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Chefredakteur

Teufel bezeichnet sein Radio 3Sixty als „Weltempfänger des 21. Jahrhunderts“. Mit Internetradio, DAB+, Bluetooth, Netzwerkstreaming und Spotify Connnect kommt es mit allen wichtigen Empfangsarten klar. Für rund 280 Euro sind die gebotene Ausstattung, das coole Design und die sehr gute Verarbeitung zudem kaum zu übertreffen. Fragt sich nur noch, wie das 3Sixty klingt und ob es tatsächlich die Leistung abliefert, die sein Anblick erwarten lässt?

Das Radio 3Sixty wirkt auf den ersten Blick robust und leistungsstark. Zudem birgt es ungeahnte Qualitäten …

Menschen hören heute mehr Musik als jemals zuvor. Egal, wo man geht und steht, ist man von Musik umgeben, unterwegs wie in den eigenen vier Wänden. Um seine Lieblingssongs zu genießen, bedarf es aber nicht immer der großen HiFi-Bausteinkombination nebst platzraubender Boxen. Manchmal ist eine kompakte Lösung mehr als ausreichend. Beispielsweise dann, wenn nach einem HiFi-System für den Einsatz im Büro, im Ess- oder Jugendzimmer gesucht wird. Hier werden dann meist modernere Varianten bevorzugt, die gern etwas kompakter daherkommen, zugleich aber auch etwas üppiger ausgestattet sein dürfen. Attribute, die auf das Radio 3Sixty von Teufel zu 100 Prozent zutreffen, wobei bereits der erste Blick klar macht, dass man es hier nicht mit dem klassischen Tischradio zu tun hat.

Zugriff auf Millionen von Songs

Wie eingangs erwähnt, tituliert Teufel sein Radio 3Sixty als „Weltempfänger des 21. Jahrhunderts“. Auf den ersten Blick mag die Bezeichnung „Weltempfänger“ vielleicht zutreffen, befasst man sich jedoch etwas eingehender mit dem tiefschwarzen All-in-One-Gerät, wird schnell klar, dass der klassische Weltempfänger gegen das 3Sixty schnell einpacken kann. Statt sich aber auf eine einzige Empfangsart festzulegen, zeigt sich das Teufel-Radio deutlich vielseitiger und offen für fast jede Art der Signalzuspielung.
Wie es sich für ein HiFi-Gerät gehört, dass den Namenszusatz „Radio“ trägt, ist diesbezüglich zunächst der klassische, analoge Radio-Empfang via FM zu nennen. Den beherrscht das 3Sixts quasi aus dem Effeff. Wem das nicht ausreicht und wer seine Lieblingssender bevorzugt rauschfrei und in brillanterer Soundqualität genießt – ohne sein Radio ins Netzwerk einbinden zu müssen – für den empfiehlt sich der Empfang via DAB+. DAB+ klingt deutlich besser, die Senderauswahl ist allerdings begrenzt. Dürfen es dagegen ein paar (tausend) Radiokanäle mehr sein, beispielsweise die gern gehörte Station aus dem letzten Urlaub, bietet sich die Nutzung des integrierten Internetradio-Moduls an. Allein über diesen Weg lässt sich aus weltweit über 20.000 Radiostationen wählen – alles übersichtlich auf dem frontseitig eingelassenen Display sortiert.
Die Auswahl wird aber noch viel größer: Sind Sie Inhaber eines Spotify Premium-Accounts (9,99 Euro im Monat), kommt der Zugriff auf rund 40 Millionen (!!) Songs hinzu. Die bevorzugten Alben bzw. Einzeltitel lassen sich dann über die Spotify-App am Smartphone bzw. Tablet bequem, auswählen und dank Spotify-Connect-Funktion direkt und ohne Umwege über das Radio 3Sixty wiedergeben. Besitzer eines Tidal-, Amazon-Music- oder Deezer-Accounts streamen ihre Playlists und Lieblingssongs hingegen via Bluetooth an den Teufel-Alleskönner. Wünsche von Besitzern mobiler Audiogeräte, die ihre Musikstücke bevorzugt per Kabel übertragen, werden hier ebenfalls erfüllt. Für genau diesen Zweck stellt das 3Sixty einen analogen Aux-Eingang zu Verfügung. Der nebenan platzierten USB-Port dient ebenso als Zuspielquelle. Über ihn lässt sich zudem der Akku vom Smartphone oder Tablet laden, falls dieser zwischendurch mal schlapp macht. Für das Aufspielen eventueller Firmware-Updates ist dieser Port nicht gedacht, die zieht sich das Teufel-Radio ganz einfach über die Netzwerkverbindung.

