältnis:16:9
Bildschirmdiagonale:27 Zoll (68,5 cm)
Paneltyp:IPS Technologie mit LED Backlight
Bildauflösung:2560 x 1440 WQHD
Schwenkbar (links/rechts):172 Grad rechts/links
Pivot:90 Grad
integrierte Lautsprecher:2
Natürlicher Kontrast:1000:1 (Herstellerangabe)
Bildschirmfarben:16,7 Millionen
Reaktionszeit:5 Millisekunden (grau nach grau)
kompatibel mit:- Mac OS
- Windows 7
- Windows 8
- Windows 10 (noch mit Einschränkungen)
Eingänge:- DisplayPort
- HDMI (HDCP)
- DVI-D
- USB 3.0-Hub (1 Upstream-, 2 Downstream-Anschlüsse)
Ausgänge:- 3,5 mm Klinke (z.B. Kopfhörer)
Lieferumfang:- FlexScan EV2750
- Tischfuß
- Netzkabel
- DVI-Kabel
- HDMI-Kabel
- Bedienungsanleitung
Besonderes:- Presets für sRGB, Video, Papier
- 3 User-Presets
- Farbtemperatur von 4.000 K bis 10.000 K in 500-K-Schritten einstellbar
Benotung:
Bildqualität (40%):1,1
Ausstattung (20%):1,0
Praxis (40%):1,1
Gesamtnote:1,1
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut

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