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Redakteur

Der Philips 65PUS7601 wurde zum besten Großbild-TV für 2016/17 mit dem EISA-Award ausgezeichnet. Neben einer vorzüglichen Bildqualität mit perfekter Schärfe verspricht der Hersteller 4K-Ultra-HD-Darstellung und „High Dynamic Range“ (HDR) für ein ganz neues visuelles Erlebnis. Wir verraten, was sich dahinter verbirgt – und ob auch „normale“ TV-Bilder von diesen Features profitieren.

Der Philips 65PUS7601 erstrahlt förmlich mit Ambilight im Wohnzimmer.
Foto: Michael B. Rehders

65PUS7601: Styling und Verarbeitung

Satte 164 cm Diagonale misst der 65PUS7601. Trotzdem wirkt er ausgesprochen elegant und formschön. Im Vergleich zum 55PUS7600, den wir im Dezember 2015 getestet haben, hat Philips unsere leichte Kritik angenommen und ein paar sinnvolle Änderungen am Nachfolgemodell vorgenommen. Beispielsweise wurden die angewinkelten Standfüße im schlanken Aluminium-Design völlig neu entwickelt. Sie verbreitern das TV-Gerät jetzt nicht mehr unnötig, und sie sehen obendrein richtig schick aus. Der Vorteil: Wer den 65PUS7601 in seine Schrankwand oder in eine Nische stellen möchte, kann dies nun bündig machen. Der schmale chromfarbene Rahmen schließt das Bild millimetergenau ab. Damit bildet das Modell eine Einheit mit elegant eingerichteten Wohnlandschaften.

Die schlanken Standfüße werden unter das Display geschraubt. Das dafür nötige Montagematerial gehört selbstverständlich zum Lieferumfang.
Foto: Michael B. Rehders

Installation und Technik

Wer sich vor dem Aufbau und der Installation grault, dem können wir bereits an dieser Stelle die Angst nehmen. Der 65-Zoll-TV kommt in einer wirklich durchdachten Verpackung daher. Von oben werden die Fernbedienung, Anleitungen, Netzkabel, Standfüße und ein paar Styropor-Verpackungselemente entnommen. Anschließend werden zwei Halteklipse entfernt, die sich unten am Karton befinden. Jetzt kann der große Karton einfach nach oben weggehoben werden, so dass das Display völlig frei und sicher steht. Schnell noch die Standfüße anschrauben und das TV-Gerät am gewünschten Ort aufstellen. Zu zweit ist es sicherer und gelingt in wenigen Minuten. Fertig.
Jetzt kommt die nächste Verbesserung zum Vorgängermodell: Der 7601 fährt nach dem Einschalten relativ schnell hoch. Nur Sekunden später begrüßt der 65-Zoller seinen Besitzer. Mit einem sinnvollen Installationsmenü inkl. Assistenten gelingt die Inbetriebnahme spielend einfach. Schritt für Schritt wird der stolze Besitzer durch das Menü navigiert. U.a. lässt sich das Modell so schnell ans heimische Netzwerk anzuschließen. Hier erweist sich die Fernbedienung übrigens als große Hilfe. Auf ihrer Rückseite befindet sich nämlich eine QWERTY-Tastatur, mit der alle Eingaben wie auf einer Computertastatur vorgenommen werden können. Das ist wirklich hilfreich – vor allem bei längeren Passwörtern.

Der 65PUS7601 heißt den neuen Besitzer Willkommen.

Schritt für Schritt wird der TV-Besitzer durch das Installationsmenü geführt. Der Anschluss ans heimische Netzwerk wird so zum Kinderspiel.

Wer noch einen alten Videorecorder zu Hause hat, oder einen älteren DVD-Spieler ohne HDMI-Schnittstelle sein Eigen nennt muss nicht verzagen. Selbst solche Geräte lassen sich an den Philips 7601 anschließen. Sehr gut, denn auf diese Weise können die alten Filmklassiker, TV-Aufnahmen und Kinderfilme weiterhin abgespielt werden. Moderne SAT-Anlagen können selbstredend ebenso verbunden werden, wie die neuesten 4K-Blu-ray-Player. Der Fire-TV-Stick von Amazon findet selbstredend ebenfalls seinen Platz. So lassen sich Filme in Full-HD-Auflösung oder gar in 4K zustreamen.