Auch wenn das 3Sixty auf den ersten Blick vielleicht klassisch wirkt, ist es hochmodern ausgestattet – u.a. mit Spotify Connect.

Rundum-Sound und tiefe Bässe

Anschlussseitig macht meinem Testgast aus Berlin kaum ein Konkurrent was vor, dem will auch die technische Ausstattung nicht nachstehen. Muss sie auch nicht, denn was in diesem schwarzen, aus robustem ABS-Kunststoff gefertigten Kästchen steckt, ist aller Ehren wert.
In allererster Linie sind in diesem Zusammenhang die beiden Breitband-Chassis zu nennen, die die Wiedergabe sämtlicher mittlerer und hoher Frequenzanteile übernehmen. Direkt nach oben ausgerichtet und auf einen sich nach unten verjüngenden Kegel strahlend, werden sämtliche Schallanteile zu den Seiten umgeleitet. So soll eine 360-Grad-Abstrahlung erzielt und der Sound rundherum in identischer Qualität zu hören sein. Damit wäre dann ganz nebenbei auch geklärt, woher das 3Sixty seinen Namen hat. Ein im definierten Abstand zum Boden in der Gehäuseunterseite eingelassener Subwoofer kümmert sich indes um die Reproduktion tieffrequenter Schallanteile. Additive Unterstützung erfährt der stattliche Acht-Zentimeter-Woofer von der gleich nebenan platzierten Bassreflexöffnung. Eine Anordnung, die flexible Aufstellungsmöglichkeiten und eine Extraportion Bass verspricht. Adäquat angetrieben, wird besagtes Treiber-Trio von der integrierten 30-Watt-Endstufensektion, die ihren Platz im Herzen des Teufel-Alles-Empfängers findet.

Beschriebene Breitbänder strahlen nach oben ab. Über spitz zulaufende Kegel wird der Sound zu den Seiten abgeleitet und so ein echtes 360-Grad-Klangbild erzeugt.

Analog und Digital

Bei genauerem Hinsehen fällt zunächst die rückseitig platzierte Teleskop-Antenne auf. Sie dient dem Empfang analoger wie digitaler Radiosender. Ist die Antenne herausgezogen und die Taste „Source“ gedrückt, lässt es sich über den linken Drehregler zur gewünschte Quelle navigieren. Um nun den FM-Sendersuchlauf zu aktivieren, genügt ein Druck auf „FM“, gefolgt von einem Fingertipp auf „Skip vorwärts“. Ist die gesuchte Station gefunden, kann diese fest auf einer der fünf Stationstasten hinterlegt werden, die sich direkt unterhalb des Displays befinden. Ein etwa dreisekündiger Druck auf die gewünschte Taste (z.B. SWR3 auf Taste 3) genügt nun und der gesuchte Sender ist fest gespeichert.
Ähnlich verhält es sich bei der digitalen Stationssuche. Ist die Quelle DAB gewählt und der Sendersuchlauf beendet, ist die Speicherung auf besagten Hardkeys ebenso möglich.

Das rückseitig platzierte Anschlußfeld sitzt unter besagter Teleskop-Antenne und umfasst einen USB-Port (nur Ladefunktion) und einen analogen Audioeingang.

Musik vom Handy, Tablet, Laptop

Wie es sich für ein modernes Hifi-System gehört, ist das Radio 3Sixty selbstverständlich mit einem Bluetooth-Modul ausgestattet. Damit die auf dem Smartphone oder iPad gelagerten Musikstücke auch annähernd in CD-Qualität übertragen werden können, setzen die Berliner bei der Blauzahn-Verbindung auf das klangfördernde 4.0-Protokoll. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Verbindungsaufbau supereinfach und selbst von unerfahrenen Technikeinsteigern in wenigen Augenblicken erledigt. Ist die Quelle „Bluetooth“ gewählt und die Pairing-Taste gedrückt (Bluetooth-Symbol blinkt), gibt sich mein Testgast auch schon in der Liste verfügbarer Bluetooth-Spielpartner zu erkennen. Jetzt genügt ein Fingertipp auf „Teufel Radio 3Sixty“ und Smartphone und 3Sixty stellen den kabellosen Verbindungsaufbau her.

