lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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Die VR One Plus ist die neueste Virtual-Reality-Brille aus dem Hause Zeiss. Damit man sofort in virtuelle Welten eintauchen kann, wird lediglich noch ein Smartphone benötigt. Wie leicht VR funktioniert und wie gut 3D-Filme, Games oder ein Rundgang durch künstlich erzeugte Umgebungen aussehen können, verraten wir Ihnen in diesem Test. Ebenso erfahren Sie, was das Plus-Modell von seiner Vorgängerversion unterscheidet.

Virtual Reality wird immer beliebter. Aber Vorsicht: die Unterschiede zwischen den angebotenen VR-Brillen sind mitunter eklatant.

3D-Filme kennt eigentlich jeder, teilweise aus dem Kino oder von Zuhause auf dem Flachbildfernseher. Wer aber nicht nur passiv vor der Leinwand oder dem TV sitzen möchte, sondern aktiv im spannenden Geschehen mitwirken möchte, für den bietet sich der Besuch virtueller Welten an. Unter der Bezeichnung „Virtual Reality“ gibt es diesbezüglich diverse Lösungsansätze. Die derzeit beliebteste Möglichkeit in künstliche Welten einzutauchen oder die virtuelle Darstellung weit entfernter Sehenswürdigkeiten zu erleben, ist die via VR-Brille. Stellen Sie sich vor, Sie sind daheim, können aber dennoch durch den Louvre in Paris oder das MoMA in New York schlendern. Um ein solches Erlebnis so realitätsnah wie möglich zu gestalten, hat Zeiss das preislich attraktive Head-Set VR One Plus entwickelt.

Zum Lieferumfang der Zeiss VR One Plus gehört alles, was für den Betrieb (außer einem Smartphone) nötig ist.
Foto: Michael B. Rehders

Präzisionslinsen für perfekte Performance

Die Zeiss VR One Plus ist ein Cardboard-Gestell mit Schacht für ein Smartphone. Das Display des Handys dient hier (wie auch in VR-Lösungen anderer Hersteller) als Bildschirm. Jetzt liegt alles an der Qualität des Mobiltelefons, je höher die Auflösung seines Displays ist, desto besser schaut das Bild darauf aus. Hochqualitative Zeiss-Präzisionslinsen in der VR-Brille sorgen allerdings dafür, dass die Bildqualität auch vollumfänglich aufrechterhalten wird. Hier wären wir dann beim eigentlichen Kerngeschäft der Marke, immerhin gehört Zeiss zu den weltweit bekanntesten und anerkanntesten Herstellern in der feinmechanisch-optischen Industrie. Das hebt die VR One Plus positiv von den preisgünstigeren Cardboards ab, die teilweise nur leidlich scharfe Bilder liefern. Nicht so die Zeiss, das Virtual-Reality-Headset VR One Plus holt tatsächlich alles aus dem vorhandenen Display heraus – und besticht mit einer fantastischen Bildqualität. Dabei wird ein Pupillenabstand von 53 – 77 Millimetern unterstützt. Das bedeutet: dass praktisch jeder Nutzer dieses Modell nutzen kann. Zur Ausstattung gehört zudem alles, was für den Regelbetrieb notwendig ist: Ein elegantes Kunststoffgehäuse, die Smartphone-Halterung, flexible Kopfbänder, die Optik mit zwei Präzisionslinsen sowie die notwendige App. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass die Linsen im Plus-Modell auch von vorn gereinigt werden können, was beim Vorgängermodell leider nicht möglich war. Obendrein ist eine Belüftung in die VR One Plus eingelassen, so bleibt es unter dem Head-Set immer angenehm temperiert.

Das Kopfband lässt sich spielend einfach abnehmen und auswechseln. Auf Messen, Events oder der Party zu Hause ist das aus hygienischen Gründen sehr praktisch, sobald mehrere Leute die VR One Plus nutzen.
Foto: Michael B. Rehders

Die zweifelsfrei wichtigste Neuerung des Plus-Modells: Während die Vorgängerversion lediglich für das Samsung Galaxy S5 und iPhone 6 vorbereitet war, können an die VR One Plus auch andere Smartphones mit einer Displaygröße von 4,7 bis 5,5 Zoll andocken. Möglich wird dies durch die flexibel gestaltete Universalschublade.
Foto: Michael B. Rehders

Angenehmer Tragekomfort

Mit wenigen Handgriffen ist das Kopfband befestigt. Die Klettverschlüsse halten zuverlässig, sobald die Bänder ein wenig gedehnt werden. Bei Kopfbewegungen wackelt nichts, das Head-Set ist angenehm leicht, hier drückt nichts. Zum hohen Tragekomfort trägt zudem die weiche Schaumstoffmaske bei, die meine Augenpartie geschmeidig umschließt. Obendrein ist die VR One Plus groß genug, so dass ich sie als Brillenträger auch bequem über meiner Sehhilfe tragen kann. In die Maske ist eine passive Lüftung eingelassen, was sich vor allem bei längerer Nutzung bzw. im Sommer bei hohen Temperaturen extrem angenehm auswirkt.