Eine umfangreiche App-Galerie kann direkt am TV aufgerufen werden. Damit können Sie beispielsweise die BILD lesen, die aktuellen Börsenkurse auf N24 einsehen oder hinterlegte Sendungen, Dokumentationen und Serien abrufen, wann immer Sie wollen. Der Vorteil: Sie sind nicht mehr an die fixen Sendezeiten gebunden.

Auflösung, 3D, HDR, Gaming

Der Philips 65PUS7601 besitzt eine Auflösung, die viermal zu hoch ist wie Full-HD. Satte 3840 x 2160 Pixel verteilen sich auf einem Display mit einer Diagonalen von 164 Zentimetern. Direkt dahinter befindet sich die LED-Hintergrundbeleuchtung. Die sogenannte „Micro Dimming Premium“-Technologie analysiert das Bild in 6400 verschiedenen Zonen, jedes einzelne dieser 6400 Segmente wird individuell angesteuert. Das Ergebnis sind ein abgrundtiefes Schwarz und direkt daneben ein strahlend helles Weiß. Der dynamische Kontrast beträgt laut unseren Messungen über 100.000:1! Und das ist im Bild tatsächlich auch zu sehen. Mehr dazu unten im Bildtest. Wer noch 3D-Filme besitzt, der kann diese leider nicht auf dem PUS7601 anschauen, weil Philips diese Technologie leider nicht implementiert hat. Ein Grund zur Kritik? Nicht unbedingt, da immer mehr TV-Hersteller inzwischen Abschied von der 3D-Technologie nehmen.
Neu hinzugekommen ist dafür die brandneue Technik „High Dynamic Range“ (HDR). Der Philips 65PUS7601 unterstützt sogar den HDR-10-Standard. 4K-Filme von 4K-Blu-ray, Amazon und Netflix nutzen diese Technologie bereits. Neben intensiver leuchtenden Farben ist der große Vorteil von HDR gegenüber herkömmlichen Filmen auf DVD und Blu-ray, dass die Helligkeit um fast bis zu 1000 Prozent gesteigert werden kann. Beispielsweise dargestellte Straßenlaternen leuchten bei Nacht viel intensiver. Obendrein erscheinen z.B. goldene Elemente unfassbar realistisch, sobald sie von hellen Scheinwerfern angestrahlt werden. Farbverläufe am blauen Sommerhimmel sind nun endlich frei von unschönen Abstufungen.
Abschließend empfehlen wir allen Gamern den Bildmodus „Games“. Dieser Bildmodus ist, wie der Name bereits vermuten lässt, für Videospiele optimiert. Einmal angewählt, werden alle unnötigen Digitalregelungen ausgeschaltet, um den Input-Lag so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Hiervon profitieren nun alle Zocker. Egal, ob beim Ego-Shooter, Autorennen oder bei FIFA, denn Bildsignale werden quasi in Echtzeit dargestellt. Die Reaktionszeit empfinden wir so gering, dass keinerlei Verzögerungen entstehen, wenn wir die Knöpfe auf dem Controller betätigen.

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Philips. Eine betagte SCART-Buchse für alte Videorecorder gehört ebenso dazu, wie vier HDMI-Schnittstellen, wovon zwei Eingänge HDMI-2.0 und HDCP-2.2 besitzen. Dem Filmvergnügen neuester 4K-Filme steht also nichts mehr im Wege.

Ambilight – Die Lichtspiele im Wohnzimmer

Üblicherweise schalten viele Menschen eine kleine Lampe an, sobald es darum geht am Abend zu Hause gemütlich fern zusehen. Brennt keine weitere Lichtquelle in der guten Stube, empfinden viele Menschen das helle TV-Bild als unangenehm. Diese zusätzliche Beleuchtung können Sie sich mit Ambilight sparen. Der Philips 65PUS7601 verfügt rückseitig über zahlreiche kleine LEDs, die an den Rändern der Oberseite wie an den beiden Seitenrändern angebracht sind. Diese einmalige und patentierte Technologie nennt Philips „Ambilight“. Sie sorgt dafür, dass Farben von Bildinhalten über den Bildschirmrand hinaus dargestellt werden. Dank besagter LED-Anordnung erscheinen Farben an der Wand hinter dem Fernseher, die atmosphärisch zum visuellen Inhalt auf dem Display passen. Schauen Sie beispielsweise ein Fußballspiel, erscheint leuchtet die Wand hinter dem TV-Gerät in sattem grün. Sollte das bewegte Ambilight einmal nicht zusagen, lässt sich alternativ eine beliebige Farbe wählen, die statisch hinter dem Philips leuchtet. Optional kann Ambilight auf Wunsch auch komplett abgeschaltet werden. Als sehr praktisch erweist sich das sogenannte Nachleuchten. Wird der TV ausgeschaltet, verschwindet zwar der Inhalt auf dem Bildschirm, die angesprochene Wandbeleuchtung bleibt allerdings für einige weitere Sekunden erhalten. Der Zuschauer sitzt also nicht sofort im stockdunklen Wohnzimmer, sobald der rote Knopf gedrückt wird, sondern hat noch ein wenig Zeit, um das Raumlicht einzuschalten. Das Nachleuchten kann selbstverständlich individuell zeitlich geregelt werden.