Der Bluetooth-Verbindungsaufbau ist schnell und einfach durchgeführt.

Ab ins Netzwerk

Die Netzwerk-Einrichtung ist quasi selbsterklärend. Ist das Radio 3Sixty erstmals mit Strom versorgt, startet der Einrichtungsassistent automatisch. Im einfach gestalteten Menü lässt sich nun wählen, ob die Ersteinrichtung via Netzwerk oder über DAB+ erfolgen soll. Entscheidet man sich für ersteres und hat man das WLAN-Passwort seines DHCP-Netzwerks parat, ist die Einrichtung tatsächlich in weniger als zwei Minuten abgeschlossen und geht wie folgt von statten:

1. eigenes Netzwerk auswählen
2. „WPS überspringen“ drücken
3. Passwort eingeben

Das war es auch schon. Sind diese drei Schritte durchgeführt, ist das 3Sixty auch schon ins heimische Netzwerk integriert. Ab sofort lässt sich auf mehr als 20.000 Radiosender zugreifen, die nach regionalen Kriterien oder nach Genre sortiert zu Verfügung stehen.

Bass, wir brauchen Bass: Neben dem Tieftöner findet sich auch der Bassreflexport in der Unterseite des Gehäuses und gibt seine Schallanteile im definierten Abstand Richtung Boden ab.

Unterschätze nie Dein Publikum

Die optische Untersuchung ist abgeschlossen, jetzt wird es Zeit für den schönsten Teil, den Praxistest. Diesen starte ich zunächst via DAB+: Das großzügig dimensionierte und dimmbare Display gibt mir sehr gut lesbar Auskunft über den gewählten Sender, das Datum und die aktuelle Uhrzeit. Das erste, was mir anschließend positiv auffällt ist nicht die Musik an sich, sondern die Zugkraft mit der mein vergleichsweise kompakter Testgast sofort loslegt. Punchig, durchzugsstark und mit entsprechendem Knack. Das beeindruckt sofort, weshalb ich schon zu Testbeginn einen kräftigen Rechtsdreh am Lautstärkesteller wage. Schnell ist ein hoher Pegel erreicht – und der macht fast schon eher mir zu schaffen, als dem 3Sixty! Jetzt ist es laut. Sehr laut, aber nicht kratzig oder verzerrt, was man bei einem Gerät dieser Größe vielleicht erwarten würde. Absolut überzeugend, was das kleine Teufel-Radio im Grund- und Tieftonbereich leistet und welche Pegel realisiert werden. Eine Performance, die das 3Sixty auch für hartgesottene Rockfans interessant macht, die in Sachen Lautstärke gern mal über die Stränge schlagen. Eine Tatsache, die mich neugierig macht. Genauer gesagt, stelle ich mir die Frage, ob dieses Gerät nicht eine Alternative für meinen gern auf der Terrasse eingesetzten Bluetooth-Lautsprecher sein könnte. Der ist zwar sehr praktisch und klingt auch richtig gut, leider besitzt er aber keinen eigenen Tuner.
Die folgende Bluetooth-Übertragung ist auch aus diesem Grunde sehr interessant für mich. In der Kabellos-Übertragung sammelt der Teufel-Tausendsassa dann auch gleich die nächsten Bonuspunkte. Die Gorillaz performen „Feel Good Inc.“. Ein Titel, dessen Dynamik fast wie selbstverständlich in den Hörraum gedrückt wird und der schnell richtig Spaß verbreitet. Offensichtlich sauber reproduzierte Höhen, wohlproportionierte Mitten, tiefe Bässe; das 3Sixty ist energiegeladen, zeigt sich zugleich aber auch ausgewogen und präzise. Soweit der Sound auf dem Lowboard. In freier Aufstellung zeigt sich die Basswiedergabe dann etwas dezenter, aber noch immer beeindruckend voluminös und punchig. Jetzt wird aber auch klar, was Teufel mit „360-Grad-Sound“ meint, der Klang scheint rund um das 3Sixty herum austariert und gezielt. Das Rundstrahlverhalten ist exzellent, keine Spur von Einbußen, muffigen Höhen oder fehlenden Details. Die nächste Gartenparty kann also kommen …

Genial, dank echtem 360-Grad-Sound klingt das 3Sixty überall gleich.