Das Kopfband besitzt feste Gummizüge, damit die VR One Plus jeder Kopfform gut sitzt. Die weiche Schaumstoffmaske lässt sich obendrein herunternehmen. Empfindliche Nutzer können Maske und Kopfbänder also vollständig abnehmen, wenn sie das Cardboard in der gemeinsamen Gaming-Runde zum nächsten Spieler weiterreichen.
Foto: Michael B. Rehders

Kinderleichte Installation und unendlich viele Möglichkeiten

Um die VR One Plus zu betreiben, muss zunächst die Zeiss-eigene Android- oder iOS-Software bzw. „Google-Cardboard“ auf das Smartphone aufgespielt werden. Für die Nutzung von „Google Cardboard“ bedarf es allenfalls kurz den QR-Code von der Verpackung zu scannen. Anschließend muss noch die gewünschte VR-App gestartet werden. Ist das geschehen, wird das Smartphone in die Universalschublade gelegt und in das Cardboard-Gestell eingeschoben.
Los geht der virtuelle Spaß.
Als gewöhnungsbedürftig empfinde ich in diesem Zusammenhang die Navigation. Diese erfolgt etwas grobmotorisch mittels Headtracking. Bedeutet: ich muss das „On-Screen-Menü“ in Blickrichtung haben und einzelne Punkte länger anschauen. Da sich das Mobiltelefon in der VR One Plus befindet, ist es für einige Befehle darüber hinaus erforderlich, das Smartphone wieder herauszunehmen, bevor die gewünschten Einstellungen auf dem Touchscreen-Display vorgenommen werden können. Aus diesem Grund empfiehlt sich der Erwerb des optional erhältlichen Zeiss VR One Connect Bluetooth Controllers. Mit seiner Unterstützung lässt sich nicht nur komfortabel durch die Menüs navigieren, es lassen sich auch zahlreiche Spiele steuern. „App Store“ und „Google Play“ bieten zahlreiche VR-Apps, die mit der Zeiss VR One Plus kompatibel sind. Echte Blockbuster sind allerdings (noch) keine dabei. Folglich lassen auch kopiergeschützte Medien nicht über sie abspielen. Entsprechend ziehe ich einen nicht kopiergeschützten Film aus meiner iTunes-Bibliothek auf die App „VR ONE Cinema“. Die Applikation schaut großartig aus, ein ganz neues Kinoerlebnis. Die Wiedergabe gelingt mit einfacher Kopfbewegung. Das Bild auf der Leinwand ist angenehm groß, fast wie im richtigen Kino. Die Wiedergabe wird gestoppt, indem ich Richtung „Exit“ schaue. Das funktioniert einwandfrei.

Nicht kopiergeschützte Filme können aus der iTunes-Bibliothek abgespielt werden. 3D-Filme sehen über diesen Weg beeindruckend aus. Die räumliche Tiefe ist schlichtweg umwerfend.
Foto: Michael B. Rehders

MIt der VR One Plus mittendrin statt nur dabei

Als nächstes bewege ich mich durch einen 3D-Raum. Ich kann mich drehen und mir die andere Seite anschauen. Die Darstellung erfolgt angenehm flüssig Graphiken schauen prächtig aus. Alle Elemente im Raum sind perfekt zu erkennen. Da mich der Spaziergang durch einen Raum allerdings schnell langweilt, entschließe ich kurzerhand, mit einer Achterbahn zu fahren. Ich setze mich in den ersten Wagen und die Fahrt beginnt, nachdem ich kurz mit einer Kopfbewegung das „Start“-Schild ausgelöst habe. Zunächst erklimmt der Wagen langsam eine hohe Steigung. Ich drehe den Kopf ein wenig nach rechts und blicke auf die Schienen auf der anderen Seite der Strecke, die fast senkrecht nach unten führen. Kurz darauf ist der Wagen ganz oben auf der Achterbahn angekommen und fährt eine Rechtskurve. Alles noch nicht sonderlich spektakulär. Also schaue ich mal nach unten. Unfassbar, wie tief es da hinunter geht. Die nächste Rechtskurve wird durchfahren. Alles noch beschaulich, wie eine Eisenbahnfahrt. Dank des Blickwinkels von 100 Grad vergesse ich tatsächlich beinahe, dass ich mich in einer virtuellen Welt befinde – obwohl ich einzelne Pixel wahrnehme. Trotz QHD-Auflösung sieht das Bild ein klein wenig pixeliger aus als ich es von einer guten Full-HD-TV-Wiedergabe gewohnt bin. Kein Wunder, beträgt der Betrachtungsabstand zum Display doch nur wenige Zentimeter. „Ist da vorne die Strecke etwa zu Ende?“ schießt es mir durch den Kopf. Nein, da beginnt das Gefälle, das ich eben noch auf der anderen Seite gesehen habe. Nur eine Sekunde später kralle ich mich in die Couch. Die Schussfahrt beginnt, es geht fast senkrecht abwärts. Wie im freien Fall rase ich auf den Boden zu. Schlagartig macht die Strecke eine Rechtskurve, dann folgt ein Looping. Wahnsinn! Ich fahre Achterbahn. Der Hammer! Vergessen ist die leichte Pixelstruktur. Die Geräusche der Fahrt unterstützen das visuelle Erlebnis massiv. Für die perfekte Soundunterstützung habe ich einen Kopfhörer an mein Smartphone angeschlossen. Am Ende kommt der Wagen zum Stehen und ich kann aussteigen. Wow! Ich kann mich langsam wieder entspannen, das hat Spaß gemacht!