Das dreiseitige Ambilight sorgt für ein stimmungsvolles Licht, das passend zum Fernsehinhalt hinter dem PUS7601 auf der Wand leuchtet.
Foto: Michael B. Rehders

Der Praxistest – Ausgezeichnete Bildqualität

Eine Jury, die aus Journalisten von 50 verschiedenen Fachmagazinen besteht, hat den Philips 65PUS7601 mit dem EISA-Award für den „EUROPEAN BEST BUY LARGESCREEN TV 2016/17“ verliehen. Die Kombination aus hervorragender Bildqualität, ansprechender Tonwiedergabe und einem attraktiven Preis überzeugten die EISA-Mitglieder. Dem können wir uns in gleicher Weise anschließen. Doch der Reihe nach:
Philips hat die Nutzung der digitalen Helferlein ab Werk sehr ausgewogen eingesetzt. Wer den PUS7601 in den Bildmodus „Film“ schaltet, sieht prächtige Farben im Rec.709-Standard. Fast alle digitalen Regler stehen dabei auf „Null“. Jeder Besitzer kann nun selbst für sich entscheiden, welche digitale Unterstützung dem eigenen Geschmack zuträglich ist. Sehen Sie weiter unten unsere Einstellungstipps für Technikeinsteiger.
Engagierte Einsteiger und Profis können zudem Hand an die guten Werkssettings anlegen, um beispielsweise Farben dem eigenen Geschmack anzupassen. Leider ist die Menüstruktur etwas gewöhnungsbedürftig. Regler für die Farbraumeinstellung befinden sich in unterschiedlichen Menüs. Obendrein ist der Reiter für die x, y-Regelungen mit „NTSC“ falsch beschriftet. Ein Ärgernis ist das deshalb nicht, da die Farbräume ihre normierten Soll-Positionen fast punktgenau treffen. Darüber hinaus ist eine Farbraumeinstellung nur in den isf-Bildmodi (Day und Night) möglich. Im Gegensatz zu anderen Herstellern hat sich Philips die Freiheit genommen, diese Bildmodi für den Endnutzer freizugeben – und nicht etwa mit einem (geheimen) Passwort zu sperren. Das ist ausgesprochen lobenswert, denn schließlich hat der Nutzer ja auch Geld für dieses Feature bezahlt. Wirklich notwendig sind die Bildkorrekturen allerdings nicht. Bereits Out-of-the-Box gefallen uns die Farben vorzüglich.

In der Ausschnittsvergrößerung wird offensichtlich, dass der 65-Zoller selbst feinste Details in Pixelauflösung perfekt wiedergibt. Feinste Schriftzüge in Pixelgröße werden vollumfänglich reproduziert.
Originalaufnahme: Michael B. Rehders

SD-TV-Sendungen

Noch immer gibt es viele Menschen, die TV-Sendungen in Standardauflösung (SD) schauen. Beispielsweise über Kabel oder mittels Antenne das kostenlose DVB-T. Ebenso werden weiterhin mehr DVDs als Blu-rays abgespielt. Macht nichts, denn der Philips 65PUS7601 skaliert jeglichen Kontent auf seine native Bildauflösung hoch. Bei einem Betrachtungsabstand ab drei Metern sehen Filme in Standardauflösung bereits ansprechend gut aus. Je nach TV-Sender schwankt die Bildqualität allerdings. Das macht sich in Bildfehlern bemerkbar, diese können von Blockartefakten bis hin zu Kantenrauschen reichen. Die Ursachen sind oftmals die geringe Übertragungsrate, Sendeleistung oder eine zu starke Komprimierung des Quellsignals. Der Philips besitzt nun zahlreiche digitale Helferlein, wie Mpeg-Rauschunterdrückung, mit denen diese Mängel stufenweise gemildert werden können. Gutes SD-Material (normales Fernsehen) gibt der PUS7601 hingegen einwandfrei wieder. Die Qualität ist dann sogar nur schwer von mittelmäßigen Blu-rays zu unterscheiden, sofern der Zuschauer in einem (für Wohnzimmer durchaus üblichen) Betrachtungsabstand von vier Metern einhält.

