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Als Versicherungsanwalt hat sich James Donovan bereits einen Namen gemacht. Doch als er die Pflichtverteidigung für den sowjetischen Spion Rudolf Abel übernehmen muss, wartet... Bridge of Spies – Heißes Eisen im Kalten Krieg

Als Versicherungsanwalt hat sich James Donovan bereits einen Namen gemacht. Doch als er die Pflichtverteidigung für den sowjetischen Spion Rudolf Abel übernehmen muss, wartet eine ganz neue Art der Herausforderung auf ihn.

Rudolf Abel (Mark Rylance) wird 1957 der Spionage für die Sowjetunion verdächtigt. (© 20th Century Fox)

Rudolf Abel (Mark Rylance) wird 1957 der Spionage für die Sowjetunion verdächtigt. (© 20th Century Fox)

 

In den 1950er Jahren befinden sich die USA und die Sowjetunion im festen Griff des Kalten Krieges. Die Angst vor der möglichen Übermacht des Gegners sorgt für den Einsatz von Spionen, die sich im fremden Territorium aufhalten und Informationen sammeln. Auch Rudolf Abel (Mark Rylance) ist einer dieser Geheimagenten. Offiziell ist er Kunstmaler, seine Tarnung haben die amerikanischen Behörden allerdings schon enthüllt. Ebenso heimlich wie der beobachtete Spion sammeln sie Beweise gegen Abel, um ihn anschließend wegen des Kapitalverbrechens vor Gericht zu bringen. Um das gewünschte Urteil – die Todesstrafe – zu erreichen, wird als Pflichtverteidiger der Versicherungsanwalt James Donovan (Tom Hanks) ausgewählt. Der ist zwar ziemlich erfahren, allerdings nur im Bereich des Versicherungsrechts und darüber hinaus nicht gerade begeistert von dem neuen Auftrag. Schließlich wird Abel als Feind und Donovan nun – zunächst noch zurückhaltend – als Verräter gesehen. Der Anwalt geht die Aufgabe schließlich trotz aller Vorbehalte pflichtbewusst an und sammelt tatsächlich relevante Argumente für seinen Mandanten. Doch das Gericht lässt sich davon nicht beeindrucken und spricht Abel schuldig.

 

Allerdings gelingt es dem besonnenen und vorausschauenden Donovan, den Richter vor Festlegung des Strafmaßes davon zu überzeugen, dass Abel – eine Haftstrafe statt der Hinrichtung vorausgesetzt – noch als Austauschobjekt von Nutzen sein könnte, falls umgekehrt ein US-Bürger in der Sowjetunion verhaftet würde. Sein Appell zeigt Wirkung und Abel zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Für Donovan hat das allerdings Folgen, er wird angefeindet und sogar körperlich bedroht. Doch sein vorausschauendes Handeln zahlt sich für die USA aus, als der Spionagepilot Gary Powers (Austin Stowell) wenig später bei einem Einsatz über sowjetischem Territorium abgeschossen und gefangen genommen wird. Die CIA erinnert sich an Donovan, der nun als Unterhändler nach Ost-Berlin geschickt wird, um dieses Mal einen US-Bürger vor der Verurteilung für Spionage zu retten – was sich allerdings durch einen weiteren Spionageverdacht, den Bau der Berliner Mauer und die Forderungen der DDR in Person des Anwalts Wolfgang Vogel (Sebastian Koch) als heikle Mission entpuppt…

Als Pflichtverteidiger wird ihm der Versicherungsanwalt James Donovan (Tom Hanks, r.) zur Seite gestellt. (© 20th Century Fox)

Als Pflichtverteidiger wird ihm der Versicherungsanwalt James Donovan (Tom Hanks, r.) zur Seite gestellt. (© 20th Century Fox)

Zähe Verhandlungen und komplizierte Justizgeschichten sind nicht unbedingt die beste Ausgangsposition für einen unterhaltsamen Film, erst recht nicht bei einer Spieldauer von fast zweieinhalb Stunden. Bridge of Spies allerdings ist trotz dieser Handicaps vergleichsweise kurzweilig geraten und an Spannung mangelt es aufgrund der historischen Umstände zur Zeit der Handlung sowieso nicht. Zumal Regisseur Steven Spielberg als erfahrener genreübergreifender Blockbuster-Dirigent genau weiß, wie er seine Arbeit zu tun hat. Im Vergleich zu seinen (zumindest grob) ähnlichen Filmen „Der Soldat James Ryan“ oder „Schindlers Liste“ gelingt Spielberg in Bridge of Spies die präsentere Einbindung unterhaltsamer und amüsanter Elemente und Szenen, so dass die angespannten Situationen auch mal ein wenig gelockert werden.

