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Redakteur
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In einem HiFi-Setup sind Drei-Wege-Standlautsprecher noch immer die unangefochtene Nummer 1, wenn es um die Wahl der Boxen geht. Doch wenn das Budget knapp ist, greift man letztlich häufig doch zu kompakten Bluetooth- oder WiFi-Lautsprechern, denen allerdings in den meisten Fällen die Entspannung und Gemütlichkeit eines klassischen Setups abgehen. Eine andere Lösung hat Saxx im Portfolio und verknüpft in Gestalt der CS 170 einen bezahlbaren Preis mit echtem HiFi-Genuss.

Die CS 170 sind keine übergroßen Standlautsprecher und fügen sich auch bei wenig Platz gut ein.

Die CS 170 sind keine übergroßen Standlautsprecher und fügen sich auch bei wenig Platz gut ein.

 

Produkte aus dem Hause Saxx sind uns ja längst nicht mehr fremd, diverse Lautsprecher-Pärchen haben wir schon begutachten dürfen. Unter anderem eben auch Modelle aus der clearSound-Serie, die sich mit ihren niedrigen Preisen primär an Einsteiger richtet. Bisher haben wir uns dabei auf die Regallautsprecher CS 120 und CS 130 konzentriert, als Standlautsprecher hatten wir bislang die CX 90 aus der etwas gehobeneren coolSound-Linie zu Gast. In Sachen Standboxen bieten beide Serien übrigens jeweils zwei Modelle, die CS 170 stellen dabei die kleinere Variante dar. Das Flaggschiff (und damit das Äquivalent zur CX 90) ist die CS 190, die über einen zusätzlichen Tieftöner verfügt, allerdings auch einen um 100 Euro höheren Stückpreis aufweist. Anhand dessen ist auch schon zu erahnen, dass Saxx ein breites Portfolio bietet, das so ziemlich jeden Einsatzzweck und Preisrahmen abdecken kann. Ob HiFi oder Heimkino, Auswahl gibt es genug. Und die kann man im Rahmen einer „HiFi@Home“-Veranstaltung bei sich zuhause ausprobieren, fachmännische Beratung seitens Saxx inklusive. Wir haben uns eine solche Veranstaltung natürlich nicht entgehen lassen, die CS 170 nehmen wir uns nun aber trotzdem nochmal in Ruhe vor.

Bekannte Grundlange mit feinen Details

Wie erwähnt sind uns die CS 120 und CS 130 bereits bekannt und optisch ist die Verwandschaft der CS 170 zu den beiden genannten Regalboxen nicht zu übersehen. Kein Wunder, haben sich die bisherigen Testkandidaten aus der clearSound-Familie ja schon sehr homogen gezeigt. Demzufolge ist auch das Gehäuse der Standlautsprecher CS 170 aus mitteldichter Faserplatte konstruiert und größtenteils mit einer Folierung ausgestattet. Die günstigere Alternative zur Lackierung ist sehr sauber verarbeitet und bietet somit auch keinerlei Anlass zur Kritik. Die Schallwand ist ohnehin matt lackiert, natürlich auch in der jeweiligen Farbe der Folierung. Das Besondere dabei: es sind keinerlei Schrauben zu sehen, denn die Chassis werden rückwärtig montiert. So bietet die Schallwand der CS 170 eine saubere Optik! Vom visuellen Eindruck losgelöst ist die Frontabdeckung gestaltet, hier kommt nämlich bei beiden Ausführungen schwarzer Stoff zum Einsatz. Die magnetisch befestigte Blende versteckt übrigens auch die oberen der sonst sichtbaren Schraubenköpfe in der Schallwand, die bei der schwarzen Ausführung allerdings auch ohne aufgesetzte Abdeckung kaum auffallen.

Die CS 170 sind in den Ausführungen Schwarz und Weiß verfügbar, jeweils mit schwarzer Frontblende.

Die CS 170 sind in den Ausführungen Schwarz und Weiß verfügbar, jeweils mit schwarzer Frontblende.

Der Stoff der Frontblende ist sehr feinmaschig und verleiht der CS 170 gleich einen hochwertigen Charakter. Als Markenzeichen darf natürlich das kleine Etikett mit dem Herstellerlogo oben rechts an der Abdeckung nicht fehlen. Wie bei allen clearSound-Modellen ist das Etikett weiß mit schwarzer Schrift – die verschiedenen Serien von Saxx haben hier jeweils unterschiedliche Farben. Wird die Blende abgenommen, gibt es trotzdem noch einen Hinweis auf den Hersteller. Das Logo ist nämlich auch noch einmal im unteren Bereich der Lautsprecher in die Schallwand eingelassen.

Bodenplatte statt Standfuß: Hier orientiert sich die CS 170 an deutlich teureren Modellen.

Bodenplatte statt Standfuß: Hier orientiert sich die CS 170 an deutlich teureren Modellen.