Selbstgedrehte Urlaubsvideos sehen auf dem großen Bildschirm beeindruckend aus. Dank der natürlichen Farbwiedergabe kommt das alte Urlaubs-Feeling beim Betrachten dieser Videos wieder auf.
Originalaufnahme: Michael B. Rehders

Full-HD-Filme

In Kürze wird das kostenlose Satellitenfernsehen DVB-T abgeschaltet. Ersetzt wird es durch DVB-T2. Hier liegen die Sendungen fortan in Full-HD-Auflösung vor, deren Nutzung sich die privaten Sender (RTL, Sat1) allerdings bezahlen lassen wollen, während die Öffentlich Rechtlichen Sender (ARD, ZDF) ihre Programme kostenlos zur Verfügung stellen. Ebenfalls bieten alle legalen Streamingdienste wie Netflix, Sky und Amazon-Prime ihre Programme in 1920 x 1080 Pixel an. Alle genannten Formate kann der 65PUS7601 problemlos wiedergeben.
Unseren Praxistest starten wir zunächst „Star Wars – Episode 7“ von Blu-ray – und sind auch gleich verblüfft. Die Weltraumaufnahmen besitzen ein abgrundtiefes Schwarz, während die Sterne strahlend hell leuchten. Als Ray den abgestürzten Sternenzerstörer auf Tatooine verlässt um die Beute zu verkaufen, wird die Wüste detailreich abgebildet. Sogar die Webstruktur ihrer Kleidung ist mühelos zu erkennen. Ihre spätere Flucht mit dem Millennium-Falken vom Planeten Tatooine gestaltet sich dann spektakulär. Explosionen erscheinen farbkräftig und mit guter Durchzeichnung. Glühende Gelbfarbtöne und schwarzer Rauch sind hervorragend differenziert. Farben laufen hier nicht ineinander. Das ist vorbildlich. Die Durchzeichnung dunkler Bildinhalte ist ebenso mustergültig. Alle 220 Grauabstufungen des Bildsignals werden fehlerfrei dargestellt. Selbst feinste Nuancen nahe Schwarz sind noch vorhanden, was unsere Testbilder eindrucksvoll bestätigen. Mit eingeschalteter Frame Interpolation (Zwischenbildberechnung) wird die Bewegungsschärfe weiter verbessert. Freunde dieser Technik dürfen sich freuen. Im niedrigen Modus sind uns keinerlei nennenswerte Fehler aufgefallen.
Die Stimmwiedergabe gelingt dem Philips ebenfalls sehr gut. Dialoge klingen natürlich. Explosionen entfalten einen glaubwürdigen Druck, während der begleitende Soundtrack klar und deutlich wiedergegeben wird. Die eingebauten Lautsprecher schlagen sich für ein TV-Gerät ausgesprochen gut. Wer höhere Ansprüche an die Tonqualität hat, der sollte allerdings auf eine Soundbar zurückgreifen wie die Canton DM9 – oder sich gleich ein ausgewachsenes 5.1-Lautsprecherset wie das Magnat Cinema Ultra THX zulegen. Damit erhält das große und imposante Bild obendrein eine adäquate Soundunterstützung, was dem gesamten Filmerlebnis zu Hause zuträglich ist.

Am frühen Vormittag fährt die AIDA Sol die Elbe hinauf. Die noch tiefstehende Sonne erzeugt eine warme Lichtstimmung. Das Auge auf dem Kreuzfahrtschiff spiegelt sich auf dem Wasser. Reflexionen der Sonnen leuchten in voller Pracht. Sogar die Balkons der Außenkabinen zeichnet der Philips 65PUS7601 in allen Details.
Originalaufnahme: Michael B. Rehders

