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Eine neue Ordnung greift im Universum gnaden- und rücksichtslos nach der Macht, doch Widerstand formiert sich. Frischer Mut und altgediente Erfahrung stellen sich der... Star Wars VII – Das Erwachen der Macht

Eine neue Ordnung greift im Universum gnaden- und rücksichtslos nach der Macht, doch Widerstand formiert sich. Frischer Mut und altgediente Erfahrung stellen sich der Ersten Ordnung entgegen.

Eine neue Ordnung greift nach der Macht. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Eine neue Ordnung greift nach der Macht. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

 

Die junge Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) lebt auf dem kargen Wüstenplaneten Jakku. Sie macht tagein tagaus nichts anderes als das, was man als Schrottsammlerin so macht. Nur mit dem Unterschied, dass sie nicht mit nervigem Gedudel durch die Straßen fährt, sondern einen wesentlich beeindruckenderen Arbeitsplatz hat, wo sie findet, was sie sucht: Ein auf Jakku abgestürzter Sternenzerstörer bietet ihr genug Material zum Überleben. Um an Nahrungsrationen zu gelangen, verkauft sie das Altmetall und fristet ihr Dasein mit dem Warten auf die Rückkehr ihrer vermissten Familie. Jeden Tag, den Rey auf Jakku verbringt, ritzt sie einen Strich in die Panzerung eines am Boden liegenden und zerstörten AT-AT…und es sind schon sehr viele Striche. Zeitgleich und fernab verbreiten sich um Rey herum Terror und Angst, von dem sie keine Ahnung hat. Nach den Sith und dem Imperium greift nun die „Erste Ordnung“ nach der totalitären Macht im Universum.

 

Gnadenlos fällt Kylo Ren (Adam Driver) mit seinen Sturmtruppen in ein Dorf ein. Auch er ist auf der Suche – aber nicht nach Schrott, sondern nach Informationen. Informationen, die ihm den Aufenthaltsort von Luke Skywalker (Mark Hamill) verraten. Dabei trifft er auf den Widerstandskämpfer und das Fliegerass Poe Dameron (Oscar Isaac). Doch bevor es Kylo Ren möglich ist, an die wichtigen Informationen zu gelangen, erteilt Poe seinem kleinen Droiden BB-8 die Order, mit den Informationen zu flüchten. Bevor jedoch die Sturmtruppen das Dorf wieder verlassen, veranlasst Kylo Ren diese zu einer Gräueltat an der Zivilbevölkerung. Von Zweifeln geplagt über dieses gnadenlose Vorgehen, verhilft der Sturmtruppler FN-2187 (John Boyega) dem Widerständler Poe zur Flucht aus den Fängen der Ersten Ordnung, um mit seiner Hilfe dem System zu entkommen.

Die junge Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) bekommt davon allerdings zunächst nicht viel mit. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Die junge Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) bekommt davon allerdings zunächst nicht viel mit. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Auf der Flucht in einem gestohlenen T-Fighter müssen die beiden jedoch auf Jakku notlanden. Die eintreffenden Truppen der Ersten Ordnung setzen ihnen nach und so trennen sich die Wege von Poe und FN-2187. Der Sturmtruppler, der sich nun Finn nennt, trifft dabei auf Rey und zusammen nutzen sie zur Flucht den auf Jakku gestrandeten und scheinbar betagten Millenium Falken. Nach einer atemberaubenden Verfolgungsjagd, gehetzt von T-Fightern, verlassen Rey und Finn den Wüstenplaneten und treffen schon bald auf den rechtmäßigen Besitzer des Falken: Han Solo mit seinem langjährigen „Wingman“ Chewbacca…

Das ändert sich allerdings schnell, als der ehemalige Sturmtruppler Finn (John Boyega, l.) und Widerstandskämpfer Poe Dameron (Oscar Isaac) auf Reys Planeten stranden. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Das ändert sich allerdings schnell, als der ehemalige Sturmtruppler Finn (John Boyega, l.) und Widerstandskämpfer Poe Dameron (Oscar Isaac) auf Reys Planeten stranden. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Zurück zu den Wurzeln