Direkt darunter wird der klassische Boxen-Look der 170er zusätzlich aufgelockert, indem die Bodenplatte durch vier robuste Abstandhalter – die zum Beispiel bei den Regallautsprechern CS 120 als Standfuß dienen – vom eigentlichen Korpus getrennt wird. Das erinnert an deutlich hochpreisigere Schallwandler und macht (nicht nur deshalb) einen sehr schönen Eindruck. Es muss halt nicht immer ein „richtiger“ Designlautsprecher sein, um ein bisschen Abwechslung und optische Charakteristika einzubauen. Unter der Bodenplatte selbst sind übrigens „nur“ noch Filzgleiter aufgeklebt, die Boden und Lautsprecher schützen und natürlich auch die Ausrichtung erleichtern.

Die Verarbeitungsqualität des folierten Gehäuses ist absolut makellos.

Die Verarbeitungsqualität des folierten Gehäuses ist absolut makellos.

Hier gibt es mehr fürs Geld

Wenn ein Hersteller Lautsprecher in verschiedenen Preisklassen anbietet, ist die Chance groß, auch bei den günstigen Modellen Ausstattungsmerkmale der teureren Verwandtschaft zu finden. So ist es auch bei den CS 170, die zum Beispiel mit vergoldeten Schraubklemmen aufwarten können. Hier lassen sich Lautsprecherkabel mit bis zu vier Millimetern im Querschnitt einfädeln, alternativ gibt es auch die Anschlussoption per Bananenstecker. Wie bei den Regalboxen ist dies eine durchaus komfortable Option für all diejenigen, denen das Auf- und Zuschrauben der in einer Vertiefung sitzenden Klemmen nicht so leicht fällt. Bi-Wiring oder Bi-Amping ist allerdings nicht möglich, dafür muss man sich dann schon in der coolSound-Serie umschauen.

Als Hochtöner kommt bei den CS 170 ein Gewebe-Tweeter zum Einsatz.

Als Hochtöner kommt bei den CS 170 ein Gewebe-Tweeter zum Einsatz.

Zurück zu den vorhandenen Ausstattungsmerkmalen, die Rückseite hat nämlich auch noch einen Bassreflexport zu bieten. Der misst acht Zentimeter im Durchmesser und sorgt damit auch nochmal für ordentlich Druck im Tieftonbereich. Man sollte bei der Aufstellung allerdings auch darauf achten, genug Freiraum zu schaffen und die Rückseite der Lautsprecher nicht direkt vor der Wand oder Möbeln platzieren. Das mögen Schallwandler mit rückwärtigen Bassreflexports nämlich nicht besonders, unabhängig von der Art der Lautsprecher. Die CS 170 sind übrigens im Drei-Wege-Prinzip gebaut, sie verfügen also über jeweils einen Hoch-, Mittel- und Tieftöner. Ersterer ist ein Gewebe-Tweeter mit einem Durchmesser von einem Zoll, die beiden darunter liegenden Treiber sind jeweils 13 Zentimeter groß, bestehen aus beschichtetem Papier und kommen auch in der höherpreisigen coolSound-Reihe zum Einsatz – sie genügen also auch problemlos höheren Ansprüchen.

Die 13-cm-Mittel- bzw. Tieftöner genügen auch den Anforderungen der höherpreisigen Modelle.

Die 13-cm-Mittel- bzw. Tieftöner genügen auch den Anforderungen der höherpreisigen Modelle.

Nicht zu viel auf einmal!

Die Ausstattung ist umfangreich und vielversprechend. Nun wollen wir die 170er natürlich auch klanglich auf die Probe stellen. Generell ist die clearSound-Reihe laut Herstelleraussage vor allem auf eine sehr musikalische Wiedergabe ausgelegt, die Melodien und Gefühl transportieren soll. Bereits bei den Regalboxen ist uns aufgefallen, dass der Sound eher weich und angenehm ist, während die coolSound-Kollegen etwas agiler, knackiger und „funkiger“ agieren, was natürlich zu einem Großteil auf den dort eingesetzten AMT-Bändchenhochtöner zurückzuführen ist. Der gewonnene clearSound-Eindruck macht sich dann auch grundsätzlich bei der CS 170 bemerkbar, allerdings ist der Tiefton hier dynamischer ausgeprägt und kann durch ein deutlich größeres Volumen punkten. Kein Wunder, schließlich ist die CS 170 ja auch erheblich größer und bietet nicht zuletzt deshalb auch ein beachtliches Leistungsvermögen. Und das zahlt sich bei Titeln wie „Ticks And Leeches“ von Tool oder „The Noose“ von A Perfect Circle dann richtig aus, indem Schlagzeug und Bass wunderbar zur Geltung kommen. Insbesondere das Drumsolo zu Beginn von „Ticks And Leeches“ hat ordentlich Power zu bieten und zeigt, dass das Versprechen von Saxx, auch „knackige Beats“ zu beherrschen, keineswegs übertrieben ist.