4K-Film und HDR

HDR soll das Fernseherlebnis der Zukunft werden. Zunächst einmal verbirgt sich hinter dem Schlagwort HDR eine Technik, welche im Vergleich zu Full-HD die vierfache Auflösung liefert. Außerdem nutzen HDR-Filme aktuell fast 1000 Grauabstufungen, während Filme auf Blu-ray nur 220 Grauabstufungen besitzen. Die Folge: sichtbar feinere Farbverläufe. Außerdem sind aktuelle HDR-Filme bis zu 10-mal heller als „normale“ Filme mit Standard-Dynamic-Range (SDR) von DVD und Blu-ray.
Wir starten das ganz große Kino mit „Life Of Pi“. Im Bildmenü „Film“ erscheint die Information „HDR Natürlich“, so dass auch der unbedarfte Technikeinsteiger mit einem Blick erkennt, dass jetzt ein High-Dynamic-Range-Signal anliegt. Bereits der Titelvorspann bietet feinste geschwungene Schriftzüge in Pastellfarben. Frei von jeglichen Treppen-Effekten (Aliasing) werden die geschwungenen Formen abgebildet. Hier erscheint das HDR-Bild allerdings relativ dunkel. Das zeigt ein Vergleich mit dem gleichen Film auf einer „SDR“-Blu-ray, den wir zum Vergleich zuspielen. Der Grund ist die Tatsache, dass 1000 Nits-Bildinhalte nur mit rund 370 cd/m² dargestellt werden. Das Flächenweiß hat demzufolge dann nur knapp 40 cd/m². Alles darüber ist für HDR-Highlights vorgesehen. Wer seine Filme bislang mit 300 cd/m² zu Hause genossen hat, um auch tagsüber ein strahlend helles Bild zu erleben, wird hier ein wenig enttäuscht sein. Das ist allerdings kein Fehler von Philips, sondern ist der aktuellen HDR-Technik geschuldet. Wir sind aber positiv gestimmt, dass das Mastering zukünftiger Filme optimaler ausfallen wird, denn HDR erhöht ja nicht nur die Maximalhelligkeit von Weiß, sondern auch die Farbhelligkeiten. Gut zu sehen ist das in der Nachtszene. Als Pi auf dem Ruderboot dahintreibt, tauchen im Wasser leuchtende Meeresbewohner auf. Das Blau des Meerwassers strahlt in einer Pracht, wie wir es bislang noch nicht gesehen haben. Hier schlägt HDR voll durch. Aber nicht nur nach oben (in Richtung heller Highlights) stellt HDR eine Verbesserung zur SDR dar, sondern auch in dunklen Bildinhalten. Aufgrund des größeren Dynamikumfangs findet nahe Schwarz eine feinere Nuancierung statt. Es gibt nun einfach viel mehr Details in dunklen Szenen zu entdecken. So sind alle Gegenstände auf dem Floß zu sehen, die Pi dort im Laufe der Zeit verstaut hat. Große Teile dieser Sammlung werden auf der „normalen“ SDR-Filmversion nämlich nicht mehr abgebildet, weil der Dynamikumfang dort begrenzt ist.
Wer einen effektiv abgedunkelten Raum besitzt, der kann von HDR durchaus profitieren. Wer aber tagsüber Filme schaut, während die Sonne mit voller Kraft ins Wohnzimmer scheint, dürfte mit dieser HDR-Einstellung zum jetzigen Zeitpunkt nicht sonderlich glücklich werden. Der PUS7601 bietet zusätzlich noch eine Einstellungsmöglichkeit, um die Lichtausbeute von HDR-Kontent zu verbessern. Mit Hilfe des Kontrastreglers wird das Backlight dazu auf „volle Pulle“ erhöht.
Wer alle Helligkeitsreserven ausschöpfen möchte, schaltet bei HDR-Kontent einfach auf den Bildmodus „HDR-Lebhaft“. Hier werden in Spitzlichtern bis zu 700 cd/m² erzielt. Ermöglicht wird dies durch eine kurzzeitige Übertaktung der LEDs. Da der PUS7601 keine 1000 cd/m² erreicht, werden alle Filminhalte oberhalb von 700 Nits so interpoliert, dass sie bei 700 cd/m² weiterhin dargestellt werden. Farbabrisse können wir diesbezüglich nicht feststellen. Die interne Bildverarbeitung funktioniert soweit also sehr gut. Die Farben von HDR-Filmen sehen überdies satter und bunter aus, obwohl der DCI-P3-Farbraum nur zu etwa 75 Prozent erreicht wird. Das hängt damit zusammen, dass die für Hautfarben relevanten Farbbereiche weitgehend unverändert wiedergegeben werden. Der Rest wird sinnvoll auf das maximal darstellbare Farbspektrum „gemappt“. Die sonnengebräunten Gesichter der Protagonisten in „Life Of Pi“ sehen wunderbar natürlich aus. Von Sonnenbrand ist keine Spur vorhanden. So macht HDR wirklich Spaß!