Was sich in den Teasern zum Film angedeutet hat, wird voll und ganz bestätigt und setzt sich über die gesamte Filmdauer fort. Der Charme des aufgerauten und realistisch wirkenden Szenarios, in dem die Charaktere agieren und die Handlung und somit das Star Wars-Universum mit Leben erfüllen, bleibt über die gesamte Dauer des Films erhalten. Nichts, aber auch rein gar nichts erinnert an George Lucas‘ Episoden I-III. J. J. Abrams schafft es, genau die Erinnerung in uns abzurufen, die Star Wars zu dem macht, an das wir uns immer gerne erinnern. Alles erscheint rau und abgerockt. Abrams setzt alles auf eine Karte: nichts anders machen, sondern nur besser! Dabei kann er auf allermodernste Filmtechnik zurückgreifen. Und natürlich lebt das Genre Science-Fiction von und gerade durch moderne Filmtechnik, die uns glauben lässt, alles sei echt. Aber es kommt darauf an, wie diese zum Einsatz gebracht wird. Statt die Brechstange anzusetzen, kommt nur so viel zum Einsatz, dass es realistisch wirkt. Und genau das gelingt Abrams hier. So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Rey (Daisy Ridley), mittlerweile in Begleitung des Droiden BB-8, und Finn (John Boyega) verbünden sich angesichts der drohenden Gefahr. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Rey (Daisy Ridley), mittlerweile in Begleitung des Droiden BB-8, und Finn (John Boyega) verbünden sich angesichts der drohenden Gefahr. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Die Effekte wirken auf den Film, im Gegensatz zu den Prequels von Lucas, weder plastisch noch maskierend. Genau richtig dosiert wird hier mit dem nötigen Maß der Einsatz der Computer bemüht. Und so bleibt den Schauspielern genug Raum, um das gelungene Drehbuch spielerisch umzusetzen. Anstatt die Szenerie der Gefechte zwischen Widerstandskämpfern und Truppen der Ersten Ordnung komplett vor einem Green Screen zu generieren, werden tatsächlich Szenen der Kämpfe in einem bestehenden Set gedreht. Gut zu erkennen ist dies, als Truppen der Ersten Ordnung den Palast von Maz Kanatas auf dem Planeten Takodana, Treffpunkt für Schmuggler und Piraten, in Schutt und Asche legen. Während die einstürzenden Bauten am Computer mit viel Liebe zum Detail produziert wurden, sind die anschließenden Nahkampfszenen und Feuergefechte vor einem tatsächlichen Bühnenbild gedreht worden. Dieses verleiht der ganzen Szenerie unglaubliche Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Denn Kylo Ren (Adam Driver) ist ihnen mit seinen Sturmtrupplern schon auf den Fersen. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Denn Kylo Ren (Adam Driver) ist ihnen mit seinen Sturmtrupplern schon auf den Fersen. (Photo: David James. © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Hell gegen Dunkel, Gut gegen Böse

Bringen wir es auf den Punkt: Hintergrund und Handlung sind schnell umrissen. Hell gegen Dunkel, Gut gegen Böse. Hier schließt sich Das Erwachen der Macht all seinen sechs Vorgängern an. Aber man kann – und in dem Fall auch sollte – das Rad hier nicht neu erfinden. Jedem Zuschauer wird es genau so reichen, solange alles stimmig, griffig und nachvollziehbar ist. Und genau das ist hier der Fall. Erfrischend sind die vielen neuen Charaktere, die im Zusammenspiel mit den erfahrenen Haudegen alles gelungen abrunden, ohne dabei aufgesetzt witzig zu wirken. So wie Flatterohr Jar Jar Binks –möge er in Frieden in der digitalen Pixelwelt ruhen. Schauspielerisch jedoch sollte man aber auch diesmal kein Oscarniveau erwarten.