Die vergoldeten Schraubklemmen nehmen auch Bananenstecker auf.

Die vergoldeten Schraubklemmen nehmen auch Bananenstecker auf.

Auch zeigt sich bei den CS 170, dass die Vorzüge der Serie in Volumen und Gefühl liegen. Mit zunehmender Spieldauer und wachsendem Instrumentarium müssen die Standlautsprecher den nun gestellten Anforderungen dann aber ein wenig Tribut zollen. Je größer der darzustellende Frequenzbereich wird, desto schwerer tun sich die CS 170, auf allen Ebenen das maximale Niveau zu halten. In dem Fall muss man einfach realistisch sein und darf von Einsteigermodellen nicht das Potenzial der Spitzenklasse erwarten. Wer das Gitarrespielen lernt, kann als Einsteiger ja auch nicht sofort die Soli von Jimi Hendrix oder Slash nachspielen – und Lautsprecher wie die CX 90 werden ja auch nicht grundlos konstruiert. Nichts desto Trotz; die CS 170 ist ein Lautsprecher der in seiner Preisklasse sicher zum Besten gehört, was es derzeit zu kaufen gibt.

Ebenfalls hochwertig: Die magnetisch befestigte Frondblende mit dem Saxx-üblichen Etikett.

Ebenfalls hochwertig: Die magnetisch befestigte Frondblende mit dem Saxx-üblichen Etikett.

Und bevor die CS 170 jetzt schlecht dastehen, wechseln wir noch einmal zu erfahrungsgemäß passenderer Musik. Die Coverversionen von „9 Crimes“ von The Gaslight Anthem und „Sound Of Silence“ von Disturbed kommen uns hier ganz gelegen und sofort fühlen sich die CS 170 wieder deutlich wohler. Die Präzision und Platzierung auf der virtuellen Bühne gelingt dem CS 170-Duo erneut ganz hervorragend, bei richtiger Aufstellung und Ausrichtung darf man eine sehr gute Staffelung genießen. Hier liefert die beiliegende Anleitung übrigens hilfreiche Tipps, generell sollte man (wie bereits erwähnt) auf etwas Wandabstand (ca. 30-50 Zentimeter), einen festen Stand und die richtige Ausrichtung auf den Hörplatz achten. Sind diese drei Punkte umgesetzt, darf man sich einer sehr schönen und räumlichen Wiedergabe erfreuen. So wird beispielsweise das durchgängig ruhige und homogene „9 Crimes“ mit viel Gefühl und sehr realistisch in unseren Hörraum gestellt. Aber auch der angesprochene „knackige“ Sound gelingt den großen Geschwistern der CS 120 mit viel Spielfreude. Das macht sich zum Beispiel in Tracks von The Police oder Dire Straits sehr positiv bemerkbar. Lediglich die Verschmelzung von Extremen ist nicht so ganz nach dem Geschmack der Standlautsprecher. Alles in Maßen also. Dieses Motto gilt auch für die CS 170. Eine erstklassige Ein- und Aufsteigerbox – wer nicht völlig überzogene Erwartungen hat, wird mit diesen preislich extrem attraktiven Lautsprechern sogar fortgeschrittenen Spaß haben.

Zum Schutz von Parkett und Laminat ist die Bodenplatte der CS 170 mit Filzgleitern versehen.

Zum Schutz von Parkett und Laminat ist die Bodenplatte der CS 170 mit Filzgleitern versehen.

Fazit

Die gewohnt sorgfältige Saxx-Verarbeitung, durchdachte Details und die teilweise aus höheren Preisklassen entliehene Ausstattung verpassen den in Deutschland entwickelten Lautsprechern ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. So wirkt die CS 170 gar nicht wie ein Einsteigermodell, obwohl der sehr günstige Paarpreis von nicht einmal 500 Euro diese Einstufung bewirkt. Im Gegenteil, sie klingt überraschend gut. Besser gesagt: sie klingt schlichtweg “teurer”.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

92 %

93 %

95 %

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Technische Daten

Modell:Saxx clearSOUND CS 170
Gerätekategorie:Standlautsprecher
Preis:249,00 Euro / Stück
Ausführungen:- schwarz
- weiß
Vertrieb:SaxxTec GmbH & Co. KG
Tel.: 05032/9567122
www.saxx-audio.de
Abmessungen (HBT):930 x 180 x 242 mm
Gewicht:15 kg
Prinzip:3-Wege-Bassreflexsystem
Frequenzbereich:42 – 22.000 Hz (Herstellerangabe)
Hochtöner:1 x 2,6 cm-Gewebehochtöner
Mitteltöner:1 x 13 cm Papier, beschichtet
Tieftöner:1 x 13 cm Papier, beschichtet
Besonderheiten:- magnetische Frontabdeckung
- vergoldete Schraubanschlüsse
- für Bananenstecker geeignet
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,1
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistung:sehr gut

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