Netflix bietet für rund 10,- Euro im Monat ein reichhaltiges TV-Angebot, das aus (teilweise selbst produzierten) Serien, Spielfilmen und Dokumentationen besteht. Die Auflösung beträgt in der Regel Full-HD. Doch auch 4K-Inhalte sind inzwischen ausreichend vorhanden. Zum Beispiel die Eigenproduktion „Marco Polo“ in HDR.

Expertentipp: So erhalten Sie die perfekten Farben

Regelmäßige Leser wissen, dass wir an dieser Stelle hilfreiche Einstellungstipps geben, damit auch Technikeinsteiger in den Genuss von natürlichen Farben kommen.
Philips macht es uns diesbezüglich sehr leicht.
– Schalten Sie in den Bildmodus „Film“
– Erhöhen Sie die Schärfe von „0“ auf „2“
– Erhöhen Sie den Kontrast auf 100.
– Fertig!

Die Fernbedienung von Philips kann beidseitig verwendet werden. Während auf der Rückseite eine QWERTY-Tastatur vorhanden ist, mit der Texte und Passwörter geschrieben werden können, bietet die Vorderseite ein Touch-Panel mit Steuerkreuztasten. Das Touch-Panel reagiert sofort auf feinste Berührungen. Wen das stört, der schaltet diese Punktion einfach aus. In diesem Fall stehen dann weiterhin die Steuerkreuzfunktionen zur Verfügung, die auf die entsprechenden Tasteneingaben reagieren.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Der mit dem EISA-Award ausgezeichnete Philips 65PUS7601 lässt in seiner Ausstattung kaum einen Wunsch offen. Das vortrefflich gestaltete Installationsmenü erlaubt eine bequeme Anbindung ans heimische Netzwerk. Alle TV-Sender sind im Handumdrehen eingerichtet und die Bildqualität ist herausragend gut. Moderne 4K-Filme werden mit UHD-Auflösung und HDR dargestellt. Doch auch Filme in Full-HD-Auflösung sehen auf dem superschlanken Display hervorragend aus. Davon profitieren alle anspruchsvollen Filmfans und Gamer, ebenso die qualitätsbewussten Nutzer von älteren Zuspielgeräten. Bei einem höchst attraktiven und fairen Preis, den Philips mit 2990,00 Euro (UVP) beziffert, ist dieses 65-Zoll-Modell in der Referenzklasse fast schon als Schnäppchen zu bezeichnen.

Test, Text, Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

99 %

92 %

98 %

94 %

170207.Philips-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Philips
65PUS7601
Produktkategorie:Ultra-HD-LED-Fernseher (65 Zoll)
Preis:2.999,00 Euro
Garantie:2 Jahre Vor-Ort-Garantie
Ausführungen:Chromfarben (Rahmen und Füße)
Vertrieb:TP Vision, Hamburg
Tel.: 069 / 66801010
www.philips.de/tv
Bilddiagonale:65 Zoll / 164cm
Abmessungen (HBT):904 x 1449 x 261 mm (inkl. Füße)
Gewicht:27,5 Kg
ArtLCD, UHD (3840 x 2160 Pixel), 16:9
Helligkeit (Herstellerangabe):340 nit
Kontrast (On/Off):1400:1 (nativ) 102.000:1 (Dynamisch)
Kontrast (ANSI):1372:1
Ein-/Ausgänge:4 x HDMI (2 x HDMI 2.0 / HDCP 2.2)
1 x Komponente
1 x Scart
3 x USB
WLAN
1 x LAN
1 x Antenne
2 x Sat
1 x CI+
1 x Audio-Eingang (DVI)
1 x optischer Digitalausgang
1 x Analog-Stereo-Audioausgang
1 x Kopfhörerausgang
1 x Serviceanschluss
HDMI-Funktionen:- 4k
- HDR
- ARC (Audio-Rückkanal)
SmartTV-Ausstattung:Multiroom-Client- und Server
Simply Share
HbbTV
Pause TV
USB-Aufnahme
Online-Videoshops
Browser für öffentliches Internet
Social TV
TV on Demand
YouTube
Zubehör:- Fernbedienung mit QWERTY-Tastatur
- Batterien
- 2 Tischfüße
- Netzkabel
- Schnellanleitung
- Broschüre mit Sicherheitshinweisen
Benotung:
Bildqualität (40%):1+
Klang (20%):1,1
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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