Eine wilde Verfolgungsjagd ist die Folge... (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Eine wilde Verfolgungsjagd ist die Folge… (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Frisch: die junge Rey wirkt auf dem Planeten Jakku anfangs hilflos. So hilflos, wie einst Prinzessin Leia an der Kette von Jabba the Hutt. Doch schnell wird jedem klar, welche wichtige Aufgabe Rey in diesem Teil der Star Wars Geschichte einnehmen wird. FN-2187 a.k.a. Finn verleiht den sonst so roboterhaft und seelenlos wirkenden Sturmtrupplern Persönlichkeit. So etwas hat es in den vorherigen Episoden noch nie gegeben. Der würdige Han Solo vermittelt das wohlige Gefühl von „…wir sind zuhause“. Han gibt allein durch seine Anwesenheit und die seiner Person angemessen zugeteilte Präsenz dem ganzen Film Selbstsicherheit und Beständigkeit. Und Fellnase Chewbacca sorgt auch diesmal durch seine unbedarfte Art und Weise für den ein und anderen Lacher. Passend, ehrlich und vertraut.
Kylo Ren hingegen hat ein schweres und fast erdrückendes Erbe anzutreten. Den Übervater aller Schurken „Darth Vader“ zu übertrumpfen käme einer Amtsanmaßung gleich. Gelungen ist die – selbstverständlich – schwarze Uniform. Nahezu perfekt ist die Maske. Aber erneut einen seelenlosen Mythos unter der Maske zu kreieren funktioniert nicht wieder. Und so hat die Maskerade ein jähes Ende. Leider.
Die Ergänzung der Noobs durch altbekannte Protagonisten komplettiert das gelungene Gesamte. Immer wieder tauchen in diversen Szenen alte Bekannte auf. Natürlich darf der omnipräsente C3PO nicht fehlen. Sein piepender, kleiner Geselle R2D2 ist natürlich auch dabei, wenn auch vergleichsweise ruhig, da er seit einigen Jahren in einem Standby-Modus ruht.

...an deren Ende die alten Bekannten Chewbacca (Peter Mayhew, l.) und Han Solo (Harrison Ford) auftauchen. (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

…an deren Ende die alten Bekannten Chewbacca (Peter Mayhew, l.) und Han Solo (Harrison Ford) auftauchen. (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Vorausblickend zu sagen ist, dass sich die ständig anwachsende Star Wars Fan-Gemeinde mit Star Wars VIII auf die Fortführung der Saga freuen darf. Der wieder belebte und benötigte Charme von Star Wars ist in „Das Erwachen der Macht“ greifbar. Wenngleich es auch Rian Johnson, dem Nachfolger Abrams, mit der Story zu Star Wars VIII schwieriger haben wird. Wie zum Beispiel kann es sein, dass unter den Augen der Republik erneut eine solche Schreckensherrschaft nach der Macht greift. Diese und andere Fragen sind in den kommenden Episoden zu beantworten.

Ganz so leicht lässt sich Kylo Ren allerdings nicht abschütteln. (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Ganz so leicht lässt sich Kylo Ren allerdings nicht abschütteln. (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Ein Bonusnachschlag bitte

Das Bonusmaterial fühlt sich an wie die volle Breitseite mit einem Lichtschwert. Absolut umfassend und somit bedarf es dankenswerter Weise einer zusätzlichen Blu-ray. Angefangen mit „Die Geheimnisse hinter Das Erwachen der Macht“ werden die Initiatoren sowie Schauspieler aufgefordert, locker im Interview über die geheimen Filmhintergründe zu sprechen. Schön zu sehen ist die Reaktion von John Boyega auf die Freigabe: „Seriously!?“ Als nächstes folgt: „Drehbuchlesung der Schauspieler“. Was anmutet wie das Zusammentreffen einer Selbsthilfegruppe ist das Aufeinandertreffen aller beteiligten Akteure, denen am Ende bewusst wird, an welchem denkwürdigen Projekt sie partizipieren dürfen. Dazu gibt es weitere Featurettes, die sich mit der Erschaffung der Kreaturen oder der Entwicklung von BB-8 beschäftigen und auf die Special Effects zum Beispiel beim Lichtschwertkampf im Schnee eingehen.

Die Folge: erneut entbrennen epische Schlachten um die Macht. (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Die Folge: erneut entbrennen epische Schlachten um die Macht. (© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved.)

Fazit

„Chewie, wir sind zuhause“ – genau dieses Zitat trifft es auf den Punkt. Keinen Augenblick hat man bei Star Wars – Das Erwachen der Macht das Gefühl, zurückgelassen zu werden in einem fremden Universum, in dem alles anders und unbekannt ist. J. J. Abrams hat es allen recht getan, den Puristen sowie den unbedarften neuen „Star Wars“-Jüngern. Vorsichtig greift er in das ruhende Zahnrad mit bekannten Konstanten ein und bringt mit harmonisch eingefügtem Neuem die Maschine wieder zum Laufen. Er hat uns zurückgebracht in die Gegenwart von Star Wars!

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„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ ist am dem 28. April 2016 als DVD und Blu-ray im Vertrieb von Walt Disney erhältlich.

Genre
Action/Science-Fiction

Altersfreigabe
ab 12 Jahren

Laufzeit
ca. 138 Minuten

Regie
J. J. Abrams

Cast
Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Adam Driver, Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill, Lupita Nyong’o, Andy Serkis

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