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Redakteur
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Im Grenzgebiet zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet gilt für Neuanschaffungen gern das Motto „Wenn’s nix kostet, isset auch nix!“. Aber wie ist das eigentlich, wenn etwas einfach erstaunlich günstig ist? Das ist nämlich bei den Numan Octavox 701 der Fall – Drei-Wege-Standlautsprecher für gerade einmal 399 Euro pro Paar? Dat kann nix sein… aber wir können uns das ja trotzdem mal ansehen.

Schlichte Grundform mit acht Ecken: die Numan Octavox 701.

Schlichte Grundform mit acht Ecken: die Numan Octavox 701.

 

So viel Klang für so wenig Geld!

Das tun wir auch, aber trotzdem verläuft dieser Test nicht so wie sonst. Denn natürlich hält man sich immer wieder unwillkürlich den schlanken Preis der Octavox-Lautsprecher vor Augen, wenn man die einzelnen Aspekte in Relation zu anderen Standlautsprechern setzt. Und da es bei Lautsprechern nun mal in erster Linie auf den Klang ankommt, wird sich hier ja sicherlich gleich ein deutlicher Unterschied zeigen. Oder etwa doch nicht? Ehrlich gesagt hätten wir uns den Klang ganz anders vorgestellt, dünn vielleicht oder irgendwie „schwammig“. Aber das ist nicht der Fall. In Sachen Volumen und Dynamik haben die Octavox 701 wesentlich mehr zu bieten als das Preisschild vermuten lässt. Der Tiefton hat einen ordentlichen „Punch“ zu bieten, der sich natürlich vor allem bei basslastigen Tracks sehr prominent präsentiert. Das kommt sehr überraschend und kann locker mit einigen auch doppelt so teuren Exemplaren mithalten. So funktioniert zum Beispiel das Album „Californication“ von den Red Hot Chili Peppers ebenso gut wie Disco-Nummern à la „I came for you“ von den Disco Boys oder „Deeper Underground“ von Jamiroquai.

Wenn sich die erste Begeisterung über den Tiefton gelegt hat, stellt man allerdings teilweise fest, dass dessen Dominanz zur Herausforderung für den Hochtonbereich wird. Hier zeigt sich nämlich, dass die Octavox 701 zu den „ehrlichen“ Lautsprechern gehören. Mit anderen Worten: Hier wird nichts beschönigt oder korrigiert, was bei der Aufnahme vernachlässigt wurde. Das gilt vor allem für die Qualität der zugespielten Musik – hochaufgelöste Audiodateien funktionieren deutlich besser als zum Beispiel stark komprimierte MP3s. Denn dann kann der Hochton das hohe Niveau nicht halten – Schlagzeugbecken scheppern etwas zu stark und Gitarrensoli verschwimmen ein wenig. Das macht sich vor allem bei älteren Aufnahmen bemerkbar, die einfach ohne Nachbearbeitung digitalisiert wurden – so klingt eine „Best of“-CD von Jimi Hendrix zum Beispiel etwas unausgewogen, während sich dem (auch schon ein paar Jahre alten) Album „Konk“ der britischen Indie-Rocker „The Kooks“ ganz hervorragend lauschen lässt.

Die abgeschrägten Kanten ziehen sich durch das gesamte Design, auch am Standfuß.

Die abgeschrägten Kanten ziehen sich durch das gesamte Design, auch am Standfuß.

 

Richtig gut gelingt auch immer die Platzierung auf der virtuellen Stereo-Bühne, die sich auch bei etwas breiterem Abstand stets ganz strikt zwischen den beiden Standlautsprechern aufbaut. So lassen sich die einzelnen Instrumente mühelos orten und auch mehrstimmiger Gesang kommt sehr schön zur Geltung. So gesehen sind wir nun schon ein wenig verwundert, warum die Octavox 701 so günstig zu haben sind – rein klanglich gesehen sind die nämlich durchaus mehr wert als „nur“ 399 Euro pro Paar.

Der Mitteltöner mit Glasfasermembran wird wie die Tieftöner von einem grauen Ring eingerahmt.

Der Mitteltöner mit Glasfasermembran wird wie die Tieftöner von einem grauen Ring eingerahmt.

