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Redakteur
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Mit seiner USB-Bridge steigt Oehlbach spektakulär in den mobilen Audiomarkt ein. Das Gerät ist zwar ultrakompakt, soll aber auch unterwegs für ganz großen Sound sorgen. Im Test tat sich der Micro-DAC dann auch noch als überraschend guter Kopfhörer-Verstärker hervor.

Oehlbachs USB Bridge ist ultrakompakt, nimmt kaum  Platz in Anspruch, verspricht aber höchste Klangqualität.

Oehlbachs USB Bridge ist ultrakompakt, nimmt kaum Platz in Anspruch, verspricht aber höchste Klangqualität.

Was braucht es um unterwegs auf Reisen Musik in höchster Qualität genießen zu können? Einen Kopfhörer natürlich. Dann noch einen Player. Da der ja eigentlich in jedem Smartphone integriert ist und wohl auch jeder Leser des lite-magazin ein Smartphone besitzt, könnte der Artikel hier zu ende sein. Ist er aber nicht. Und das aus gutem Grund, denn man kann zwar mit seinem Telefon durchaus Musik hören, das volle Potential hochwertiger Kopfhörer schöpft man damit aber kaum aus. Bliebe als Alternative also ein portabler (und hochpreisiger) Musikplayer, der möglichst auch hochauflösende Formate wiedergibt. Oder halt das Notebook, so eines hat schließlich auch fast jeder. Zwar sind die klanglichen Fähigkeiten des integrierten Kopfhöreranschlusses auch hier oft arg limitiert, doch es gibt Abhilfe. Und zwar in Form der kleinen Oehlbach USB Bridge, die das klangliche Maximum aus jedem Notebook holen soll.

Oehlbach im Wandel der Zeit

Ursprünglich als Kabelspezialist gestartet, erweitert das mittlerweile über vierzig Jahre bestehende Unternehmen Oehlbach sein Sortiment seit zwei Jahren auch um kleinere elektronische Geräte für allerlei Anwendungen rund um gutes Bild und den guten Ton. Dabei wird natürlich ein ebenso hoher Qualitätsanspruch verfolgt, wie bei der bekannten Kabelkollektion. So durfte ich selbst mich schon von den hervorragenden Qualitäten des Phonovorverstärkers „Oehlbach XXL Phono PreAmp Ultra“ überzeugen und der „Falcon HD“, eine kabellose Lösung zum übertragen von HD-Signalen wurde von unserem Bildspezialisten Michael B. Rehders getestet und für sehr gut befunden. Kein Wunder also, dass auch die kleine, auf den ersten Blick eher unscheinbare USB Bridge unser Interesse weckte, die ich mir mal ganz genau angesehen habe.

Wichtig: Oehlbachs USB Bridge funktioniert sowohl im Zusammenspiel mit Windows- wie OSD-Rechnern.

Wichtig: Oehlbachs USB Bridge funktioniert sowohl im Zusammenspiel mit Windows- wie OSD-Rechnern.

Kompakter Reisebegleiter

Als Reisebegleiter ist der Oehlbach Kopfhörerverstärker Schrägstrich Digital-to-Analog-Converter (kurz DAC) selbstverständlich besonders kompakt ausgefallen und sieht dadurch dem typischen USB-Stick, zumindest auf den ersten Blick, zum Verwechseln ähnlich. Bei genauerem Hinsehen gibt der Kopfhörerausgangs auf der Rückseite aber Aufschluss über die eigentliche Funktion des Geräts. Nämlich die vom Computer ankommenden, digitalen Musikdaten auf höchstem Niveau in analoge Signale zu wandeln und sie anschließend so stark zu machen, dass sie Kopfhörer jeglicher Art mühelos antreiben können. Anders als die optisch ähnlichen Speichermedien ist der kleine Verstärker allerdings deutlich hochwertiger verarbeitet: Das Gehäuse besteht zum großen Teil aus Aluminium und kühlt so die Elektronik. Wichtig, denn der USB Bridge DAC wird im Betrieb dann doch fast handwarm. Unter einer soliden Abdeckung auf der Vorderseite befindet sich der bekannte USB-Stecker, der, passend zum hochwertigen Anspruch des kleinen DACs, natürlich vergoldet ist und dadurch einen besonders langlebigen und niedrigen Kontaktwiderstand gewährleistet. Falls ihr Notebook über zwei direkt nebeneinander platzierte USB-Anschlüsse verfügt, ist möglich, dass die USB Bridge den nicht verwendeten Port teilweise verdeckt und so unbrauchbar macht. Hier hat Oehlbach vorgesorgt und der schicken Verpackung ein kurzes USB-Verlängerungskabel beigelegt, das Abhilfe schafft und den anderen Port wieder benutzbar macht.

MItgedacht: Oehlbach spendiert seiner USB-Bridge gleich noch einentsprechendes Kabel. So werden "nebenan" befindliche USB-Ports nicht unnötig verdeckt.