Auch Fotos sehen prächtig auf der VR One Plus aus. Meine Aufnahme von Hamburg lässt mich fast mittendrin wähnen.
Foto: Michael B. Rehders

Kreativer Würfel

Bevor ich ein Fazit ziehe, will ich noch „Augmented Reality“ (AR) testen. Dafür falte ich die zum Lieferumfang gehörige Pappe zu einem kleinen Würfel. Anschließend starte ich die AR-App und setze das Virtual-Reality-Headset wieder auf. Automatisch schaltet sich nun die Kamera in meinem Smartphone ein und zeigt mir eine Live-Aufnahme aus unserem Testraum. Ich lege den Würfel auf meine rechte Hand und halte sie vor die Kamera. Sofort beginnt die App dreidimensionale Figuren auf den Würfel zu projizieren. Eine nur spärlich bekleidete Elfe tanzt auf dem Würfel in meiner Hand. Total abgefahren, wie realistisch diese animierte 3D-Figur erscheint.

Auch wenn einen die Zeiss VR One Plus nicht unbedingt besser aussehen lässt, besitzt sie doch fantastische Fähigkeiten. Beispielsweise zeigt die AR-App für jede Würfelseite eine eigene animierte 3D-Figur, die nur durch die Brille zu sehen ist.
Foto: Michael B. Rehders

Inzwischen habe ich auch Erfahrung mit dem Headtracking gesammelt. Für die Blicksteuerung muss ein Punkt mehrere Sekunden lang fixiert werden. Das macht durchaus Sinn, damit das Spiel nicht durch ein versehentliches Kopfschütteln beendet wird. Nach kurzer Zeit gelingt mir die Navigation richtig gut. Während des Tests, der mehrere Stunden gedauert hat, ist mir unter dem VR-Headset übrigens nie warm geworden. Sehr gut. Zu verdanken ist das zweifelsfrei der passiven Lüftung, die in die weiche Schaumstoffmaske eingelassen ist.

Bietet ein tolles visuelles Erlebnis in einer virtuellen Welt: die Zeiss VR One Plus.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Die Zeiss VR One Plus ist ein optisch ansprechendes und ordentlich verarbeitetes VR-Cardboard-Headset, das selbst Brillenträger mit Sehhilfe ohne Einschränkungen nutzen können. Die Installation der Apps gelingt zügig. Nich kopiergeschützte Filme aus der eigenen iTunes Bibliothek oder YouTube Videos in 2D und 3D werden zuverlässig abgespielt. Da die VR One Plus kein eigenes Display besitzt, steht und fällt die Bildqualität mit dem verwendeten Smartphone. Dank Universalschublade können aber nahezu alle gängigen Mobiltelefone mit einem Display von 4,7 bis 5,5 Zoll verwendet werden. In der Summe machen Filme, Fotos und Games mit der Zeiss VR One Plus einen Riesenspaß. Der angenehme Tragekomfort und die passive Lüftung erlauben zudem stundenlangen Genuss in einer virtuellen Realität.

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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171216.Zeiss-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Zeiss
VR One Plus
Produktkategorie:Virtual Reality Brille
Preis:89,00 Euro
Gewährleistung:2 Jahre
Ausführungen:- weiß/schwarz
Vertrieb:Carl Zeiss AG
Tel.: +49 7364 20 - 0
www.zeiss.de
Augenabstand:5,3 - 7,7 cm
Kompatibel mit:fast allen Smartphone mit Displaygröße 4,7 - 5,5 Zoll
Lieferumfang:- Zeiss VR One Plus
- Kopfgurt
- Universalschublade
- Kurzanleitung
- AR-Würfel
Besonderes:- Smartphone entscheidet über Auflösung
- sehr gute Bildqualität
- Universalschublade für zahlreiche Smartphones
- hoher Tragekomfort
- passive Lüftung
- Headtracking
Benotung:
Bild (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,1
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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