 

Doppelte Bass-Power

Also werfen wir nochmal einen genaueren Blick auf die Ausstattung der im Drei-Wege-Bassreflex-Prinzip konstruierten Schallwandler. Interessant ist dabei schon die Anordnung der Chassis, denn von oben nach unten gesehen sind diese in der Reihenfolge Mitteltöner, Hochtöner, Tieftöner sortiert – ein wenig ungewohnt, aber eben auch gleich ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Den Tieftöner gibt es übrigens gleich im Doppelpack, das zusätzlich durch zwei Bassreflexrohre auf der Rückseite der 701er ergänzt wird. Diese vier Elemente sind in einer eigenen Kammer untergebracht, denn Mittel- und Hochtöner sind in einem getrennten und vor allem geschlossenen Abschnitt platziert. Auf den ersten Blick unterscheiden sich der Mittel- und die beiden Tieftöner kaum, alle drei messen im Durchschnitt 14 Zentimeter und sind von einem grauen Ring eingerahmt, der für dezente und hübsche Akzente in der Front sorgt. Allerdings lassen sich die beiden Tieftöner leicht an der nach vorn gewölbte Staubschutzkalotte im Zentrum der Glasfasermembran erkennen. Der Hochtöner sitzt anders als die Kollegen etwas tiefer in der Gehäusefront, denn hier sorgt ein WaveGuide für die Schallführung.

Das Herstellerlogo findet sich dezent am unteren Rand der Frontblende.

Das Herstellerlogo findet sich dezent am unteren Rand der Frontblende.

 

Ebenfalls im Gehäuse eingelassen sind die bereits erwähnten Bassreflexrohre, die sich allerdings auf der Rückseite der Standlautsprecher in der unteren Hälfte befinden. Diese beiden Elemente sind übrigens auch der Grund dafür, dass die Octavox 701 auch dankbar für etwas mehr Wandabstand sind als man es normalerweise kennt. Der sorgt nämlich dafür, dass der Tiefton nicht unangenehm brummt, sondern der Musik den Teppich ausrollt. Die Vorschläge für den optimalen Abstand gehen allerdings ein wenig auseinander, auf der Website ist von 50 Zentimetern, in der mitgelieferten Bedienungsanleitung gar von 70 Zentimetern die Rede. Ersteres ist da wohl eher wahrscheinlich, wenngleich mehr natürlich nicht schadet. Letztlich gilt aber selbstverständlich immer noch das Prinzip „Ausprobieren, Anhören, Anpassen“, bis die Bassreflexports genügend Spielraum haben.

Der Hochtöner ist zurückgesetzt, so dass das Gehäuse auch als WaveGuide fungiert.

Der Hochtöner ist zurückgesetzt, so dass das Gehäuse auch als WaveGuide fungiert.

 

Stichwort: Bananenstecker

Noch weiter unten sind übrigens die Anschlussklemmen für die Lautsprecherkabel platziert. Dabei handelt es sich um massive Schraubklemmen, die sogar Bi-Wiring erlauben. Wer sich auch dafür entscheidet, sollte zunächst die entsprechenden Brücken entfernen, die standardmäßig die beiden Anschlusspaare miteinander verbinden. Wer nur ein Kabel anschließen möchte, sollte die Brücken an ihrem Platz lassen und den Anschluss über Bananenstecker bewerkstelligen – denn da die Brücken nicht flach, sondern eher wie ein Bolzen geformt sind und noch dazu in den Löchern stecken, in die sonst die abisolierten Kabelenden geklemmt werden, sind Bananenstecker so ziemlich die einzige Option. Hier sind also Einschränkungen in Sachen Komfort und Praxis zu vermerken, wenngleich auch diese sicherlich kein kritischer Punkt bei der Kaufentscheidung sein dürften. Auch die Materialwahl – Glasfasermembranen sind im Vergleich zu Kevlar beziehungsweise zu Seidenkalotten oder gar Bändchenhochtönern halt günstiger – spricht angesichts des sehr ordentlichen Klangs ja auch nicht gegen die Octavox 701: Es geht ja auch so!

Trotz der eher schlichten Form sorgt die Octagon-Inspiration für ein schickes Äußeres.

Trotz der eher schlichten Form sorgt die Octagon-Inspiration für ein schickes Äußeres.