MItgedacht: Oehlbach spendiert seiner USB-Bridge gleich noch einentsprechendes Kabel. So werden “nebenan” befindliche USB-Ports nicht unnötig verdeckt.

Inbetriebnahme

Daneben gehört zum Lieferumfang lediglich eine kurze Anleitung, die ich an dieser Stelle gerne zitieren würde, denn sie ist so wunderbar treffend und knapp formuliert, dass ich die Inbetriebnahme selbst wohl nicht besser beschreiben könnte:

1. “Verbinden Sie den USB Bridge mit einer kompatiblen USB-Schnittstelle Ihres Computers”.
2. “Verbinden Sie einen Kopfhörer mit dem 3.5mm Stereo-Klinkenausgang des USB Bridge”.
3. “Nun können Sie Audiosignale über den USB Bridge ausgeben”.

Ich habe mich natürlich strikt an die vorgegebene Anleitung gehalten und tatsächlich ist es genau so einfach wie beschrieben. Sowohl mit Windows-, wie mit einem OS X-Rechner: Einstecken, loshören, fertig. Das nennt man dann wohl Plug & Play.

Laptop, Kopfhörer & USB-DAC: So klein, komfortabel und klangstark kann ein Hifi-System heutzutage aussehen ...

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Wofür eigentlich ein DAC/Kopfhörerverstärker?

Bevor es nun in den Praxistest geht, ein paar Infos zum Verständnis, was ein DAC überhaupt bringt, wenn die Musikwiedergabe doch auch ohne ein solches Gerätchen funktioniert. Die Erklärung ist schnell gegeben, denn die USB-Bridge wurde als „Klangverbesserer“ in erster Linie für den Einsatz mit dem Laptop oder dem Festrechner entworfen, schließlich ersetzen diese Geräte in immer mehr Haushalten den Aufgabenbereich der klassischen HiFi-Anlage. Doch selbst für Besitzer einer stattlichen Musiksammlung und ordentlicher Kopfhörer bzw. Aktivlautsprecher, die die auf dem Rechner abgelegten Tracks in Hörschall wandeln sollen, ist die Begeisterung über diese neue, praktische Form der Musikwiedergabe oftmals nur von kurzer Dauer. Laptop, Netbook oder Computer verfügen nämlich in der Regel kaum über Audiodekoder, die in der Lage sind, die ihnen anvertrauten Musikdateien klanglich adäquat zu verarbeiten. Trotz Zuspielung hochaufgelöster Musikstücke und des Einsatzes anspruchsvoller Headphones ist das Ergebnis dann oftmals eher enttäuschend und die Freude am Genuss der eigenen Musiksammlung schnell dahin. Und hier kommt dann die kleine USB Bridge aus dem Hause Oehlbach zum Einsatz. Diese soll, wie Eingangs kurz erwähnt, die aus dem Rechner strömenden Signale nämlich nicht nur entsprechend wandeln, sondern auch noch verstärken. Die USB Bridge ist also auch ein Kopfhörerverstärker.
Da tut sich gleich die nächste Frage auf: “Kopfhörerverstärker, wofür?” Auch hier ist die Antwort schnell gegeben, denn genau wie ein Lautsprecher stellt ein Kopfhörer für seine Quelle eine „Last“ dar. Allerdings mit einer deutlich größeren Variablen, mitunter unterscheidet sich die Leistungsaufnahme aktuell erhältlicher Headphones um deutlich über Faktor 100. Entsprechend hält der Markt heute unterschiedlichster „hochohmiger“ und „niederohmiger“ Kopfhörer bereit, die unterschiedlichste Spannungspegel einfordern. Ist selbiger etwas höher (was diverse, durchaus sinnvolle und nachvollziehbare Gründe haben kann), gelangen Zuspieler wie Laptop, Tablet und auch viele mit einem handelsüblichen Kopfhörerausgang ausgestattete HiFi-Systeme schnell an ihre Grenzen. Da sie für die individuellen Anforderungen bzw. die höhere Spannungsversorgung schlichtweg nicht ausgelegt sind, neigt der Sound – gerade unter etwas höheren Lautstärkepegeln – dann schnell dazu zu verzerren. Eine Tatsache, die einem mitunter dann sogar schnell den Spaß am brandneuen Kopfhörer nimmt (der beim Fachhändler höchstwahrscheinlich an einem entsprechenden Verstärker vorgeführt wurde). Ein Problem, das es durch den Einsatz eines Kopfhörerverstärkers zu beheben gilt.

Kaum zu glauben: Die auf den ersten Blick einem normalen USB-Stick ähnelnde USB Bridge beherbergt einen Kopfhörer-Verstärker und einen hochwertigen Digital/Analog-Wandler (DAC).

Kaum zu glauben: Die auf den ersten Blick einem normalen USB-Stick ähnelnde USB Bridge beherbergt einen Kopfhörer-Verstärker und einen hochwertigen Digital/Analog-Wandler (DAC).