Praktisch und intuitiv

Zum Testabschluss noch ein paar Worte zur Bedienung: Bei den zahlreichen Funktionen, die das Teufel-Radio bietet, überrascht es fast, dass das 3Sixty mit vergleichsweise wenigen Bedienelementen auskommt. Den Audio-Spezialisten aus der Bundeshautstadt ist es offenbar gelungen, ein simples und intuitives Bedienkonzept zu realisieren, bei dem man sogar auf eine Fernbedienung verzichtet. Eine Anleitung liegt dem mattschwarzen Rocker hingegen bei, benötigt wird sie aber eigentlich nicht. Mit ein wenig Herumprobieren hat man die wichtigsten Funktionen schnell entschlüsselt und verinnerlicht – selbst dann, wenn man sich mit technischen Geräten kaum auskennt. Neben der übersichtlichen Gestaltung und der intuitiven Bedienung sind beispielsweise das Volumenrad und der große Select-Regler positiv herauszuheben: Mit leichter Rastung offerieren sie die für meinen Geschmack optimale Gängigkeit. Sehr gut! Gängigkeit und die gut gewählten Druckpunkte der Regler und Taster sind vorbildlich, die Lautstärkejustage ist zudem haarklein gestaffelt und fein einstellbar. Das zwischen besagten Reglern platzierte Display ist simpel gehalten, ist aber selbst aus zwei Metern Entfernung noch ablesbar. Neben Information zur gewählten Quelle gibt dieses zugleich Auskunft über Datum und Uhrzeit. Und wo es eine Uhrzeitanzeige gibt, gibt es zumeist auch einen Timer und Wecker. Beides bietet das 3Sixty ebenfalls an, den Wecker sogar in doppelter Ausführung. So kann man sich beispielsweise am Wochenende zu einer anderen Uhrzeit wecken lassen, als am Wochenende. Dabei lässt sich – mit Ausnahme von Bluetooth oder analog verbundenen Zuspielern – sogar die Quelle wählen, von der man geweckt werden möchte. Über den Sleeptimer kann das Teufel-Radio so programmiert werden, dass es sich in einem Zeitrahmen von 15 und 60 Minuten in 15-Minuten-Schritten automatisch ausschaltet.

Die beiden großen Drehregler rasten kaum merklich und laufen sehr gängig.

Fazit

Das Teufel Radio 3Sixty ist cool und in vielerlei Hinsicht aussergewöhnlich. Obwohl mit sämtlichen Empfangsarten wie Internetradio, DAB+, FM, Bluetooth, Netzwerkstreaming und Spotify-Connect ausgestattet, lässt es sich selbst von Technikeinsteigern kinderleicht einrichten und bedienen. In Sachen Klang legt es die Messlatte für Tischradios und andere kompakte Audiosysteme ganz weit nach oben. Satte Sounds, reichlich Punch, eine saubere Hochtonreproduktion zeichnen das Teufel Radio aus. Beeindruckende Leistungsreserven und echter 360-Grad-Sound empfehlen es zudem für höhere Aufgaben als für die Beschallung kleinerer Räume oder die Grillparty auf der Terrasse. Das alles gibt es übrigens schon für rund 280 Euro – und das absolut Risikofrei. Die Bestellung im Teufel-Shop geht mit einem großzügigen Rückgaberecht einher. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass das 3Sixty Ihren Anforderungen nicht gerecht wird, können sie es innerhalb von acht Wochen einfach wieder zurückgeben.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder (1)

Gesamtnote: 1+
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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180504.Teufel-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Teufel
Radio 3Sixty
Produktkategorie:Smartradio
Preis:279,99 Euro
Ausführungen:- schwarz
Vertrieb:Lautsprecher Teufel GmbH, Berlin
Tel.: 030 / 300 9 300
www.teufel.de
Abmessungen (HBT):175 x 280 x 160 mm
Gewicht:ca. 2,5 kg
Anschlüsse:Eingänge:
- AUX (3,5mm Miniklinke)
- USB
- Bluetooth (4.0)
- WiFi
- Spotify Connect
Quellen:- DAB+
- FM
- Internetradio
- Mediaplayer
- Bluetooth
- Spotify Connect
Lieferumfang:- Radio 3Sixty
- Anleitung
- Externe DAB/FM-Antenne
Besonderheiten:- Bluetooth
- DAB+/FM-/Internetradio-Empfang
- echter 360-Grad-Sound
- sehr gute Detailwiedergabe
- dynamisches Klangbild
- 2 Weckfunktionen
- Sleeptimer
- Digitaluhr
- Dimmbares Display
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1+
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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