 

Mein Lautsprecher hat acht Ecken…

Bleibt schließlich noch das Optische, also vor allem das Design beziehungsweise die Oberfläche der Octavox 701. Bei der Formgebung hat Numan sich wie am Namen erkennbar an der geometrischen Form des Achtecks orientiert. Das äußert sich in „abgeschnittenen“ beziehungsweise abgeschrägten Kanten, die die für viele Lautsprecher typische, klobige Kastenform gleich mal wesentlich ansehnlicher wirken lassen. Auch der entsprechend gestaltete Standfuß passt sich sehr gut ins Gesamtbild ein und lockert das Erscheinungsbild weiter auf. Spikes gibt es zwar nicht, immerhin sind aber noch selbstklebende Gummifüße im Lieferumfang enthalten, die einfach auf die Bodenfläche des MDF-Gehäuses geklebt werden.

Nicht ganz so schön sind hingegen die Frontblenden, die leider etwas weniger Sorgfalt vermuten lassen als der Rest der Lautsprecher.

Nicht ganz so schön sind hingegen die Frontblenden, die leider etwas weniger Sorgfalt vermuten lassen als der Rest der Lautsprecher.

 

Die Verarbeitung der Octavox 701 ist zudem sehr ordentlich, wenngleich die Folierung unter ästhetischen Gesichtspunkten gegenüber einem Furnier oder Hochglanzlack natürlich nicht mithalten kann (dennoch ist es natürlich sehr nett gemeint, dass im Karton weiße Baumwollhandschuhe beiliegen – das kennt man sonst eigentlich nur von aufwendig lackierten Lautsprechern). Wobei auch hier natürlich immer gilt: Geschmäcker sind verschieden und wer einen Korpus in braunen Holztönen oder ausgefallenen Farben nicht mag, wird an den Octavox 701 in schlichtem Schwarz oder Weiß sicherlich auch Gefallen finden.

Auf der Rückseite gibt es gleich zwei Bassreflexports - logisch, bei zwei Tieftönern.

Auf der Rückseite gibt es gleich zwei Bassreflexports – logisch, bei zwei Tieftönern.

 

Ein wahrscheinlich objektiv wesentlich besser nachvollziehbarer Kritikpunkt sind hingegen die schlichten Frontblenden aus schwarzem Stoff. Zunächst einmal werden diese über Steckverbindungen in der Front befestigt, was bei abgenommenen Blenden den Blick auf die unschönen Löcher freigibt. Hier sind magnetische Befestigungen natürlich die weitaus hübschere Alternative und in höheren Preisklassen mittlerweile auch fast überall Standard. Zudem fällt auf, dass die Verarbeitung der Fronten nicht so sorgfältig ist wie beim Rest der Octavox 701. Hier und da sind Kleberückstände zu sehen und die Pins wirken auch nicht unbedingt so als würden sie regelmäßigem Hin und Her gewachsen sein – das wird wahrscheinlich ohnehin nicht passieren, aber man hält sich ja doch gerne alle Möglichkeiten offen…

Die massiven Schraubklemmen werden am besten per Bi-Wiring oder mit Bananensteckern genutzt.

Die massiven Schraubklemmen werden am besten per Bi-Wiring oder mit Bananensteckern genutzt.

 

Fazit

Mit den sehr preisgünstigen Octavox 701 hat Numan Drei-Wege-Standlautsprecher im Portfolio, die rein klanglich auch mit teureren Modellen mithalten können. Gespart wird im eher sekundären Bereich der Optik, wenngleich das Design auch hier sehr gut gelungen ist. Prinzipiell machen Einsteiger im HiFi-Bereich mit den Octavox 701 nichts falsch und als einziges echtes Kontra-Argument kann hier nur der persönliche Geschmack gelten – klanglich ist das Preis-Leistungsverhältnis absolut makellos!

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,3
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

82 %

84 %

81 %

151122.Numan-Testsiegel

Technische Daten

ModellNuman Octavox 701
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:399 Euro/Paar
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
Vertrieb:ChalTec, Berlin
Tel.: 030 / 408 173 508
www.chal-tec.com
Abmessungen (HBT):103 x 21,5 x 33,7 cm
Gewicht:ca. 21 Kg
Prinzip:3-Wege, Bassreflex
Hochtöner:1x 25 mm
Tieftöner:2x 140 mm
Lieferumfang:- Bi-Wiring-Brücken
- Textilhandschuhe
- Gummifüße
- Bedienungsanleitung
Benotung:
Klang (60%):1,3
Praxis (20%):1,2
Ausstattung (20%):1,3
Gesamtnote:1,3
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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