Oehlbach USB Bridge im Soundcheck

Nun aber endlich in den HiFi-Test. In diesem wandelte der DAC neben der üblichen CD-Auflösung von 44.1kHz/16Bit übrigens auch audiophile Formate bis 96kHz/24Bit und sogar die etwas exotischeren 1 Bit-Signale Direct-Stream-Digital (DSD), wie sie beispielsweise auf Super Audio-CDs gespeichert sind. Letzteres konnte ich mangels Musik-Materials leider nicht ausprobieren. Ersteres schon und ich war zugegebenermaßen erstaunt von dem Ergebnis.
Alle drei Kopfhörer, die ich an der USB Bridge betrieb, profitierten teilweise extrem gegenüber dem “normalen” Anschluss am Kopfhörerausgang. Besonders beeindrucken war der klangliche Zuwachs bei einem relativ günstigen On-Ear Kopfhörer von Pioneer, der zwar auch am Kopfhörerausgang schon eine ganz gute Figur macht, an der USB Bridge dann aber nicht wiederzuerkennen war. Am deutlichsten zeigten sich die Unterschiede in meinem Praxis-Check in der Hochtonwiedergabe. So wirkte Bob Dylans Mundharmonika auf „Blonde On Blonde“ über den USB Bridge wiedergegeben deutlich weniger scharf dafür besser konturiert, als es direkt am Kopfhörerausgang des MacBooks der Fall war. Gleichzeitig gelang es dem kleinen Oehlbach-Modul besonders bei hoher zugelieferter Auflösung auch feinste Nuancen im Klanggeschehen herauszuarbeiten. Allein für diese Performance lohnt schon der Kauf des vergleichsweise preisgünstigen Klangboosters aus Pulheim. Beim deutlich teureren AKG Studio-Kopfhörer, der schon von Haus aus ziemlich ausgewogen und detailliert klingt, waren die Unterschiede hingegen etwas subtiler. Zeitweise hatte ich dennoch das Gefühl, dass der USB-Verstärker dem – bei AKG Kopfhörern tendenziell eher schlankeren – Bass ein wenig auf die Sprünge geholfen hat und so für eine sattere Musikwiedergabe sorgte. Grundsätzlich jedenfalls schien das Zuhören, auch über längere Zeiträume und bei gelegentlich sehr hoher Lautstärke, deutlich leichter zu fallen. Das gesamte Klangbild erschien entspannter, natürlicher und irgendwie richtiger. Eine Performance, die auch während längerer Hörsessions Begeisterung aufkommen lässt – ohne zu nerven oder zu ermüden. Apropos Lautstärke: In Kombination mit allen getesteten Kopfhörern hatte der kleine Oehlbach-Verstärker mehr Reserven als ich, spätestens bei zwei Dritteln des möglichen Pegels war in Sachen Lautstärke für mich nämlich definitiv Schluss mit Lustig. Bis dahin aber keine Spur von Verzerrungen oder Anstrengung, das Klangbild blieb genau so natürlich, wie bei niedrigen Lautstärken.

In unserem Test musste sich der kleine Kehlbach an drei unterschiedlichen Kopfhörern beweisen. Mit allen dreien war eine deutliche Klangverbesserung festzustellen.

In unserem Test musste sich der kleine Kehlbach an drei unterschiedlichen Kopfhörern beweisen. Mit allen dreien war eine deutliche Klangverbesserung festzustellen.

Fazit

Gute Musik über Kopfhörer in hoher Qualität genießen ist mit der Oehlbach USB-Bridge ist ganz einfach: Einstecken, Play-Taste drücken, Musik hören. Egal ob zuhause oder unterwegs, der kleine Oehlbach-Verstärker mit integriertem DAC holt ein klangliches Maximum aus jedem Windows- oder OS X-Notebook heraus, ohne selbst viel Platz in Anspruch zu nehmen. Insbesondere hochwertigere Kopfhörer profitieren von der besseren Verstärkung und der akkurateren Digital/Analog-Wandlung. Zum Preis von 149 Euro ist die kleine Oehlbach USB Bridge daher eine durchaus lohnens- und empfehlenswerte Investition, wenn Sie regelmäßig Musik über Kopfhörer hören.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

95 %

100 %

90 %

160224.Oehlbach-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Oehlbach
USB Bridge
Preis:149,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:anthrazit/schwarz
Vertrieb:Audiovox, Pulheim
Tel: 02234/8070
www.oehlbach.de
Gewicht:16 Gramm
Abmessungen:
66 x 27 x 13,5 mm
Eingänge:USB
Ausgänge:analog Audio (3,5mm)
DAC:bis 96 kHz/16-Bit
Lieferumfang:- USB Bridge
- USB-Kabel
- Anleitung
Besonderes:- Alu-Gehäuse
- sehr gute Verarbeitung
- Plug&Play-Installation
- Analogausgang
- wenig Gewicht
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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