Zunächst ist Donovan eher abgeneigt, dann findet er jedoch Argumente zugunsten seines Mandanten. (© 20th Century Fox)

Zunächst ist Donovan eher abgeneigt, dann findet er jedoch Argumente zugunsten seines Mandanten. (© 20th Century Fox)

Dazu trägt Tom Hanks als Anwalt James Donovan in wesentlichem Maße bei. Der ohnehin als eher lustig und humorvoll geltende Hauptdarsteller verleiht seiner Figur mit diesen Eigenschaften ein weitaus vielschichtigeres Profil als das des verbissen um Gerechtigkeit kämpfenden Idealisten, als der ein Anwalt in Justizdramen gerne mal dargestellt wird. Dass Hanks auch klarer angelegte Rollen beherrscht, ist kein Geheimnis, und vermutlich ist es genau diese langjährige Erfahrung, die ihm nun diese sehr zu gefallen wissende Darbietung ermöglicht.

Nachdem Donovan vorausschauend die Hinrichtung Abels verhindert, wird er wenig später nach Ost-Berlin geschickt, um mit der Sowjetunion über einen Gefangenenaustausch zu verhandeln. (© 20th Century Fox)

Nachdem Donovan vorausschauend die Hinrichtung Abels verhindert, wird er wenig später nach Ost-Berlin geschickt, um mit der Sowjetunion über einen Gefangenenaustausch zu verhandeln. (© 20th Century Fox)

Mark Rylance hingegen (wie sein Rollenvorbild Rudolf Abel übrigens in England geboren) tauchte bislang eher selten und unregelmäßig in Filmen auf (zuletzt unter anderem in „The Gunman“), vielmehr machte er am Theater auf sich aufmerksam. Trotzdem bescherte ihm dieses Jahr die Rolle des Rudolf Abel einen Oscar als Nebendarsteller, was selbst in Fankreisen der Mitnominierten auf Zustimmung stieß und dementsprechend als verlässliches Qualitätsmerkmal für Rylances Leistung herangezogen werden darf. Insbesondere die auf Feinheiten und Details konzentrierte Herangehensweise der ruhigen und besonnenen Art Abels, die sich gut mit der seines Anwalts ergänzt, verleiht dem Spionagedrama das gewisse Etwas, das in eher hektisch und actionreich angelegten Produktionen oft verloren geht.

Nachdem sich auch die DDR einmischt, gestaltet sich die Mission äußerst schwierig, ... (© 20th Century Fox)

Nachdem sich auch die DDR einmischt, gestaltet sich die Mission äußerst schwierig, … (© 20th Century Fox)

Selbst die Schauplatzwechsel und damit die unterschiedlichen Figurenkonstellationen bringen die Mischung aus Thriller und Drama nicht durcheinander. Entlang einiger Konstanten kann man sich als Zuschauer stets orientieren, wenngleich es die teilweise sehr heftig wirkenden Eindrücke der damaligen Zeit zwischenzeitlich etwas kompliziert gestalten, die eigenen Gedanken wieder auf die Handlung auszurichten. Bei den angesprochenen Szenenwechseln macht Spielberg auch von Bild und Ton sehr bewusst und deutlich Gebrauch, indem er beispielsweise ruhige Dialogszenen mit krachenden Flugzeug-Sequenzen kontrastiert, um die unterschiedlichen Seiten und Ebenen der Handlung zu verdeutlichen. Das geht zwar mit einigen optischen Qualitätsunterschieden einher, die den insgesamt hervorragenden Eindruck manchmal etwas trüben, aber das Gesamtbild keinesfalls beschädigen. Geradezu beeindruckend ist das Wechselspiel vor allem beim Ton, der in der deutschen Synchronfassung zwar „nur“ als 5.1-DTS-Sound vorliegt, allerdings immer klar und in den angesprochenen Flugzeug-Szenen extrem kraftvoll, dynamisch und präzise auftritt. Abgerundet wird dieser positive Auftritt durch das interessante Bonusmaterial mit Hintergrundinfos zum Film sowie der realen Ereignisse und Personen, auf denen Bridge of Spies beruht.

...zumal der Bau der Berliner Mauer für zusätzliche Spannungen in Berlin sorgt. (© 20th Century Fox)

…zumal der Bau der Berliner Mauer für zusätzliche Spannungen in Berlin sorgt. (© 20th Century Fox)

Fazit

Bridge of Spies hat sowohl Spannung als auch Unterhaltung und hohen künstlerischen Wert zu bieten. Wo viele Spionagefilme entweder als Drama oder Thriller angelegt sind, schafft Regisseur Spielberg eine Verbindung der Genres, die von den Darstellern Tom Hanks und Mark Rylance ebenso spielfreudig wie sorgfältig umgesetzt wird.

„Bridge of Spies“ ist ab dem 12. Mai 2016 als DVD und Blu-ray im Vertrieb von 20th Century Fox erhältlich.

Genre
Drama/Thriller

Altersfreigabe
ab 12 Jahren

Laufzeit
ca. 143 Minuten

Regie
Steven Spielberg

Cast
Tom Hanks, Amy Ryan, Mark Rylance, Alan Alda, Sebastian Koch

85 of 100

90 of 100

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